Ein Blog über Religion und Politik

Der saudische Autor Turki Al-Hamad muss freigelassen werden!

Von 25. Januar 2013 um 16:45 Uhr

Turki Al-Hamad ist schon seit vielen Jahren einer meiner Lieblingsautoren. Lange vor dem so genannten Arabischen Frühling hat der saudische Liberale - ja, sowas gibt es - fulminante Plädoyers für eine kulturelle, religiöse und politische Öffnung gehalten. Immer war die Notwendigkeit einer arabischen Selbstkritik sein Thema. Seine Romane über die Entwicklung des Helden Hisham Al-Abir gehören zu den aufregendsten der arabischen Gegenwartsliteratur. Leider konnte ich nur die ersten beiden aus seiner Trilogie lesen, die es auch auf Englisch gibt (der erste - "Adama" ist sogar mal ins Deutsche übersetzt worden, eine Schande, dass die beiden anderen nicht folgten).

Turki

Ich habe vor Jahren auch einmal versucht, Kontakt aufzunehmen und Turki Al-Hamad als Autor zu gewinnen. Leider kam keine Reaktion. Ich schloss daraus, dass die Lage vielleicht zu heikel war. Es ist eines, die Situation in der arabischen Presse zu kritisieren, die ja vielfach auch aus saudischen Quellen finanziert wird. Und ein anderes, das in ausländischen Medien zu tun.

Nun ist Turki Al-Hamad verhaftet worden. Am 24.12.2012 haben die saudischen Behörden ihn festgenommen. Es gibt keine öffentliche Anklage. Aber man muss annehmen, dass eine Reihe von Tweets den Hintergrund der Verhaftung abgeben. Qantara.de berichtet:

Nicht zuletzt wandte sich al-Hamad in seinen Tweets gegen die in seiner Heimat dominierende, extrem strikte wahhabitische Doktrin: "Weil ich ein Muslim in der Nachfolge Mohammeds bin, lehne ich den Wahhabismus ab", lautete eine seiner Botschaften, eine andere, noch wesentlich brisantere postulierte: "So wie unser geliebter Prophet einst gekommen ist, um den Glauben Abrahams wieder ins Lot zu bringen, ist nun die Zeit gekommen, da wir jemanden brauchen, der den Glauben Mohammeds wieder ins Lot bringt."

Provokation und politische Herausforderung für das saudische Herrscherhaus: "Weil ich ein Muslim in der Nachfolge Mohammeds bin, lehne ich den Wahhabismus ab", ließ Turki al-Hamad per Twitter verlautbaren. Anderweitig hatte al-Hamad sich scharf über den Aufstieg islamistischer Parteien in der arabischen Welt geäußert: "Ein neues Nazitum erhebt sein Gesicht über der arabischen Welt, und sein Name ist Islamismus. Aber die Zeit des Nazismus ist vorüber, und im Osten wird wieder die Sonne aufgehen."

Die Bundesregierung ist dabei, dem saudischen Königshaus bei der Aufrüstung zu helfen. Sie sollte deutlich machen, dass solche Geschäfte der deutschen Öffentlichkeit schwer zu vermitteln sind, wenn das Land die Menschenrechte mit den Füßen tritt.

Klingt naiv? Ich denke, der vermeintliche "Realismus" der Stabilitätspolitik hat sich in den letzten Jahren als naiv erwiesen. Im Nahen Osten steht kein Stein mehr auf dem anderen, weil wir auf die falschen Stabilisatoren gesetzt haben.

Da diese Regierung das freiwillig natürlich nicht tun wird, muss die Öffentlichkeit ihr klar machen, dass es nicht gleichgültig ist, ob Autoren wie Turki Al-Hamad mundtot gemacht werden. Das ist eine Lektion zwei Jahre nach dem Beginn des Arabischen Frühlings: Man kann Bücher verbieten, Twitterer wegsperren und Dissidenten foltern. Am Ende nützt es nichts.

p.s. Wer sich über den Autor und seine öffentlichen Interventionen ein Bild machen will, guckt hier.

Kategorien: Allgemein, Menschenrechte
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Letzter Satz ein: ein ‚l‘ zuviel; „ölffentlichen“ – oder pun intended ?

  2. 2.

