Ein Blog über Religion und Politik

Breiviks Prozess als Zerrspiegel der „Islamkritik“

Von 19. April 2012 um 16:50 Uhr

Dröhnendes Schweigen aus der Islamhasserszene begleitet den Breivik-Prozess. Verständlich. Denn was der Massenmörder da zur Begründung seiner Taten ausbreitet, enthält so viele Grundüberzeugungen der Szene, dass es einem den Atem verschlägt.

Das "Manifest" Breiviks konnte man noch abtun. Aber jetzt steht da dieser Mensch und legt seine Überzeugungen dar, die den Mord an 77 Menschen und noch mehreren, wenn es denn die Gelegenheit gegeben hätte, rechtfertigen sollen. Man möchte nun gerne glauben, das sei doch alles beliebig. Es hätten auch ganz andere Überzeugungen sein können und dann eben andere Opfer. Es findet sich immer ein Grund zum Morden! Und dass dieser Mensch seine Morde mit diesen Überzeugungen begründet, das sagt dann am Ende doch gar nichts über deren Richtigkeit oder Falschheit aus!
Merkwürdig nur: Wenn das gleiche über die Taten islamistischer Attentäter gesagt wird - dass der Islam nur eine Scheinlegitimation für Mordlust aus anderen Motiven hergebe -, dann setzt das große Hohngelächter ein: Nein, diese Leute vollstrecken bloss den Islam, sagen die Islamhasser. Die haben ganz genau verstanden, welche Botschaft sich im Koran verbirgt. Und wer das bestreitet oder relativiert, der macht sich der Verharmlosung schuldig. (Ich bin der  Meinung, dass es falsch und verharmlosend ist, "den Islam" als Motivationsfaktor auszunehmen, wie ich des öfteren geschrieben habe, ohnde dass eine Referenz auf "den Islam" per se erklären kann, was Al Kaida ist und will.)

Was Breivik getan hat, soll nun aber überhaupt nichts mit der Hasspropaganda gegen den Islam zu tun haben, die sich in einschlägigen Internetforen ausgebreitet hat? Auch in Kommentaren zu diesem Blog war schon zu lesen, da blähe sich halt ein kranker Narziss auf, der sich eine Wahnwelt aus beliebigen Teilen gebaut habe. Ist sozusagen Pech für die "Islamkritik": Sie ist Breiviks ärgstes Opfer. Und schon wird gewarnt, jetzt werde die Redefreiheit über "den Islam" noch mehr eingeschränkt, weil jeder Islamkritiker nun in die Nähe Breiviks gerückt werde. Das stimmt zwar nicht. Aber es zeigt, wie sehr dieser Prozess diesen Teil der "Islamkritik", der in Wahrheit kaum kaschierter antimuslimischer Rassismus ist, in die Defensive bringt. Breiviks Aussage entstellt den Geist dieser Szene zur Kenntlichkeit.

- Wie oft hat man mir hier schon die Phantasie eines kommenden Bürgerkriegs vor Augen gestellt, der durch die islamische Einwanderung unabweisbar werde?
- Wie selbstverständlich wird immer wieder suggeriert, die Kriminalität jugendlicher Täter mit islamisch geprägtem Migrationshintergrund sei in Wahrheit bereits ein Teil dieser Auseinandersetzung "des Islams" mit "dem Westen"?
- Geradezu zum guten Ton gehört in all diesen Auseinandersetzungen das Geschimpfe gegen die linksgrünen Gutmenschen ("Gutis"), die als nützliche Idioten der Machtergreifung des Islams in Europa vorarbeiten. Auch mir ist schon wie anderen Kollegen am Internet-Pranger "Nürnberg 2.0." vorgeworfen worden, ich betriebe "Lobbyarbeit für eine fremde Macht".
- Das Feindbild Multikulturalismus als gezielt betriebene Selbstaufgabe des Westens ist ein ideologischer Kernbestandteil der Islamhasserszene.
- Die Stilisierung "des Islams" zur völkermörderisch totalitären Ideologie, gegen die Widerstand geleistet werden müsse - das ist die zentrale Botschaft der Wilders, Spencer, Geller und Stürzenberger.
- All das kommt einem nun aus dem Osloer Gericht entgegen in verdichteter Form und zugespitzt mit der Pointe - um eine deutsche Theoretikerin der Entgrenzung zu zitieren - "natürlich kann geschossen werden".  Kann? Muss. Das sollen wir Breivik am Ende abnehmen.

Ich habe es schon früher geschrieben und bleibe dabei: Breivik hat sich die Legitimationsgrundlage seiner Taten nicht herbeihalluziniert, er konnte sie im Netz zusammenbasteln. Er praktiziert in seinem Manifest einen Copy-und-Paste-Faschismus auf über 1.000 Seiten.

Wenn Breivik aufgrund seines apokalyptischen Weltbildes – in dem es gilt, einem alles verschlingenden Multikulturalismus auch mit Waffengewalt zu wehren – psychotisch ist und an paranoider Schizophrenie leidet, dann bewegen sich viele, die ihr Gift in den entsprechenden Foren verspritzen, ebenfalls am Rande der Geisteskrankheit.

Der Blick in den Gerichtssaal von Oslo ist der Blick in einen Zerrspiegel.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    apokalyptischen Weltbildes – in dem es gilt, einem alles verschlingenden Multikulturalismus auch mit Waffengewalt zu wehren

    Genau so. Schlimm ist für ihn, dass es keine Norweger sind. Wer dann einwandert, ist sekundär.

    • 19. April 2012 um 18:00 Uhr
    • FreeSpeech
  2. 2.

    Ich teile die Standpunkte, die in diesem Blogeintrag präsentiert werden.

    Ich habe allerdings immer eine gewisse Scheu, bei derartigen Vorfällen zu kommentieren.

    Kann irgendein Standpunkt, den ich teile, auch nur annähernd den Gefühlen der Angehörigen und Freunde der Opfer gerecht werden?

    Mal eine Frage an den Journalisten: Welche Maßstäbe gibt es hierfür?

    Das man bei Islamhassern und einschlägig bekannten „Islamkritikern“ nun den Kopf in den Sand steckt, wundert mich allerdings nicht.

    Ansonsten müsste man ja Selbstkritik üben und gegen allfällige Tendenzen der Radikalisierung Stellung beziehen. Das ist nun nichts, was jemand macht, der über Monate und Jahre das Hassen geübt hat und in seiner virtuellen Peer Group zelebriert.

    • 19. April 2012 um 18:00 Uhr
    • Limited
  3. 3.

    Absolut richtig! Gute Arbeit, dieser Beitrag! Solche Gedankenkonstrukte, mit denen man bestimmte Bevölkerungsgruppen und ihre Religion pauschal zur allgemeinen Gefahr hochstilisiert, erzeugen in bestimmten Gehirnen irgendwann offenbar einen entsprechenden Handlungsbedarf. Da hilft nur eins, immer auch den eigenen Positionen gegenüber kritisch bleiben und genau überlegen, wen man warum kritisiert. Ich finde, dafür ist dieser Blogg eine sehr gute Gelegenheit. Auch ich selbst als jemand, der wohl eher in der „Guti“-Ecke zu Hause ist, frage mich immer wieder, wo ich vielleicht auch selbst zu einseitig denke. Leute wie Brevik machen da wahrscheinlich irgendwann dicht und kopieren sich nur noch Sachen zusammen, die ihre vorhandene Meinung bestätigen. Davor sollte man sich hüten!

    • 19. April 2012 um 18:08 Uhr
    • cwspeer
  4. 4.

    zugespitzt mit der Pointe – um eine deutsche Theoretikerin der Entgrenzung zu zitieren – “natürlich kann geschossen werden“.

    Richtig. Und genau um diese Zuspitzung geht es. Diese Zuspitzung macht aus einem Islamkritiker einen Breivik. Sie macht aus einem Islamophobiekritiker einen van der Graaf. Sie bildet die Grenze zwischen zivilisierter Auseinandersetzung und barbarischem Faustrecht. Diese Grenze darf nicht aufgeweicht oder relativiert werden; genauso, wie wir alles diesseits der Grenze gegen jegliche Delegitimationsversuche verteidigen müssen, müssen wir alles jenseits der Grenze aufs Härteste bestrafen.

    • 19. April 2012 um 18:10 Uhr
    • Arjen van Zuider
  5. 5.

    @cwspeer

    Da hilft nur eins, immer auch den eigenen Positionen gegenüber kritisch bleiben und genau überlegen, wen man warum kritisiert.

    Da könnte man aber zum Schluss kommen, dass man die Sache auch anders sehen kann. Und das goutiert nicht jeder. Da ist es einfacher, jeden Gedanken als Bestätigung aufzufassen, und jeden Widerspruch als Beweis, dass da einer lügt, also ebenfalls als Bestätigung. Wer da mal drin ist, kann höchstens mit Exorzismus* rauskommen – und das Verfahren in Oslo ist Exorzismus. Bei Breivik warte ich auf den Zusammenbruch.

    *Exorzismus bitte nicht im wörtlichen katholischen Sinn nehmen, sondern als Prozess, der den Betroffenen schliesslich zwingt, in den Spiegel zu sehen.

    • 19. April 2012 um 18:25 Uhr
    • FreeSpeech
  6. 6.

    Auch ich finde ihren Artikel sehr gut.

    Vor allem möchte ich mich da cwspeer anschließen:

    Absolut richtig! Gute Arbeit, dieser Beitrag! Solche Gedankenkonstrukte, mit denen man bestimmte Bevölkerungsgruppen und ihre Religion pauschal zur allgemeinen Gefahr hochstilisiert, erzeugen in bestimmten Gehirnen irgendwann offenbar einen entsprechenden Handlungsbedarf.

    Tja, und wenn das muster nun gilt, ist es ja nicht irgendwie nur üper natur auf die ‚islamkritikerszene‘ beschränkt und wir schauen uns doch mal um, wo wir dieses Muster sonst noch finden.
    Und siehe da „ Solche Gedankenkonstrukte, mit denen man bestimmte Bevölkerungsgruppen und ihre Übrzeugungen pauschal zur allgemeinen Gefahr hochstilisiert, wie z. B. der Westen, die westliche freiheit, das christentum , erzeugen in bestimmten Gehirnen irgendwann offenbar einen entsprechenden Handlungsbedarf. “ – und da müssen wir einfah nur einmal schauen, was so in diversen muslimischen kreisen für ansichten ausgetauscht werden…. z. B. über Israel, z. B. über den Westen und seine Freiheitsvorstellungen.

    Und wenn wir schon dabei sind, können wir und doch gleich unter genau dieser art von Konstrukt-aufbau mal die Linken anschauen – die haben bisher keinen Mörder hervorgebracht – aber muss es gleich ein Mörder sein, oder kann es nicht vorher schon auswirkungen haben, wie z. b. eine einseitige verherrlichung und beschönigung von erzkonservativen religiösen, kollektivistischen und partriarchalischen Strukturen, die im gewand von religion daherkommen?
    Und wenn wir den Hinweis der verbindung zwischen breivik und diversen islamkritischen Äußerungen und meinungen gelten lassen, warum sollte das nur für die eine seite gelten – von daher sollten wir mal anerkennen, dass wir den vorwurf einer verbidnung zwischen meinung und äußerungformen dieser meinung auch hier finden:
    „Geradezu zum guten Ton gehört in all diesen Auseinandersetzungen das Geschimpfe gegen die linksgrünen Gutmenschen (“Gutis”), die als nützliche Idioten der Machtergreifung des Islams in Europa vorarbeiten. Auch mir ist schon wie anderen Kollegen am Internet-Pranger “Nürnberg 2.0.” vorgeworfen worden, ich betriebe “Lobbyarbeit für eine fremde Macht”.
    – Das Feindbild Multikulturalismus als gezielt betriebene Selbstaufgabe des Westens “ – denn das ist ein vorwurf zuerst ienmal und kein ideologiepunkt.
    Ein vorwurf, dass bestimmte leute eine gefahr nicht wahrnehmen wollen und darum bestimmte handlungen , die man als steigbügelhalter durchaus dann auch titulieren kann – genauso wie ja im vorwurf an die islamkritiker der darin besteht das dise quasi steigbügelhalter für einen breivik wären.
    Die feststellung, dass die begründungen für extreme taten wie z. b. die von breivik nicht vom Himmel gefallen sind, sondern (meist in abgschwächter form) von anderen vertreten werden, stimmt durchaus – nur gilt dies für alle lager – und dann kann durchaus auch einmal sich fragen, wo finden wir denn am meisten ‚ergebnisse‘ von „Handlungsbedarf von bestimmten gehirnen“ – denn die frage nahc dem quantitativen auftreten solcher ‚handlungsbedarfs-ergebnisse‘ ist dabei durchaus legitim und fällt auch durchaus ziemlich eindeutig aus.

    Von daher begrüße ich ihren Artikel – denn sie haben gerade auch ein verallgemeinerbaren zusammenhang hingewiesen.

    • 19. April 2012 um 18:28 Uhr
    • Zagreus
  7. 7.

    @ zagreus: Wie kommen Sie denn darauf, dass die Linken noch keinen Mörder hervorgebracht haben? Ich habe bewusst Ulrike Meinhof zitiert in den Text. Drücken Sie mal auf den Link “ natürlich kann geschossen werden“, da kommen Sie zu Meinhofs Begründung, warum „Bullen“ keine Menschen sind und erschossen werden dürfen. Und so kam es dann auch.

    • 19. April 2012 um 18:35 Uhr
    • Jörg Lau
  8. 8.

    @ Lau

    „Wie kommen Sie denn darauf, dass die Linken noch keinen Mörder hervorgebracht haben?“

    sorry, mein fehler – die linke hat (gerade man man historishc ihre verschiedneen spielarten anschaut9 sehr viele mörder hervorgebrahct.

    ich meinte die linke hat keinen mörder gegenüber islamkritikern (oder gegenüber islamisten) in der letzten zeit hervorgebracht – udn auch nicht gegenüber ihre ‚üblichen feinde‘ (kapitalisten etc…).

