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Piraten auf Abwegen

Von 18. September 2009 um 16:59 Uhr

Der stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei, Andreas Popp, hat der „Jungen Freiheit“ ein Interview gegeben. Seitdem ist die Aufregung groß – und niemand wundert sich mehr darüber als er.

Es ist allerdings schon sehr verwunderlich, dass ausgerechnet die Piraten – jung, aufgeklärt, medienaffin – nicht wissen, um welches Medium es sich bei der „Jungen Freiheit“ handelt. Immer wieder sorgt die rechtskonservative Zeitung für Zündstoff, es ist kaum vorstellbar, dass jemand, der sich für Medien interessiert, diese Zeitung nicht kennt. Die „Junge Freiheit“ versucht sich immer wieder als seriös zu tarnen, und das schon seit vielen Jahren, indem sie sich gezielt Interviewpartner sucht, die eigentlich nicht dem rechten Rand zuzurechnen sind. Doch eben jenen bietet sie oft genug Raum für ihre Aussagen. Für Andreas Popp hat „sich erst im nachhinein herausgestellt, um welch ein rechtslastiges Blatt es sich handelt“. Willkommen in der Informationsgesellschaft!

Wie naiv darf jemand sein, der politische Ämter anstrebt? Die „Piraten“ sind schnell mit dem Ruf nach unbegrenzter Freiheit und gegen Zensur. Doch mit dem bloßen Postulat nach “mehr Freiheit” ist es in der politischen Auseinandersetzung nicht getan. Gerade am rechten Rand ist Vorsicht geboten und eine klare Abgrenzung!

Weitere Infos zur “Jungen Freiheit” bei Netz gegen Nazis

Kategorien: bundesweit
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Hach, schade. Die Debatte ist morgen eine Woche alt, inzwischen gibt es Stellungnahmen aller Beteiligten, sogar eine Enschuldigung von Herrn Popp.

    Doch hier wird mit Platitüden auf die Piraten eingeschlagen und eine ominöse Nähe zu rechts herbeigeredet, die es nicht gibt.

    Schade, dass auch der Störungsmelder auf den “Thiesen-Tauss-JF-Piraten-sind-offenbar-alles-Nazis-oder-wenigstens-unwählbar”-Zug aufspringt. Eine frische Bewegung in der Parteienlandschaft, für viele glaubwürdiger in den relevanten Themen als andere, international vernetzt und erfolgreich – das könnten die Piraten sein.

    Aber einfacher ist es natürlich, darauf zu warten, dass in einer jungen Partei jemand Unerfahrenes einen dummen Fehler macht, um sie zu diskreditieren.

    • 18. September 2009 um 17:19 Uhr
    • Michael
  2. 2.

    der Artikelschreiber möge mir mal bitte erklären was daran verkehrt ist solch einer Zeitung ein Interview zu geben ? in dem Artikel oben steht nicht mal über was Diskutiert.
    “Immer wieder sorgt die rechtskonservative Zeitung für Zündstoff”
    Bild macht das täglich wie andere Zeitungen auch.
    Gerade weil die Piraten frei sind sollten sie jeden ein Interview geben.

    IN EINEM INTERVIEW MIT EINER RECHTEN ZEITUNG KANN MAN SICH AUCH GEGEN RECHTS AUSSPRECHEN!!!!

    Aber wieder ein Fall von die anderen schreiben drüber als müssen wir auch.

    Ehrlich gesagt? das ist lächerlich beim Titel
    angefangen. Ich bin nicht Rechts und werde es nie sein aber einfach nur weg gucken das es rechte gibt ist auch keine Lösung!

    • 18. September 2009 um 17:41 Uhr
    • mich
  3. 3.

    Ja, er hätte sich besser vorher informieren sollen. Trotzdem verstehe ich nicht so ganz, warum das jetzt so extrem hochgebauscht wird.

    Ich habe mir das Interview durchgelesen und bin der Meinung an seinen Aussagen ist nichts, rein gar nichts, was ihn/die Piraten an den rechten Rand bringt. Im Gegenteil, er distanziert sich eindeutig davon.

    Wird das ganze nicht für eine typische Wahlkampf-Schwieren-Kampagne ausgenutzt? Offensichtlich sind die Piraten doch schon zu einer “Gefahr” für die etablierten Parteien geworden. Daher der massive Gegenwind kurz vor der Wahl.

