Ein Blog über Religion und Politik

Ein koptischer Bischof will Ägypten verändern

Von 5. November 2012 um 12:31 Uhr

Die letzte Woche habe ich in Ägypten verbracht, in Begleitung des Koptisch-Orthodoxen Bischofs Anba Damian, der für die ägyptischen Christen in Deutschland zuständig ist. Bischof Damian war wegen der Papstwahl in seinem Heimatland, ich konnte die Synode am letzten Montag aus nächster Nähe erleben. Die Reise war Teil einer Langzeitrecherche über Christen im Nahen Osten. Ein Dossier zum Thema soll Ende November in der ZEIT erscheinen. Von meinen Eindrücken kann ich darum hier vieles leider nicht vorab teilen. 

Eine Begegnung aber, die durch Bischof Damian möglich wurde, hat mich sehr bewegt, und über sie will ich einiges mitteilen. Wir trafen Bischof Thomas, einen Freund von Anba Damian, in seinem Projekt namens "Anafora" 120 Kilometer nördlich von Kairo. Dort hat er mir seine Geschichte erzählt und seinen Eindruck von der Lage der Kopten geschildert. Anders als viele eher vorsichtige und diplomatische Kirchenmänner ist Bischof Thomas ein Freund deutlicher Worte. 

Der Bischof sagt, Ägypten brauche "weniger Religion". "Die Religion erstickt uns in diesem Land." Das ist nicht die einzige erstaunliche Aussage dieses freien Kopfes.

Bischof Thomas wurde 1957 in Kairo geboren, in einer der reichen koptischen Familien. Seine Großmutter war berühmt für ihre Mildtätigkeit. Im Haus der Familie richtete sie eine Suppenküche für die Armen ein. Jeden Tag wurden die Armen an einem besonderen Hintereingang gespeist. Als Thomas 9 Jahre alt war, kam er in Konflikt mit der Großmutter. Er wollte die Armen ins Haus lassen, um sie dort zu speisen. Als die Großmutter insistierte, dass sie nur in der Suppenküche essen durften, begann der Junge, demonstrativ und aus Protest mit den Armen zu essen. Dort traf er einen Mann, der über der traditionellen Jallabia ein teures, aber schmutziges Jackett trug. Er roch schlecht und war sehr schüchtern, er hatte einen weißen Bart. Der Junge kam mit dem Mann, der Gawardy hieß, ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass Gawardy ein sehr belesener Mann war. Er trug immer ein Buch unter seinem Jackett mit sich herum. "Du mußt mehr lernen", sagt er dem Jungen. Der Junge drängte seine Familie, den weisen Mann zu treffen. Doch die Großmutter insistierte: "Wir geben ihm, was er braucht, aber er kommt mir nicht ins Haus." Gawardy führte den jungen Thomas zu den Antiquaren in der Nähe der Kairoer Oper und zeigte ihm die Welt der Bücher. Von seinem Taschengeld konnte er sich hier eine ganze Bibliothek zusammenkaufen. "Gawardy, dieser stinkende arme Schlucker, hat mir ein ganzes Universum erschlossen."

Anba Thomas, Bischof der Koptischen Kirche in Oberägypten    Foto: J.Lau


Eines Tages kam Gawardy nicht mehr zur Armenspeisung. Eine Woche suchte der Junge nach ihm, zunehmend verzweifelt, bis er in einer Kirchengemeinde einen Priester fand, der sich einen Mann in Jellabia und Jackett erinnerte: "Er ist tot, wir haben ihn vor zwei Tagen beerdigt. Keiner hat nach ihm gefragt. Er hatte wohl niemanden."
Bis heute, sagt Bischof Thomas, der damals 11 war, "suche ich nach Gawardy." Mit seiner Großmutter hat er sich eines Tages versöhnt, "nicht aber mit der ungerechten ägytpischen Gesellschaft". Er ist Bischof geworden, um - bildlich gesprochen - die Gawardys ins Haus zu bringen.
Er hat als Bischof ein eigenes Haus geschaffen, um dies zu tun. Es heißt "Anafora" und liegt 120 Kilometer nördlich von Kairo auf dem Weg nach Alexandria. Eigentlich ist es eine Farm, ein Konferenzzentrum, ein Hotel und ein Kloster zugleich.
Er wollte ursprünglich nicht in der Öffentlichkeit wirken. Das Mönchsleben  war seine Sehnsucht, als er in die Kirche eintrat. Der Papst aber schickte ihn als jungen Priester zur Mission nach Kenia. Immer wieder schickte er Bittbriefe an das Patriarchat, er wolle in sein Kloster zurückkehren. Dann, 1988, kam die Order, sofort nach Kairo zurückzukehren. Statt der erhofften Rückkehr ins Kloster eröffnete der Papst ihm seine Absicht, ihn zum Bischof zu weihen.

