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Rassistischer Brandanschlag auf Rostocker Flüchtlingsunterkunft

 

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Auf ein Flüchtlingsheim in Groß Lüsewitz bei Rostock ist in der Nacht auf den 12. Oktober ein Brandanschlag mit Molotowcocktails verübt worden. Zum Glück trafen die Brandsätze lediglich die Hauswand, an der Verrußungen entstanden. Menschen kamen nicht zu Schaden. In dem Haus sind derzeit acht Familien untergebracht. Mittlerweile geht die Polizei von einer politischen Motivation aus und will vor dem Wohnblock eine „ständige Präsenz“ gewährleisten. Die militante rechtsextreme Szene in Mecklenburg-Vorpommern gilt als besonders aktiv und skrupellos.

Ein Gastbeitrag von Kombinat Fortschritt

Nach Polizeiangaben warfen zwei Unbekannte kurz vor 1 Uhr zwei Bierflaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit gegen die Hauswand. Die Täter entkamen unerkannt. Die Polizei ermittelt wegen versuchter schwerer Brandstiftung.

Provokationen wie Schmierereien und Pöbeleien vor Flüchtlingsunterkünften gibt es in M-V immer wieder. An den Groß Lüsewitzer Wohnblock, in dem Ende 2013 neun Wohnungen für Flüchtlinge eingerichtet wurden, schmierte ein 30-jähriger Landwirt im Dezember 2013 den Schriftzug „Der Block wird brennen“. Als Motiv gab er Frust bei der Arbeit an. Eine Woche später prangte der Schriftzug „Dass Deutsche Volk geht vor, Ausländer nein Danke wir haben genug“ an der Hauswand (Fehler im Original). An einer von der Gemeindeverwaltung abgehaltenen Bürgersprechstunde nahm auch der Rostocker Neonazi und JN-Aktivist Daniel Fiß teil, der mit einigen Kameraden versuchte die anwesenden BürgerInnen zu agitieren – allerdings ohne Erfolg. Zu einer zweiten Veranstaltung erschienen keine Neonazis mehr. Die NPD hatte vor der Eröffnung rassistische Flugblätter im Dorf verteilt. Seit dem blieb es ruhig.

Das ist nicht überall so: In Güstrow, das ebenso wie Groß Lüsewitz im Landkreis Rostock liegt, warfen Unbekannte im Oktober 2013 einen Böller in einen Kellerraum der Gemeinschaftsunterkunft und setzten so einen Wäschekorb in Brand. Das Feuer konnte gelöscht werden und es wurde niemand verletzt.

Ein Brandanschlag mit Molotowcocktails ist jedoch eine deutliche Steigerung zu den bisher häufig dilettantisch ausgeführten Angriffen. Zuletzt kam es in der Region Rostock im August 2012 zu einem versuchten Brandanschlag auf ein linkes Wohnprojekt in der Rostocker Innenstadt. Der Brandsatz traf und zündete nicht. Aufgeklärt wurde auch dieser Angriff nie.

5 Kommentare

  1.   Radrogger

    Hat sich also nichts geändert seit Rostock-Lichtenhagen…
    Na Danke

  2.   Irmela Mensah-Schramm

    @ Radrogger.

    Das weiß ich spätestens seit diesem Sommer..
    Sowohl in Rostock-Lichtenhagen, als auch in Stralsund und Waren anschießend:
    Harte Knochenarbeit umd die jedenfalls sichtbaren Zeichen zu entfernen.
    Es sind eben auch wenn nur die „kleinen“ Spuren des Hasses gegen anders Aussehende – und denkende mit denen ddmanch widerlicher Zeitgeist Stimmung machen und ddddMitläufer gewinnen will.

    Wer schweigt – stimmt zu. Dies fand ich auch mal als Plakat in Rostock.


  3. […] via zeit: Rassistischer Brandanschlag auf Rostocker Flüchtlingsunterkunft […]


  4. […] sind zurzeit acht Familien verschiedener Nationalitäten untergebracht (Ostseezeitung, Störungsmelder, Spiegel […]


  5. […] Monate zuvor, im Oktober 2014, hat ein Unbekannter einen Brandsatz auf ein Haus im Ort Groß Lüsewitz geworfen. Der Anschlag galt Menschen: Vierzig Flüchtlinge waren in dem attackierten Gebäude untergebracht. […]