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Dortmund: Nazis, Blockaden und Antifa-Gedenkdemo

 
Dortmunder Neonazis bei einer Demonstration im Dezember 2014. Foto: Felix Huesmann
Dortmunder Neonazis bei einer Demonstration im Dezember 2014 © Felix Huesmann

Am kommenden Samstag wollen die Neonazis der Partei “Die Rechte” in Dortmund aufmarschieren. Auch ein Konzert der Rechtsrock-Größe “Lunikoff” ist geplant. Nachdem die Polizei Dortmund Aufmarsch und Konzert zuerst verboten hatte, wurde beides nun in der letzten Instanz gerichtlich erlaubt. Das Bündnis “Blockado” ruft zu Blockaden des Naziaufmarsches auf, gleichzeitig soll auch eine Antifademo anlässlich des zehnten Jahrestages der Tötung von Thomas Schulz durch einen Dortmunder Neonazis stattfinden.

Gezielte Provokation am zehnten Jahrestag

Der Aufmarsch und das Rechtsrock-Konzert am kommenden Samstag sind auch aufgrund des Datums eine besondere Provokation. Zum zehnten Mal jährt sich die Tötung des Punks Thomas “Schmuddel” Schulz durch den Dortmunder Neonazi Sven Kahlin. Das hatte der Dortmunder Polizeipräsident auch als Anlass für eine Verbotsverfügung genommen. Ein weiterer Grund für das Verbot seitens der Dortmunder Polizei war außerdem die Entwicklung der Dortmunder rechten Szene in den vergangenen Monaten. Die Neonazis der Partei “Die Rechte” treten zunehmend aggressiver auf. Mehrfach kam es außerdem zu Einschüchterungsversuchen gegenüber Nazigegnern und Journalisten.
Das Oberverwaltungsgericht erlaubte am heutigen Mittwoch jedoch beide Veranstaltungen der Neonazis in zweiter und letzter Instanz.

schmuddel_sticker.inddDie Veranstaltungen werden unterdessen nicht mehr nur von den “Üblichen Verdächtigen” aus dem Umfeld der Partei “Die Rechte” beworben. Auch der Herner “HoGeSa”-Organisator Andreas Kraul ruft auf seinem Facebookprofil zur Teilnahme auf und versucht die “Hooligans gegen Salafisten” nach Dortmund zu mobilisieren. Die Neonazis wollen sich zuerst um 12:30 am Dortmunder Hauptbahnhof treffen um dann aus dem Stadtteil Huckarde nach Dortmund-Dorstfeld zu marschieren.

Blockaden und Gedenkdemo

Das Dortmunder Bündnis “Blockado” ruft dazu auf, diesen Aufmarsch zu blockieren. Schon um 10:30 wollen sich die Nazigegner in der Dortmunder Innenstadt treffen, um dann vermutlich gemeinsam nach Dortmund-Hufkarde anzureisen.

Um 14 Uhr soll am S-Bahnhof Dortmund-Dorstfeld außerdem auch eine Antifademonstration im Gedenken an Thomas Schulz starten. Demonstrationen im Gedenken an Thomas Schulz und teilweise unter dem allgemeineren Motto “Demo gegen rechte Gewalt” fanden anlässlich des Todesdatums in den vergangenen Jahren immer wieder statt.

1 Kommentar

  1.   Mustafa Kemal

    Nach einer gründlichen Entnazifizierung der Justiz und der Polizei würden solche rassistischen Veranstaltung nicht mehr an der Tagesordnung sein!

    Salafistische Nachfolgeorganisationen werden in Schnelltempo durch den Innenminister verboten, aber Nachfolgeorganisationen von verbotenen Nazivereinen- und Rechtsradikalen Gruppierungen nicht!?

    Warum werden wohl die Nazis von der Justiz geschützt?

    Antwort:

    PS: Deutsche Justiz und Neutral?
    Untersuchung zur NS-Vergangenheit in Ministerien
    NS-Personal für die junge Bundesrepublik
    Nach 1945 arbeiteten in den Ministerien der Bundesrepublik viele Ex-NS-Funktionäre – allein im Justizministerium waren es fast die Hälfte der Beamten.
    Seit einem Jahr untersuchen Historiker den Einfluss von EX-NS-Beamten – und ziehen eine erste, klare Bilanz.

    Von Norbert Carius, SR, ARD-Hauptstadtstudio
    Untersuchung zur NS-Vergangenheit von Mitarbeitern in Bundesministerien
    tagesthemen 22:15 Uhr, 08.05.2013, Ulla Fiebig, ARD Berlin
    Download der Videodatei