Ein Blog über Religion und Politik

Die Herrschaft der Bärtigen – und die Außenpolitik des Westens

Von 12. Juni 2012 um 16:25 Uhr

(Ein paar unsystematische Überlegungen zur Lage, mehr Fragen als Antworten...)

Das größte Ereignis in der Außenpolitik dieses Jahres – jedenfalls unter den vorhersehbaren – hängt wahrscheinlich an der Innenpolitik der USA: Obamas Wiederwahl ist nicht so sicher wie mancher glaubt, nicht nur wegen des Konkurrenten Mitt Romney, sondern auch wegen Faktoren wie der höchstrichterlichen Entscheidung über Obamas Gesundheitsreform. Auch das ist schon interessant.
Obama könnte darüber fallen, dass er die Amerikaner zwingen wollte, sich krankenzuversichern. Ob ihm jemand mal eine Bismarck-Biografie reichen könnte?

Zweite Möglichkeit für Obamas Scheitern: Mehr Chaos in Europa nach der griechischen Wahl,  „Grexit“ (Griechenland verläßt den Euro), Ausweitung der Krise auf Spanien und Italien und in der Folge Deutschland. Dies könnte die amerikanische Wirtschaft empfindlich treffen – und damit den Präsidenten. Chancen für Romney, auf einer No-Bailout-Plattform die Wahl zu gewinnen? So eng hängt das alles zusammen, möglicher Weise.

Aber lassen wir die Krise bis nach dem Wochenende beiseite. Zu ein paar klassischen außenpolitischen Themen:
Der Krieg in Afghanistan verliert in Amerika rapide an Rückhalt. Vielleicht beschleunigt sich der Abzug noch einmal, und damit auch die Bewertung: Alles rückt doch immer näher an ein Vietnam-Szenario, bei dem man schnell noch in den letzten Hubschrauber will.
Dieser Krieg haben wir innerlich längst abgehakt, wir haben schon zu viele andere Dinge in der Region auf der Platte. Amerika ist erschöpft und mit sich selbst beschäftigt. Europa dito. Eine Bilanz der Ära des Interventionismus steht aus.

Isolationismus ist keine Alternative – aber wer sagt denn, dass es nur diese beiden Möglichkeiten gibt? Als Dritter Weg erscheint zur Zeit Obamas Kombination aus „Politik der ausgestreckten Hand“ (gegenüber der muslimischen Welt im allgemeinen, anfangs sogar gegenüber Iran, allerdings mit sehr ernüchternden Ergebnissen) bei gleichzeitiger Eskalation von Drohnenkrieg, Cyberwar und Special Ops (→ exit Bin Laden). Allerdings erscheint diese Kombination selbstwidersprüchlich und unglaubwürdig, je härter der Schattenkrieg geführt wird. Der Präsident, der sich im Oval Office die kill list vorlegen lässt mit den schlimmsten Terroristen, die man dann mttels Drohne wegpusten wird – das ist schon eine extrem ambivalente Vorstellung. Allmacht und amerikanischer Abstieg in  einem Bild: Der Präsident kann und will keine Truppen mehr schicken, aber mit einem Federstrich ist er Staatsanwalt, Richter und Henker in einer Person. Bush brachte Terrorverdächtige noch nach Guantanamo, Obama kann Guantanamo nicht schließen und macht nun erst gar keine Gefangenen mehr.

Für Deutschland ist das Ende des Interventionismus eine merkwürdige Entwicklung, schwer zu verdauen: Man hat in Afghanistan einen Krieg geführt, der erst keiner sein durfte.
Dann hat man sich gerade daran gewöhnt, dass es doch einer war, und da ist es auch schon vorbei und die Sache droht zum Volldebakel zu werden. Wir wollen nur noch raus. War alles umsonst?

Außerdem will man sich nun eine Armee geben, die professioneller und einsatzfähiger sein soll, aber das mit immer weniger Mitteln. Und dies in einem Moment, in dem die Einsätze per se fragwürdig geworden sind und wir eigentlich nie wieder irgendwo mitmachen wollen, wenn's denn nach uns geht. Dazu am Ende mehr.
Was Afghanistan angeht, könnte 2012 bereits zum Jahr der Wahrheit werden, wenn die Franzosen bei ihren Abzugsplänen bleiben.

Aber womöglich werden wir auch durch andere Konflikte so in Atem gehalten werden, dass die Sache einfach so nebenher ausläuft.

Syrien: Ein Szenario, das dieser Tage immerhin wieder möglich scheint: Dass Assad auf Machterhalt setzt und weite Teile des Landes hält, während er in anderen weniger hart durchgreift. Er könnte seine Unterdrückung unter dem Level halten, das eine Intervention irgendwann nötig machen würde. Als Paria würde er sich auf einige bittere Jahre einstellen, nach denen die Welt dann doch wieder mit ihm dealen muss. So wie früher, vor dem Arabischen Frühling. Da die Euphorie für Demokratisierung einstweilen verflogen ist, vielleicht keine undenkbare Vorstellung für die westliche Politik. Voraussetzung dafür wäre, dass er auf den Annan-Friedensplan im Ernst eingeht und nicht nur aus rein taktischen Gründen, was bisher alle Beobachter glauben. Was passiert, wenn er nicht so schlau ist und einfach weiter auf brutalste Methoden setzt, weiß niemand. Klar ist nur, dass es dann in absehbarer Zeit keine Zukunft mehr mit Assad geben kann. Vielleicht ist das jetzt auch schon so. Wahrscheinlich sogar.

Und damit kommt man zu der Kardinalfrage der kommenden Jahre für diese unsere Nachbarschaft:
Islamismus und Demokratie: Geht das zusammen? Und geht es dort, wo es drauf ankommt – in Ägypten, nicht nur im kleinen Tunesien? Was bedeutet es für die Minderheiten im Land, für die Christen des Orients? Droht ihnen nun dasselbe wie einst den Juden, nachdem die Muslimbrüder und Salafisten überall drankommen? Exil für alle, die es schaffen, die es sich leisten können, die im Westen einen Platz finden wie die irakischen Chaldäer, die wir vor Jahren aufgenommen haben?
Was bedeutet die Herrschaft der Bärtigen für die Frauen? Was bedeutet sie für die Geopolitik der Region?
Die Muslimbruderschaft scheint sich nach neuesten Berichten überraschender Weise eher mäßigend auf die Hamas auszuwirken: Heißt das, die neue politische Verantwortung verändert den Islamismus? Das muss man beobachten.
In der Region ist der führende Konflikt nun einer, in dem nicht Israel gegen die Araber steht, sondern ein despotischer Öl-Islamismus sunnitischer oder schiitischer Provenienz (Saudi-Arabien, Iran) gegen einen demokratisch gewählten sunnitischen Islamismus ohne Öl (MB und Salafis in Ägypten, unterstützt von undemokratischen Autokratien wie Katar und Saudiarabien, die Öl und Gas haben). Ein Subtetxt des Syrien-Konflikts liegt darin: der iranisch-schiitische Öl-und Gas-Islamismus, der die Bombe will, wird bedrängt von den sunnistisch-islamistischen Despoten der Arabischen Halbinsel.

Salafisten mischen überall mit und verweisen die MB auf den ungewohnten Platz der „moderaten Kräfte“. Der Kampf zweier, dreier, vieler Islamismen um die Modernetauglichkeit? Ist das das große Thema?
Wie gehen wir mit den an die Macht drängenden Islamisten um? Wollen wir Dialog? Kooperation? Wo sind die Roten Linien? Wir haben kein Konzept, wir wissen nur, dass wir es nicht so machen können wie mit Hamas nach 2006, als wir Bedingungen genannt haben und – als diese nicht erfüllt wurden –, auf Boykott setzten. Ägypten kann man nicht boykottieren wie Gaza.

Spannend wird es auch sein zu sehen, wie die türkischen Islamisten den Aufstieg der Muslimbrüder in der ganzen Region beobachten: Vielleicht bald mit Schrecken? Als Lehrmeister? Als Modell? Das wäre interessant.
Die Arabische Revolution ist auch im zweiten Jahr nach Beginn der Aufstände nicht abgeschlossen. Was in Tunesien mit der Selbstverbrennung eines Obsthändlers begann, hat unterdessen weite Teile der arabischen Welt erfasst: der Aufstand gegen die alten Autoritäten und der Versuch, neue – repräsentativere und volksnähere – an ihre Stelle zu setzen. In Tunesien scheint der Übergang am besten gelungen, obwohl auch hier radikale Islamisten den Freiheitsgewinn bedrohen, der durch die Überwindung der Militärherrschaft möglich wurde. In Bahrain wurde der Aufstand brutal niedergeschlagen, im Jemen musste der langjährige Herrscher Salih immerhin weichen und ein Nachfolger wurde gewählt. Eine Verfassungsreform steht noch aus.

Für den westlichen Beobachter stellen sich drängende Fragen vor allem mit Blick auf die beiden wichtigsten Länder: Syrien und Ägypten. Beide Länder haben auch die größten nichtmuslimischen und innermuslimischen Minderheitengruppen – damit stellt sich in ihnen die Frage nach der Möglichkeit von Dialog und Pluralismus am drängendsten. Ob der Wandel in den arabischen Ländern gelingt, wird sich nicht zuletzt am Schicksal der Minderheiten in Syrien und Ägypten erweisen.

Es scheint unerlässlich, dass auch in Syrien ein Machtwechsel stattfindet. Das Assad-Regime ist diskreditiert, weil es von Beginn auf brutale Gewalt setzte, um die legitimen Forderungen der Opposition zu unterdrücken. Trotzdem bleibt es dank des Militärs vorerst weiter an der Macht – oder wird nur unter hohem Blutzoll von dort zu vertreiben sein. Wie kann in dem konfessionell gespaltenen Land, das von einer Minderheit, den Alawiten, beherrscht wird, eine neue Ordnung gelingen, die dem religiösen Pluralismus der syrischen Gesellschaft Rechnung trägt?
Bei der christlichen Minderheit herrscht Furcht vor einem sunnitisch-theokratischen Regime als Folge eines absehbaren Zusammenbruchs der Assad-Diktatur. Was kann der Westen in dieser Lage beitragen zu einem Übergang ohne Bürgerkrieg und ohne abermalige Intervention in einem weiteren muslimischen Land? Kann die Weltgemeinschaft helfen, die verfeindeten Gruppen nach einem Ende der Diktatur in einen Friedensprozess zu bringen – ähnlich wie auf dem Balkan?

In Ägypten scheint offener als zuvor, was die neue Ordnung für die Renaissance des politischen Islams nach der Rebellion bedeuten wird. Unbestritten ist, dass das Ende des Mubarak-Regimes die Religion als öffentliche Macht, und die religiösen Parteien als ihre Verkörperung, wieder ins Recht gesetzt hat. Die zuvor unterdrückten Bewegungen des politischen Islams genießen verständlicher Weise die höchsten Glaubwürdigkeitswerte, schon weil sie nicht Teil des korrupten Systems waren. Außerdem sind sie sehr viel besser organisiert als die sakulär-liberalen Kräfte, und verfügen über ein Netzwerk von Moscheen. Muslimbrüder und – überraschender noch: Salafisten – teilen sich den Erfolg an der Wahlurne. Sie konkurrieren auch miteinander, und so darf man im islamistischen Lager in Zukunft weitere Debatten, Abspaltungen und Differenzierungen erwarten.
Der Arabische Frühling, der mit dem Protest der Jugend begann, hat tatsächlich die Farbe Grün angenommen, aber es ist das Grün des Propheten. Die spannende Zukunftsfrage ist, wie ein politischer Islam die wichtigste arabische Gesellschaft prägen wird, der nicht auf Sponsoring durch Öl-Geld beruht (also anders als im Iran oder auf der arabischen Halbinsel). Und vor allem: Wieviel Freiraum wird das Militär dieser Entwicklung gewähren? Wird sich Ägypten mehr in Richtung der Türkei oder mehr in Richtung Pakistan entwickeln?

Wird die absehbare weitere Islamisierung der Gesellschaft religiöse Minderheiten und Säkulare an den Rand drängen? Und in Reaktion darauf: Ist religionsübergreifende Zusammenarbeit die Antwort auf die Herausforderung? Oder steht nun eine Phase der Konfessionalisierung und Zersplitterung der arabischen Gesellschaften an, in der Christen (und auch Schiiten und Bahai) nur auf Minderheitenrechte als Bürger zweiter Klasse hoffen können?
Für christliche Minderheiten und ihre Paten im Westen besteht die Gefahr, in die Falle des Konfessionalismus zu tappen. Soll man sich für Minderheitenrechte einsetzen – oder für gleiche Rechte für alle ägyptischen Bürger im Namen des Universalismus?

Was wird aus dem Christentum Nordafrikas? Kann sich Ägypten (mit seiner tourismuslastigen Wirtschaft) stabilisieren, wenn politische Zerreißproben zwischen Militär und Muslimbrüdern, Muslimbrüdern und Salafisten, Säkularisten und Islamisten, Christen und Muslimen drohen? Und wenn in Syrien ein offener Bürgerkrieg ausbrechen sollte, droht dann die Libanonisierung der gesamten Region, der Zerfall in ethnisch-religiös dominierte Instabilität?

Welchen Kompromiss es in Ägypten zwischen den demokratischen Kräften und den Beharrungskräften im alten Regime geben könne, ist weiter offen. Das Militär ist vor allem an der Stabilität des Landes und der Sicherung der eigenen (auch wirtschaftlichen) Ressourcen interessiert. Wie weit darum die Zugeständnisse an die demokratischen Forderungen gehen könnten, wird auch daran hängen, ob das Militär Macht und Einfluß in den neuen Verhältnissen wahren kann.
Aber: Der demokratische Geist ist aus der Flasche, und niemand wird ihn wieder hinein stopfen können. Ob und in welchen Formen er institutionalisiert werden kann, wird wohl erst in einem langen Prozess deutlich werden.

Die Wetten stehen darauf, dass der Nahostkonflikt eingefroren sei. Niemand weiß weiter. Alle denken freilich, dass es so nicht weiter gehen kann. Niemand hat einen Plan. Die Palästinenser sind die großen Verlierer des arabischen Erwachens. Tolle Sache für Netanjahu und Lieberman, die eh nichts machen wollten.
Warum einen unlösbaren Konflikt anpacken? Obama ist gelähmt bis November, er kann nur verlieren, wenn er nun wieder mit dem Thema Siedlungen und Verhandlungen käme. Das Thema Iran ist doch viel wichtiger zur Zeit.
So offensichtlich das scheint, ich habe den Verdacht, dass diese Politik der Vermeidung bald auffliegen wird. Sie hängt an der Fiktion einer Machbarkeit der „Zweistaatenlösung“: Wenn nur erst Obama wiedergewählt ist! Wenn nur erst die palästinensische Versöhnung vorankommt! Wenn nur erst das Iranproblem gelöst ist! Wenn Ägypten einen Präsidenten hat, wenn die Lage in Syrien klarer ist, wenn die Palästinenser gewählt haben, wenn die UNO Vollversammlung über die Mitgliedschaft Palästinas befunden haben wird... Wenn, wenn, wenn.

Währenddessen sagen viele, dass die Zeit für eine Zweistaatenlösung längst vorbei ist und die Welt daran eigentlich nur noch festhält aus horror vacui. Was sonst hätte man anzubieten?
Es gibt aber unterdessen glaubhafte Stimmen, die sagen, man müsse endlich von dieser Fiktion Abschied nehmen, weil sie eigentlich nur dafür sorgt, dass alles immer so weiter gehen kann.
Wir stellen die Sache meistens so da, dass es die Wahl zwischen Ein- und Zweistaatenlösung gebe. Die Einstaatenlösung wäre dabei synonym mit dem Ende Israels als demokratischer und jüdischer Staat, weil die Demographie der arabischen Bevölkerung eine Mehrheit verleihen würde. Manche Verteidiger der Einstaatenlösung streben dieses Ziel ganz offen an, die meisten tun es etwas oberschlau heimlich, wohl wissend, was die Konsequenzen wären, wenn ihre Wünsche wahr würden. Das gilt für weite Teile der Boykott- und Sanktionsbewegung. Sie wollen Israel abschaffen, in einem demokratischen Mehrheitspalästina auflösen.

Die Zweistaatenlösung hingegen, das bedeutet – Rückzug Israels aus der Westbank, Abzug der meisten Siedler hinter die “Grüne Linie”, Austausch von Gebieten im Ausgleich für die verbleibenden Siedlungen, Entmilitarisierung des palästinensischen Staates, Teilung Jerusalems in zwei Hauptstädte für zwei Völker, Rückkehr einer symbolischen Zahl von Flüchtlingen und globale Entschädigung für den Rest; im Gegenzug dafür sofortige Anerkennung Israels durch 57 arabische und islamische Staaten wie in der arabischen Initiative festgelegt. Sie gilt in der offiziellen Politik Israels und in der gesamten internationalen Community als einzige gangbare Möglichkeit, Israel langfristig als jüdischen und demokratischen Staat zu erhalten.
Wenn es aber so ist, wie die Vertreter der Zweistaatenlösung behaupten, dass nur sie das Überleben eines demokratischen jüdischen Staates garantieren kann, dann muss man sich die Frage stellen, warum sie bloß so halbherzig verfolgt wird. In Wahrheit geht die Entwicklung “am Boden” immer mehr in die Richtung einer Einstaatenlösung. Seit dem Oslo-Prozess, der eigentlich das Ende der Siedlungstätigkeit einläuten und die palästinensische Souveränität vorbereiten sollte, ist die Population in den besetzten Gebieten um das Zweieinhalbfache gewachsen. Es wächst schon die dritte Generation heran, die als Besatzer geboren wurde. Und auf der anderen Seite die dritte Generation von Palästinensern unter der Besatzung. “Temporär” ist das nicht.
Es wird, glauben selbst ihre Anhänger, keine Zweistaatenlösung geben. Warum?
Weil es einen Bürgerkrieg in Israel heraufbeschwören würde, die Siedlungen zu räumen; weil Israel zur Zeit (vom Iran-Problem abgesehen) eine Phase der Sicherheit, Prosperität und Stabilität durchläuft; weil Israel seiner gesamten Umgebung (die derzeit eine unabsehbare Phase von Revolte und Umbruch durchmacht) so weithin überlegen ist wie noch nie zuvor (von Iran abgesehen, aber vielleicht auch in dieser Hinsicht); weil die diplomatischen Kosten der Besatzung noch nie so gering waren wie heute; weil die palästinensische Führung gespalten und geschwächt ist und das Thema “Palästina” die Araber nicht mehr vordringlich beschäftigt; weil es in Israel aus allen diesen Gründen kein politikfähiges Friedenslager mehr gibt; weil die kontinuierliche Entwicklung der israelischen Gesellschaft hin zu einer konservativeren und religiöseren politischen Identität die Institutionen bis ins Militär hinein verändert hat. Aus all diesen Gründen ist der Status Quo (keine schöne, aber) die optimale Option für das Land. Die überragende Popularität von Netanjahu ist der Ausdruck dieser Lage, sein breite parlamentarische Mehrheit, sein Kabinett der nationalen Einheit inklusive Kadima macht es ihm möglich, weiterhin nichts zu tun.
Ich habe den Eindruck, dass auch in dieser Hinsicht dieses Jahr ein Jahr der Wahrheit werden könnte.
Das Jahr, in dem die Fiktion eines verhandelten Friedens offenbar wird. Was dann? Alle zittern vor diesem Moment.

Vom unwahrscheinlichen Frieden noch schnell zum wahrscheinlichen Krieg: Krieg mit Iran?
Das hängt nun sehr von Iran selber ab. Gespräche über das Atomprogramm haben begonnen. Zur Zeit sind sie schon wieder in einer Krise. Wenn Iran sich abermals stur stellt oder nur allgemein rumquatscht wie letztes Mal, dann könnte die Diplomatie scheitern. Diesmal wäre das ernst, denn die Sanktionsmöglichkeiten sind nahezu ausgereizt. Eine Eskalation wäre dann kaum noch zu verhindern.
Für die beteiligten 5+1 heißt das umgekehrt: Sie müssen in den Verhandlungen scharf genug sein, um beim Iran eine Verhaltensänderung zu mehr Transparenz zu bewirken. Und wenn sie zu scharf sind und das ganze auf eine öffentliche Demütigung Irans rausliefe (in den Augen des Irans, und da geht das schnell), dann könnten sie eine Logik auslösen, nach der Iran sich nur zurückziehen kann: Denn dort sind im kommenden Jahr Präsidentschaftswahlen, und da kann sich keiner der Kandidaten leisten, sich gegenüber den „Mächten der Arroganz“ nachgiebig zu zeigen.
Israel wird das alles beobachten. Die Stimmung im Land ist widersprüchlich: Nur ein Drittel ist dafür, alleine loszuschlagen. Aber vor die Alternative gestellt, mit der iranischen Bombe zu leben oder einen Krieg zu riskieren, sind zwei Drittel zum Krieg bereit.
Diejenigen, die einen Krieg für wahrscheinlich halten, rechnen im letzten Jahresviertel damit.
Deutschland müsste dann noch einmal die Frage beantworten, was „Staatsräson“ eigentlich genau bedeutet.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    auf einer No-Bailout-Plattform die Wahl zu gewinnen?

    Falls Sie’s noch nicht gemerkt haben: In den USA gilt seit jeher „no bail out“ für Gebietskörperschaften.

    • 12. Juni 2012 um 17:20 Uhr
    • Bulut darf
  2. 2.

    ls Dritter Weg erscheint zur Zeit Obamas Kombination aus „Politik der ausgestreckten Hand“ (gegenüber der muslimischen Welt im allgemeinen, anfangs sogar gegenüber Iran, allerdings mit sehr ernüchternden Ergebnissen)

    Wer ernüchtert ist, war vorher meist besoffen.

    • 12. Juni 2012 um 17:30 Uhr
    • Bulut darf
  3. 3.

    @ MR #2

    Treffer und versenkt!

    • 12. Juni 2012 um 17:40 Uhr
    • Serious Black
  4. 4.

    @ SB

    Nichts tut man lieber.

    • 12. Juni 2012 um 17:45 Uhr
    • Bulut darf
  5. 5.

    „No bail out“

    Hat man nicht gerade Geld an Spanien verschenkt, um eine Ansteckungsgefahr zu verhindern?

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-krise-jetzt-wird-wieder-gegen-italien-gewettet-a-838412.html

    • 12. Juni 2012 um 17:47 Uhr
    • Bulut darf
  6. 6.

    Marriex

    Spanien

    Wenigstens hat die deutsche Regierung aus der Griechenland Krise gelernt und man hat sich bei den Spaniern höflich bedankt, dass man ihnen 100 MRD überweisen darf.

    Die Massenvergewaltigung des deutschen Steuerzahlers geht weiter.

    Solange aber die Renten weiter pünktlich bezahlt werden, müssen sich SPD und CDU/CSU keine große Sorgen um ihre Macht machen.

    In spätestens 10 Jahren haben wir spanische Verhältnisse.

    Wer hilft dann den Deutschen

    • 12. Juni 2012 um 18:00 Uhr
    • cem.gülay
  7. 7.

    Der europäische Wohlstandskommunismus ist kläglich gescheitert.

    • 12. Juni 2012 um 18:10 Uhr
    • cem.gülay
  8. 8.

    @ CG

    Ich empfehle Ihnen jetzt kein Buch.

    • 12. Juni 2012 um 18:10 Uhr
    • Bulut darf
  9. 9.

    Sie wollen Israel abschaffen, in einem demokratischen Mehrheitspalästina auflösen.

    Trotzkistem Stalinisten und Islamisten? Mal ehrlich gab es heute Pilze in der Kantine?

    • 12. Juni 2012 um 18:12 Uhr
    • Bulut darf
  10. 10.

    Richard Landes über Islamisten:

    http://www.theaugeanstables.com/2012/06/12/3816/

    • 12. Juni 2012 um 18:26 Uhr
    • Serious Black
  11. 11.

    Ihren überlegungen zu den usa und israel kann ich weitgehend folgen. Zu den problemen in nahost und den islamisten empfehle ich einen blick auf die beiden anderen großen, china und rußland. Beide haben offensichtlich weniger ambitionen den weltpolizisten zu spielen oder die welt mit ihrem gesellschaftssystem zu beglücken. Beide haben probleme mit muslimischen minderheiten , uiguren und tschetschenen, beide haben eine lange landgrenze zu zentralasiatischen staaten mit muslimischer bevölkerung. Auch indien hat probleme mit seinen muslimen und dem unberechenbaren nachbarn pakistan. Was also machen wir da bzw. sollen wir da ? Sind uns iraker oder afghanen dankbar für unser eingreifen ? Nein. Gehts ums öl ? Sind die ölstaaten nicht genauso auf unser geld angewiesen wie wir auf ihr öl ?

    • 12. Juni 2012 um 18:35 Uhr
    • ernsthaft
  12. 12.

    Zu herrschaft der bärtigen empfehle ich chaldäer/irak und harbi/islam zu googeln. Könnte sehr aufschlußreich sein.

    • 12. Juni 2012 um 19:05 Uhr
    • ernsthaft
  13. 13.

    Das sind aber viele Überlegungen auf einmal. Da muss man ja fast eine Strichliste führen.

    Wirkt zudem wie Kloß ineinanderverknäulter farbiger Fäden. Zieht man an der einen Seite, bekommt man auf der anderen Seite gleich noch einen anderen Faden mitgeliefert. Na ja. Gedankensammlung.

    Ich denke nicht, dass viel passieren wird. Alle können eigentlich mit Status Quo leben. Und die ISAF in Afghanistan zieht doch jetzt schon ab. Die Räumungsteams sind dort schon an der Arbeit.

    Aber mit dem Bismarck Verweis bin ich nicht so glücklich. Ich glaube Obama hat weniger viel damit zu tun, nicht existenten Sozialdemokraten das Wasser abzugraben. Die Motivation und die Umstände sind in beiden Fällen doch eher unterschiedlich. Möglicher Machtverlust und Vorwürfe des „Staatssozialismus“ hin oder her.

    Und ernsthaft kann ich mir nicht vorstellen, dass die US Amerikaner vor die Wahl gestellt Mitt Romney zum nächsten Präsidenten küren(der dann auch nicht soviel anders machen könnte/würde). So richtig kommt das nicht als attraktives Wahlpaket rüber. Zur Not muss Obama halt mal Sarah Palin und irgendwelche Truther aufrufen.

    • 12. Juni 2012 um 19:36 Uhr
    • Limited
  14. 14.

    Ich versuche einmal Ihre Fragen zu beantworten Herr Lau, aber sehen Sie es mir nach, wenn ich irgendetwas übersehe:

    „Der Präsident kann und will keine Truppen mehr schicken, aber mit einem Federstrich ist er Staatsanwalt, Richter und Henker in einer Person.“

    Das ist im Krieg nun einmal so. Der Offizier muss ja auch keinen Richter fragen, ob er schießen darf. Das geht unter diesen Umständen nicht. Der militante Islam hat dem Westen den Krieg erklärt. Die Drohnenstrategie war bislang am erfolgreichsten. Also, sollte man so fortfahren. Der Abzug aus Afghanistan muss jetzt erfolgen.

    • 12. Juni 2012 um 20:00 Uhr
    • Klampi
  15. 15.

    Der Offizier muss ja auch keinen Richter fragen, ob er schießen darf.

    In Deutschland schon.

    • 12. Juni 2012 um 20:07 Uhr
    • unlimited
  16. 16.

    Weiter geht’s:

    „Islamismus und Demokratie: Geht das zusammen?“

    Nein, denn die Demokratie wird vom Islam abgelehnt. Oberster Gesetzgeber ist nicht das Volk sondern Allah.

    „Und geht es dort, wo es drauf ankommt – in Ägypten, nicht nur im kleinen Tunesien?

    Nein, siehe 1. Antwort.

    „Was bedeutet es für die Minderheiten im Land, für die Christen des Orients?“

    Die Minderheiten müssen eine Kopfsteuer zahlen und den Status als Dhimmis in einem Apartheidsstaat akzeptieren oder emigrieren.

    „Droht ihnen nun dasselbe wie einst den Juden, nachdem die Muslimbrüder und Salafisten überall drankommen?“

    Ja, siehe oben.

    „Exil für alle, die es schaffen, die es sich leisten können, die im Westen einen Platz finden wie die irakischen Chaldäer, die wir vor Jahren aufgenommen haben?“

    Ja, siehe oben.

    „Was bedeutet die Herrschaft der Bärtigen für die Frauen?“

    Frauen werden im Wesentlichen zum Eigentum Ihrer Männer. Sie müssen Ihren Männern, Vätern und Brüdern bedingungslos gehorchen. Gehorchen Sie nicht, so werden sie gezüchtigt, bis sie Gehorsam üben.

    „Was bedeutet sie für die Geopolitik der Region?“

    Die Muslime haben den Auftrag, die Welt für den Islam zu erobern. Die Welt soll unter einem einzigen Khalifat regiert werden. Sobald die politische und militärische Macht in den Händen der Islamisten ist, werden die Nicht-islamischen Länder mit Krieg überzogen. Wegen des virulenten Judenhasses und Westenhasses wird Israel das erste Opfer sein. „Islam has blody borders!“

    „Die Muslimbruderschaft scheint sich nach neuesten Berichten überraschender Weise eher mäßigend auf die Hamas auszuwirken: Heißt das, die neue politische Verantwortung verändert den Islamismus?“

    Sicherlich, aber friedlich und tolerant wird der Islam nicht werden. Wir können ja das Beispiel Iran oder Saudi Arabien anführen. Dort hat die politische Verantwortung auch zu keiner Mäßigung geführt. Es ergibt also keinen Sinn, auf eine Mäßigung zu hoffen.

    LG

    Kampi

    • 12. Juni 2012 um 20:08 Uhr
    • Klampi
  17. 17.

    Weiter geht’s:

    „Salafisten mischen überall mit und verweisen die MB auf den ungewohnten Platz der „moderaten Kräfte“. Der Kampf zweier, dreier, vieler Islamismen um die Modernetauglichkeit?“

    Gut möglich, dass ein Bürgerkrieg um die politische Macht ausbricht.

    „Ist das das große Thema?“

    Nein.

    „Wie gehen wir mit den an die Macht drängenden Islamisten um?“

    Wir isolieren sie politisch, wirtschaftlich und militärisch. Wir klären die Bevölkerung durch Fernsehsender, Radio, Internet auf über die Fehler des Islamismus.

    „Wollen wir Dialog?“

    Nein, Dialog mit einem erklärten Feind ist nur verlogen.

    „Kooperation?“

    Nein, s.o.

    „Wo sind die Roten Linien?“

    Die Menschenrechte.

    „Wir haben kein Konzept, wir wissen nur, dass wir es nicht so machen können wie mit Hamas nach 2006, als wir Bedingungen genannt haben und – als diese nicht erfüllt wurden –, auf Boykott setzten. Ägypten kann man nicht boykottieren wie Gaza.“

    Wieso kann man Ägypten nicht boykottieren? Wir brauchen doch nichts aus Ägypten. Der Konflikt hört erst auf, wenn der Kampf um die Köpfe gewonnen ist. Die Ideologie des Islamismus muss entblößt werden. Das ist die Lösung, aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen.

    • 12. Juni 2012 um 20:17 Uhr
    • Klampi
  18. 18.

    „Spannend wird es auch sein zu sehen, wie die türkischen Islamisten den Aufstieg der Muslimbrüder in der ganzen Region beobachten: Vielleicht bald mit Schrecken?“

    Auch, denn daraus kann sich eine Konkurrenz um die Vorherrschaft in der islamischen Welt ergeben.

    „Als Lehrmeister?“

    Sicherlich.

    „Als Modell?“

    Natürlich, die türkischen Islamisten wollen das osmanische Reich wieder errichten und sehen sich als natürliche Führer der Ummah. Die muslimischen Araber sehen das wohl nicht so.

    • 12. Juni 2012 um 20:22 Uhr
    • Klampi
  19. 19.

    „Wie kann in dem konfessionell gespaltenen Land (Syrien), das von einer Minderheit, den Alawiten, beherrscht wird, eine neue Ordnung gelingen, die dem religiösen Pluralismus der syrischen Gesellschaft Rechnung trägt?“

    In einem islamischen Syrien wird das nicht gelingen. Denn der Islam lässt Andersgläubigen nicht die gleichen Rechte wie Muslimen, siehe Dhimmi.