Für den erst 31jährigen Thomas war das ein Schock, denn der weg zurück ins Mönchsleben war damit verschlossen. Er wurde nach Oberägypten geschickt, wo die meisten Kopten als arme, ungebildete und unterdrückte Landbevölkerung leben: "Als Bischof wollte ich die stützende Hand sein, die die Menschen aufrichtet, nicht die hand, die von oben herab herrscht." In Oberägypten habe er schnell gelernt, dass die Menschen nicht nur Nahrung und Kleidung brauchen, sondern vor allem Bildung. Er begann mit der Gründung von Schulen und Kindergärten.

Nach einer Weile wurde ihm deutlich, dass man den Menschen eine Chance geben musste, aus ihrem Umfeld zu entkommen, damit sie sie sich nachhaltig verändern konnten. So kaufte er mit Spendengeldern das Land - ein Stück Wüste an der Autobahn nach Alexandria-, wo dann nach und nach "Anafora" entstand. In Oliven- und Palmenhainen, Mango- und Kartoffelfeldern lernen die Schüler aus Oberägypten moderne landwirtschaftliche Methoden. In der Küche und im Gastbereich können sie Fähigkeiten für den Broterwerb jenseits der Landwirtschaft erlernen. Ebenso wichtig wie diese Fähigkeiten ist aber die Erfahrung einer würdigen Behandlung. Die "Gawardys" treffen hier auf reiche Leute, die nach Anafora kommen um sich zu erholen.

Bischof Thomas in seinem Zentrum "Anafora"      Foto: J. Lau

 

Der Bischof lehrt sie, zu den Reichen nicht aufzuschauen, sondern sich als gleichwertige Menschen zu benehmen. "Wir lehren übrigens auch die Frauen hier, dass sie den Männern gleichgestellt sind." Wenn sie mit dieser Einstellung zurück auf die Dörfer gehen, wo sie weder ihren Vätern noch ihren Brüdern widersprechen dürfen, finden sie dort Mentoren vor, die ihnen helfen, sich nicht wieder einschüchtern zu lassen.

Die ägyptische Gesellschaft, sagt der Bischof, brauche drei Transformationen: von der Hierarchie zur Gemeinschaft, von der Geschlechterunterdrückung zur Gleichheit, von der religiösen Rigidität zur offenen Spiritualität. "Es ist vielleicht ungewöhnlich, wenn ich das als Bischof sage, aber ich wünsche mir weniger öffentliche Religion in unserem Land. Alles wird hier zur religiösen Angelegenheit, selbst die Luft die wir atmen und das Wasser das wir trinken. Auch das Geld ist zur religiösen Sache geworden. Die Religion legt sich über alles, so dass das Land darunter erstickt. Ich bin ein Bischof, aber ich lehne es ab, alles in religöse Schubalden einzusortieren."
Bischof Thomas war anfangs begeistert von der Revolution. Er hat das Regime Mubaraks immer verachtet und auch offen kritisiert. Er hatte die Hoffnung, dass Ägypten sich mit der Revolte der jungen Leute wieder zur Welt öffnet, dass "Ägypten wieder kosmopolitisch wird, wie es Alexandria zu seinen besten Zeiten einmal war. Und das ist auch immer noch möglich." Die Menschen, sagt er, haben einen Moment der Freheit erlebt, ihre Stimme zählte plötzlich, die Verjagung Mubaraks war ein Augenblick der Würde. Die an der Revolte beteiligten Christen kamen den liberalen Muslimen sehr nah während dieser Zeit.

Um so größer war der Schock darüber, dass die konservativen islamistischen Gruppen wie die Muslimbrüder und die Salafisten die Macht übernehmen konnten. Nun macht die Angst die Runde, dass die immer schon vorhandene versteckte Diskriminierung zu einer offenen Unterdrückung wird. Angst ist schlecht für die Demokratie, meint der Bischof, weil "die Hälfte der Demokratie daraus besteht, aus freien Stücken nein sagen zu können."

