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“Pegida” in Düsseldorf floppt mit 400 Teilnehmern

 
In der ersten Reihe marschierten Sebastian Nobile (links) und Dominik Roeseler (dritter von links). Roeseler sitzt für die Parte PRO-NRW im Stadtrat von Mönchengladbach. Fotos: Felix Huesmann
“Pegida” in Düsseldorf (Dügida) © Felix Huesmann

Während in Dresden 10.000 Menschen gegen Islam und Zuwanderung auf die Straße gingen, kamen zur Demonstration des Düsseldorfer PEGIDA-Ablegers nur 400. Die Polizei hatte im Vorfeld verkündet mit bis zu 2000 Teilnehmern zu rechnen und hatte ein entsprechend großes Aufgebot vor Ort. Teilgenommen haben neben „besorgten Bürgern“ auch Mitglieder rechtspopulistischer und neonazistischer Parteien und Angehörige der rechten Hooliganszene.

Während sich die „besorgten Bürger“, Hooligans und Neonazis im Regen vor dem Nordrhein-Westfälischen Landtag versammelten, fand einige hundert Meter weiter eine Gegenkundgebung mit 1100 Teilnehmern statt. Hierzu hatten Antifagruppen, Parteien und Gewerkschaften aufgerufen.

Etwa 30-40 Neonazis, die vor allem aus Dortmund angereist waren, kamen mit gehöriger Verspätung und teilweise erst kurz vor dem Ende der Veranstaltung am Landtag an. Die Polizei hatte sie zeitweise am Düsseldorfer Hauptbahnhof festgehalten. Darunter waren vor allem Mitglieder und Kader der Partei „Die Rechte“ aus Dortmund, aber auch der NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer.

NPD-Landesvorsitzender Claus Cremer ahm auch an der DÜGIDA-Demo teil.
NPD-Landesvorsitzender Claus Cremer ahm auch an der DÜGIDA-Demo teil © Felix Huesmann

Auf einer Wiese vor dem Landtag begrüßte der ehemalige German-Defense-League-Aktivist Sebastian Nobile die DÜGIDA-Teilnehmer und teilte mit, man würde noch auf Alexander Heumann warten. Heumann ist Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD) und dort Teil des rechtsaußen-Ablegers „Patriotische Plattform“ und mischte bereits bei den “HoGeSa”-Demonstrationen der vergangenen Wochen mit. Bei der Kundgebung der Hooligans in Hannover hielt er einen Redebeitrag.

Nach einiger Zeit machten sich die DÜGIDA-Demonstranten ohne Heumann auf zu ihrem Schweigemarsch und liefen fernab  jeder Öffentlichkeit am Rheinufer hinter dem Landtagsgebäude entlang. Nach einer kurzen Route durch die Dunkelheit fanden sie sich wieder am Ausgangsort ein.

Dort wandte sich der mittlerweile eingetroffene Alexander Heumann an die Teilnehmer. In seiner an Karnevals-Büttenreden oder Kirmes-Ansagen erinnernden Rede holte er zum Rundumschlag aus. So thematisierte er nicht nur eine angebliche Islamisierung Deutschlands, sondern auch die „Vedrängung alter Menschen aus Altenheimen durch Flüchtlinge“, die Gefahren des Feminismus und die Umerziehung der Kinder. Letztere geschehe unter dem Motto „Rudelfick statt Physik“.

Alexander Heumann bei seiner Reder vor dem Düsseldorfer Landtag. Neben ihm steht Melanie Dittmer.
Alexander Heumann bei seiner Reder vor dem Düsseldorfer Landtag. Neben ihm steht Melanie Dittmer © Felix Huesmann

Ähnlich skurril wurde es in einer weiteren Rede von Melanie Dittmer, die sich als Organisatorin des Bonner PEGIDA-Ablegers, BOGIDA, vorstellte. Dittmer war bereits in den 1990er Jahren in der Jugendorganisation der NPD und in Neonazikameradschaften im Ruhrgebiet federführend. Heute ist sie bei den „Identitären“ aktiv und versucht sich als freie Journalistin. In ihrem Redebeitrag thematisierte sie die „Ahu“-Rufe, die ihr von den Versammlungsteilnehmern entgegen schallten. Die könnten die bürgerlichen Demonstranten ruhig auch übernehmen, immerhin hätten die Spartaner das schon gerufen, als sie in der Reconquista gegen den Islam kämpften. Die bei Hooligans beliebten „Ahu“-Rufe entstammen dem Film „300“, in dem es um den spartanisch-persischen Krieg geht. Dieser Krieg fand allerdings gut elf Jahrhunderte vor der Reconquista und immerhin knapp tausend Jahre vor der Entstehung des Islams statt. Dem Großteil ihrer Zuhörer scheint das nicht aufgefallen zu sein.

Foto: Felix Huesmann
© Felix Huesmann

Verglichen mit den PEGIDA-Demonstrationen in Dresden war die Versammlung in Düsseldorf nicht nur bedeutend kleiner. Es fiel den Teilnehmern auch deutlich schwerer, das bürgerliche Image zu bewahren. Als während des Schweigemarsches die Rufe von Antifas zu hören sind, grölt die Menge „Antifa Hurensöhne“, zwischendurch erklingen „Lügenpresse auf die Fresse“-Rufe aus großen Teilen der Kundgebung. Obwohl „Bürgerliche“ große Teile der Versammlung ausmachen – am präsentesten sind in Düsseldorf schwarz gekleidete und teilweise vermummte Hooligans. Einige von ihnen waren wie Anmelder Alexander Heumann bereits bei HoGeSa-Versammlungen aufgefallen.