    „Bei der christlichen Minderheit herrscht Furcht vor einem sunnitisch-theokratischen Regime als Folge eines absehbaren Zusammenbruchs der Assad-Diktatur. Was kann der Westen in dieser Lage beitragen zu einem Übergang ohne Bürgerkrieg und ohne abermalige Intervention in einem weiteren muslimischen Land?“

    Nichts, der Westen sollte, wenn es soweit kommt, die Christen aufnehmen. Die Islamisten sollen aber nicht hierher immigrieren, weil wir sonst den Konflikt nach Hause importieren.

    „Kann die Weltgemeinschaft helfen, die verfeindeten Gruppen nach einem Ende der Diktatur in einen Friedensprozess zu bringen – ähnlich wie auf dem Balkan?“

    Nein, kann sie nicht. Auch der Balkan ist kein Musterbeispiel. Es stehen immer noch westliche Truppen dort.

    • 12. Juni 2012 um 20:28 Uhr
    • Klampi
  20. 20.

    Das war klartext klampi-

    • 12. Juni 2012 um 20:34 Uhr
    • ernsthaft
  21. 21.

    „Die spannende Zukunftsfrage ist, wie ein politischer Islam die wichtigste arabische Gesellschaft prägen wird, der nicht auf Sponsoring durch Öl-Geld beruht (also anders als im Iran oder auf der arabischen Halbinsel). Und vor allem: Wieviel Freiraum wird das Militär dieser Entwicklung gewähren?“

    Das Militär wird unter die Knute der Islamisten gestellt. In der Türkei sieht man, wie das geht.

    „Wird sich Ägypten mehr in Richtung der Türkei oder mehr in Richtung Pakistan entwickeln?“

    Pakistan, denn Ägypten hat keine säkulare Tradition wie die Türkei. Die Türkei bewegt sich auch wieder in Richtung Pakistan.

    „Wird die absehbare weitere Islamisierung der Gesellschaft religiöse Minderheiten und Säkulare an den Rand drängen?“

    Ja, s.o.

    „Und in Reaktion darauf: Ist religionsübergreifende Zusammenarbeit die Antwort auf die Herausforderung?“

    Nein, denn das setzt den Willen der gleichberechtigten Zusammenarbeit voraus. Dieser Wille fehlt auf Seiten der Islamisten.

    „Oder steht nun eine Phase der Konfessionalisierung und Zersplitterung der arabischen Gesellschaften an, in der Christen (und auch Schiiten und Bahai) nur auf Minderheitenrechte als Bürger zweiter Klasse hoffen können?“

    Ja, so sieht es aus. Nicht-Muslime sind bereits heute Bürger zweiter Klasse. Das wird sich nur verstärken.

    „Für christliche Minderheiten und ihre Paten im Westen besteht die Gefahr, in die Falle des Konfessionalismus zu tappen. Soll man sich für Minderheitenrechte einsetzen – oder für gleiche Rechte für alle ägyptischen Bürger im Namen des Universalismus?“

    Beides, der Einsatz für gleiche Rechte ist ein Einsatz für die konfessionellen Minderheiten.

    „Was wird aus dem Christentum Nordafrikas?“

    Es wird unterdrückt oder ausgelöscht.

    „Kann sich Ägypten (mit seiner tourismuslastigen Wirtschaft) stabilisieren, wenn politische Zerreißproben zwischen Militär und Muslimbrüdern, Muslimbrüdern und Salafisten, Säkularisten und Islamisten, Christen und Muslimen drohen?“

    Nein, eine wirtschaftliche Stabilisierung wird es nicht geben. Allenfalls Krieg mit Nachbarländern (Israel) könnte zu einer Stabilisierung im Inneren führen.

    „Und wenn in Syrien ein offener Bürgerkrieg ausbrechen sollte, droht dann die Libanonisierung der gesamten Region, der Zerfall in ethnisch-religiös dominierte Instabilität?“

    In Syrien ist bereits ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Die Libanisierung der Region schreitet voran.

    • 12. Juni 2012 um 20:38 Uhr
    • Klampi
  22. 22.

    So, jetzt ist mir die Puste ausgegangen. Den Rest möge ein Anderer für Herrn Lau beantworten. Die Ursache für die Konflikte sind die Ideologie, der politische Islam. Nur die ideologische Auseinandersetzung wird zu einem Frieden führen. Es gilt zu zeigen, dass der politische Islam falsch ist. Das ist der einzige Weg zu einem dauerhaften Frieden.

    • 12. Juni 2012 um 20:43 Uhr
    • Klampi
  23. 23.

    Mit strenggläubigen muslimen ist eine inhaltliche auseinandersetzung über werte kaum möglich. Aber man kann sie nerven und ihnen zeigen wie hohl ihre ideologie ist, persönlich und im internet. Zum beispiel immer wieder mit der frage warum sie hier sind, wo es doch soviele staaten gibt mit einer alten islamischen kultur. Da müßte doch für jeden was dabeisein.

    • 12. Juni 2012 um 21:11 Uhr
    • ernsthaft
  24. 24.

    Ägypten kann man nicht boykottieren wie Gaza.

    Welcher Staat in Europa soll den Ägypten aus welchen Gründen boykottieren?

    – insbesondere, zumal bei den letzten Wahlen (den Präsidentschaftswahlen) doch folgende zwei Schlüsselresultate aus Sicht Europas bemerkenswert sind:

    1 – Das Verhältnis von 57% nicht-islamistischer Stimmen versus 43% islamistische Stimmen

    2 – Der säkulare Links-Nasserist Sabaha errang in den zwei größten urbanen Zentren Kairo und Alexandria den ersten Platz.

    In Alexandria, traditionelles Treibhaus des Islamismus und Salafismus, landete er mit 34,2% vor den Kandidaten Abul-Fotouh (22%) und Amr Moussa (16,5%) und vor Mursi (15,3%).

    In Kairo errang Sabahi den 1. Rang mit 34,6% der Stimmen vor Shafik (25,9%), Mursi (21,1%) und Abul-Fotouh (19,2%).
    Sehr viele arme Kopten, z.B. die koptischen Müllsammler Kairos ‚zabadeen‘, haben vermutlich Sabahi ihre Stimmen verliehen.
    Auch im Kairo-Stadtviertel Imbaba – während der 90er Jahre als von den Islamisten kontrollierte ‚Islamische Republik von Imbaba‘ bekannt – errang Sabahi 32,2% vor Shafiq (23,2%), Mursi (18,3%) und Abul-Fotouh (14,7%).

  25. 25.

    Korrektur: … Welcher Staat in Europa soll denn Ägypten aus welchen Gründen boykottieren? …

  26. 26.

    @Publicola

    „insbesondere, zumal bei den letzten Wahlen (den Präsidentschaftswahlen) doch folgende zwei Schlüsselresultate aus Sicht Europas bemerkenswert sind:

    1 – Das Verhältnis von 57% nicht-islamistischer Stimmen versus 43% islamistische Stimmen

    2 – Der säkulare Links-Nasserist Sabaha errang in den zwei größten urbanen Zentren Kairo und Alexandria den ersten Platz.“

    Süss, die NSDAP hatte auch eher weniger als 50% der Stimmen und im von Hitler eher nicht so gemochten Berlin der 20er Jahre hatte er und seine Partei wohl noch weniger Stimmen.
    Wie das alles ausging ist bekannt. Daher sollte man auf solche Zahlen nicht viel geben, vorallem nicht dann, wenn man es mit einer zu allem entschlossenen faschistischen Ideologie zu tun hat. Im Falle Ägyptens eine religös-faschistische Ideologie, oder wie die Taz Islamisten nannte, man es mit Islamnazis zu tun hat.

    Das schlimmste was Europa tun kann, ist diesen sich nun etablierenden Islamistenstaaten auch noch finanziell unter die Arme zu greifen. „Islam ist die Lösung“ ist das Motto der MB, die Bevölkerung muss auf die harte Tour lernen, dass das eben nicht so ist. Sondern dass genau das Gegenteil korrekt ist.

    • 12. Juni 2012 um 23:37 Uhr
    • Bellfruta87
  27. 27.

    So und morgen hauen wir die Höllander weg!!!!
    http://www.youtube.com/watch?v=oWvKVE6rLI0

    • 12. Juni 2012 um 23:38 Uhr
    • Bellfruta87
  28. 28.

    @ Bellfruta87
    „Süss, die NSDAP hatte auch eher weniger als 50% der Stimmen“
    Ekelhaft, diese Relativierung des NS-Regimes.

    • 13. Juni 2012 um 00:24 Uhr
    • TobyR
  29. 29.

    @TobyR:

    Wo ist Ihr Problem? Was hier „relativiert“ wird, sind ja nicht die Untaten des NS-Regimes, sondern bloß der Modus seiner Machtergreifung. Die Befürchtung, dass eine antidemokratische Bewegung auch mit weniger als 50% der Stimmen die Demokratie abschaffen könnte, ist nicht aus der Luft gegriffen – und die NS-Machtergreifung bietet nunmal ein anschauliches Beispiel.

    Wobei dazu zu beachten ist, dass auch die 70% der Deutschen, die 1933 nicht die NSDAP wählten, deshalb noch lange nicht Parteien wählten, denen am Erhalt der Weimarer Republik gelegen war. Für einen solchen Vergleich wäre also abzuklären, welcher Teil der nicht-islamistischen Parteien ein islamistisches Regime als kleineres Übel dem Sieg einer anderen nicht-islamistischen Partei vorziehen würden.

    • 13. Juni 2012 um 01:12 Uhr
    • Arjen van Zuider
  30. 30.

    @ BF – Chapeau für Ihre Weissagung! Meine Hochachtung.
    Schön insbesondere für Sie, dass Sie als bewährter Wahrseher in die Zukunft blicken können und heute genauestens wissen, dass sich die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts nun aktuell in Ägypten wiederholen und dass daher jetzt umgehend eine Bestrafung der Bevölkerung seitens Europa fällig ist via Unterlassung irgendwelcher denkbarer finanzielll zu Buche schlagenden Hilfen.

  31. 31.

    Tunesien
    Tunisia’s state news agency TAP announced a curfew for 8 governorates to take effect at 9 PM and last until 5 AM. The curfew applies to the governorates of Tunis, Ariana, Ben Arous, Manouba, Sousse, Monastir, and Ben Guerdane. … The curfew applies to areas that saw violent protests last night, possibly in connection to an art exhibition considered blasphemous by religious conservatives.
    http://www.tunisia-live.net/2012/06/12/curfew-announced-for-9-pm-tonight-applies-to-8-tunisian-governorates/

  32. 33.

    PS – Diese Frage wurde bereits öfter auf anderen Threads, zuletzt dort unter # 620, angesprochen unter der Fragestellung, wie die westlichen Demokratien (Europa, USA) die Demokraten in Tunesien und Ägypten unterstützen könnten. Ausgangspunkt war dabei ein Vorschlag von Sandmonkey:

    » … if the U.S. is truly interested in promoting democracy in Egypt, it should transfer its democracy aid money to thousands of college scholarships to young Egyptians from all over the country, and send them back to Egypt after living in the civil rights focused U.S. for 4 years….“

    Vorbild für diesen Vorschlag sind Maßnahmen der amerikanischen Regierung nach dem Sieg über Hitlerdeutschland:

    … Organisationen wie z.B. die Ford-Stiftung, der American Field Service, Youth for Understanding, der Rotary-International- Club, das Fulbright-Programm, der American Council on Germany und die Atlantik – Brücke schufen das transatlantische Netzwerk zwischen Deutschen und Amerikanern aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften sowie Studenten, WissenschaftIern und Journalisten.
    Nahezu die gesamte Generation der deutschen Elite,
    die in der Bonner Republik aufwuchs,
    hatte zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben in Amerika studiert, gearbeitet oder Amerika besucht.

    Von einem hiesigen Kommentator stammt ein weiterer diesbezüglich zielführender Vorschlag, durch differenzierte Maßnahmen die Demokratie zu unterstützen:

    Zwei Jahre in den USA über eine Zeitarbeitsfirma verschiedene Jobs machen, halte ich für zivilgesellschaftlich lehrreicher, als sich vier Jahre von den Absurditäten der liberalen Künste traktieren zu lassen.
    [Thomas Holm]

    http://blog.zeit.de/joerglau/2012/05/29/warum-nur-muslime-den-salafismus-besiegen-konnen_5581/comment-page-78#comment-284762

  33. 34.

    @ Bellfrutta

    „So und morgen hauen wir die Höllander weg!!!!“

    Hooligan!

    • 13. Juni 2012 um 08:49 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  34. 35.

    Nicholas Eberstadt beschäftigt sich mit der (un)heimlichen Revolution in der islamischen Welt:

    Given the extraordinary — indeed, as we have just seen, often historically unprecedented — fertility declines that a number of Muslim-majority populations have sustained over the past generation, it is now the case that a substantial share of the Ummah is accounted for by countries and territories with childbearing patterns comparable to those of contemporary, affluent, Western, non-Muslim populations. The low fertility levels for the Muslim-majority societies in question, it should be noted, have generally been achieved on substantially lower levels of income, education, urbanization, modern contraception utilization, and the like than those that characterize the more developed regions with which their fertility levels currently correspond today.

    http://www.hoover.org/publications/policy-review/article/118261

    • 13. Juni 2012 um 09:34 Uhr
    • Serious Black
  35. 36.

    Nachtrag zu #35

    Rapid population aging on relatively low income levels. The lower a country or territory’s fertility, the more powerful the demographic pressure for population aging over the subsequent generation. With extremely rapid fertility decline — and the descent into sub-replacement fertility — a number of Muslim-majority populations are already set on course for very rapid population aging. Over a dozen Muslim-majority populations, under current uscb projections, would have higher fractions of their national populations over the age of 65 by 2040 than the U.S. today. Today these same places enjoy only a fraction of U.S. per capita income levels; even with optimistic assumptions about economic growth, it is hard to envision how they might attain contemporary oecd income levels — much less contemporary oecd educational profiles or knowledge-generation capabilities — by the time they reach contemporary oecd aging profiles. How these societies will meet the needs of their graying populations on relatively low income levels may prove to be one of the more surprising and unanticipated challenges of the fertility revolution now underway in the Ummah.

    • 13. Juni 2012 um 09:41 Uhr
    • Serious Black
  36. 37.

    @Publicola

    „possibly in connection to an art exhibition considered blasphemous by religious conservatives“

    possibly in connection to an art exhibition considered entartet by religious Islamnazis.

    • 13. Juni 2012 um 09:45 Uhr
    • Bellfruta87
  37. 38.

    Ähnliches gilt vom Wachstum agesehen für China.

    • 13. Juni 2012 um 09:45 Uhr
    • MRX
    • 13. Juni 2012 um 09:48 Uhr
    • Serious Black
  38. 40.

    Den Euro hält in seinem Lauf…

    • 13. Juni 2012 um 10:00 Uhr
    • MRX
  39. 41.

    OT – aber: so gesehen ist dieser Blog sehr positiv im ID-zeitalter:

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/kontra-punkt-zutritt-fuer-kinder-verboten/6741800.html

    • 13. Juni 2012 um 10:49 Uhr
    • Zagreus
  40. 42.

    – Fatwa –

    Definitiv interessieren würde mich schon, warum
    – nach den Verkündern einer Tötungs-Fatwa nicht über Interpol gefahndet und/bzw.
    – hinsichtlich dieser Personen ein internationaler Haftbefehl ausgestellt wird sowie dann gegebenfalls
    – gegen diese Fatwa-Verkünder Anklage vor einem internationalen Gerichtshof erhoben wird.

    • 13. Juni 2012 um 11:22 Uhr
    • Publicola
    • 13. Juni 2012 um 11:27 Uhr
    • Zagreus
  41. 44.

    @ Z

    Exzellent auf den Punkt gebracht!

    • 13. Juni 2012 um 12:04 Uhr
    • Serious Black
  42. 45.

    @ Zaggy # 43

    Warum nur in der Überschrift?

    „The shortcut answer is that Muslims can defend pluralism but political Islam will not — unless, of course, for deception.“

    • 13. Juni 2012 um 12:13 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  43. 46.

    @ SB

    der artikel von M. Akyol sprich wirklich den wesentlichen Punkt aus:

    „In this column I have written endless times that the generic difference between a devout Muslim and an Islamist is the simple fact that a devout Muslim would abstain from alcohol and pork, whereas an Islamist would force others to abstain from alcohol and pork.“
    –> letztendlich ist es der anspruch, dass der (religiöse) gesetzescharakter des islams, der als politisch-juristische gesetze auf andere menschen erweitert werden soll, dasjenige element ist, dass eine gleichsetzung von religion und staat erzeugt und somit dasjenige ist, warum der islam (weil dieser Anspruch von einer mehrheit der moslime anscheinend (so mein Eindruck) vertreten wird) inakzeptabel ist, so wie er im moment ist bzw. von vielen moslimen kommuniziert wird.

    • 13. Juni 2012 um 12:16 Uhr
    • Zagreus
  44. 47.

    @ HJS

    Ich bezog mich in einem nicht-ausschließlichkeitsverhältnis auf die (teil-)überschrift von laus artikel: „die Herrschaft der Bärtigen“. Der Artikel von Aykol setzt sich eben mit diesem ‚Herrschaftsanspruch der Bärtigen‘ auseinander.

    • 13. Juni 2012 um 12:19 Uhr
    • Zagreus
  45. 48.

    Btw: Akyols Artikel ist ausgezeichnet.

    • 13. Juni 2012 um 12:21 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  46. 49.

    @ Zagreus #43

    Sehr guter Artikel von Akyol. Tatsächlich „auf den Punkt gebracht“.

    • 13. Juni 2012 um 12:41 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  47. 50.

    Der demokratische Geist ist aus der Flasche, und niemand wird ihn wieder hinein stopfen können. Ob und in welchen Formen er institutionalisiert werden kann, wird wohl erst in einem langen Prozess deutlich werden.

    Ein langer Prozess, das wird es wohl in der Tat werden.

    „I hate the Muslim Brotherhood and the [ultra-conservative Muslim] Salafis ­— they have abused religion. Egyptians are in the process of understanding that just because they say they are Muslims, it doesn’t mean they are good,“ says 30-year-old Dalia Ziada, the executive director of the Ibn Khaldun Center for Development Studies. „We need to give Egyptians an alternative to the country’s two forces: the Brotherhood and the old regime.(…)“

    Ziada says political society in Egypt needs to be built from the ground up. That’s why she and the famed Egyptian democracy activist Saad Eddin Ibrahim have embarked on an ambitious project: to train Egypt’s young revolutionaries to be politicians.

    „We are making an academy,“ says Ziada, „and it will be free for everyone.“

    Ganzer Artikel unter:
    http://www.theglobalmail.org/feature/the-revolution-will-be-politicised/262/

    • 13. Juni 2012 um 12:49 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  48. 51.

    @ Zagreus – Danke für den Link zum Artikel von Akyol.
    Es wird allerhöchste Zeit, dass man im Sinne eines Mehr an Pazifizierung einer/jeglicher Gesellschaft auch (endlich und mainstream-mehrheitsfähig) in islamisch-geprägten Regionen (umgehend) die Notwendigkeit einer glasklaren, ernsthaften, seriösen Trennung von Staat und Religion/Glauben/Theologie begreift und aktivst dafür sich einsetzt bzw. kämpft.

    • 13. Juni 2012 um 12:54 Uhr
    • Publicola
  49. 52.

    PS zu # 31 – Tunesien: „a curfew for 8 governorates to take effect at 9 PM and last until 5 AM. … The curfew applies to areas that saw violent protests last night,
    possibly in connection to an art exhibition
    considered blasphemous by religious conservatives.“

    … About 40 injured demonstrators were admitted to the Rabta Hospital in the Bab Saadoun neighborhood of Tunis over the past day according to Tarek, a doctor working there …
    “A lot of people who we admitted we have released already,” said Tarek. “The police did not use real bullets when firing to disperse demonstrators.” …

    Tarek did not consider his patients to be Salafists …
    “Some people we admitted may have had beards and religious dress
    but they also had markings on their arms of needles from drug use,” Tarek added.

    http://www.tunisia-live.net/2012/06/12/doctor-at-tunis-hospital-we-admitted-40-for-injuries-over-the-past-day/

    • 13. Juni 2012 um 13:04 Uhr
    • Publicola
  50. 53.

    Der Artiekel von Akyol ist wirklich extrem lesenswert.

    OT – aber in meinen Augen für uns alle nicht weniger Wichtig (wenn nicht sogar um einiges Akuter als sämtliche ‚Islam-probleme‘):

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_glaube_an_den_osterhasen_der_europaeischen_geldpolitik/

    Wir splittern gerade in eine katastrophe hinein – und desto länger dieses ‚ei‘ ausgebrütet wird, um so häftiger wird es kommen.

    • 13. Juni 2012 um 14:41 Uhr
    • Zagreus
  51. 54.

    Würde ich für jede sich drohend auszubrechend anbahnende Katastrophe ein buntes Ei bekommen, dann wäre der Osterhase arbeitslos. Und das betrifft nur das Katastrophensample der letzten Woche.

    Ganz klar ein Fall für H.M. Broder

    • 13. Juni 2012 um 14:51 Uhr
    • Limited
  52. 55.

    – Ägypten –

    … An Egyptian prosecutor has ordered a virginity test on a woman who was allegedly involved in an “indecent act” with an Islamist parliamentarian, local media reported on Wednesday, in a decision that has reminded many of the widely-controversial case against the practice earlier this year. … “Indecent act” is the term given by Egyptian police to any act involving sexual activities.

    The Salafi MP has until now escaped questioning due to the parliamentary immunity he is entitled to.

    Nesrine, however, has been detained for four days under orders by the prosecutor, Egypt-based online news site Bikya Masr reported, and is pending a “test to determine if she is a virgin or not.”
    The prosecutor will also carry out a “background search” on the 19-year-old to determine if she has a criminal record …

    http://english.alarabiya.net/articles/2012/06/13/220426.html

  53. 56.

    Akyol war vor einigen jahren noch ein kreationistischer Geisterfahrer. Beachtlich.

    • 13. Juni 2012 um 15:01 Uhr
    • Bulut darf
  54. 57.

    @ Marriex

    Über den themenkomplex, der hinter „kreationistischer Geisterfahrer“ steht, wurde ja nichts gesagt….

    aber man soll auch nicht den Leuten die Fähigkeit sich zu ändern absprechen (so l lá: “ wer mit 20 kein Sozialist ist, hat kein Herz, und wer mit 30 immer noch Sozialist ist, hat keinen Verstand.“) – vielleicht ist ihm über die jahre so das ein oder andere gekommen, dass Glaube nicht gleich ‚besserer mensch‘ bedeutet und das manche glaubensauffassungen kollidieren mit anderen Auffassungen, z. b. über Humanität und Gleichberechtigung der Wahl der jeweiligen Religion. Möglichrweise haben wir vor uns in ihm einen von Erdogan und dessen AKP enttäuschten gläubigen Türken.

    • 13. Juni 2012 um 15:10 Uhr
    • Zagreus
  55. 58.

    Zum Hintergrund des Obamismus:

    http://www.gatestoneinstitute.org/3106/western-critics-democracy

    @ Z

    aber man soll auch nicht den Leuten die Fähigkeit sich zu ändern absprechen

    Meinte ich ja.

    • 13. Juni 2012 um 15:19 Uhr
    • Bulut darf
  56. 59.

    @ M

    Durchaus so verstanden ihren Post (schon allein am „Beachtlich“ war es zu erkennen, dass nach dem satz erfolgte) – ich wollte es nur noch einmal ausformulieren – that’s all.

    • 13. Juni 2012 um 15:29 Uhr
    • Zagreus
  57. 60.

    @ marriex

    danke für den sehr guten Artikel von M. Curtis:

    „The most plausible explanation for silence in democratic countries, however, is fear. Westerners fear being accused of racial prejudice or „Islamophobia.“ Publishing houses have been wary out of fear of physical violence and economic boycott, of issuing books, such as the novel, The Jewel of Medina by Sherry Jones, a work that might „offend“ some in the Muslim community, which often sounds as if it believes there should be a new Right Not To Be Offended.“

    • 13. Juni 2012 um 15:47 Uhr
    • Zagreus
  58. 61.

    OT

    Die Erfolgsgeschichte wird immer erfolger:

    „Umso erstaunlicher sind die Aussagen des Top-Investors Pimco. Der weltgrößte Anleiheninvestor hat nach eigenen Angaben nur noch wenige Bundesanleihen in seinen Depots – aus Sorge vor der Schuldenkrise. Schließlich drohten dem Bundeshaushalt durch die milliardenschwere Rettungsschirme und anderweitige Verluste enorme Belastungen, so die Begründung. „Deutschland verliert durch die zunehmenden Risiken an Qualität“, sagte Andrew Bosomworth, Fondsmanager und Deutschland-Chef von Pimco, am Mittwoch.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/pimco-misstraut-deutschen-staatsanleihen-a-838637.html

    • 13. Juni 2012 um 15:52 Uhr
    • Bulut darf
  59. 62.

    @ marriex

    der schluss, denn Münchau zieht bedeutet aber: euro-bonds in der folge:

    „Entweder kommt die politische Union mit Lastenverteilung. Dann verlagert sich der Konflikt in die Innenpolitik. Oder der Euro bricht zusammen. Und dann haben wir eine ganz andere Kategorie einer Krise.“

    Das Wörtchen ‚lastenverteilung‘ steht dafür. Das problem bei der ganzen sache ist einfach, dass alle Länder eben keine Fiskal-union und keine politische Union haben. Denn wenn diese Fiskal- & Politische Union nicht vor (oder gleichzeitig) mit der ‚Lastenverteilung‘ kommt, wird es sie nicht geben, da nach der einführung der lastenverteilung die diversen Länder nicht mehr freiwillig auf ihre souveränitätsrechte verzichten werden.
    Hinzu kommt, dass es kein programm für eine politische Union gibt – da dafür erst einmal die komplette EU (mit ihren verträgen) udn der Euro-raum ummodeliert und dann eine europa- oer euro-weite verfassung eingeführt werden müsste.
    Ich sehe keine Möglichkeit für die durhsetzung einer politischen Union vor der einführung der ‚schuldenunion‘, die ja ab nächsten monat gültig wir.

    • 13. Juni 2012 um 16:28 Uhr
    • Zagreus
  60. 63.

    Hakan Turan schrieb auf seinem Blog ebenfalls einen interessanten Artikel zu Mustafa Akyol: „Die Systembesessenheit der Islamisten“

    • 13. Juni 2012 um 16:47 Uhr
    • Marit
  61. 64.

    @Z.

    Es geht doch schon seit geraumer Zeit nicht mehr um den Erhalt des Euro, sondern darum, wer zuerst die Nerven verliert. Merkel sitzt locker da und wartet darauf, dass die PIGS von selbst gehen. Eine alternativlose Taktik, aus der Deutschland gestärkt hervorgehen wird.

    • 13. Juni 2012 um 16:48 Uhr
    • esprit de canaque
    • 13. Juni 2012 um 17:04 Uhr
    • Zagreus
  62. 66.

    @ Publicola # 55

    So war Ägypten schon unter Mubarak und anscheinend soll auch auf diesen Fundamenten die ‚junge Demokratie‘ aufgebaut werden.
    Man sucht nach Worten.

    • 13. Juni 2012 um 18:23 Uhr
    • Bredow
  63. 67.

    # 63 @ Marit – Hakan Turan schrieb auf seinem Blog ebenfalls einen interessanten Artikel zu Mustafa Akyol: “Die Systembesessenheit der Islamisten” – Link:

    http://andalusian.de/index.php/blog-kategorien/item/die-systembesessenheit-der-islamisten

  64. 68.

    Danke für den Link, @Publicola ! Vielleicht lerne ich das in meinem nächsten Leben.

    • 13. Juni 2012 um 19:46 Uhr
    • Marit
  65. 69.

    @ Z

    Sinn ist halt Rechtspopulist!

    • 13. Juni 2012 um 20:54 Uhr
    • MRX
  66. 70.

    Tunesien

    1 – gesellschaftliche Situation: salafistische Unruhen gegen die Freiheit der Kunst –

    … The sight of riots consuming entire neighborhoods around the Tunisian capital, and the systemic violence against civil institutions has created shock waves throughout Tunisia. The violence and rioting caused the government to impose a curfew last night. …

    2 – die 3 involvierten, stellungnehmenden politischen Kräfte: Islamisten, Säkulare, Ancien Regime –

    … the culture wars … the real power play is a political one, pitting the three major political forces, Islamist, secular, and former regime, against each other …

    3 – Ennahdhas Schuldzuweisung an die Freiheit der Kunst –

    … Artists, organizers, and their political supporters are, according to Ennahdha, the force behind the political discord that caused religious extremists to riot and they should be criminally prosecuted.

    4 – strategisch-taktische Sicht des Ancien Regime: Destabilisierung der islamistischen Regierung —

    The rioting was further provoked by elements of the former regime who have been trying to destabilize the Islamist government from the beginning in an attempt to bring back the bad-old days of Ben Ali.

    5 – strategisch-taktische Sicht der Ennahdha: Einbindung der Salafisten + Schwächung des säkularen Bourgibisten-Comebacks –

    Ennahdha is, according to this reasoning, the only political force that can both preserve Tunisia’s sacred symbols and traditions, while also bringing law and order to the country … Ennahdha leader, Rached Ghannouchi … called for a massive protest after Friday prayers to defend the country’s sacred values.
    Friday’s protest will serve two purposes …
    Firstly, the protest will allow Ennahdha to coopt [politisch einbinden] the Salafi movements who have also called for protests and who risked showing a much more extreme face of Tunisia than the government wants to project.
    Secondly, the protest falls on the eve of a major event planned by former regime elements, led by Beji Caid Essebsi, who is planning on announcing a political movement the following day. Ennahdha’s call to protest, which will likely draw tens of thousands of supporters, will help neutralize Essebsi’s announcement the following day.

    6 – strategisch-taktische Sicht der zentristisch-säkularen Bourgibisten: Aufbau einer säkularen bourgibistischen Alternative zu den Islamisten –

    … Beji Caid Essebsi has long voiced his intentions to form a political movement – the centrist, secular party … Essebsi’s goals are to create a viable alternative to Ennahdha that capitalizes on the people’s desire for more security and, to many, a return to the politics of Habib Bourguiba, modern Tunisia’s founder and and authoritarian dictator in his own right …

    7 – strategisch-taktische Sicht und Situation der demokratisch-säkularen Liberalen –

    Liberal secular politicians are caught between these two elements, one they see as a secular dictatorship, the other a religious one. And yet, they are in a difficult position because their defense of freedom of expression and universal rights is one that does not appear to be shared by the majority of the population. Ennahdha’s attacks on provocative artwork are widely supported in this conservative country … The secular left is stuck defending an unpopular position, and one that seems both elitist and anti-Islamic … Nevertheless, secular parties remain viable for their unabashed antipathy for religious extremists.
    While Bourguibist parties call for law and order, they are compromised by their authoritarian pasts which rounded up and jailed not just Islamists, but any opponent to the regime.
    Liberal secularists have no such baggage and will hammer the point that it was only a laxist government that could have allowed the kind of religious extremism that is new (and unpopular) in Tunisia.

    8 – strategisch-taktische Sicht der 2 säkularen Koalitionsparteien CPR und Ettakatol der Ennahdha-Regierung: Regierungs(beteiligungs)kontinuität –

    Finally, there is the interesting positions of the CPR and Ettakatol parties. Leaders in the government along with Ennahdha, Mustapha Ben Jaafar [The Democratic Forum for Labour and Liberties=Ettakatol – a socialdemocratic party] and Moncef Marzouki [Congress for the Republic – a centre-left, secular party] backed the position of Ennahdha that the art work in question was provocative and inciteful. These parties have always towed a fine line between
    appearing supportive of the Islamist-majority government and
    adhering to their roots as secular, liberal parties.
    Their political calculus appears to be that their futures reside in unifying their positions in the government, even if it risks internal turmoil within the party and a loss of liberal bona fides.