    ” natürlich kann geschossen werden”, da kommen Sie zu Meinhofs Begründung, warum “Bullen” keine Menschen sind und erschossen werden dürfen“ (ich hatte nicht auf den link gedrückt) – denke ich, können sie früher schon ansetzen. bei ‚Bullen sind keine menschen‘ haben sie bereits eine vollzogene Begründung (hier : rechtfertigng) für einen Mord. Aber bereits bei der ansicht, dass es ein schweinesystem gebe, dass die bürgerliche gesellschaft im wesentlichen (vom psychoanalytischen Standpunkt aus) faschistisch wäre (marcuse) und ähnliche konstrukte legen eine bekämpfung als legitime auseinandersetzung bereits nahe –> und damit ist es bei einer entsprechenden Kommunikation nur eine Frage der Zeit, bis sich irgendjemand radikalisiert (oder wenn man es so haben will: bis jemand mit mörderischen trieben diese argumentation als rechtfertigung aufgreift).
    Übrigens funktionieren dämonisierungen genauso gut als argumentationsgrundlage.

    • 19. April 2012 um 18:47 Uhr
    • Zagreus
  9. 9.

    Hat eigentlich schon jemand gedroht, Linke umzubringen, wenn Breivik verurteilt wird?

    • 19. April 2012 um 18:49 Uhr
    • FreeSpeech
  10. 10.

    (.. oder Muslime, wenn denn die Theorie zu Breivik und den Islamhassern stimmt)

    • 19. April 2012 um 18:51 Uhr
    • FreeSpeech
  11. 11.

    @ OT – all

    Das Bild des Islam kann sich nur verbessern, wenn die Muslime und ihre Verbände aktiv die Religionsfreiheit gegen solchen Missbrauch verteidigen. Wenn sie die demokratischen Rechte nicht nur zu ihrem Schutz beanspruchen. Dazu gehört es, sich offen von der politischen Ideologie der Islamisten abzugrenzen. Die Muslime selbst müssen in das von Fundamentalisten und Terroristen besetzte Herz der Finsternis ihrer Religion blicken und sich als wehrhafte Demokraten positionieren.

    Lohnenswerter Artikel – quelle:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-einfluss-der-salafisten-demokratie-ist-das-gegenteil-von-islam-11721140.html

    • 19. April 2012 um 19:24 Uhr
    • Zagreus
  12. 12.

    Ich fasse mal die Analyse zusammen:

    Breivik wurde durch den Islamhass, den er richtig verstanden hat, radikalisiert,
    und Al Kaida wurde durch Islampredigten, die Al Kaida (Bin Laden & Co) falsch verstanden haben, radikalisiert.

    • 19. April 2012 um 19:29 Uhr
    • FreeSpeech
  13. 13.

    @ FS

    Ne, breivik hat auf der basis des islamhasses, den er so verstanden hat, wie er in halt verstanden hat (es gibt kein richtig oder falsch hier – das sind doch alles keine logischen ableitungen), sich radikalisiert und den entschluss gefasst zur tat zu schrieten.
    Dasselbe kann man nun vom islam auch sagen – denn auch hier haben wir unterschiedliche lesarten und einige eignen sich einfach dazu, dass leute, die sie halt so verstehen , wie sie es halt tun (siehe wie bei breivik), sich radikalisieren und dann den entschluß zur tat fassen…

    • 19. April 2012 um 19:33 Uhr
    • Zagreus
  14. 14.

    @ Zagreus

    Das steht aber nicht so im Artikel.

    • 19. April 2012 um 19:34 Uhr
    • FreeSpeech
  15. 15.

    (ich beziehe mich nicht auf den FAZ-Artikel)

    • 19. April 2012 um 19:34 Uhr
    • FreeSpeech
  16. 16.

    „Wie oft hat man mir hier schon die Phantasie eines kommenden Bürgerkriegs vor Augen gestellt, der durch die islamische Einwanderung unabweisbar werde?“ (JL, Artikel)

    Weiß ich nicht, aber ich mach’s gern nochmal: Eine unbequeme Wahrheit des Falles Breivik ist, daß es ohne die Massenzuwanderung von Moslems nach Norwegen keine norwegische Antiislamszene und keinen Fall Breivik gäbe. Gäbe es chinesische Masseneinwanderung, gäbe es halt stattdessen eine Antischlitzaugenszene. Das war immer und überall so, und Sonntagsreden werden es nicht ändern. Wer „Vielvölkerstaat“ sagt, muß auch „Konflikt“ sagen, und wer keine Konflikte will, sollte tunlichst vermeiden, einen Vielvölkerstaat zu befördern. (oder ein großes und recht leeres Land haben)

    Breivik scheint einigermaßen intelligent und evtl. ein wenig psychoknacksig, die Gelehrten streiten sich da ja. Das trifft vermutlich auf abertausende junge Männer zu. Nichts in seinem Schriftwerk ist besonders originell, es gibt keine bizarre ideosykratische Idee, die darauf hinweisen würde, daß Breivik ein Solitär bleiben würde. Der Sprung vom Islamkritiker zum Kreuzritter à la Breivik ist nicht größer und origineller als der vom Moslem zum Jihadisten. In der Makrobetrachtung nur eine Frage der Zahlenanteile und in der Mikrobetrachtung der persönlichen Disposition und von ein paar zufälligen externen Umständen.

    In einem Land, wie z.B. Norwegen oder hier gilt: Mehr Moslems, mehr Jihadisten. Mehr Moslems, mehr Islamkritiker. Mehr Islamkritiker, mehr Breiviks. Mehr Breiviks, mehr Jihadisten. Mehr Jihadisten, mehr Breiviks. Mehr Jihadisten und Breiviks, noch mehr Konflikt. Und irgendwann ist die Wahl zwischen Konflikt und Bürgerkrieg eine brennende Frage in Sonntagsreden und alles Fingergezeige und aller semantischer und moralischer Tinnef war umsonst.

    Junge Männer als demografische Gruppe zu bändigen, mit Sonntagsreden oder mit Feuilltons, ist unmöglich. Daß nicht immer und überall eine barabarische Herrschaft junger Männer stattfindet, ist DIE originäre Zivilisationsleistung schlechthin und es grenzt an ein Wunder, daß es so oft funktioniert. Aber wehe, wenn man an der Firnis der zufriedenden Gesellschaft kratzt!

    • 19. April 2012 um 20:54 Uhr
    • Frl. Mensa
  17. 17.

    @FreeSpeech #14:

    „Das steht aber nicht so im Artikel.“

    Nicht wörtlich, aber genau wie Zagreus es darstellt, kam der Artikel bei mir ebenfalls rüber.

    In beiden Fällen kann man die Tat nicht von den zugrundeliegenden Ansichten/Ideologien/Weltbildern trennen.

    In beiden Fällen gab und gibt es jedoch

    1. Leute, die einen Zusammenhang kategorisch leugnen.
    2. Leute, die einen monokausalen Zusammenhang herstellen („die Islamkritik per se“ bzw. „der Islam per se“), um selbst jenen, die keinen mehschenfeindlichen Hass hegen, eine insgeheime Mittäterschaft zu unterstellen.

    Daher ist beidseitig eine genauere Differenzierung nötig, die Lau hier vornimmt. Gut wurde das ganze IMO kurz nach der Tat hier von Deniz Yücel destilliert:

    http://www.taz.de/Debatte-um-Islamkritik/!75317/

    Und ebendies lässt sich auch mit dem Islam tun, indem man sich die besonderen Eigenarten von AlQaida, Hamas, Sufis, Salafis, Ahmadiyya, Aleviten, usw. bewusst hält, während man berechtigte Kritik übt.

    • 19. April 2012 um 20:56 Uhr
    • NDM
  18. 18.

    1. Leute, die einen Zusammenhang kategorisch leugnen.
    2. Leute, die einen monokausalen Zusammenhang herstellen (“die Islamkritik per se” bzw. “der Islam per se”), um selbst jenen, die keinen mehschenfeindlichen Hass hegen, eine insgeheime Mittäterschaft zu unterstellen.

    D’accord für die ersten 2 Sätze.

    „um selbst jenen, die keinen mehschenfeindlichen Hass hegen, eine insgeheime Mittäterschaft zu unterstellen“ ist aber eine weitere Kategorie.

    • 19. April 2012 um 21:00 Uhr
    • FreeSpeech
  19. 19.

    Brevik war ein Faschist, der sich auch von sogennanten westlichen Verteidigern Israel inspirieren liess: Benard Levy und Pamela Geller u.a. Das verbindende Element war der Hass auf Moslems und die Furcht vor der Ausbreitung des Islam.
    Eine rationale Debatte über das Verhältnis des Westens zur islamischen Welt wird nicht leichter, wenn wir eine eskalierende Kriegstreiberei gegen den Iran fortsetzen, wie Netanyahu dies anlässlich des Holocausttages in Israel betrieb, mit einer Rethorik, die weder internationales Recht noch geschichtliche Fakten respektiert.
    (http://www.thedailybeast.com/articles/2011/07/25/norway-shooter-anders-breivik-s-zionism-in-line-with-pro-israel-european-right.html; http://www.jpost.com/Opinion/Columnists/Article.aspx?id=231485)

    • 19. April 2012 um 21:05 Uhr
    • linklater
  20. 20.

    @Jörg Lau

    Dieser Blogeintrag wirft mal wieder die spannende Frage auf wer genau mit „diesen Teil der “Islamkritik”“ gemeint ist.
    Also Wilders, Spencer, Geller und Stürzenberger gehören schonmal zur „bösen“ Islamkritik. Hirsi Ali und Kellek auch? Und wie isses mit Broder und Abdel Samad? Oder wie ist es mit Karl Marx:

    „Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist „harby”, d. h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen. “

    Arthur Schopenhauer:

    „Dieses schlechte Buch (der Koran) war hinreichend, eine Weltreligion zu begründen, das metaphysische Bedürfnis zahlloser Millionen Menschen seit 1200 Jahren zu befriedigen, die Grundlage ihrer Moral und einer bedeutenden Verachtung des Todes zu werden, wie auch, sie zu blutigen Kriegen und den ausgedehntesten Eroberungen zu begeistern. Wir finden in ihm die traurigste und ärmlichste Gestalt des Theismus. Viel mag durch die Übersetzungen verloren gehen; aber ich habe keinen einzigen wertvollen Gedanken darin entdecken können.“

    Oder Voltaire:

    „Ich gebe zu, daß wir ihn hoch achten müßten, wenn er Gesetze des Friedens hinterlassen hätte. Doch daß ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, daß er seinen Mitbürgern Glauben machen will, daß er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; Daß er sich damit brüstet in den Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben läßt, daß er, um diesem Werke Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, daß er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, daß er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben läßt : Das ist mit Sicherheit etwas, das kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn der Aberglaube hat ihm jedes natürliche Licht erstickt.“

    Herr Lau, sind diese Leute jetzt auch Vertreter der bösen Islamkritik oder gehören die zur guten und erlaubten und gleichzeitig so schrecklich unsichtbaren Islamkritik?

    • 19. April 2012 um 21:10 Uhr
    • Bellfruta87
  21. 21.

    Die Analogie sollte übrigens auch noch abgeklopft werden auf

    – Tötungskapitel im Zentralen Buch der Islamhasser
    – Finanzierung von Islamhass-Predigern
    – Terrorcamps der Islamhasser-Szene

    • 19. April 2012 um 21:13 Uhr
    • FreeSpeech
  22. 22.

    http://news.kuwaittimes.net/2012/04/19/bashir-recent-military-maneuvers-revive-spirit-of-jihad/

    Wer erklärt Herrn Bashir, dass er sich für sein Brudermorden einen anderen Vorwand suchen soll, als ausgerechnet eine Religion, die von Abermillionen friedlich gelebt werden will – und dass es sich bei jihad in Wahrheit um harmloses Beduinenjoga handelt ? Wie kann sich ein Regierungschef nur so über die Religion seines Volkes irren ?

    „Benjamin said that al-Bashir is carrying out “genocide” against Sudanese people in the Darfur, South Kordofan and Blue Nile regions of Sudan. He said al-Bashir’s words Wednesday were a warning that he would like to do the same in South Sudan. “Can they quote one war fought by the Republic of Sudan fought with any foreign country? They have always used their military artillery to kill the innocent people of Sudan as well as South Sudan,” Benjamin said.

    The International Crisis Group said in a new analysis yesterday that Sudan and South Sudan are “teetering on the brink of all-out war from which neither would benefit.”“

    • 19. April 2012 um 21:20 Uhr
    • Thomas Holm
  23. 23.

    Dann möchte ich noch auf Ihre Spiegelstriche eingehen Herr Lau.

    „-Wie oft hat man mir hier schon die Phantasie eines kommenden Bürgerkriegs vor Augen gestellt, der durch die islamische Einwanderung unabweisbar werde?“

    Ein Volk kann dauerhaft nur dann friedlich als eine Gesellschaft existieren wenn es sich mischt. Damit meine ich eine freundschaftliche Ebene und vorallem eine Kinder produzierende partnerschaftliche Ebene. Kommt es dazu nicht sind Probleme vorprogramiert. Schaut man sich verfügbare Ehestatistiken an, dann zeigen sich hier dramatische Unterschiede. Polen, Kroaten, Russlanddeutsche usw. haben eher kein Problem Deutsche oder andere Migranten zu heiraten. Bei Migranten aus islamich geprägten Ländern sieht die Lage anders aus. Auch in dieser Frage ist das entscheidende Integrationhindernis Islam. Denn bekanntlich verbietet der Koran Freundschaft zu „Ungläubigen“ und muslimischen Frauen ist auch die Heirat von Nicht-Muslimen verboten.

    „-Wie selbstverständlich wird immer wieder suggeriert, die Kriminalität jugendlicher Täter mit islamisch geprägtem Migrationshintergrund sei in Wahrheit bereits ein Teil dieser Auseinandersetzung “des Islams” mit “dem Westen”?“

    Auch dieses Phänomen hat etwas mit Parallelgesellschaft und deren Folgen zu tun. Wenn für muslimische Eltern nur das lesen eines einzigen Buches wirklich wichtig ist, dann brauchen sie sich nicht zu wundern wenn das Kind aufgrund von fehlender Bildung und Perspektiven am Rande der Gesellschaft steht und kriminell wird. Eine ansonsten in manchen islamischen Kreisen anzutreffende Legitimation bei „Ungläubigen“ ruhig auch klauen zu können, hilft dann auch nicht gerade Gesetzestreue zu fördern.