Zweifellos werde das Land nun weiter islamisiert werden, und die Kopten gerieten dadurch in eine generelle Atmosphäre des Drucks. Für die Opfer der Anschläge von Nag Hammadi, Alexandria und Maspero hat es bis heute keine Anerkennung und keine Gerehtigkeit gegeben. Das nährt vor allem bei gut ausgebildeten und vernetzten Eliten das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und den Wunsch nach Auswanderung. "Unsere Elite verläßt das Land, wie sehr ich auch dagegen rede und dage, sie sollen hier bleiben und kämpfen." Die Revoluion war ein Vorgeschmack der Freiheit, aber die Demokratie muss noch errungen werden. "Demokratie ist nicht einfach die Herrschaft der Mehrheit. Eine Mehrheit, die der Minderheit keinen Raum lässt, sich frei zu entfalten, ist nicht demokratisch. Demokratie funktioniert nur, wenn jeder Mensch die Verantwortung akzeptiert, den anderen diesen Raum offen zu halten, den sie brauchen."
Die Zukunft der Kopten sieht der Bischof nicht in Minderheitenrechten: "Wir müssen für allgemeine Rechte kämpfen. Ich bin zuerst Mensch und dann Kopte. Eine Minderheit kann nicht ohne die Mehrheit überleben. Manchem liberalen Moslem fühle ich mich näher als einem verbohrten Christen. Wir müssen mit den liberalen Gruppen zusammenarbeiten, um für einen säkularen Staat zu kämpfen, der Religionsfreiheit für alle garantiert - und das heißt auch Freiheit von der Religion für diejenigen, die nichts damit zu tun haben wollen. Es ist mir ein Ärgernis, dass in meinem ägyptischen Pass steht, dass ich Christ bin. Das hat dort nichts zu suchen. Wir wollen keinen religiösen Staat, nicht einmal einen christlichen. Alle religiösen Staaten der Geschichte sind gescheitert. Wenn es in die andere Richtung geht, und die Scharia mehr Einfluss auf die Gesetze bekommt, wird das zu noch mehr Segregation und weniger Gemeinsamkeit in Ägypten führen. Die fortschreitende Islamisierung und Arabisierung unserer Gesellschaft ist gefährlich. Ägypten muss eine säkulare Gesellschaft werden, weil das allen Bürgern erlaubt, zu wachsen und sich zu entwickeln, wenn sie wollen, auch spirituell."
Im Jahr 2009 hatte der Bischof diese Vorstellungen in einem Vortrag in den USA bereits geäußert. Danach erschienen Dutzende Artikel, in denen er zum Verräter erklärt wurde. Man drohte ihm seine Staatsangehörigkeit zu entziehen, und er erhielt auch Todesdrohungen. Er ist aber immer noch da und nimmt kein Wort zurück. Er glaubt, dass für Ägyptens Christen harte Zeiten kommen, weil die Islamisten nun am Drücker sind. Aber den Moment der Freiheit und das Erlebnis der Würde kann man den Leuten nicht mehr nehmen: "Ich warte auf die zweite Phase der Revolution, in der die Menschen wirklich Besitz von ihrem eigenen Land ergreifen."

 

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Meinen ausdrücklichen Glückwunsch an Thomas zu seinem Mut, seiner Offenheit und seiner Beharrlichkeit.
    Nur – auch das gehört zur Wahrheit der von mir begrüssten Arabellion – wahrscheinlich werden seine Hoffnungen kurzfristig nicht erfüllt werden. Viel wahrscheinlicher ist, dass koptisches Chrstentum in den Untergrund abgedrängt und weiter marginalisiert wird, während der christliche Teil der Oberschicht ins Ausland flieht. Und wenn Thomas nur ein bisschen Pech hat, ist er bald tot, ermordet von einem hitzköpfigen Dummkopf, dem irgendein nur etwas intelligenterer Islamist beigebracht hat, Christenmord sei eine gottesgefällige Tat.
    Auch Ägypten wird sehr whrscheinich bald weitgehend christenfrei sein. Hat einen Vorteil – der sich möglicherweise unter muslimischen Arabern anbahnende „Erste Weltkrieg“ der muslimischen Welt findet auch seine Opfer nur unter Muslimen.

    • 5. November 2012 um 13:05 Uhr
    • ThorHa
  2. 2.

    @ JL

    Ein mutiger Mann. Meine Hochachtung.

    Sein Boss ist auch nicht gerade zu beneiden:

    The local Christians can look to uneducated, angry neighbors steeped in the political paranoia and conspiracy thinking so prevalent in Egypt like agents of western or Zionist plots against Islam and Egypt. Copts will face new barriers, formal and informal, to advancement on the job, to getting government contracts, to fair treatment in land and inheritance disputes and so on. If, as seems likely, the Egyptian economy doesn’t do particularly well, Copts must worry about being scapegoated in a climate or increasing radicalism.

