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Aus der Erde, sehr selten: Die Kerbelknolle

Von 24. Januar 2010 um 15:18 Uhr


Jetzt schmeckt sie am besten, die Kerbelknolle (oder Kerbelwurz, Erdkastanie, Knollenknobel).
Nach der Ernte Ende Juli müssen die Knollen noch mindestens drei bis vier Monate in feuchtem, kühlem Sand mäusesicher gelagert werden.
Diese Delikatesse finden Sie nur sporadisch auf lokalen Märkten. Es gibt fast keinen gewerbsmäßigen Anbau für dieses Feinschmeckergemüse.
Ab November ist die Kerbelknolle genussbereit und mundet bis Ende März – wenn man Sie denn bekommt.
Fragen Sie den Gemüsehändler Ihres Vertrauens, vielleicht haben Sie Glück.

Hier ein Rezept von mir, das den feinen Kastaniengeschmack mit einem Hauch von Marzipan besonders zur Geltung bringt:

Schmalzgebackene Kerbelknollen

150g Schwäbisch-Hällischer Griebenschmalz
400g große Kerbelknollen
Pfeffer aus der Mühle
Meersalz
1 Bund Kerbel

Die Kerbelknollen mit heißem Wasser gut waschen und kräftig bürsten.
Nur an den noch schmutzigen Stellen „schlampig“ schälen. Wer möchte, kann sie auch komplett schälen.

Gut trocknen und die einzelnen Knollen gleichmäßig vierteln oder sechsteln. Vorsichtig in das erhitzte Schmalz geben und im vorgeheizten Ofen bei ca. 160° C ca. 10 Minuten garen.
Gelegentlich wenden. Die Knollenstücke sollten dann weich sein (Nadeltest). Nun aus dem Schmalz heben und mit Pfeffer und gehacktem Kerbel oder Blattpetersilie abschmecken.
Schmalzgebackene Kerbelknollen esse ich am liebsten solo. Sie eignen sich auch gut zu Schweinefilet, Zander oder glasiertem Kalbsrollbraten.

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Kategorien: Rezepte, Saisonales
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Endlich mal ein Eintrag, bei dem man keine aufgeregten Kommentare von Deftone befürchten muss. Danke dafür!

    • 24. Januar 2010 um 15:43 Uhr
    • fischersfritz
  2. 2.

    @Fritz: Denkste… was ist mit dem Griebenschmalz???

    • 24. Januar 2010 um 16:24 Uhr
    • Ulrike H. aus V.
  3. 3.

    @ulrike: ev. Griebenschmalz von der Erdnuss…

    • 24. Januar 2010 um 19:24 Uhr
    • Dirk Esser
  4. 4.

    oder Holstener Liesel?

  5. 5.

    Da werde ich beim Gemüsehändler d. V. heute noch nachfragen, danke für diese schöne Anregung! Mir gefällt der Name “Knollenknobel” am besten von allen! ;)
    Werde sie auch mal sous vide machen, daran versuche ich mich ja zur Zeit…

  6. 6.

    Ein ungewöhnlicher Artikel. “Erdkastanie” gefaellt mir am besten, zumal die Knolle bei uns: Erd-Apfel heisst.

    Wer in die Türkei reist hat die Chance, die Erdkastanie (yer elmasi) an Wochenmaekten anzutreffen, denn dort ist sie offensichtlich nicht so selten wie in Deutschland und wohl viel günstiger zu erstehen.

  7. 7.

    *lol*
    stimmt es ist wirklich entspannend, kann öfters passieren^^

    • 26. Januar 2010 um 10:24 Uhr
    • hans
  8. 8.

    Kerbelrübe (Chaerophyllum bulbosum)

    Samenfestes Saatgut habe ich gefunden, aber das Gemüse selber kann ich bisher nicht auftreiben. Ein Hinweis besagte, daß es in Frankreich häufiger anzutreffen ist. Mal sehen was der Wochenmarkt in Mulhouse hergibt.

    http://www.magicgardenseeds.de/CHA01

    Mit genussfreundlichen Grüßen

    Dirk

    • 26. Januar 2010 um 11:21 Uhr
    • Dirk Esser
  9. Kommentar zum Thema

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