Ein Blog über Religion und Politik

Was die Geiselbefreiung in Algerien bedeutet

Von 20. Januar 2013 um 18:16 Uhr

 

Hussein_Assad_Bouteflika_Khaddam

Der Mann halb rechts im Bild, im Nadelstreifenanzug, ist Abdel-Asis Bouteflika. Heute ist er Präsident Algeriens, damals war er Außenminister.

Dass er zum neuen Freund des Westens aufsteigen würde, ist eine überraschende Entwicklung, die man nach genau zwei Jahren der Arabischen Revolten so vielleicht nicht erwartet hätte. Er ist einer der letzten aus der Riege der arabischen Nationalisten alten Schlages. Überall in der Region sind Leute wie er gerade aus dem Amt gefegt worden - oder es steht ihnen bevor, wie dem Sohn des freundlich lachenden Herrn in der Mitte des Bildes. Überall treten die Muslimbrüder und ihre Ableger an die Stelle der alten Autokraten, und die Welt beginnt sich damit abzufinden.

Nein, nicht überall: Algerien ist anders, es hat seinen unfaßlich blutigen Konflikt mit dem radikalen Islamismus schon hinter sich. 60.000 bis 150.000 Tote waren im Bürgerkrieg zu beklagen. Die Zahlen schwanken je nach politischem Interesse. An der Brutalität der Auseinandersetzung gibt es keinen Zweifel. In Algerien gab es als Reaktion auf einen drohenden Wahlsieg des islamistischen FIS einen Staatstreich, der im blutigsten Bürgerkrieg der letzten Jahrzehnte endete. Bouteflika ist ein Exponent des Systems, das den politischen Islam unterdrückte, auch wenn unter seiner Herrschaft als Präsident (ab 1999) eine Politik der Amnestie und Versöhnung versucht wurde.

Bouteflika hat Frankreich die Überflugrechte nach Mali gewährt, ohne die es wohl schwer gewesen wäre, den Vormarsch der Islamisten auf Bamako (vorerst) zu stoppen. Und in den letzten Tagen hat er das algerische Militär losgelassen, um die Geiseln aus dem Gasfeld Ain Amenas zu befreien, darunter mindestens 107 Ausländer, viele auch aus dem Westen. Fast 700 algerische Angestellte waren ebenfalls unter den Befreiten. Es scheint auch viele Dutzend Tote gegeben zu haben, zur Zeit laufen noch die Aufräumarbeiten und die Zahlen sind nicht verläßlich.

Was man jedoch sagen kann: Algerien hat mit entschlossener Gewalt eine Geiselnahme durch dschihadistische Kräfte beendet, die offenbar von langer Hand vorbereitet worden war. Deren Kalkül: Da Frankreich in Mali gegen die Islamisten vorging, unter stiller Duldung von Bouteflikas Regime,  sah man offenbar die Zeit gekommen, das Messer an Algeriens Lebensader anzusetzen: an den Gasvorkommen, die existenziell für das Land und seine Wirtschaft sind. Algeriens Regierung, den Dschihadisten ohnehin verhasst, sollte als Helfershelfer der französischen Neokolonialisten entlarvt und in die Ecke gedrängt werden. Die Geiselnehmer hatten offenbar vor, mit dieser Aktion auch internationale islamistische Terroristen frei zu pressen.

Mit diesen Leuten gab es nichts zu verhandeln, wie alle bisherigen Berichte über deren Vorgehen belegen. Nichtmuslime wurden offenbar aus der Gruppe der Geiseln heraus selektiert. Japanische Gasarbeiter wurden exekutiert. Mehrere Entkommene berichten, man habe sie gezwungen, Sprengstoff zu tragen und so zu lebenden Bomben gemacht. Das Gelände wurde teilweise vermint, offenbar bereitete man sich auf einen blutigen Kampf vor. In französischen Berichten ist die Rede von schweren Waffen wie RPGs. Niemand kann ausschließen, dass die algerischen Sicherheitskräfte Fehler begangen haben. Dennoch erstaunt die Kritik aus westlichen Hauptstädten, noch während die Operation lief. Man sei nicht gut genug informiert worden. Solche Einlassungen hätte man sich für einen späteren Zeitpunkt aufheben können. Algerien hat schließlich einige Erfahrungen im Kampf gegen brutale Dschihadisten.Dass der Kampf der Bouteflika-Regierung gegen die einheimischen Islamisten auch mit Mitteln geführt wurde, die abzulehnen sind, mag hier den Hintergrund abgeben.

Doch zunächst einmal ist anzuerkennen, dass hier algerische Soldaten ihr Leben auch für die Mitarbeiter ausländischer Firmen riskiert haben. Die Geiselnahme hunderter Unbeteiligter Arbeiter und Angestellter auf dem Gasfeld musste so schnell wie möglich gestoppt werden.

Die nächsten Tage werden weitere Details ans Licht bringen, die dann hoffentlich eine umfassende Bewertung der Befreiungsaktion ermöglichen.

Was sich jetzt schon feststellen lässt, ist, dass genau zwei Jahren nach dem Beginn der Arabischen Revolten die volle politisch-moralische Komplexität der Lage sich zu zeigen beginnt: Frankreich hat den Kampf gegen die Dschihadisten aufgenommen, die sich den Niedergang der Staatlichkeit in Libyen und Mali zunutze machen wollen, um in Afrika Fuß zu fassen. Deutschland wird sich an diesem Kampf beteiligen müssen, mit mehr als zwei Transportmaschinen.

Dabei finden wir uns jetzt im gleichen Boot mit zweilichtigen Figuren wie Präsident Bouteflika und seinem Regime, während wir doch zuvor dem Untergang vergleichbarer Regime applaudiert haben.

Die New York Times bringt es auf den Punkt:

Algeria’s authoritarian government is now seen as a crucial intermediary by France and other Western countries in dealing with Islamist militants in North Africa. But the Algerians have shown reluctance to become too involved in a broad military campaign that could be very risky for them. International action against the Islamist takeover in northern Mali could push the militants back into southern Algeria, where they started. That would undo years of bloody struggle by Algeria’s military forces, which largely succeeded in pushing the jihadists outside their borders.

The Algerians also have little patience with what they see as Western naïveté about the Arab spring, analysts say.

“Their attitude was, ‘Please don’t intervene in Libya or you will create another Iraq on our border,’ ” said Geoff D. Porter, an Algeria expert and founder of North Africa Risk Consulting, which advises investors in the region. “And then, ‘Please don’t intervene in Mali or you will create a mess on our other border.’ But they were dismissed as nervous Nellies, and now Algeria says to the West: ‘Goddamn it, we told you so.’ ”

 

Leser-Kommentare
  1. 1.

    The Algerians also have little patience with what they see as Western naïveté about the Arab spring, analysts say.

    Jenau.

    • 20. Januar 2013 um 20:08 Uhr
    • Mamas Liebling
  2. 2.

    es gibt für die vertretung unserer interessen – an deren oberster stelle die durchsetzung von rationalität und säkularität stehen müssen – vorerst keine „zwielichtigen figuren“, sondern lediglich kampfgenossen. selbst leute wie sie , herr lau, die bisher dem irrationaismus leichtfertig das wort reden, werden wir eines tages noch mobil machen müssen. battle on.

    • 20. Januar 2013 um 20:51 Uhr
    • maciste
  3. 3.

    Danke für Ihren Bericht, Herr Lau.
    Für die Leser ist vielleicht auch die Wiederholung des heutigen Presseclubs (00.05 auf wdr5) von Interesse:
    „Einmischen oder raushalten? Was der Krieg in Mali mit uns zu tun hat“
    http://www.wdr.de/tv/presseclub/

    Ob die Zusammenarbeit der Mächte des Westens mit den Autokraten des Ostens nun nachsichtiger beurteilt werden wird?
    Ich denke nicht.

  4. 4.

    @maciste
    Es ist schon eine Weile her, dass ich vor Lachen fast vom Stuhl gefallen wäre, doch jetzt ist es geschehen.Wo „reden“ Sie für gewöhnlich?

    • 20. Januar 2013 um 21:10 Uhr
    • Marit
  5. 5.

    @ JL – Danke für eine erste Einführung in die Thematik:
    – Mali/Algerien – Sahelzone -Islamismus – Irredentismus –

    • 21. Januar 2013 um 09:08 Uhr
    • Publicola
  6. 6.

    The Algerians also have little patience with what they see as Western naïveté about the Arab spring, analysts say.

    Sind das andere, so sind sie ‚verstockt‘.

    • 21. Januar 2013 um 11:00 Uhr
    • MRX
  7. 7.

    Bouteflika hat Frankreich die Überflugrechte nach Mali gewährt, ohne die es wohl schwer gewesen wäre, den Vormarsch der Islamisten auf Bamako (vorerst) zu stoppen.?

    Also bitte Herr Lau, französische Truppen waren längst in der Region. Die konkreten Angriffe auf die Islamisten in der Nähe von Konna wurden mit Hubschraubern durchgeführt, die schon vor einigen Monaten nach Burkina Faso gebracht wurden.
    (http://www.wired.com/dangerroom/2013/01/french-air-war-mali/)

    Und die angebliche Bedrohung Bamakos kann nur glauben, der wenig über die Lage in der Region weiß. Man geht von ca. 2000 ‚Islamisten aus. Nach Konna hätten die Islamiste noch mehrere hundert Kilometer dichter einer wesentlich dichter besiedelten Gegend mit mehreren Städten „erobern“ müssen, um dann eine 2-Millionen-Stadt mit einer feindlich gesinnten Bevölkerung zu erobern.

    • 21. Januar 2013 um 11:39 Uhr
    • Andreas Wetter
  8. 8.

    @ AW

    Man geht von ca. 2000 ‘Islamisten aus.

    Mali wird vielleicht doch kein Spaziergang:

    http://blogs.the-american-interest.com/garfinkle/2013/01/18/flogging-mali-again-and-the-attack-in-algeria-too/

    • 21. Januar 2013 um 11:42 Uhr
    • Serious Black
  9. 9.

    @ SB,

    manchmal wäre es besser, wenn solche Autoren sich entweder zu einem Thema gründlicher einlesen oder einfach gar nichts schreiben würden.

