Man muss ja nicht immer reden

Nichts für schwache Mägen

Von 29. März 2006 um 12:10 Uhr

Im US-Bundesstaat South Dakota, bislang schon mit den strengsten Abtreibungsgesetzen gesegnet, wurde Anfang März ein noch schärferes Gesetz verabschiedet, nach dem ein Schwangerschaftsabbruch nur noch dann erlaubt ist, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist.

Seither kursiert im Netz ein TV-Beitrag, in dem mehrere Senatoren und Experten zu Wort kommen. Unter anderem der republikanische Senator Bill Napoli. Das Video steht unter anderem bei Susie Bright, hier gibt es eine Abschrift des gesamten Beitrages.

Was Napoli an Unglaublichem von sich gibt, lässt nur noch fassungslos den Kopf schütteln. Er beschreibt, unter welchen Umständen er eventuell, vielleicht, wenn er einen besonders guten Tag hätte, eine Abtreibung als ok ansehen würde – und man hat beinahe das Gefühl, als ob ihm bei der Schilderung dieses Szenarios der Sabber aus den Mundwinkeln tropfen würde.

BILL NAPOLI: “A real-life description to me would be a rape victim, brutally raped, savaged. The girl was a virgin. She was religious. She planned on saving her virginity until she was married. She was brutalized and raped, sodomized as bad as you can possibly make it, and is impregnated. I mean, that girl could be so messed up, physically and psychologically, that carrying that child could very well threaten her life.”

Etwa: “Eine mögliche Beschreibung wäre für mich ein Vergewaltigungsopfer, brutal und grausam vergewaltigt. Das Mädchen war Jungfrau. Sie ist religiös. Sie hatte vor, ihre Jungfräulichkeit bis zur Ehe zu bewahren. Sie wurde brutal behandelt und vergewaltigt, anal und oral* so schlimm missbraucht, wie es nur irgendwie geht, und geschwängert. Dieses Mädchen könnte so fertig sein, physisch und psychisch, dass es ihr Leben bedrohen könnte, würde sie das Kind austragen.”

* Vermutlich hat er eher “nur” anal gemeint.

Besteht Hoffnung, dass solche selbstgerechten Reaktionäre irgendwann einmal aussterben oder wachsen die immer wieder nach? Und gibt’s die in dieser Wahnsinnsstufe auch bei uns?

Mit Dank an sistasilk für den Link.

Kategorien: Wundern, heftiges
Leser-Kommentare
  1. 1.

    geh in wien an der bestimmten adresse am fleischmarkt vorbei … da findest du diesen typ verrueckter auch. :-(

    • 29. März 2006 um 13:15 Uhr
    • margot
  2. 2.

    Und wieder einer dieser Momente, wo ich den Wunsch hege, Kopf einer kleinen, aber feinen Schlägertruppe zu sein (gerne mit mafiosem Einschlag). “Luca” würde ich dann sagen “sei doch so lieb und statte dem Herrn einen Besuch ab. Einen, an den er sich erinnert …….”
    Irgendwie hab ich das Gefühl, das mit diesen Leuten REDEN schon lange vergebens ist.

  3. 3.

    Irgendjemand muss ja den Senator gewählt haben… Daher ist er wohl nur die Spitze des Eisbergs… Welch traurige Welt…

    • 29. März 2006 um 14:19 Uhr
    • diego
  4. 4.

    Nun mal langsam, wenn ich mich recht entsinne, wird selbst in den USA demokratisch gewählt. Die Bürger des Bundesstaates South Dakota wünschen keine Abtreibung mehr, dann sollte das auch akzeptiert werden. Die Abtreibungsfrage ist eine ethische Entscheidung und sollte als solche auch akzeptiert werden. Sollte in hundert Jahren der großteil der westlichen Welt auf einmal darauf kommen, dass Abtreibung nicht mit der jeweiligen Ethik vereinbar wäre, so hätte man sich in South Dakota nichts vorzuwerfen.

    Ich wundere mich ebenso, dass die Rechte der Behinderten nicht weiter beachtet werden. Wenn man mal davon ausgeht, dass viele Kinder wegen einer Behinderung abgetrieben werden, ist das ein entschiedener Tritt in das Gesicht von lebenden Behinderten. Damit wird deren Leben ebenfalls als nicht erwünscht abgestempelt.

    • 29. März 2006 um 15:47 Uhr
    • Bernd
  5. 5.

    “sollte in hundert jahren der großteil der westlichen welt darauf kommen, dass abtreibung nicht mit der jeweiligen ethik vereinbar wäre…” *brrr* da kriege ich erst recht keine lust, nachkommen in die welt zu setzen… *grusel*

    • 29. März 2006 um 16:45 Uhr
    • Agrippina
  6. 6.

    “anal und oral” – Das ist schlimm. Aber wie wurde sie dabei schwanger?

  7. 7.

    Diese selbstgerechten Wichser gehn mir derartig auf die Nüsse…
    So wie der klingt, ist da auch mehr geflossen als nur Sabber, klingt eher so als ob er die Hose wechseln müßte.
    Fast möchte ich sagen, Gott sei Dank ich lebe in Deutschland. Doof* das Atheist bin.

    *Nur in diesem Fall doof! Ansonsten bin ich nicht wirklich traurig darüber. Bitte, bitte jetzt keine Bekehrungsversuche!!

    • 29. März 2006 um 18:25 Uhr
    • Roland
  8. 8.

    @ Erwin Lottemann
    Zu ihrem Glück wurde sie ja auch noch entjungfert und in weiterer Folge geschwängert. Nur anal und oral vergewaltigt werden ist ja nicht so schlimm. (Und würde auch nicht den hier thematisierten Tatbestand der Schwängerung erfüllen.)

    • 29. März 2006 um 19:32 Uhr
    • Sigrid Neudecker
  9. Kommentare sind geschlossen.