    9 – Ausblick: Führungsanspruchskonkurrenz der politischen Kräfte unter Inkaufnahme hoher Risiken für die Gesellschaft –

    Under a curfew, with riots and unrest in their fourth day, political forces appear to be playing a high-stakes game for the future of political leadership of the country. One gets the impression that … there is a risk that events could spiral beyond the control of the much-weakened police apparatus. One also gets the impression that pushing things to the brink is exactly what many politicians here are eager to do.

    From: „After extremists riot, political brinkmanship creates major risks for Tunisian revolution“
    Kefteji (website) – June 13, 2012
    http://kefteji.wordpress.com/2012/06/13/political-brinkmanship-creates-major-risks-for-tunisian-revolution/

  67. 71.

    nun ja, eine bismarck-biographie für einen mann, der einst erklärte, daß das auto in den usa erfunden worden sei, wäre durchaus ein interessanter versuch – lesen soll ja bilden. indes müssen wir leider feststellen, daß bildung alleine den weltweit wuchernden irrationalismus nicht mehr wirksam einzudämmen vermag und dessen vertreter selbst die journaille vom wohlstandssofa unangenehm aufzuscheuchen in der lage sind. bleibt uns, was die „staatsräson“ betrifft, noch die option der waffenmacht und die bereitschaft zu ihrem empathiefreien einsatz. yes, we can. battle on.

    • 13. Juni 2012 um 22:02 Uhr
    • maciste
  68. 72.

    Ägypten

    … tribes and families from the city of Arish in Sinai held a march in support of presidential candidate Ahmed Shafiq for the first time. Thousands took part. The demonstrators held pictures of Shafiq, chanted slogans praising him and presented parts of his electoral program.

    … another march in support of Shafiq on Wednesday roamed Nasr City and stopped in front of the tombs of former Presidents Nasser and Sadat. Some 40,000 people took part in the march, urging voters to give their votes to Shafiq to preserve Egypt as a civil state.

    http://www.egyptindependent.com/news/marchers-arish-and-cairo-support-shafiq

  69. 73.

    @ maciste

    „…indes müssen wir leider feststellen, daß bildung alleine den weltweit wuchernden irrationalismus nicht mehr wirksam einzudämmen vermag und dessen vertreter selbst die journaille vom wohlstandssofa unangenehm aufzuscheuchen in der lage sind.“

    Es war nie die Bildung, sondern der glaube an die Bildung und dadurch möglichen verbesserung (einerseits bildung als anspruch der aufklärung und die über bildung zu erringende verfeinerung des menschen; andererseits die bildung als voraussetzung und bestandteil des naturwissenschaftlich-technischen fortschrittes und er glaube an die durch diese zu erreichende verbesserung der welt und der lebensbedingungen).
    Wie gesagt: es war nie die Bidung, sondern er glaube an die Bildung – was ein feiner, aber wichtiger unterschied ist.
    Un viele Kreise im westen, gerade auch im gesellschafttlich-politisch-medialen bereich sind fortschrittsskeptisch bis fortschrittsfeindlich und damit auch bildungsfeindlich (auch wenn sie sich slebst als bildungsfreundlich ansehen, damit aber meist einfach nur einem folgenlosen schöngeitlichen ideal anhängen).

    • 13. Juni 2012 um 23:04 Uhr
    • Zagreus
  70. 74.

    @ EdC

    Merkel sitzt locker da und wartet darauf, dass die PIGS von selbst gehen. Eine alternativlose Taktik, aus der Deutschland gestärkt hervorgehen wird.

    Meinen Sie. In Paris, Rom und Athen reibt man sich doch schon die Hände bei dem Gedanken, dass Doof-Siggi Eurobonds abzeichnet.

    • 14. Juni 2012 um 09:57 Uhr
    • Bulut darf
  71. 75.

    @MRX

    Keine Sorge, der zeichnet gar nichts ab. Erstens wird der Mann niemals Kanzler, und zweitens ist bis nächsten September der € entweder einigermaßen gerettet, oder aus.

    • 14. Juni 2012 um 10:34 Uhr
    • esprit de canaque
  72. 76.

    @ Z #73

    Interessanter Blickwinkel. Erinnert mich irgendwie an Poppers Auseinandersetzung mit dem Positivismus.

    • 14. Juni 2012 um 10:41 Uhr
    • Serious Black
  73. 77.

    @ marriex

    – der ESM ist nichts weiter als Euro-Bonds oder eine Vergemeinschaftung aller europaweiten Staatsschulden.
    Wie das Kind heisst, ist doch egal – wichtig ist doch nur, wie es wirkt und was damit erreicht wird.
    Und erreicht wird damit eben eine verallgemeinerung der schulden.

    Da der ‚Topf‘ von 700 Milliarden Euro jederzeit und ohne Angabe von Gründen unbegrenzt erweitert werden kann, ist es de facto ein ‚unendlicher‘ Topf.

    Das ‚Spielchen‘ funktioniert so: die ESM-Institution kann nicht nur von den einzelnen Ländern Geld in unbegrenzter Höhe fordern, sondern, da sie zugleich eine Banklizenz hat, auch von der EZB.
    Die EZB hat wiederum die Lizenz Geld herauszugeben (zu drucken).
    Nun kommt irgendein EURO-Land, das Schulden hat, nicht mehr in die Öffentlichkeit damit, sondern wendet sich direkt an die ESM. Diese zahlt an dieses Land die notwendige Summe, damit das Land seine Schulen bezahlen kann – und fordert den Betrag dann von der EZB ein. Die wiederum zahlt dieses Geld an die ESM – so dass die wieder Geld zur Verfügung hat um Schuldenländer zu bedienen.
    Das ausgegebene geld der EZB wiederum wird zu Lasten der Geberländer denen angeschrieben.
    Das Geld wird bei der EZB noch nicht einmal gedruckt, sondern erscheint bei der ganzen Sache nur als ein Verschieben von elektonischen Beträgen.
    Da – wenn auch nur elektronisch – ‚Geld‘ geschaffen wurde, d. h. die Summe aller Euros erhöht wurde, sinkt demgegenüber die Kaufkraft jedes einzelnen Euros – a ja nicht die Summe der realen Werte angestiegen ist (das nennt man Inflation).
    Dabei merken sie aber erst einmal nicht, dass dem System ‚wert‘ entnommen wurde, da der Nomialwert gleichbleibt – sprich: wenn sie vorher 1000 euro = 1300$ hatten, haben sie immer noch 1000 Euro – das dumme ist nur, ihre 1000 euro sind dann nur noch 1200$ wert (als Kaufkraft). Das einzige, woran sie das merken, ist daran, dass alles immer teurer wird.
    Das Perfide aber besteht darin, wenn sie sich fragen: warum wurde denn alles teurer und anfangen Erkundigungen einzuziehen – weil sie z. b. ein Journalist sind oder ein enfacher Abgeordneter.
    Die regierung des Schuldenlandes wird ihnen nicht sagen, dass sie sich groß geld von der ESM ‚geliehen‘ haben. Ihre eigene Regierungsspitze in Form ihres Finanzministers, der im Aufsichtsrat des ESM sitzt und den Geldtransfer zugestimmt hat, auch nicht, denn er ist politisch dafür verantwortlich und wird kaum zugeben wollen, Neuverschuldungen ohne Gegenleistungen zugestimmt zu haben.
    Muss er das denn nicht? Nein, er ist genauso wie der komplette ESM juristisch da nicht belangbar (imun), zudem sind sämtliche Schriftstücke des ESm geheim und es besteht werden eine Auskunftpflicht noch ein Recht auf Akteneinsicht – ja sie können es noch nicht einmal juristisch einfordern.
    Sie bekommen also gar nichts mehr mit davon außer in Form von ‚unerklärlichen‘ Preissteigerungen, dass neues Geld geschaffen wurde – und selbst wenn sie als z.. B. Journalist oder Jurist einen verdacht haben, so können sie ihn nich beweisen, da sie ja gegenüber dem ESM-Institut keine Rechte genießen.
    Und so wird die Vergemeinschaftlichung aller Schulden in der EURO-Zone funktionieren, sobald das ESM-Institut seine Arbeit aufgenommen hat, und zwar ohne dass dabei eines er EURO-Zonen-Länder auch nur irgendwie eine Reform oder von seiner Verschuldungsstrategie abrückten müsse – da der ESM vor eben der Fiskal-Union und neuen EU-Verträgen über Eingriffe in die Haushaltshoheit eingeführt wird.
    Das heisst, es wird in ca. 1-2 Monaten keine EURO-Krise mehr geben in dem Sinne, dass eine Kommunikationseinheit auftreten wird, die zum Inhalt hat, dass ein land seine Schulden nicht mehr bedienen kann bzw. um geld anfragen muss.
    Denn entsprechende ‚Nöte‘ werden einfahc nicht mehr öffentlich kommuniziert, sondern wie ich es oben dargestellt habe, einfach nur noch dem ESM_Institut mitgeteilt und dann von diesem ‚Gelöst‘ werden durch Geldtransfer, der aber auch nicht mitgeteilt wird – und wie gesagt: eine akteneinsicht ist nicht möglich: ergo kann niemand (weder ein journalist, noch einer, der sich überlegt geld anzulegen noch sonstwer außer ein Finanzminister) überprüfen, ob es einen transfer gab.

    Ohne die Info aber, dass ein land in Not ist (wie auch immer), gibt es aber keine krise mehr – und zwar weder an den Märkten noch eben im politischen Bereich.
    ‚Wir‘ werden es wissen, dass so der ESM funktioniert einfahc daran, dass es in 2-3 Monaten keine Nachrichten über finanz- und staatshaushaltkrisen in der EURO-Zone mehr gibt und unsere Politiker, allen voran Merkel und Schäuble sich auf die fahnen schreiben werden, dass sie di Krise ‚gemeinsam‘ gelöst haben und weiteres Bla-Bla…

    Aber ist die Krise als ‚sachereignis‘ gelöst? – denn als sachereignis stellt sie dar:
    – Reformstau in diversen euro-staaten (ob koruption(-sbekämpfung), ob ineffiziente Strukturen, zu viele beamte, zu hohe ausgaben etc.
    – Überschuldung; die Staatsschulden liegen weit über den staatseinnahmen.
    –> Ergebnis: Die Staaten sind nicht mehr in der Lage den jeweiligen status quo aufrecht erhalten zu können und benötigen ‚Rettung‘, da ihnen die Marktteilnehmer nicht mehr bereit sind ihnen noch mehr Geld billig zu geben.
    Und sie erhalten dieses vertrauen eben nur damit zurück, dass sie ihre devizite minimieren und ins plus kommen – was heisst, unangenehme einschnitte, kürzungen, reformen usw… – was politisch unangenehm ist und zudm einfach dauert, bis die entsprechenden gesetze durch sind und wirkung entfalten.

    Wenn aber das damit einhergehende politische gescheie all derer, die dabei irgendwelche ‚nachteile‘ erfahren ausbleibt (und jede Veränderung, gerade auch jede Reform, beinhaltet das nunmal), wissen wir = die *Sachkrise* besteht weiter, auch wenn es ‚politive‘ nachrichten aus der politik gibt und nirgends mehr von einer Not eines Staates geredet wird.

    Aber ich bitte darum, nicht einfahc nur auf die Namen zu achten, sondern vor allem darauf, was mit einer maßnahme, einem mechanismus erreicht werden soll (= das, was leute erzählen) und erreicht werden kann (= das, was sich mit dem ‚herumspielen‘ eines modells alles an möglichkeiten ergibt).

    • 14. Juni 2012 um 10:46 Uhr
    • Zagreus
  74. 78.

    Kindergärten in Gaza Teil II

    A top Islamic Jihad operative on Wednesday accused Israeli rabbis of teaching hatred and racist values to children, a statement made in response to a recent report that Gaza kindergartens indoctrinate students into becoming terrorists.

    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4242297,00.html

    • 14. Juni 2012 um 10:53 Uhr
    • Serious Black
  75. 79.

    @ SB

    „Interessanter Blickwinkel. Erinnert mich irgendwie an Poppers Auseinandersetzung mit dem Positivismus“

    Es geht einfach mir nur darum aufzuzeigen, weshalb jemand ‚Bildung‘ schätzt und was darunter zu verstehen ist – einfach nur etwas ‚auswendig lernen‘ oder neues wissen zu erzeugen, einfach etwas zu übernehmen oder mit Hilfe von Überprüfungsmechanismen abzuklopfen erst einmal usw…
    All diese Dinge haben aber damit zu tun, wie eine gesellschaft Bildung definiert udn für wassie diese für gut hält und inwieweit sie welche formen politiv konnotiert.
    Jemand, zum beispiel ein 10 jähriges Kind, das den koran (oder die Bibel) auswendig lernt und nun nachplappern kann, ist auch gebildet, wenn es in einer gesellschaft lebt, dass diese spezielle Form von wissen (auswendig etwas zu können) in diesen speziellen bereich (heilige schriften), poitiv konnotiert – zum beispiel es mit titeln auszeichnet, und als ein erstrebenswertes ideal und eine aufstiegschance für junge mneschen kommuniziert.
    Hinter dieser haltung stehen aber wiederum Annahmen und Wert(-sätze), quasi die ‚normen‘ dieser gesellschaft inc. eben der entsprechenen glaubenssätze oder weltanschaulichen grundlagen dieser gesellschaft.
    Das jemand sich anstrengt und dann als ideal jemand werden will, der eine erfindung tätigt und in irgendeiner Hinsicht die welt besser machen möchte (und dafür gelobt und bewunert werden will) oder etwas neues entdeckt in einem labor und dann zum berühmten forscher wird und den nobelpreis erhält, funktioniert alles nur, wenn eben solch ein verhalten ein erstrebenswertes ziel in der gesellschaft darstellt – denn das bringt menschen dazu, eben dies für sich oer ihre kiner zu erträumen, ihnen es zu kommuniieren udn somit viele anzuregen, danach zu streben und in der richtung tätig zu werden.

    • 14. Juni 2012 um 11:03 Uhr
    • Zagreus
    • 14. Juni 2012 um 11:14 Uhr
    • Bulut darf
  76. 81.

    @ Z

    Die Gründe für die Wertschätzung unterschiedlicher Arten von Bildung sind mir nicht so wichtig.

    Eine Gesellschaft, die kritisches Denken positiv anerkennt, wird auf Dauer die kreativere sein.

    Das ist das Kennzeichen einer modernen Gesellschaft und der Motor des Fortschritts.

    • 14. Juni 2012 um 11:25 Uhr
    • Serious Black
  77. 82.

    @ MR

    Ein Paradebeispiel des ‚politischen Selbstmords‘.

    • 14. Juni 2012 um 11:31 Uhr
    • Serious Black
  78. 83.

    @ SB

    naja, Black, die gründe sind die ursachen dafür, dass eben eine Gesellschaft kritisches Denken positiv anerkennt – ud wenn die grüne wechseln, wie z. b. fortfallen, oder die eliten bzw. die klassen, die sie bisher kolportierten, neue gründe sich suchen, fällt nach einer Weile auch das kritische Denken weg.

    Und die gründe liegen in einem ‚glaubensbereich‘ – meist in Hoffnungen auf verbesserungen, die damit erreicht werden soll.

    • 14. Juni 2012 um 11:34 Uhr
    • Zagreus
  79. 84.

    @ Z

    Und die gründe liegen in einem ‘glaubensbereich’ – meist in Hoffnungen auf verbesserungen, die damit erreicht werden soll.

    Ja, aber allein schon die Frage, was eine Gesellschaft als Verbesserung definiert und somit für erstrebenswert erachtet, ist ein weites Feld.

    Islamisten beispielsweise, geht es nicht darum, eine moderne, wohlhabende, demokratisch-pluralistische Gesellschaft zu schaffen.

    • 14. Juni 2012 um 11:57 Uhr
    • Serious Black
  80. 85.

    @ SB

    „Ja, aber allein schon die Frage, was eine Gesellschaft als Verbesserung definiert und somit für erstrebenswert erachtet, ist ein weites Feld“

    Eben, meine ich doch! – ie einen halten für eine verbesserung ein zurück zu irgendeiner idealisierten ‚Anfangszeit‘, die nächsten wollen einen zustand bewahren, der als besser gilt als das drohende neue, die nächsten wollen etws kurzfristig neues, und die übernächsten wollen gleich mal den entpunkt der geschichte herbeirevoluzzern oder die weltaufgabe des menschen beenden oer das kosmische gleichgewicht herstellen usw…
    Alles ziele , alles ‚veresserungen‘ und alle fördern unterschiedliche ‚ideale‘.

    • 14. Juni 2012 um 12:24 Uhr
    • Zagreus
  81. 86.

    Eben, meine ich doch!

    Mir reicht die Feststellung, daß die Utopie der Islamisten für uns Menschen des Westens eine Dystopie darstellt.

    Deren Auffassungen sind so inkompatibel mit der westlichen Gesellschaftsordnung, daß mir ein Verstehen der Gründe für diese Rückwärtsgewandheit erstmal egal ist.

    Es kann mit solchen Leuten weder einen ergebnisoffenen Dialog auf Augenhöhe geben, noch können wir ihnen unsere Aufklärung aufzwingen.

    Vielleicht sieht in hundert Jahren die Welt etwas anders aus.

    • 14. Juni 2012 um 12:45 Uhr
    • Serious Black
  82. 87.

    @MRX

    Immer irrer

    Wohin ist denn ihr politischer Instinkt entschwunden? Wahrscheinlich will Kretschmann auch Endlagersuche im Ländle.

    Der macht genau, was sie so schätzen, offenbar ist Altmaier ein zäherer Hund.

    • 14. Juni 2012 um 13:17 Uhr
    • Boothby
    • 14. Juni 2012 um 13:30 Uhr
    • PBUH
  83. 89.

    @ SB

    „Mir reicht die Feststellung, daß die Utopie der Islamisten für uns Menschen des Westens eine Dystopie darstellt.“

    Nein, das stimmt so nicht – es stellt eine dysfunktion für einige menschen dar und für einige ziele – für andere menschen und andere ziele eben genau nicht – und darin liegt doch genau das problem.

    „Deren Auffassungen sind so inkompatibel mit der westlichen Gesellschaftsordnung, daß mir ein Verstehen der Gründe für diese Rückwärtsgewandheit erstmal egal ist.“

    Denn deren Auffassungen sind inkompatibel mit … ja mit as, nicht mit … gesellschaftsordnungen , aber sie sind kompatibel mit einigen träumen und vorstellungen, und sie sind kompatibel mit einigen Zielsetzungen wie eben im ‚dagegen-sein‘ gegen andere Ziele.

    Du vergisst die einstellungen der grünen und so gut aller,, die sich heutzutage als Links bezeichnen.
    Diese leute sind hochgradig konservativ, nämlich im sinne eines zurücks zu einer harmonie, eines harmonischen zusammenlebens mit der natur, und hochgradig auf ein ‚gleichheitsideal‘ unter den Menschen ausgerichtet, die de facto ein kollektivismus darstellt.
    die Grünen und fast alle bedeutenden Linken strömungen sind vor allem antimodern (technik und fortschrittsfeindlich) und anti-kapitalistisch und anti-liberal – was sich unter anderem in ihrem Moralismus ausdrückt.
    Und damit treffen sich sich sehr gut mit den träumen der Islamisten. Die islamisten stellen sich in der konsequenz eine andere gesellschaft vor als die grünen/Linken, aber im ‚dagegensein‘ sind sie schonmal oft verbündet, was sich dann ausdrückt in einem gegen die USA und ja, auch das: gegen Israel zu sein. Un sie sind beide für eine Zukunft, die ein idealzustand, der sich irgendwie als ein immer gleichbleibender ‚harmonie-zustand‘, also eine art paradies des stillstandes, beschreiben lässt. Ein dynamisch-fortschreitendes Ideal steckt da eben nicht dahinter.
    Die islamisten haben sich nicht ohne grund mit den Nazis verstanden, und aus ziemlich ähnlichen Struktur-gründen verstehen sie sich auch gut mit den grünen und linken.
    Die vorstellungswelten in ihren idealen von harmonie, gleichheit und stillstand, die sehnsucht die ‚wahrheit‘ zu besitzen, ähneln sich ziemlich – beide strömungen, die der islamisten und die der grünen/neu-linken, sind vor allem auch anti-modern und somit gegen die vereinzelung und die verunsichertheit des individuums gerichtet.

    • 14. Juni 2012 um 13:39 Uhr
    • Zagreus
  84. 90.

    @ Z

    Danke für Deine Ausführungen..

    Wie war das noch gleich? Wer mit 20 kein Sozialist ist, hat kein Herz und wer mit 30 noch Sozialist ist, hat keinen Verstand?

    Mit Kollektivismus konnte ich noch nie viel anfangen. Man landet allzu schnell bei der Bereitschaft andere Menschen für das große Ziel über die Klinge springen zu lassen (Wie zum Beispiel im nordkoreanischen Gefängnisstaat).

    • 14. Juni 2012 um 14:03 Uhr
    • Serious Black
  85. 91.

    „Dieser Krieg haben wir innerlich längst abgehakt“

    Zurecht. Westliche Werte hatten in Afghanistan zu keinem Zeitpunkt eine Chance. Sowjetische Werte übrigens auch nicht.

    Afghanische Polizeiangehörige (!) werden der Entführung und Vergewaltigung einer 18-jähigen beschuldigt; die Besonderheit: Sie halten ihre Tat für einen legitimen stammesgesellschaftlich gebräuchlichen Akt zur Beilegung einer Familienstreitigkeit durch Verheiratung. 050-1.00

    http://www.youtube.com/watch?v=jcJaKJFuIpA&feature=plcp

    In Kunduz übrigens – Bundeswehrgebiet; und von US-Special Forces trainiert. Ehemalige Taliban; mithin jene legendären „gemäßigten Taliban“, nach welchen man ohne Unterlass gesucht hatte, bis man sie endlich fand, obwohl einige Islamophobe behaupteten, dass es so etwas garnicht geben könne …

    http://www.youtube.com/watch?v=jcJaKJFuIpA&feature=plcp

    Spätestens seit Friedrich Engels sich mit Afghanistan befaßt hatte, konnte man wissen, dass so eine hierarchiebesessene, vergeltungsgeile und verlogene (!) Gesellschaft – verloren ist für jeden Gedanken an persönliche Freiheit, soziale Verantwortung und what have you …

    Aber „Nation Building“ sollte sein; laut alter Spiegeltitelgeschichte angeblich auf Druck Deutschlands gegenüber den ach so schießwütigen Cowboy-Amerikanern.

    Hat ein Volk ein Recht auf solche Lügen und wenn ja, wer verkauft das den Eltern der Gefallenen ? Hätten Sie Lust sich da zu engagieren, Herr Lau ?

    Die Dronen dagegen sind Realpolitik – selbstverständlich im Einvernehmen mit den Pakistanischen Gentlemen-Generalen, deren Tischmanieren weltweit gepriesen werden. DIESE Leute machen sich über ihr Volk wenigtens nichts vor.

    • 14. Juni 2012 um 14:10 Uhr
    • Thomas Holm
  86. 92.

    “Dieser Krieg haben wir innerlich längst abgehakt”

    Zurecht. Westliche Werte hatten in Afghanistan zu keinem Zeitpunkt eine Chance. Sowjetische Werte übrigens auch nicht.

    Afghanische Polizeiangehörige (!) werden der Entführung und Vergewaltigung einer 18-jähigen beschuldigt; die Besonderheit: Sie halten ihre Tat für einen legitimen stammesgesellschaftlich gebräuchlichen Akt zur Beilegung einer Familienstreitigkeit durch Verheiratung. 050-1.00

    http://www.youtube.com/watch?v=jcJaKJFuIpA&feature=plcp

    In Kunduz übrigens – Bundeswehrgebiet; und von US-Special Forces trainiert. Ehemalige Taliban; mithin jene legendären “gemäßigten Taliban”, nach welchen man ohne Unterlass gesucht hatte, bis man sie endlich fand, obwohl einige Islamophobe behaupteten, dass es so etwas garnicht geben könne …

    Spätestens seit Friedrich Engels sich mit Afghanistan befaßt hatte, konnte man wissen, dass so eine hierarchiebesessene, vergeltungsgeile und verlogene (!) Gesellschaft – verloren ist für jeden Gedanken an persönliche Freiheit, soziale Verantwortung und what have you …

    Aber “Nation Building” sollte sein; laut alter Spiegeltitelgeschichte angeblich auf Druck Deutschlands gegenüber den ach so schießwütigen Cowboy-Amerikanern.

    Hat ein Volk ein Recht auf solche Lügen und wenn ja, wer verkauft das den Eltern der Gefallenen ? Hätten Sie Lust sich da zu engagieren, Herr Lau ?

    Die Dronen dagegen sind Realpolitik – selbstverständlich im Einvernehmen mit den Pakistanischen Gentlemen-Generalen, deren Tischmanieren weltweit gepriesen werden. DIESE Leute machen sich über ihr Volk wenigtens nichts vor.

    • 14. Juni 2012 um 14:10 Uhr
    • Thomas Holm
    • 14. Juni 2012 um 14:41 Uhr
    • Bulut darf
  87. 94.

    @ marriex

    tja, langsam aber sicher wacht anscheinend auch die presse auf – wirtschaftspolitisch ist ja die welt-FAZ schon einige zeit wach und spiegel und Zeit fangen auch an aus ihren dornröschenschlaf aufzuwachen.
    (Demokratie-)politisch nimmt die welt wiedr die vorreiterrolle ein:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article106594359/Das-neue-Europa-kommt-quasi-als-Notverordnung.html

    Demokratie ist, wenn der Bürger herrscht und dazu muss er eben infos haben und es muss „check-and-balance“ der verschiedenen Institutionen vorherrschen. Demokratie ist nicht, wenn man alle 4 jahre irgendwelche kleute wählt, die viel versprechen und dann unkontrolliert und unkontrollierbar im hindergründ mauscheln und was davon plappern: ‚Ihr m+sst uns vertrauen!‘.

    • 14. Juni 2012 um 14:45 Uhr
    • Zagreus
  88. 95.

    „Syrien: .. Dass Assad auf Machterhalt setzt und weite Teile des Landes hält, während er in anderen weniger hart durchgreift. Er könnte seine Unterdrückung unter dem Level halten, das eine Intervention irgendwann nötig machen würde.“

    Für eine de-facto-Teilung des Landes müßten Hunderttausende, wenn nicht Millionen, umgesiedelt, bzw. vertrieben werden; dass dies über zwei Jahre gestreckt, mit weniger als – sagen wir mal: Hunderttausend Toten ablaufen könnte, wäre ein echtes Kunststück von Assad, zu dem ihm die Daumen drücken mag, wer charakterlich das Zeug dazu hat.

    Ich bitte um Verständnis, wenn ich mich da nicht vordrängeln werde.

    Ich werde mir vielmehr erlauben, den Anhängern des Gedankens an einen „gemäßigten Islam“ den Vortritt zu lassen.*

    Doch so glimpflich wird es nicht abgehen, weil die Region halt mit drinhängt in einer Saudisch-Iranischen Abrechnungsauseinandersetzung, die in Syrien nur ihren Kern und Ausgangspunkt gefunden hat.

    Im Irak waten die Schiitischen Pilger unter den sunnitischen Bombenanschlägen förmlich durch ihr eigenes Blut zu ihren Schreinen:

    „A wave of deadly attacks in Iraq – A string of seven car bombs exploded in central Iraq killing dozens.“

    Ein Geschehen, das sowohl zum Glaubensinhalt, wie auch zum konkreten Ritual – etwa des Aschurafestes – passt – wie die Faust aufs Auge.

    http://www.youtube.com/watch?v=EDU2f_EGa4Y&feature=plcp

    Wenn Assad die Kontrolle über den sunnitischen Osten Syriens lockert, dann kommt die Kontrolle Malikis über den sunnitischen Westen des Irak ins Trudeln; und dann werden die beiden die Kontrolle schon nicht mehr so gerne lockern mögen. Ohne die Dynamik im Irak zu beachten, kriegt man kein vernünftiges Bild von Syrien.

    Zusammen werden die beiden zu einem großen Bürgerkriegs-Libanon.

    Für Kompromisse, Vernunft, Einhalt, Mäßigung, Pragmatismus, etc. gibt es NULL Spielraum; nirgendwo, wo man ihn bräuchte. Herr Aykols hier vielgepriesener Einsichtsartikel endet mit der Formel „See you later Syria“. Da muss man leider sagen (oder auch nicht leider) vergiss es, Alda.

    Stichwort: Westliche Eingreifschwelle; Soetwas wird garantiert noch passieren, bevor irgendjemand stürzt, oder auch nur zurückweicht:

    hxxp://www.theaustralianeye.com/news/israel-to-evacuate-tel-aviv-in-event-of-missile-attack-aoi35835586.html

    Das Technisches Hilfswerk wird wohl was zum Eingreifen bekommen.

    *ZEIT-Autor Ramon Schack bezeichnet das Syrische Regime übrigens als religionsfeindlich:

    „Sogar den Zusammenbruch der Sowjetunion, des engsten Verbündeten Damaskus‘, überstand das religionsfeindliche nationalistische Regime nahezu unbeschadet.“

    hxxp://www.zeit.de/politik/ausland/2012-06/intervention-syrien/komplettansicht

    • 14. Juni 2012 um 14:45 Uhr
    • Thomas Holm
    • 14. Juni 2012 um 15:02 Uhr
    • Serious Black
  89. 97.

    Rückkehr zur D-Mark. Geht das?

    Viele Deutsche hätten die alte Währung gern zurück. Wir haben es einmal durchgespielt.

    http://www.welt.de/print/wams/politik/article106485594/Rueckkehr-zur-D-Mark-Geht-das.html

    • 14. Juni 2012 um 15:17 Uhr
    • N. Neumann
  90. 98.

    @ MR (92.)

    OK, Hollande würde auf jeden Fall Gabriel wählen.

    • 14. Juni 2012 um 15:18 Uhr
    • N. Neumann
  91. 99.

    @ NN

    Herrlich, eine Rechnung, die die Kosten einer Weiterführung des Euro-Irrsinns nicht miteinbezieht.

    • 14. Juni 2012 um 15:19 Uhr
    • Bulut darf
  92. 100.

    Sozusagen Frau F.-Niveau.

    • 14. Juni 2012 um 15:19 Uhr
    • Bulut darf
  93. 101.

    @ Neumann

    hartes Szenario, dass da aufgemacht wird in der welt!

    Dumme an der sache ist, es fehlt die vergleichsgröße – sprich: was verlieren wir denn, wenn wir nicht aussteigen, oder glauben sie, dass dann alles beim alten bleibt und gut wird? – unter der voraussicht, ass alles gut wird, wäre ein ausstieg das schlimmere, das stimmt schon.

    Nur was wäre denn, wenn wir eine vergemeinschaftung der schulden bekommen und zugleich keine oder ungenügende reformen in den einzelnen Ländern stattfänden? – wie sähe denn dann das Szenario aus, sprich: was würde dieser spaß uns langfristig kosten im vergleich zu einem ausstieg jetzt?

    • 14. Juni 2012 um 15:22 Uhr
    • Zagreus
  94. 102.

    @ NN

    Herrlich, eine Rechnung, die die Kosten einer Weiterführung des Euro-Irrsinns nicht miteinbezieht.

    @ MR

    Wenn für dich nun auch Sinn, Weidmann und andere, denen man keinen grenzenlosen Euro-Optimismus nachsagen kann, unter die Foroutanisten gegangen sind, sollte dies Anlass zu kritischer Selbstreflexion sein.

    • 14. Juni 2012 um 15:38 Uhr
    • N. Neumann
  95. 103.

    Ist eben bei den Europäisten wie bei den Klimatisten: Je offenkundiger ihr Bankrott, desto heftiger Randalieren sie.

    • 14. Juni 2012 um 15:38 Uhr
    • Bulut darf
  96. 104.

    @ NN

    Das Sinn ein Rettungsschirmler ist, wäre mir neu.

    • 14. Juni 2012 um 15:44 Uhr
    • Bulut darf
  97. 105.

    @ Jörg Lau

    Tief verborgen in Ihrem Text schlummert die Spur eines Erkenntnisfortschrittes, den ich nicht anstehen will, zu würdigen:

    „In der Region ist der führende Konflikt nun einer, in dem nicht Israel gegen die Araber steht …“

    Richtig; nur hätten es sämtliche Araberführer gerne, dass man das so sieht und viele haben ihnen den Gefallen getan; Sie jetzt aber nicht (mehr ?); sehr gut, jedenfalls !