    Es gibt genug solide Quellen und Blogs zu dem Thema.

    • 21. Januar 2013 um 12:01 Uhr
    • Andreas Wetter
  10. 10.

    @ Herr Lau, noch als Ergänzung zu den Überflügen. Lediglich die Rafale Maschinen kamen aus Frankreich. Die Mirage F1 und Mirage 2000 sind im Chad stationiert.

    • 21. Januar 2013 um 12:03 Uhr
    • Andreas Wetter
    • 21. Januar 2013 um 12:46 Uhr
    • MRX
  11. 12.

    # 2 – es gibt für die vertretung unserer interessen – an deren oberster stelle die durchsetzung von rationalität und säkularität stehen müssen – vorerst keine “zwielichtigen figuren”, sondern lediglich kampfgenossen.

    Haben Staaten i.d.R. keinerlei eigenen Interessen – inkl. des selbstschutzorientierten Floriansprinzips?

    Verhalten sich Staaten i.d.R. ausschließlich nach dem Messdiener- und Pfadfinder-Prinzip: ‚jeden Tag eine gute Tat‘ im Interesse der Allgemeinheit?

    The MNLA is suspicious of Algeria’s intent and harbors resentment at the country’s past mediation strategy and choice of interlocutors, which limited Algeria’s influence over the MNLA.
    The group’s most influential wing is represented by those who were disenchanted by the 2006 accords. And the marginalization of Iyad ag Ghali during the formation of the MNLA was in many ways an indirect jab at the architects of those accords: Algeria and ag Ghali.

    Some of the malcontents are convinced that ag Ghali in particular is an agent of the feared DRS, Algeria’s military intelligence service.

    Some observers go so far as to believe that Algeria is deliberately allowing Ansar Dine to gain full control of the north, as that would weaken the MNLA and its separatist project as well as slow the recruitment base of AQIM.
    http://carnegieendowment.org/2012/10/22/paranoid-neighbor-algeria-and-conflict-in-mali/e4kt#

    • 21. Januar 2013 um 13:56 Uhr
    • Publicola
  12. 13.

    @ AW: Laurent Fabius, französischer Außenminister, hat bereits vor einer Woche die Bereitschaft der Algerier öffentlich gelobt, Frankreich „unbegrenzt“ überfliegen zu lassen. In der Libyen-Intervention war das bezeichnender Weise nicht der Fall. Die Terroristen haben das als einen Grund für ihren Angriff auf die Gas-Anlage angegeben (obwohl sie wahrscheinlich länger vorbereitet haben). Hollande hat den ganzen Dezember damit verbracht, bei Algerien gut Wetter zu machen, inkl. frz. Schuldgeständnis. Selbstverständlich hat Frankreich Truppen in der Region, aber Mali lässt sich ohne algerische Hilfe nicht „containen“.
    Im übrigen ist AQIM, die sich mit den Tuareg-Rebellen und anderen Terrorgruppen verbünden, originär ein algerisches Problem.
    Ihre Vorstellung, man hätte einfach zuwarten können, bis sich die Offensive der Islamisten in Süd-Mali verläuft, erschient mir abenteuerlich. Sie wird von keinem Ortskenner geteilt.
    Heute NYT:
    Al Qaeda in the Islamic Maghreb started out as an Algerian group that was fighting the Algerian government. Pushed out of Algeria, it found a sanctuary in northern Mali as did militants who left Libya following the fall of Col. Muammar el-Qaddafi.

    The initial French and American strategy was to keep a low profile in the region, while training African troops who would be sent to Mali to contend with the Qaeda-affiliated militants.

    There were growing signs that North Africa was becoming more dangerous. A Western security expert who was asked to assess the threat to Algeria’s oil complex last year had reported an “elevated” risk due to the militants in Mali.

    Still, the American and French plan assumed that the threat posed by the militants in Mali would be slow to build and that the West had time to organize an African military response — the plan had been to deploy it in September this year.

    But the militants’ offensive in Mali and the attack in Algeria has demonstrated that the groups have a broader reach than anticipated and are prepared to take the offensive. The French intervention that followed has introduced a new variable in the equation.

    • 21. Januar 2013 um 14:36 Uhr
    • Jörg Lau
  13. 14.

    14 belfruta
    Lassen sie es doch, man könnte sonst einen merkwürdigen eindruck von ihnen bekommen.

    • 21. Januar 2013 um 15:10 Uhr
    • ernsthaft
  14. 15.

    “The goal is the total reconquest of Mali,” Le Drian told France 5 TV on Sunday, pledging to leave no pockets of resistance.

    http://www.english.rfi.fr/africa/20130121-french-malian-troops-enter-diabaly-islamists-head-north

    • 21. Januar 2013 um 15:16 Uhr
    • Serious Black
    • 21. Januar 2013 um 15:36 Uhr
    • MRX
  15. 17.

    @ MR

    Das grenzt schon fast an Rechtspopulismus!

    • 21. Januar 2013 um 15:52 Uhr
    • Serious Black
  16. 18.

    Und die angebliche Bedrohung Bamakos kann nur glauben, der wenig über die Lage in der Region weiß. Man geht von ca. 2000 ‘Islamisten aus. Nach Konna hätten die Islamiste noch mehrere hundert Kilometer dichter einer wesentlich dichter besiedelten Gegend mit mehreren Städten “erobern” müssen, um dann eine 2-Millionen-Stadt mit einer feindlich gesinnten Bevölkerung zu erobern.

    @ AW

    Kann sein, dass die Islamisten bei einem weiteren Vorstoß logistische Probleme bekommen hätten und/oder ihren Vorstoß vor Bamako von sich aus gestoppt hätten. Aber wenn man sie nicht daran gehindert hätte, für wie lange?

    Fest steht allerdings, dass sie weiter Richtung Bamako vorgestoßen sind. Und fest steht auch, dass sie in einer wesentlich dichter besiedelten Gegend schwerer zu bekämpfen sind. Mal ganz abgesehen davon, dass ein weiterer Vorstoß weitere Binnen-Flüchtlinge zur Folge gehabt hätte und man dem verbleibenden Teil der Bevölkerung nicht nur besser gar keine Kampfhandlungen, um die Islamisten wieder los zu werden, zumuten sollte, sondern auch keine islamistische Besatzung.

    Zusätzlich erscheint mir Ihr Einwand etwas widersprüchlich: Sie setzen „erobern“ (zurecht) einerseits in Anführungszeichen, weil sich die malische Armee in einem schlechten Zustand befindet und die Bevölkerung den Islamisten gegenüber zwar feindlich gesinnt ist, ihnen aber offenbar nichts entgegenzusetzen hat. Andererseits streichen Sie jedoch heraus, dass Bamako fast zwei Millionen Einwohner hat. Soll das heißen, dass die Islamisten wegen der Größe der Stadt in Bamako schon gelyncht worden oder plötzlich auf den Gedanken gekommen wären, wieder zu gehen, weil man sie nicht mag?

    Für den Fall, dass die Islamisten ohne Unterlass bis nach Bamako vorgestoßen wären – extremistische Gruppen agieren nicht immer nach herkömmlichen Mustern oder rational -, hätte das für sie wirklich logistische Probleme zur Folge gehabt, sie hätten Bamako, anders als kleinere Städte, nicht völlig kontrollieren können.

    Wenn jedoch in einer großen Stadt kaum jemand da ist, um 2000(?) schwer bewaffnete Islamisten zu bekämpfen, dann ist das auch dann eine sehr unschöne Vorstellung, wenn das numerische Verhältnis zwischen Bevölkerung und Islamisten aus einer herkömmlichen militärischen Sicht für die Islamisten ungünstig ist.

    Jedenfalls spricht wenig dafür, dass man es mal hätte darauf ankommen lassen und damit kalkulieren sollen, dass die Islamisten mit ihrem Vorstoß allein von sich aus Probleme bekommen.

    • 21. Januar 2013 um 16:01 Uhr
    • N. Neumann
  17. 19.

    @N.N. / Jörg Lau,

    um mal erst etwas klar zu stellen. Ich bestreite nicht die Notwendigkeit der Intervention. Mein Einwand galt der dramatisierenden Behauptung, Bamako wäre in Gefahr erobert zu werden, und, dass dies durch über Algerien einfliegende Kampfflugzeuge gestoppt wurde.

    Die 2000 Kämpfer hätten ja nicht nur Bamako erobern und kontrollieren müssen (so wie sie es in Gao und Timbuktu taten), sondern gleichzeitig noch den Norden „kontrollieren“ müssen.

    Dazu einige Ortskenner:

    Entscheidend für alles Weitere ist eine franzö- sische Behauptung, unhinterfragt von der Weltpresse übernommen: Die Isla- misten wollten in die Hauptstadt Bamako und hätten von dort ganz Mali zu einem Terrorstaat gemacht.
    Es muss erlaubt sein, an diese Behauptung den Maßstab der Logik anzulegen. Bamako ist eine Stadt von zwei Millionen Einwohnern, von jenem berüchtigten Konna 590 Kilometer entfernt. Die islamistischen Gruppen, von westlichen Geheimdiensten auf etwa 2.000 Kämpfer geschätzt, müssten mit dieser Mannstärke weiterhin Nordmali okkupiert halten, auf dem Weg nach Bamako noch einige Städte einnehmen, um es dann mit zwei Millionen Hauptstädtern aufzunehmen.

    (Charlotte Wiedemann heute in der taz)

    The drama of the Islamist offensive should not be underestimated—a successful assault on Sevaré would have meant the loss of the only airstrip in Mali capable of handling heavy cargo planes, apart from that in Bamako. The fall of Sevaré would in turn have made any future military operation a nightmare for West African or other friendly forces, and it would have chased tens of thousands of civilians from their homes. These would only have been the most immediate effects. After Sevaré, nothing would have stopped an Islamist advance on Segu and Bamako, although it is unclear to me that the Islamists would have any strategic interest in investing Mali’s sprawling and densely populated capital.
    (http://africasacountry.com/2013/01/14/france-in-mali-the-end-of-the-fairytale/)

    Und wie sich die Bevölkerung bei abnehmender Zahl von Islamisten verhalten kann zeigt Gao heute:

    Aus der Stadt Gao wird unterdessen berichtet, dass am Sams- tag ein Islamistenführer von der Bewegung für Einheit und Dschihad (Mujao) gelyncht worden sei. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll dieser für den Tod eines Journalisten verantwortlich gewesen sein. Dem Journalisten sei vorgeworfen worden, er habe für Auslandssche Radiosender gearbeitet. Nun soll die Bevölkerung in Gao zum ersten Mal, seitdem die Islamisten die Stadt Anfang April 2012 besetzt hatten, Selbstjustiz geübt haben.