    „-Geradezu zum guten Ton gehört in all diesen Auseinandersetzungen das Geschimpfe gegen die linksgrünen Gutmenschen (“Gutis”), die als nützliche Idioten der Machtergreifung des Islams in Europa vorarbeiten. Auch mir ist schon wie anderen Kollegen am Internet-Pranger “Nürnberg 2.0.” vorgeworfen worden, ich betriebe “Lobbyarbeit für eine fremde Macht”.“

    Bekanntlich ist dem Islam ein sekularer Staat und allem was daraus folgt, so fremd wie dem Kommunismus der Schutz privaten Eigentums. Und speziell der „Arabische Frühling“ wird das weiter verdeutlichen. Wie kann man nur ernsthaft glauben der Islam hier wäre anders und würde anderes hervorbringen. Selbst die prägende Kraft des Begriffs „Euroislam“ , Bassam Tibi, glaubt nicht mehr an die Chance auf einen solchen Euroislam. Leute wie sie Herr Lau widersprechen dem gesunden Menschenverstand wenn sie glauben Islam würde hier zu anderen Konseqeunzen führen als in den Ländern, die in den letzten 1400 Jahren bereits islamisch „bereichert“ wurden. Oder um es mit Einsteins Worten zu sagen: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“

    „-Das Feindbild Multikulturalismus als gezielt betriebene Selbstaufgabe des Westens ist ein ideologischer Kernbestandteil der Islamhasserszene.“

    Ich habe mich ja schon fast davon verabschiedet dass Deutschland dauerhaft so etwas wie eine domnierende deutsche Identität und Kultur bewahren kann. Vielmehr geht es im Hinblick auf bestimmte Stadteile deutscher Großstädte eher darum den Multikulturalismus zu verteidigen, zukünfitig wohl ganzer Städte und Regionen. Denn dort herrscht zunehmend islamische Monokultur, so wie Multikuli langfristig immer da abgelöst wurde, wo Islam Einzug hielt.

    „Die Stilisierung “des Islams” zur völkermörderisch totalitären Ideologie, gegen die Widerstand geleistet werden müsse – das ist die zentrale Botschaft der Wilders, Spencer, Geller und Stürzenberger.“

    Totalitär könnte man auch mit ganzheitlich oder allumfassend übersetzen. Und genau das ist Islam, denn er mischt sich praktisch in jeden Lebensbereich ein. Von Essen und Kleidung über die Gestaltung des Tagesablaufs und der Schlafzeiten, bis zur Partner- und Freundschaftswahl usw… Zusammengefasst nennt man das dann Scharia. Was den Begriff „völkermörderisch“ betrifft, so ist der so falsch nicht gewählt. Mohammed, das bekanntlich beste Vorbild für einen Moslem ist, hatte zu verantworten das Medina unter seiner Herrschaft frei von Juden wurde. 2 der 3 jüdischen Stämme ließ er vertreiben und beim letzten Stamm wurden alle männlichen Mitglieder enthauptet und der Rest wurde versklavt. Den nicht-muslimischen Mekkanern erging es ähnlich. Nach der gewaltsamen Eroberung durch Mohammed und seine Anhänger wurde Mekka recht schnell Ungläubigenrein. Und dieses Phänomen ist in einem gewissen Grad, mal schneller mal langsamer, überall da zu beobachten, wo Islam Einzug erhält. Heute schon gibt es praktisch keine Juden mehr in islamisch dominierten Staaten, und mit Christen wird es in absehbarer Zeit ähnlich sein.

    • 19. April 2012 um 21:28 Uhr
    • Bellfruta87
  24. 24.

    @Bellfruta87

    Das ist zwischen

    1. Leute, die einen Zusammenhang kategorisch leugnen.
    2. Leute, die einen monokausalen Zusammenhang herstellen (“die Islamkritik per se” bzw. “der Islam per se”), um selbst jenen, die keinen mehschenfeindlichen Hass hegen, eine insgeheime Mittäterschaft zu unterstellen.

    .. und gilt darum (es gibt gar kein Dazwischen) als 2.

    • 19. April 2012 um 21:44 Uhr
    • FreeSpeech
  25. 25.

    Hat eigentlich schon jemand gedroht, Linke umzubringen, wenn Breivik verurteilt wird?

    Sicherlich. Ständig wird damit gedroht „Volksfeinde“ der „gerechten Strafe“ zuzuführen. Nürnberg 2.0 ist dafür ein schönes Beispiel und auch auf Seiten wie PI wird ständig hyperventiliert,was man mit „den Linken“ alles ach so gerne anstellen würde. Die imaginierte „Linke“ reicht dabei von Antifa bis zum linken Flügel der CDU. Alles Volksfeinde, ausser Mama.

    Und dann findet sich jemand, der wirklich den Abzug drückt und niemand will es gewesen sein.

    • 19. April 2012 um 21:45 Uhr
    • Limited
  26. 26.

    @Limited

    Danke.

    Haben Sie konkrete Links und Stellen, wo jemand droht, Linke umzubringen, wenn Breivik verurteilt wird?

    • 19. April 2012 um 21:51 Uhr
    • FreeSpeech
  27. 27.

    @Limited

    Nürnberg 2.0 halte ich übrigens für justiziabel, sobald es gescheite Gesetze zu Stalking und Cybermobbing gibt.

    • 19. April 2012 um 21:58 Uhr
    • FreeSpeech
  28. 28.

    Oder wie ist es mit Karl Marx:

    Oh boy. Jetzt muss ich ihnen gestehen, mein Mutter ist fromme Lutheranerin, wie auch ich früher. Und ich bereue nichts, seine Lyrik bezügl. Kirchenliedgut ist noch heuer unübertroffen. Bin ich ein Antisemitenschwein?

    Nur mal angenommen, dieses völlig beknackte Namedropping von ihres Kontextes brutal entleibten Figuren sollte irgendein Zweck haben, dann welchen? Lautet der Kontext vielleicht: Broder ist wie Schopenhauer, Hamad ist gleich einem Voltaire?

    Oder konnten sie sich einfach die Gelegenheit nicht entgehen lassen, unter dem Deckmantel historischer Versatzstücke einfach nochmal ihre widerlichsten Ressentiments rauszuhauen?

    Da letzteres profaner ist, wähle ich Option zwei. Und das ihnen beim „Kamelhändler“ einer abging, ist so wahrscheinlich wie ein „Ü“ beim türkischen Glücksrad.

    Aber ich mache es ihnen leicht, mich auch zu verachten: Ich fahre Ford.

    Btw.: Man kann Broder lächerlich finden, so wie ich. Und sicher werden ihn andere fürchterlicher finden, ich vermute, weil sie seine Witze tief drinnen lustig finden und deshalb ein schlechtes Gewissen haben (ich kann das nicht beurteilen, da ich unlustig finde).

    Aber auch ich würde Broder, nicht so sie sie hier, wenn sie Marx, Schopenhauer und Voltaire auf Tüddelüh reduzieren, zumindest soviel Achtung entgegenbringen, das ich ihn nicht zum Porno-Schriftsteller reduziere. Bei Herre sieht das dann schon anders aus, aber das sieht Broder mitlerweile wohl genauso wie ich.

    • 19. April 2012 um 21:59 Uhr
    • Boothby
  29. 29.

    @Früchtchen

    • 19. April 2012 um 22:00 Uhr
    • Boothby
  30. 30.

    @FS

    Hat eigentlich schon jemand gedroht, Linke umzubringen, wenn Breivik verurteilt wird?

    Apologetik swiss edition?

    • 19. April 2012 um 22:15 Uhr
    • Boothby
  31. 31.

    @Frl.

    Wer “Vielvölkerstaat” sagt, muß auch “Konflikt” sagen, und wer keine Konflikte will, sollte tunlichst vermeiden, einen Vielvölkerstaat zu befördern. (oder ein großes und recht leeres Land haben)

    Ein Dilemma, wenn man sich die demographische Entwicklung anschaut in diesem kleinen dicht besiedelten Land.

    Entweder „Deutschland schafft sich ab“ oder „Deutschland schafft sich noch schneller ab“.

    • 19. April 2012 um 22:18 Uhr
    • Boothby
  32. 32.

    @Zagreus (8):

    ich meinte die linke hat keinen mörder gegenüber islamkritikern (oder gegenüber islamisten) in der letzten zeit hervorgebracht

    Vor knapp 10 Jahren (geht das als „in letzter Zeit“ durch?) wurde Pim Fortuyn ermordet. Der Mörder nannte als Gründe, Fortuyn habe die Muslime zu Sündenböcken gemacht und seinen Erfolg auf dem Rücken der schwächsten Gesellschaftsmitglieder aufgebaut – Sätze, wie sie auch von einem beliebigen linksliberalen Journalisten stammen könnten. Was ihn von diesen Verfechtern von völlig legitimen (!) Positionen unterscheidet, ist sein Glaube, diese Entwicklung müsse um jeden Preis aufgehalten werden. Notfalls mit tödlicher Gewalt.

    • 19. April 2012 um 22:22 Uhr
    • Arjen van Zuider
  33. 33.

    Breivik scheint … evtl. ein wenig psychoknacksig, die Gelehrten streiten sich da ja. Das trifft vermutlich auf abertausende junge Männer zu

    Vor dem Jahre 1977 hätte man da zwecks Besserung der Situation in Norwegen zur Sterilisation gegriffen:

    Finally in 1934, a law starting the sterilization program of the mentally ill (both voluntary and by force) was passed by the parliament – with only one single vote against. The law was active until 1977.

    http://heterodoxology.com/2010/04/11/eugenics-and-progressive-social-policies-in-norway/

    • 19. April 2012 um 22:26 Uhr
    • Publicola
  34. 34.

    @Boothby

    „Nur mal angenommen, dieses völlig beknackte Namedropping von ihres Kontextes brutal entleibten Figuren sollte irgendein Zweck haben, dann welchen?“

    Der Kontext ist immer total entleibt wenn der Inhalt dem eigenen Weltbild nicht entspricht. Ja was auch sonst. 😀

    „Lautet der Kontext vielleicht: Broder ist wie Schopenhauer, Hamad ist gleich einem Voltaire?“

    Nein, wenn Sie meinen Kommentar aufmerksam gelesen hätten, dann wüßten Sie das es um die Unterscheidung zwischen der „bösen“ und der „guten“ Islamkritik geht. Letztere gibt es faktisch nicht, aber Leute wie Herr Lau tun gerne so als gäbe es sie. Obwohl Herr Lau ja schon am eigenen Leib erfahren hat wie schnell man doch zum Islamophoben erklärt hat.

    „Oder konnten sie sich einfach die Gelegenheit nicht entgehen lassen, unter dem Deckmantel historischer Versatzstücke einfach nochmal ihre widerlichsten Ressentiments rauszuhauen?“

    Könnten sie bitte die mir vorgeworfenen Ressentiments präzisieren. Danke!

    „Und das ihnen beim “Kamelhändler” einer abging, ist so wahrscheinlich wie ein “Ü” beim türkischen Glücksrad.“

    Sie finden es doch nicht bereits politisch inkorrekt den ausgeübten Beruf des Islamerfinders zu erwähnen, oder? Das Sie in dieser Form auf dieses Wort eingehen, sagt mehr über Sie als über Voltaire oder mich.

    • 19. April 2012 um 22:27 Uhr
    • Bellfruta87
  35. 35.

    Eine unbequeme Wahrheit des Falles Breivik ist, daß es ohne die Massenzuwanderung von Moslems nach Norwegen keine norwegische Antiislamszene und keinen Fall Breivik gäbe.

    Eine unbequeme Wahrheit ist, daß es ohne die Überschwemmung Norwegen durch die gigantische Masse von ca. 4.000 Roma in Norwegen keine Sterilisation und Lobotomie gegeben hätte:

    At the beginning of the twentieth century there were an estimated 4,000 Roma in the country and various measures were put into effect at that time – through the so-called Vagabond Mission – to assimilate them into Norway’s agricultural society, including the forced removal of children from parents, and the setting up of work camps for travellers. In the 1930s the policy of ‚Norwegianization‘ gave rise to new laws for ‚dealing with‘ Roma, especially the one passed in 1934 that allowed for the enforced sterilization of Roma on both social (because they were unable to provide for children) and eugenic (because they were ‚inferior‘) grounds.

    While Roma were not, like the Jews, deported to the camps during the Nazi occupation of Norway, the legal abductions of children, sterilizations, sometimes castrations and later, in the 1940s, lobotomies continued long after the war.

    Other measures were also introduced including the law, in 1953, that forbade travellers from owning horses.

    It was … not until 1988 that all special legislation concerning Roma was removed from the statute books.

    http://www.axt.org.uk/antisem/countries/norway/norway.htm

    • 19. April 2012 um 22:36 Uhr
    • Publicola
  36. 36.

    @Früchtchen

    Der Kontext ist immer total entleibt wenn der Inhalt dem eigenen Weltbild nicht entspricht. Ja was auch sonst.

    Wenn sie den Relativismus so ausgiebig frönen wollen, heißt das noch lange nicht, sie wären gezwungen, alle Relationen fahren zu lassen.

    Weder Marx noch Schopenhauer noch Voltaire sind in die Ideengeschichte (sie wissen schon, der Steinbruch, aus dem sie ihren Marmor schlagen wollen) eingegangen, weil sie Islamophobiker waren. Und das ist auch nicht der Grund, weshalb sie irgendwas von einem verarmten Schnurrer in London, einem Misanthropen oder einem exilierten französischen Dramaturgen gehört hätten. Und aus dem selben Grund müssen sich Protestanten auch nicht anhören, sie wären Antisemiten, obwohl der Stifter dieser heute 700mio Menschen umfassenden Gemeinde eben das war: Ein übler Judenhasser. Aber wer braucht Kontexte.

    Nein, wenn Sie meinen Kommentar aufmerksam gelesen hätten, dann wüßten Sie das es um die Unterscheidung zwischen der “bösen” und der “guten” Islamkritik geht.

    OK, dann mal los: Sie finden, Wilders, Spencer oder Geller wären böse Islamkritiker? Lassen sie sich ruhig Zeit, aber meine Vermutung ist, die sollen auf dem Marxvoltaireschopenhauer-Express trittbrettfahren. Nur zu, überraschen sie mich. Aber kein Schwurbel; klar und deutlich.

    Könnten sie bitte die mir vorgeworfenen Ressentiments präzisieren. Danke!

    Der Vorwurf besteht darin, das sie ihre vorgeblich feingeistige Zitationen auch hätten weglassen können. Zitieren sie einfach „Belfrutta“. Reicht völlig. Gibt dann auch Spiel nach oben.

    Sie finden es doch nicht bereits politisch inkorrekt den ausgeübten Beruf des Islamerfinders zu erwähnen, oder?

    Testfrage? Ich habe kein Problem mit PC. Gibt Exzesse, aber PI finde ich schlimmer.

    Das Sie in dieser Form auf dieses Wort eingehen, sagt mehr über Sie als über Voltaire oder mich

    Sie und Voltaire?