    Wieviel Öl liefert Saudi-Arabien eigentlich noch nach Deutschland?
    Könnten wir darauf verzichten? Würden wir wieder ein Intervall-Autostop akzeptieren.Möchten wir wirklich den Saudis die Leviten lesen und auch dort einen „Frühling der Demokratisierung“ herbeiwünschen?
    Schließen wir alle saudischen Bildungs- und Begegnungsstätten, die das totalitäre Königshaus finanziert und mit Personal ausstattet?
    Warum eigentlich nicht? Was, außer Öl, hat dieses Land zu bieten?Kapital, nehme ich an?
    Arabische Systemkritiker haben schlechte Karten, fürchte ich.

    • 25. Januar 2013 um 17:48 Uhr
    • Marit
  3. 3.

    „ist nun die Zeit gekommen, da wir jemanden brauchen, der den Glauben Mohammeds wieder ins Lot bringt.”“

    Brisanz und Elend stecken in diesem Satz. Wenn man zur Kritik anachronistischer Zustände in einem Land – und sei es quasi ein ‚Vatikan*‘ – gleich die Lehre eines Eins-Komma-Soundsoviel-Mrd. fach verehrten Propheten vom Kopf wieder auf die Füsse stellen muss, dann ist die Aufgabe so titanisch, dass man sich die Aussicht, dem Anachronismus beizukommen, wohl als elend vorstellen kann.

    *den es natürlich im Islam nicht gibt

    Brisant ist die Sache insofern, als im Zeichen eines Anliegens, „den Glauben Mohammeds wieder ins Lot“ zu bringen, allerlei konkurrierende Kräfte unterwegs sind, angesichts derer: Unheil zwar auch, aber eben keineswegs nur: von den aktuellen Lordsiegelbewahrern ausgeht.

    Die Erben Khomeinis, diverse jihadistische Fraktionen, die Ahmadiyya … Verfolgte und Attackierende aller Art haben ihre Anliegen unter kein geringeres Banner gestellt; und im Kern geht es den Ambitioniertesten auch ausgerechnet darum, das Lot der Lehre auf der Halbinsel – wieder, oder überhaupt – korrekt einzujustieren.

    Wenn man sich Turki Al-Hamad im Auge eines Sturmes vorstellt, dann wird klar, dass sein Anliegen Gegenstand eines Machtkampfes ist, der in einem weiten Bogen rund um Saudi-Arabien bereits ausgetragen wird, bzw. sich zur Austragung anschickt.

    „Im Nahen Osten steht kein Stein mehr auf dem anderen, weil wir auf die falschen Stabilisatoren gesetzt haben.“ Bei allem Verdienst, den Blick auf einen mutigen Menschen und eine widerständische Szene in Saudi-Arabien zu lenken:

    Aber das nahöstliche Ausagieren von Korrektur-, Befreiungs-, Revanche- und was auch immer für Projekten – und namentlich deren blutige und wenig gutes versprechenden Verläufe – sind dortselbst: home-grown.

    Keine noch so geniale Partnerwahl vonseiten des Westens hätte Einsicht und Kompetenz zum Thema Menschenrechte und repräsentative Regierungsführung magisch beflügeln können. Diese Sicht ist ihrerseits anachronistisch-paternalistisch und wo sie hinführt, kann man derzeit auch sehen.

    Der Westen hatte die meiste Zeit lediglich die Wahl, anachronistische Monarchien reich zu machen, oder baathistische (bzw. sonstwie Möchte-gern-faschistische Herrscherhäuser).

    Anders als im Falle eines Idi Amins konnte man da halt nicht mal eben dem Nachbarn zuzwinkern, um das abzuändern. Nicht im Kalten Krieg und nicht bei solch ambitionierten Nachbarn und Gegenkräften, wie sie rund um die bewusste Halbinsel aufgestellt waren und sind.

    @Marit

    Aus dem Öl ist Kapital geworden (nach den goldenen Badewannen) und das Öl brauchen Inder und Chinesen noch einen Zacken dringender, als der Westen – inzwischen.

    Wo der Westen über die Turbulenzen von Schah-Sturz und Saddams Ausschreitungen und Beseitigung, den Monarchien treu geblieben ist, da hat sich das Band der Lieferabhängigkeit – Technologie-bedingt und getrieben von politischem Willen – vom Westen entfernt.

    Geblieben sind Kapitalanteile und auf Rüstungsgüter gerichtete Beschaffungsinteressen. Einen klassischen „Partner“ hat der Westen dort nicht mehr.

