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Kinder siegen vor Gericht gegen die NPD

Von 22. Januar 2013 um 15:36 Uhr
Voigt-Herausforderer Udo Pastörs, Foto: Kai Budler

Udo Pastörs gilt als besonders radikaler NPD-Politiker  © Kai Budler

12.000 Euro Entschädigung für ein rechtsextremes Propagandavideo. Ausgerechnet eine Schulklasse kann sich jetzt über einen warmen Geldsegen von der NPD freuen. Die Neuntklässler aus Ferdinandshof (Mecklenburg-Vorpommern) wurden im September 2011 ungefragt von Rechtsextremisten bei einem Zusammentreffen mit dem NPD-Spitzenkandidaten Udo Pastörs gefilmt. Später tauchten die Aufnahmen als Werbevideo auf der NPD-Webseite auf. Die Eltern der Kinder gingen vor Gericht und bekamen recht.

Der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende, Frank Schwerdt, muss jetzt wegen des illegalen Wahlkampfvideos an jedes der zwölf Kinder 1.000 Euro Entschädigung zahlen. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Schwerin vom Herbst 2012 ist nach Ablauf der Berufungsfristen nun rechtskräftig, wie Direktor Christian Frenzel am Dienstag bestätigte. Keine der beiden Seiten habe Berufung eingelegt. Schwerdt muss außerdem die Verfahrenskosten in ähnlicher Höhe tragen.

„Wir begrüßen, dass die Eltern so energisch gegen die Vereinnahmung ihrer Kinder vorgegangen sind“, sagte eine Mitarbeiterin der Opferberatungsstelle Lobbi e.V. dem Störungsmelder. „Das Beispiel zeigt, dass man Neonazis auch bei solchen Vorfällen erfolgreich in ihre Schranken weisen kann.“ Das Urteil sei motivierend für andere engagierte Bürger, sich nicht von Rechtsextremen einschüchtern zu lassen.

youtube-pastoers-schulklasse

Pastörs versuchte den Neuntklässlern in dem Video unter anderem zu erklären, die Bundesrepublik würde bald „genauso versinken, wie die DDR versunken ist“ und behauptet: „Euch verarschen die Politiker.“ Der Rechtsextremist ist für seine verbalen Ausfälle bekannt und genießt aufgrund seines radikalen Auftretens hohes Ansehen in der militanten Neonaziszene. Bei einer Aschermittwoch-Veranstaltung der NPD 2009 in Saarbrücken beschimpfte er unter dem Applaus seiner Zuhörer Deutschland als „Judenrepublik“ und türkische Männer als „Samenkanonen“. (mit dpa)

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Das ist eine Schöne Nachricht.

  2. 2.

    Wieso trifft sich eine neunte Klasse eigentlich mit einem NPD-Spitzenkandidat? Und dann auch noch Udo Pastörs! Das finde ich viel interessanter als 1000 Euro Geldstrafe.

    • 22. Januar 2013 um 17:49 Uhr
    • Peter
  3. 3.

    Lieber User Peter,

    das war damals ein großes Thema in den Medien. Die Schulklasse lief auf dem Gehweg und Pastörs hat gerade für die NPD Wahlkampf gemacht. Also wie im Text beschrieben, ein zufälliges Zusammentreffen, das die NPD als Wahlpropaganda ausgeschlachtet hat.

    http://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/pastoersnpdhetzrede103.html

    http://www.sueddeutsche.de/politik/wahlkampf-in-mecklenburg-vorpommern-npd-missbraucht-schueler-fuer-propaganda-video-1.1138636

    http://www.lehrerfreund.de/schule/1s/udo-pastoer-npd-schulklasse/3977

    • 22. Januar 2013 um 17:55 Uhr
    • Johannes Radke
  4. 4.

    Neuntklässler sind aber in der Regel keine Kinder mehr.

    • 22. Januar 2013 um 18:07 Uhr
    • ch
  5. 5.

    Super, so muss mann sich wehren, ich bewundere und gratuliere alle beteiligten

    • 22. Januar 2013 um 18:38 Uhr
    • Demke
  6. 6.

    Wie bemisst man denn den Schaden, der den Kindern entstanden ist? 1000 Euro um was genau gutzumachen? Schmerzen?
    Und warum sollte man sich über Geld von der NPD überhaupt freuen?
    Und jetzt ohne die NPD verharmlosen zu wollen, zum Skandal “Die Politiker verarschen euch.”, also bitte, da habe ich schon schlimmere Sachen von Personen gehört, die nicht der rechten Szene angehören.
    Und jetzt noch eine sachliche Frage zum Schluss: Ist das Wort “Jude” irgendwie negativ belegt, oder weshalb sollte es die Republik abwerten oder beleidigen? Es sind Anhänger ihrer Religion, wie es Christen oder Muslime auch sind.

  7. 7.

    In der neunten Klasse ist man 14, 15, vielleicht gerade 16, also sehr wohl noch ein Kind. Spielt aber auch keine Rolle, die Rechtsextremisten sind einfach schäbig und sich nicht zu schade, sie für ihre Propaganda zu missbrauchen. Gut, dass sie dafür ordentlich zahlen müssen.

    • 22. Januar 2013 um 19:00 Uhr
    • Kelhim
  8. 8.

    Ich würde sagen, die hätten gegen jede andere artei auch geklagt. Mit den kritischen Ansichten der artei hat das wohl weniger zu tun.

  9. Kommentar zum Thema

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