Es scheint schwer vorstellbar, dass die Melange aus „besorgten Bürgern“, Rechtspopulisten von AfD und PRO-NRW, Hooligans und Neonazis in Düsseldorf oder anderswo in Nordrhein-Westfalen ähnliche Erfolge haben wird, wie die PEGIDA in Dresden.

10 Kommentare

  1.   Klaus Ehrlich

    Wenn sich der neuen nationalrassistischen Bewegung rechtzeitig wie in Düsseldorf entgegengestellt wird, hat sie im Westen weniger Chancen – sehe ich auch so. Zur Analyse von Pegida und Hogesa ein Analyse- und Diskussionspapier in vorerst zwei veröffentlichten Teilen:

    HoGeSa & PEGIDA – neue Nationalrassistische Massenbewegung in Deutschland – Nationalsozialismus 2.0?

    Hier geht es auch um die seit Sonntag Abend online stehenden neuen Vernetzungs- und Organisierungsforum der HoGeSa:
    HoGeSa – Politically Incorrect’s SA? – – neue Nationalrassistische Massenbewegung in Deutschland – TEIL 2

    .

  2.   Frieder

    In Dresen hat es auch mit ein paar Hundert Demonstranten angefangen.


  3. “immerhin hätten die Spartaner das schon gerufen, als sie in der Reconquista gegen den Islam kämpften.”

    Ja wer erinnert sich nicht; damals als ein Bündnis von 300 Spartanern und der 7. Panzer-Division “Ghost Division” unter Leitung von Karl dem Großen die islamischen Horden Xerxes Saladin Mohammeds bekämpfte und schlussendlich in den Thermopylen (“Fulda-Gap”) niederstreckte.

    Nun, ich glaub das ist der Nachteil, wenn 99% der Medien “vom linken Mainstream” kontrolliert werden und man sich seine Infos aus Internetforen zusammensucht.

  4.   fjorgen

    400 ist der Anfang … und aller Anfang ist schwer. Aber es werden jede Woche mehr.


  5. Hier ein nettes Video zu Heumanns Auftritt:


  6. “Es scheint schwer vorstellbar, dass die Melange aus „besorgten Bürgern“, Rechtspopulisten von AfD und PRO-NRW, Hooligans und Neonazis in Düsseldorf oder anderswo in Nordrhein-Westfalen ähnliche Erfolge haben wird, wie die PEGIDA in Dresden.”

    NRW ist seit Jahren nicht mehr als normales deutsches Bundesland zu bezeichnen.
    Wenn in Wuppertal oder Bonn Horden von Salafisten ungestraft schalten und walten können,Moscheen wie Pilze aus dem Boden schiessen oder wenn in Köln oder Hagen der Anteil der Nachkommen von Migranten muslimischen Glaubens mittlerweile so hoch ist, das man sich als indigener Deutscher nur noch mit einem unguten Gefühl der Angst vor die Tür wagt, dann wird es auch dem ängstlichen Rest der alteingesessenen Bevölkerung irgendwann zuviel.
    Dann wird auch in NRW demonstriert.
    Das die Situation durch die bereits erfolgte Umvolkung viel schwerer ist, als in Dresden, mag richtig sein. Ist der Leidensdruck allerdings hoch genug , wird der Kessel auch in NRW explodieren, der jetzt noch mit einem riesigen Deckel von Gutmenschlichkeit verschlossen ist.

  7.   Patrick Mendel

    Keien Sorge, es werden sicher mehr. Und hoffentlich bald überall in Deutschland. die Bürger sind es leid sich von der Lügenpresse verarschen zu lassen. Auch von den Krawallbrüdern der Antifa haben wir genug. Ständig Ausschreitungen und Krawalle….. Es wird Zeit etwas gegen die linken Terroristen zu unternehmen,bevor sie unser Land endgültig in den Abgrund getrieben haben.

  8.   Matern

    Wenn beim ersten Anlauf 400 Teilnehmer ein “Flopp” sind, dann waren 95% aller DGB-Maidemos dieses Jahr trotz monatelanger Vorbereitung und Mobilisation auf allen Kanälen ein Flopp.
    Und das trotz gutem Wetter, Freibier und Würstchen.

    Irgendwie erinnert mich die BRD-Presse derzeit an die Endzeit-DDR!
    Den Sozialismus in seinem Lauf…Ochs, Esel..40 Staatsjubiläum…die Mauer wird noch in hundert Jahren…

    Oder an das Warten auf die Wunderwaffen und das Eingreifen der Armee Wenck!

    Merkt Ihr eigentlich, daß Ihr im dunklen Wald steht und vor Angst pfeift?

  9.   R.D.

    Ja, besorgte Bürger gegen Islamismus.
    Nunja, vor einigen Jahrzenten waren es noch die Juden, die an allem Schuld waren.
    Wahrscheinlich hatte es ähnlich angefangen.
    Wir Deutschen sollten eigentlich klüger geworden sein und aus der Vergangenheit gelernt haben.
    Ist die Frage, woher diese Unsicherheit kommt? Durch die eigene Arbeitslosigkeit? Durch zwischenmenschliche Kontaktschwierigkeiten oder durch die Medien?

  10.   hans

    Man wünscht sich wirklich die Zeit vor dem Internet zurück, wenn man dieses Geblubber hier lesen muss. Man sollte rechte Panikmache zum Straftatbestand erheben, Sanktion: Entzug des Internetzugangs.
    Zieht doch weg aus euren ach-so-schrecklich-gewordenen Gegenden, sucht euch ein hübsches Haus in Jarmel und feiert da den nationalen Viehbestand.

 

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