  4. 4.

    Ein anderer Turki hat es wieder eher mit handfesten Interessen, wobei der Glaube aber auch eine Rolle spielt. Hier wohl aber eher im Sinne von bewahren.

    „“What is needed are sophisticated, high-level weapons that can bring down planes, can take out tanks at a distance. This is not getting through,“ said Prince Turki al-Faisal, a former intelligence chief and brother of the Saudi foreign minister. …

    „I’m not in government so I don’t have to be diplomatic. I assume we’re sending weapons and if we were not sending weapons it would be terrible mistake on our part,“ the Saudi prince said at the World Economic Forum in Davos, Switzerland.“

    http://english.ahram.org.eg/NewsContent/2/8/63273/World/Region/Saudi-prince-calls-for-Syrian-rebels-to-be-armed.aspx

    Herr Erdogan ist in Davos noch gar nicht gesehen worden. Hoffentlich wird seine mäßigende Stimme nicht allzu sehr fehlen.

  5. 5.

    „Leider konnte ich nur die ersten beiden aus seiner Trilogie lesen, die es auch auf Englisch gibt …“

    Soll das heißen Sie können kein Arabisch – oder wie darf ich das verstehen?

    • 26. Januar 2013 um 06:48 Uhr
    • Jabba
  6. 6.

    “Ein neues Nazitum erhebt sein Gesicht über der arabischen Welt, und sein Name ist Islamismus. ”

    Schreibt der auch bei PI?

    • 26. Januar 2013 um 12:31 Uhr
    • Mamas Liebling
  7. 7.

    der saudische Liberale – ja, sowas gibt es

    Kann ich mir gut vorstellen.

    “So wie unser geliebter Prophet einst gekommen ist, um den Glauben Abrahams wieder ins Lot zu bringen, ist nun die Zeit gekommen, da wir jemanden brauchen, der den Glauben Mohammeds wieder ins Lot bringt.”

    Das ist nicht liberal, und es fasst ein wesentliches Problem der sogenannten Liberalen und Reformer in dieser Kultur zusammen: Sie denken immer noch in Kategorien der Religion, nicht in Kategorien des unabhängigen Denkens. Die Schnittmenge mit westlichem Gedankengut ist damit in der Nähe der Leeren Menge.

    Die Folge: ständig drehen sie sich im Kreis.

    • 26. Januar 2013 um 12:35 Uhr
    • Mamas Liebling
  8. 8.

    @Jabba: Ja.

    • 26. Januar 2013 um 13:07 Uhr
    • joerg lau
  9. 9.

    @ Jörg Lau

    Versuchen Sie doch mal, jemandem von dem Kaliber eines Turki Al-Hamad (bzw. ihn selber, wenn er wieder Frei kommt) und jemanden aus diesem jungen freeminds-Spektrum zu einem Gespräch zusammenzukriegen.

    Also für letzteres Spektrum nicht jemanden von dieser Perser-KPD/ML*, sondern ein junges Gegenstück zu Ihrem unglücklichen Namensvetter Sven.

    Besorgter und verfolgter Inner-Islam-Dissident trifft auf jemanden aus Dritter, oder Vierter Migrations-Generation, die/der den Kanal voll hat.

    *Verzeihung, Genossin Ahadi

  10. 10.

    „Im Nahen Osten steht kein Stein mehr auf dem anderen, weil wir auf die falschen Stabilisatoren gesetzt haben.“

    Den zweiten Teil des Satzes hatte ich bei #3 schon kritisiert. Jetzt frage ich mich, ob man den ersten Teil – vom Autor her auch – so lesen darf, dass da: ‚kein Stein mehr auf dem anderen stehen bleibt‘ ?

    Die Lage auf der Halbinsel* – und die in Sachen Palästina sind durch ein brennendes Syrien, einen wackeligen Puffer Jordanien und einen angekokelten Irak mit einander verbunden. Wann wir wohl auf eine Öffnung des Visiers auf die tatsächlich Ausdehnung dieses Problemspekturms rechnen können ?

    *übrigens: „Al-Jazira (الجزيرة) means „the island“ in Arabic

    In Pakistanischer Kolonial-Schreibweise ist es dann der Sender.

  11. 11.