    Jetzt kommt eine Auslassung, sonst versteht man nicht, warum ich von einem Erkenntnisfortschritt rede:

    „Ein Subtetxt des Syrien-Konflikts liegt darin: der iranisch-schiitische Öl-und Gas-Islamismus, der die Bombe will*, wird bedrängt von den sunnistisch-islamistischen Despoten der Arabischen Halbinsel.“

    *und der die Hisbollah, Damaskus und Baghdad HAT.

    Weil der iranisch-schiitische Öl-und Gas-Islamismus* die Hisbollah, Damaskus und Baghdad hat, wird er von den sunnistisch-islamistischen Despoten der Arabischen Halbinsel bedrängt – und nicht nur von denen, sondern auch von den sunnitischen Massen zwischen Beirut und Basra.

    *Islamismus ist (Ressourcen-Monopol-)Imperialismus, oder er ist nichts; Islamismus hat Kontrolle über Ressourcen, oder er ist nichts und kann nichts werden.

    Eine völlig natürliche Reaktion auf eine unnatürliche Situation, welche widerrum auf den begrenzten Feldzug des George W. Bush gegen die „Achse des Bösen“ zurückgeht. Hätten sich die sunnitischen Jihadisten nicht von Damaskus zum Terror gegen Baghdad und Bush einspannen lassen, dann hätte Bush ihnen das Assad-Regime natürlich auch noch weckgekickt, und man wäre pari gelandet zwischen Sunniten und Schiiten in Levante und Mesopotamien.

    Statt dessen haben die Jihadisten – wie traditionell die Palästinenser – auf „alles oder nichts“ gesetzt – und sind in der Region gänzlich leer ausgegangen; wie die Palästinenser (soweit man meint, dass es sie gibt).

    Also: Sie haben – wenngleich verklausuliert als syrischer Subtext – richtig erkannt, dass es einen Konflikt gibt zwischen den konfessionellen und ressourcenmäßigen de-facto-Machtzentren Iran und Saudi-Wahabien.

    Sie müßten nur noch erkennen, dass dieser Koflikt dominierend ist.

    Einem solchen Erkenntnisfortschritt steht Ihre folgende Annahme entgegen:

    „… sondern ein despotischer Öl-Islamismus sunnitischer oder schiitischer Provenienz (Saudi-Arabien, Iran) gegen einen demokratisch gewählten sunnitischen Islamismus ohne Öl (MB und Salafis in Ägypten, unterstützt von undemokratischen Autokratien wie Katar und Saudiarabien, die Öl und Gas haben).“

    Der demokratisch gewählte sunnitische Islamismus ohne Öl (MB und Salafis in Ägypten) ist nicht von einem eigenen, autonomen politischen Gewicht; mit Blick auf den despotischen Öl-Islamismus sunnitischer oder schiitischer Provenienz er ist vielmehr nur eine Austragungsstätte von deren Rivalität.

    Ägypten hätte sich Libyen krallen können; dann hätte es politisches Gewicht ansetzen können; so aber ist es ein Armenhaus rund um den Suezkanal (mit Passagerecht für persische Pilger nach Latakia, ja oder nein ?).

    Mit Libyschem Öl hätte Ägypten politisch etwa nach dem Jemen ausgreifen können und versuchen können, dass Land aufzufangen und aus dem Iranisch-Saudischen Konflikt herauszuhalten; mit Libyschem Öl hätte Ägypten sogar gegenüber Syrien eine „MB-Nasseristische“ Politik wagen können. Aber die Mumien hatten keinen Bock und keine Eier.

    Die Idee, dass aus dem Arabischen Frühling ein politisches Modell im Sinne einer Alternative zu den rivalisierenden Öl- und Gas- Islamismen geboren worden sei, habe ich zuletzt in dem Gedanken beobachtet, dass der Jemen ein Modell für Syrien sein könne.

    Ein Gedanke, der zurecht ein Gespött unter den Opfern, wie den Tätern des gegenwärtigen Grauens ist. Da war vielleicht was im Tee, den man in Afghanistan mit Stammesältesten zum Brunnenbau getrunken hatte.

    „Salafisten mischen überall mit und verweisen die MB auf den ungewohnten Platz der „moderaten Kräfte“. Der Kampf zweier, dreier, vieler Islamismen um die Modernetauglichkeit? Ist das das große Thema?“

    Es geht nicht um Modernetauglichkeit; die Salafis sind die Parteigänger der Golfaraber und die MB ist das umworbene Zentrum; der SCAF mahnt die MB, dass der Löwe, dessen Fell zerteilt werden soll, noch gar nicht erlegt ist und die MB ist zwischen Baum und Borke; mit „gemäßigt“ sollte man das nicht verwechseln.

    „Ägypten kann man nicht boykottieren wie Gaza.“

    Weder in Zentralafrika noch im schocktherapierten Jelzin-Rußland sind die zur Substistenzwirtschaft zurückgefallenen Menschen im Meer unserer Tränen ertrunken. Haben Sie schlaflose Nächte wegen Somalia ?

    Hinsichtlich Somalia treibt uns doch nur die Sorge um, dass von dort nicht noch weitere „Fundamentalisten der Aufklärung“ den Weg zu uns finden und uns den Religionsdialog gefährden könnten, oder ?

    Das Programm der Fundamentalisten ist ihr Konfessionskonflikt – weil sie zu einem Konflikt mit uns nicht wirklich antreten können; also sind wir jedenfalls wieder schuld – Welt wieder in Ordnung ?

    • 14. Juni 2012 um 15:44 Uhr
    • Thomas Holm
  98. 106.

    @ Zagreus

    Als leidenschaftlicher Hobby-Ökonom solltest du wissen, dass weder das negativste Euro-Szenario noch D-Mark 2.0 genau zu beziffern sind.

    Darüber hinaus legen die Worte der im Artikel erwähnten Experten nahe, dass sie Letzteres noch teurer und riskanter einschätzen als Ersteres.

    • 14. Juni 2012 um 15:46 Uhr
    • N. Neumann
  99. 107.

    @Zagreus

    Die Lösung ist relativ einfach, die dann unabhängige Bundesbank druckt Geld im Umfang von ca. 1 Billion Euro, damit senkt man die Staatschulden auf ein erträgliches Mass und wertet gleichzeitig die DM ab.

    Die Pappnasen in der Politik haben gezeigt, man kann grosse Teile des Volksvermögens auch ganz ohne Weltkrieg vernichten.

    Für den Bürger ist der Effekt allerdings gleich, das sollte man auch beim Strafmass beachten, wenn man die Bankrotteure zur Verantwortung zieht.

    Man kann das alles auch positiv sehen, die ganzen Arschlöcher in Politik, in Medien und in der Finanzwelt müssen wir nie wieder sehen – und dafür muss jeder Bundesbürger nur 25.000 Euro löhnen, am Ende ein guter Deal.

    Die geistig moralische Wende wird uns befreien, von all dem Gutmenschen-Scheiss – ahh, das wird richtig schön.

    • 14. Juni 2012 um 15:53 Uhr
    • PBUH
  100. 108.

    @ NN

    die Worte der im Artikel erwähnten Experten nahe

    ***hüstel***

    Man kann schlicht davon absehen, jemanden mit anderer Auffassung zu befragen. Dein Zutrauen xur politischen „Klasse“ ist bemerkenswert.

    • 14. Juni 2012 um 15:54 Uhr
    • Bulut darf
  101. 109.

    @ NN

    Das Sinn ein Rettungsschirmler ist, wäre mir neu.

    @ MR

    Neu scheint dir vor allem zu sein, dass eine kritische Betrachtung des Rettungsschirms und/oder des Euro insgesamt die Rückkehr zur D-Mark als die am wenigsten schlechteste Variante der Problembearbeitung impliziert.

    • 14. Juni 2012 um 15:56 Uhr
    • N. Neumann
  102. 110.

    – ein mehr als schwieriges Thema: Syrien –

    Das Massaker von Hula ist ein Wendepunkt im syrischen Konflikt. Die westliche Öffentlichkeit beschuldigt, gestützt auf die UN-Beobachter, die syrische Armee.
    Diese Version kann auf Grundlage von Augenzeugenberichten bezweifelt werden.
    Demnach wurden die Zivilisten von sunnitischen Aufständischen getötet.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/arabische-welt/syrien-eine-ausloeschung-11784434.html

  103. 111.

    @ NN

    Was heißt D-Mark, mit NL, A, SF, gäbe es keine Probleme, mit Flandern wohl auch nicht, mit Estland, Slowakei mentalitätsmäßig vielleicht auch nicht, aber auch in diesen Fällen sollte man die strukturellen Differenzen nicht unterschätzen.

    Ansonsten: am wenigsten schlecht, ja. Kurzfristig hohe Kosten, aber mögliche Teilausmistung von Politik und Medien, Möglichkeit zum Neuaufbau. Besser als jahrzehntelanges Versumpfen wg. Erpressung durch den Club Med. Dass der Euro von anfang an, keinem anderen Zweck diente, sollte sich auch zu dir herumgesprochen haben.

    • 14. Juni 2012 um 16:07 Uhr
    • Bulut darf
  104. 112.

    @ NN

    die Worte der im Artikel erwähnten Experten nahe

    ***hüstel***

    Man kann schlicht davon absehen, jemanden mit anderer Auffassung zu befragen. Dein Zutrauen xur politischen “Klasse” ist bemerkenswert.

    Klar.

    Und wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment.

    • 14. Juni 2012 um 16:07 Uhr
    • N. Neumann
  105. 113.

    @ SB – 96

    „Apropos, der Ex-Botschafter Pakistans äußert sich zu seinem Rücktritt“

    Ja, man muss sich gerade bei Großen Lügen immer auch fragen: Was wird aus den Menschen, die an sie geglaubt haben ?

    „It is tragic that anti-Americanism is being exploited to push ideological agendas, but I stand by my view that positive U.S.-Pakistan relations under a civilian-led Pakistani government are necessary for international peace and Pakistan’s stability.“

    Die Tragödie war natürlich das Programm: Abzocken mit dem
    selbstgesponserten Boogeyman, bis es halt nicht mehr geht.

    Hier habe ich – von der Gegenseite – einen Antiamerikanismus-Hetzer, der jetzt auch vor dem Scherbenhaufen seines Lebenswerks steht: Zaid Hamid, so eine Art Hamid Gul für Fronterlebnisbekiffte, erklärt den ganzen pakistanischen TTP-Boogeyman-Komplex zum blossen CIA-Machwerk. 8.10-8.20.

    http://www.youtube.com/watch?v=p1sg-HmQAZw&feature=plcp

    Da rollt des letzten Gutmenschen Auge; aber bald dürften die Köpfe Derer rollen, die sich so lieblos von ihren jahrzehntelangen Freunden verabschieden.

    • 14. Juni 2012 um 16:12 Uhr
    • Thomas Holm
  106. 114.

    @ Neumann

    „Als leidenschaftlicher Hobby-Ökonom solltest du wissen, dass weder das negativste Euro-Szenario noch D-Mark 2.0 genau zu beziffern sind.“

    Du irrst, ich bin nämlich noch nicht eimal ein Hobby-Ökonom, ich habe schlicht und ergreifend keine ahnung von wirtschaft außer ein paar ganz primitive Baurnregeln a là, dass ich weis, dass ich langfristig nicht mehr ausgeben kann, als ich einnehme, und dass ich das, was ich als schulden aufnehme, später zurückzuzahlen habe und ann weniger geld zur verfügung auch haben werde.
    Und halt, dass es abundzu besser ist mit etwas aufzuhören, auch wenn es in dem moment weh tut, als etwas weiterzuzulassen, auch wenn es erst einmal leichter erscheint. Quasi wie man sich dazu entschließt bei zahnweh zum zahnarzt zu gehen und die spritze zu ertragen, anstatt das zahnweh erst einmal zu ertragen.
    Im grunde alles ziemlich primitives Wissen.
    und sonst verstehe ich nur, was es denn heisst, wenn jemand keine infos mehr gibt, oder nicht mehr juristisch anklagbar ist oder wenn jemand einen unkontrollierten zugang zu einem drucker bekommt, bei dem er ‚schuldscheine‘ ausdrucken kann. Oer wie unangenehm es ist, wenn man doch so gerne wiedergewählt werden müchte, als übergringer der schlechten nachricht darzustehen.
    Und ich hab auch ne ziemlich gute vorstellung davon, wie ich jemanden eine versicherung, die er gar nicht benötigt, aufschwätzen würde oer wie man jemanden dazu bringt etwas zu tun, was er gar nicht tun möchte.
    Und wie leicht man sich als etwas ‚besonderes‘ verstehen kann…

    Eigentlich ein ziemlich ordinäres und alltägliches wissen.

    Un wie du schon sagtest:
    „… weder das negativste Euro-Szenario noch D-Mark 2.0 genau zu beziffern sind.“

    keiner weis, welche folgen eintreten werden – also ist es doch schonmal sehr gerechtfertigt leuten gegenüber misstrauisch zu sein, die so tun als ob sie es wüssten denn die sind dann irgendwie unehrlich, oder nicht?
    Zudem kann man ein Ziel auch damit verfolgen, dass man eine abkehrt vom ziel-weg derartig teuer gestaltet (oder ausmalt), dass es niemand mehr wagt vom ziel-weg abzugehen. Für mich ist das eine form von erpressung – und darauf reagiere ich ziemlich stur meist.
    Und bei unserer regierung – merkel und schäuble genauer gesagt, habe ich gerade so das gefühl, dass die das versuchen.

    Und was sie europaweit versuchen ist eine Europa von oben zu schaffen a là Bismarck, ohne die völker europas zu fragen ob und ob so sie es wollen, wie die herrschaften es sich vorstellen.

    • 14. Juni 2012 um 16:13 Uhr
    • Zagreus
  107. 115.

    @ neumann

    Europa würde ja gehen, wenn es überall zum einen gleiche voraussetzungen gäbe und zum anderen entsprechende demokratisch legitimierte und auf check-and-balance ausgerichtete Institutionen.

    beides ist leider nicht der fall – wir stecken in einer falle von souveränitätsansprüchen, die die diversen bevölkerungen bis diverse machteliten u. a. politiker, nicht aufgeben wollen und andererseits in einem komklomerat von strukturen, die ineffizient sind, aber dabei doch sehr viele träumereien stützen.

    wenn wir griechenland als beispiel nehmen: seit jahren muss es dort bekannt doch den diversen eliten als auch vielen klugen leuten gewesen sein, dass es so mit diesen strukturen das land pleite gehen muss.
    trotzdem hat niemand etwas geändert und all haben fleissig weitergemacht – angefangen von den beiden parteien, über die beamten bis hin über gewerkschaften udn lobbygruppierungen zur bevölkerung, die das beibehielt, wärend sie irgendwelche ‚vorteilchen‘ sich einheimschten von bestechung, steuerhinterziehung, überhöhten löhnen etc….
    In den anderen ländern ist es nicht viel besser – und auch in der auch so gelobten BRD gehört einmal gründlich der besen durch.

    Hinzu kommt noch:

    Zudem müsste sich einmal auch die mentalität wieder etwas ändern – zu viele machen für ihr leben den staat verantwortlich, der alles richtien soll, und übernehmen zu wenig eigenverantwortung für sich selbst.

    • 14. Juni 2012 um 16:22 Uhr
    • Zagreus
  108. 116.

    @ Publicola

    „- ein mehr als schwieriges Thema: Syrien –“

    Heillos, kann man sagen. Die Sakralsprache hat uns Gott sei Dank nicht ganz ohne kritische Begriffe gelassen.

    Klar machen die Aufständischen sowas auch; das Kinder-killen ist die Art, mit der sich eine Teilung des Landes vollziehen würde; im günstigsten Fall wohlgemerkt; erstmal killen sie sich gegenseitig noch ihre Kinder, ohne das Land zu teilen.

    Immer, kurz bevor im Westen ein Interventionsblues aufkommt nach dem Motto: ‚man müßte ja eigentlich …'; kommt so eine Nachricht; und dann trost-quält sich die menschenrechts-pazifistisch geneigte westliche Seele dann doch weiter mit dem Gedanken über die Runden: „Die anderen sind auch nicht besser“.

    Und das unter urbanisierten und traditionell eher nichtfundamentalistischen Muslimen.

    @ NN

    „wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“

    Das war gestern; heute gilt: Weniger als dreimal ist unhöflich !

    Übrigens: „Tribal clashes in the south-east cost more than 250 lives since february“ 2.45-2.55 AJE zählt mit in Libyen. Klar, dass niemand die Knarren abgibt, solange z.B. Saif Kassiber geschmuggelt kriegt. Schon eigentümlich dieses Sparflammenköcheln auf Luxusniveau.

    Können Syrer und Jeminiten nur von träumen.

    http://www.youtube.com/watch?v=I4cntvrLhEA&feature=plcp

    • 14. Juni 2012 um 16:33 Uhr
    • Thomas Holm
  109. 117.

    @ Z

    wenn wir griechenland als beispiel nehmen: seit jahren muss es dort bekannt doch den diversen eliten als auch vielen klugen leuten gewesen sein, dass es so mit diesen strukturen das land pleite gehen muss.

    Was hsißt muss bekannt sein? Barroso hat 2004 Strafmaßnahmen gegen GR hintertrieben. Böses Buch 2 lesen.

    • 14. Juni 2012 um 16:35 Uhr
    • Bulut darf
  110. 118.

    @ M

    Hab es noch nicht gelesen. – aus ihrer bemerkung ist damit zu entnehmen aber: bereits ab 2004 war allen klar an den spitzen der politik, wohin die reise geht, sprich, dass griechenland pleite gehen muss, wenn sich nicht grundlegend was ändert dort. – Na super.

    • 14. Juni 2012 um 16:44 Uhr
    • Zagreus
  111. 119.

    Und seit 2004 hätte man diese reformen angehen können, was dann der griechischen bevölkerung (vor allem der Privatsektor ist derjenige, der leitet – alle beamten haben noch ihre jobs und mussten nur lohneinbusen hinnehmen) wesentlich weniger leit verursacht hätte als jetzt, wo viele noch nicht einmal nötige medikamente sich leisten können. Nein, man hat gewartet sehenden auges, bis das system crasht – und die kosten auch in die höhe getrieben worden waren – was dann die nächten, die bevölkerungen europas (wie vor allem der brd) zahlen dürfen. Und barroso erzählt sitzt immer noch in amt und würden und erzählt was von europ-bonds.
    Ganz großes Kino!

    • 14. Juni 2012 um 16:48 Uhr
    • Zagreus
  112. 120.

    „Aufruf zur Kundgebung für Syrien in Berlin 23.06.2012 (15-17Uhr ) Hermannplatz (Berlin/Neukölln)“

    Salafistenprediger Abdul Adhim bittet um Erklärung für Untätigkeit des Westens; jemand solle etwas tun, „egal von welcher Religion“ 2.20

    Bei 2.45 tritt sogar ein anscheinend unverhetztes Migrantenkind auf !

    Vielleicht sollte DIE ZEIT das mal eine/n PraktikantIn machen lassen.

    http://www.youtube.com/watch?v=95eVpog_PYQ

    Vielleicht sollten auch ein paar Aleviten hinigehen, und denen sicherheitshalber erklären, dass die damit wirklich nichts zu tun haben.

    • 14. Juni 2012 um 16:50 Uhr
    • Thomas Holm
    • 14. Juni 2012 um 16:52 Uhr
    • Bulut darf
  113. 122.

    @ MR

    Der hat seine Schäfchen im Trockenen.

    • 14. Juni 2012 um 17:14 Uhr
    • Serious Black
  114. 123.

    @ SB
    ja, das ist das schlimme, dass diese Leute für ihre taten – das hier ist ja regelrecht ein verbrechen mMn. – momentan nicht zur rechenschaft gezogen werden können.

    • 14. Juni 2012 um 17:19 Uhr
    • Zagreus
  115. 124.

    In Ägypten wird das (von Islamisten dominierte) Parlament aufgelöst und Neuwahlen angesetzt.

    http://www.jpost.com/Headlines/Article.aspx?id=273890

    • 14. Juni 2012 um 17:30 Uhr
    • Serious Black
  116. 125.

    Ungarisches Parlamentsmitglied läßt sich einen Ariernachweis ausstellen:

    http://www.nature.com/news/genome-test-slammed-for-assessing-racial-purity-1.10809

    • 14. Juni 2012 um 17:40 Uhr
    • Serious Black
  117. 126.

    »…aber mit einem Federstrich ist er Staatsanwalt, Richter und Henker in einer Person.«

    Sie sind mir ein schöner Ideologe! Gibt es Zweifel an den terroristischen Aktivitäten der al Qaida? Nein, somit sind die Liquidierungen eines sich den USA erklärten Feindes als Kriegshandlung gerechtfertigt!

    • 14. Juni 2012 um 18:13 Uhr
    • Bill Desmond
  118. 127.

    @ Thomas Holm – Danke für Ihre Stellungnahme.
    Da Sie in den letzten Monaten sich Syrien quasi als Ihr Beobachtungs- und insofern auch ‚Spezial‘-Gebiet erarbeitet haben,
    halte ich auf Grundlage Ihres so zweifellos erworbenen Know-Hows Ihre Sicht ‚in rebus Syricis‘ natürlich für relevant.

  119. 128.

    hxxp://www.spiegel.de/politik/ausland/politisches-chaos-in-kairo-aegypter-fuerchten-putsch-der-generaele-a-838937.html

    „Analysten sprechen von „Staatsstreich““

    Weithin unbeachtet dagegen:

    „End of the Nile – Egypt

    Egypt is headed for a major crisis. Population growth has drastically increased demand for water. In the desert country 80 million are supplied by one river; but how long will it be before the Nile runs dry?“

    http://www.youtube.com/watch?v=0_VfubNnWdo&feature=plcp

    Die Briten hatten den Ländern südlich von Ägypten ein Abkommen aufgedrückt, dass sie das Nilwasser ihrem regenarmen Schützling Ägypten überlassen müssen. Das ist aber nunmehr Vergangenheit.

    Der gigantische Fluß droht an vielen Stellen wegzutrocknen wegen Wassernutzungsprojekten im Süden. Mubarak wollte da noch was löten, aber das gilt jetzt alles als korrupte Vergangenheit. Das ist wirklich zum gruseln.

    • 14. Juni 2012 um 19:15 Uhr
    • Thomas Holm
  120. 129.

    ECB Tells Court Releasing Greek Swap Files Would Inflame Markets

    The European Central Bank said it can’t release files showing how Greece may have used derivatives to hide its borrowings because disclosure could still inflame the crisis threatening the future of the single currency.

    http://www.bloomberg.com/news/2012-06-14/ecb-tells-court-releasing-greek-swap-files-would-inflame-markets.html

    • 14. Juni 2012 um 19:17 Uhr
    • PBUH
  121. 130.

    Es gilt wohl auch zu beachten, dass diese ganzen revolutionären Manifestationen nicht ohen sittliche Schattenseiten verlaufen.

    http://www.forbes.com/sites/daviddisalvo/2012/06/14/testimonies-of-sexual-assaults-in-egypt-reveal-the-predatory-nature-of-crowds/

    „They all had the same smirk on their faces, they were enjoying attacking me, they were all enjoying it. It was a crazy face, like they had lost all senses; they were acting like complete animals. Animals, that is the best way I can explain their behavior.“

    Vielleicht werden sich die Militärs ja mit den Fundamentalisten einig, dass die Ägypter halt keine vorzeigbaren Revolutionäre hergeben.

    • 14. Juni 2012 um 20:36 Uhr
    • Thomas Holm
  122. 131.

    @ PUPS

    Das ist das Problem, das auch NN verdrängt/ nicht erkennt: Die kriminelle Energie der Europäisten.

    • 14. Juni 2012 um 21:32 Uhr
    • MRX
  123. 132.

    @ PBUH
    „Man kann das alles auch positiv sehen, die ganzen Arschlöcher in Politik, in Medien und in der Finanzwelt müssen wir nie wieder sehen – und dafür muss jeder Bundesbürger nur 25.000 Euro löhnen, am Ende ein guter Deal.“
    Besser als jeden Monat die Hälfte des Einkommens für irgendwelchen Dreck abgeknöpft zu bekommen. Her mit dem neuen Geld!

    • 14. Juni 2012 um 22:12 Uhr
    • Bredow
  124. 133.

    Na ja, so siehts aus:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/06/14/nervositaet-in-paris-frankreich-will-banken-rettung-durch-eu-erzwingen/

    ich persönlich denke, dass diese rettungsaktionen sowieso funktionieren werden, wenn das ESM-Institut erst einmal arbeitet – hollande muss also gar keine panik haben.

    • 14. Juni 2012 um 22:50 Uhr
    • Zagreus
  125. 134.

    10s of thousands Lions from Daraa pledge to Allah, praise Muhammad, threatens Nasrallah | 9 June ’12; ab 2.45 geht’s gegen Nasrallah

    an solchen Bildern sieht man, dass Syranon nicht zu retten ist.

    http://www.youtube.com/watch?v=bsofwIHs0tM

    • 14. Juni 2012 um 22:58 Uhr
    • Thomas Holm
  126. 135.

    @MRX

    Das mit der „kriminellen Energie“ wollte NN auch bei den Klimafuzzis nicht wahrhaben.

    • 15. Juni 2012 um 00:51 Uhr
    • PBUH
  127. 136.

    Ägypten
    The deputy head of the State Council said in a phone conversation with Wael Ghonim that the Supreme Constitutional Court’s ruling dissolving Parliament would delay the presidential election, because candidates must have signatures of endorsement from Parliament members, Ghonim said Thursday on Twitter.

    “Now the stage of strategic experts is over and a new era of constitutional experts started. We will have a lot of opinions and counter-opinions,” Ghonim wrote.
    http://www.egyptindependent.com/news/parliament-dissolution-could-postpone-election-says-ghonim

  128. 137.

    @PUPS

    Ich kann mich nicht erinnern,dass sich NN dazu geäuszert hätte.

    • 15. Juni 2012 um 06:09 Uhr
    • MRX
  129. 138.

    PS # 135 – Ägypten –

    ElBaradei, the former head of the International Atomic Energy Agency, said … “To the military council:
    I call upon you to postpone the elections …”

    Two solutions would get Egypt out of the current stalemate, ElBaradei wrote …

    The first solution would be
    – an agreement on a presidential council
    – to form a Constituent Assembly
    – to draft the constitution, and
    – to form a national salvation government, he said.

    The second solution would be
    – to elect a temporary president and a salvation government
    – to form a committee
    – to draft the constitution, and
    – then hold parliamentary and presidential elections …

    http://www.egyptindependent.com/news/military-council-should-postpone-election-says-elbaradei

  130. 139.

    @MRX/PBUH

    Das mit der “kriminellen Energie” wollte NN auch bei den Klimafuzzis nicht wahrhaben.

    http://www.eurozine.com/articles/2012-06-05-omidi-en.html

    @MRX

    Ich kann mich nicht erinnern,dass sich NN dazu geäuszert hätte.

    Und wann hätten sie sich kompetent dazu geäußert?

    Aber diese Art von Nonsens interessiert eh nur wegen ihrer Symptomatik.

    • 15. Juni 2012 um 07:47 Uhr
    • Boothby
    • 15. Juni 2012 um 07:54 Uhr
    • Boothby
  131. 142.

    PS – Ägypten – … wie schrieb doch prognostisch noch bemerkenswerterweise Sandmonkey, der ganz offensichtlich ‚seine Pappenheimer‘ bestens kennt, am 7. April 2012:

    … We will witness the show of a lifetime:
    Everything that already happened is nothing, since …
    we are playing democracy with a population
    that so far doesn’t have democratic values,
    nor does it have any impartial media to inform them.
    This will be insanely entertaining!

    Basically, we are about to encounter
    two months of political mayhem
    that no one can control or stop,
    so relax, get the popcorn, rediscover your couch,
    as I am rediscovering mine, and enjoy the show.

    This will be SO AWESOME! 😀

    from: „The Egyptian Presidency and rediscovering the couch“
    http://www.sandmonkey.org/2012/04/07/the-egyptian-presidency-and-rediscovering-the-couch/

  132. 143.

    Jo, das Klima ist eine Erfolgsgeschichte. Oder bring ich datjetzt was durcheinander.

    • 15. Juni 2012 um 09:43 Uhr
    • MRX
  133. 144.

    @ Boothby

    Sie sollten einmal unterschieden zwischen einer wissenschaftlichen Diskussion um ursachen, folgen und Einflussnahmemöglichkeiten und einer politisierung solch einer diskussion.
    In diesem Zusammenhang sei an die „waldsterben“-Diskussion erinnert, wie es vor ein paar jahrzehnten statt fand:

    http://www.youtube.com/watch?v=7fJwEfMbGHk

    Der Punkt ist, dass sehr unterschiedliche wissenschaftler sich gedanken über Klima, Klimaveränderung und möglichkeiten von Ursache und beeinflussung machen und dabei zu sehr unterschiedlichen ergebnissen kommen. Und dem gegenüber steht eine entwicklung der politisierung dieser Diskussion, die aufgegriffen wird von leuten, die entweder keine wissenschfatler sind oder neben ihrem wissenschaftler-sein sich als politiker betätigen. Ich perösnlich glaube, dass es einen Klimawandel gibt – nur wie stark der wirklich ist und welche ursache und welche möglichkeiten der veränderung es dafür gibt, weis ich auch nicht.
    Die Diskussion darum aber wird von diversen interessensgeleitenen perosnen geführt – von umweltverbänden und deren Lobby über Apokalyptiker zu ernsthaften warnern und bis zu Leugnern. Und diese iskussion ist schon lange keine wisssenschaftliche Diskssion mehr, sondenr mehr eine popularwissenschaftlich-politische Diskussion geworden, bei der es mehr um politische einflussnahmen, stellen, persönliche eitelkeiten und geltungsdrang geht.
    Das die Katastrophenszenarien einiger Gruppierungen, die politisch in deutschland sehr laut und relativ stark sind: von umweltgruppe bis eben die Grünen – nicht mehr auf ungeteilte glaubwürtigkeit bei so manch einem trifft, sollte verständlich für sie sein. Denn es wird ja andauernd eine neue Katastrophen-sau durchs dorf getrieben – vom Waldsterben, über Gen-Anbau und Kernkraft bis eben Klimakatastrophe.
    Das dann die (teilweise immer gleichen) vertreter irgendwann bei so manch einem, der sich verarscht von diesen leuten fühlt, nur noch auf spott und häme trifft, sollte auch nicht verwundern.

    • 15. Juni 2012 um 10:02 Uhr
    • Zagreus
  134. 145.

    @MRX

    Dem Klima ist es wohl eher wurscht, was sie für einen Erfolg halten. Oder sollte es sich nur um eine versuchsweise Wiederholung des ewig gleichen Zeugs halten?

    @Z.

    Es ist völlig OK, wenn ihnen die politischen Implikationen nicht passen. Konzentrieren sie sich einfach auf den wissenschaftlichen Teil. Reicht völlig.

    Ansonsten ist ihnen offenbar weder die klimatologische noch die waldökologische wissenschaftliche Rezeption irgendwie bekannt. Das eine mono-, das andere monokausal. Das eine war von Anfang an umstritten (und wurde von Nature schon in den 80′ gerippt), beim anderen gibt es einen nahezu 100%-oben Konsens von global jedem, der etwas davon versteht. Seit 30 Jahren. Die Politisierung kommt da nicht von den Befürwortern des wissenschaftlichen Konsens, sondern von den Gegnern.

    Anbei: Wenn sie einen Vergleich wünschen, nehmen sie Ozon. Da, wo MRX sich bedient, sieht man auch das sehr kritisch.

    • 15. Juni 2012 um 10:34 Uhr
    • Boothby
  135. 146.

