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Die AfD als antifeministische und homophobe Kraft

 

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Nach französischem Vorbild demonstrieren auch in Deutschland ultrakonservative Christen, alte und neue Rechte gemeinsam gegen Sexualaufklärung und die Anpassung von Schulunterricht an die Vielfälltigkeit unserer Gesellschaft. Die Partei „Alternative für Deutschland“ baut passend dazu neben ihrer Euro-Kritik und der Positionierung als „Anti-Parteien-Partei“ einen dezidiert antifeministischen dritten Schwerpunkt aus.

Von Andreas Kemper und Roland Sieber

Im Sommer 2013 zeigten sich geschlechterpolitische Auseinandersetzungen in der AfD zunächst im Konflikt um die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft. Mit dem Rücktritt von Franz Niggemann Ende Januar als Vorstandsvorsitzenden des Bezirksverbandes Tempelhof-Schöneberg, der hierfür explizit als Grund die zunehmende Dominanz der konservativen Position von Beatrix von Storch benannte, scheinen sich heteronormative Positionen zugunsten klassischer Familienkonstellationen (Vater, Mutter, Kinder) in der Partei durchgesetzt zu haben. Das Statement von Parteichef Bernd Lucke zum Outing des schwulen Fußballspielers Thomas Hitzlsperger unterstreicht diese Dominanz. Die sehr deutlichen Antworten der Mitgliederbefragung zu geschlechterpolitischen Themen gegen Gender-Mainstreaming und Gleichstellungspolitik machen deutlich, dass offensichtlich auch die Parteibasis antifeministisch und heteronormativ eingestellt ist. Dazu die Wortwahl „Genderismus-Wahn“ in einigen Landesverbänden sowie die Fotoaktion der Parteijugend „Ich bin kein Feminist, weil…„.

Die radikale Kritik an jeder Form von Gleichstellungspolitik, von der AfD als „Genderismus“ diffamiert, könnte zum dritten Markenzeichen der Partei avancieren. Der Arbeitskreis „Christen in der Alternative für Deutschland“ wird als ein Motor für eine solche Entwicklung arbeiten. Darüber hinaus hat die „Zivile Koalition“, deren Sprecherin Beatrix von Storch auch für die AfD kandidiert, anhand des Erfolgs der Europäischen Bürgerinitiative „One-of-Us“ und der Zurückweisung des Estrela-Berichts die Kampagnenfähigkeit unter Beweis gestellt. Beide Kampagnen waren europaweit koordinierte Aktionen. Da die AfD bei allen Meinungsumfragen der letzten Wochen zum Europäischen Parlament über fünf Prozent erreichte, ist davon auszugehen, dass Storch, die auf Platz vier bei der AfD kandidiert, der Einzug ins Parlament gelingt, wodurch die europaweit koordinierte Kampagnenfähigkeit der „Zivilen Koalition“ noch weiter gestärkt wird.

Ein neues aber dazu passendes Phänomen sind die als antifeministisch und mindestens latent homophob einzuschätzenden Demonstrationen gegen den Bildungsplan 2015 der grün-roten Landesregierung in Stuttgart, an denen die AfD maßgeblich beteiligt ist. Nach Baden-Württemberg und Köln versuchen jetzt auch AfDler in Bayern ähnliche Proteste zu initiieren. Vor dem Hintergrund der anwachsenden „Märsche für das Leben“ fundamentalistischer Abtreibungsgegner, könnte der AfD mit ihrer bundesweiten politischen Struktur eine katalytische Funktion für größere antifeministische und schwulenfeindliche Demonstrationen zukommen, bei denen auch wie zuletzt in Stuttgart, möglicherweise Muslimhasser und Neonazis mitmischen.

Die vollständige Expertise des Autors und Soziologen Andreas Kemper “Keimzelle der Nation? Familien- und geschlechterpolitische Positionen der AfD” ist bei der Friedrich-Ebert-Stiftung erschienen und kann hier heruntergeladen werden.

47 Kommentare

  1.   Thomas Baader

    Bitte vor dem Veröffentlichen noch einmal durchlesen. Für einen so kurzen Text sind die Grammatik- und Zeichensetzungsfehler schon auffällig viele.

  2.   Gerolf Schumann

    Nun haben die politisch gleichgeschalteten Medien ja so ziemlich alles abgegrast an politische Platitüden, was die Ausrichtung der AfD betrifft. Ich glaube, da jetzt ja eigentlich nichts mehr an Flachheiten kommen kann, alles ist ja schon abgegrast worden, frage ich mich, Parteimnitglied der AfD (Mitgliedsnummer: 9390), soziasldemokratisch orientiert, mit welchen Prügeln ihr noch weiter um Euch schlagt.

    Na ja, über eines bin ich froh, Wahlka,mpf müssen wir nicht machen, denn ihr macht mit jeder, wirklich jeder Schlagzeile über die AfD kostenlos Werbung für uns.

