Offene Daten – offene Gesellschaft

Der Datenhimmel über Berlin

Von 14. September 2011 um 17:15 Uhr

Die maschinenlesbare Stadt, das ist einer der großen Träume der Open Data Bewegung. Denn Städte speichern gewaltige Datenschätze. In Berlin wurde heute ein erster Schritt in diese Richtung unternommen. Seit einigen Stunden ist data.berlin.de online.

18 Datensätzen gehören zur Startausstattung des neuen Portals, das für politische Verhältnisse geradezu in Überschallgeschwindigkeit Realität wurde. Denn es ist erst ein Jahr her, dass die Initiatoren, unter ihnen Daniel Dietrich vom Open Data Network Berlin und Julia Witt von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, beschlossen, nicht nur Ideen zu diskutieren, sondern die konkrete Umsetzung zu wagen.

Die Realisierung so kurz vor den Berliner Wahlen ist bemerkenswert, denn das Thema Open Data war für etliche Politiker vor wenigen Monaten noch eine Black Box. Mittlerweile aber ragen die Fragen nach dem digitalen Staat in nahezu alle Bereiche der öffentlichen Verwaltung. Dass das Thema auch auf der Agenda nahezu aller Parteien im Finale des Berliner Wahlkampfes auftaucht, zeigte gerade erst Lorenz Matzat bei der Auswertung der Wahlprüfsteine für die Interessenvertretung Digitale Gesellschaft. Bis auf die CDU beschäftigen sich alle mit der Frage nach der Umsetzung der maschinenlesbaren Stadt.

Den Mehrwert eines adäquaten Open-Data-Angebots für Städte und ihre Bewohner demonstriert die österreichische Hauptstadt Wien seit einiger Zeit. Auf data.wie.gv.at bietet sie zahlreiche Datensätze an, die mittlerweile zur Umsetzung vieler hilfreicher Applikationen geführt haben (die Toilet Vienna Map als Augmented Reality App ist dabei natürlich ein herausragendes Beispiel). Für die Breite des Angebots wurde der Open-Data-Katalog der Stadt gerade erst mit dem Preis des eGovernment Wettbewerb 2011 Deutschland, Österreich, Schweiz” prämiert.

Dass data.berlin.de jetzt in Deutschland ans Netz geht, ist in jedem Fall ein Anfang. Auch wenn es gleichzeitig viel Kritik gab. Auf heise.de kritisierte der Open-Data-Entwickler Stefan Wehrmeyer beispielsweise den Umstand, dass nicht alle Datensätze unter einheitlichen CC-Lizenzen erscheinen. Auch die Tatsache, dass einige Datensätze nicht maschinenlesbar sind, wurde bemängelt.

Dennoch muss eines hervorgehoben werden, mit data.berlin.de ist Berlin das erste Bundesland mit einem eigenen Open-Data-Projekt im Netz.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    [...] [...]

  2. 2.

    [...] [...]

  3. 3.

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  4. 4.

    Ja super! Da haben sich doch mal Leute richtig gute Gedanken über das Internet gemacht, herzlichen Glückwunsch für das Projekt.

    Bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis die Wasserwerfer-Fraktion der Schilys, Friedrichs und Seehofers ihre Reflexe zeigt. (“Oh Gott oh Gott, der Bürger informiert sich. Einen solchen Angriff auf die Freiheit dürfen wir nicht zulassen!”)

    • 15. September 2011 um 04:11 Uhr
    • mhaase
  5. 5.

    [...] ins Netz zu stellen, damit andere sie nutzen können. Seit Mittwoch ist data.berlin.de online. mehr lesen © zeit.de (RSS)   If you enjoyed this article, please consider sharing [...]

  6. 6.

    Excel-Dateien werden “Open” genannt, wie wäre es mit “Open Black Box”?

    • 15. September 2011 um 07:41 Uhr
    • eeee
  7. 7.

    Das geht garnicht.

    • 15. September 2011 um 19:51 Uhr
    • Onlinespieler
  8. 8.

    Wirklich schade das auch dieses Projekt gründlich am Ziel vorbeischießt. Es sollte ein maschinenlesbares Format angeboten werden – Excel reicht da nicht. OpenStreetMap wäre nur eines der vielen guten Beispiele wie man es besser macht. Selbst im Jahr 2011 ist dies der “Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen” nicht möglich – traurig.

    • 16. September 2011 um 15:51 Uhr
    • Alex
  9. Kommentar zum Thema

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