    (aus Bamako Katrin Gänsler ebenfalls taz)

    • 21. Januar 2013 um 16:17 Uhr
    • Andreas Wetter
  18. 20.

    @ SB

    Das ist Rechtspopulismus!

    • 21. Januar 2013 um 16:21 Uhr
    • MRX
  19. 21.

    @MRX

    Mir fällt selbst an meinen eigenen Kommentaren auf, dass ich heute vorsichtiger formuliere als 2007.

    • 21. Januar 2013 um 16:45 Uhr
    • Mamas Liebling
  20. 22.

    16. Irgendein dingsda kommentiert Einträge aus der Zeit, da Lau noch heiß war.
    http://blog.zeit.de/joerglau/2007/06/24/schlafwandeln-in-die-segregation-england-erlaubt-den-burkini-im-schwimmunterricht_590/comment-page-20#comment-342576

    @ MRX – very true!

    • 21. Januar 2013 um 16:52 Uhr
    • Publicola
    • 21. Januar 2013 um 17:13 Uhr
    • MRX
  21. 24.

    @MRX

    :-)

    • 21. Januar 2013 um 17:43 Uhr
    • Mamas Liebling
  22. 25.

    Der Vormarsch der Jihadis wurde mit zwei Hubschraubern gestoppt:

    News portal Koaci.com has learned from Malian military sources that two French helicopter, previously based in Burkina Faso, have already take action in the area, striking rebels positions in Konna and Douentza, in the night between Jan. 10 and 11.
    http://theaviationist.com/2013/01/12/french-helicopters-mali/#.UP10yKXy1i0

    Dazu auch:

    the French operation kicked off with a raid performed by attack helicopters to stop the progression of a column of jihadist elements enroute to Konna, near Mopti in the center of the country.

    According to the French MoD, that on Jan. 12 released the first official information about the French activities in Africa, this first action was led by Gazelle helicopters with the 4ème Régiment d’Hélicoptères des Forces spéciales (RHFS), armed with HOT missiles and 20 mm caliber guns and allowed the destruction of four vehicles and led to the withdrawal of the column.

    Die vier Rafale, welche zum ersten Mal am 13. wahrscheinlich den algerischen Luftraum nutzen, bombardierten Ziele weiter im Norden:

    Four “omnirole” jets from Saint Dizier airbase, took off from their base and, supported by two C-135FR tankers, attacked rebel’s training camps, infrastructure, logistic deposits before recovering to N’Djamena airbase, in Chad.

    http://theaviationist.com/2013/01/14/rafale-mali/#.UP10OqXy1i0

    • 21. Januar 2013 um 18:14 Uhr
    • Andreas Wetter
    • 21. Januar 2013 um 18:15 Uhr
    • Andreas Wetter
  23. 27.

    „Algier/Paris/Bamako (dpa) – Das Geiseldrama in der algerischen
    Wüste geht auf das Konto von Islamisten aus dem Norden Malis. 32
    Terroristen unterschiedlicher Nationalitäten seien aus dem von
    extremistischen Rebellen beherrschten Teil des Nachbarlands gekommen,
    sagte der algerische Ministerpräsident Abdelmalek Sellal am Montag in
    Algier. Die Aktion sei zwei Monate lang für den Fall vorbereitet
    worden, dass Algerien dem Drängen Frankreichs nach militärischer
    Unterstützung im Nachbarland Mali nachgibt. Die Terroristen konnten
    laut Sellal auf das Wissen eines in der Anlage beschäftigten Fahrers
    zurückgreifen.

    Unter den Angreifern waren Extremisten aus Mali, Algerien, Kanada,
    Ägypten, Tunesien, Niger und Mauretanien. 29 seien bei den Einsätzen
    der algerischen Armee getötet, drei der Islamisten seien gefangen
    worden.“

    • 21. Januar 2013 um 18:26 Uhr
    • Jörg Lau
  24. 28.

    Assad bekommt von den UN 519 Mio. US$ für Humanitäre Hilfsgüter:

    http://www.jewishpress.com/news/breaking-news/un-handing-assad-519m-in-humanitarian-aid/2013/01/21/

    Ob es die zusätzlichen Toten wohl tröstet, daß die Kugeln/Bomben/Raketen von der UN bezahlt wurden?

    • 21. Januar 2013 um 18:40 Uhr
    • Serious Black
  25. 29.

    o.t. – aber wichtig genug:

    „Der Martin Luther King Day ist ein US-amerikanischer nationaler Gedenk- und Feiertag für den im Jahre 1968 ermordeten Martin Luther King, der seit 1986 jeden dritten Montag im Januar begangen wird. Er liegt somit nahe oder sogar auf dem Geburtstag von King am 15. Januar und ermöglicht ein dreitägiges freies Wochenende.“ (Wik.)
    http://www.youtube.com/watch?v=TJNczxlRyHQ

    Obamas Inauguration hätte für die „black community“ zu keinem schöneren Zeitpunkt kommen können!

  26. 30.

    Und dieser hochgeschätzte MLK, dieser außerordentliche Schreiber und Redner, der schrieb diesen immer noch und immer wieder lesenswerten „Letter from Birmingham Jail“, dessen hier zitierte Passage ab den späten 60ern Eintritt in die deutschen Englisch-Lehrbücher und -materialien fand: als außerordentliches Dokument des CRM, das sich – so sind Lehrer – dann auch hervorragend für eine sprachlich-rhetorische Analyse eignet.

    „We have waited for more than 340 years for our constitutional and God-given rights. The nations of Asia and Africa are moving with jetlike speed toward gaining political independence, but we stiff creep at horse-and-buggy pace toward gaining a cup of coffee at a lunch counter. Perhaps it is easy for those who have never felt the stinging darts of segregation to say, „Wait.“ But when you have seen vicious mobs lynch your mothers and fathers at will and drown your sisters and brothers at whim; when you have seen hate-filled policemen curse, kick and even kill your black brothers and sisters; when you see the vast majority of your twenty million Negro brothers smothering in an airtight cage of poverty in the midst of an affluent society; when you suddenly find your tongue twisted and your speech stammering as you seek to explain to your six-year-old daughter why she can’t go to the public amusement park that has just been advertised on television, and see tears welling up in her eyes when she is told that Funtown is closed to colored children, and see ominous clouds of inferiority beginning to form in her little mental sky, and see her beginning to distort her personality by developing an unconscious bitterness toward white people; when you have to concoct an answer for a five-year-old son who is asking: „Daddy, why do white people treat colored people so mean?“; when you take a cross-country drive and find it necessary to sleep night after night in the uncomfortable corners of your automobile because no motel will accept you; when you are humiliated day in and day out by nagging signs reading „white“ and „colored“; when your first name becomes „nigger,“ your middle name becomes „boy“ (however old you are) and your last name becomes „John,“ and your wife and mother are never given the respected title „Mrs.“; when you are harried by day and haunted by night by the fact that you are a Negro, living constantly at tiptoe stance, never quite knowing what to expect next, and are plagued with inner fears and outer resentments; when you go forever fighting a degenerating sense of „nobodiness“–then you will understand why we find it difficult to wait. There comes a time when the cup of endurance runs over, and men are no longer willing to be plunged into the abyss of despair. I hope, sirs, you can understand our legitimate and unavoidable impatience.“

    „Negro“ schreibt der Mann da „ganz normal“. Und gibt dazu schon bis auf das in der Zeit noch nicht so gebräuchliche Afro/African–American das gesamte Spektrum der Worte, die von ihm zu der Zeit als „normal“ oder neutral oder als verletzend und herabwürdigend empfunden werden.

    Was macht da unser junger besorgter Freund von der Heinrich-Böll-Stiftung?
    MLK den Feiertag aberkennen als einem eingeschworenen Rassisten?

    Wenn ich in den aktuellen ZO-Thread zum Thema blicke, verliere ich langsam den Rest des Vertrauens in den Verstand der ZO-Blogger.
    Vielleicht hab‘ ich ja auch nur die dümmsten gelesen.

    PS Es lohnt, den ganzen Brief zu lesen.

  27. 31.

    @N.N. / Jörg Lau,

    um mal erst etwas klar zu stellen. Ich bestreite nicht die Notwendigkeit der Intervention. Mein Einwand galt der dramatisierenden Behauptung, Bamako wäre in Gefahr erobert zu werden, und, dass dies durch über Algerien einfliegende Kampfflugzeuge gestoppt wurde.

    @ AW

    Die Behauptung, die Eroberung Bamakos sei durch über Algerien einfliegende Kampfflugzeuge direkt gestoppt worden, habe ich nirgends vernommen. Der FAZ z.B. (u.a. Thomas Scheen) konnte ich im Zusammenhang mit einer grafischen Aufstellung französischer Militär-Kapazitäten in Afrika den Hinweis entnehmen (Sie weisen weiter unten auch darauf hin), dass das Überfliegen Algeriens zur Bekämpfung von Zielen weiter im Norden für Frankreich nützlich ist. Ich denke nicht, dass dies von offiziellen französischen Stellen grundsätzlich anders kommuniziert wurde. Eher halte ich es für wahrscheinlich, dass in diesem Zusammenhang Teile der deutschsprachigen Berichterstattung etwas nicht ganz auf die Reihe bekommen haben.

    Gleichwohl scheint mir das Bombardieren von islamistischen Stellungen weiter im Norden indirekt dafür geeignet (gewesen) zu sein, auch den Vorwärtsdrang von Islamisten weiter im Süden zu konterkarieren. U.a. ist davon auszugehen, dass es so für die Islamisten schwerer (geworden) ist, Kämpfer weiter aus dem Norden nachzuziehen.