    Sei’s drum. Wenn sie mal ein Kind durch etliche Gebäude in Europa führen, und das Kind fragt sie „wieso hängt der Mann am Kreuz da in der Luft“, sagen sie einfach, „der war Zimmermann“. So wird europäische Identität geschaffen.

    • 19. April 2012 um 23:33 Uhr
    • Boothby
  37. 37.

    @Boothby

    „Und das ist auch nicht der Grund, weshalb sie irgendwas von einem verarmten Schnurrer in London, einem Misanthropen oder einem exilierten französischen Dramaturgen gehört hätten.“

    Meine Güte Herr Boothby, nur weil diese Herren ein paar zutreffende, aber kritische Worte über die Ideologie Mohammeds verloren haben, schreiben sie in dieser abfälligen Art über diese bedeutenden Europäer?
    Sie werden diese Zitate nicht wegbekommen, weder durch Kontextgeschwafel noch durch Verächtlichmachung der Personen.

    „OK, dann mal los: Sie finden, Wilders, Spencer oder Geller wären böse Islamkritiker? “

    Haben Sie es wirklich immer noch nicht begriffen? Versuchen Sie es doch nochmal.

    „Der Vorwurf besteht darin, das sie ihre vorgeblich feingeistige Zitationen auch hätten weglassen können. Zitieren sie einfach “Belfrutta”. Reicht völlig. Gibt dann auch Spiel nach oben.“

    Es geht um die „widerlichsten Ressentiments“ die ich angeblich raushaue. Also nennen Sie ein paar konkrete Beispiele, sonst wirken ihre pauschalen Unterstellungen wenig überzeugend.

    „Wenn sie mal ein Kind durch etliche Gebäude in Europa führen, und das Kind fragt sie “wieso hängt der Mann am Kreuz da in der Luft”, sagen sie einfach, “der war Zimmermann”. So wird europäische Identität geschaffen.“

    Och wenn ich weit aushole um die Frage des Kindes zu beantworten, dann erwähne ich vielleicht sogar das Jesus Zimmermann war. Warum auch nicht, genauso hat Voltaire auch nur erwähnt das Mohammed Kamelhändler war.
    Das Sie damit so ein Problem haben und so darauf „abgehen“ ist bezeichnend. Wie kann man nur einen Kamelhändler Kamelhändler nennen. Das geht nicht, vorallem beim Islamerfinder nicht.

    Hier noch ein Video Herr Boothby, nur für Sie! http://www.youtube.com/watch?v=vGDakHEIkEw

    • 20. April 2012 um 00:43 Uhr
    • Bellfruta87
  38. 38.

    Schopenhauer: der Ekek der deutscheon Philosophie.

    • 20. April 2012 um 00:47 Uhr
    • Unermüdlich
  39. 39.

    @Publicola, 34
    „Eine unbequeme Wahrheit ist, daß es ohne die Überschwemmung Norwegen durch die gigantische Masse von ca. 4.000 Roma in Norwegen keine Sterilisation und Lobotomie gegeben hätte:“

    Da sehen Sie mal auf was für Ideen Leute kommen, selbst in gesitteten Gesellschaften wie Norwegen vor hundert Jahren. 4.000 sind übrigens 2% der damaligen Einwohner. Warum also solche Umstände herbeiführen wollen?

    • 20. April 2012 um 00:59 Uhr
    • Frl. Mensa
  40. 40.

    0,2% natürlich.

    • 20. April 2012 um 01:00 Uhr
    • Frl. Mensa
  41. 41.

    @Früchtchen

    Von mir aus EOD. Weder habe ich Bock, mich mit ihrer Kommunikationsstörung zu Befassen, noch mit ihrem Menschenhass.

    • 20. April 2012 um 01:30 Uhr
    • Boothby
  42. 42.

    @FS #23:

    „(es gibt gar kein Dazwischen)“

    Das ist nicht von mir. Damals hatte ich es so formuliert:

    „Seinerzeit wurden auf der einen Seite alle Muslime, der Islam als ganzes und die Einwanderung als solche für die Tat verantwortlich gemacht. Zugleich gab es – möglicherweise als Reaktion auf die Pauschalisierungen – Stimmen, die versuchten, die Tat vollständig aus dem politischen Kontext zu lösen, in dem sie entstand. Und es gab die wichtigen Grautöne dazwischen.“

    http://kruppzeuch.wordpress.com/2011/07/30/portrait-eines-genres/

    • 20. April 2012 um 03:53 Uhr
    • NDM
  43. 43.

    Ach. Bevor hier jemand meint, ich sei auf Klicks scharf, hier Copypaste:

    Obgleich der Anlass traurig ist, ist es in der Sache notwendig:
    In der taz findet sich ein gelungener Versuch, die Islamkritiker-Szene zu portraitieren und einzelne Strömungen voneinander zu differenzieren. Dies ist notwendig, um den Attentäters von Oslo nicht Denkströmungen zuzuordnen, von denen er im Kern sogar weit entfernt ist.

    Einleitend geht es dabei um die plötzliche “Differenzitis” nach einem schweren Verbrechen, die da sagt, man solle die Tat eines politischen “Einzeltäters” nicht mit seinen politischen Ansichten und Loyalitäten in Verbindung bringen, sondern die Tat als die Tat eines einzelnen begreifen und rein psychologisch betrachten. Die Rede ist von den Reaktionen auf den politischen Mord an den niederländischen Regisseur Theo van Gogh im Jahre 2004.

    Diese Einleitung ist deshalb wichtig, da sich nun eine sehr ähnliche Diskussion abspielt. Nur sind die Rollen heute andere. Seinerzeit wurden auf der einen Seite alle Muslime, der Islam als ganzes und die Einwanderung als solche für die Tat verantwortlich gemacht. Zugleich gab es – möglicherweise als Reaktion auf die Pauschalisierungen – Stimmen, die versuchten, die Tat vollständig aus dem politischen Kontext zu lösen, in dem sie entstand. Und es gab die wichtigen Grautöne dazwischen.

    Und genau so ist es heute auch.

    Es existieren sehr unterschiedliche Reaktionen von Seiten “der” Islamkritiker. Und das ist nachvollziehbar, denn “Islamkritik” existiert ja im Grunde nicht als einheitliches und definiertes Milieu mit einer klaren Parteipräferenz und Ideologie. Deniz Yücel versucht in seinem Artikel, Unterschiede zwischen einzelnen Strömungen zu beschreiben, und findet dabei heraus, dass diese unterschiedlichen Strömungen einerseits inkompatibel zueinander sind, dies jedoch in der Vergangenheit nur von wenigen klar und deutlich kommuniziert wurde.

    Dies führte zu einer Form von Querfrontbestrebung, die Menschen aller ideologischen Lager unter einem Dach vereinen sollte. Das ist mittlerweile – zum Glück und hoffentlich dauerhaft – etwas anders.

    Yücel legt hierbei dar:

    Formuliert wurde die Islamkritik jedenfalls, bevor sie zum Volkssport im Internet wurde, vornehmlich von liberalen Intellektuellen, darunter vielen, die sich einst der (radikalen) Linken zugerechnet hatten und sich zuweilen immer noch als Linke verstanden
    (…)
    Eine deutsche Besonderheit war die linksradikale Islamkritik, wie sie von Vertretern der “antideutschen” Strömung nach 9/11 oft unter Berufung auf die – von Breivik verhasste – Kritische Theorie in der Zeitschrift Bahamas und teilweise in der Wochenzeitung Jungle World(deren Redakteur der Autor dieser Zeilen von 2002 bis 2007 war) formuliert wurde. Einige aus diesem Spektrum wie der Politikwissenschaftler Matthias Küntzel haben sich im Zuge der Islamkritik von marxistischem Gedankengut abgewandt, andere nicht.
    (…)
    Hinzu kamen Islamkritiker aus (rechts)konservativen oder christlichen Kreisen, wie der frühere FAZ-Redakteur, Buchautor und spätere Mitgründer des Vereins “Pax Europa” Udo Ulfkotte in Deutschland oder der katholische Religionswissenschaftler und Betreiber des Blogs”Jihad Watch” Robert Spencer in den USA.

    Hinzu kamen schließlich Figuren vom rechten Rand wie der heutige FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian Strache, die ihr altes Credo “Ausländer raus!” durch “Moslems raus!” ersetzten (und den Antisemitismus zurückstellten, weil sie nun in Israel einen Bündnispartner im Kampf gegen Islam erkannten.)

    Es gibt heute also Kritik am Islam bzw. seinen radikalen Ausformungen von:

    (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
    – Anhängern der kritisierten Religion
    – Ex-Anhängern der kritisierten Religion
    – Vertretern anderer Gruppen, die durch den Islamismus gefährdet sind
    – Linksradikalen
    – Liberalen
    – Engagierten Atheisten
    – Engagierten Anhängern anderer Religionen
    – Rechtsradikalen

    Diese Ausdifferenzierung ist keine Verharmlosung. Natürlich ist die Tat Breiviks eindeutig “islamkritisch” motiviert. Nichts anderes geht ihm durch den Kopf als “der Islam”(in demographischer Hinsicht). Und es täte allen Islamkritikern gut, sich nicht zu vorschnellen Abwehrreaktionen verleiten zu lassen, und insbesondere “Islamkritikern” täte es gut, einfach mal die Klappe zu halten.

    Die Differenzierung ist notwendig, wenn man den Taten Breiviks wenigstens im Groben auf den Grund gehen möchte, und auch zur Ehrenrettung rationaler, humanistisch orientierter Kritik. Und das geht eben nicht, indem man sämtliche kritischen Äußerungen über einen Kamm schert und der Tat zuordnet(das tun auch nur sehr wenige). Das geht auch nicht, indem man sich einzelne prominente Autoren als Sündenbock herausfischt, um demonstrativ auf sie einzudreschen. Beides ist wenig sinnvoll und übertrieben. Letzteres sogar unverantwortlich. in mehrerlei Hinsicht. 1. Ist die Benennung irgendwelcher Namen im Zusammenhang mit solch großen Verbrechen unverantwortlich gefährlich und 2. Kann dies zum Einigelungseffekt führen, der jede Form der kritischen Selbstbetrachtung verunmöglicht.

    Es kann also nicht um “alle” gehen, und auch nicht um ein, zwei oder drei Autoren. Es sollte darum gehen, die Geisteshaltung und –strömung zu verorten, auf der die tatsächlich existierende Form eliminatorischer “Kritik” gedeiht, die zuendegedacht auf die Verachtung menschlichen Lebens hinausläuft, die Breivik in die Praxis umgesetzt hat.

    All die genannten Strömungen haben eigene Gründe für ihre Kritik. Man kann sie gutheißen, man kann sie ablehnen, aus welchen Gründen auch immer. Das ist kein Grund zum Handeln, sondern zunächst einer zum Reden. Wichtig ist, welche Gründe und Ziele Breivik für seine Tat hatte, und die sind mit kaum einer der genannten Strömungen vereinbar.

    Breivik sieht sich selbst der letzten der oben genannten Strömungen zugehörig, der politischen rechten. Er bekennt sich zu sämtlichen völkisch-national bzw. ethnopluralistisch ausgerichteten Parteien in Europa, von FPÖ, über SVP, NPD bis hin zu Jobbik, und er argumentiert weitgehend in deren Sinne – entlang der kleinsten Schnittmenge all dieser Parteien: Anti-Einwanderung(am Islamthema festgemacht) und Anti-EU. Und in solchen Parteien bzw. in deren Umfeld herrscht ein überaus rauer Ton. An eine aus diesem Umfeld kommende kämpferische Rethorik, die bis hin zu Deportations- und Vernichtungsrethorik gegen “Fremde” und politisch andersdenkende reicht, hat man sich mittlerweile beinahe schon gewöhnt. Bis sie jemand beim Wort nahm.

    Aber es ist nicht nur die aggressive Rhetorik, sondern auch der aggressive Inhalt, das Narrativ. Eine der Quellen, auf die sich Breivik bezieht, redet des Öfteren von einem “Bürgerkrieg”. Solche Bürgerkriegsphantasien gehören zu den genuinen Glaskugelprophezeiungen der “Neuen Rechten”. Ein solcher Bürgerkrieg sei natürlicherweise im Menschen angelegt und entfalte sich, sobald sich mehrere Ethnien in einem geographischen Gebiet aufhalten. In der Rechten wird ein solcher Krieg also geradezu herbeisehnt und herbeigeredet, und ihm solle sich am Ende auch “Europas Neuordnung” anschließen: Ein “Europa der Nationen”, fein säuberlich horizontal nach Stand sowie vertikal nach Ethnie sortiert. Dieser “Neuen Rechten” schwebt damit nichts anderes vor, als den NPD-Nazis. Die meinen im wesentlichen genau das selbe, nennen es jedoch “Rassenkrieg”.

    An dieser Stelle gilt zudem festzuhalten: Die Rechte/Neurechte Verwendung des Begriffs “Islam” ist deckungsgleich mit der rechten Verwendung des Begriffs “Orientalisch/Asiatisch” – ersteres klingt jedoch nicht rassistisch und ist somit “politisch korrekt”. Daher wird die altrechte Argumentation als über diesen Weg gut im Mainstream platzierbar erachtet.

    Diese Argumentation besteht in erster Linie aus der Kollektivstigmatisierung des “Fremden”(hier: des demographischen Islam). Diese Stigmatisierung geht auch ganz leicht, denn Argumente werden am laufenden Band geliefert: Themen der liberalen Kritik (z.B. am politischen Islamismus, am Jihadismus, am rechtskonservativen Patriarchat, etc.) werden hierbei durch die rechten ganz einfach dazu genutzt, um “den Orientalen an sich, wie er halt ist, bleibt und abzulehnen ist” zu beschreiben, und zwar in ständiger Wiederholung und mit ständigem Verweis auf eine vermeintliche “Täterschaft” der linken und liberalen (Damit sind auch friedliebende Christen und Juden gemeint) an der multiethnischen Realität. Das ist das inhaltliche Element des Rechtspopulismus. Auf diese Weise wird liberale Kritik zu rassistischer Stigmatisierung umfunktioniert – und es funktioniert. Ziel ist dabei nicht die kritische Reflexion seitens islamischer Verbände und Einzelpersonen(auch wenn sie bisweilen erfolgt), sondern Kollektivablehnung von Seiten der Mehrheit. Mehr nicht. Durch stete Wiederholung und Generalisierung von kollektiven Negativzuschreibungen soll eine gesellschaftliche Grundstimmung erreicht werden, die… STOPP!