    @ Boothby

    ich verstehe von Klima-wissenschaft nichts und ich nehme mal an, sie eigentlich auch nicht – denn um diese sehr komplizierte Wissenschaftliche Diskussionslage mit ihren verschiedenen ursachen-szenarien beurteilen zu können, gehört mehr dazu als (nur) ein physik- oder umweltstudium….
    Und sorry, ich frage mich ernsthaft, bob ihnen denn die diskussionen derartig bekannt sind, dass sie ein wissenschaftlich fundiertes und haltbares urteil fällen können:
    „Ansonsten ist ihnen offenbar weder die klimatologische noch die waldökologische wissenschaftliche Rezeption irgendwie bekannt“
    Denn wenn nicht, sind sie auch nur auf vertrauen udn glauben angewiesen.

    Schauen sie sich doch den von mir verlinkten Film an – und achten sie doch einmal auf sog. ‚sekundärnutzungen'; also nutzungen, die auftreten, wenn über di wissenschaftliche Diskussion gegangen wird – wie z. b. wenn jemand, dem viel am klima gelegen ist, sich mit dieser hilfe um ein politisches amt bewirbt, oder wie eine zeitung mit dem Thema umgeht, wenn sie dabei es auch als ein verkaufsthema ansieht….

    • 15. Juni 2012 um 10:42 Uhr
    • Zagreus
  136. 147.

    Ich fürchte das die möglichkeiten allein in deutschland auf die klimaentwicklung einzuwirken gegen null gehen. Bei uns herrscht weltuntergangs stimmung und glaubenskrieg ob ein kraftwerk nun den wünschenwerten standards entspricht. In china zb. gehen jedes jahr X kraftwerke ans netz da ist es, fürchte so was von egal was so ein kraftwerk bei uns rauspustet. Gute standards im umweltschutz ja gern, aber bitte die relationen im auge behalten.

    • 15. Juni 2012 um 10:55 Uhr
    • ernsthaft
  137. 148.

    @ Thomas Holm #129

    Was (man hört verschiedentlich solche Stimmen), wenn diese Attacken nicht („nur“) Auswüchse alltäglicher Übergriffe sind, sondern eine sozusagen „zusätzliche“ (und zwar politische) Komponente im Spiel ist:

    Sexual harassment is endemic in Egypt, but assault by groups of dozens or hundreds of men is not. “It didn’t seem normal. Everything about it was wrong. It didn’t seem like the day-to-day harassment that women get, it seemed organized,” Saad says of what’s been happening over the last week in Tahrir.

    Her friend Leil-Zahra Mortada, a filmmaker who participated in the march, put it another way: “Big groups, this is what made us suspicious. Would all of the sexual harassers in Cairo just gather in front of Hardee’s?” he asked about the restaurant where most of the large attacks transpired.

    Some activists have called the spat of group assaults a coordinated effort to keep women out of the political sphere, while others see it as Egypt’s deep-rooted patriarchy at work [oder schlicht Beides?]. But there’s broad agreement that the attacks are likely to damage the revolutionary movement, and discourage women from broader participation in politics.

    http://www.makeeverywomancount.org/index.php?option=com_content&view=article&id=3767:egypt-sexual-assault-as-political-tool-men-attacking-women-at-tahrir-square&catid=37:violence-against-women&Itemid=63

    (…) Hassan of Nazra for Feminist Studies told CNN. “They want to exclude us from the public. The SCAF want to give the message that revolutionary people, if they are men, they are thugs; if they are women, they are sex workers and prostitutes.“

    womenundersiegeproject.org/conflicts/profile/egypt

    blogs.aljazeera.com/topic/egypt/amnesty-international-calls-investigation-sexual-assault-female-protesters

    „Die sexistische Konterrevolution“ gewissermaßen.

    • 15. Juni 2012 um 10:56 Uhr
    • ParallelkoMMentar
    • 15. Juni 2012 um 11:06 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  138. 150.

    Ja ja, wenn die Ideologie den ökonomischen Sachverstand ersetzt, dann sieht man was dabei rauskommt.

    ZB. Europas Idee+Euroeinführung sollte den europäischen Frieden sichern, koste es was es wolle.

    Vielleicht sollte man erst ökonomisch rechnen und dann sich eine Traumwelt zusammen basteln

    • 15. Juni 2012 um 11:10 Uhr
    • cem.gülay
  139. 151.

    @ cem

    „Vielleicht sollte man erst ökonomisch rechnen und dann sich eine Traumwelt zusammen basteln“

    Stimmt!

    • 15. Juni 2012 um 11:14 Uhr
    • Zagreus
  140. 152.

    @ Cem, Z

    Nachrechnen stört beim Träumen. 😉

    • 15. Juni 2012 um 11:18 Uhr
    • Serious Black
  141. 153.

    @ publicola

    Danke für den FAZ-link.

    ein (…) Islamgelehrter, der seine Religion mit sozialistischen Ideen verbindet, sich nicht um Autoritäten schert, sich für Gewerkschaften oder für Frauenrechte engagiert, ein Mann, für den es in der Meinungsfreiheit keine Tabus gibt.

    Ob ein solcher (muss ja nicht der 91-jährige Banna sein) wohl saudische „Entwicklungshilfe“ bekäme? (Rhetorische Frage)
    Wer ist nochmal der beste Freund der Saudis außerhalb MENAS?
    Ich denke immer mehr, dass da der Hund begraben liegt.

    (…) andere wollen die Wahl boykottieren, weil es ohnehin bloß die Wahl zwischen autoritärer Pest und islamistischer Cholera sei. In dieses aufgeheizte Klima hinein sendeten das Staatsfernsehen und private Sender vergangene Woche einen Werbespot, der ausländische Journalisten als verkappte Spione verunglimpfte und junge Leute, die offen die Zustände im Land kritisieren, mit der Warnung konfrontierte: „Jedes Wort hat seinen Preis.“ Vieles spricht dafür, dass die Urheber aus dem Dunstkreis des Informationsministeriums kommen und dass der Angriff nicht zuletzt der Demokratiebewegung galt, die als unpatriotisch diskreditiert werden soll.

    Hier der TV-Spot: http://www.youtube.com/watch?v=_1yj5IlyZqo

    • 15. Juni 2012 um 11:57 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  142. 154.

    Shorouk berichtet, dass die Muslimbrüder Moussa den Posten des Außenministers anbieten möchten, wenn Morsi gewinnt. Stellvertreter solle dann Essam el-Erian werden:

    http://shorouknews.com/news/view.aspx?cdate=15062012&id=03c0825f-195c-4f70-abd5-3632679a3086

    Ein Schachzug, um den ein oder anderen ehem. Moussa Wähler zu „catchen“?

    Cartoon al-Shorouk: Der General bestreut den „diktatorischen Salat“ mit einer Prise „Demokratie“

    twitter.com/bencnn/status/213562055935000576/photo/1/large

    (سلطة (sulta) – Macht, Autorität, Gewalt, Herrschaft
    سلطة (salata) – Salat)

    • 15. Juni 2012 um 12:48 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  143. 155.

    @ Z

    Ich vwerstehe soviel von Kloimawissenschaft, dass ich aus den Voraussagen von Mojib Latif von vor zehn Jahren meine Schlüsse über „Klimawissenschaft“ ziehen kann.

    • 15. Juni 2012 um 13:53 Uhr
    • Bulut darf
  144. 156.

    Qantara berichtet:

    Der Starpianist und Komponist Fazil Say gehört zu den international bekanntesten Künstlern der Türkei. Weil er religionskritische Sätze twitterte, erhebt die türkische Justiz Anklage gegen ihn – wegen angeblicher Beleidigung religiöser Werte. Einzelheiten von Arne Lichtenberg

    „Ist das Paradies etwa ein Bordell?“ hatte Fazil Say ohne größere Hintergedanken auf sein Twitter-Profil geschrieben. Dabei waren es noch nicht einmal seine eigenen Worte gewesen, die Say veröffentlichte…

    http://de.qantara.de/wcsite.php?wc_c=19258&wc_id=20376

    • 15. Juni 2012 um 13:54 Uhr
    • Miriam G.
  145. 157.

    @Z.

    Ich persönlich habe mich mit Waldökologie mehr auseinandergesetzt, aber wenn unsere Alternativphysiker schon Allerweltsbanalitäten von Grundkursen zum Kohlenstoffkreislauf widersprechen, muss ich nicht lange grübeln, wem ich vertraue. Zumal, wenn sie die analogistischen Qualitäten des Vergleiches Waldsterben vs. AGW nicht beurteilen können, sich die Frage stellen sollte, ob ihr Vorwurf der politischen Instrumentalisierung sich nicht eher auf sie selbst zurückfallen könnte.

    Ansonsten läuft MRX ja eben gegen den Stand der Wissenschaft an, nicht nur gegen die Politik. Ist auch nachvollziehbar; würde er letzteres genauso anpissen, obwohl er ersteres akzeptiert, würde es irgendwie bescheuert aussehen.

    @eh

    Ich mag mich irren, halte aber meine Einstellung zum Thema für ziemlich konservativ. Und Selbstmord aus Angst vor dem Tode ist ja nicht so die westliche Lebensart

    • 15. Juni 2012 um 14:06 Uhr
    • Boothby
  146. 158.

    Zum Thema:
    Azadi: Songs of Freedom for Iran

    http://azadimusic.bandcamp.com/

    Tolles Projekt (zum freien Download!), sehr politische Texte [gegen die „Herrschaft der Bärtigen“] mit Angabe der englischen Übersetzung unter „lyrics“, Titel Nr. 2 ist z.B. ein leidenschaftliches Statement für die Trennung von Religion und Politik (unter ägyptischer Beteiligung). Sehr interessant: Die Worte des Ayatollah Taleghani* in Intro und Outro des ersten Titels.

    * im Originalton, kurz nach der Rev. 79: youtube.com/watch?v=9AEZ4dbWHpI

    Mehr zu den Künstlern auch hier: united4iran.org/2012/06/azadi

    • 15. Juni 2012 um 14:22 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  147. 159.

    @Miriam G.

    >Dabei waren es noch nicht einmal seine eigenen Worte gewesen,

    Wahnsinn, der Mann liest auch PI :-)

    • 15. Juni 2012 um 14:36 Uhr
    • PBUH
  148. 160.

    >Ich persönlich habe mich mit Waldökologie mehr auseinandergesetzt

    Haben sie wenigstens Klopapier benutzt ?

    • 15. Juni 2012 um 14:38 Uhr
    • PBUH
  149. 161.

    @ Boothby

    Verraten sie mir bitte, was ‚analogistisch‘ sein soll?

    Davon abgesehen:
    „Zumal, wenn sie die analogistischen Qualitäten des Vergleiches Waldsterben vs. AGW nicht beurteilen können, sich die Frage stellen sollte, ob ihr Vorwurf der politischen Instrumentalisierung sich nicht eher auf sie selbst zurückfallen könnte.“
    Instrumentalisierung leiegt dann vor, wenn jemand – geal wer und aus welchen motiven heraus – etwas dafür (auch) benutzt, etwas völlig anderes zu erreichen.
    Z. B. jemand, der auf die gefahr X hinweist, die art und weise seines Hinweises derartig verwendet, dass er damit auch Y erreicht, wie zum Beipisle ein politisches amt damit anstrebt oder eine politische partei vorsucht zu begünstigen.

    • 15. Juni 2012 um 14:40 Uhr
    • Zagreus
  150. 162.

    @ Miriam

    danke dir – diesen Herrn sollten wir ernsthaft asyl gewähren – denn für solche leute war einmal auch der asylgedanke gedacht.

    • 15. Juni 2012 um 14:41 Uhr
    • Zagreus
  151. 163.

    @ Boothby

    „Ansonsten läuft MRX ja eben gegen den Stand der Wissenschaft an, nicht nur gegen die Politik.“

    Naja – sie sollten so ehrlich wenigstens sich selbst gegenüber sein, dass sie anerkennen, dass man nicht genau weis, was den Klimawandel genau nun auslöst (Ursache) und inwieweit dafür die menschen verantwortlich sind – bzw. was deren maßnahmen genau nun bewirken.

    Und Politik – ich nehme an, sie meinen die EU, oder? – denn nur hier sehe ich einen mainstream, gegen den Marrix stellung bezieht, – insofern frage ich mich: halten sie seine (was auch meine position hier ist) für falsch oder panisch oder übertrieben oder für ein zeichen eines ungerechtfertigtes Misstrauen?
    Mich würde hier ihre momentane eigene stellung einmal interessieren – früher waren sie ja entschieden pro-eu.

    • 15. Juni 2012 um 14:46 Uhr
    • Zagreus
  152. 164.

    @ By

    Ich persönlich habe mich mit Waldökologie mehr auseinandergesetzt

    Ich dachte Wald gibt es nicht mehr.

    • 15. Juni 2012 um 15:01 Uhr
    • Bulut darf
  153. 165.

    „Wael Abbas a journalist and human rights activist, and one of Egypt’s most well known bloggers gives his reaction on the constitutional crisis in Egypt.“

    Er meint, die MB hätte mit dem SCAF dermassen asozial gekungelt, dass sie es verdient hätte, so ‚reingelegt worden zu sein. Sieht eher nach Schadenfreude, als nach dem grossen Aufschrei aus.

    http://www.youtube.com/watch?v=DuNVw7dGV4Y&feature=plcp

    Übrigens: Nazis sind pro-Assad; jetzt gibt’s die ganz breite Querfront …

    hxxp://repro-medien.net/29-aufkleber-gegen-zionismus-und-arabische-reaktion.html

    … gegen Zionisten, Reaktion und Amis; krass.

    • 15. Juni 2012 um 15:08 Uhr
    • Thomas Holm
  154. 166.

    @ (etwaig anwesende) PIdeologen

    Man muss sich schon entscheiden: Assad feiern auf einer Seite, die sich als dezidiert „pro-amerikanisch“, „pro-israelisch“ etc. blabla versteht, erscheint mir etwas – wie soll ich sagen – „inkonsistent“.

    • 15. Juni 2012 um 15:36 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  155. 167.

    “Ansonsten läuft MRX ja eben gegen den Stand der Wissenschaft an, nicht nur gegen die Politik.”

    Ach Gott, der Stand der Wissenschaft. Diese Typen würden morgen auch behaupten, dass eine menschengemachte Eiszeit bevorsteht, wenn nur entsprechende Forschungsgelder fließen. Ganze Populationen von Forschern arbeiten an Projekten die nicht dem Interesse der Menschheit, sondern ausschließlich dem eigenen Renommee dienen, und natürlich dem persönlichen Geldbeutel.
    Ein anständiges Kompendium über die Irrtümer der Wissenschaft würde mit Sicherheit 500 Seiten umfassen.

    • 15. Juni 2012 um 16:21 Uhr
    • esprit de canaque
  156. 168.

    @MM:

    Verglichen mit einigen Strömungen unter den Rebellen ist Assad durchaus proamerikanisch und israelfreundlich.

    • 15. Juni 2012 um 16:46 Uhr
    • Arjen van Zuider
  157. 169.

    Ägypten

    The secretariat of Egypt’s parliament on Thursday received an official notification from Egypt’s ruling military council to immediately dissolve the assembly in line with Thursday’s High Constitutional Court (HCC) verdict.

    http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/44998/Egypt/Politics-/BREAKING-Egypts-SCAF-tells-parliament-to-close-doo.aspx

  158. 170.

    PS – Tunesien – Follow-up zu # 70:

    „1 – gesellschaftliche Situation: salafistische Unruhen gegen die Freiheit der Kunst:
    … The sight of riots consuming entire neighborhoods around the Tunisian capital, and the systemic violence against civil institutions has created shock waves throughout Tunisia. The violence and rioting caused the government to impose a curfew last night. …
    3 – Ennahdhas Schuldzuweisung an die Freiheit der Kunst:
    … Artists, organizers, and their political supporters are, according to Ennahdha, the force behind the political discord that caused religious extremists to riot and they should be criminally prosecuted. …“

    Ennahdha (derzeitige tunesische koalitionsregierende Islamisten-Partei) hatte die Aufrufe zu Demonstrationen gegen die ‚Provokationen‘ durch anti-religiöse Kunst unterstützt und selbst dazu aufgerufen. Allerdings verweigerte dann gestern bzw. vorgestern der Innenminister Habib Essid die Genehmigung des Anti-Kunst-Protestes.

    Heute nun ergab sich folgendes Bild des religiös konnotierten Anti-Kunst-Protestes:

    … It was a day that expected marches in downtown Tunis following Friday prayers. Thousands of people would take over the streets, and the main thoroughfares of Tunis would become ungovernable.

    That was the anticipation. Did it happen? Not at all.

    Inside al-Fatah Mosque, the packed congregation listened to the Imam deliver a speech on the dangers of gossip and rumor-mongering. As the sermon wrapped up, the faithful filed out of the mosque and marched up and down the street once.
    There were chants, condemning the media for being sensationalist and fuelling the fires of confusion.
    Then, someone started singing the national anthem.
    A few others shouted, “It’s time to go back to work,”
    which is what people did. …

    http://www.tunisia-live.net/2012/06/15/anticipated-protest-after-friday-prayer-fails-to-materialize/

  159. 171.

    @ Bredow

    „Besser als jeden Monat die Hälfte des Einkommens für irgendwelchen Dreck abgeknöpft zu bekommen. Her mit dem neuen Geld!“

    Ich nehme Ihre 25.000 gerne. Nur her mit den Kröten!
    Sie bekommen dafür einen Schuldschein, der auf künftige DM lautet.

    • 15. Juni 2012 um 18:25 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  160. 172.

    Von welchem gemäßigten Muslim stammen diese warmen Worte ?

    (Nicht googeln, überlegen, wer es sein könnte, von den Positionen her !)

    „Die Propheten haben eine Botschaft gebracht: die Heiligkeit Gottes und die Würde des Menschen. Die Tötung eines Menschen wiegt schwerer als die Zerstörung aller Orte, an denen Gottesdienste abgehalten werden. Wer behauptet, Gott sei an der Klagemauer, im Vatikan oder in der Kaaba, der verbreitet Lügen. Das sind nur Plätze, um sich zu versammeln. Gott lebt nicht dort. … Ist Gott Muslim, Christ oder Jude? Nein, Gott ist für uns alle. War Jesus etwa katholisch, orthodox oder Protestant? War Mohammed Sunnit oder Schiit? Das sind doch alles Lügen von Politikern und Geistlichen.

    In Indien habe ich in einem Hindutempel gebetet, in Marburg in der Elisabethkirche. Ich habe weder zu Jesus noch zu Mohammed gebetet, sondern zu Gott, und ich finde Gott an jedem Platz. …

    Ideologien wie Sozialismus, Demokratie und Kapitalismus sind von Menschen gemacht. Im Orient sind die religiösen Bewegungen das Problem. Die Menschen beziehen Religion auf die Erde. Die Religion ist aber nicht die Erde, sie ist nicht in der Kaaba und nicht im Felsendom, nicht im Tempel des Salomo und nicht in der Grabeskirche. Die Religion ist im Herzen, egal, ob ich in Washington bin, in Moskau, Berlin oder Mekka. Das Problem in unserer Region ist das Spiel der Geistlichen, das dann die Politiker ausbeuten.

    …. Man hat ehrfürchtig zu diesem Gott zu blicken und den Glauben der anderen zu respektieren. Jede religiöse Botschaft hat dem Menschen zu dienen. …“

    Den totalen Frustblues hat:

    „Nader Omran, the spokesman for the Muslim Brotherhood’s Freedom and Justice Party, talks about recent political developments in Egypt.“

    http://www.youtube.com/watch?v=xdjwG-DeY3w&feature=plcp

    • 15. Juni 2012 um 19:08 Uhr
    • Thomas Holm
  161. 173.

    „Von welchem gemäßigten Muslim stammen diese warmen Worte ?“

    Ganz ohne den Einsatz von Google *hüstel* würde ich auf den Großmufti von Jerusalem Badreddin Hassoun, tippen. Aber der gehört zum Inventar des Assad-Regimes und ist daher die Ausgeburt der Hölle und ganz böse.

    • 15. Juni 2012 um 19:42 Uhr
    • Bellfruta87
  162. 174.

    Kommentar 169 von publicola würde auch gut zum aufruf unserer kulturschaffenden passen. Vielleicht finden sie dort etwas resonanz. Aberich bin da wohl etwas naiv-

    • 15. Juni 2012 um 19:46 Uhr
    • ernsthaft
  163. 175.

    @ Bellfruta87

    Bingo !

    „Am 11. Juni brachte die FAZ ein Interview von Rainer Hermann mit dem Großmufti Syriens Badreddin Hassoun, der in der säkularen Republik Syrien der oberste sunnitische Geistliche ist.“

    Bei der FAZ im nicht freigegebenen Bezahlbereich; dokumentiert bei

    hxxp://madrasa*oftime.wordpress.com/2012/06/15/im-interview-badreddin-hassoun/

    Die Toleranzheinis reden kirchentagsreif daher und drohen nur manchmal in Staatsnotwehr mit etwas Terror – also quasi säkular.

    Derweil massakrieren sie, was das Zeug hält (die anderen natürlich auch). Bald werden wir sehen, wie stark die staatsmännisch-multikulturellen Bataillone bei den Sunniten sind; im Gegensatz zu den Salafis, die das Kainsmal der Intoleranz wenigstens offen auf der Stirn tragen.

    Den wackeren UNO-Hanseln, die den Glauben an das Gute im Menschen ausbaden müssen, sind inzwischen beide Seiten Jacke wie Hose.

    UN says both sides escalating violence. The head of the UN observer mission to Syria says neither side is trying to end the fighting.

    Darf man so einen Job jemandem wünschen, über den man sich ärgert ?

    http://www.youtube.com/watch?v=AwzMq8xilWc&feature=plcp

    • 15. Juni 2012 um 20:18 Uhr
    • Thomas Holm
  164. 176.

    Von welchem gemäßigten Muslim stammen diese warmen Worte ?

    Soweit ich mich erinnere, von einem hohen syrischen Geistlichen (Moslem).

  165. 177.

    pardon – sehe gerade, die Aufgabe scheint schon gelöst worden zu sein. [gebe zu, dass ich (nur?) selektiv lese]

  166. 178.

    @ Publicola

    „Soweit ich mich erinnere, von einem hohen syrischen Geistlichen (Moslem).“

    Wahrscheinlich haben Sie das als guter FAZ-Leser in Erinnerung.

    Dass die FAZ sich so etwas erzählen läßt:

    „Ist das säkulare Denken durch die Aufstände in der arabischen Welt bedroht?

    Ich sehe keinen arabischen Frühling – ich sehe ein großes Feuer. So haben sie es gewollt. Ägypten wird mit Israel gleichziehen. Hier gibt es einen jüdischen Staat, und dort wird es einen islamischen geben. Wo bleibt dann der Staat des Menschen?“

    Syrien und der Staat des Menschen …

    Die FAZ hat sich wohl ziemlich zwischen die Messer begeben und sich einen Protestbreif aus Houla eingehandelt:

    „We write this letter in the name of the residents of the four cities of Houla (Taldo, Kafarlaha, Taldahab, al Tiba al Gharbiya), in response to a disgusting slur published in the weekend in the Frankfurter Allgemeine Zeitung German newspaper, which shamefully presented lies as facts in the report written by reporter Rainer Hermann and published on June 7, 2012. The report cast the 108 people who died here at the hands of the regime as conspirators instead of victims. In almost four weeks since this dreadful act of savagery was brought to our village, we have been contacted by numerous reporters from many countries, all of whom have been in search of the truth. None of us recall being contacted by a German or non-German reporter that works for the Frankfurter Allgemeine Zeitung. We most certainly have not been contacted by Rainer Hermann or any representative of the Frankfurter Allgemeine Zeitung.“ Kommentar Nr. 467

    http://www.joshualandis.com/blog/?p=14931&cp=all#comments

    Landis war heute bei AJE und RT jeweils eine halbe Stunde – Tenor: ziemliche Verzweiflung.

    • 15. Juni 2012 um 20:47 Uhr
    • Thomas Holm
  167. 179.

    @ TH – hinsichtlich des Hula-Massakers hatte ich ja bereits schon einmal auf diesem Thread, einige Postings bevor, darauf hingewiesen, dass ich Ihre Bewertungen ‚in rebus Syricis‘ aufgrund Ihrer Intensiv- und Langzeit-Beobachtung der Geschehnisse in Syrien für relevant halte.

  168. 180.

    einige Postings zuvor

  169. 181.

    PS – #70, #169 – Tunesien –

    … at the press conference held by the Union of Tunisian Artists (SMAP), … artists, citizens, and members of the art community vented their opinion about the events of the past few days.
    Artists from the union presented their position on the destruction of several pieces of artwork at the Printemps des Arts Fair, and the subsequent reaction of the Minister of Culture’s declarations on Tuesday evening press conference.

    The minister [of Culture] condemned the artwork at the Printemps des Arts Abdellia exhibit as sacrilegious, and stated,
    “It’s enough for art to be beautiful, it shouldn’t be revolutionary.”
    Amidst the cheering and applause of crowds, Lass’ad Ben Hassine, the head of Syndicate of Writers announced,
    “We demand the resignation of Mahdi Mabrouk, the minister of culture. The union of artists will boycott anything that involves the ministry.”

    http://www.tunisia-live.net/2012/06/15/union-of-tunisian-artists-calls-for-minister-of-culture-to-resign/

  170. 182.

    OT – aber einfach essentiell wichtig für uns alle:

    Artikel von prof. Arnd Diring zum ESM beim Bun der Steuerzahler:

    http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bdst-kritisiert-esm-vertrag-unbegrenzte-deutsche-haftung-durch-die-hintertuer/

    nochmal eine nähere wirtschaftliche und politische Analyse des ESM-Vertrages als PDF-datei (nur 22 seiten – leicht verständlich und gut zu lesen):
    hxxp://www.taxpayers-europe.com/images/stories/ESM_Kommentierung_04.02.2012-langfassung.pdf

    • 15. Juni 2012 um 22:33 Uhr
    • Zagreus
    • 16. Juni 2012 um 10:16 Uhr
    • Zagreus
  171. 184.

    – Tunesien –
    kluge Analyse der Präambel der tunesischen Verfassung auf der website ‚Kefteji‘
    (Blogjefe ist Erik Churchill, aus Minnesota stammend, „an analyst and development consultant based in Tunisia. He blogs about Tunisian politics at Kefteji“):

    1 – … it is a kitchen sink of ideas … Constituent members took the not so humble step of honoring themselves in the first line. “We, the deputies of the Tunisian People,…“

    2 – … a document of compromise … the document’s reference to the country being founded on the “fundamentals of Islam” – something that liberal Tunisians see as a back door to introducing Sharia law. … Meanwhile more liberal members will be happy with references to an “open and moderate” Islam based on its reformist movement.

    3 – … The document is careful to avoid references to universal values or rights. While the document does endorse human and equal rights among Tunisians, it does not take the bold step of endorsing universal rights, such as the UN’s Universal Declaration of Human Rights.

    4 – … The question of Palestine makes a not-so-subtle, and somewhat problematic, appearance.

    Finally – … the preamble does not provide for the system of government (parliamentary, presidential, mixed) or outline a “bill of rights”. These hugely important questions will be the subject of future debates at the Constituent Assembly….

    http://kefteji.wordpress.com/2012/06/11/constitution-watch-reaction-and-problems-with-the-preamble/

  172. 185.

    „Der Militärrat hat mit seinem Zickzackkurs den revolutionären Geist, wenn nicht zur Strecke gebracht, so zumindest in einen dauerhaften Schwindelzustand versetzt. Die Tahrir-Aktivisten wurden als Chaoten stigmatisiert. Die staatliche Propagandamaschine hat es geschafft, dass große Teile der Bevölkerung nicht die Blockadepolitik der alten Seilschaften des Regimes, sondern die Demonstranten für den mangelnden Fortschritt verantwortlich machen. Dem Innenministerium ist es gelungen, die Polizei monatelang nicht arbeiten zu lassen – bis dann eben viele nach einem neuen Tyrann rufen.“

    Ein schmutziger Krieg auf Sparflamme – mit subtiler Entzauberungskomponente:

    „„Wir sind aufgebracht, aber zu erschöpft“, lautete die Zusammenfassung eines der Tahrir-Aktivisten, nach der Entscheidung des Verfassungsgerichtes. Die müssen sich jetzt erst einmal entscheiden, ob sie über den Coup gegen die Islamisten glücklich oder die Rückkehr des alten Regimes schockiert sein sollen.“

    hxxp://taz.de/Kommentar-gypten/!95403/

    Keiner steht auf für die Rechte des Parlamentes: 2.10-2.50

    http://www.youtube.com/watch?v=2yBqO9Mo27w&feature=plcp

    Das einzige was klar ist, ist dass es keine Dynastie der Mubaraks
    gibt; das Militär wollte nie einen Investmentbanker an der Spitze.

    Die Liberalen: verängstigt durch das Gewicht der Islamisten; die Islamisten gedemütigt dadurch, dass alle anderen vor ihnen veränstigt sind – und sie selbst nichts zu Wege kriegen.

    Also nehmen alle den paternalistischen Staatsstreich gegen die Tahrir-Revolution mehr oder weniger gefällig zur Kenntnis. Ein Souverän wird vorgeführt als ein Kind, dem man sein Spielzeug besser wieder wegnimmt, da es nur Unfug damit anzustellen vermag.

    Und das Kind zeigt sich – abgesehen von einem leichten Schmollen – auch nicht völlig uneinsichtig. Ist das nun die Konsequenz aus den letzten 1.400 Jahren, oder aus den letzten 5.000 Jahren, oder ist der Unterschied sowieso nicht so gewaltig ?

    Die Entscheidung darüber, wer durch den Suezkanal darf und wer nicht, ist vielleicht auch etwas zu unangenehm für (muslimische) Zivilisten, um sie nicht lieber Militärs zu überlassen – die vom Ausland bezahlt werden.

    Lustiges Fundstück zur verbreiteten Verschwörungsdenke:

    hxxps://www.facebook.com/photo.php?fbid=428833100470604&set=a.214033955283854.55458.213719815315268&type=1&theater

    • 16. Juni 2012 um 11:28 Uhr
    • Thomas Holm
  173. 186.

    @104 Thomas Holm – schlaflose Nächte:

    Meine nicht. Menschen lernen nur aus eigener Erfahrung, die der Verheerungen eines großen Krieges oder eines langen Bürgerkrieges fehlt dem Nahen Osten. Friedlich werden die Menschen, wenn 90% vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, nicht vorher. Und diese Entwicklung kann man nur beobachtend begleiten, um ihre Ausstrahlungen auf Europa einzudämmen, Thats it. Auch wenn das in Europa gerade zunehmend unpopulaer wird – Menschen sind zuerst für sich selbst verantwortlich.

    Gruß,
    Thorsten Haupts

    • 16. Juni 2012 um 11:35 Uhr
    • ThorHa
  174. 187.

    @182 Zagreus:

    Ziemlich lustig. Der Artikel beruht auf der ziemlich wahnsinnigen Annahme, in einer existenzbedrohenden Krise werde man Vertragsbuchstaben einhalten. Und wenn die Griechen nicht gehen wollen, werden sie gegangen – Vertrag hin oder her. Nach den Zahlen ist seit 2 Jahren klar, dass Griechenland nicht zu retten ist.

    Gruß,
    Thorsten Haupts

    • 16. Juni 2012 um 11:39 Uhr
    • ThorHa
  175. 188.

    – Ägypten –

    … Die Vermutung, das Militär stehe hinter dem Richterspruch, hat vieles für sich;
    denn dass siebzig Prozent der Mandate an die Islamisten gingen,
    behagte dem Hohen Militärrat von Anfang an nicht …

    Es ist wohl auch alles andere als ein Zufall, dass das Gericht im selben Augenblick bekanntgab, es sei legal, dass der frühere General und letzte Ministerpräsident aus der Ära des Präsidenten Husni Mubarak, Ahmed Schafik, sich an diesem Wochenende zur Stichwahl stelle. … wird Schafik vom Militär favorisiert.

    Doch dieser Kandidat, der das alte Regime repräsentiert, ist den auf radikale und demokratische Veränderungen zielenden Revolutionären verhasst …
    Das Militär … denkt wohl auch nicht daran, die Macht, wie das einmal vorgesehen war, aus den Händen zu geben.
    Dass dieses Kalkül aufgehen könnte, ist noch nicht einmal ausgeschlossen.
    Viele Ägypter sind die unsicheren Verhältnisse im Land leid und sehnen sich nach Stabilität und Ordnung.