    Die 2000 Kämpfer hätten ja nicht nur Bamako erobern und kontrollieren müssen (so wie sie es in Gao und Timbuktu taten), sondern gleichzeitig noch den Norden “kontrollieren” müssen.

    Dazu einige Ortskenner:

    „Entscheidend für alles Weitere ist eine franzö- sische Behauptung, unhinterfragt von der Weltpresse übernommen: Die Isla- misten wollten in die Hauptstadt Bamako und hätten von dort ganz Mali zu einem Terrorstaat gemacht.
    Es muss erlaubt sein, an diese Behauptung den Maßstab der Logik anzulegen. Bamako ist eine Stadt von zwei Millionen Einwohnern, von jenem berüchtigten Konna 590 Kilometer entfernt. Die islamistischen Gruppen, von westlichen Geheimdiensten auf etwa 2.000 Kämpfer geschätzt, müssten mit dieser Mannstärke weiterhin Nordmali okkupiert halten, auf dem Weg nach Bamako noch einige Städte einnehmen, um es dann mit zwei Millionen Hauptstädtern aufzunehmen.“
    (Charlotte Wiedemann heute in der taz)

    Ich habe jetzt nicht den ganzen Artikel von Charlotte Wiedemann gelesen und möchte nicht behaupten, dass sie von der Materie keine Ahnung hat. Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass sie bei ihrer Kritik an der (nicht zu beweisenden) französischen Behauptung, Bamako habe unmittelbar vor einer Eroberung durch die Islamisten gestanden, möglicherweise allzu hohe oder zu gängige militärische Rationalitäts-Standards an die Islamisten anlegt. So kann etwa die Zerstörung von Sufi-Heiligtümern in Timbuktu, die dortselbst eben nicht allein Furcht vor den islamistischen Besatzern, sondern auch Hass auf dieselben erzeugt haben wird, wohl kaum als strategisch/taktisch rationale Maßnahme gewertet werden. Auf diesem Hintergrund sollten sich die Kritiker der besagten französischen Behauptung zumindest nicht ganz so sicher sein, dass die Islamisten ohne französische Gegenmaßnahmen schon automatisch von sich aus gestoppt hätten.

    Militante Islamisten können sich, streng militärisch gesehen, rational verhalten, gelegentlich tun sie das aber nicht.

    Hinzu kommt, dass die Zahl 2000 Kämpfer als eine etwas zu statische Größe durch die Artikel geistert. Entsprechend ist es nicht so, dass es in Afrika gar keine weiteren Islamisten geben würde, die nicht direkt zum islamistischen Bündnis gehören, aber unter für sie günstigen Umständen bereit (gewesen) wären, ihren multinationalen Gesinnungsgenossen in Mali zur Hilfe zu eilen. Wenn die Islamisten also weiter hätten vormarschieren können und vor Bamako aufgrund zu geringer Mannstärke halt gemacht hätten, folgt daraus eben nicht, dass sie mittelfristig nicht verstärkt worden wären.

    Und wie sich die Bevölkerung bei abnehmender Zahl von Islamisten verhalten kann zeigt Gao heute:

    „Aus der Stadt Gao wird unterdessen berichtet, dass am Sams- tag ein Islamistenführer von der Bewegung für Einheit und Dschihad (Mujao) gelyncht worden sei. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll dieser für den Tod eines Journalisten verantwortlich gewesen sein. Dem Journalisten sei vorgeworfen worden, er habe für Auslandssche Radiosender gearbeitet. Nun soll die Bevölkerung in Gao zum ersten Mal, seitdem die Islamisten die Stadt Anfang April 2012 besetzt hatten, Selbstjustiz geübt haben.“

    (aus Bamako Katrin Gänsler ebenfalls taz)

    Wobei es eben nicht vermessen ist, die abnehmende Zahl der Islamisten und den neuen Mut in der Bevölkerung direkt und/oder indirekt auf französische Luftschläge gegen Islamisten zurückzuführen – egal ob per Kampfhubschrauber oder per Kampfjet.

    • 21. Januar 2013 um 20:15 Uhr
    • N. Neumann
  28. 32.

    @jl

    danke, dass sie sich des themas angenommen haben.

    da reiben sich wirklich manche verwundert die augen (oder betreiben gezielt desinformation?):

    „What I knew back then from those who dealt with him as a Touareg tribal chief and a diplomatic consul is that he used to negotiate the release of hostages taken in the Azwad region. Now, he is said to be the head of Ansar al-Din movement fighting the Malian army and the international French and African forces.

    When I read a profile about him yesterday in Asharq al-Awsat newspaper, I was even more confused, for it said that he was close to Libya’s late dictator Muammar Qaddafi who once sent him to fight in Lebanon. Yet, it was only recently that he displayed extremist tendencies.

    This kind of confusion and mystery has become quite common and this is demonstrated for example by the role extremists like Tarek al-Zomor and Mohamed al-Zawahiri are playing in the political scene in Egypt. How did a man like Iyad Ghali turn from a moderate Sunni Muslim to an extremist militant? Is it possible that a man in his fifties like him would become extremist all of a sudden? This is hard to believe. I can sense some kind of political maneuver where politicians pretend to adopt extremist ideologies to be able to recruit impulsive youths ready to sacrifice their lives for a fake cause in return for a place in heaven and also to get funding under the pretext of religious duty.“

    http://english.alarabiya.net/views/2013/01/20/261492.html

  29. 33.

    Riad (AFP) Der ägpytische Präsident Mohammed Mursi hat sich gegen den französischen Militäreinsatz in Mali ausgesprochen. „Die Militärintervention in Mali akzeptieren wir auf keinen Fall“, sagte Mursi am Montag bei einem Wirtschaftstreffen in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad. „Wir wollen keinen neuen blutigen Konfliktherd in Afrika“, fügte Mursi hinzu. Der ägyptische Präsident entstammt der Muslim-Bruderschaft.

    http://www.zeit.de/news/2013-01/21/aegypten-aegyptens-praesident-gegen-frankreichs-militaereinsatz-in-mali-21191205

    • 21. Januar 2013 um 20:31 Uhr
    • N. Neumann
  30. 34.

    – einige Anmerkungen zu Mali etc. –

    … the Tuaregs have sought for many decades a degree of autonomy in the uncharted [unerforscht, auf keener Landkarte verzeichnet] lands of the Sahel they call their own.

    The latest Tuareg rebellion arose directly from the chaos in Libya engendered by the Anglo-French intervention against Colonel Muammar Gaddafi.
    … Gaddafi’s arsenals provided the weapons and ammunition that eventually fatally destabilised the Bamako government.

    … this amounted to a considerable western own goal [Eigen-Tor],
    since the Mali coup leader, Captain Amadou Sanogo, was educated, trained and equipped, at considerable expense, by the US military,
    as were other commanders who defected to the rebels.
    … the US and the EU sought in recent years to make Mali a sort of bulwark against extremism, a model democracy in the desert …

    … Mali’s chronic political instability boils down [läuft hinaus auf, lässt sich zusammenfassen]
    in large part to a competition
    for diminishing resources, for productive land and water supplies
    that grow scarce as desertification proceeds apace.
    This crisis is one of persistent drought [Trockenheit] and endemic malnutrition …

    Mali … now belongs inside the arc of instability [Bogen/Zone der Instabilität] that was once defined as stretching
    from Afghanistan … through Pakistan to the Middle East and the Horn of Africa via Iraq and Yemen.
    Now the arc is rapidly extending westwards
    beyond the Arab lands to Nigeria, west Africa and the Atlantic seaboard.
    The common denominators are
    poverty, underdevelopment, illiteracy, mass youth unemployment, misgovernance, authoritarianism, corruption, suppression of women’s rights and of human and civil rights in general …

    … extreme distortions of Islam take root amid such hopelessness and betrayal.
    From the Boko Haram jihadis of north-east Nigeria to Mokhtar’s Algerian Salafis to the al-Shabaab fanatics of Somalia,
    the false prophets of violence gain sway [beherrschender Einfluss] in the absence of faith
    – faith that there is a better way, faith that westerners care about more than merely our own safety and comfort …

    … Mali’s plight [Notlage] … ultimately involves us all …
    A major shift in perception and in action is required.

    Otherwise,

    • be it indirectly through mass migration, people trafficking, arms and drugs smuggling, epidemic disease, the pernicious poison of official corruption and abuse;
    • or directly through resulting, premeditated [vorsätzlich, geplant] ethnic and sectarian, religion-based violence,

    the … condemnation of a vast swath [Gebiet] of humanity to impoverishment,
    physical, material and spiritual,
    will inevitably return to haunt [heimsuchen] the more fortunate peoples of the west.

    „Africa’s arc of instability has myriad causes“
    Editorial
    The Observer, Sunday 20 January 2013
    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/jan/20/observer-editorial-mali-algeria-western-response

    [ein Verzicht auf (abgedroschen-allzubetonte und daher fragwürdige) Kritik bzw. Teil-Schuldzuweisung an dem/den ‚Westen‘ hätte diesem ansonsten m.E. informativen Hintergrund-Text gutgetan]

    • 21. Januar 2013 um 20:33 Uhr
    • Publicola
  31. 35.

    Aus der Stadt Gao wird unterdessen berichtet, dass am Samstag ein Islamistenführer von der Bewegung für Einheit und Dschihad (Mujao) gelyncht worden sei. … soll dieser für den Tod eines Journalisten verantwortlich gewesen sein. Dem Journalisten sei vorgeworfen worden, er habe für Auslandssche Radiosender gearbeitet.
    Nun soll die Bevölkerung in Gao zum ersten Mal, seitdem die Islamisten die Stadt Anfang April 2012 besetzt hatten, Selbstjustiz geübt haben

    @ N. N., AW – es ist wohl i.d.R. so, dass Originalbegegnungen mit dem Islamismus zu rapiden Lernzuwachs und Erkenntnisgewinnen der betroffenen Bevölkerung führen,
    wie zum einen die in Ägypten beobachtbaren Wahlergebnisse von den Parlamentswahlen hin zu den Präsidentschaftwahlen zeigen,
    und wie zum anderen ebenfalls handfest auch die Ergebnisse einer Gallup-Umfrage in Mali belegen:

    sharia should not be a source of legislation
    2010: 13%; 2013: 51%

    religious leaders should have no role in writing national laws
    2010: 5%; 2013: 17%

    Malians overwhelming approve of the leadership of
    the U.S. (87%),
    U.K. (80%),
    and
    France (70%)

    http://www.gallup.com/poll/159884/malians-faith-government-plummeted-2012.aspx

    [Dank an ‚eh‘ und ‚Zettels Raum‘ für Hinweis auf diese Umfrage]

    • 21. Januar 2013 um 20:47 Uhr
    • Publicola
  32. 36.