    Stopp. An dieser Stelle befindet sich die Gesellschaft gegenwärtig und sieht der Konsequenz ins Auge. Die Zukunft ist jedoch offen. Aber eines sollte nicht offen bleiben, und daran sollten alle menschenfreundlichen Kräfte mitarbeiten: Dass eine solche Tat nicht noch einmal geschieht.

    • 20. April 2012 um 03:58 Uhr
    • NDM
  44. 44.

    @ NDM – (sehr) guter Text!

    • 20. April 2012 um 06:08 Uhr
    • Publicola
  45. 45.

    “ … Von den zurzeit vier Millionen Muslimen in Deutschland sind die Hälfte Frauen und Mädchen … Einem Mann ist auf der Straße oder am Arbeitsplatz oft ebenso wenig wie einem Heranwachsenden in der Schule anzusehen, dass er ein Muslim ist;
    die Zahl derjenigen, die sich durch Kleidung und Habitus unübersehbar von der deutschen Gesellschaft absetzen,
    ist im Vergleich zur Gesamtzahl der Männer äußerst gering.

    Augenfällig anders ist es bei den Frauen und Mädchen.
    Solange die sichtbare Hervorhebung ihrer muslimischen Eigenartigkeit aus dem freien Entschluss der Frauen folgt,
    können weder der Innenminister noch die übrigen Bürger etwas daran auszusetzen haben.

    Doch gibt es viele Belege und noch mehr Vermutungen, dass
    Frauen und Mädchen von ihren selbst unauffälligen Männern und Vätern, ja sogar Brüdern gedrängt werden,
    sich schon von der Kleidung her als Muslima zu bekennen.

    Noch fragwürdiger sind die Fälle, in denen
    Mädchen nicht so leben dürfen, wie es der allgemeinen Lebensart in Europa entspricht,
    also nicht am Schwimmunterricht oder an Freizeitveranstaltungen der Mehrheitsbevölkerung teilnehmen dürfen. …

    Das erschwert dann so manches Mal die Eingliederung muslimischer Frauen in den Arbeitsmarkt,
    was oft wiederum die vertiefte Segregation zur Folge hat.

    Der Islam in Deutschland hat eine ungeahnte Bandbreite,
    von Agnostikern islamischer Herkunft bis zu Verfechtern des Gottesstaates.

    Das Kriterium für die Integration aller Muslime
    kann daher

    nicht ihre religiöse Ausrichtung, sondern
    nur ihr Verhältnis zu Buchstaben und Geist des Grundgesetzes sein.“

    aus: ‚Die Stellung im Alltag‘
    Von Georg Paul Hefty
    FAZ – 19.04.2012
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/islamkonferenz-die-stellung-im-alltag-11722654.html

    • 20. April 2012 um 06:22 Uhr
    • Publicola
  46. 46.

    Merkwürdig nur: Wenn das gleiche über die Taten islamistischer Attentäter gesagt wird – dass der Islam nur eine Scheinlegitimation für Mordlust aus anderen Motiven hergebe -, dann setzt das große Hohngelächter ein
    Breivik ist ein Einzelner, während es weltweit in den letzten 10, 20 Jahren tausende islamistische Attentäter gegeben hat.

    Man muss es auch so sehen:
    Wenn die „Islamhasser“ zu den neuen Nazis hochgejazzt werden, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Bürger zur Selbstjustiz greifen, um den Anfängen zu wehren.
    Siehe z.B. den Anschlag mit Molotovcocktail auf Statdkewitz und seine Familie.

    http://www.berliner-zeitung.de/archiv/brandanschlag-aufs-haus-des-pankower-cdu-kreischefs—staatsschutz-ermittelt–haetten-wir-geschlafen–waeren-zwei-kinder-tot-,10810590,10410330.html

    Das hat eine ganz andere Qualität, als eine Internetseite wie Nürnberg 2!!

    • 20. April 2012 um 06:59 Uhr
    • Peter68
  47. 47.

    Wenn Breivik aufgrund seines apokalyptischen Weltbildes – in dem es gilt, einem alles verschlingenden Multikulturalismus auch mit Waffengewalt zu wehren – psychotisch ist und an paranoider Schizophrenie leidet, dann bewegen sich viele, die ihr Gift in den entsprechenden Foren verspritzen, ebenfalls am Rande der Geisteskrankheit

    Sorry, das ist halt keine Frage Ihrer Einschätzung.
    Lassen Sie das die verantwortlichen Mediziner entscheiden.

    • 20. April 2012 um 07:03 Uhr
    • Peter68
  48. 48.

    @Peter68:
    „Man muss es auch so sehen:
    Wenn die “Islamhasser” zu den neuen Nazis hochgejazzt werden, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Bürger zur Selbstjustiz greifen, um den Anfängen zu wehren.“
    Keine Einwände! Würden die bekenennenden Islamhasser und ihre Verteidiger dieselbe Logik bitte auf Moslems anwenden? Wenn diese zu einer Gefahr für den Landfrieden hochgejazzt werden …
    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 20. April 2012 um 09:12 Uhr
    • ThorHa
  49. 49.

    @ Voltaire, Schopenhauer, Marx

    Problematisch an der Argumentation ist, dass die drei explizite Judenkritiker ware. Bei V und S ist die Islamkritik aus Judenkritik abgeleitet.

    Im Falle von V und M k¨onnte man einwenden, dass dieser Aspekt rezeptionsgeschichtlich wenig relevant ist, im Fall von S gilt das via Wagner nicht.

    • 20. April 2012 um 09:13 Uhr
    • Dochwiederda
  50. 50.

    @MR

    Im Falle von V und M könnte man einwenden, dass dieser Aspekt rezeptionsgeschichtlich wenig relevant ist, im Fall von S gilt das via Wagner nicht.

    Nicht alle Wagner-Fans sind verkappte Judenhasser. Ich bin kein Fan, würde aber ein gewisses Alleinstellungsmerkmal seiner Musik nicht leugnen.

    Laut der Dattel passiert hier genau dies: Die Kanzlerin demonstriert ihren Judenhass in Bayreuth.

    Und wenn man, wie die Dattel, zusamenhangslos Zitate stoppelt, hätte Max Weber seine Schrift auch „Die Geburt des Kapitalismus aus dem Geist des Judenhasses“ betiteln können, nehemn sie den späten Calvin.

    Das würde ewig so weitergehen, sie kennen bestimmt mehr Beispiele als ich.

    • 20. April 2012 um 09:48 Uhr
    • Boothby
  51. 51.

    @ Publicola

    Sind sie sich sicher, dass sie dem zustimmen wollen – wie es zu entnehmen ist durch ihren fettdruck dieses Unsinns? :

    Der Islam in Deutschland hat eine ungeahnte Bandbreite,
    von Agnostikern islamischer Herkunft bis zu Verfechtern des Gottesstaates.

    Das Kriterium für die Integration aller Muslime
    kann daher
    nicht ihre religiöse Ausrichtung, sondern
    nur ihr Verhältnis zu Buchstaben und Geist des Grundgesetzes sein.

    Der Islam …. vom Agnostiker islamischer Herkunft…

    Sie wollen also sagen, dass islam keine religion ist sondern jemand auch weiterhin angehöriger des islams , also ein moslem, ist und bleibt, auch dann wenn er z. b. zum Christentum übertritt oder eben agnostiker wird – also jemand, der nicht weis ob es einen gott überhaupt gibt – was zumindest beinhaltet, dass er nicht an die existenz eines konkreten Gotttes glaubt?

    Das hört sich an wie: der Jud ist ein Jud und bleibt Jud, auch wenn er selbst überhaupt nicht mehr gläubig ist oder zum protestantismus übergetreten ist –> ganz schlechte sache.

    Wollen sie sagen, dass der Islam ein kultur ist mit einem (pool von) bestimmten Wertvorstellungen und normen? – ich denke, das wird ganz arg schwer werden, und sie werden sich jedesmal auf die Herkunft bzw. Abstammung, also auf ein biologisches Element, zurückziehen müssen, um diese behauptung ohne Islam als Glaubenssystem aufrecht erhalten zu können.

    Wenn sie aber islam als ein Glaubenssystem anerkennen, dass von den vorherrschenden islamischen Verständnissen her (vom Begründungssystem für konservativen patriarchischen familien- und Kollektivauffassungen bis hin zu Wahabitismus und Salafismus) ein verhalten stützt, dass in zumindest Teilbereichen inkombatibel ist mit unseren Wertvorstellungen und Normen, funktioniert der Folgesatz nicht mehr (Das Kriterium für die Integration aller Muslime kann daher nicht ihre religiöse Ausrichtung, sondern nur ihr Verhältnis zu Buchstaben und Geist des Grundgesetzes sein.), da nun eben die religiöse Komponente nicht wegzudenken ist – denn über sie wird verhalten insofern ‚gesteuert‘ als es eben damit hergeleitet und begründet wird.

    Auch ist es — auch wenn es nun den ein oder anderen nicht schmecken wird – nicht mit dem „Buchstaben und Geist des Grundgesetzes“ getan – das ist eine fatale Illusion.
    Unsere gesellschaft funktioniert noch nach viel, viel mehr regeln , normen , ja gar vorstellungen und Narrativen, als ‚man‘ in allgemeine gesetze, die wir akzeptieren, packen könnte.
    „Die wir akzeptieren“ ist deshalb wichtig, weil man sich – siehe orwells 1984 – ja einen derart totalitäre Staat vorstellen könnte, in der über gesetze sich in alle lebensbereiche eingemischt wird.

    Dumme ist nur, dass wir das mit dem Islam (als Religion) in einer gewissen Hinsicht vorliegen haben.
    Die hinsicht ist über die scharia gegeben. Scharia kann nun sehr viel bedeuten – heruntergebrochen aber auf eine minimalste theoretische ebene kann man folgendes sagen:
    – Scharia ist ein Pool von Gesetzes (> 0), die als von gott (Allah) gegebene gesetze als unverhandelbar gesetzt werden.
    Diese Definition hat nun nichts mit einem rechtssystem zu tun, sondern geht nur auf jeweils einzelne unverhandelbare gesetze. D. h., jemand, ein sich als muslim begreifender mensch, der sein ganzes leben liberal ist, und nur ein einziges Mal in einer situation seine handlung als unverhandelbar setzt, weil sie ihm vom Allah so befohlen sei. genau in dieser einmaligen Situation hätten wir ‚Scharia‘.
    Unverhandelbar ist deshalb wichtig, weil ohne sie der gottes gesetzt-charakter verloren geht und zu einem zwischenmenschlichen austarieren sich wandelt – also letztendlich ‚gott‘ dabei nicht mehr notwendig ist, sondern höchstens noch als (verhandelbares) ‚argument‘ für eine Position auftritt.
    Die Quelle der scharia ist Allahs Wille – ob der jeweils behauptete wille nun tatsächlich in einem Buch aufzufinden ist oder so klar daraus hervorgeht, wie derjenige, der diesen willen als gesetzt über ihn kommuniziert, oder einfach nur ein fantasiegebilde ist, das sich mit nichts stützen lässt, spielt dabei keine Rolle in dem Moment, in dem er ein bestimmtes verhalten als unverhandelbar aufgrund Gottes Gesetzes in einer zwischenmenschlichen Situation setzt (er mag zu einem anderen Zeitpunkt eine andere Meinung haben, aber das ist dann eine neue Situation wieder).
    Nimmt man jetzt die Muslime als menschen, die an Allah (und mohammed) glauben, hat man den nächsten Pool – in ihm befinden sich von der spannbreite her leute, die nie ihr zwischenmenschliches verhalten mit Hilfe Gottes Willens bestimmen bis eben leute, die versuchen alles damit zu bestimmen (=als nicht verhandelbar setzten).
    Dieser Pool drückt dabei nicht einfach nur verschiedene theologische strömungen aus (von ankararer schule bis Wahabitismus), sondern vor allem beinhaltet er das Verhalten einzelner Individuen. Was dieses verhalten ist und sein wird, können wir nich wissen und fassen, aber wir können sagen, dass die einzelnen Individuen sich unterscheiden nach der häufigkeit des Auftretens von ‚Scharia‘ (siehe definition weiter oben) innerhalb des Pools – so dass man ‚schwerpunkte‘ von bestimmten gruppierungen darin festmachen kann, nach der häufigkeit der scharia-anwendungen.

    Das problem ist nun im Unterschied zu unseren ‚gesetzen‘ folgendes:
    Wir haben über unsere rechtsfindungsinstrumente (parament, BGH etc.) einen Pool von gesetzen, die für alle gleichermaßen gelten und die bestimmte bereiche erfassen (und andere nicht).
    Diese gesetze kann jeder nachlesen – und die gibt es und nicht mehr.
    Die ‚Scharia‘ (als einzelne regel) hingegen ist da etwas völlig anderes – sie beansprucht für denjenigen, der sie als unverhandelbar sett, absolute Gültigkeit. Die regel selbst ist aber nur eine mögliche regel aus einem Set von Regeln, weches von ihren theoretischen Anspruch her alle situationen des menschlichen lebens regeln, also auch alle Zwischnmenschliche Situationen. und in diesen Set sind regeln, die sich auch noch mit anderen regeln widersprechen (= verscheidene Auslegungen die alle jeweils als gottes wille kommuniziert werden können und die ein und dieselbe situation verschieden regeln).
    Die muslime nun ‚greifen‘ je nach situation und individuellem glaubensverständnis unterrschiedlich in dieses vom anspruch her totalitäre Set zu – und wenden die jeweiligen regeln in konkreten situationen an.
    Man hat also ein permanent unsicherheit, ob nun ein Muslim zulangt und in einer bestimmten zwischenmenschlichen situation ein bestimmtes Verhalten als gottes willen als unverhandelbar einfordert oder nicht.
    Ein Beispiel (ein teil beruht auf einer wahren begebenheit):
    zwei Nachbarschaftsvereine wollen sich jeweils zum nachbarschaftsfest treffen – wie jeweils in den jahren davor.
    In beiden vereinen sind Muslime und nicht-muslime enthalten.
    beide vereine haben sehr wenig geld, aber sie besitzen einen grill.
    Im einem verein wird wie bisher in beiden vereinen sowohl Bratwürstchen als auch anders gegrillt.
    Im anderen verein treten jetzt aber die Moslime auf und sagen, dass auf dem Grill nicht mehr Schweinefleisch (Bratwurst) gegrillt werden könne, da der grill sonst unrein wäre und sie davon nichts mehr essen könnten – es dürfe nur noch anderes Fleisch darauf gegrillt werden, denn nach ihrer religion hat Gott dies ihnen so vorgeschrieben (scharia).
    Nun kann sich der verein keinen zweiten grill leisten (ressourcen), und die nicht-moslime schätzen ihre Bratwurst schon.
    Aber die Moslime sind dieses jahr nicht mehr bereit Bratwürste zuzulassen und verhandlungsbereit sind sie auch nicht.
    ie soll es nun geregelt werden – über allgem. gesetzte? So a lá: die linke obere Ecke jedes grills darf nur mit Rindfleisch belegt werden und alle müssen dies akzeptieren? – Wohl kaum.
    Innerhlab des vereins?
    – Die nicht-muslime bekommen ihr Schweinefleisch nicht mehr, weil die moslime mit einer neuen Regel angekommen sind und nicht bereit sind zu verhandeln (es ist Gottes wille)?
    – Die Moslime werden gezwungen vom Grill zu essen, auch wenn auf ihn Bratwürste gegrillt werden, oder sie dürfen halt nicht mehr vom grill essen (= sehen sie sich religiös diskriminiert, der gril gehört ja auch ihnen als vereinsmitglieder)?
    – man lässt es mit dem nachbarschaftsfest und jeder feiert für sich, oder es gibt dort einfach für keinen mehr einen grill?