    A serious deterioration in the situation of the Copts would create both a humanitarian and a political crisis. Action by western countries to protect the Copts from violence would likely deepen the anger and polarization that threatens to bring on Sam Huntington’s dreaded clash of civilizations

    http://blogs.the-american-interest.com/wrm/2012/11/04/egyptian-gets-the-toughest-job-in-the-world/

    @ ThorHa

    während der christliche Teil der Oberschicht ins Ausland flieht.

    Etwa 200.000 Kopten sind schon emigiriert.

    • 5. November 2012 um 13:33 Uhr
    • Serious Black
  3. 3.

    @ lau

    sehr schöner Artikel über die beiden Koptischen Bischöfe – und meine Hochachtung vor Bischof Thomas.
    besonders gut hat mir dieser Abschnitt gefallen – und ich denke, gerade in dem wörtlich Zitierten liegt auch der Hund begraben:

    „Die ägyptische Gesellschaft, sagt der Bischof, brauche drei Transformationen: von der Hierarchie zur Gemeinschaft, von der Geschlechterunterdrückung zur Gleichheit, von der religiösen Rigidität zur offenen Spiritualität. “Es ist vielleicht ungewöhnlich, wenn ich das als Bischof sage, aber ich wünsche mir weniger öffentliche Religion in unserem Land. Alles wird hier zur religiösen Angelegenheit, selbst die Luft die wir atmen und das Wasser das wir trinken. Auch das Geld ist zur religiösen Sache geworden. Die Religion legt sich über alles, so dass das Land darunter erstickt. Ich bin ein Bischof, aber ich lehne es ab, alles in religöse Schubalden einzusortieren.”“

    Wenn religion derartig dominant wird als sicht auf die welt, dann wird wirklich alles unter ihr begraben udn sie wird im grunde selbst für den religiösen zum Fluch nur noch.

    • 5. November 2012 um 14:00 Uhr
    • Zagreus
  4. 4.

    Eine wunderschöne Würdigung eines wertvollen Menschen.
    Vielen Dank ,Herr Lau.
    Möge es Ihnen fürderhin gelingen, auch in anderen „Bereichen“ so sehr Herz und Verstand Ihrer Leserschaft zu erreichen.
    Dann sind viele bei Ihnen!

    • 5. November 2012 um 14:13 Uhr
    • Eintrag
    • 5. November 2012 um 14:42 Uhr
    • Serious Black
  5. 6.

    Na ja, wissen die arabischen Christen überhaupt wenn sie das alles zu verdanken haben.

    Der „Arabische Frühling“ war eine Initiative der EU und Obama.

    • 5. November 2012 um 14:49 Uhr
    • cem.gülay
  6. 7.

    Danke für diesen Artikel, Herr Lau.

    @ SB (5)

    Da waren Sie schneller. Wollte soeben auch verlinken.

    • 5. November 2012 um 14:54 Uhr
    • MM
  7. 8.

    Zum Beitrag von Thorha (1) „Und wenn Thomas nur ein bisschen Pech hat, ist er bald tot, ermordet von einem hitzköpfigen Dummkopf, dem irgendein nur etwas intelligenterer Islamist beigebracht hat, Christenmord sei eine gottesgefällige Tat“
    Das ist völliger Blödsinn. Wer nicht in Ägypten lebte, wird das nie verstehen. Die Copten sind Bestandteil Ägyptens ebenso wie die Muslime, die ja im Ursprung Kopten waren. Ägypten wurde nie recht islamisiert, sonst gäbe es ja nach 1400 Jahren keine Christen mehr. Das hier und da Unrecht geschieht kann man nicht leugnen. Als aber nach der Revolution in einer coptischen Demonstration Kopten starben, war ich in einer Taxi. Der muslimische Fahrer hat geweint und seinen koptischen Freund angerufen und sich entschieden, wie der damalige Papst anornete für die Verstorbenen zu fasten. Und so fragte er seinen Koptischen Freund wie man so koptisch fastet.
    Allerdings hatte ich Bischof Demian angerufen, dass er mit uns im GospelChor hier in Deutschland ein koptisch-evangelisches Treffen vermittelt. Nette Worte, aber keine Reaktion!
    Selbst die Erzkonservativsten Islamisten würden es nicht wagen einen Kopten zu töten, da gerade diese Gottes Strafe am meisten fürchten würden. Wie sich ergab hat der ehemalige Diktator Mubarak in seiner Amtszeit die Angst von Islamisten geschürt indem unter seinem Einverständnis Kopten angegriffen wurden. Letzte Aktion, zwei Tage vor seinem Sturz ist zumindest belegt.
    Das in Ägypten Kopten nicht gleichberechtigt sind, ist nicht ganz unwahr. Allerdings gibt es die Extremisten auf beiden Seiten. Als ich letztes Jahr zur hängenden Kirche in Altkairo ging, um dort zu fragen ob das Interesse bestünde uns in Deutschland zu besuchen, wurde ich extrem feindlich empfangen. Der ganze Bericht ist in meinem Blog zu finden: http://www.gospel-eberswalde.com/marwans-gospel-blog/712-mein-siebenter-tag-in-kairo.html
    Andererseits, werde ich von einigen Muslimen stark kritisiert, dafür, dass ich für die Kopten so stark eintrete.
    Es ist also ein Jammer auf allen Seiten, wie zurecht Bishop Thomas beschreibt. Ägypten erstickt unter Religiösität!