  3.   Jens N.

    Die Autoren des Zeit-online-Beitrags sind, das kann man sehr schnell im Netz herausfinden, auf der ziemlich weit linken Seite des politischen Spektrums zu verorten. Beiträge beider Autoren bei Antifa-Projekten legen ein deutliches Zeugnis davon ab. Als „Anti-Rechtsaktivisten“ sind sie allerdings schlechte Berichterstatter: denn wer weit links steht, für den sieht der Rest der Welt immer ganz weit rechts aus….

  4.   Gerolf Schumann

    Nun haben die politisch gleichgeschalteten Medien ja so ziemlich Alles an politische Platitüden abgegrast, was die Ausrichtung der AfD betrifft. Ich frage mich, nachdem ja eigentlich nichts mehr an weiteren Flachheiten kommen kann, alles ist an politischer Hetze ist ja schon vgeschrieben worden, mit welchen Prügeln ihr noch weiter um Euch schlagt wollt.

    Na ja, über Eines bin ich froh, Wahlkampf müssen die AfD nicht machen, denn mit jeder, wirklich jeder Schlagzeile über die AfD kostenlos Werbung für die Partei gemacht. Danke schön an die Medien.

  5.   Torsten Ilg

    Die ständige Wiederholung der alten „Hitzlsperger-Kritik“ zum Beleg einer angeblich „homofeindlichen“ Programmatik und Ausrichtung der AfD ist journalistisch unsauber. Parteichef Bernd Lucke hat mehrfach öffentlich betont, dass die AfD die Verächtlichmachung, Ausgrenzung und Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen eindeutig missbilligt. In Erfurt hat er Leitlinien für die Partei vorgestellt, die auch Homosexuelle vor Diskriminierung schützen sollen. Lucke hat in seiner Erfurter Rede klargestellt:“ Wir diskriminieren weder nach Rasse, Geschlecht, noch nach der sexuellen Orientierung!“. In Köln bekennt sich die AfD klar zum Cologne-Pride als identitätsstiftende Veranstaltung. In Berlin hat der AfD-Landesverband 2013 das schwul-lesbisches Straßenfest besucht. Lucke bekennt sich auch klar zu den Forderungen der Verfassungsrichter, dass homosexuelle Paare auch beim Adoptionsrecht mehr Rechte bekommen sollen. Die Partei sieht allerdings in der klassischen Vater, Mutter, Kind Konstellation das Idealbild von Familie. Dies heisst jedoch nicht, dass sich die Partei deswegen gegen die Umsetzung der Forderungen unserer Verfassungsrichter stellen wird.

  6.   Anglia Ferkel

    Ach Gott,Andreas Kemper! Wenn dieser viertklassige Soziologe seine linkslastigen Stereotypen jetzt unter dem Zeitlabel veröffentlichen kann, zeigt das, wie tief die Zeit gesunken ist.
    Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Zeit gekommen ist , dass die Zeit das Zeitliche segnet!

  7.   Gerd

    Ja so ein Schmarren !
    Als offen schwul geoutetes aktives Mitglied erfahre ich breite Zustimmung in der afd und ein tolerantes offenes klima , sowie Akzeptanz und eine bunte Vielfalt aller lebensmodelle innerhalb unserer Partei. Ja , es gibt auch Kritiker . Die Mehrheit ist jedoch pro europäisch, und keinesfalls homophob oder islamophob.
    Diese Medienberichterstattung ist einseitig und falsch !

  8.   Jens

    Wenn man nicht in das links/grüne Mainstream-Weltbild passt ist man natürlich sofort ein Nazi, oder was? Oder wie soll man sonst diesen lächerlichen Blog auffassen?! Dieses Land/System ist wirklich nicht mehr ernst zu nehmen!

  9.   Hackers

    Roland Sieber und Andreas Kemper – ein Dreamteam?

    Roland Sieber und Andreas Kemper – da hat sich gefunden, was zusammengehört, — beide zeigen uns in ihren Artikeln die totalitäre, antidemokratische Seite der Linken.

    Welche Partei so fragt man sich, darf es wenn es nach den Beiden geht, eigentlich noch außerhalb der politischen Linken? – Eigentlich gar keine.

    Andreas Kemper unterhielt vor geraumer Zeit, dass Projekt „soziales wiki“
    Anders als der Name vielleicht erahnen lässt, wenig um soziale Themen und soziale Gerechtigkeit, sondern primär um Hass gegen die Männerechtler, (alle die am Feminismus Kritik äußern, Familien, Männern, Deutschen und anderen weißen Europäern.
    Unter der Artikel Seite „Münster Alternativ“ fanden sich Links und Empfehlungen gleich für mehrere linksextremistische und Gewalt befürwortende Gruppierungen. Darunter gleich 6 verschiedene „Antifa“-Gruppen.
    https://web.archive.org/web/20121123084101/http://sozialeswiki.de/wiki/index.php?title=M%C3%BCnster_alternativ


  10. Latent homophob? Die sind offen homophob! Den zunehmenden Antifeminismus und Schwulenhass nicht ernst zu nehmen, wäre grob fahrlässig. Insofern einer der wenigen guten Beiträge zum Thema.