    –> ich denke, keine Lösung ist wirklich glücklich.

    Was wir also haben sind völlig alltägliche Situationen, in denen zwei ziemlich ähnliche vereine, in denen jeweils zwei gruppen miteinander eine resource teilen (den grill), einer der vereine ein problem bekommt, weil eine gruppe für sich ein unverhandelbarer (neuer) Umgang mit der Resource reklamiert, wärend dieses problem beim anderen verein, wo auch eine muslimischen gruppe mit einer nichtmuslimischen interagieren muss, nicht auftritt.

    Die eine vereinsgruppe greift ‚willkürlich‘ in das Set von möglichen regeln hinein und legt ein bestimmtes, nichtverhandelbares Verhalten fest (=wir können nciht von einem grill essen, auf den scheinefleisch gebraten wird – gott verbiete uns dies, unsere religion ist so!).
    –> das verhalten von Muslimen ist eben nicht vorhersehbar und somit berechenbar.
    Ein wesentlicher aspekt unserer allgem. gesetzgebung ist aber dies gerade: gesetztesanwendungen sind vorhersehbar (das gesetz gilt immer bis auf wohldefinierte Ausnahmefälle) und verhandlungen vor gericht sind bis zu einem bestimmten Punkt wirklich berechenbar (= wenn das gericht die tat als so und so wertet, dann kommt eine strafe heraus in diesen und jenen bereich).

    Mein grill-beispiel soll ein Muster verdeutlichen, dass massive probleme für unsere gesellschaft impliziert: die nichtvorhersehbarkeit von möglichen regelanwendungen aus einem theoretisch alle lebensbereiche vollständig abdeckenden Regel-set.
    Das muster besteht nun darin, dass jederzeit auf dieses set von einzelnen individuen über kleine gruppen bis theoretisch alle Muslime (wird nie wohl der fall sein) auf dieses set zurückgegriffen und regeln (inc. nicht vorhersehbare sogar) hervorgeholt werden kann, die in einzelnen zwischenmenschlichen Situationen als unverhandelbar gesetzt werden – und dies kann auch den kleinsten bereich betreffen.

    –> die folge ist, dass es andauernd immer mehr oder weniger zu reibungen kommen muss – denn es finden sich immer einzelne individuen (und mehr), die mit einem mal eine besondere verhalten für sich reklamieren, da dieses ihnen von gott so vorgeschrieben wäre (obwohl vielleicht die mehrheit der Moslime das nicht so sieht oder eben nicht so anwendet). Und wo haben wir denn die probleme – es sind oft probleme im alltag – ist es mit einem mal der schwimmunterricht, der nicht mehr geht oder nur noch in bestimmter kleidung, dann ist es das schulessen, dann wieder gebetszeiten, dann dies, dann das… – und ein sehr wichtiger aspekt ist dabei: resourcenaufteilung, der dann interessant‘ wird, wenn eine resource beschränkt ist.

    Und dies ist einer (es gibt noch einen anderen) Aspekt, warum das grundgesetzkonforme Verhalten nicht ausreicht – weil nämlich in vielen nicht von Gesetzen überhaupt erfassten Situationen (siehe ‚grill‘) über als absolut gesetzten regeln, die oder deren anwendung nicht vorhersehbar ist, verhalten bzw. resourcenumgang erzwungen oder determiniert wird bzw. werden kann.

    • 20. April 2012 um 09:50 Uhr
    • Zagreus
  52. 52.

    Wieso nennen Sie Heni Dattel?

    • 20. April 2012 um 09:54 Uhr
    • Dochwiederda
  53. 53.

    @ By

    Nicht alle Wagner-Fans sind verkappte Judenhasser. Ich bin kein Fan, würde aber ein gewisses Alleinstellungsmerkmal seiner Musik nicht leugnen.

    Da haben Sie recht, nur sollte man auch nicht vergessen, dass sich um ihn herum in Bayreuth ein weltanschauliche Gemeinde gebildet hat (Chamberlain).

    • 20. April 2012 um 10:01 Uhr
    • Dochwiederda
  54. 54.

    @ Boothby

    Im Falle von V und M könnte man einwenden, dass dieser Aspekt rezeptionsgeschichtlich wenig relevant ist, im Fall von S gilt das via Wagner nicht.

    Nicht alle Wagner-Fans sind verkappte Judenhasser. Ich bin kein Fan, würde aber ein gewisses Alleinstellungsmerkmal seiner Musik nicht leugnen.

    May, ich hätte nie gedacht, dass ich als mehr ‚kontinentalphilosophisch‘ ausgerichteteer mensch, der mit sprachanalytischer Philosophie nich tviel anfangen kann, dass jemals sagen müsste, aber sie benötigen dringend einmal einen besuch in einem Logik-seminar.

    es muss doch nicht gleich eine zwingende folge sein, nur weil rezeptionsgeschichtlich etwas, hier Schopenhauers Judenhass, bedeutsamer war als bei anderen.
    Statt immer dieses schwarz-weis-denkens würden sie besser mit einem wahrscheinlichkeitsdenken fahren.
    Stelen sie sich doch einfach einmal vor, dass dieser rezeptionsgeschichtliche verlauf via wagner nur die ahrscheinlichkeit erhöht, dass man unter wagner-fans Judenhasser antrifft.
    Das muss nicht viel heissen.
    Wenn sie moderne Musiker nehmen, sagen wir mal Tokyo-boys, die neben ihrer musik noch ein bestimmtes auftreten kultuvieren, wedren sie unter den fans auch einige finden, die ihren ‚heros‘ möglichst ähnlich werden wollen, anfangen sich ähnlich zu kleiden oder zu schminken. Aber das sind enige im vergleich zur masse derer, die (vielleicht) die Musik dieser gruppe schätzen.
    Auch unter den wagner-fans wird es einige geben, die aus verehrung ihrem ‚helden‘ gegenüber mehr noch annehmen von ihm als einfach die musik, sondern eben möglicherweise auch dessen meinung zum Judentum.
    Und da immer wider solche leute unter fans anzutreffen sind, kann man sagen, dass es einfach die wahrscheinlichkeit etwas erhöht hat, dass man eben Judenhasser (neben den normalen durchschnitt) dort häufiger wohl anzutreffen sind.

    • 20. April 2012 um 10:02 Uhr
    • Zagreus
  55. 55.

    @Boothby

    @FS

    „Hat eigentlich schon jemand gedroht, Linke umzubringen, wenn Breivik verurteilt wird?“

    Apologetik swiss edition?

    Wieso?

    • 20. April 2012 um 10:17 Uhr
    • FreeSpeech
  56. 56.

    Wieso nennen Sie Heni Dattel?

    Ich dachte da an eine Trockenfrucht, weiß jetzt aber nicht, was für ein Heni?

    Da haben Sie recht, nur sollte man auch nicht vergessen, dass sich um ihn herum in Bayreuth ein weltanschauliche Gemeinde gebildet hat (Chamberlain).

    Richtig, und der Ring ist in Israel wohl ein seltenes Vergnügen. Aber man muss auch mal auf dem Teppich bleiben können. Judenhass ist in der deutschen Geschichte nun mal eminent, und da gibt es kein Entrinnen, denn wenn man sich damit intensiv auseinandersetzt, hat man ja (lauschen sie ihrem Lieblingskabarettisten) einen „Judenknacks“.

    Vielleicht sollte man sich hier auf die Schrulligkeit konzentrieren:

    Mir fällt ein alter Spruch von Woody Allen ein: »Immer wenn ich Wagner höre, spüre ich den inneren Drang, in Polen einmarschieren zu müssen.« Spätestens bei der Zollabfertigung habe ich ernsthafte Bauchschmerzen: Ich werde den Ring sehen, das sind immerhin vier Opern. Werde ich der Versuchung, Polen zu erobern, am Ende der Götterdämmerung nicht widerstehen können? Doch was, zum Kuckuck, soll ich mit Polen? (…) »Da drinnen gibt es keine Klimaanlage«, lässt mich ein Mann wissen. »Sie werden schwitzen, aber das ist es wert. Sauerstoff gibt es auch keinen. Vor einigen Jahren sind ein paar Besucher an Hitzschlag gestorben. Man ließ die Leichname in den Sitzen, bis die Aufführung zu Ende war. Eine Wagner-Oper unterbricht man nicht.«

    http://www.zeit.de/2009/34/Bayreuth (ich weiß, sie schätzen dieses Presseorgan nicht)

    Auf keinen Fall aber sollte man Voltaire auf Islamophobie reduzieren. Und die Dattel tut das in einem derartig erratischem Maß, das ich annehme, das hat mit V. nix mehr zu tun, dert braucht nur noch Futter für seinen Menschenhass.

    • 20. April 2012 um 10:28 Uhr
    • Boothby
  57. 57.

    Wieso?

    Och, nur so. Ich stell‘ mich mal genauso doof wie sie.

    Meerschweinchen zeigen ein interssantes Verhalten: Mitunter stellen sie sich so tot, das sie sterben.

    • 20. April 2012 um 10:31 Uhr
    • Boothby
  58. 58.

    @NDM 42

    Ich gehe in der Grundannahme nicht einig mit Deniz Yücel.

    Nach der Lektüre von B.s Erguss komme ich zum Schluss, dass er eine heile Welt will, und dass da nur blonde Recken mit Singsang Platz haben. Und natürlich Mutti mit den weissen Handschuhen und Kinder mit weissen Socken.
    Die Muslime sind da, und so nimmt er die. Wären viele Marsmenschen da, nähme er die. Hätt’s keines von beidem, wäre er wohl Antisemit.

    Er hasst allerdings keine Ausländer, die im Ausland sind. Er hasst deren Anwesenheit in Norwegen. Es ist darum auch konsequent, dass er die Leute umbringt, die er für die Zuwanderung verantwortlich hält. Würde er die Ausländer als Ausländer hassen, dann würde er mE direkt diese erschiessen (so wie white suprematists in den USA Schwarze abknallen)

    • 20. April 2012 um 10:32 Uhr
    • FreeSpeech
  59. 59.

    @ Boothby

    Begründen können Sie also nicht, warum Sie die Frage stellen. Danke.

    • 20. April 2012 um 10:37 Uhr
    • FreeSpeech
  60. 60.

    .. die Frage, die wohl eine Unterstellung ist.

    • 20. April 2012 um 10:38 Uhr
    • FreeSpeech
  61. 61.

    May, ich hätte nie gedacht, dass ich als mehr ‘kontinentalphilosophisch’ ausgerichteteer mensch, der mit sprachanalytischer Philosophie nich tviel anfangen kann, dass jemals sagen müsste, aber sie benötigen dringend einmal einen besuch in einem Logik-seminar.

    Z.

    Ich fürchte, bin ich gar nicht Satisfaktionsfähig.

    Stelen sie sich doch einfach einmal vor, dass dieser rezeptionsgeschichtliche verlauf via wagner nur die ahrscheinlichkeit erhöht, dass man unter wagner-fans Judenhasser antrifft.

    Und wer genau hätte das bestritten? Und wie finden sie die Musik?

    Das muss nicht viel heissen.

    Äääääxakt. Der Bulut sagt, er kriegt seine Logik auch verkauft, sie sind ein gemachter Mann.

    Bei mir ist das so eine Sache, ich benötige Kundenkontakt auf Augenhöhe, wenn der Job Spass machen soll. Ich leiste mir hier so einen altmodischen Luxus.

    • 20. April 2012 um 10:42 Uhr
    • Boothby
  62. 62.

    .. die Frage, die wohl eine Unterstellung ist.

    @FS

    Wieso?

    • 20. April 2012 um 10:42 Uhr
    • Boothby
  63. 63.

    @ adabeischowieder

    Sie müssen sagen, welcher Chamerlain …

    http://en.wikipedia.org/wiki/Bayreuth_Circle

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Houston_Stewart_Chamberlain

    … sonst gerät Wagner in die Nähe zur Appeasement-Politik.

    • 20. April 2012 um 10:43 Uhr
    • Thomas Holm
  64. 64.

    @ Boothby

    Wegen der „Apologetik“. Die unterstellt, dass es in meiner Frage darum gehe, etwas zu entschuldigen, oder dass die Motivation für die Frage sei, etwas zu entschuldigen.

    Was?

    • 20. April 2012 um 10:47 Uhr
    • FreeSpeech
  65. 65.

    @ TH

    Ein gewisses Maß an Allgemeinbildung setze ich voraus.

    • 20. April 2012 um 10:48 Uhr
    • Dochwiederda
  66. 66.

    @ Boothby

    ich habe sie so verstanden, wegen:
    Laut der Dattel passiert hier genau dies: Die Kanzlerin demonstriert ihren Judenhass in Bayreuth
    Wobei ich zugeben muss, dass ich nichts mit ‚dattel‘ anfangen konnte und es somit nicht als eine perslnenbezeichnung verstanden habe.
    ich nheme an, die dattel ist derjenige, der von sich behauptet, dass er immer von einem logisch-naturwissenschaftlichen standpunkt aus argumentiert?:
    Während andere sich in ideologisch gesteuerten Gedanken verfangen, habe ich immer eine logisch naturwissenschaftliche Sichtweise als Basis.

    Falls ja, dann habe ich sie hier falsch eingeordnet und ihnen etwas unterstellt, was gar nicht ihre sichtweise ist – und bitte somit um entschuldigung.