    @35 publicola

    nach ths einschätzung (war in einem anderen strang, vielleicht erinnern sie noch) ist mali ein land voller folklore

    ab ca 11:20

    https://www.youtube.com/watch?v=Sj6e0fZqG-k

    trifft das auch für ägypten zu?

  33. 37.

    trifft das auch für ägypten zu – als Nichtexperte kann und muss ich da antworten: ‚Keine Ahnung‘.

    Aber aus der (jüngsten sowie länger zurückliegenden) Vergangenheit darf man wohl behaupten,
    dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Islamismus der MBs vor dem Sturz Mubaraks nicht möglich war,
    da bis dahin die MBs als karitative fromme Sozialarbeit-Organisation auftraten bzw. aufzutreten gezwungen waren.

    Erst die politische Verantwortung schafft einigermaßen Klarheit und diskutierbare Fakten für den Otto-Normalverbraucher in Ägypten darüber, mit welchen Leuten wes Geistes Kind er es da konkret zu tun hat.

    • 21. Januar 2013 um 21:08 Uhr
    • Publicola
  34. 38.

    @38 publicola

    „als Nichtexperte kann und muss ich da antworten: ‘Keine Ahnung’.“

    ehrlich: ich auch nicht.

    hier kann ich mich – trotz politischer aussagen – nicht der leichtigkeit des seins erwehren:
    http://videos.arte.tv/de/videos/afrika-50-jahre-unabhaengigkeit-mali-2–3825648.html

    „Erst die politische Verantwortung schafft einigermaßen Klarheit und diskutierbare Fakten für den Otto-Normalverbraucher in Ägypten darüber, mit welchen Leuten wes Geistes Kind er es da konkret zu tun hat.“

    hoffentlich.

    http://videos.arte.tv/de/videos/afrika-50-jahre-unabhaengigkeit-mali-2–3825648.html

  35. 39.

    @38 publicola

    hab mal wieder zwei links in einen kommentar gepackt, daher hier nochmals

    @38 publicola

    “als Nichtexperte kann und muss ich da antworten: ‘Keine Ahnung’.”

    ehrlich: ich auch nicht.

    hier kann ich mich – trotz politischer aussagen – nicht der leichtigkeit des seins erwehren:
    http://videos.arte.tv/de/videos/afrika-50-jahre-unabhaengigkeit-mali-2–3825648.html

    “Erst die politische Verantwortung schafft einigermaßen Klarheit und diskutierbare Fakten für den Otto-Normalverbraucher in Ägypten darüber, mit welchen Leuten wes Geistes Kind er es da konkret zu tun hat.”

    hoffentlich.

  36. 40.

    PS #37 u. #38 – allerdings gibt bzgl. Ägypten und seiner kurzfristigen weiteren Entwicklung zwei entscheidende 100.000-Dollar-Fragen:

    a – Wie und unter welchen Bedingungen werden die vermutlich im April stattfindenden Parlaments-Wahlen abgehalten [so dass ‚DDR-Style‘ Wahlen auszuschließen sind]?

    b – Wie wird sich die MB-Bruderschaft im Falle ihrer Abwahl bei diesen in Kürze stattfindenden Wahlen und damit im Falle einer daraus resultierenden demokratischen Machtabgabe verhalten?

    Zweck Reflektion über diese beiden Fragen sollte man auch den von SB geposteten (Link auf dem Nachbarthread „Das Ender der Zwei-Staaten-Lösung“ zum) Text
    eines Vortrages von Eric Trager
    [Mitarbeiter des Washington Institute for Near East Policy (WINEP), einer von einer AIPAC-Persönlichkeit gegründeten Denkfabrik in den USA]
    über seine Erfahrungen mit den MBs unbedingt miteinbeziehen.

    105. Die Muslimbruderschaft (Eric Trager):
    http://www.fpri.org/articles/2013/01/lecture-transcript-what-every-american-should-know-about-egypts-muslim-brotherhood-delivered-eric-trager

    • 21. Januar 2013 um 21:58 Uhr
    • Publicola
  37. 41.

    .. gibt es …

    • 21. Januar 2013 um 21:58 Uhr
    • Publicola
  38. 42.

    @41 publicola

    danke für den hinweis auf den von sb geposteten link.
    ich schaff das aber leider heute nicht mehr, da ich jetzt wirklich was essen muss.

  39. 43.

    Guten Appetit!

    • 21. Januar 2013 um 22:24 Uhr
    • Publicola
    • 21. Januar 2013 um 22:26 Uhr
    • Publicola
  40. 45.

    PS – #40 –

    „allerdings gibt es bzgl. Ägypten und seiner kurzfristigen weiteren Entwicklung zwei entscheidende 100.000-Dollar-Fragen:
    a – Wie und unter welchen Bedingungen werden die vermutlich im April stattfindenden Parlaments-Wahlen abgehalten [so dass ‚DDR-Style‘ Wahlen auszuschließen sind]? … “

    Aus diesem Grunde hat die nicht-islamistische Oppositionsbewegung NSF einige sehr wichtige Forderungen zum ‚modus procedendi‘ der kommenden Parlamentswahlen aufgestellt:

    The National Salvation Front (NSF)*) … eleven conditions necessary to assure fair parliamentary elections:

    1. Full judicial supervision: a judge for each ballot box.

    3. The vote counting process is to be announced in the presence of the delegates of election candidates in addition to NGOs and media personnel, and for the judge of the polling station to sign the count report and hand it to each delegate.

    5. The Supreme Electoral Commission (SEC) must stamp each ballot paper and not depend on signatures by the head of the polling station.

    6. Issuing a law allowing NGOs to monitor the elections, and to guarantee that the SEC issues them monitoring permits.

    7. Criminalising the use of houses of worship for electoral campaigns, or the mixing of politics and religion in any form.

    8. Drawing a limit to the amount of money allowed to be spent on electoral campaigns.

    9. Guaranteeing there be a minimum of one female candidate among every three candidates on any given electoral list.

    *) The National Salvation Front is a recently-formed umbrella group
    led by former presidential candidates
    • Hamdeen Sabbahi
    • and Amr Moussa,
    • along with reform campaigner and head of the Constitution Party Mohamed ElBaradei.

    http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/62319/Egypt/Politics-/Egypts-Salvation-Front-demands–guarantees-for-par.aspx

  41. 46.

    Die Geiselbefreiung bedeutet gar nichts, … entscheidend ist die Bekämpfung von Korruption und die Schaffung eines Mindestwohlstands für die armen Massen sowie die politische Mitbestimmung aller afrikanischen Volksgruppen. In Algerien herrscht auch Korruption und die Gewinne der Landesressourcen werden nicht sinnvoll investiert, um Arbeitsplätze zu schaffen. Verteilungsgerechtigkeit in Form einer sinnvollen Sozialpolitik gibt es auch, die Landesressourcen sind nicht gerecht verteilt. Der islamistische Terrorismus wird solange Anhänger finden, solange die Armutsfrage nicht geklärt wird. In Mali sollte es auch einen Dialog mit gemäßigten Tuaregrebellen geben, anstatt wieder den Weg für ein neues korruptes Maliregime freizubomben. Es gibt keine militärische Erfolgsstrategie gegen den Islamismus, nur eine wirtschaftliche Entwicklung und die Unterstützung moderater Kräfte kann zum Erfolg führen.

    • 22. Januar 2013 um 09:18 Uhr
    • ANONYMOUS IRAN
    • 22. Januar 2013 um 09:20 Uhr
    • MRX
  42. 48.

    @MRX

    Big Brother, ich glaub’s nicht.

    • 22. Januar 2013 um 09:35 Uhr
    • Mamas Liebling
  43. 49.

    Es gibt keine EU-Bürger, nur EU-Mündel.

    • 22. Januar 2013 um 09:41 Uhr
    • Lionel
  44. 50.

    @ ML # 48

    lau passt sich halt vorausschauend an.

    • 22. Januar 2013 um 09:52 Uhr
    • MRX
  45. 51.

    @ L

    Die USA werden ebenfalls euroreif:

    Mr Obama’s inaugural speech, delivered this morning beneath a bright, chilly Washington sky, offered a remarkably stark answer. He plans to confront Republicans, co-opt their most cherished beliefs about American exceptionalism and individualism, pin them into a corner with the power of public opinion and—in the longer-term—to marginalise them by building his party a progressive coalition from such diverse groups as women, ethnic minorities, gays, the young, immigrants and environmentalists.

    http://www.economist.com/blogs/lexington/2013/01/barack-obamas-second-inauguration

    • 22. Januar 2013 um 10:01 Uhr
    • MRX
  46. 52.

    OT – ‚pädagogischer Sprengstoff‘ im Kinderspielzeug:

    http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=312

    • 22. Januar 2013 um 10:19 Uhr
    • Serious Black
  47. 53.

    (auf Achgut gefunden)

    • 22. Januar 2013 um 10:20 Uhr
    • Serious Black
  48. 54.

    47
    MRX
    Keinesfalls o.t. – grundlegend!

    „Berater der EU-Kommission sehen die Pressefreiheit in Europa in Gefahr. Sie schlagen eine stärkere Überwachung durch den Staat vor. Einige Medien sollten auch finanziell unterstützt werden.“

    Ob der Berichterstatter der FAZ wegen eines persistierenden Lachkollers inzwischen in ärztlicher Behandlung ist, nachdem er Satz 1 den 2. Satz und Satz 2 den 3. Satz folgen ließ!?

    Oder ist ihm das Lachen im Halse steckengeblieben?
    Oder hat er gar nix gemerkt?

    Alles ist möglich.

    • 22. Januar 2013 um 10:52 Uhr
    • Serious Black
  49. 56.