    • 5. November 2012 um 15:28 Uhr
    • Marwan Moh. Hassan
  8. 9.

    Inside Story – What role can Copts play in a changing Egypt?

    On Sunday, in an ancient ceremony, a blindfolded boy selected the new Pope for Egypt’s minority Coptic Christians. Bishop Tawadros takes over from his charismatic predecessor who died in March, after leading the church for 40 years. But he is facing difficult times ahead.

    Gerade frisch ‚reingekommen

    http://www.youtube.com/watch?v=uSMLQ9RogR0&feature=plcp

  9. 10.

    Er glaubt, dass für Ägyptens Christen harte Zeiten kommen, weil die Islamisten nun am Drücker sind. Aber den Moment der Freiheit und das Erlebnis der Würde kann man den Leuten nicht mehr nehmen: “Ich warte auf die zweite Phase der Revolution, in der die Menschen wirklich Besitz von ihrem eigenen Land ergreifen.”

    (slightly OT:) Ob das auch vor der Revolution aufgeführt wurde/aufgeführt werden konnte?

    Performance of the drama workshop that was organized by the Main Library of the Bibliotheca Alexandrina in summer 2011, based on the novel „Animal Farm“ by George Orwell. Text, music, multimedia, stage set etc. by participants of the workshop (15-25 years old). Language of the performance: Arabic. Date: 25.09.11

    http://www.youtube.com/watch?v=dFjLOSLP_SE

    • 5. November 2012 um 15:40 Uhr
    • MM
  10. 11.

    Marwan

    „Selbst der Erzkonservativste Muslim würde es nicht wagen einen Kopten zu töten“

    Ja, wenn Sie es sagen, dann bin ich beruhigt und jeder Kopte in Ägypten ebenso.

    So war es auch in Sivas, als liberale Sunniten den Aleviten versprochen hatten, dass sie keine Angst haben müssen, denn niemand würde sich wagen wirklich was schlimmes tun. Und , die Mörder wurden sogar mit Sozialhilfe in D aufgenommen. Nix mit Gottes Strafe. Die Anderen müssen sich auch nicht mehr verstecken, da verjährt

    Am Ende waren es 20000 Tausend die nach den Moschee Besuch zum Hotel marschierten und die Menschen abfackelten.

    Gut das es Leute wie Sie gibt, dann weiß ich, das der Horror weiter geht

    • 5. November 2012 um 15:41 Uhr
    • cem.gülay
  11. 12.

    @ Marwan

    Selbst die Erzkonservativsten Islamisten würden es nicht wagen einen Kopten zu töten, da gerade diese Gottes Strafe am meisten fürchten würden.

    Abgefackelte Häuser und zwangskonvertierte Töchter lassen den letzten Schritt zum Lynchmord nur marginal erscheinen.

    • 5. November 2012 um 15:52 Uhr
    • Serious Black
  12. 13.

    @ Marwan M. Hassan:
    Ich weiß nicht, was Sie mit „erzkonservativsten Islamisten“ meinen, aber es macht die Sache für die Kopten nicht einfacher, dass sie sowohl Opfer von Salafisten und Dschihadisten werden – als auch des Militärs. Ein unfreundlicher Priester kann im übrigen wohl kaum als „Extremist“ im gleichen Sinn gelten wie die Leute, die Kirchen angreifen, oder?
    In Alexandria habe ich mit Überlebenden des Anschlags auf die Kirche gesprochen. 21 Tote, fast Hundert schwer Verletzte! Ja, es hat öffentliche Solidarität von Muslimen gegeben. Aber nicht von der Moschee gleich gegenüber. Die Lage ist vergiftet, die Kopten leben in Angst.