    Und wie finden sie die Musik?

    Kann ich wenig bis nichts mit anfangen – ich mag mehr beethoven oder abundzu moderne sachen wie arvo pärt.

    meistens stehe ich abr auch mittellterliche sprechchöre – so richtung gregorianische gesäng oder sonstig mönchsgesänge (wie z. b. Chant – amore et passio von the Zisterziensern vom stift heiligenkreuz), obwohl ich selbst aüberzeugter (materialistisch ausgerichteter) agnostiker bis, höre ich diese Musik doch sehr gerne.

    • 20. April 2012 um 10:53 Uhr
    • Zagreus
  67. 67.

    @FS

    Sie brauchen ja gar nix zu entschuldigen, das ist der Witz. Ein verschwiemelter Konnex zu „der anderen Seite“ reicht ihnen völlig. Wozu Argumente, wenn Andeutungen reichen? Wer will, versteht dan schon, nechwahr?

    • 20. April 2012 um 10:55 Uhr
    • Boothby
  68. 68.

    @Zagreus:

    Auch unter den wagner-fans wird es einige geben, die aus verehrung ihrem ‘helden’ gegenüber mehr noch annehmen von ihm als einfach die musik, sondern eben möglicherweise auch dessen meinung zum Judentum.

    Oder andersrum: Antisemiten, die Wagners Musik zu lieben vorgeben, in Wirklichkeit aber vor allem seine Ideologie verehren. Oder Nichtantisemiten, die sich aus Abscheu vor Wagners Antisemitismus von seiner Musik abwenden, womit unter seinen Fans tendenziell mehr Antisemiten übrigbleiben.

    • 20. April 2012 um 10:57 Uhr
    • Arjen van Zuider
  69. 69.

    @Boothby

    Wozu Argumente, wenn Andeutungen reichen?

    Damit haben Sie ihren Stil treffend charakterisiert. Viel Spass in Ihrer widiwitt-Welt.

    • 20. April 2012 um 10:58 Uhr
    • FreeSpeech
  70. 70.

    @ AvZ

    Oder andersrum: Antisemiten, die Wagners Musik zu lieben vorgeben, in Wirklichkeit aber vor allem seine Ideologie verehren. Oder Nichtantisemiten, die sich aus Abscheu vor Wagners Antisemitismus von seiner Musik abwenden, womit unter seinen Fans tendenziell mehr Antisemiten übrigbleiben.

    Korrekt!

    • 20. April 2012 um 11:01 Uhr
    • Zagreus
  71. 71.

    Z.

    Wobei ich zugeben muss, dass ich nichts mit ‘dattel’ anfangen konnte und es somit nicht als eine perslnenbezeichnung verstanden habe.

    Belfrutta.

    …wie arvo pärt.

    Ja, wunderschön, das Te Deum wurde auch von Luther sehr geschätzt.

    obwohl ich selbst aüberzeugter (materialistisch ausgerichteter) agnostiker bis, höre ich diese Musik doch sehr gerne.

    Geht mir mit Bach ähnlich.

    • 20. April 2012 um 11:07 Uhr
    • Boothby
  72. 72.

    @ Zagreus

    Und was bin ich jetzt?

    Bevor ich wusste, dass der Antisemit war, sah ich mir den Parsifal an und sah – wie Mark Twain – nach zwei Stunden auf die Uhr, um festzustellen, dass erst zwanzig Minuten vergangen waren. Nach weiteren gefühlten 6 Stunden kam dann die Pause, und die nutzte ich zur Flucht.

    Hätte ich gewusst, dass der Antisemit war, hätte ich sogar einen Grund gehabt. 😉

    • 20. April 2012 um 11:09 Uhr
    • FreeSpeech
  73. 73.

    @Boothby

    „Von mir aus EOD. Weder habe ich Bock, mich mit ihrer Kommunikationsstörung zu Befassen, noch mit ihrem Menschenhass.“

    Sie geben also zu keine Argumente zu haben und wollen sich nun mit einer weiteren Beleidigung aus der „Argumentation“ verabschieden. Irgendwie hatte ich genau sowas erwartet…
    Ansonsten merkt man immer noch wie sehr Sie mit diesen Zitaten zu kämpfen haben. Hier noch ein paar weitere, damit Ihnen nicht langweilig wird.

    Windston Churchil
    „Nebst dem fanatischen Wahnsinn, der in einem Menschen so gefährlich ist, wie Wasserscheuheit in einem Hund, ist diese beängstigend-fatalistische Gleichgültigkeit. Die Auswirkungen sind in vielen Ländern offensichtlich, leichtsinnige Gewohnheiten, schlampige Ackerbaumethoden, schwerfällige Wirtschaftsgebräuche und Unsicherheit des Eigentums herrschen überall da, wo die Nachfolger des Propheten regieren oder leben. Eine erniedrigende Sinnlichkeit beraubt dieses Leben von seiner Würde und seiner Verbesserung, das nächste von seiner Ehre und Heiligkeit. Die Tatsache, dass nach mohammedanischem Gesetz jede Frau einem Mann als sein absoluter Besitz gehören muss, sei es als Kind, als Ehefrau, oder als Geliebte, schiebt die endgültige Ausrottung der Sklaverei zwingend hinaus bis der islamische Glaube aufgehört hat, eine wichtige Macht innerhalb der Menschheit zu sein.
    Einzelne Muslime mögen großartige Qualitäten aufweisen, aber der Einfluss der Religion lähmt die gesellschaftliche Entwicklung derer, die ihr nachfolgen. Es gibt keine stärker rückschrittliche Kraft auf der Welt. Weit entfernt davon, dem Tod geweiht zu sein, ist der Mohammedanismus ein militanter und bekehrerischer Glaube. Er hat bereits in Zentralafrika gestreut, zieht bei jedem Schritt furchtlose Krieger heran, und wäre nicht das Christentum in den starken Armen der Wissenschaft geborgen, der Wissenschaft, gegen die er (der Islam) vergeblich gekämpft hat, würde die Zivilisation des modernen Europas vielleicht fallen, so wie die Zivilisation des alten Roms gefallen ist.“

    Zafer Senocak
    „Auch wenn es die meisten Muslime nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islams, er kommt direkt aus dem Koran. Er richtet sich gegen alle, die nicht nach den Regeln des Korans leben und handeln, also gegen Demokraten, abendländisch inspirierte Denker und Wissenschaftler, gegen Agnostiker und Atheisten. Und er richtet sich vor allem gegen Frauen.“

    Amerikas 6.President John Quincy Adams
    „Im siebten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung tauchte ein wandernder Beduine aus Hagars Stamm auf (gemeint ist Mohammed), der aus der neuen Lehre Jesus den Glauben an und die Hoffnung auf die Unsterblichkeit übernahm. Doch er verzerrte sie bis zur Unkenntlichkeit und trat sie in den Staub, indem er in seiner Religion jeglichen Lohn, jegliche Hoffnung in die Form sexueller Belohnung goss. Er vergiftete die Quelle menschlichen Glückes, in dem er Frauen abwertete und Polygamie erlaubte; und er erklärte, als Teil seiner Religion, dem Rest der Menschheit den totalen, auf Auslöschung bedachten Krieg. Die Essenz dieser Religion waren Lust und Gewalt – was die brutale über die spirituelle Natur des Menschen erhob. Zwischen diesen beiden Religionen (Christentum und Islam), wie sie sich im Gegensatz ihrer beiden Gründer manifestiert, tobt bereits seit 12 Jahrhunderten Krieg. Und solange die gnadenlosen, nicht verhandelbaren Dogmen des falschen Propheten menschliches Handeln antreiben, wird es niemals Frieden auf Erden geben.“

    Mustafa Kemal Atatürk
    „Seit über fünf Jahrhunderten haben die Regeln und Theorien eines alten Araberscheichs und die unsinnigen Auslegungen von Generationen schmutziger und unwissender Pfaffen in der Türkei sämtliche Einzelheiten des Zivil- und Strafrechts festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, die geringsten Handlungen und Gesten im Leben eines jeden Bürgers festgesetzt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und Schlafen, den Schnitt seiner Kleidung, was er in der Schule lernt, seine Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken. Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet.“

    • 20. April 2012 um 11:14 Uhr
    • Bellfruta87
    • 20. April 2012 um 11:24 Uhr
    • Dochwiederda
  74. 75.

    Mustafa Kemal Atatürk
    “[…] Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet.”

    Tja, der Kemalismus ist unter den Türken offenbar aus der Mode…

    • 20. April 2012 um 11:27 Uhr
    • Arjen van Zuider
  75. 76.

    @ boothby

    ah, bellfruta für dattel, nicht bullebüh.

    Te deum – ja, sehr schön! – ich mag bsonders von ihm ‚Kanon Pokajanen‘.

    Ich nehme an, ich renne offene türen ein, wenn ich noch Philiph Glass, Max Richter, Johann Johannsson, Nils Frahm … erwähne.

    • 20. April 2012 um 11:29 Uhr
    • Zagreus
  76. 77.

    @ FS

    😀

    hilft nichts – ich muss los – bis heute abend allesamt.

    • 20. April 2012 um 11:33 Uhr
    • Zagreus
  77. 78.

    Die eigentliche Frage ist doch: Wie wird eine Gesellschaft aussehen, in der Islam und Moslems eine größere Rolle spielen?

    Dass sich in Folge die kulturellen und damit auch gesellschaftlichen Rahmenbedingunegn ändern werden, scheint mir unausweichlich.

    Und ich persönlich kann daran nichts positives finden. Mir macht diese Vorstellung Angst.

    • 20. April 2012 um 11:35 Uhr
    • Samuel
  78. 79.

    Die Gegenüberstellung Breivik und Islamkritik regt schon an.

    So habe ich realisiert, dass ich in letzter Zeit nicht mehr von den „diffusen Ängsten vor dem Islam“ las – und zwar etwa seit der Zeit, als klar wurde, der Arabische Frühling wird zum Arabischen Winter.

    So ist auch viel weniger von Islamophoben die Rede, sondern mehr von Islamhassern. Die Scharia kommt näher, und hier wird die Rhetorik gegen Islamkritiker hinaufgeschraubt – kill the messenger?

    • 20. April 2012 um 11:36 Uhr
    • FreeSpeech
  79. 80.

    Der Versuch, Breivik als Ergebnis des internationalen Netzwerkes der Islamhasser hinzustellen, das man dem missverstandenen Islamismus entgegenstellen kann, wird zur Zeit gerade in Oslo demontiert – von Breivik selber, dank den geschickten Fragen einer gescheiten Frau.

    http://bazonline.ch/ausland/europa/Die-Frau-die-Breivik-auseinandernimmt/story/23184469

    Beispielsweise sagte er heute Vormittag, nicht voll hinter seinem 1500-seitigen Manifest zu stehen. Das Manifest repräsentiere insofern nicht seine Meinung, sondern die von vielen Europäern. Diese Aussagen veranlassten die Anklägerin zu folgender Frage: «Sie haben 77 Menschen getötet, ohne ganz sicher über das zu sein, was im Manifest stand?»

    Wenn’s nicht grauenhaft wäre, dann wär’s zum lachen.

    Nach wiederholtem Fragen räumte Breivik ein, es handle sich bei der Gruppe nicht um «eine Organisation im konventionellen Sinn». Die Gruppe, die sich gegen die muslimische Kolonisierung Europas stelle, bestehe aus «unabhängigen Zellen» und werde daher langfristig «eine führerlose Organisation» sein. Dann sprach Breivik über Zellenkommandanten, die er im Laufe des Kreuzverhörs nur noch als «Sofa-Generäle» und «Tastatur-Krieger» bezeichnete.

    Viel bleibt da nicht. Und ich erinnere mich an die unbewusste Geste beim Prozessanfang: Er wischte sich den Staub von den Schultern – von den Schultern, auf denen die Schuld lastet, die er eben nicht einfach abwischen kann.

    Interessant am Foto des Artikels ist seine Kopfhaltung, wie er ihr zuhört. Er weicht zwar zurück, schaut genau, aber er neigt den Kopf nach links.
    hxxp://files.newsnetz.ch/bildlegende/61275/758409_pic_970x641.jpg

    Die Frau wird nach meinem Dafürhalten noch einiges aus ihm rauskitzeln.

    • 20. April 2012 um 11:46 Uhr
    • FreeSpeech
  80. 81.

    Wenn er sich vom copy-paste-Teil distanziert, dann braucht man im Grunde nur noch den selber verfassten Teil zu lesen. Den mit Mutti.

    • 20. April 2012 um 11:48 Uhr
    • FreeSpeech
  81. 82.

    @ Samuel

    Die eigentliche Frage ist doch: Wie wird eine Gesellschaft aussehen, in der Islam und Moslems eine größere Rolle spielen?

    Bevor sich die Islamisten gänzlich dem Westen zuwenden, muß erst mal eine entscheidende Frage geklärt werden:

    http://pjmedia.com/barryrubin/2012/04/19/who-gets-to-be-the-caliph/

    • 20. April 2012 um 11:55 Uhr
    • Serious Black
  82. 83.

    @Dochwiederda wg. #73

    Scheiße, was ist das das denn? Wulff auch ein Judenhasser?

    Mir ist dieser Heni bisher nur einmal aufgefallen, als ich bekümmert feststellen musste, das ich als treuer Ferdinand-Seibt-Leser auch unter die Antisemitenklausel falle, aber alle anderen jetzt auch, und zwar schon immer?

    Gegen diese Lesart ist D. Goldhagen ja wenig besser als ein Germar Rudolph.

    Was würde jetzt der Broder dazu sagen?

    • 20. April 2012 um 12:07 Uhr
    • Boothby
  83. 84.

    @Dattel

    hier werden sie besser bedient:

    http://michael-mannheimer.info/

    • 20. April 2012 um 12:14 Uhr
    • Boothby
  84. 85.

    Steht im Koran „Tötet die Ungläubigen“ oder steht in Internetforen geschrieben „Tötet die Moslems“?

    Ist der real existierende Islam in jedem einzelnen islamischen Land eine totalitäre Gesellschaftsideologie oder sind die Islamkritiker im Westen (dh die Mehrheit der Bevölkerung) demokratieunfähig und missachten die Menschenrechte?

    Der Tatsachenbeweis kann leicht geführt werden.

