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Neonazis attackieren Antifa-Kaffeefahrt in M-V

 
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Antirassistische Kundgebung am 22. August auf dem Burg Stargarder Marktplatz © Sören Kohlhuber

Etwa 15 Neonazis haben am Samstag in Burg Stargard (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) zwei Reisebusse mit Antifaschisten angegriffen. Nach einer antirassistischen Kundgebung in der Kleinstadt warfen die Nazis nach Angaben von Augenzeugen Steine und Flaschen gegen die Fahrzeuge. Verletzt wurde zum Glück niemand. Die Antifas waren im Rahmen des Alternativen Jugendcamps (Ajuca) in der Region unterwegs, das derzeit auf dem Gelände des Fusion-Festivals in Lärz stattfindet. Erst am Vortag hatte die NPD eine Kundgebung auf dem Burg Stargarder Marktplatz abgehalten.

Mit Steinen und Flaschen bewaffnete Neonazis © Sören Kohluber
Mit Steinen und Flaschen bewaffnete Neonazis © Sören Kohluber

Bereits bei der Ankunft gegen 16 Uhr seien die Antifas bepöbelt worden, berichteten Teilnehmer. Während der Kundgebung auf dem Marktplatz, an der auch erst am Dienstag in eine Jugendherberge eingezogene Flüchtlinge aus Syrien teilnehmen sollten, habe sich die Situation zugespitzt. Offensichtliche Neonazis telefonierten ihre „Kameraden“ herbei. Einige seien mit Holzlatten bewaffnet und offensichtlich alkoholisiert gewesen, berichteten Teilnehmer weiter. Die Flüchtlinge seien dann zu ihrer Sicherheit zurück in die Herberge gebracht worden. Nach etwa 30 Minuten beendeten die Aktivisten die Kundgebung und bewegten sich zu den Bussen zurück. Dabei seien ihnen bis zu 15 Neonazis gefolgt, die die Busse mit Steinen und Flaschen beworfen hätten. Beschädigt wurde nichts. Die Angreifer stammten offenbar überwiegend aus der lokalen Szene. Einige sollen Shirts der Burg Stargarder Naziband „Stargarder Jungs“ getragen haben.

Bei der Polizei ist indes nichts von Angriffen bekannt. Die alarmierten Beamten hätten keine Personen von der Kundgebung mehr feststellen können, als sie gegen 16:40 Uhr in Burg Stargard eingetroffen seien, hieß aus der Polizeileitstelle in Neubrandenburg. Zwar habe es verbale Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen gegeben, von Auseinandersetzungen oder Straftaten sei aber nichts bekannt.

© Sören Kohluber
© Sören Kohluber

Erst am Freitag hatte der NPD-Kreisverband eine Kundgebung auf dem Marktplatz der Kleinstadt abgehalten. Unter dem Motto „Wir sind nicht das Sozialamt der Welt“ wollten die laut Augenzeugen etwa zehn Neonazis gegen 30 Geflüchtete aus dem syrischen Kriegsgebiet hetzen, die am Dienstag in die Jugendherberge des Ortes eingezogen waren. Unter den Rednern sollen neben NPD-Stadtvertreter Norman Runge auch der NPD-Kreistagsabgeordnete Hannes Welchar gewesen sein. Neben lautem Protest reagierten die Aktivisten vom Ajuca auch mit praktischer Hilfe: Sie holten viele der Heimbewohner kurzerhand mit Autos zum Ajuca nach Lärz und so zumindest für eine Zeit lang aus dem langweiligen und zermürbenden Alltag.

6 Kommentare

  1.   Irmela Mensah-Schramm

    Das in Burg Stargard eine feste Nazigruppe ihr Unwesen treibt, konnte ich selbst zur Kenntnis nehmen.
    Aber heftig! Als ich von einem älteren 2 Zentner-Typ verfogt wurde und die Polizei über 110 um Hilfe rief, wurde sie mir verweigert mit den Worten” Es ist doch nur eine Mutmaßung”………..
    Dank seiner “Kondition” erlangte ich Vorsprung und konnte mir selbst helfen, da mir nichts anderes übrig blieb!
    Man muss sich daher auch nicht mehr wundern, wie die nazis durch derartiges Verhalten ermuntert werden zu deutlicheren Aktionen und auch Angriffen!
    Dies betrifft MVP ebenso wie Sachsen, oder Brandenburg – auch Dortmund!

  2.   Heiner Mueller

    Was ich erschreckend finde:
    1. Es wird mit Steinen geworfen.
    2. Es gibt Fotos der Menschen die diese geworfen haben.
    3. Man weiß, dass sie dort im Umkreis wohnen.
    4. Es bemüht sich niemand den letzten Schritt zu tun und gegen diese zu ermitteln.

    Greift da nicht schon längst §129a, “Bildung terroristischer Vereinigungen”?

    Unfassbar.

  3.   maxe

    Müssen wohl Plastikflaschen gewesen sein. Die hat sicher ein verarmter Nazi aufgelesen und das Pfand kassiert. Deshalb konnte die Polizei keine Beweise mehr finden.

  4.   fred

    @Heiner Mueller

    dann wären ja hier in Berlin alle Linken Terroristen.

    Unfassbar

  5.   Witte

    Man sollte haerter gegen diese Randalieren vorgehen.Es kann nicht sein dass
    diese Gruppe mit ihrer dummen und aermlichen Gesinnung so auftreten darf.
    Stzt sie doch einfach in einen Zug nach Syrien und wenn sie dann kopflos –das meine ich woertlich– wird ihnen wohl auffallen was sie fuer einen Schwachsinn
    von sich geben.Sollten sie das dennoch nicht begreifen haben sie es verdient –kopflos– rumzulaufen, solange das dann noch geht.Ihr seid einfach nur laecherlich und erbaermlich.