    Doch ein Sieg Schafiks in der Stichwahl wird den Widerstand des „Tahrir“ weiter befeuern und das Land nicht zur Ruhe kommen lassen.
    Viele trauen dessen Versicherung, er werde im Fall seiner Wahl auf alle politischen Richtungen zugehen, nicht.

    Dass die Parlamentarier sich fürs erste weigerten, nach Hause zu gehen, ehrt sie und spricht dafür, dass sie das Spiel durchschauen. …

    Fast ist man versucht zu sagen:
    eine Revolution auf typisch ägyptische Weise,
    so unberechenbar wie das ganze Land.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/suspendierung-des-parlaments-aegyptischer-sommer-11786975.html

  176. 189.

    @ Publicola

    Tunesien wird übrig bleiben als Sandkasten-Dauerexperiment über die Verträglichkeit von Demokratie und politischem Islam.

    In Ägypten ist der Souverän vom Konzept einer durch Gesetzgebung ausgeübten repräsentativen Regierungsführung zurückgetreten, in Libyen kloppen sich die Jugendgangs; bei den Monarchen gibt es keinen Frühling, lediglich Anfechtungen von Teheraner Hintergrund.

    (Geographie ist Schicksal, auch für lupenreine Demokraten in Bahrain.)

    Die schiitische Machtachse baut – nicht ohne Erfolg – auf die Unbeliebtheit ihrer einzigen wirklich gefährlichen – weil des Sterbens unbekümmerten – Widersacher: der Salafisten. Über die Entwicklung in Kairo werden die Korken knallen in Damaskus.

    Immer wieder stellen sich neue Gleichgewichte her: Gleichgewichte der Illegitimität (keiner ist nur Opfer, so dass man sich nicht einmischt) und Gleichgewichte der Macht; auf der Basis von erkanntem Unvermögen rückdeligiert man seine Souveränität lieber wieder an die Apparate der Tyrannen.

    Eine Dynamik, die auf eine präzedenzlose Entscheidung drängt, gibt es nur in der Levante und Mesopotamien; (von) dort allerdings weitet sich dieser Entscheidungsraum aus.

    Auch dies ein Hintergrundrauschen für die Stimmung, dass wer auch immer über Ägypten tront, der soll fest im Sattel sitzen. Dabei kann ein Parlament mit fremdfinanzierten Mehrheitsfraktionen nur stören. Wo das Militär fremdfinaziert ist, da ist ein zweites fremdfinanziertes Machtzentrum nur eine latente Herausforderung zum Bürgerkrieg.

    Übrigens: fremdfinanziert heißt nicht fremdgesteuert; fremdfinanziert heißt: eine Stelle im Inland bestimmt darüber, wen und wie man genau abzockt. Noch sind es ja die Amerikaner die sich abzocken lassen und beim Herumtrampeln auf deren Nerven sollen MB und Salafisten den SCAF nicht allzusehr stören.

    Interessant finde ich, dass niemand auf die Idee kommt, sich mit halal-Tourismus durchzuschlagen.

    • 16. Juni 2012 um 12:01 Uhr
    • Thomas Holm
  177. 190.

    @ AvZ

    Verglichen mit einigen Strömungen unter den Rebellen ist Assad durchaus proamerikanisch und israelfreundlich.

    Das mag ein berechtiger Einwand sein, bei dem für mich aber genau der springende Punkt liegt:

    Das sind eben jene „Strömungen“, dschihadistische Grüppchen aus teils vll. ein, zwei Dutzend Kämpfern bestehend, die aus den Golfmonarchien oder Kuwait kommen, v.a. von Saudi-Wahhabien, Katar, VAE bewaffnet sowie logistisch und finanziell unterstützt werden (allein in den letzten drei Monaten angeblich mit ca. 100 Millionen Dollar; ist eigentlich noch Dürre im Sahel?). Also von jenen („)Staaten(„), mit denen man in Washington „beste Beziehungen“(!) unterhält. Man könnte durchaus sagen, dass auch die amerikanische Regierung diese Gruppen unterstützt, zumindest indirekt*. Das ist die Schizophrenie; (siehe im Nachhinein auch Libyen).

    * telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/9334707/US-holds-high-level-talks-with-Syrian-rebels-seeking-weapons-in-Washington.html

    Ammar Waqqaf (Syrian Social Club (?)) in einem kürzlich von T. Holm verlinkten Video: „well, they [US, UK & allies] actually do [weaponing and training], though they don’t admit it (…) their official line is they’re supplying „non lethal aid“; but this is pretty much like the afghanistan story 30 years ago (…); it’s not easy to intervene in syria in a similar way [as in Libya], so the only option they have is to destabilize the country from within and actually allow building of certain dschihadist movements, to draw al-qa’ida into syria and let the snowball grow as much as it can.“

    http://www.youtube.com/watch?v=45Qfh_2J5N0& (die zitierten Auszüge zw. 1:18-3:02 zu finden; habe Lücken gelassen)

    Der Interviewer Morris Rant ist ein Hardcore-Anti-Impi.

    Die syrische Bevölkerung, das klang hier schon einige Male an, gilt zwar als teils durchaus konservativ, aber keinesfalls fundamentalistisch. Also, mein Eindruck: In Syrien wird im Endeffekt ein Stellvertreterkrieg ausgefochten zwischen den bekannten regionalen und globalen Allianzen. Die syrische Bevölkerung wird darob massakriert, das ist der Preis dafür, wenn man für (mehr) Freiheit(en) und demokratische Teilhabe demonstriert.

    Sich da „für eine Seite“ zu entscheiden? Nein Danke, krankes Spiel.

    • 16. Juni 2012 um 12:04 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  178. 191.

    Jaja, jener Badr ad-Din Hassoun, von dem ich vor einigen Jahren noch durchaus angetan war ob der Worte, die ich bei seinem Vortrag an einer Universität hier in D. hören durfte. Jener Badr ad-Din Hassoun, der 2011 Europa drohte, z.B. mit Selbstmordattentaten (wohl kaum von ihm selbst) nicht so nett:

    http://www.youtube.com/watch?v=B8lHZxZOgA0&

    Dieser ganze Terror ist ein politischer. Mit Religion hat das – ich bin geneigt zu sagen – „nichts“ zu tun. Mal abgesehen davon, wenn man jetzt z.B. nach Mali, bes. Timbuktu schaut, wo ein reichhaltiges, islamisches Erbe möglicherweise zerstört wird, von „Ansar Dine“ und Konsorten; und man darf lesen, dass gar Tuareg einen „islamischen Staat“ ausgerufen hätten, was zu den Tuareg schlicht nicht passt; der Kampf zwischen MNLA und Ansar Dine steht noch aus. Was ist los in der Welt? Es ist nicht einfach, die Medienberichte, Diskurse und das ganze Chaos mit den eigenen Erfahrungen (auch oder gerade mit Muslimen, die allesamt positive waren und sind, mit schlichtweg ‚herzensguten‘ Menschen) in Einklang zu bringen.

    • 16. Juni 2012 um 12:27 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  179. 192.

    Ich stelle das mal unkommentiert hier rein:

    „Die Taktik der Golfherrscher“

    taz.de/!88007/

    Kommentar von Marc Thörner

    Ui, den muss ich lesen:

    Zwei Jahre lang hat Marc Thörner in Afghanistan recherchiert. ‚Eingebettet‘ bei verschiedenen Armeen und allein unterwegs im Land, hat er mit Militärs, Diplomaten, Mullahs, Richtern, Politikern, Gouverneuren, Warlords und anderen Menschen in unterschiedlichen Teilen des Landes gesprochen. Der islamische Extremismus, so lautet seine provokante These, bedroht den Westen nicht. Er ist, im Gegenteil, ein wichtiges Element, um westliche Hegemonie zu sichern.

    perlentaucher.de/autor/marc-thoerner.html

    http://www.edition-nautilus.de/programm/politik/buch-978-3-89401-607-4.html

    • 16. Juni 2012 um 12:56 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  180. 193.

    @ MM,AvZ

    „Verglichen mit einigen Strömungen unter den Rebellen ist Assad durchaus proamerikanisch und israelfreundlich.“

    Assad hat seine Grenze zu Israel ruhig gehalten; aber nur um die Libanesisch-Israelische Grenze zum Austragungsort von Teherans Verrenkungen zur Erlangung von Regionalhegemonie über die Araber zu machen; indem er der Hisbollah in Syrien die strategische Tiefe gewährte, welche diese benötigte, um sich für Teheran verheizen zu lassen. Bei den Schiiten heißt es nälich nicht ‚Sieg oder Tod‘ sondern: ‚Kein Sieg ohne Tod‘.

    Wobei man als Nicht-Schiite zum Sterben in der Eigenschaft ‚Libanesischer Patriot‘ (unverschwult !) durchaus miteingeladen ist. Auch was die Versagung des Himmelreiches angeht, sind die Schiiten da nicht so unangenehm dogmatisch, wie halt die Wahabis.

    Assad garantierte Teheran die Bedingungen dafür, bis zum letzten Libanesen um die Hegemonie über die Araber „kämpfen“ zu können.

    Und damit das nicht immer zu „israelfeundlich“, wie zuletzt 2006, ausgehen muss: das Teheraner Atomprogramm.

    So sehe ich den Zusammenhang.

    „Ammar Waqqaf (Syrian Social Club (?))“

    Eine Britisch-Syrische Regime-Geschäftsleuteverbindung, die Dauerinterviewgäste bei AJE, RT, PTV, etc. stellt. Sowas haben die Sunnten z.B. nicht.

    „ist eigentlich noch Dürre im Sahel“

    Somalia und Jemen liegen noch näher an den heiligen Fleischtöpfen.

    „supplying “non lethal aid”;“

    Logistik mit Organisationscoaching plus Satellitenaufklärung; die lethalen Sachen gibt es alle auf dem Flohmarkt im Libanon.

    „destabilize the country from within and actually allow building of certain dschihadist movements“

    Allow ist das Schlüsselwort; die Gemeinheit der Amerikaner bestehe darin, dass sie es nicht unterbinden, womit – nebenbei – die Kräfteverhältnisse etwas durchschimmern. Die Golfaraber haben die Kohle, die Amis könnten es unterbinden; aber kampfmotiviert und sterbegewillt sind die Assad-Opfer; und ohne letzteres ginge es nicht. In diesem herausfordernden Umfeld blüht und gedeiht auch der Salafismus, der sonst in Syrien in der Tat nicht so zuhause ist.

    „In Syrien wird im Endeffekt ein Stellvertreterkrieg ausgefochten zwischen den bekannten regionalen und globalen Allianzen.“

    Richtig; zwischen den von Herrn Lau inzwischen auch als ÖL- und Gas-Islamismen gekennzeichneten Machtzentren.

    „Die syrische Bevölkerung wird darob massakriert, das ist der Preis dafür, wenn man für (mehr) Freiheit(en) und demokratische Teilhabe demonstriert.“

    Der Preis dafür, dass man dies unter Bedingungen tut, die von jahrzehntelangem qualitätsreligionsgefälligem Antisemitismus geprägt sind. Und ohne Antisemitismus keine Qualitätsreligion von unverschwultem Unterhaltungswert.

    „Der Interviewer Morris Rant ist ein Hardcore-Anti-Impi.“

    Und ein leidenschaftlich bekennender Antisemit.

    Er hat jenem „Syrian girl“ eine Plattform gegeben, die den Wahabismus als Araberspleen darstellt …

    (wo doch „die Araber“ die Prophetenverwandtschaft massakriert hätten, worin man sich eben mit den Schiiten einig ist; ein Damaszener Spin-Kunststück; weil: es waren ja Damaszener Machthaber, die das taten ! – einfach genial !!)

    … wohingegen die Syrer, auch die Sunniten, levantinische Phönizier seien, was selbstredend als etwas besseres ‚rüberkommen soll, als „Araber“ (Wüste, Stämme, rückständig …) zu sein.

    „Sich da “für eine Seite” zu entscheiden? Nein Danke, krankes Spiel.“

    Kranke Jahrhunderte fliegen jetzt um die Ohren.

    • 16. Juni 2012 um 13:00 Uhr
    • Thomas Holm
  181. 194.

    @ MM

    „Dieser ganze Terror ist ein politischer. Mit Religion hat das – ich bin geneigt zu sagen – “nichts” zu tun.“

    Mit dem religiösen Teil der Religion vielleicht nicht so sehr, aber mit dem politischen halt; bzw. mit dem was von dem politischen Teil der Religion übrig geblieben ist. Dass ein letzter Kalif den Weltkrieg der Ungläubigen zum Jihad erklärt, ihn mitverliert, das Kalifat draufgeht – das alles ist sicher werder Teil des religiösen Teils, noch des politischen Teil dieser Religion. Wohl aber Teil der Realität.

    Kann da als religös grundierte Politik noch etwas anderes übrig bleiben, als erratischer Irrsinn, despotische Heuchelei, größenwahnsinnige Fuchteleien und nihilistisch-todessehnsüchtiger Fanatismus ?

    Natürlich geht soetwas nicht unmittelbar aus einer spirituell-identitären Rückbindungsvariante namens ‚Ergebung in Gottes Willen‘ zurück.

    Wenn aber diese Rückbindungsvariante historisch dreimal in Scherben gefallen ist und der Kadaver dieses weggestorbenen Kulturimpulses nur noch giftige Racheideen verstömt, dann ist das wiederum auch nicht a-religiös.

    Islamismus war: „ein wichtiges Element, um westliche Hegemonie zu sichern.“

    Und zwar im Kalten Krieg. Ressourcen für den Westen und Kohle für die Machthaber, ja das war der deal. Aber in Zukunft ?

    Die Ressourcen-Rente reicht nicht für die Arbeitsplätze, nach denen der Jugendüberhang verlangt; die Anti-Terrorrente vertrocknet seit selbst die Amis gemerkt haben, wie sie von Jemen bis Pakistan verarscht wurden.

    Die soziale Frustration verbindet sich mit politischen Abrechnungsprojekten und religiös-narrativen Racheprogrammen.

    „‘herzensguten’ Menschen“

    Im Dreißigjährigen Krieg sind viele Christen auch herzensgute Menschen geblieben; nicht alle, aber viele. Das macht für das Schlachten aber keinen Unterschied.

    „Der islamische Extremismus, so lautet seine provokante These, bedroht den Westen nicht“

    Islamisch grundierter Traditionalismus nicht. Der hält nur den Laden auf, in dem er stattfindet. „Extremismus“ ist meist ein verquastes Konstrukt, um eine andere Agenda voranzubringen.

    Die Financiers von Extremismus glauben jedenfalls selten an die jeweilige extreme Wachküssidee, die so ein Extremismus halt darstellt. Der isl. Extremismus war prowestlich im Kalten Krieg (vielleicht damit im Westen niemand auf die Idee kommt, diese Gesellschaften, den Sowjets in den Rachen zu schieben, auf dass sie sich verschlucken) und nach dem Kalten Krieg wollten die Extremisten weiter die großen Muslim-Zampanos sein und haben es für eine gute Idee gehalten, ihren Sponsor, den Westen zu überfallen.

    Mit dieser guten Idee haben sie den Tyrannen zehn Jahre geschenkt; nachdem Saddam ihnen die zehn Jahre zuvor geschenkt hatte.

    • 16. Juni 2012 um 13:37 Uhr
    • Thomas Holm
  182. 195.

    @ Bärte-watcher

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/thronfolger-von-saudi-arabien-gestorben-a-839248.html

    @ Verhängnis-watcher

    hxxp://www.spiegel.de/politik/ausland/un-beobachter-in-syrien-setzen-mission-aus-a-839284.html

    „Iraq car bombs targeting Shiite pilgrims kill at least 27

    (aktuell; zuvor:) On Wednesday, 72 people were killed and more than 250 wounded in bomb and gun attacks across the country, with Al-Qaeda’s local affiliate, the Islamic State of Iraq, claiming responsibility.“

    Der Irak dürfte damit genauso blutig sein wie Syrien – und genauso wichtig: gerade auch für Syrien; aber halt unterberichtet.

    hxxp://nowlebanon.com/NewsArticleDetails.aspx?ID=409790

    MM hatte verdienstvollerweise noch mal verlinkt … :

    “Die Taktik der Golfherrscher”

    taz.de/!88007/

    … wo es, sehr on topic, um die Machenschaften der Bärtigen und die Außenpolitik des Westens geht.

    „Die Taktik der Golfherrscher könnte darin bestehen, in Ländern wie Syrien, Libyen, Ägypten zunächst mithilfe einer Facebook-Generation die Diktatoren zu stürzen, um dann salafistische oder gemäßigte islamistische Regime zu unterstützen.“

    Von der Intention her sicher richtig beobachtet; nur ist der Bär noch nicht erlegt; auch in Ägypten nicht.

    „Gefährliches Syrien-Szenario

    … Eine von den Golfstaaten dominierte Arabische Liga autorisierte eigene Armeen oder „Vertragsnehmer“, in Syrien militärisch einzugreifen. Das Regime in Teheran fühlte sich dadurch bedroht. Die Arabellion geriete zu einer möglicherweise bewaffneten Auseinandersetzung zwischen einem sunnitischen und einem schiitischen Block, Falken und Hardliner auf beiden Seiten setzten sich durch, das Feindbild Schiiten ließe den Einfluss fundamentalistischer Sunniten über die Gesellschaften noch wachsen.“

    Am 19. Februar 2012 den Trend zutreffend erfaßt; mein Reden seit ca. August 2011

    „Eine schiitisch-sunnitische Konfrontation könnte den Erneuerern überall in der Region die Atemluft entziehen.“

    Eine zwangsläufige Nebenfolge; wie es um den langen Atem der Erneuerer bestellt ist, sehen wir gerade in Ägypten.

    „Ob dann der Westen die Golfemire instrumentalisiert oder die Golfemire den Westen – das Ergebnis sähe vielleicht so aus, wie es der ägyptische Professor Samir Amin befürchtet: Die Selbstbestimmung der arabischen Bevölkerung könnte wieder einmal scheitern.“

    Wer wen instrumentalisieren wird, ist in der Tat eine akademische Frage. Nur die Annahme, dass es einen Spielraum zur Selbstbestimmung für die arabischen Bevölkerungen gegeben hätte, ist sogar noch subakademisch.

    Während der Wahabismus sicherlich die für liberale Maßstäbe am meisten unerträgliche Ideologie ist, setzt sich Teheran via Assad, Hisbollah und überhaupt in das operativ größere Unrecht.

    Um den Gang dieses Verhängnisses zu verstehen, braucht man keine Verschwörungstheorie; es ist einfach der natürlich Gang der islamischen Machtdinge aus der Position von zivilisatorischer Abgehängtheit bei einigem Ressourcenreichtum heraus.

    • 16. Juni 2012 um 16:02 Uhr
    • Thomas Holm
  183. 196.

    @MM:

    Das sind eben jene “Strömungen”, dschihadistische Grüppchen aus teils vll. ein, zwei Dutzend Kämpfern bestehend, die aus den Golfmonarchien oder Kuwait kommen, v.a. von Saudi-Wahhabien, Katar, VAE bewaffnet sowie logistisch und finanziell unterstützt werden (allein in den letzten drei Monaten angeblich mit ca. 100 Millionen Dollar; ist eigentlich noch Dürre im Sahel?). Also von jenen (“)Staaten(“), mit denen man in Washington “beste Beziehungen”(!) unterhält. Man könnte durchaus sagen, dass auch die amerikanische Regierung diese Gruppen unterstützt, zumindest indirekt*. Das ist die Schizophrenie; (siehe im Nachhinein auch Libyen).

    Muss man als selbstdeklarierter „Proamerikaner“ und „Proisraeli“ denn alle strategischen Entscheidungen der derzeitigen US-Regierung gutheißen? Zumal ich manchen PI-Leuten auch zutraue, zu glauben, dass Obama die syrischen Rebellen unterstützt, weil er heimlich ein (sunnitischer) Moslem sei und deshalb gern eine islamistische Regierung an der Macht sähe.

    • 16. Juni 2012 um 18:02 Uhr
    • Arjen van Zuider
  184. 197.

    Nur mal so gerade zwischendurch:
    Abu Usama Al-Gharib: Stellungnahme über die Razzien in Deutschland
    http://bit.ly/LPwIg9

    Ich fürchte, der würde mich einfach nicht mögen!

  185. 198.

    @ Publicola

    Diese Beschreibung des Zustandes Ägyptens von Sandmonkey ist in etwa das worauf ich Sie mit einigen meiner Kommentare hinweisen wollte.
    Die zivilgesellschaftlichen Grundlagen für eine auch nur einigermaßen pluralistische Demokratie sind dort leider nicht vorhanden, auch wenn es einige unabhängige und freuheitliche Geister, wie eben Sandmonkey, gibt.

    • 16. Juni 2012 um 21:42 Uhr
    • Bredow
  186. 199.

    @ Bredow – Die zivilgesellschaftlichen Grundlagen für eine auch nur einigermaßen pluralistische Demokratie sind dort leider nicht vorhanden

    Sie haben sicherlich Recht damit, dass Persönlichkeiten wie Sandmonkey in Ägypten wohl Ausnahmeerscheinungen sind.

    Nun halten andererseits Leute wie Sandmonkey ihre Ideen und Projekte autistischerweise nicht unter Copyrightvorbehalt und geheim, sondern bemühen sich intensiv und deutlich um Popularisierung und Verbreitung ihres Denkens, d.h. um eine Schaffung und Entwicklung zivilgesellschaftlicher Grundlagen

    So ist – das sei als ein Beispiel hier zitiert – Sandmonkey nicht nur Blogbetreiber, sondern z.B. auch gleichzeitig aktives Mitglied der liberalen, säkularen ‚Partei der Freien Ägypter‘ (Hisb al-Masriyyin al-Ahrar*), die von einer Gruppe von politischen Aktivisten und Intellektuellen um Naguib Sawiris gegründet wurde und die sich gegen eine Islamisierung die Verteidigung von Ägyptens Säkularität und der ägyptischen Zivilgesellschaft auf die Fahnen geschrieben hat.

    Diese Partei bildet ihrerseits wiederum zusammen mit den beiden Parteien ‚Ägyptische Sozialdemokratische Partei‘ und Tagammu (= National-Progressive Unionistische Partei) das Wahlbündnis ‚Ägytischer Block‘, der bei den Parlamentswahlen einerseits (nur) 6,8% der Parlamentssitze errang, andererseits damit die viertgrößte politische Kraft im Parlament darstellt.

    Wie die letzten (Präsidentschafts-)Wahlen gezeigt haben, ist das Wählerverhalten der Ägypter – gelinde gesagt – dynamisch (Stimmenanteil der Islamisten bei den Parlamentswahlen ca. 70%, bei den Präsidentschaftswahlen ca. 43%).

    In other words – die hier auf dem Blog von etlichen Kommentatoren so oft beschworene statisch-ewiges-eis-eingefrorene Situation eines islamistischen Gottesstaates kann ich nur als möglichen und eher unrealistischen Ausnahmefall erkennen.

    Eine derartige Einschätzung unterschätzt entscheidend nicht nur die von mir hier kurz und oberflächlich skizzierte Dynamik,
    sondern auch die Rolle und das Wirken maßgeblicher politischer und gesellschaftlicher Kräfte Ägypten (siehe die oberste Richterschaft mit ihrem Urteil zur Ungültigkeit des Parlamentswahlergebnisse; siehe das Militär und dessen Einflussmöglichkeiten),
    denen wohl kaum egal zu sein scheint,
    ob das Land globalwirtschaftlich eingebunden werden und international relevante Unterstützung erhalten kann,
    oder
    ob man sich mittels Salafisten und Muslimbrüder aus der Weltwirtschaft in Richtung einer Steinzeit-Kampuchea-Theokratie zu verabschieden hat.

    Es scheint m.E. daher derzeitig vermessen, in welche Richtung auch immer auf eindeutige, ausschließliche und abschließend-statische Ergebnisse der Entwicklung in Ägypten zu wetten.
    Wie merkte doch heute der Experte der FAZ ‚in rebus Arabicis‘, Wolfgang Günter Lerch, an:
    Fast ist man versucht zu sagen: eine Revolution auf typisch ägyptische Weise, so unberechenbar wie das ganze Land.
    ____________________________

    *) http://www.kas.de/wf/doc/kas_29524-1522-1-30.pdf?111127114436

  187. 200.

    PS – daraus resultiert die Notwendigkeit im Sinne einer um Realismus bemühten Sichtweise, die diversen und konträren negativen und positiven Entwicklungen und Ereignisse hier (zumindest) beispielhaft anzusprechen, zu kommentieren und zu diskutieren.
    Was ja auch erfreulicherweise geschieht.

  188. 201.

    Tunesien – Parteineugründung

    Tunisia’s former interim Prime Minister Beji Caid Essebsi announced on Saturday the creation of a new political movement called “Nedaa Tunis,” or “The Call for Tunisia” party. Stating, “We are all part of Tunisia,” Essebsi asserted that the new movement aims for a national consensus and to unify Tunisia’s “scattered” opposition parties.

    … the former prime minister emphasized that Tunisia must avoid returning to its past model of a single party dominating the political scene.

    Essebsi quoted several pages from Tunisian history books, recalling that “Tunisia’s unionists, communists, and Jews” all united to drive out French colonial rule, and explained that no one political party fueled the country’s historic January 2011 revolution. Instead, he remarked that it was sustained by the Tunisian people as a whole.

    … the founding council of „Nedaa Tunis“ is comprised of 12 Tunisians from various political and legal backgrounds. The founding members include: Beji Caied Essebsi, Taieb Baccouche, Lazhar Karoui Chebbi, Salma Rkik, Ridha Belhadj, Boujemaa Ermili, Wafa Makhlouf Sayadi, Mohamed Lazhar Elakermi, Mohsen Marzouk, Amor Shabou, Slim Chaker, and Sameh Dimashk.
    The speech was punctuated by several renditions of the Tunisian national anthem

    According to Essebsi’s statement this afternoon, there is neither a movement head, nor a vice president.
    The former prime minister also emphasized that the initiative is open to all aspects of Tunisian society, including members of the former ruling RCD party. Moreover, he highlighted that the movement does not follow a particular ideology, and therefore is available to Tunisians of various political and social leanings – whether secularist, socialist, communist, or otherwise.
    Essebsi went further to assert that the new movement would ”work with Ennahdha, and respect the voting box.”

    In terms of the movement’s vision of a future Tunisia, Essebsi argued for the need to “preserve the modern Tunisia,” which he defined as upholding
    the country’s personal status code and
    the first article of its new constitution, in which it is declared that the country’s religion is Islam and its language is Arabic.

    Essebsi’s speech – which was delivered to nearly 1,400 Tunisian citizens and journalists – also addressed the wave of unrest that Tunisia has experienced in recent weeks. Essebsi was not guarded in his criticism of the government’s reaction to such events, insisting that the government’s main responsibility is to ensure its citizens personal and material safety. …
    Essebsi … stated his belief that the government should use force when confronted with violence.

    … Ahmed Ibrahim – first secretary of Tunisia’s Ettajdid movement [eine mitte-links ausgerichtete säkulare politische Partei in Tunesien] – asserted his party’s support for the new initiative and its commitment to work with Nedaa Tunis in the future. …

    Salma Bakkar, a member of Tunisia’s Constituent Assembly belonging to the PDM party [Pôle démocratique moderniste = Der Demokratische Modernistische Block = eine tunesische politische Koalition, die linksgerichtet und laizistisch ausgerichtet ist, bestehend aus vier politischen Parteien und fünf Bürgerinitiativen, deren größte die Ettajdid-Bewegung ist], stated “… As part of the Democratic Bloc, I will work to support this initiative.”

    … Essebsi … announced his pride in serving as foreign affairs minister under Tunisia’s former president Habib Bourguiba …

    http://www.tunisia-live.net/2012/06/16/former-prime-minister-essebsi-announces-creation-of-the-unity-movement-call-for-tunisia/

  189. 202.

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/muenchen-1972-deutsche-neonazis-halfen-olympia-attentaetern-a-839309.html

    „Saad Walli, ein Mann „arabischen Aussehens“ konspirativ mit dem deutschen Neonazi Willi Pohl getroffen habe, der gegenüber seinem damaligen Arbeitgeber mit Kontakten zum radikalen Flügel der PLO geprahlt habe. Saad Walli war ein Deckname des palästinensischen Terroristen Abu Daud, des Drahtziehers des Olympia-Anschlags. …

    Pohl, der heute unter anderem Namen als Krimi-Autor arbeitet und sich schon vor Jahrzehnten glaubhaft vom Terrorismus losgesagt hat, ist sich nahezu sicher, dass er seinerzeit unwissend in die Vorbereitung des Olympia-Attentats eingebunden war: „Ich habe Abu Daud quer durch die Bundesrepublik chauffiert, wo er sich in verschiedenen Städten mit Palästinensern getroffen hat.“ …

    Im Auftrag des PLO-Geheimdienstchefs Abu Ijad sollte er Geiselnahmen im Kölner Dom und in Rathäusern deutscher Großstädte vorbereiten. Ende Oktober 1972 wurden Pohl und ein Komplize mit Maschinenpistolen, Handgranaten und anderem Kriegsgerät in München festgenommen. Ebenfalls im Gepäck: Ein Drohbrief des „Schwarzen September“ an einen Richter, der gegen die drei Terroristen ermittelte, die das Olympia-Attentat überlebt hatten.

    Auch die bei ihm beschlagnahmten Handgranaten entlarvten Pohl als Helfer des „Schwarzen September“. Denn sie stammten, wie es in einem Polizeibericht heißt, aus einer „äußerst seltenen Fabrikation“: Belgische Granaten mit schwedischem Sprengstoff, die nur für Saudi-Arabien produziert worden waren. Mit baugleichen Sprengkörpern hatten die PLO-Terroristen während des gescheiterten Befreiungsversuchs ihre Geiseln ermordet.“

    Auch damals kamen Terroristen an brisante Saudische Exklusivbestellungen heran und von Libyen bis zum Südjemen hat ca. jedes dritte arabische Regime mehr oder weniger offen Terrorismus unterstützt; vom Ostblock ganz zu schweigen.

    In diesem Kontext war der Islamismus eine Handhabe, um möglichst viele dieser Militanz-Verrückten den Sowjets auf den Hals zu karren. Heute treten die politischen Islamismen – konfessionell feindselig – gegeneinander aufgestellt zum regionalen Shootout an und Rußland will nicht mehr die Welt erobern, sondern nur die Rohstoffpreise in die Höhe treiben.

    Man sieht immerhin, wer aus den 40 Jahren seit 1972 was gemacht hat und wer nicht.

    • 17. Juni 2012 um 10:17 Uhr
    • Thomas Holm
  190. 203.

    Islam und Nazis, keine neue Erkenntnis.

    http://www.youtube.com/watch?v=C_UkD-ySxhQ

    • 17. Juni 2012 um 12:04 Uhr
    • Bellfruta87
  191. 204.

    PS # 200 – Tunesien –
    gestrige Parteineugründung durch den Ex-Interim-Premier und ehemaligen Außenminister der Bourgiba-Regierung Beji Caid Essebsi der Partei “Nedaa Tunis ” (“The Call for Tunisia” party) am Samstag – heutige Bewertung in der tunesischen frankophonen Presse:

    … die Initiative von Beji Caid Essebsi ist ein Lichtblick am dunklen Himmel Tunesiens.
    Sie belebt die Demokraten, die Verteidiger der Freiheiten und eines bürgerlich-zivilen Staat.
    Sie gibt der Opposition, zersplittert und ausgehöhlt durch ihre Meinungsverschiedenheiten,die Hoffnung auf Sammlung und Zusammenschluss zurück, mit Blick auf eine neugestaltende Austarierung der von der islamistischen Partei Ennahdha dominierten politischen Landschaft des Landes.

    Es ist diese Vorherrschaft, diese Hegemonie [der islamistischen Partei Ennahdha], die am meisten Angst verbreitet, die den Übergang zur Demokratie schwächt und das Gespenst einer Rückkehr zur Diktatur und zu ihren verabscheuungswürdigen Praktiken wiedererstehen lässt.

