‹ Alle Einträge

Anklam: Rassistischer Angriff auf Flüchtlinge

 

Drei Asylbewerber wurden laut eines Artikels des Nordkuriers am Montagabend gegen 21:30 Uhr in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern) von mehreren Unbekannten angegriffen und verletzt. Wie ndr.de berichtet, wurde das Trio nach eigenen Angaben in der Nähe des Busbahnhofs von einer Gruppe zunächst rassistisch beleidigt. Anschließend sei auf sie eingeschlagen worden, ein Angreifer soll sogar mit einem Messer gedroht haben.

Sie konnten flüchten. Zwei von ihnen, ein 28-jähriger Iraner und ein 21-jähriger Afghane, begaben sich zum Asylbewerberheim. Ein 27-jähriger Afghane wollte zurückgelassene Fahrräder holen. Dabei kam laut seiner Aussage mehrmals ein Auto auf ihn zu, wovor er sich nur durch einen Sprung zur Seite habe retten können. Der Fall wurde nur bekannt, weil der 27-jährige Afghane von der Polizei kontrolliert wurde, als er die Fahrräder schob. Dabei schilderte er die Vorkommnisse.

Die drei Asylbewerber wurden mit Verletzungen per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, konnten nach ambulanter Behandlung aber wieder entlassen werden. Die Kriminalpolizei Anklam hat eine Ermittlungsgruppe unter Leitung des Staatsschutzes eingerichtet. Einen Tag nach dem Angriff wurde der Fahrer des Autos, das den 27-jährigen Afghanen verfolgte – ein 26-jähriger polizeibekannter Anklamer -, vernommen. Er war nicht geständig. Jetzt wird wegen Bedrohung, Körperverletzung und Verkehrsgefährdung gegen ihn ermittelt. Die Fahndung nach den sieben weiteren Tätern läuft auf Hochtouren.

Pastor Jörn-Peter Spießwinkel sagte dem Nordkurier, es sei erschreckend, dass der Fall genau dann bekannt geworden sei, als beim Martinsfest für die Asylbewerber gesammelt wurde. Es sei wichtig, in den sozialen Einrichtungen das Verhältnis zwischen den Anklamern und ihren „besonderen Gästen“ zu fördern. Roderich Eichel, Sozialarbeiter im Anklamer Jugendclub „Mühlentreff“, zeigt sich traurig von diesem Vorfall und hat ein neues Projekt gestartet: eine gemeinsame Sportgruppe von Anklamer Jugendlichen und Asylbewerbern. Ulrich Höckner, Leiter der Anklamer Caritas, die seit mehr als sieben Jahren eng mit Flüchtlingen zusammenarbeitet, findet es „erschütternd und ärgerlich, wenn der Ruf und das Engagement dieser Stadt auf diese Weise zunichte gemacht werden“.

1 Kommentar

  1.   Ulrike

    Vielen Anklamern geht es doch selber nicht sehr gut.Die Arbeitslosigkeit ist hoch und wenn man einen Job hat, ist der Lohn gering. Diese Menschen haben Existenzängste. Die Menschen mit gutem Job und Verdienst haben gut reden, null Empathie für einheimische Menschen.