    • 5. November 2012 um 15:57 Uhr
    • Jörg Lau
  13. 14.

    SB

    Es gibt auch Moslem Gut-Menschen. Die wurden von den Bio-Deutschen Gut-Menschen sozialisiert.

    Marwan ist das Ergebnis.

    Es ist immer leicht zu reden, wenn man selbst nicht betroffen ist. Ist es andersherum, dann ist das Geschrei groß.

    Eine Muslima Lehrerin darf nicht mit Kopftuch unterrichten, dann schreien die Mayzeks in Deutschland. Rassismus, Rassismus.

    Bei Minderheiten in Nah-Ost leben in absoluter Furcht, morgen massakriert zu werden.

    Da kommt die Marwan, mit ihrer träumerischen Ideologie und macht ein auf Hellseher

    • 5. November 2012 um 16:01 Uhr
    • cem.gülay
  14. 15.

    Die Minderheiten…..

    • 5. November 2012 um 16:02 Uhr
    • cem.gülay
  15. 16.

    Marwan ist ein er (wenn der Name echt ist).

    http://de.wikipedia.org/wiki/Marwan

    • 5. November 2012 um 16:05 Uhr
    • MRX
  16. 17.

    Mehr Spiritualität, weniger religiöser Dogmatismus – nur so ist Religion zu „ertragen“.
    Ich wünsche der ägyptischen Gesellschaft, dass sie sich beizeiten auf den Spirit der Revolution besinnt und ihn noch einmal zum Leben erweckt.
    Die Kopten sollten ausharren und sich stärker mit oppositionellen Gruppen vernetzen, obschon ja auch das wieder ein erhöhtes Risiko darstellt, ins Visier von Mörderbanden zu geraten.

    • 5. November 2012 um 16:30 Uhr
    • Marit
  17. 18.

    Grow in the Spirit- HG* Bishop Thomas

    *His Grace – Seine Gnaden

    Skeptiker tritt sein Gott allerdings auch in die Tonne, min 2.10.

    http://www.youtube.com/watch?v=eepHnu1gLx4

  18. 19.

    @ JL

    1 – eine exzellente Reportage – Chapeau!
    2 – ein in Ägypten sowie unter den Kopten wohl in erstaunlich und unwahrscheinlich hohem Maße dem ‚common sense‘, der ‚ratio‘ und demokratischem Gedankengut verpflichteter Bischof!

    – ein glückliches Zusammentreffen –

  19. 20.

    ‚Die Hälfte der Demokratie besteht daraus aus freien Stücken ‚nein‘ sagen zu können.‘

    Schönes weil sehr zutreffendes Zitat. Dankeschön.
    Und wenn auch nur ein Teil der hier lebenden Menschen das nicht mehr in allen relevanten Lebensbereichen kann, dann ist auch hierzulande die Demokratie mindestens schwer beschädigt. Soweit sind wir mittlerweile schon.

    • 5. November 2012 um 23:15 Uhr
    • Bredow
  20. 21.

    @20 Bredow:

    „Und wenn auch nur ein Teil der hier lebenden Menschen das nicht mehr in allen relevanten Lebensbereichen kann,“

    Das „nicht mehr“ ist in mehrfacher Hinsicht einfach Blödsinn. Erstens konnten es die Menschen in „allen relevanten Lebensbereichen“ noch nie (gemeint ist: gefahrlos). Zweitens ändern sich die Bereiche, in denen man es kann, schlicht mit der Zeit. Und drittens wird es – ohne erhebliche genetische Eingriffe – nie eine Gesellschaft geben können, in der Menschen es (gefahrlos) können.

    Für das „Warum“ empfehle ich einen Blick in den Spiegel.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 5. November 2012 um 23:58 Uhr
    • ThorHa
  21. 22.

    Bishop Thomas speaks on Coptic Christians in Egypt

    „Coptic“ war das, was vom Versuch „Egyptos“ auszusprechen übrig blieb, wenn Araber ihn unternahmen. Wer Muslim wurde, trat aus dem Ägyptertum aus.