    Aber wenn auch vor der Hegemonie einer ‚einzig(artig)en‘ Partei warnend, befindet Beji Caid Essebsi kategorisch: „Keine Reform ist ohne die Partei Ennahdha möglich.“ Dies ist gewissermaßen eine Anerkennung der Bedeutung dieser Partei auf der nationalen Bühne. …

    Nun hat die Regierung der Troika seit der Erlangung der politischen Mach durch ihren Dilettantismus gesündigt, der die Autorität des Staates beschädigt und die Errungenschaften des tunesischen Volkes und sein Gesellschaftsmodell bedroht.

    Beji Caid Essebsi ruft die Regierung auf, dem Weg des Dialogs und des Konsenses den Vorzug zu geben.
    Er ruft auch die verschiedenen politischen Richtungen, die seine Meinung teilen, dazu auf, sich hinter seiner Initiative zu sammeln, ohne irgendeine politische Richtung auszuschließen.

    Quelle: Leitartikel „Initiative, dialogue et consensus“
    Le Temps – Dimanche 17 juin 2012
    http://www.letemps.com.tn/article-67083.html

  192. 205.

    @ Bellfruta87

    „Islam und Nazis, keine neue Erkenntnis.“

    Der Vorlauf war eine Liebelei von Bewegung mit Imperium.

    Dass die Erben, wie die Stiefkinder der Bewegung sich aber immer noch gerne mit den Trümmerresten der Imperiumsideologie abgeben; das finde ich nicht automatisch sooo selbstverständlich.

    Von japanischen Terroristen wüßte ich nicht, dass sie eine Nähe zu Alt- oder Neunazis gesucht hätten; selbst diese Japaner wußten wenigstens noch, mit wem sie seinerzeit Pleite gemacht hatten.

    Die Unverdrossenheit der Faschismus- bzw. Nazianhänglichkeit im Orient hat wahrscheinlich den Antisemitismus als einen Kitt, mit dem man ungeachtet des „Umschwungjahres“ 1945 weiter durch die Weltgeschichte torkelt.

    Das von mir bestellte Buch „Did Muhammad exist ?“ von Robert Spencer ist endlich eingetroffen.

    Meine erste Überraschung: Ein wohlwollendes Vorwort von

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Jansen

    „To find out the truth about Richard Nixon was difficult,and it would have been impossible without the tapes. In thecase of Muhammad, there are no tapes. There is not muchat all. There actually is so little that the gravest suspicionsare justified.

    Johannes J. G. Jansen

    served as Houtsma Professor for Contemporary Islamic Thought at the University of Utrecht (Netherlands) until his retirement in 2008.“

    Spencer sagt, neben Ibn Warraq habe ihn Jansen überhaupt auf den Trichter zu dem Buch gebracht (S.275).

    „Indeed, were it not for a memorable … dinner conversation on the same subject with Hans Jansen (to whom also much thanks for his keen eyein spotting errors and other problems in this manuscript), Iwould never even have thought to write this book.

    Mit Jansen als Manuskriptbegleiter dürfte es wohl nicht mehr ganz so leicht fallen, wissenschaftliche Skeptik und die historisch-kritische Methode mit Blick auf die Entstehung des Islams in eine „Islamhasserecke“ abzudrängen.

    Hier das Werk auch online zum Nachlesen:

    http://www.scribd.com/doc/95295028/Did-Muhammad-Exist-an-Inquiry-Into-Islam-s-Obscure-Origins-Spencer-Robert

    • 17. Juni 2012 um 13:18 Uhr
    • Thomas Holm
  193. 206.

    Die saudischen Sunnis wollen mehr deutsche Panzer. Mehr Waffen für das Mutterland der einzig wahren Friedensreligion. Das kann nur gut gehen!

    http://www.welt.de/newsticker/news1/article106615833/Saudi-Arabien-will-deutlich-mehr-deutsche-Panzer-kaufen.html

    • 17. Juni 2012 um 16:29 Uhr
    • Bellfruta87
  194. 207.

    @ bellfruta

    solange man irgendwie gewährleisten kann, dass man diese panzer zur Not (z. B. mit hilfe eines versteckten speziellen programmes in der software des panzers) abschalten kann, wenn er z. B. richtung Israel vorsteoßen sollte, würde ich darin kein problem sehen – immerhin geht es um rund 3 – 4 Milliarden Euro bei diesem Auftrag (5millionen/pro Panzer x 600 oder 800 Panzer) – und das würde der Industrie schon gut tun (und den damit verbundenen arbeitsplätzen bei Krupp und Krauss-mafai). Die Saudis sind eine Diktatur, aber eine in form einer nicht aggressiven Monarchie, die wenig interesse an einer aggressiven außenplitik hat.
    Hinzu kommt, dass zur Wahl noch amerikanische Abrams standen – also, wenn wir keine Leo IIs ihnen verkaufen solten, kaufen sie den nicht wesentlich schlechteren Abram von den Amis auf und das geld fließt halt dann dorthin.
    Zudem haben die Saudis sowieso schon ein hochmodernes Panzerkorps – das sie gerade weiter ausbauen wollen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/M1_Abrams#Saudi-Arabien
    Gut würde ich es finden, wenn sie Israel fragen würden, ob der deal aus Israelische Sicht heraus ok wäre.

    • 17. Juni 2012 um 16:42 Uhr
    • Zagreus
  195. 208.

    – Tunesien –
    The Tunisian National Guard, in collaboration with the Tunisian military, arrested eight people since Thursday in Tunisia’s northwest region of Jendouba.
    … most of the people, arrested in response to acts of violence and vandalism in the area in recent weeks, were former criminals that had recently joined an ultra-conservative religious movement.
    … an imam from Jendouba has been arrested for a speech given during the Friday prayer that ”provoked people to kill police officers.”

    http://www.tunisia-live.net/2012/06/17/arrests-continue-in-jendouba-following-weeks-of-violence/

  196. 209.

    – Tunesien –
    Employees from Tunisia’s tourism sector marched peacefully today down Avenue Habib Bourghiba – Tunis’ main thoroughfare – to protest the poor security response to this week’s unrest. Protestors made their way to the Ministry of Tourism to voice their frustration over the effects that recent violence and the three-day curfew have had on the sector.

    “Of course, we are angry…No one can be above the law – Salafist or whoever. They must be punished,” said Sihem Zaïem, a councilor at the Tunisian Federation of Travel Agencies (FTAV). Zaïem’s sentiments were widely shared among participants in today’s protest by members of the local tourism industry. “We love tourists and don’t want chaos to scare them away,” said Youssef, who owns a handicraft shop in the old city of Tunis frequented by tourists….

    Indeed, tourism in 2012 has shown concrete improvements since last year, yet the number of tourists and revenues in the sector have yet to reach pre-revolution levels.

    The organizers of today’s protest – FTAV, the Tunisian Federation of Hotels, and the General Tunisian Workers’ Union – … emphasize[d] the ramifications that setbacks, such as this week’s scenes of violence, not only have had on the tourism sector, as well as on the greater population itself.

    According to Mohamed Ali Toumi, President of FTAV, Tunisia’s tourism sector is comprised of 400,000 jobs, while the livelihoods of over a million and a quarter Tunisians are dependent on such jobs to some extent. “Tunisia doesn’t have natural resources. We have to depend on tourism,” Toumi exclaimed in a press conference following the march. “Tourism has no substitute.”…
    http://www.tunisia-live.net/2012/06/16/tourism-sector-demands-better-enforcement-of-public-order/

  197. 210.

    – Tunesien –
    Houcine Laabidi, the chairman of the Zitouna Mosque Scientific Committee, condemned the artwork at the Printemps des Arts Abdellia as “blasphemous” yesterday. During the Friday prayer, Laabidi said that the paintings were “provocative,” adding that the artists were “infidels,” and should be put to death. Laabidi interpreted Nadia Jelassi’s piece of art, entitled “Celui qui n’a pas…,” as an affront to veiled Muslim women. “That painting was disgraceful, accusing veiled, believing women of being adulterous because they pictured them stoned,” furthered Laabidi…

    ”What Laabidi said does not represent the Ministry of Religious Affairs. … Inciting violence is a crime punishable and proscribed by law and the ministry will act upon that,” said the advisor to the Ministry of Religious Affairs, Ali Lafi … “This chairman will be suspended from service. No one can randomly judge and sentence people. We have the judiciary department in charge of sentencing people,” he added….
    http://www.tunisia-live.net/2012/06/16/chairman-of-zitouna-mosque-banned-from-preaching-following-incitement-to-murder-artists/

  198. 211.

    “Celui qui n’a pas… ”
    – der aufrechte Islamist, der auf sich hält, sieht sich natürlich aus rein religiösen Gründen verpflichtet, die Creation dieses Kunstwerkes als todeswürdig zu analysieren –
    http://www.tunisia-live.net/wp-content/uploads/2012/06/celui.jpg

  199. 212.

    – Ägypten –
    (derzeitige) Position der ägyptischen Print-Medien zu den MBs:
    http://www.al-monitor.com/pulse/politics/2012/06/local-newspapers-reignite-the-pr.html

  200. 213.

    – Ägypten – die kairener ägyptisch-britische Schriftstellerin Abdaf Soueif*) kommentiert die gerade stattfindenden Präsidentschaftswahlen:

    … The revolution will continue because neither the old regime nor the Islamist trend in its current form are going to deliver „bread, freedom, social justice“.
    Neither of them are going to validate the sacrifices made by the 1,200 young people murdered by the regime, the 8,000 maimed, the 16,000 court-martialled.
    As the weekend’s spectacle unfolds, thousand of young men are in military jails, many of them on hunger strike.

    In the first round of presidential elections three weeks ago, fewer than five million voted for Shafiq – the old regime candidate – and also fewer than five million voted for Morsi, the Muslim Brotherhood candidate.

    Around 12 million voted for the progressive, secular trend in the revolution – but that didn’t count because that vote was divided between five candidates.
    The progressives had done what they do best: failed to come together and make common cause against a known and clear enemy.

    The people have, at every turn, done the right thing. They have taken to the streets when the cause has been theirs, they’ve stayed away when it’s been manufactured. They’ve been brave and resilient and resourceful. They have learned lessons.
    They voted the Brotherhood into parliament,
    and when they performed abysmally
    they withheld 50% of their vote from the Brotherhood’s presidential candidate …

    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/jun/17/down-with-next-egypt-president
    ______________________________________

    *) Ahdaf Soueif (born 1950), an Egyptian novelist and political and cultural commentator, was born in Cairo and educated in Egypt and England. She studied for a PhD in linguistics at the University of Lancaster. Her sister Laila Soueif as both her nephew and niece, Alaa Abd El-Fatah and Mona Seif, are notable activists. She was married to Ian Hamilton with whom she had two sons, Omar Robert Hamilton and Ismail Richard Hamilton. She lives in London and Cairo. – wikipedia (en)

  201. 214.

    Tariq Ramadan: Naïve to think Arab world toppled govts by protests

    Er meint, Shafiq macht das Rennen, weil die MB ausgetrickt und blamiert ‚rüberkommt; min 9.50

    http://www.youtube.com/watch?v=5Ny_ajpUMoA&feature=relmfu

    Und AJE verbreitet auch total den blues über die Ägypter.

    • 17. Juni 2012 um 21:50 Uhr
    • Thomas Holm
  202. 215.

    Die Schabiha machen ein paar Bräute für das Wochenende klar:

    http://www.youtube.com/watch?v=U-oTg_OUGY4&feature=youtu.be

    Transkonfessionelle Paarungsrestriktionen scheinen in den relevanten migrantischen Herkunftsgegenden gar nicht so eng gesehen zu werden; alles wieder nur Klischee, was da verbreitet wird.

    • 17. Juni 2012 um 22:01 Uhr
    • Thomas Holm
  203. 216.

    @ TH – Shafiq macht das Rennen, weil die MB ausgetrickt und blamiert ‘rüberkommt – aus den genannten Gründen plausibel und wahrscheinlich

  204. 217.

    PS – Kommentar-Satz der Journalisten von Al-Ahram-Online:
    In a possible hint of how the night might unfold,
    the lights have gone out in six polling stations in the Nile Delta

    http://english.ahram.org.eg/NewsContent/36/122/45330/Presidential-elections-/Presidential-elections-news/Live-Updates-Egypt-presidential-runoff-results-as-.aspx

  205. 218.

    PS – Twitter-Kommentar von Mahmoud Salem ‏a.k.a. Sandmonkey:
    Ladies and gents, relax, our next president will have as much governing powers as the queen of england. :)
    https://twitter.com/Sandmonkey/status/214461923264180225

  206. 219.

    PS – In the context of the new powers that generals appear to be claiming for themselves the results of the presidential election appear to be losing relevance.
    Heba Morayef, from Human Rights Watch, tweets.

    http://www.guardian.co.uk/world/middle-east-live/2012/jun/17/egypt-elections-shafiq-morsi-live

  207. 220.

    Ägypten – aktueller Stand der Stichwahl um das Präsidentenamt: aufgrund der derzeitig bekannten Zahlen ist vermutlich mit dem Wahlsieg von Mursi (MB) (ca. 52,5%) gegenüber Shafiq (Militär)(47,5%) zu rechnen
    – siehe Live-Updates bei Ahram Online: http://english.ahram.org.eg/

  208. 221.

    15 % Wahlbeteiligung ??

    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/jun/17/down-with-next-egypt-president

    (geniale Überschrift !!)

    „As I write, it’s looking as if the turnout for this round will settle at about 15%. Compare this to the 80% turnout in March 2011 …

    security troops … making inquiries about foreign Arabs who might be staying there; 22 Palestinians and Jordanians were detained; seven Syrian activists manning the protest tent in front of the Arab League offices were detained; the ministry of the interior issued warnings that armed Palestinians had been sent by Hamas from Gaza to commit acts of terror in Egypt; … Xenophobia, division, fear of the Palestinians (on the „they want to lead us into war“ ticket) are all being stoked.“

    Interessante Solidaritäts-Subtexte des ‚Arabischen Erwachens‘ (T. Ramadan) in Ägypten. Gerede von gestern und Geschwister in der Levante stören nur, statt dessen: überall: ‚Spione und Agenten‘ …

    Hört sich an wie die Selbstkonstitution der Pharaonen-Opfer zu einer Vereinten Republik des Kleinmutes.

    • 18. Juni 2012 um 08:20 Uhr
    • Thomas Holm
  209. 222.

    Irgendwie ins bärtig-depressive Bild passend:

    „Gülen says prefers staying in US to avoid ‘harming positives’ …

    “If [my return] is to halt positive developments in Turkey, even with a possibility of one percent, [I prefer] staying here if my lifespan allows it, and I will not return to damage my country, my nation and those [positive] things in my country,” Gülen said, teary eyed …

    Gülen is highly respected both in Turkey and in many countries around the world for educational activities he has pioneered, along with his efforts to promote intercultural and interfaith activities around the globe. He is in self-imposed exile in the US though there is no legal hurdle that prevents him from returning to Turkey. …

    Gülen also added that he would reconsider returning to Turkey, together with his close friends who share the same fate with him in the US, only when all his concerns are eliminated. …

    his choice to stay in the US was unrelated to concerns over his safety but rather all the positive developments in Turkey, which he fears would be harmed by his return. …

    Gülen spoke about the difficult periods he went through in Turkey, especially after the military coups. He said he was chased after like a “bandit” for six years after the Sept. 12, 1980 coup.“

    Respektiert in der Welt und beliebt daheim und doch könnte alles
    ganz schnell in die Brüche gehen; die Erinnerungen sind lebendig.

    Kann es sein, dass Assad seinen Schatten von Ankara bis Kairo über die Bärtigen wirft ?

    http://www.todayszaman.com/news-283711-.html

    • 18. Juni 2012 um 08:41 Uhr
    • Thomas Holm
  210. 223.

    Leserbrief eines in Ägypten lebenden Brasilianers an Ahram-Online:

    Maybe a setback, but certainly not a defeat

    To have Morsi as President without powers over the military for the time being (until a new Constitution is in force) is not the best possible scenario, but it is a reasonable one anyway.

    In my native Brazil the transition from military dictatorship to democracy took fifteen years (from 1975 to 1990, with setbacks here and there), with further five years to have a civilian Minister of Defence.
    Transition is a slow-moving process, not without hindrances.
    Having been in Egypt for the past two years, I can say that Egyptians have achieved quite a lot in such a short period.

    Maybe it is better for Morsi to have limited powers for now
    so that some sort of national consensus may be achieved after his inauguration.

    And if secularists do not achieve good results in the next parliamentary elections
    (to be held, I believe, within the next six months, about two years after the Revolution)
    they will have no one else to blame but themselves.

    http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/45376/Egypt/Politics-/Revised-constitutional-chart-stirs-up-controversy.aspx

  211. 224.

    @ Publicola

    „In my native Brazil the transition from military dictatorship to democracy took fifteen years (from 1975 to 1990″

    „Pinochet wurde am 11. März 1990 von Patricio Aylwin als Präsident abgelöst.“ Das magische Jar 1990 … Zufall ?

    Neben der reinen Zeit, braucht es wohl auch ‚Signale‘, die man hören und sehen kann.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Augusto_Pinochet

    • 18. Juni 2012 um 08:57 Uhr
    • Thomas Holm
  212. 225.

    @ Thomas Holm – es kann m.E. vermutlich so sein, dass Dekaden-Perioden politischen Wandels mit dem graduellen Übergang
    von einer Generation (eines bestimmten Lebens-, Weltsicht-, Politik-Stils)
    zu der nächsten Generation (eines anderen bestimmten Lebens-, Weltsicht- und Politik-Stils) zusammenhängen,
    zumal sich innerhalb von schon 10 Jahren ja auch technologisch und kommunikationstechnologisch spürbare Veränderungen abspielen
    (man denke nur an die spürbar enorme ‚Stil‘-Verschiedenheit von Dekaden-Perioden in Deutschland (Bundesrepublik sowie DDR) wie: 1965 – 1975 – … – … – 2005 – …)

  213. 226.

    OT: Sehr lesenswerter Artikel zum Thema Multikulturalismus und rassismus:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/moslems_sind_keine_tiere/

    • 18. Juni 2012 um 11:55 Uhr
    • Zagreus
  214. 227.

    die Herrschaft des Schnurbärtigen

    Lesenswerter Artikel im SPIEGEL von heute.
    „Einfach frauenfeindlich. In seiner dritten Amtszeit strebt Ministerpräsident Erdogan offen eine geistig-kulturelle Wende an.“

  215. 228.

    Aus dem Guardian:

    On Saturday alone, during the last round of the elections, 35 activists from the 6th April group were detained (under the new powers granted by the minister of justice to the military two days earlier)

    wtf??? Mit welchem „Recht“?

    Falls nicht bekannt, für jene, die es interessiert:

    http://en.wikipedia.org/wiki/April_6_Youth_Movement

    „Focuses: Democracy, Social justice, Free and fair election, Civil resistance, Secularism, Anarchism“

    25-minütige Reportage (zur Bewegung 6. April): People & Power reveals the story behind the unprecedented political protests in Egypt. Over the course of a remarkable fortnight, People&Power has been filming exclusively behind the scenes with a core group of young activists

    youtube.com/watch?v=QrNz0dZgqN8

    Artikel, der sich dem „struggle“ der Bewegung(en) widmet, sich langfristig als politische Alternativen zu etablieren:

    Is the Egyptian revolution dead? Hardly. After months of quiet planning, Egypt’s April 6 revolutionaries are ready to reveal their next big move: politics.

    theglobalmail.org/feature/the-revolution-will-be-politicised/262/

    (Guardian): Right now, it seems that the coalition of the military, the power-brokers of the old regime and their foreign friends think they’ve won the battle for Egypt. They talk of the nonsense of the revolution being over – the interior ministry says that once the president is declared it will not tolerate protests, and stands ready to deal with them.

    Die Konterrevolution des Imperiums schlägt zurück. **** your democracy!

    • 18. Juni 2012 um 12:31 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  216. 229.

    @Zagreus

    Danke für den Link zum Baader-Beitrag. Der Geist der 80er wirkt nach, wie ich kürzlich wieder mitbekommen habe, als man mich belehrt, man habe die Kulturen von hier lebenden Migranten zu respektieren und zu achten. Punkt. Ich machte geltend, dass „Kultur“ ein System von Werten und den daraus abgeleiteteten Normen sei; nicht Gott gegeben, sondern von Menschen gemacht. Und ich fragte, ob ich auch Werte wie namus (die mit der Sittsamkeit der Frau verbundene Ehre) oder Endogamie und die daraus abgleiteteten Normen respektieren und achten muss.
    Zum Schluss haben wir uns auf einen Kompromiss geeinigt: Man hat die Kulturen von hier lebenden Migranten zu respektieren und zu achten, vorausgesetzt sie befinden sich im Einklang mit den im Grundgesetz verankerten Grundrechten und den daraus abgeleiteten Gesetzen.

    Dass Kulturen im obigen Sinne nicht unter Artenschutz stehen dürfen, machte taz-Kolumnist Deniz Yücel in einem Beitrag mit dem Titel „Die Welt ist kein Zoo“ geltend, den ich schon einmal hier verlinkt habe.
    http://www.taz.de/!93788/

  217. 230.

    @ Miriam G

    Der heutige „Spiegel“ bringt auch einen guten Artikel über muslimische (und alevitische) Familien-Streitschlichter.

    • 18. Juni 2012 um 12:35 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  218. 231.

    OT kulturelle Selbstaufgabe

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/interview-mit-ahmadineschad-die-wut-kommt-immer-zu-spaet-11788375.html

    FAZ-Kopftuchmädchen Christiane Hoffmann interviewt Ahmadinejad. Was soll uns das Aufsetzen eines Kopftuchs während eines Interviews mit einem Repräsentanten einer islamischen Diktatur sagen?
    Das Kopftuch ist die Flagge der Islamisten, das hat nicht nur Alice Schwarzer richtig erkannt.
    Für mich ist dieses Verhalten Verrat an Menschen- und vorallem Frauenrechten. Man kann optisch nicht deutlicher machen, dass man sich unter die Vorgaben einer islamische Diktatur unterordnet. Und das sogar als ungläubige Christin. Das Kopftuch in diesem Interview ist ein Skandal und so wenig ich bei einer Zeit-Journalistin über dieses Verhalten überrascht wäre, so sehr bin ich es doch bei einer FAZ-Journalistin.

    • 18. Juni 2012 um 13:04 Uhr
    • Bellfruta87
  219. 232.

    @ Zagreus 225

    Passend zu dem Thema lief heute Nacht zwischen 0:05 und 0:30 die Sendung „Philosophie“ mit dem Thema „Universalismus“. (In der u.a. mit dem Multikulturalismus – nicht der Multikulturalität! – hart ins Gericht gegangen wird).

    http://videos.arte.tv/de/videos/philosophie-6737542.html

    • 18. Juni 2012 um 13:12 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  220. 233.

    Ägypten

    A Salafist group called the Popular Egyptian Islamic Association has come under fire after sending out a warning on Facebook urging its followers not to eat tomatoes because the vegetable (or fruit) is a Christian food.

    The group posted a photo on its page of a tomato – which appears to reveal the shape of a cross after being cut in half – along with the message: “Eating tomatoes is forbidden because they are Christian. [The tomato] praises the cross instead of Allah and says that Allah is three (a reference to the Trinity).

    [God help us]. I implore you to spread this photo because there is a sister from Palestine who saw the prophet of Allah [Mohammad] in a vision and he was crying, warning his nation against eating them [tomatoes]. If you don’t spread this [message], know that it is the devil who stopped you.”

    http://nowlebanon.com/BlogDetails.aspx?TID=2451&FID=6

    • 18. Juni 2012 um 13:26 Uhr
    • Serious Black
  221. 234.

    Hamas feiert den Wahlsieg Mursis

    http://www.palpress.co.uk/arabic/?action=detail&id=51891

    Ein Resultat des Sieges:

    hxxp://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4243734,00.html

    • 18. Juni 2012 um 13:34 Uhr
    • Serious Black
    • 18. Juni 2012 um 13:42 Uhr
    • ParallelkoMMentar
    • 18. Juni 2012 um 13:56 Uhr
    • Serious Black
    • 18. Juni 2012 um 13:57 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  222. 238.

    @Miriam

    danke für deinen Tipp – den Artikel gibt es aber atm nur im spiegel-heft – und dafür bin ich dann doch nicht bereit geld auszugeben, vor allem, weil ich mir den inhalt schon slebst denken kann, wie es ja aufgrund der neuen von der akp un erdogan lancierten Abtreibungsregeln in der Türkei und den Protesten von türkinnen dagegen, schon offenbart wurde.

    Das mit dem grundwerten oder den GG der BRD ist auch so eine sache bei so manch einen.
    Meiner meinung nach wirkt hier sowieso etwas anderes als riene rationalität – nämlich eine sehnsucht nach einer besseren, da ursprünglicheren und natürlicheren welt, nach einer gemeinschaft und nach sozialer sicherheit – und da man all as in der eigenen gesellschaft vermisst oder nicht in dem erträumten aumaße vorfindet wie gedacht, projeziert man es auf vermeintlich ‚natürlichere‘ gesellschaften bzw. ‚Kulturen‘.
    Das ganze geht im Grunde in die selbe Richtung wie die sehnsucht der romantik nach dem Mittelaltr mit seinen Burgen und geordneten wesen, oder die sehnsucht am versailler Hof nach dem ursprünglichen leben als schäfer – daphne und cloe – in arkadien.
    Und im 18./19. jh. findet es sich dann in vielen europäischen gesellschaften – vom der englischen angefangen mit ihren jungen reisenden, die durch mitteleuropa gen italien reisten und herzerwärmende Reiseberichte (eine regelrechte literatrgattung damals) erstellten bis hin zu den diversen Forschungs- und abendteuerreisenden, die in fernen Ländern exotische tiere, pflanzen und auch Kulturen erdeckten.
    Nach dem WKII spiegelt sich das auch dann im aufkommenden französischen Strukturalismus (z. B. levi-trauss – strukturelle anthropologie / das wile Denken) wieder und findet eine neuen ort einerseits in den Kulturwissenschaften (new marxism), andererseits aber auch in diversen Natur- und ökologiebewegungen, die angefangen von irgendwelchen träumen vom Leben auf dem bauernhof (in harmonie mit der umwelt), über diverse exoterische Ausrichtungen (von der wünschelrute über die kraftlinien hin zu glauben an die macht von krisallen) und Pädagogikrichtungen (waldorf & co.) alle ein einheitliches sehnen und ein ablehnen letztendlich der moderne mit seinem indivdualismus , seiner geworfenheit des individuums udn seiner komplexität und werterelativität, einigt.
    Hochkonservative, ja regelrecht reaktionäre ansichten verbinden sich mit träumen und progressiven ansätzen zu einer letztlich unüberschaubaren melange.
    Wichtig dabei ist das träumen, dass im träumen, im sehnen sich die realität mit den jeweiligen sehnsüchten aufläd und somit zurechtlegt, umdeutet –> die Kultur des anderen interessiert nur sekundär; zuerst einmal ist diese Kultur wie ein großes gefäß, dass den eigenen sehnsüchten eine konkretes dasein in der wirklichkeit geben soll und smit auch so behandelt wird. Einzelheiten stören dabei nur – es kommt auf das unscharfe gesambild des ‚anders‘, des natürlich- und harmonisch-seins, es kommt auch seine anti-modernität des Bildes der Kultur an. Die reelle Kultur selbst stört.
    Im grunde ist es dasselbe wie er hass der antisemiten bzw. nazis auf die Juden – nicht der einzelne, konkrete jüdische Mensch, der nachbar, interessiert, sondern das Bild, in das die gesamheit all dessen, was abgelehnt wird, hineingegossen wird und nur zur abfuhr, zur abreaktion all dessen, was einem an einem selbst und an der eigenen gesellschaft stört, dient.
    Hier halt stellen diese Kulturen Orte der Erfüllung dar der eigenen sehnsüchte und wünsche.
    Und was verteidigt wird ist dann auch eigentlich gar nicht die andere Kultur zuerst einmal, sondern das BIld dieser eigenen Kultur, was wiederum nichts anderes als die eigenen Wünsche, Sehnsüchte und auffassungen von Gut und ideal darstellen. Die fremde kultur wird dabei nur solange verteidigt, als sie eben als projektionsfläche taugt – also so lange, bis wirklichkeit und wunsch sich aufgrund von eigener erfahrung und kenntnis nicht mehr zur deckung zu bringen sind.
    Und damit ist auch ein ganz großes problem verbunden: was man fertig bringt ist: den anderen am konkreten beispiel aufzuzeigen, das da in dieser konkreten Kultur eine sehr hässliche Seite vorzufinden ist. Man könnte sagen: ihm die augen öffnen:
    „Zum Schluss haben wir uns auf einen Kompromiss geeinigt: Man hat die Kulturen von hier lebenden Migranten zu respektieren und zu achten, vorausgesetzt sie befinden sich im Einklang mit den im Grundgesetz verankerten Grundrechten und den daraus abgeleiteten Gesetzen.“
    –> dieser Kompromiss ist aber eigentlich gar kein kompromiss, sondern reine augenwischerei. Denn: auch wenn derjenige hier in dem konkreten falle zustimmt, so ändert es weder etwas am grund für seine Projektion, noch etwas an der basalen ausrichtung seiner Projektion –> die suche nach dem paradies im natürlich-ursprünglich-harmonischen-Zusammenleben, für das ihm sog. ‚primitive Kulturen‘ stehen.
    Er stimmt zu und bei der nächsten gelegenheit, schaut er schon wieder nicht genau hin – denn das genau Hinschauen zerstört ja seine Intension, seinen Grund, warum er überhaupt die ‚andere Kultur/as Andere‘ so idealisiert.
    Also hat man im grunde gar nichts erreicht, außer as er in diesem einem konkreten falle nach einer entsprcechenden Diskussion und quasi ‚mit der schnauze in die schei… stoßen‘ er einmal sich auf einen Kompromiss eingelassen hat.
    Das richtige ergebnis hätte aber sein müssen, dass er erkennt, dass wenn es in einem fall schon auch seine schattenseiten gibt, über die man voll naivität hinweggesehen hat, man im nächsten falle, bei der nächsten Kultur, man etwas misstrauischer wäre und gleich selbstständig gründlicher die sache sich anschaut und hinterfragt – genau das passiert aber allzuoft nicht – und kann es auch gar nicht. Denn, wie ich aufzuzeigen versuchte, geht es gar nicht um die andere Kultur,; sie ist nur ein Sprungbrett, eine projektionsfläche, sondern es geht um die eigenen Sehnsüchte, um die eigene Unzufriedenheit, leerheit, die eigenen probleme mit einer modernen gesellschaft. Oder anders gesagt: es gibt einen grund für die idealisierung und romantisierung – und hier ist der grund für diesen ‚Kulturrelativismus‘.

    • 18. Juni 2012 um 13:58 Uhr
    • Zagreus
  223. 239.

    @ ParallelkoMMentar

    Danke für den Link!

    @ Bellfruta87

    Ich würde das nich tgleich so streng sehen – es ist halt mehr wie eine art Uniform , die man anzieht, weil man sonst das Interview nicht bekommen hat – sagt aber noch nichts darüber aus, ob nun diese junge dame das Kopftuch für richtig oder tolerabel oder halt als etwas Abzulehnends einschätzt.
    Einen ‚verrat‘ `- dafür halte ich es nicht, denn die alternative wäre gewesen, dass es halt kein Interview gegeben hätte.
    Das, was sie über achmedhatsienichtalle berichtet, ist ja druchaus sehr kritisch, ja regelrecht vernichtend – denn es zeigt ziemlich deutlich die völlge verwirrtheit von ihm und seinem schon krankhaften mangel an selbstreflektionsfähigkeit:
    „In seiner Antwort macht Ahmadineschad den Westen für alle Kriege der letzten hundert Jahre verantwortlich. Er zählt die Kriege auf.“
    und
    „Während der Präsident lange redet, überlege ich, ob ich den Anschuldigungen widersprechen oder zu Syrien zurückkehren soll. Es ist fast unerträglich, seine Weltgeschichte unwidersprochen stehen zu lassen.“

    und dann hier:
    „„Sie haben gar nichts zum Holocaust gesagt“, sage ich ihm zum Schluss. „Sie haben mich nicht gefragt“, erwidert er. „Sicher hat man es Ihnen verboten. Warum sonst hätten Sie mich nicht gefragt?“ – „Ich kenne Ihre Antworten.“ Er lacht.“

    Verschwörungstheorie per excellance – und das ganze Interview wird nur gegeben, weil es zugleich sich propagandistisch ausschlachten lässt – es findet eine (unangekündigte) live-übertragung statt ja.