    53
    @SB
    „(auf Achgut gefunden)“

    Sie hätten’s auch woanders finden können!
    :)

    Einen halben Tag vorher.
    Aber vielleicht haben die das auf Achse ganz woanders gefunden!

    PS Heute finden Sie neben vielen anderen Informationen dort diese hier:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/22/bruessel-wird-muslimisch-juden-verlassen-die-stadt/
    Und nicht zu vergessen: Bekir Alboga, einer der türkischen Ditib-Statthalter in Deutschland, erhielt gerade von der Grünen Mannheimer Bürgermeisterin die doppelte, sprich: die deutsche Staatsangehörigkeit. Auf welcher Rechtsgrundlage ist mir schleierhaft, aber vielleicht kann Rot-Grün die ja jetzt „endlich“ schaffen!

  50. 57.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/22/bruessel-wird-muslimisch-juden-verlassen-die-stadt/

    Denn die Gegend in Brüssel, in der die Schule liegt, hat sich im Lauf der vergangenen Jahre zu einem überwiegend muslimischen Stadtteil entwickelt. Die Juden sahen sich immer stärkeren Anfeindungen ausgesetzt.

    ..

    „Mit einer Kippa umherzulaufen, ist in vielen europäischen Städten gefährlich“, so Rubinfeld.

    Als vor ein paar Jahren die Islamkritiker darauf hinwiesen, war’s rechtsextrem.

    • 22. Januar 2013 um 12:52 Uhr
    • Mamas Liebling
  51. 58.

    OT – Sandmonkey strikes back (leider arabisch):

    Mr. President Mohamed Morsi, you are the president of Egypt. You have to understand the meaning of this well and stop insulting us.

    http://www.sandmonkey.org/2013/01/13/%d8%b9%d9%86-%d8%a7%d9%84%d8%a8%d9%84%d8%a7%d8%ba-%d8%a7%d9%84%d9%85%d9%82%d8%af%d9%85-%d8%b6%d8%af-%d9%85%d8%ad%d9%85%d8%af-%d9%85%d8%b1%d8%b3%d9%8a-%d8%a8%d8%aa%d9%87%d9%85%d8%a9-%d8%a7%d9%87%d8%a7/

    • 22. Januar 2013 um 12:57 Uhr
    • Serious Black
    • 22. Januar 2013 um 14:43 Uhr
    • Serious Black
  52. 60.

    Hat den Holm der Schlag getroffen?

    • 22. Januar 2013 um 14:53 Uhr
    • MRX
  53. 61.

    *Muha* :-)

    Na, das wollen wir doch mal nicht hoffen. Meinte er nicht, er sei bis Dienstag abend verreist?

    • 22. Januar 2013 um 14:59 Uhr
    • MM
  54. 62.

    61
    „*Muha* :)
    Was ist denn so erheiternd an der Frage?

  55. 63.

    Nüschts. Ich amüsierte mich über den Bezug zu #59.

    • 22. Januar 2013 um 15:11 Uhr
    • MM
  56. 64.

    „Mit einer Kippa umherzulaufen, ist in vielen europäischen Städten gefährlich“, so Rubinfeld.

    Als vor ein paar Jahren die Islamkritiker darauf hinwiesen, war’s rechtsextrem.

    @ FSML

    Nein, Sie sind zu bescheiden. Denn Sie waren es, der schon damals linksrotgrünfaschistische Mainstream-Blätter wie die taz souverän vor sich hergetrieben hat:

    Fazit des Versuches: In Neukölln habe ich mich stellenweise unsicher gefühlt, in Lichtenberg unwohl. In beide Gebiete würde ich mich mit einer Kippa auf dem Kopf abends oder in Nebenstraßen nicht trauen.
    Zwar nimmt mich ein Großteil der Passanten überhaupt nicht wahr. Aber immer wieder ernte ich ungläubige Blicke.

    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2007/03/02/a0203

    • 22. Januar 2013 um 15:15 Uhr
    • N. Neumann
  57. 65.

    @ MM

    Nüschts.

    Wenn Sie schon den Tonfall von Vollpfost-City nachahmen wolen, dann bitte richtig.

    • 22. Januar 2013 um 15:16 Uhr
    • MRX
  58. 66.

    Jrade haick ooch ma nachem verlustig jejangenen Cem jegeoogelt unt’en nüch jefunden.

    • 22. Januar 2013 um 15:24 Uhr
    • N. Neumann
  59. 67.

    @ NN

    Gehört ein d in jefunden?

    • 22. Januar 2013 um 15:29 Uhr
    • MRX
  60. 68.

    @ MR

    Ja.

    Eher wird manchmal das nicht bzw. nüscht zum ni verschluckt.

    • 22. Januar 2013 um 15:39 Uhr
    • N. Neumann
  61. 69.

    Bei jefunden ist – wenn – tendenziell das zweite e nicht mehr zu findn.

    • 22. Januar 2013 um 15:43 Uhr
    • N. Neumann
  62. 70.

    @ NN # 68

    Ist das nicht ein Saxonizismus?

    • 22. Januar 2013 um 15:44 Uhr
    • MRX
  63. 71.

    @ NN # 68

    Ist das nicht ein Saxonizismus?

    @ MR

    Möglicherweise handelt es sich dabei um einen Ostberliner-Brandenburger Einfluss, ist ja kein nüö oder nöü.

    • 22. Januar 2013 um 15:58 Uhr
    • N. Neumann
  64. 72.

    Auch ist ja nüscht nicht so richtig nahe am nischds.

    • 22. Januar 2013 um 16:02 Uhr
    • N. Neumann
  65. 73.

    Irgendetwas im Schwa-Bereich

    • 22. Januar 2013 um 16:02 Uhr
    • MRX
  66. 74.

    I sag nons mei.

    • 22. Januar 2013 um 16:03 Uhr
    • MRX
  67. 75.

    Irgendetwas im Schwa-Bereich

    Als schwaches Schwa.

    Im Kölschen und Ripuarisch-Limburgischen kommen folgende Varianten vor: unbetonter Auslaut, zum Beispiel in poppe [ˈpɔpə], Lääve [ˈʟæːvə]
    unbetonter Inlaut, zum Beispiel in pisselisch [ˈpizəlɪʃ]
    unbetonter optionaler Inlaut, zum Beispiel in Kerresch [ˈkeʀːəʃ], Kersch [ˈkeʀːʃ]

    An Kerresch oder Rallef erkennt man die Könner.

    • 22. Januar 2013 um 16:13 Uhr
    • N. Neumann
  68. 76.

    67
    „Gehört ein d in jefunden?“

    Mit meiner unzweifelhaften Qualifikation aufgrund langjähriger Intensivbetreuung eines Phonetikers und mit Juhnke und Hallervorden im Ohr behaupte ich, es heißt: „jefunnn“ – wobei die Dauer der auslautenden Nasale von der generellen Ausdruckskraft des Sprechenden (möglicherweise auch von seinem Alkoholpegel)und seiner Ausdauer, bzw. der Kraft seines Zungenmuskels abhängt.

  69. 77.

    @ NN

    Isch halt dat för Tinnef.

    • 22. Januar 2013 um 17:54 Uhr
    • MRX
  70. 78.

    @43, 44 publicola

    herzlichst gedankt für beides :-)

  71. 79.

    67
    “Gehört ein d in jefunden?”

    Mit meiner unzweifelhaften Qualifikation aufgrund langjähriger Intensivbetreuung eines Phonetikers und mit Juhnke und Hallervorden im Ohr behaupte ich, es heißt: “jefunnn” – wobei die Dauer der auslautenden Nasale von der generellen Ausdruckskraft des Sprechenden (möglicherweise auch von seinem Alkoholpegel)und seiner Ausdauer, bzw. der Kraft seines Zungenmuskels abhängt.

    @ KC

    Da ich in Berlin lebe, bin ich mir sehr sicher, dass Sie hier Juhnke über Normalpegel im Ohr haben. Sie können dazu ooch unta Berlinerisch jefunden joogeln, dit jibt jleich mehrere Treffa für die beeden Wörta.

    Jefunnn ohne d ist im Normalfall eher nuscheliges Ripuarisch (anstatt jefunde). Möglicherweise haben Sie auch das dabei im Hinterkopf.

    • 22. Januar 2013 um 19:30 Uhr
    • N. Neumann
  72. 80.

    67
    Na, jut!
    You win!
    Wird wohl eine Juhnke-/Hallervorden-Variante in meinem Ohr sein – der ripuarische Tonfall ist anders.

  73. 81.

    Wird wohl eine Juhnke-/Hallervorden-Variante in meinem Ohr sein

    @ KC

    Hallervorden lallt nicht.

    – der ripuarische Tonfall ist anders.

    Op jede Fall. Aber jrade bei jefunde(n) jibbet / jibtet ne Ähnlichkeit.

    Das Berlinerische weist in einigen Eigenarten Parallelen zum Kölnischen („Kölsch“) auf, das ebenfalls starke Züge eines Metrolekts trägt und über Jahrhunderte durch Zuwanderung geprägt wurde (z. B. die charakteristische Anlautverweichung, beispielsweise jut, jehen, Auslautverhärtung wat?).

    http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Dialekt

    • 22. Januar 2013 um 19:51 Uhr
    • N. Neumann
  74. 82.

    (Natürlisch wollte isch Fallll jeschriebe hann.)

    • 22. Januar 2013 um 19:55 Uhr
    • N. Neumann
  75. 83.

    81
    „Hallervorden lallt nicht.“
    Nein, nicht zwangsläufig: aber in vielen Rollen, in denen ich ihn über die Jahre gesehen habe.

    Ansonsten: Danke für das phonetische Update!

    „Jrade haick ooch ma nachem verlustig jejangenen Cem jegeoogelt unt’en nüch jefunden.“

    Im Dialekt, der in meiner Kindheit an meine Ohren drang wäre das so in etwa:
    Isch han uchemo nohm … Cem iguchelt un hannen net ifunne.
    Für die volle Schönheit dieser Laute bräuchte ich eine phonetische Tastatur. 😉

  76. 84.