    Druck auf die Saudis lockert das Gemäuer für Iranische Einbrüche; ein
    Dilemma, welches nicht dem Westen auf das Schuldkonto zu schreiben ist.

    http://www.foreignpolicy.com/articles/2013/01/24/america_s_saudi__arabia_problem_barack_obama?page=full

    „Saudi Arabia’s hostility toward the uprisings in Tunisia and Egypt, and its coordinated efforts to block change in the Gulf and in allied monarchies across the region, works directly against the stated American goal of promoting reform. …

    should the Obama administration attempt serious negotiations with Iran on its nuclear program, it will find a skeptical partner indeed in Riyadh. …

    it sustains and perpetuates a regional order which over the long term is costly to sustain and clearly at odds with American normative preferences. …

    time for Washington to be actively thinking about how to use its very real strategic imperative of reducing its military commitments to the region as leverage over those allies to reform.“

  12. 12.

    Und der Lau zensiert weiter.

    • 28. Januar 2013 um 12:21 Uhr
    • BeIlfruta87
  13. 13.

    @ PT – aber sehr lesenswert und passt auch zu Turki Al-Hamad – noch ein mutiger ‚Muslim‘ (kulturmuslim…):

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/interview-mit-dem-pakistanischen-atomphysiker-pervez-hoodbhoy-a-879319.html

    • 28. Januar 2013 um 12:59 Uhr
    • Zagreus
  14. 14.

    Zensur nix gut!

    Und die Jörg Laus dieser Welt laden die Anhänger dieses neuen Nazitums islamischer Prägung zu kuschligen Gesprächsrunden und Veranstalltungen ein, sie bezeichnen sie als „moderaten Islamisten“ und in ihren Zeitungen stehen Artikel wie: „Der nette Salafist“. Und wenn Unterstützer und Finanziers dieses neuen Nazitums in München ein Islamzentrum bezahlen will, dann stört das auch nicht.
    Aber wenn mal wieder jemand Opfer dieses islamisch geprägten Nazitums wird, wie Turki Al-Hamad, dann werden große Krokodilträchnen vergossen! Und man wundert sich dass:

    „Ich habe vor Jahren auch einmal versucht, Kontakt aufzunehmen und Turki Al-Hamad als Autor zu gewinnen. Leider kam keine Reaktion. Ich schloss daraus, dass die Lage vielleicht zu heikel war.“

    Ja so wirds gewesen sein!

    Islamische Bereicherung in Neuss!

    “Anonym eingesandte Briefe verschwinden im Rathaus schnell im Papierkorb. Dieser nicht. Denn er schildert sehr detailliert die Szene rund um den muslimischen Kulturverein an der Weckhovener Straße – und die Ängste der Anwohner. “Wir fühlen uns ausgeliefert”, heißt es in dem Brief, der an alle Fraktionen und die Mitglieder der Stadtteilkonferenz Weckhoven weitergegeben wurde. Dabei aber bleibt es nicht. “Die Stadt wird Rechtswidrigkeiten nicht tolerieren, sondern im Zusammenschluss mit Polizei und Landesbehörden unterbinden”, kündigt der Beigeordnete Stefan Hahn an…”
    http://www.ngz-online.de/neuss/nachrichten/das-ist-das-gegenteil-von-integration-1.3150334

    • 28. Januar 2013 um 13:06 Uhr
    • BeIlfruta87
  15. 16.

    – Ägypten – die organisierte Opposition NSF (National Salvation Front)
    a – will sich nicht noch einmal von den MB-Islamisten zum Affen machen lassen und
    b – meint es definitiv ernst mit der Forderung nach der Bildung einer Regierung der nationalen Rettung bzw. einer Regierung der nationalen Einheit:

    The National Salvation Front (NSF) has rejected President Mohamed Morsy’s call for political dialogue, arguing that the call failed to include any assurances for a serious discussion.
    The front announced its stance in a press conference at the Wafd Party’s headquarters and was attended by front leaders Mohamed ElBaradei, Amr Moussa and Hamdeen Sabbahi

    Popular Current leader Sabbahi said the NSF is in solidarity with the people of the canal governorates who are currently under a state of emergency.
    “We won’t accept a dialogue that will not benefit Egyptians. We participated in a dialogue with the president before, and that resulted in the issuing of the constitutional declaration. He then called for a dialogue that we rejected, and that yielded nothing as all parties withdrew,“ Sabbahi added.