    Ich denke, es ist besser, wenn sich eine journalistin hier einmal unterordnet in einer bekleidungsfrage, und dann kritisch den wahnsinn dieses regimes frisch aufzeigen kann (und es auch tut), als wenn das unter den teppich fällt und unsere lieben relativierler, all die Grassler und Totenhöfer, ihr gesülze verbreiten.

    • 18. Juni 2012 um 14:44 Uhr
    • Zagreus
  224. 240.

    @ Publicola

    “ es kann … so sein, dass Dekaden-Perioden politischen Wandels mit dem graduellen Übergang von einer Generation … zu der nächsten .. zusammenhängen.“

    Unter bestimmten Voraussetzngen mag sich Druck im Kessel zu periodischen Ausbrüchen verdichten, wie es z.B. Teile meiner Zunft für Polen zu beobachtet haben glauben: 1944; 56, 68, 80 ein Zwölfjahresrhytmus hier; nach Stalins Auffassung, auch schon 1944 gegen den Kommunismus, also er noch gar nicht richtig angekommen war.

    Für den Zusammenhang zwischen 1990 und 2011 sehe ich jedoch eher, dass man in Lateinamerika (und Italien) von 1990 etwas hatte, während die Chance 1991 den Arabern von Saddam geklaut wurde und 2001 von Osama; jeweils für zehn Jahre.

    • 18. Juni 2012 um 15:48 Uhr
    • Thomas Holm
  225. 241.

    @ MM

    Um einen Aufstand niederzuschlagen, braucht man keine Leos, dafür reicht der Russenschrott aus dem Kalten Krieg völlig aus; und um ein Räumschild durch die Gegend zu bewegen, braucht nur der einen Leo, der die Zeitansage nur von einer Rolex abnimmt.

    Nirgendwo gibt es weniger Repression für die Milliarde $, als bei der Leo-Schmiede, könnte man ökonomisch argumentieren, wenngleich unter den dortigen Akteuren wohl kaum einer so zu denken vermag, oder geruht.

    Die Leos braucht man, um eine Assad-Armee konventionell zu schlagen und eine herbeieilende von Maliki und Moqtada vielleicht noch gleich mit.

    Ich finde den Deal vertretbar, gerade weil es ein Spannungs- und Repressionsgebiet ist; unökonomisch zur Repression und in der Spannung gegen die richtigen.

    „Leo“-Braunbehrens, in dem Video studentenbewegt: „Heute ist Moskau der nützliche Idiot der Vereinigten Staaten“ min. 3.25

    Und die Erben Khomeinis sind die Nützlichen Idioten der Saudis und die Wahabiten sind die nützlichen Idioten des Teheraner Lagers …

    Realreligion ist halt nicht nur, was uns passt.

    Vom Kommunismus sind immerhin auch ein paar Salonmarxisten übrig geblieben, warum sollen da nicht auch ein paar Lifestyle-Salafisten übrig bleiben; habe neulich im Baumarkt ein offensichtlich schwules Salafistenpärchen gesehen, wie die sich im besten Predigerstil über ein „Heuchlerisches“ Sonderangebot ereifert haben …

    Die einen bleiben cool, die anderen ziehen in den Krieg; sollen wir denen sagen, was davon religiös korrekt ist und was nicht ?

    • 18. Juni 2012 um 16:09 Uhr
    • Thomas Holm
  226. 242.

    Der letzte Stand bei den Bärtigen:

    „The 88-year-old King Abdullah travelled to Mecca on Sunday for the ceremony, as did other members of the royal family and international dignitaries. Seated next to Abdullah was Field Marshal Mohamed Hussein Tantawi*, Egypt’s military ruler.“

    bei 1.36 im Bild

    Immerhin, sie reden noch mit wichtigen Nichtbärtigen.

    http://www.youtube.com/watch?v=HguSKjfjzJU&feature=plcp

    Doppelherrschaft in Purpur-Grün; der SCAF sagt, was geht:

    „Egyptians are waking up to a new reality, The Supreme Council of the Armed Forces [SCAF], has made a last minute power grab leaving the new incoming president with very limited powers. On Sunday they made their terms explicit.“

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=jo6Qb5OaZUk&feature=plcp

    • 18. Juni 2012 um 16:33 Uhr
    • Thomas Holm
  227. 243.

    @ TH

    neulich im Baumarkt

    Am Semtex-Stand?

    • 18. Juni 2012 um 16:39 Uhr
    • Serious Black
    • 18. Juni 2012 um 16:43 Uhr
    • Serious Black
  228. 245.

    @ SB

    „Am Semtex-Stand?“

    Eine dual-use verdächtige Abteilung war es, glaube ich schon …

    In drei Wochen sind Wahlen in Libyen; eine Gelegenheit zum Wiedersehen mit einem gepflegten Dreitagebartträger Abdelhakim Belhaj von der neu gegründeten Al Watan Partei:

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Hizb_El_Watan_(Libya)

    „Belhadj resigned his leadership of the Tripoli Military Council on May 14, 2012, to begin his campaign for the Public National Conference elections. He plans to run as leader of Hizb El Watan, a new political party launched in the week of May 20.“

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Abdelhakim_Belhadj

    http://www.youtube.com/watch?v=m2cd6O1ELPs&feature=plcp 0.45-1.15

    Statt sich um Syrien zu kümmern, will er lieber die Briten verknacken wegen der Auslieferungssache an Gaddafi …

    • 18. Juni 2012 um 16:54 Uhr
    • Thomas Holm
  229. 246.

    Eine dual-use verdächtige Abteilung war es, glaube ich schon …

    😉

    • 18. Juni 2012 um 17:10 Uhr
    • Serious Black
  230. 247.

    @Zagreus #237

    Vielen Dank für die fundierte Analyse!

    Bei der Person, die auf „Respekt und Achtung für andere Kulturen. Punkt“ bestand, handelt es sich interessanterweise um jemanden, der von Berufs wegen hinschaut und auch schlimme Missstände entdeckt. Deswegen habe ich mich so gewundert, dass sie gleichzeitig gebetsmühlenartig den multikulturellen Glaubenssatz von sich gab. Ich kann es mir nur damit erklären, dass sie etwas anderes (Abstraktes, Verklärtes) unter „Kultur“ versteht bzw. verstand als ich. Und nachdem ich meine Definition explizit gemacht habe, konnte sie von ihrer Pauschalforderung abrücken.

  231. 248.

    As David Goldman has noted already, Egypt imports half its caloric intake, and its foreign reserves are shrinking. Something’s got to bring the tourists back (and their dollars), and the Muslim Brotherhood ain’t it. That’s your Egyptian Spring right there. If the generals succeed, Egypt will plod on as before — right up until the next time the streets explode. It seems Egypt has a choice between starving now or starving somewhat later, and that it’s only a matter of time before the Islamists take control of the angry, hungry rump of what was once a great civilization. The consequences of a failed state of some 80 million, mostly illiterate, are truly, deeply sucky.

    http://pjmedia.com/vodkapundit/2012/06/18/club-eastern-med/2/

    • 18. Juni 2012 um 17:30 Uhr
    • Serious Black
  232. 249.

    @ Miriam

    „Bei der Person, die auf “Respekt und Achtung für andere Kulturen. Punkt” bestand, handelt es sich interessanterweise um jemanden, der von Berufs wegen hinschaut und auch schlimme Missstände entdeckt“

    Missstände, die sie nicht daran hintern erst einmal pauschal ‚Respekt und Achtung für andere Kulturen‘ einzufordern.

    Und erst, nachdem du deine definition von Kultur erläutert hast, war sie bereit – und es hört sich nach widerwillig bereit, wie eine art konsession, an – wenn du schreibst:
    Und nachdem ich meine Definition explizit gemacht habe, konnte sie von ihrer Pauschalforderung abrücken.
    oder:
    Zum Schluss haben wir uns auf einen Kompromiss geeinigt.

    Wie du es sagst: sie hatte einen anderen begriff von ‚Kultur‘ als du – und zwar einen , der irgendwie das andere idealisierte und im überhöhen jeglicher kritik gegenüber überhöhte.

    Nun schreibst du, dass diese person ‚von berufs wegen …missstände aufdecken‘ würde – ich nehme mal an, selbst ein Soziologe oder sozialpädagoge war/ist.
    Dann muss man doch sagen: das diese person hier schizophren iirgendwie denkt: sie hat einen bereich namens ‚Kultur‘, in dem diese Idealisierungen ihr denken anfüllen und sie dazubringt pauschal „Respekt udn Achtung“ zu fordern.
    Und dann hat sie einen Bereich, in dem sie mit den alltäglichen problemen und Missständen zu tun hat, und der irgendwie auch unter kultur fällt, aber eigentlich nichts mit dem ersteren ‚Kultur‘-begriff zu tun hat.
    Und beide Begriffe decken sich nicht, noch bringt sie diese gerne zur deckung: du musst erst einmal diskutieren, dass diese missstände auch unter ‚kultur‘ fallen und sie dazu bringen, dass sie die GG-Einschränkung macht.

    Erstaunlich, oder?

    Wre ich böse, würde ich sarkastisch sagen, dass jemand seinen Traum einer besseren Welt in Gestalt des edlen Wilden gegen die unangenehme wirklichkeit des konkreten Alltäglichen dieses ‚edlen wilden‘ abgeschottet hat, um so einerseits erfolgreich als soziologe funktionieren und andererseits erfolgreich seine Träume weiterhin leben zu können.

    Sowas ähnliches denke ich, hat man sehr oft auch, wenn einem irgendwelche Moslems erklären, dass die hässlichen taten, die gerade leute im Namen des islams begehen, nichts mit dem islam zu tun haben ^^. Und die dann ementsprechend empfindlich darauf reagieren, wenn man den islam dafür verantwortlich macht … – weil man ieht gerade ihren traum einer besseren Welt, der sich an dem Konstrukt ‚Islam‘ festmacht, in den Dreck.

    • 18. Juni 2012 um 17:48 Uhr
    • Zagreus
  233. 250.

    OT – eine spaßige Erklärung des ESM und der Wirtschaftskrise:

    http://www.youtube.com/watch?v=W0LPrzxfXB0&feature=player_embedded

    (lohnt sich für die lachmuskulatur zumindest)

    • 18. Juni 2012 um 18:08 Uhr
    • Zagreus
  234. 251.

    Ich kann es mir nur damit erklären, dass sie etwas anderes (Abstraktes, Verklärtes) unter “Kultur” versteht bzw. verstand als ich.

    @ Miriam

    Ja, sehr wahrscheinlich hat sie keinen deskriptiven, sondern einen normativen, positiv-ästhetisierenden Begriff von Kultur. Kultur muss so gesehen noch nicht mal notwendigerweise verklärt werden. Man kann unter Kultur ja einfach nur Sprache, Essen, Musik sowie Festtage zusammenfassen und konfliktträchtige Traditionalismen in den Bereich der „sozialen Probleme“ verweisen. Damit wird die Kultur einerseits vor Hässlichkeiten gerettet und kann weiter als in sich problemfreie Identitätsressource aufgeführt werden. Andererseits kann so auf Rückfragen dem kritischen Einwand begegnet werden, dass man unschöne Dinge – um nicht zu sagen: negative Begleiterscheinungen der Kultur – ignorieren würde. Was nicht heißen soll, dass diese im besseren Fall pragmatische Konstruktion (handelt es sich doch nicht um „harten“ Multikulturalismus) analytisch gesehen viel Sinn macht.

    • 18. Juni 2012 um 19:19 Uhr
    • N. Neumann
  235. 252.

    Ägypten – Stichwahlen, derzeitiger Stand – Gesamtergebnis; Metropolen

    1 – Gesamtergebnis:
    Mursi: 12.709.366
    Shafiq: 11.780.429
    Eine (Gesamt-)Differenz von 928.937

    2 – Metropolen
    Die größten Städte sind (Mio. Einwohner, Stand: 2006)
    Kairo (7,8), Alexandria (4,1), Giseh (3,1), Schubra al-Chaima (1,0), Port Said (0,6), Sues (0,5) und Luxor (0,5).
    Quelle: wikipedia(de) – Ägypten

    a – Cairo
    Mursi: 959.877
    Shafiq: 1.307.000

    b – Alexandria
    Mursi: 993.164
    Shafiq: 717.460

    c – Gizeh
    Mursi: 1.351.846
    Shafiq: 911.884

    d – (Schubra al-Chaima) Al-Qalyubiyya
    Mursi: 607.686
    Shafiq: 855.975

    e – Port Said
    Mursi: 109.768
    Shafiq: 130.122

    f – Suez
    Mursi: 129.221
    Shafiq: 76.724

    g – Luxor
    Mursi: 120.526
    Shafiq: 135.930

    Die drei Metropolen Alexandria, Gizeh und Suez haben sich mehrheitlich für den islamistischen Kandidaten entschieden.
    Die vier Metropolern Cairo, Schubra al-Chaima/Al-Qalyubiyya, Port Said und Luxor haben sich mehrheitlich für den Kandidaten des Militär entschieden.

    Die Stimmen, die in den 7 ägyptischen Metropolen insgesamt vergeben wurden schlüsseln sich auf wie folgt für
    Mursi: 4.272.088
    Shafiq: 4.135.095
    Eine (Metropolen-)Differenz von 136.993

    Quelle: Ahram Online – 19:30h

  236. 253.

    PS #251 – Bei der vorläufig bislang ermittelbaren Gesamtzahl der Stimmen von 24.489.795 ergeben sich somit für
    Mursi (Islamist) ca. 52%
    Shafiq (Militär) ca. 48%
    der abgegebenen Stimmen.

  237. 254.

    PS #251 – Bei der vorläufig bislang ermittelbaren Gesamtzahl der in den Metropolen abgegebenen Stimmen von 8.407.183 ergeben sich somit für
    Mursi (Islamist) ca. 50,8%
    Shafiq (Militär) ca. 49,2%

  238. 255.

    PS – vielleicht wäre es korrekter, den Kandidaten Shafiq unter der Rubrik ‚Ancien Regime‘ oder ‚NDP‘ zu rubrizieren.

  239. 256.

    Nervenkrieg I:

    http://presstv.com/detail/2012/06/18/246801/saudi-arabias-king-abdullah-in-icu/

    ICU = Intensive Care Unit

    Nervenkrieg II:

    hxxp://debka.com/article/22094/Russia-China-Iran-plan-to-stage-in-Syria-“biggest-Mid-East-maneuver”-

    „reported by the semi-official Iranian news agency Fars that a joint Russian-Chinese-Iranian exercise is to take place in Syria … with 90,000 personnel, 400 air planes and 900 tanks taking part.“

    Ägypten ?

    „As part of its preparations, Beijing is reported to have asked Egyptian authorities to permit the passage through the Suez Canal in late June of 12 naval ships heading for the Syrian port of Tartus, where Moscow maintains a naval and marine base.“

    Oops; 2 Stunden vor debka; wohl doch was im Busch:

    http://www.tehrantimes.com/politics/98850-iran-russia-china-syria-to-launch-biggest-joint-war-game-in-mideast-

    „TEHRAN – An informed source has announced that Iran, Russia, China, and Syria plan to stage a joint war game in Syria in the near future, the Persian service of the Fars News Agency reported on Monday.

    90,000 forces from the four countries will be involved in the war game, the informed source said.

    No official from the countries has confirmed the news report, but a Syrian official, who spoke on conditional anonymity, announced that the joint war game will be launched in Syria.“

    • 18. Juni 2012 um 21:17 Uhr
    • Thomas Holm
  240. 257.

    Nervenkrieg I:

    hxxp://presstv.com/detail/2012/06/18/246801/saudi-arabias-king-abdullah-in-icu/

    ICU = Intensive Care Unit

    Nervenkrieg II:

    hxxp://debka.com/article/22094/Russia-China-Iran-plan-to-stage-in-Syria-“biggest-Mid-East-maneuver”-

    “reported by the semi-official Iranian news agency Fars that a joint Russian-Chinese-Iranian exercise is to take place in Syria … with 90,000 personnel, 400 air planes and 900 tanks taking part.”

    Ägypten ?

    “As part of its preparations, Beijing is reported to have asked Egyptian authorities to permit the passage through the Suez Canal in late June of 12 naval ships heading for the Syrian port of Tartus, where Moscow maintains a naval and marine base.”

    Oops; 2 Stunden vor debka; wohl doch was im Busch:

    http://www.tehrantimes.com/politics/98850-iran-russia-china-syria-to-launch-biggest-joint-war-game-in-mideast-

    “TEHRAN – An informed source has announced that Iran, Russia, China, and Syria plan to stage a joint war game in Syria in the near future, the Persian service of the Fars News Agency reported on Monday.

    90,000 forces from the four countries will be involved in the war game, the informed source said.

    No official from the countries has confirmed the news report, but a Syrian official, who spoke on conditional anonymity, announced that the joint war game will be launched in Syria.”

    • 18. Juni 2012 um 21:18 Uhr
    • Thomas Holm
  241. 258.

    Sandmonkey’s Positionsbestimmung nach der Stichwahl:

    … today concludes the end of the first chapter of the Egyptian revolution …

    I never bought … the notion that Shafiq is SCAF’s candidate, …his success or failures would be counted as their successes and failures.
    And it would be mostly failures, because there is something called the international economy …, so he would’ve never been able to deliver on his promises, and the Egyptian people are an impatient lot, so attacks on him, and subsequently SCAF would weaken their popularity amongst the population, with no one else left to blame anymore. So why would they do that?
    It’s best not to have a candidate, and to turn a blind eye to Morsy’s violations, have him win as the “revolutionary candidate” – because some morons have hyped him as such – and have us deal with the consequences.
    In reality, SCAF don’t need to make a deal with anyone, because they have all the guns and institutions, so they know that whoever will get in will have to make a deal with them.
    In the end, there was no SCAF candidate, but rather the former NDP battling the MB, and
    the revolutionaries, instead of recognizing that they are both enemies and choose to stay out of this fight, many of them joined Morsy, something which they will regret for years.

    … I have been under continuous attack from many of the revolutionaries for not supporting Morsy. …. If I attacked Morsy, it’s because I don’t want him being dubbed the revolution’s candidate, because he simply isn’t, and will never be in my eyes.
    Our revolution called for a civil state: nonreligious, non-military, and
    this guy will try to form a religious military state …

    … we should also not forget our gains; This is what we won:
    • Hosny Mubarak, his son and his VP are not ruling us.
    • The NDP is broken into many different pieces
    • The next President is chosen through fair, competitive and democratic elections, not matter what the outcome.
    • Freedom of Expression, press and speech.
    • The weakening of the MB, the salafis, the end of using religious speech for political gains (Notice how Morsy didn’t say a single Sharia thing in the past 2 weeks)
    • Serious understanding to the nature of the state we live in and the roots of its problems, which we never really knew before.
    • Interlinking between individuals all over the governorates that would’ve never taken place otherwise.
    • Serious weakening of classism in a classist society
    • Incredible amount of art, music and culture that was unleashed all over the country
    • Entire generations in schools and universities that have become politicized, aware and active.
    • A serious evaluation of our intelligentsia and why they suck.
    • Discovering the difference between symbols and leaders, and our need for the latter than the former.

    … the clash with the state and the MB is inevitable and coming …
    … it won’t stop anytime soon, mainly because the problems that sparked it are real, and no one has attempted to fix them, and they are getting worse by the minute.
    … there is no exit strategy for this mess, no quick fix solution, and no way out without serious compromises by all parties,
    which will not happen without political or real clashes, and
    won’t stop until equilibrium is reached …
    … Fight or Flight, there is no going back.
    The next Chapter begins now.

    http://www.sandmonkey.org/2012/06/18/chapters-end/

  242. 259.

    @Neumann

    Gut auf den Punkt gebracht, danke.

  243. 260.

    Bin gerade erst aus dem Heimaturlaub zurück, aber OT ist hier ja eh kein prob.

    @Z.

    Naja – sie sollten so ehrlich wenigstens sich selbst gegenüber sein, dass sie anerkennen, dass man nicht genau weis, was den Klimawandel genau nun auslöst (Ursache) und inwieweit dafür die menschen verantwortlich sind – bzw. was deren maßnahmen genau nun bewirken.

    Die Zusammenhänge sind hinreichend genug erklärt, um davon abzusehen, Leute, die mit dem guten alten Stand der Kenntnisse kein Problem haben, als „Klimatisten“ abzukanzeln. Der ganze Kladederadatsch von der linksgrünkommunistischen Weltverschwörung täuscht nicht einen Augenblick lang darüber weg, das die science hier ziemlich settled ist, und nicht wegen Modellen von Maschinchen mit viel Blingbling, sondern bereits gemessener Werte. Seien es Paleoproxys aller Art, historische metereologische Daten oder standatisierte Daten seit einigen Dekaden: Je weiter man buddelt, desto besser fügt sich alles. Die Botschaft ist schlicht: Zeozwo ist ein derber Klimatreiber, zumindest nach allen Kriterien, die wir an ein hübsches Habitat stellen. Grundlagenmäßig seit 150 Jahren dargelegt, seither durchgehend bestätigt.

    Und Politik – ich nehme an, sie meinen die EU, oder? – denn nur hier sehe ich einen mainstream, gegen den Marrix stellung bezieht, – insofern frage ich mich: halten sie seine (was auch meine position hier ist) für falsch oder panisch oder übertrieben oder für ein zeichen eines ungerechtfertigtes Misstrauen?
    Mich würde hier ihre momentane eigene stellung einmal interessieren – früher waren sie ja entschieden pro-eu.

    Ich bin auch heute noch entschieden EU. Spielt aber keine Rolle. Was einer politisch will, ist seine Sache, und seien es höhere Mietpreise in Nuuk. Nur wenn man aus politischen Gründen (und AGW-Gehöhne gehört im Team MRX nun mal zum politischen Dresscode) meint eine völlig andere Baustelle mittels schlecht choreographierter Redundanz abstellen zu können, wird es infantil. Das letzte mal brachte MRX den Infowar-Mörner, nächtes mal Himalajagate oder so einen Quatsch.

    Ich halte seine Reaktion für einen Beleg dafür, das dieser Quatschdiskurs nun offenbar auch weitere Kreise umfasst als diejenigen, die bei Springers V/L-PR erwartbar reflexhaft rungröhlt und sich umzingelt sieht. Jenu, da muss man durch. Man braucht die Hoffnung deshalb nicht verlieren: Wenn er irgendwann mal Zeit und Lust hat, sich mit den Quartalsgestörten auseinanderzusetzen, die ihn hier in dieser Cause vertreten (von ef bis EIKE), wird er feststellen, das die anderen die Lacher haben. Für ihn bestimmt eine unerträgliche Vorstellung.

    @MRX

    Ich dachte Wald gibt es nicht mehr.

    Wenn sie irren, sollten sie das Eigenverantwortlichkeitsprinzip beherzigen. Prognoseparadoxon ist auch so ein schönes Wort.

    EdC

    Ach Gott, der Stand der Wissenschaft. Diese Typen würden morgen auch behaupten, dass eine menschengemachte Eiszeit bevorsteht, wenn nur entsprechende Forschungsgelder fließen.

    Die letzte Eiszeit war etwa 4-5°C nach unten von uns entfernt (mit überaus niedrigen co2-Werten). Da können sie sich 4-5°C nach oben ansatzweise ausmalen. Aber eh, sind nur so 100 000 Wissenschaftshonks, wer soll den schon glauben.

    Die Chance, das ihre Bude abfackelt ist gering, böse Menschen ohne Kontakt zum Bodenpersonal schwatzen ihnen trotzdem Brandschutzversicherungen auf. Man sollte deren E-Mails knacken.

    • 18. Juni 2012 um 23:21 Uhr
    • Boothby
  244. 263.

    @Zagreus

    „Ich würde das nich tgleich so streng sehen – es ist halt mehr wie eine art Uniform , die man anzieht, weil man sonst das Interview nicht bekommen hat“

    Das FAZ-Kopftuchmädchen ist nicht die erste Frau die Ahmadinedschad interviewt und das Kopftuch ist offensichtlich keine Vorraussetzung für ein Interview. Wie die amerikanische Journalistenlegende und Halbiranerin Christiane Amanpour beweist: http://www.youtube.com/watch?v=YNWERIn3BhA

    „Einen ‘verrat’ `- dafür halte ich es nicht, denn die alternative wäre gewesen, dass es halt kein Interview gegeben hätte.“

    Selbst wenn das Kopftuch eine Vorraussetzung gewesen wäre, was ich bezweifle, dann hätte jemand mit Prinzipien und Rückrad auf ein Interview unter solchen Bedingungen verzichtet. Zumal der Informations- und Aufmerksamkeitswert dieses Interviews gleich Null geht. Wie die FAZ-Dame selbst zugibt: „Ich kenne Ihre Antworten.“ Ja und wir als Zuschauer kennen sie auch.

    Daher bleibt an diesem Interview nur eines erstaunlich, nämlich das sich eine FAZ-Journalistin willig die Flagge der Islamisten überzieht.

    • 19. Juni 2012 um 09:03 Uhr
    • Bellfruta87
  245. 264.

    @ Publicola #256

    • The weakening of the MB, the salafis, the end of using religious speech for political gains (Notice how Morsy didn’t say a single Sharia thing in the past 2 weeks)

    Das ist eher taktisches Kalkül. Ich halte es für sehr gefährlich, dies als ein Zeichen von Schwäche zu interpretieren.

    Mit einer soliden islamistischen Mehrheit(75%) im Parlament, fühlte sich die MB schon als sicherer Sieger im Machtkampf um Ägypten. Immerhin hatte der SCAF schon mehrfach die direkte Konfrontation mit der MB gescheut (beispielsweise, als die Parlamentswahlen zu Lasten der anderen Parteien vorgezogen wurden).

    Offenbar wurde die MB vom knappen Wahlergebnis der Präsidentenwahl, der Streichung diverser Präsidentschaftkandidaten und schließlich dem Kassieren der Parlamentswahl eiskalt erwischt.

    Die harte Notbremse des Gerichts (sicherlich im Auftrag des SCAF) zeugt von einer dramatischen Einschätzunug der Lage. Der SCAF sah sich wohl vor der Wahl zwischen Skylla (als konterrevolutionär wahrgenommen zu werden, was bislang möglichst vermieden wurde) und Charybdis (Ägypten dem islamistischen Monster zum Fraß vorzuwerfen).

    Das alles hat die Muslimbruderschaft auf dem Weg zur Machtergreifung zwar ein gutes Stück zurückgeworfen, aber geschächt hat es sie keineswegs. In gewisser Weise hat der Coup sogar Munition gegen den SCaF und Schafiq geliefert.

    Nun bleibt abzuwarten, ob die MB davon profitieren kann, zumal (… the clash with the state and the MB is inevitable and coming …)
    sich das Ganze sogar Richtung Algerien (200.000 Tote) oder auch Iran (islamistisches Terrorregime) entwickeln könnte.

    • 19. Juni 2012 um 09:05 Uhr
    • Serious Black
  246. 265.

    @Boothby

    Aber eh, sind nur so 100 000 Wissenschaftshonks, wer soll den schon glauben.

    http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article5489379/Als-uns-vor-30-Jahren-eine-neue-Eiszeit-drohte.html

    • 19. Juni 2012 um 09:06 Uhr
    • vader abraham
  247. 266.

    1 – (Notice how Morsy didn’t say a single Sharia thing in the past 2 weeks) – Das ist eher taktisches Kalkül.
    So ist es. Das wird auch Sandmonkey mehr als klar sein.

    2 – Ich halte es für sehr gefährlich, dies als ein Zeichen von Schwäche zu interpretieren.
    Hatte ich diesen gerade mal zweiwöchigen Verzicht Mursis auf die Verbalisierung der Sharia-Verfassungs-Einplanung so (blauäugig) interpretiert?

    • 19. Juni 2012 um 10:14 Uhr
    • Publicola
  248. 267.

    @ P

    2

    Sie nicht, Sandmonkey offenbar schon.

    • 19. Juni 2012 um 10:26 Uhr
    • Serious Black
  249. 268.

    @ Thomas Holm

    Danke für den wie üblich pragmatischen und humorvollen Beitrag in 240 sowie den link in 241. Tantawi bei der „royal family“. Die „stecken alle(!) unter einer Decke“.

    • 19. Juni 2012 um 10:30 Uhr
    • ParallelkoMMentar
  250. 269.

    # 265

    Sollte nicht kursiv sein, Formatierungsfehler.

    • 19. Juni 2012 um 10:32 Uhr
    • Serious Black
  251. 270.

    @VA

    Daraus:

    Erinnert sich noch jemand? In den 70-Jahren war sich die Mehrheit der zuständigen Wissenschaftler und die Medien einig, vor einer neuen Eiszeit zu stehen, weil die globalen Temperaturen zuvor gesunken waren.

    Nö, ich erinnere mich nicht. Könnten sie bitte Belech liefern dafür, das eine Mehrheit der zuständigen Wissenschtler sich in den 70ern substanzielle Gedanken über eine neue Eiszeit gemacht hätte oder handelt es sich hier nur um eine Ente? Das Wort „Global Warming“ wurde übrigens 1975 geprägt. Arrhenius wollte schwedische Flöze abfackeln, weil Skandinavien ihm zu kalt war.

    Sie werden schon Probleme haben, nachzuweisen, eine Mehrheit der zuständigen Wissenschaftler hätte vorausgesehen, das bis 2000 oder so der deutsche Wald komplett tot ist. Wobei sie hier eher im Nebel tappen, weil die Förster bis heute genau das nicht haben, was die Klimafritzen im Übermaß besitzen: Kontrolldaten. Die haben regionale Boden-pH-Werte und eine Kronenverlichtung, die sie mit nix vergleichen können, akkurate Waldzustandsberichte bis heute: Null.

    Wurde von Tag eins an auch heftig kritisiert, nur nicht bei „Stern“, die Fotos waren zu sexy. Nature hat das unwidersprochen 1988 völlig gerippt.

    Andererseits: Wissen sie, wie der Wald heute aussehen würde, wenn Schwefel- und Stickstoffoxidemissionen nicht um 90 bzw. 60% runtergefahren worden wäre (ohne das die deutsche Industrie deshalb an die Wand gefahren wäre)?

    Sie hätten andererseits keine Probleme nachzuweisen, das eine ganz überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler einen resoluten emissionsbedingten Abbau der Ozonschicht vorhergesehen hat, aber hier greift das Prognoseparadox. Seien sie die Ökos dankbar.

    • 19. Juni 2012 um 11:15 Uhr
    • Boothby
  252. 271.

    @ SB Sie nicht, Sandmonkey offenbar schon.
    Nein – Grundlage für diese meine Ansicht: ich verfolge seinen Blog schon seit längerem, lese (analysiere und kommentiere) im Prinzip jeden seiner Blog-Texte und habe – soweit vorhanden – auch anderweitig von ihm publizierte Texte zur Kenntnis genommen.
    Zuweilen hatte ich auch hier schon über seine aktive politische Tätigkeit (Parteiarbeit) jenseits seines Blogger-Daseins berichtet.

    • 19. Juni 2012 um 11:35 Uhr
    • Publicola
  253. 272.

    @ P

    Nein

    Dann verstehe ich seine Verweigerungshaltung umso weniger.

    • 19. Juni 2012 um 11:47 Uhr
    • Serious Black
  254. 273.

    Der hatte noch andere gute Einfälle:

    Racial biology

    Svante Arrhenius was one of several leading Swedish scientists actively engaged in the process leading to the creation in 1922 of The State Institute for Racial Biology in Uppsala, Sweden, which had originally been proposed as a Nobel Institute. Arrhenius was a member of the institute’s board, as he had been in The Swedish Society for Racial Hygiene (Eugenics), founded in 1909.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Svante_Arrhenius

    • 19. Juni 2012 um 11:58 Uhr
    • Bulut darf
  255. 274.

    Der hatte noch andere gute Einfälle

    Wenn nix mehr geht…

    • 19. Juni 2012 um 16:34 Uhr
    • Boothby
  256. Kommentar zum Thema

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