    Mali – Touareg – MNLA – Islamisten: Ansar al Dine – Saudi-Arabien

    Dass die Tuareg gegen die Regierung in den Krieg ziehen, ist nichts Neues in Mali. Dabei sind sie nur eine Minderheit im Norden des Landes. Viele wollen keinen Tuareg-Staat – und sind zornig darüber, dass die Rebellen radikale Islamisten im Schlepptau hatten.

    Artikel: „Krieg in Mali – Wut auf die Berufsrevolutionäre“
    von Thomas Scheen
    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/krieg-in-mali-wut-auf-die-berufsrevolutionaere-12033012.html

  77. 85.

    – Mali: Aufruf von Claus Leggewie –

    Mali war einmal der Beweis dafür, dass Demokratie auch in einem bitterarmen Land möglich ist. Heute droht ihm und seiner Kultur der Würgegriff des Islamismus. …

    Den Aufruf von Bernard-Henri Lévy „Warum wir die Pflicht haben, Mali zu schützen“ habe ich gelesen, zustimmend.

    Von deutschen Kulturschaffenden hörte ich wenig – lediglich den Einwand, dass Frankreich wieder einen neokolonialen Alleingang mache.
    Oder den wohlfeilen Hinweis, dass man eine politische Lösung bevorzuge.
    Oder prinzipielle Bedenken gegen die von den UN statuierte „Responsibility to protect“.

    Wir reden, als seien wir an Westerwelles Stelle.

    Frankreich bleibt allein, und
    die westafrikanische Intervention kann ihre Schutzverantwortung nicht wahrnehmen,
    solange Malis Sicherheit nicht auch unsere Sache wird.

    Die erforderliche politische Lösung setzt eine Regierung des Staates Mali voraus, und
    deren demokratische Legitimation wird es nur geben,
    wenn Timbuktu nicht zerstört wird und
    die Musik wieder gespielt werden kann.

    Aufruf von Claus Leggewie
    „Mali: Wo Musik der Freiheit Nahrung ist“
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/mali-wo-musik-der-freiheit-nahrung-ist-12033069.html

  78. 86.

    Aufruf von Bernard-Henry Lévy

    Aus vielen Gründen halte ich die französische Intervention in Mali für eine gute Sache.

    Erstens verhindert sie die Bildung eines terroristischen Staates im Herzen Afrikas und vor den Türen Europas … wir [haben] es mit einer regelrechten Armee von Kriminellen zu tun – organisiert, trainiert, furchteinflößend.

    Die Intervention vereitelt zweitens die wahren Kriegsziele von Ansar Dine, die weit über Mali hinausreichen: die Stärkung der islamistischen Kampfzellen, die im westlichen Mauretanien und im östlichen Niger operieren; den Zusammenschluss mit den Kämpfern von Boko Haram im Süden, dieser islamistischen Wahnsinnsbewegung, die in Nigeria den Tod sät; das Abtrennen der darunter gelegenen Region durch eine Achse des Verbrechens, die zu zerschlagen ohne den aktuellen Einsatz beinahe unmöglich gewesen wäre.

    Die Intervention bekräftigt außerdem den Gedanken einer internationalen Schutzpflicht, die bereits als Grundlage des Einsatzes in Libyen fungierte. Für die Anhänger der Pflicht, sich einzumischen, für all diejenigen, die glauben, dass die Demokratie nicht da endet, wo der Terrorismus beginnt, ist es ein Fortschritt.

    Schließlich bestätigt die Intervention auch die hervorragende Rolle Frankreichs, das in vorderster Reihe für die Demokratie kämpft …

    Quelle: FAZ
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/bernard-henri-levy-warum-wir-die-pflicht-haben-mali-zu-schuetzen-12026053.html

  79. 87.

    Appel de Bernard-Henry Lévy

    L’intervention française au Mali est une bonne chose pour, au moins, cinq raisons.

    1. Elle donne un coup d’arrêt à l’instauration d’un Etat terroriste au cœur de l’Afrique et aux portes de l’Europe … on avait bien affaire à une armée du crime – organisée, entraînée, redoutable.

    2. Elle met en échec ce qui, au-delà du Mali, était le vrai but de guerre d’Ansar Dine : renforcer les cellules islamistes opérant, à l’Ouest, en Mauritanie et, à l’Est, au Niger ; faire la jonction, au Sud, avec les combattants de Boko Haram, ce mouvement islamiste fou qui sème la mort au Nigeria ; cisailler, ainsi, la sous-région par un axe du crime qu’il eût été, sans l’opération d’aujourd’hui, presque impossible de briser.

    3. Elle confirme, sur le plan des principes, ce devoir de protection qu’avait déjà établi l’intervention en Libye … pour les partisans du devoir d’ingérence … pour tous ceux qui pensent que la démocratie n’a pas plus de frontières que n’en a le terrorisme, c’est une avancée …

    5. Elle redit, enfin, le rôle éminent de la France, en première ligne de la lutte pour la démocratie …

    source: page Web LA RÈGLE DE JEU
    http://laregledujeu.org/bhl/2013/01/15/guerre-au-mali-bravo-hollande/

  80. 89.

    @all

    bitte um ernsthafte antworten.

    weiß wer, wo cem abgeblieben ist?

  81. 90.

    würde mich auch sehr interessieren

  82. 91.

    da hats mal den hinweis gegeben auf

    http://blogs.the-american-interest.com/garfinkle/2013/01/21/what-the-algerian-attack-was-really-about/

    die argumentation ist – in sich – nachvollziehbar.
    was mich da verwirrt ist, dass hier in erster linie geostrategische aspekte angesprochen werden, dabei aber m.e. die interessen einzelner personen oder gruppen im hinblick auf ihre verhaltensmotivation eben nur aus dieser perspektive betrachtet werden. in dem fall die perspektive der algerischen militärs.
    was aber ist mit der gegenseite: soll ich da in deren verhalten nur hehre ziele reininterpretieren?
    also: wir machen etwa beim drogenhandel mit, damit es uns allen dann mit dem verdienten geld besser geht? und gleichzeitig bezahlen wir freiwilligen dann – wieviel war’s noch – ein paar kröten?
    sorry, aber da will mein informationsverarbeitungssystem nicht mehr mitmachen.

  83. 92.

    und wie meine gedanken nun mal aktuell sind: die da die fäden in der hand halten, sind – bis auf wenige ausnahmen – genauso warlords wie in afg, kriminelle, denen das schicksal ihrer mitbürger am … vorbeigeht. und die interessiert auch nicht, was denn nun in manchen think tanks über sie gedacht wird.
    an sie möglicherweise killende drohnen denken die gar nicht, denn der raum, in dem sie sich bewegen können, ist nahezu unendlich.

  84. 94.

    VIVE LA FRANCE!

    Ich finde, das muß hier heute auch noch mal gesagt werden!

    Oder besser noch in den Worten von Angela Merkel, die schon einigen Gelegenheit zur Korrektur gaben:
    http://www.youtube.com/watch?v=_iQhzEL1SFU
    (bei 1.15)
    Das wird der Freundschaft keinen Abbruch tun.

  85. 95.

    93
    Einen herzlichen Gruß an Cem, falls er mitliest.

  86. 96.

    was aber ist mit der gegenseite: soll ich da in deren verhalten nur hehre ziele reininterpretieren?

    @ aj (daneben auch SB)

    Wenn und was (alles) meinen Sie mit Gegenseite?

    Abgesehen davon verstehe ich nicht ganz, was Garfinkle genau will. Die Bemerkungen zum algerischen Militär und zum jüngeren historischen Hintergrund Algeriens vertiefen den Blick auf das Geschehnis und sind recht gelehrt. Ich aber auch den Eindruck, dass Garfinkle einem gewissen Distinktionsbedürfnis nachgeht, indem er ein bisschen so tut, als sei Algerien der Dreh- und Angelpunkt des Konfliktgeschehens in der erweiterten Region. So ist etwa der Hinweis auf das Wirken von Dschihad-Veteranen (die in Afghanistan waren und/oder am algerischen Bürgerkrieg der 90er teilgenommen haben) richtig. Allerdings zieht es Dschihadisten gleichsam natürlich in Gebiete, in denen Staatlichkeit schwach ausgeprägt oder überhaupt nicht vorhanden ist – was man auch daran erkennen kann, dass dem selbst dann so ist, wenn es dort an Sympathisanten und Rekruten vergleichsweise mangelt.

    Zumal kann man Garfinkles Hinweis, dass die Mehrheit der Flughafen-Angreifer Algerier waren, auch ein wenig banalisieren und umdrehen: Über bessere Ortskenntnisse in Algerien dürften Algerier wohl verfügen, und ein nennenswerter Teil der Angreifer war offenbar nicht algerischer Nationalität.

    • 22. Januar 2013 um 23:19 Uhr
    • N. Neumann
  87. 97.

    Thomas Scheen erhellt die näheren Hintergründe des Konflikts in (Nord-)Mali:

    Krieg in Mali

    Wut auf die Berufsrevolutionäre

    Dass die Tuareg gegen die Regierung in den Krieg ziehen, ist nichts Neues in Mali. Dabei sind sie nur eine Minderheit im Norden des Landes. Viele wollen keinen Tuareg-Staat – und sind zornig darüber, dass die Rebellen radikale Islamisten im Schlepptau hatten.

    Von THOMAS SCHEEN, BAMAKO

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/krieg-in-mali-wut-auf-die-berufsrevolutionaere-12033012.html?selectedTab=article&offset=4&action=piav&articleCid=1.2033012

    • 22. Januar 2013 um 23:22 Uhr
    • N. Neumann
  88. 98.

    cem
    Cem ist mir heute auch schon in den sinn gekommen. Wenn du liest gib uns ein zeichen cem.

    • 22. Januar 2013 um 23:24 Uhr
    • ernsthaft
  89. 99.

    97 tuareg
    Eine minderheit im norden ? Was versteht man unter norden ? Die gebiete nördlich von timbuktu sind soweit ich weiß tuareg land.

    • 22. Januar 2013 um 23:27 Uhr
    • ernsthaft
  90. 100.

    Im Dialekt, der in meiner Kindheit an meine Ohren drang wäre das so in etwa: Isch han uchemo nohm … Cem iguchelt un hannen net ifunne.

    @ KC

    Klingt nach moselfränkischer Dialektgruppe. Stimmt’s?