    • 18. September 2009 um 17:59 Uhr
    • Ich
  4. 4.

    Leider ist das Gegenteil der Fall. Anstatt verantwortungsvoll mit diesem Fehler umzugehen setzt der Vorsitzende der Piratenpartei Jens Seipenbusch noch eins drauf und verteidigt das Interview:
    http://nanuk.wordpress.com/2009/09/16/mit-schmuddelkindern-spricht-man-nicht/

    Den Rest zitiere ich mal aus dem Spiegel-Online-Artikel:

    —–
    Einen Tag später erscheint ein neuer Piraten-Artikel auf der Web-Seite der “Jungen Freiheit”. Jens Seipenbusch hat einen Fragebogen der Zeitung ausgefüllt. Darin gibt er unter anderem Auskunft, was für ihn Heimat bedeute, was ihm seine Eltern mitgegeben hätten und woran er glaube. Das Interview mit Andreas Popp ist auf der Seite auch am Freitag noch prominent verlinkt.

    Anruf beim Presseteam der Piratenpartei. Warum denn der Vorsitzende der Piratenpartei einen seichten Fragebogen der “Jungen Freiheit” ausgefüllt hat? Das Thema werde aufgebauscht, ist die Antwort, der Fragenkatalog sei lange vor dem Interview mit Popp ausgefüllt worden. Man habe auch beschlossen, der “Jungen Freiheit” keine Interviews geben zu wollen. Aber das Magazin sei ja nur rechtskonservativ, daran könne man nichts Schlimmes finden.

    Und dann sagt der Pressesprecher einen Satz, der den ganzen Mangel an Einsicht zeigt: “Wer zurückrudert, kann nur verlieren.”
    ——-
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,649770,00.html

  5. 5.

    [...] Störungsmelder » Piraten auf Abwegen blog.zeit.de/stoerungsmelder/2009/09/18/piraten-auf-abwegen_1461 – view page – cached Willkommen bei Störungsmelder. Hier geht es um Neonazis. Wo sie auftreten, was sie dabei sagen und vor allem: Was man gegen sie unternehmen sollte. — From the page [...]

  6. 6.

    Die Piraten sollen also kompetenter am rechten Rand sein als der ZdJ es war? Können Sie das erklären?

    • 18. September 2009 um 18:15 Uhr
    • xbg
  7. 7.

    Wo liegt das verdammte Problem einer rechtskonservativen Zeitung ein Interview zu geben?

    Einer linksalternativen TAZ wird doch auch kein Interview verwehrt und die Piraten haben sich doch dazu bekannt sich nicht in die festgefahrenen Ideologien drängen zu lassen?

    Wer immer Vielfalt, Toleranz und eine pluralistische Gesellschaft fordert, der hat an dieser Stelle die große Chance die eigenen Fähigkeit dazu unter Beweis zu stellen.

    Übrigens: Es gibt keine gemeinsame Medienkampagne, keine Werbeaktionen etc. Es geht um EIN Interview.

    Jeden Konservativen sofort mit der Nazikeule abzuwürgen hat nichts mehr mit irgendeiner Form von sachlichen Debatten gemein. Rechts = Rechtsradikal = Rechtsextrem = Nazi = Böse

    Hört endlich auf in dümmlichen Schubladen zu denken …

    • 18. September 2009 um 18:21 Uhr
    • Franky
  8. 8.

    Und was ist da jetzt so schlimm dran? Soll man Popp jetzt aus der Partei jagen? Die Reaktion von den ganzen Medien ist ja noch dümmer als sich vorher nicht über seinen Interview-Partner zu informieren. Echt Leute, vielleicht solltet ihr anstatt die rechten immer nur als “Dumm” zu bezeichnen, diese versuchen zu integrieren. Erstens lebt davon Demokratie und zweitens würde es denen zeigen, das ihre Meinung über die Demokratie vielleicht doch nicht so richtig ist. Aber eure Reaktion bestätigt deren Meinung nur. Schade. Wieder ne Chance verpasst. Glückwunsch.

    • 18. September 2009 um 18:23 Uhr
    • tk
  9. Kommentar zum Thema

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