    „They became something elese“ ab. 2.25

    Der Mann hat wohl (eine Zeit lang ?) krass Islamophobie verbreitet.

    http://www.youtube.com/watch?v=sZ5RtbjJy2A

  22. 23.

    @ ThorHa

    Missstände sind das eine, sie als Dauerzustand zu akzeptieren ist das andere.
    Welche Erkenntnisse wird mir denn, Ihrer Meinung nach, der Blick in den Spiegel offenbaren? Etwa die hässliche Fratze der Intoleranz, oder so :(

    • 6. November 2012 um 17:09 Uhr
    • Bredow
  23. 24.

    @23 Bredow – Blick in den Spiegel:

    Nö, die Tatsache, dass Sie ein Mensch, also fehlbar, sind. Jeder Mensch ist je woanders intolerant – nur fällt das bei denen nicht auf, deren Intoleranz gerade zufällig nicht Gegenstand der Beobachtung ist.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 6. November 2012 um 20:08 Uhr
    • ThorHa
  24. 25.

    […] der Revolution, in der die Menschen wirklich Besitz von ihrem eigenen Land ergreifen”. {Quelle: blog.zeit.de – Von Jörg Lau 5. November […]

  25. 26.

    Darin besteht hier die Grundsatzdiskussion:
    Ab welcher Schwelle wird aus tolerierbaren Abweichungen von gesetzlichen Vorgaben (that’s life) systematische Unterdrückung und Gesinnungsterror für ganze Gesellschaftsgruppen? Bei der Beurteilungen liegen wir etwas auseinander.

    • 7. November 2012 um 07:11 Uhr
    • Bredow
  26. 27.

    @26 Bredow:

    Ich kann zur Zeit kein relevantes Thema erkennen, bei dem es in Deutschland systematische Unterdrückung oder Gesinnungsterror gibt? Es gibt lediglich einige Themen, die nur noch absolute Minderheitenpositionen sind, also öffentlich auf entsprechend breiten Widerspruch stossen.

    Wenn das nach Ihrer Ansicht anders ist, nennen Sie doch bitte die Themen, bei denen Sie „Gesinnungsterror“ attestieren. Mit dem bin ich seit meiner absoluten Minderheitenposition in der Studentenpolitik deutscher Hochschulen nämlich praktisch sehr vertraut …

    Gruss,
    Thorsten Hauprs

    • 7. November 2012 um 12:42 Uhr
    • ThorHa
  27. 28.

    Für die Verhältnisse in verschiedenen muslimischen Milieus hier in Deutschland ist ‚Gesinnungsterror‘ eine eher noch zurückhaltende Umschreibung.

    • 7. November 2012 um 18:21 Uhr
    • Bredow
  28. 29.

    @28 Bredow:

    Na, dann geht´s ja diesen „Milieus“ wie radikalen Evangelisten, Scientologen oder Adventisten. Mit denen wir seit mehr als 30 Jahren deswegen ganz gut leben, weil es sich um nach zehntausenden zählende, kleine radikale Minderheiten handelt.

    Kurz – überzeugt mich als demokratiebedrohendes Szenario nicht wirklich.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 7. November 2012 um 23:01 Uhr
    • ThoHa
  29. 30.

    Dass es sich bei Ihren Beispielen um vergleichbare Borniertheiten handelt will ich nicht bestreiten. Der Unterschied liegt in der Wahl der Mittel zur Durchsetzung der eigenen Vorstellungen und der Anzahl der Fälle. Ehrenmorde bei z.B. Evangelikalen sind vergleichbar selten.

    • 8. November 2012 um 07:31 Uhr
    • Bredow
  30. 31.

    Und diese sind nur die Spitze vom Eisberg.

    • 8. November 2012 um 07:34 Uhr
    • Bredow
  31. 32.

    „The Myth of Islamic Tolerance and Peaceful Coexistence – Egypt’s Coptic Christians (2 of 7)

    Egypts Coptic Christians: The Experience of the Middle Easts largest Christian community during a time of rising Islamization …

    The Center for Religious Freedom – recently held a luncheon discussion by Bishop Thomas of Upper Egypt.“

    Islamisierung als Arabisierung und Ent-Ägyptisierung durch eine Arabische Invasion Ägyptens … bis min 1.45

    http://www.youtube.com/watch?v=mJRFDmWuqv4

  32. 33.

    @30 Bredow – „Ehrenmorde“ bei z.B. Evangelikalen …“

    Stimmt, die haben das Glück, nur im 17. Jahrhundert steckengeblieben zu sein. Während die kurdischen Grossclans noch in Stammeskategorien denken, also im 5. Jahrhundert steckengeblieben sind.