    • 22. Januar 2013 um 23:28 Uhr
    • N. Neumann
  91. 101.

    PS zu 94
    „Seit die Sozialisten die Wahl gewonnen haben, fühle ich wieder viel stärkere Affinität zu Deutschland.“ sagte der, der schon so lange in Frankreich lebt wie wir offiziell befreundet sind: Karl Lagerfeld.
    Dépardieu läßt grüßen!

  92. 102.

    100
    „Klingt nach moselfränkischer Dialektgruppe. Stimmt’s?“
    Stimmt. Untergruppe „Wäller Platt“ laut Wikipedia.
    Der Rhein ist 10 km entfernt, die Mosel 30 und der Westerwald beginnt gerade. Die Unterschiede von Ort zu Ort sind erheblich.
    Wenn man auf einen authentischen Sprecher des Dialekts trifft – und da gibt’s noch einige von -, fallen einem die Ohren ab. :)

  93. 103.

    Die Unterschiede von Ort zu Ort sind erheblich.

    @ KC

    Ja.

    Ich kenne aus meiner Jugend die Ecke oberhalb von Hennef, kurz vor der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz, die auch fast genau als Dialektgrenze definiert wird. Der Sound direkt oberhalb von Hennef klingt noch stärker nach Rheinisch („Landkölsch“) als nach Wäller Platt, hat aber schon dessen Anklänge. Etwas weiter in den Westerwald rein, ein paar Dörfer weiter hinter der Landesgrenze, ist das Rheinische dann schon deutlich schwächer.

    • 23. Januar 2013 um 00:37 Uhr
    • N. Neumann
  94. 104.

    @ SB, MRX

    Nur ein paar Psychos von Breschnews (pp.) Katalogbräuten:

    MOSCOW, January 23 (RIA Novosti) – A total of 77 Russian citizens, mostly women and children, were flown back on Wednesday from Beirut after fleeing Syria by land

    the Russians were met by medical personnel, psychologists and immigration officials.

    The evacuees include Russian women who have married Syrians, their children and husbands who have acquired Russian citizenship.

    According to the Russian Embassy in Syria, a total of 81 people were on the list of Russian nationals wanting to go to Russia, as of Tuesday…

    The embassy has told RIA Novosti that 8,008 Russian nationals are registered in its official lists, but diplomatic sources have estimated that about 25,000 more Russian women married to Syrians live in the country without registering at Russian consular services.

    http://en.rian.ru/russia/20130123/178962800/Russia-Evacuates-77-Nationals-from-Syria.html

  95. 105.

    (@ NN: In Bewusstsein der Quelle, sowie: Geraune bedingt, dass es wenig konret wird.)

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1982061/

    Es soll das Warnsignal sein und es ist kein Zufall, dass das in Algerien passiert, denn die Gruppe, die das gemacht hat, ist eine sehr dubiose Geschichte. Das sind die Nachfolger der ehemaligen GSPC, der Groupe Salafiste pour la Prédication et le Combat, die sich inzwischen in El Kaida des islamischen Maghreb umbenannt haben und die immer an der langen Leine des algerischen Geheimdienstes geführt worden sind. Und der Mensch, der dieses Unternehmen gestartet hat, Mokhtar Belmokhtar, ist ein alter Agent des Geheimdienstes.

    Tobias Armbrüster: Sie meinen, es gibt nach wie vor Verbindungen zwischen dieser Terroristengruppe und dem algerischen Geheimdienst?

    Ruf: Dessen bin ich ganz sicher, und es gab in Algerien eine lange Auseinandersetzung. Bis unmittelbar vor Gewährung der Überflugrechte hatte Algerien sich gegen jede Militärintervention gewendet. Das heißt, starke Kräfte innerhalb dieses Staatsapparates waren dagegen, und die stärksten Kräfte sind nun mal der Sicherheitsdienst. Und dann hat wohl Bouteflika aufgrund einer Geste gegenüber Frankreich entschieden, dass diese Überflugrechte gewährt werden, und von daher ist es eigentlich kein Zufall, dass postwendend in Algerien was passieren musste.

    Armbrüster: Wie stark sind denn die Islamisten in Algerien?

    Ruf: Die Islamisten ist ein großes Spektrum und ich meine, das was wir heute sehen, dieser Terror im gesamten Sahelraum, ist auch die Folge des algerischen Bürgerkrieges und der dortigen Auseinandersetzungen, wo damals – das klingt jetzt sehr verschwörungstheoretisch; ich weiß aber, man könnte das in vielen Einzelheiten nachweisen – der algerische militärische Sicherheitsdienst islamistische Banden aufgebaut hat, um die Bevölkerung zu terrorisieren, um die politischen Islamisten zu diskreditieren. Und das ist einer der Ausläufer und der Ausleger davon, die jetzt da in Algerien aktiv geworden sind.

    • 23. Januar 2013 um 15:05 Uhr
    • MM
  96. 106.

    Dazu auch (bei aller Vorsicht): Jeremy Keenan* im Gespräch mit Telepolis (bei etwas zu reißerischem Aufhänger):

    Jeremy Keenan über Al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQIM) und warum sie vermutlich ein nützliches Schreckensgespenst, kreiert von Geheimdiensten, ist.

    http://www.heise.de/tp/artikel/33/33229/1.html

    * wikipedia.org/wiki/Jeremy_Keenan (en)

    • 23. Januar 2013 um 15:12 Uhr
    • MM
  97. 107.

    @ MM

    Für weiteres Quellenbewusstsein, ös löbe dör Öndiümberiölüsmus:

    http://www.schattenblick.de/infopool/politik/fakten/pffr0001.html

    • 23. Januar 2013 um 19:03 Uhr
    • N. Neumann
  98. 108.

    @MM

    „“Wie wurde das gemacht? Die GIA war ja kein Fußballclub, dem man einfach beitreten konnte.

    Jeremy Keenan: In den Jahren um 1994 und 1995 waren sowohl das Militär, der Sicherheitsdienst, als auch die Islamisten in der „Schwarzen Ökonomie“ tätig.

    Sie meinen damit den Schmuggel von Lebensmitteln, Waffen und Drogen?

    Jeremy Keenan: Ja, das war eine verwickelte, düstere Angelegenheit. Ein Crossover würde man heute sagen, bei dem es um viel Geld ging, weniger um ideologische oder politische Inhalte. Man kannte sich und tat sich gegenseitig kleinere und größere Gefallen. So kommen die Kontakte zwischen den eigentlich verfeindeten Parteien zustande. „“

    http://www.heise.de/tp/artikel/33/33229/1.html

    kriminelle, die nix anderes im kopf haben als ihren eigenen geldbeutel und ruhe in der gegend für

    https://www.youtube.com/watch?v=fkdIliJKEAg

  99. 109.

    @mm

    “”Wie wurde das gemacht? Die GIA war ja kein Fußballclub, dem man einfach beitreten konnte.

    Jeremy Keenan: In den Jahren um 1994 und 1995 waren sowohl das Militär, der Sicherheitsdienst, als auch die Islamisten in der “Schwarzen Ökonomie” tätig.

    Sie meinen damit den Schmuggel von Lebensmitteln, Waffen und Drogen?

    Jeremy Keenan: Ja, das war eine verwickelte, düstere Angelegenheit. Ein Crossover würde man heute sagen, bei dem es um viel Geld ging, weniger um ideologische oder politische Inhalte. Man kannte sich und tat sich gegenseitig kleinere und größere Gefallen. So kommen die Kontakte zwischen den eigentlich verfeindeten Parteien zustande. “”

    hxxp://www.heise.de/tp/artikel/33/33229/1.html

    kriminelle, die nix anderes im kopf haben als ihren eigenen geldbeutel und ruhe in der gegend für

    https://www.youtube.com/watch?v=fkdIliJKEAg

  100. 110.

    @96 nn

    aus dem artikel von garfinkle habe ich einiges über die geschichte algeriens und der bedeutung des algerischen militärs gelernt.
    das ist aber bei mir so rübergekommen als wenn da ansonsten nix in der wüste wäre, was für algerien nicht auch von bedeutung wäre. das haben sie vielleicht auch mit
    „indem er ein bisschen so tut, als sei Algerien der Dreh- und Angelpunkt des Konfliktgeschehens in der erweiterten Region.“
    gemeint.
    ich bin nun laie, aber der folgende link reicht ja schon aus, um die komplexität der unterschiedlichen gruppen in der region darzustellen, auch wenn das im link nur auf mali bezogen ist:
    http://www.aljazeera.com/indepth/features/2013/01
    /20131139522812326.html
    das meinte ich mit gegenseite.

    was mich nun aktuell zusätzlich zu den auswirkungen geopolitischer interessen (z.b. stichwort africom) interessiert, ist inwieweit solche interessen für das verhalten der in südmali lebenden bevölkerung überhaupt bedeutsam sind. welche bedeutung spielt etwa das kollektive gedächtnis bei
    hxxp://www.nzz.ch/aktuell/international/schwarze-gegen-weisse-in-mali-1.17956077#
    gibts da in dem konflikt was, was bisher nicht aufgearbeitet wurde?

  101. 111.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/mali-franzosen-ruecken-vor-einwohner-fuerchten-islamisten-trotzdem-a-879790.html

    „Krieg in Mali: „Die Franzosen haben uns gerettet““

    Das nimmt ja immer mehr Onkel-Tom-artige Züge an.

    Nippes retten läuft besser als Nation-building; das dürfte eine Grundregel sein, die es sich zu merken lohnt. Frankreich sollte das Zeitfenster der Glückseligkeit ausnutzen, um seine schlecht integrierten Malinesen jetzt schnell nach dorthin loszuwerden.

  102. 112.

    „Hundreds of thousands of Malians are now fleeing rebel-held areas in the north. The UN expects as many as 700,000 civilians will be displaced by the fighting. Many will arrive in neighbouring Mauritania, where refugee camps are already dangerously overcrowded.“

    Also: Nach Mauretanien fliehen Leute, die so aussehen wie Tuareg, vor der Rache aus der vereinten Nippes-Louvre-Front.

    http://www.youtube.com/watch?v=XsMGqdNDhpc

  103. Kommentar zum Thema

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