    Moussa, head of the Conference Party, said the NSF supports „dialogue, but a serious one that benefits the country.”
    ‘We demand guarantees for national dialogue. We have conditions that should be achieved ahead of starting dialogue, which should take place in the name of the Front,” Moussa said.
    Moussa also called for dismissing Prime Minister Hesham Qandil’s Cabinet and forming a national salvation government.

    http://www.egyptindependent.com/news/update-national-salvation-front-rejects-dialogue-invitation

  16. 17.

    – 6-Punkte-Interview mit dem ägyptischen Blogger Alber Saber*) –

    1 – Umstände seiner Verhaftung und Flucht aus Ägypten –

    I did not want to leave [the country], … but many people were suffering because of me and had already suffered enough …
    Congratulations should be offered to those ruling Egypt with backward laws that violate the most basic of human rights.
    When I was released … [a] high rank at the [security] directorate, I don’t know his name, told me not to go back to my neighbourhood because they would be unable to protect me. He was not threatening me …
    We called the police to ask for help since a mob was surrounding our house and threatening me.
    When the police showed up, two hours late, they stayed downstairs until the people started setting fire to the building … The police then decided to arrest me instead of protecting me. The person writing up the report at the police station was being dictated to …
    a junior officer threw me in a normal cell with six criminals.
    [The junior officer] cursed me; he cursed my mother, and then took me to another cell and incited the prisoners against me, telling them that I insulted Islam and Christianity.
    One of them cut my throat with a razor blade. [The officer] … did nothing.
    He took me to a third cell and told the prisoners not to allow me to sleep and to have me sit by the toilet all night …

    2 – Religion –

    eventually I realised that religion was merely a way to find God, but that there were so many different religions, and even inside each religion there were many sects, so why did each claim a monopoly on God? Why did they all claim they were going to heaven and everyone else was not? …
    I started to break out of this limit and think that there might not even be a god at all. I eventually decided that it did not make sense to me and I became an atheist.
    … I have learned that Middle Eastern communities have a trinity of taboos that are not to be spoken about:
    sex, politics and religion …
    My parents knew since I was young that they could not control me and that I do what’s on my mind regardless of what others think … So there was nothing they could do really. Their son is not convinced by their religion and that’s that …
    Religion … should have nothing to do with politics … people should not have to follow [religious jurisprudence] … The people not the clergy should enact laws.
    I believe that we need to break the trinity of taboos I spoke about earlier …

    3 – Säkularismus u. ‚civil state‘ –

    We have a movement here in Egypt called “secularists” for example and they take to the streets and raise awareness about the issue …
    the way to achieve state secularism is through raising awareness …
    We should start political campaigns explaining what the word “secularism” actually means. We need to explain separation of religion and state and how the state is an institution and cannot adopt a specific religion. We need to explain things like dictatorship of the majority and how democracy also means protecting the rights of minorities.
    All the politicians are only looking out for their interests so naturally they will use a misleading euphemism like “civil state” since they cannot openly call for secularism or face the Islamists. And it is their fear that brought us to the mess we are in right now. I do not believe in a civil state, a civil state is a state ruled by civilians. A non-religious state is called a secular state and that is what we should call it.
    We do not have secular political forces in Egypt, just some well-meaning individuals and small movements …
    The political elites in Egypt are not patriotic; they only go after their own interests … And in the end they still give in to the Muslim Brotherhood’s will.
    To be honest not all of them are like that but most of them. The respectable ones are the ones who rarely make television appearances and actually work …

    4 – Muslimbruderschaft u. sonstige Islamisten –

    As soon as the Brotherhood appeared openly on the political scene they needed allies such as the Salafis, Al-Jama’a Al-Islamiya, and jihadist groups. They all allied because they speak in the name of religion.
    These allies started making a lot of mistakes due to their political inexperience. The people started to reject their domination and move towards secularism. The people are now much more critical of religious leaders and feel that they no longer have a monopoly on religion.
    This will lead to a secular state without the people even calling it that …
    figures and groups that claim to be “moderate Islamists” such as Abdel Moniem Aboul Fotouh and Al-Wasat Party … are hypocrites … They are one and the same as all other Islamists but they are just the “light” version.