    Trotzdem ist es eine Unterstellung, dass die Islamkritiker moslemische Terroristen mit dem Islam in Verbindung bringen. Islamkritiker fürchten nicht die terroristischen Anschläge (die immer noch relativ selten sind, rechtsextremistisch motivierte Verbrechen gegen Moslems sind noch viel seltener), sondern sie fürchten die demographische Ausbreitung des Islam, was uns in Bälde totalitäre Zustände wie in islamischen Länder bescheren wird. Der islamische Winter (von islamophilen „arabischer Frühling“ genannt) in Ägypten und anderswo gibt einen Vorgeschmack.

    Läßt man die hasserfüllte Polemik Lau’s im 4. Absatz weg, so steht dort inhaltlich wenig Falsches. Es ist nur die Frage, wie kämpft man gegen den Islam. Sicher nicht in dem man 77 junge Menschen umbringt. Es wäre auch sagen wir 1935 als Hitler-Gegner nicht richtig gewesen 77 junge Menschen umzubringen (natürlich auch nicht Hitlerjungen).

    Fragen des Tyrannenmordes stellen sich noch lange nicht. Bis wir Zustände wie in Lybien oder Syrien haben muss noch sehr lange mit demokratischen Mitteln gekämpft werden.

    In den heutigen Zeiten unter anderem in Internetforen, wo die Meinungsfreiheit immer weiter eingeschränkt wird. Vom Staat mit Sonderrechten ausgestattete Journalisten und staatlich finanziell geförderte Medien unterdrücken die Meinungsfreiheit immer weiter. Vieles unter dem Titel „Schutz der Menschenrechte“ und „Schutz vor Rassismus“. Das erinnert immer mehr an die sozialistische Mauer in der DDR aus „Schutz vor dem Klassenfeind“.

    • 20. April 2012 um 12:54 Uhr
    • JMLW
  85. 86.

    Für den Massenmörder Breivik arbeiten viele nützliche Idioten: in erster Linie die norwegische Justiz und natürlich die Medien, welche weltweit ein unvorstellbar widerliches Verbrechen politisieren helfen und Breivik in die Nähe eines feindlichen Kämpfers setzen. Der gutaussehende Arier Breivik hat als „Tempelritter“ militärisch gesehen halt nur einen anderen Gegner als Oberst Klein, der mit seinem Tankwagenbombardement soviele Taliban wie möglich töten wollte…und halt als Kollateralschaden ein paar Zivilisten erwischt hat. Breiviks Ermordung von unter 18jährigen war also „unangemessen“, militärisch gesehen…gibt es eigentlich keinen Staatsschutz in Norwegen, der so jemanden liquidieren darf anstatt ihn zum Held der Nazi-Szene zu machen?

    • 20. April 2012 um 15:31 Uhr
    • Bernd
  86. 87.

    @ Bernd

    Ich find’s besser, wenn das eingehend behandelt wird, rein aus Gründen der Erkenntnis.

    Zum liquidieren ist’s reichlich spät, und westliche Gesetze sind nicht auf Rache ausgelegt.
    Ich würd’s sogar als Schwäche des Staates verstehen, abgesehen vom Missbrauchspotential.
    Anders wäre die Hinrichtung nach einem ordentlichen Verfahren, aber das mit der Todesstrafe ist eine vertrackte Sache. Bei Breivik dürfte die Strafe des Weiterlebens grösser sein als der Tod durch Exekution.

    • 20. April 2012 um 16:10 Uhr
    • FreeSpeech
  87. 88.

    Dröhnendes Schweigen aus der Islamhasserszene begleitet den Breivik-Prozess. Verständlich. Denn was der Massenmörder da zur Begründung seiner Taten ausbreitet, enthält so viele Grundüberzeugungen der Szene, dass es einem den Atem verschlägt.

    Können Sie das genauer ausführen, nach diesen Prozesstagen?

    Die Phantasie dazu haben Sie ja.

    • 20. April 2012 um 21:26 Uhr
    • FreeSpeech
  88. 89.

    Die einen suchen nach Erkenntnis und wollen alles verstehen, die anderen haben schon erkannt, dass Massenmord als Mittel der politischen Auseinandersetzung durchaus erfolgreich sein kann. Breivik hat das Recht auf einen Anwalt. Hat er auch das Recht, öffentlich weltweit Propaganda zu machen und die Opfer zu verhöhnen. Was für ein perverses Rechtsverständnis. Man stelle sich vor, die Amis hätten bin Laden die Chance für solch eine ekelhafte Show gegeben. Ich bin nicht für die Todesstrafe sondern bin eigentlich davon ausgegangen, dass auch westliche Staaten wie Norwegen über SEKs verfügen wie Amerika und Frankreich. Da werden selten Terroristen und Amokläufer inhaftiert.

    • 21. April 2012 um 07:14 Uhr
    • Bernd
  89. 90.

    @BellfRUtaAA
    „Sie geben also zu keine Argumente zu haben und wollen sich nun mit einer weiteren Beleidigung aus der “Argumentation” verabschieden. Irgendwie hatte ich genau sowas erwartet…“

    Wie süß, das sagt der Richtige.

    „Wer nicht vor dem Hintergrund älterer und jüngerer jüdisch/isrealischer Geschichte Verständniss für die Politik Isreals hat, auch wenn sie nicht immer perfekt sein mag, der hat nicht mehr alle Latten am Zaun.“
    http://blog.zeit.de/joerglau/2012/03/30/der-islam-und-die-zukunft-der-linken_5528/comment-page-3#comments

    Ist ja wirklich eine grandiose Argumentation von Ihnen, aber ich bin mir sicher „alle Latten am Zaun“ definieren Sie nicht als Beleidigung, denn Sie, der große Experte, wollen ja schließlich durch Argumente überzeugen und nicht durch Beleidigungen.

    • 22. April 2012 um 03:15 Uhr
    • Myra, das Kräuterweib
  90. 91.

    „Dröhnendes Schweigen aus der Islamhasserszene begleitet den Breivik-Prozess. Verständlich. Denn was der Massenmörder da zur Begründung seiner Taten ausbreitet, enthält so viele Grundüberzeugungen der Szene, dass es einem den Atem verschlägt.“

    Wenn Differenzierung eine berechtigte Forderung an die Addresse der Islamkritiker ist, und sie ist es selbstverständlich, dann sollte das gleiche gelten für die Islamkritikerkritiker.

    • 22. April 2012 um 14:06 Uhr
    • Bredow
  91. 92.

    Dem kann man nur zustimmen, so ist es. Ob man allerdings angesichts wirklich vom „dröhnenden Schweigen“ reden kann, ist fraglich. Eher sind zynisch-höhnende Untertöne zu vernehmen.

    • 22. April 2012 um 15:55 Uhr
    • Krischan
  92. 93.

    Naja Herr Lau dieser Massenmuslimhasser hat sein Weltbild evtl. auch aus Fragmenten Ihres in der Vergangenheit doch recht islamfeindlichen Grundtenors.. (natürlich immer moderat verpackt 😉 aus diversen Blogs und Statements zusammengebastelt? ich finde sie mindestens genauso scheinheilig wie den jörges vom stern.

    • 23. April 2012 um 15:36 Uhr
    • zinkek
  93. 94.

    >Dröhnendes Schweigen aus der Islamhasserszene begleitet den Breivik-Prozess. Verständlich. Denn was der Massenmörder da zur Begründung seiner Taten ausbreitet, enthält so viele Grundüberzeugungen der Szene, dass es einem den Atem verschlägt.

    Genau wie bei den Islamos mit Bin Laden, die konkreten Taten mag man verurteilen aber unterm Strich weiss eben jeder in der Szene, das ist „unser Junge“.

    • 24. April 2012 um 12:25 Uhr
    • PBUH
  94. 95.

    Heute nahm die Polizei eine rechtsradikale Zelle in Radevormwald (NRW) hoch. Was stand unter anderem auf dem Propagadamaterial dieser rassistischen Mordbrenner: „Freiheit oder Islam“.

    • 25. April 2012 um 21:20 Uhr
    • Krischan
  95. 96.

    @Krischan

    Die staatliche Repressionsmaschine läuft vor Wahlen immer besonders heiss, in diesem Zusammenhang steht auch die koordinierte Kampagne gegen die Piraten-Partei.

    Gut für uns beide!

    • 25. April 2012 um 23:48 Uhr
    • PBUH
  96. 97.

    2012.4.19 işte erdoganın destekledigi suriyeli terörisler yakaladıkları esad askerİ SYRİA

    Erdogan soll sich seine Terroristen aus Syrien wieder abholen.

    Für die Umgangsformen hat der Islam – oder was auch immer – in der Gegend aber nicht viel geleistet.

    http://www.youtube.com/watch?v=OHq3uS0zOs8&feature=plcp

    • 25. April 2012 um 23:59 Uhr
    • Thomas Holm
  97. 98.

    Lieber Herr Lau,

    haben Sie sich schon einmal gefragt, warum der Islam zu solch einem Problem geworden ist? Können Sie das beantworten ohne wieder Ihre Hasstiraten auf die sogenannten Islamhasser loszulassen?
    Das bezweifele ich.
    Haben Sie sich schon einmal mit der Evolution der menschlichen Gesellschaft beschäftigt? Sicher nicht, sonst würden Sie nicht der Islamophilie anheimfallen.
    Fürs Erste empfehle ich Ihnen da Ian Morris: Wer regiert die Welt? Warum Zivilisationen herrschen oder beherrscht werden.

    Wissen Sie was das ist „antimuslimischer Rassismus“? Wissen Sie was eine Rasse ist? Sicher nicht, sonst würden Sie nicht solche Unbedarftheiten schreiben.

    Wie stellen Sie sich denn die Zukunft vor? Haben Sie schon einmal über eine posthumanistische Gesellschaft nachgedacht? Oder bevorzugen Sie eine Umna? Letzteres muss ich wohl annehmen. Nur entspricht Letzteres nicht meinen Vorstellungen einer zukünftigen menschlichen Gesellschaft.
    Was Sie da in Ihrem Hass auf eine humanistisch freie Gesellschaft und Ihrer Liebe zum Islam machen, trägt sicher dazu bei, dass wir eine apokalyptische Lösung des Fermiparadoxons bekommen.

    Denken Sie an die Zukunft!

    Ihre nanina

    • 3. Mai 2012 um 20:02 Uhr
    • nanina
  98. 99.

    „Dröhnendes Schweigen“

    Das ist toll. Auf diese Idee muss man erst mal kommen.
    Tatsächlich schweigen die gleichgeschalteten Medien dröhnend zu den von den Moslems begangenen Verbrechen. Lüttich ist vollständig verschwunden, an Toulouse wird sich bald keiner mehr erinnern.
    Dass diese Mörderbande am Flughafen F vor einem Jahr zwei GIs ermordet hat, erfährt man allenfalls am Rande. Und dass diese Verbrecher gerade in Bonn drei Polizisten niedergestochen haben, wurde so weit wie möglich weggeredet. Da warnt der Innenminister „vor neuen Pro-NRW-Angriffen“ und die Zeitungen berichten über eine Messerattacke „von Radikalen“.
    Ehrenmorde haben, so lese ich das jeden Tag, nichts mit dem Islam zu tun. Zwangsheirat auch nicht.

    Wie überhaupt es in Deutschland nur 2 Arten von Tätern gibt: Rechtsradikale (man erkennt sie an der weißen Haut) und „Jugendliche“.
    Am besten das ZDF, das schon mal suggerierte dass die Wilders-Truppe Theo van Gogh ermordet hätte.

    Und die dröhnenden Schweiger, diese Horde von Tatsachenverdrehern und Vertuschern, unterstellt jetzt anderen dröhnendes Schweigen?
    Sagt ein Esel zum anderen: Langohr!

    • 8. Mai 2012 um 20:34 Uhr
    • EVV
  99. 100.

    @4.
    „…. müssen wir alles jenseits der Grenze aufs Härteste bestrafen!“

    Mördern Angst machen? Wer eine so starke Motivation hat, die Grenzen grundlegender Menschlichkeit zu übertreten, der wird sich auch von Strafandrohungen nicht ohne weiteres zurückhalten lassen.
    Gewiss sind Strafen ein Hinderniss für viele, aber nicht für die wirklich gefährlichen Extremen, die wie besessen sind z.B. von der Idee ein Zeichen setzen zu müssen, s. Selbstmordattentäter u.ä. oder deren rote Wut sie blind für all das macht, was sie sich und anderen Menschen an Leid zufügen, wenn sie ihrem tödlichen Drang nachgeben.

    I.d.R. sind das auch Menschen, die ihrerseits seelisch tief verletzt sind, etwa in ihrer Kindheit heftig und oft geschlagen wurden usw..
    Ich will mit diesem Hinweis die möglicherweise daraus folgenden Taten in keiner Weise entschuldigen, aber doch die Frage aufwerfen, ob es nicht auch andere Mittel und Wege gibt als drakonische Strafen, die im Falle eines Falles die schon vorhandenen Verletzungen ja nicht heilen würden.
    Das eigentliche Problem ist, dass die tödlichen Überzeugungen in so einem Menschen im Kontext seiner eigenen Verletzungen ebenso Teil eines Gleichgewichtssystems sind, wie in einem Gesunden seine Tötungshemmung im Kontext seines Bewusstseins, was eine extreme Tat für ihn selbst und seine Umwelt bedeuten würde.

    (Nicht nur körperliche sondern auch seelische) Gleichgewichte werden von der Natur stets stabilisiert, weil sie eigentlich immer für das Individuum in irgendeinem Sinne Überlebens-Bedeutung haben. Deshalb sind sie dann weder von innen noch von außen leicht zu verändern, besonders wenn die emotionalen Erlebnisse, die zur Bildung eines (kranken, neuen) Gleichgewichtes beigetragen haben, sehr tiefgreifend waren.

    Leute wie Breivik sind seelisch schwer krank und trotzdem nicht unzurechnungsfähig, weil ihnen ihre durchaus funktionierende Kognition hätte sagen können (und müssen), dass eine solche Tat nichts bewirkt außer mehr, sehr viel mehr Leid – zudem in Menschen, die in keiner Weise verantwortlich sind, für die Fehlentwicklung, die der Täter meint(e) verhindern zu müssen. Das emotionale System ist gestört, nicht das kognitive.
    Aus meiner Sicht müsste in Kindergärten, Schulen und Hochschulen, im ganzen Erziehungssystem viel mehr getan werden, um den jungen Menschen Werkzeug und Wissen an die Hand zu geben, mit dem sie ihre Gefühlswelt gesund machen bzw. erhalten können. Das wäre eine sinnvolle gesellschaftsgestützte Prophylaxe solcher Taten.

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