    Hat nur nichts mit „Islam“ zu tun. Ähnlicher Schwachsinn findet sich auch bei Gruppen völlig unterschiedlicher Religion auf dem Balkan.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 8. November 2012 um 10:58 Uhr
    • ThorHa
  33. 34.

    http://dailynewsegypt.com/2012/11/06/salafis-storm-church-property/

    „The Salafis took over an area of the diocese headquarters used for services, that had been governmentally licensed, and claimed it as a Muslim place of worship, said Bishop Morcos of Shubra in a telephone interview on Al-Tahrir channel. “We want to know what the government will do.”

    “They claimed that the land is owned by a Muslim, despite the issuance of permits for the service building of the church,” said the Maspero Youth Union (MYU) in a statement.

    “As a party and coalition refuse any assaults, because they provoke sectarian strife,” said Amir Boshra, a member of the Free Egyptians Party (FEP) and the MYU. “We don’t want things to escalate, but there are Muslims and Christians and parties who are against this situation, and will resolve it by force if necessary.”

    The Salafi group left after dawn prayers, said Ishak Ibrahim, a researcher for the Egyptian Initiative for Personal Rights (EIPR).

    “This episode is part of a series of attacks surrounding the role of Christian worship after the revolution,” the MYU said. The group blamed the government and security apparatus of being slow to act and sustaining their complicity in attacks on Copts and their churches.“

  34. 35.

    @ ThorHa
    Dass die Zuschreibung ‚lebt wie eine Deutsche‘ in muslimischen Milieus irgendwo zwischen übler Nachrede und Morddrohung angesiedelt ist, hat durchaus etwas mit ‚Islam‘ zu tun.
    Darüberhinaus habe ich mit keiner Silbe angedeutet dass es für nichtmuslimische Grundgesetzverächter irgendeinen Rabatt geben sollte.

    • 9. November 2012 um 22:52 Uhr
    • Bredow
  35. 36.

    Und wenn laut Bischoff Thomas die Hälfte der Demokratie aus dem Recht ‚nein‘ zu sagen besteht, dann ist es nun mal nicht irelevant dass ein mittlerweile beträchtlicher Anteil unserer Bevölkerung dieses Recht gegenüber dem Verbot ‚wie eine Deutsche zu leben‘ nicht durchsetzen kann. Das heisst natürlich nicht, dass alle so leben müssen- nur um dem nächsten Mistverständnis vorzubeugen. Mein Kompromisvorschlag: Die Hälfte der Demokratie ist beschädigt.

    • 10. November 2012 um 09:12 Uhr
    • Bredow
  36. 37.

    @ Jörg Lau

    Sehr geehrter Herr Lau,

    es wäre durchaus sehr anerkennens- und dankens-wert, wenn Sie sich hinsichtlich der derzeitigen ZEIT-Account-Sperrung des Blog-Kommentators ThorHa (Thorsten Haupts) für eine Account-Entsperrung dieses Foristen einsetzen könnten. Die Beiträge des ThorHa sind m.E. i.d.R. intellektuell-argumentativ immer sehr anregend und fallen – im Rahmen der kommentar-üblichen Frotzeleien – i.d.R. durch eine überraschende Sachlichkeit bzw. Distanz zu persönlichen Verunglimpfungen auf.
    Anzuerkennen ist auch, dass dieser Kommentator in höchst ungewöhnlicher Weise das Risiko nicht scheut, unter seinem Klarnamen zu publizieren.

    Mit Dank und besten Wünschen

    Publicola

  37. 38.

    @ #37

    Dem schliesse ich mich an. Eine Sperrung ThorHa’s ist nicht nachvollziehbar.

    • 10. November 2012 um 21:44 Uhr
    • Bredow
  38. 39.

    […] ist er zur Kirche gekommen, um Anba Damian zu treffen, den Bischof der Kopten in Deutschland. Der hat Fady gleich nach dem Anschlag in eine Münchner Klinik fliegen lassen. Die Ärzte konnten […]

  39. 40.

    […] wie viele andere junge Christen. Heute ist er zur Kirche gekommen, um Anba Damian zu treffen, den Bischof der Kopten in Deutschland. Der hat Fady gleich nach dem Anschlag in eine Münchner Klinik fliegen lassen. Die Ärzte konnten […]

  40. 41.

    oto toyota

    Ein koptischer Bischof will Ägypten verändern « Jörg Lau

  41. Kommentar zum Thema

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