    5 – die neue Verfassung –

    the newly adopted constitution … is not a constitution.
    I have a problem for example with Article 44
    that says prophets and other religious figures cannot be insulted.
    Who defines insult?
    Christians do not believe Muhammad is a prophet, is that an insult?
    If a Christian says that, should they be put on trial?
    Muslims do not believe Jesus is God, is that an insult? …

    6 – President Mohamed Morsy –

    I hope and prefer [Morsy has to leave] through an elected parliament but the ignorance that opposition, religious and state media outlets are spreading will make that impossible.
    Also, how can we be sure this parliament will be representative and that elections will be free?
    We have seen so many violations in the first constitutional referendum, parliamentary elections, presidential election and the latest referendum …

    Quelle:
    Interview mit Alber Saber
    „Brotherhood will drive the people to secularism“
    Daily News Egypt – January 27, 2013
    http://www.dailynewsegypt.com/2013/01/27/alber-saber-brotherhood-will-drive-the-people-to-secularism/

    *) Alber Saber was arrested in August 2012 on charges of contempt of religion … Saber was sentenced to three years in prison in December and appealed the decision. He was released for the first time in four months and left Egypt on 26 January, the day of his appeal session.

  17. 18.

    – Ägypten – die moderat-islamistische Opposition

    a – bietet sich dem von der organisierten Opposition NSF (National Salvation Front) einheitlich kritisierten und abgelehnten Regierungs-Dialogangebot an,
    b – unterstützt die Forderung der NSF nach einer Regierung der nationalen Rettung
    c – hegt wie die NSF rege Zweifel an der Integrität der kommenden Parlamentswahlen
    d – denkt nach über ein von allen Parteien zu akzeptiertendes, weil ernstgenommenes und ernstzunehmendes Dialog-Procedere

    Abouel Fotouh …. suggested the formation of a crisis management committee that would be presided over by Morsy, as well as a national salvation government that would guarantee the integrity of the upcoming parliamentary elections, create a standard procedure for national dialogues and settle all disputed issues.

    http://www.egyptindependent.com/news/strong-egypt-party-participate-morsy-s-dialogue

  18. 19.

    … zu akzeptierendes …

  19. 20.

    George Galloway, der letzte Prophet des Antiimperialismus, wie wir ihn kennen, prophezeiht die Aufteilung Saudi-Arabiens unter Nennung interessanter Details.

    Israeli airstrike on Syria, an absolute war crime

    http://www.youtube.com/watch?v=WyglFNckXkA Min 45.30-47.10

    • 3. Februar 2013 um 11:16 Uhr
    • Thomas Holm
  20. 21.

    @ Jörg Lau

    An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön dafür, dass Sie hier auf Ihrem Blog auf die „Causa Turki al-Hamad“ aufmerksam machen.

    • 3. Februar 2013 um 14:41 Uhr
    • MM
  21. 22.

    Israeli airstrike on Syria, an absolute war crime

    Zu seiner Einlassung, dass Syrien ein souveräner UN-Mitgliedsstaat ist, würde der Vollständigkeit halber allerdings auch gehören, dass dieser Staat sich de jure immer noch im Kriegszustand mit „what they call Israel“ befindet. Die zielführendere, aber auch unangenehmere Betrachtungsweise wäre allerdings, dass das Regelwerk der Haager Landkriegsordnung bezüglich Beginn und Ende des Kriegszustands der heutigen Situation insbesondere im Nahen Osten (aber auch anderswo) nicht mehr angemessen ist.

    • 3. Februar 2013 um 16:08 Uhr
    • Arjen van Zuider
  22. 23.

    @ AvZ

    „aber auch unangenehmere Betrachtungsweise wäre allerdings, dass das Regelwerk der Haager Landkriegsordnung bezüglich Beginn und Ende des Kriegszustands der heutigen Situation insbesondere im Nahen Osten (aber auch anderswo) nicht mehr angemessen ist.“

    Mit den Failed States und erst recht den Spoiler States, sowie den Freiheiten, die sich nichtstaatliche Akteure herausnehmen (tun & können) passt so gut wie nichts mehr von den betreffenden Regularien, sowie den zugrunde liegenden Auffassungen.

    Als Susan Rice zur Haltung des Weltsicherheitsrates so ausgerastet war*, da hatte ich den Eindruck, dass sie gerade merkt, dass jetzt nichts mehr passt.

    *im Mai 2011; vor fast zwei Jahren schon …

    • 3. Februar 2013 um 16:29 Uhr
    • Thomas Holm
  23. Kommentar zum Thema

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