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Aus Worten werden Taten – Wehrsport mit Kampfmessern

 
Kampftraining mit Messern - Düsseldorfer Neonazis bei Wehrsportübungen
Kampftraining – Neonazis aus NRW bei Wehrsportübungen mit Messern

Nach dem Attentat in Köln ist die Stadt geschockt. Der Täter: Frank Steffen, der schon in den 90er Jahren an Aufmärschen der militanten Nazi-Partei FAP teilnahm. Rechter Terrorismus setzt auf vermeintliche Einzeltäter. Doch sie sind keineswegs allein. Täter gibt es viele. In ganz Deutschland. Über 500 Straftaten alleine in 2015 gegen Asylbewerberheime. Sie stehen ideologisch auf einer Linie. Jene, die davon sprechen Notwehr gegen Flüchtlinge einzusetzen, mit denen die öffentlich ihre Gewaltphantasien ausleben und mit denen, die ohne Hemmungen auf Facebook hetzen. Es bedarf keinerlei persönliche Verbindungen. Kommunziert wird mit Taten. Ob das nun ein Video auf Youtube ist, ein Angriff auf eine Politikerin oder ein Brandanschlag auf eine Unterkunft für Geflüchtete. Es ist die Sprache der rassistischen Gewalt. Laut, offensiv und mit Rückenwind.

Die Radikalisierung der rechten Strukturen und Strömungen in Düsseldorf zeigt beispielhaft, wie aus Worten Taten werden. Die Reden bei DügIdA-Demonstrationen werden immer radikaler, einige Aktivisten der DügIdA zelebrieren öffentlich Wehrsportübungen und auf Facebook formiert sich eine vermeintliche Bürgerwehr für Düsseldorf.

In Ost-Deutschland ist das Konzept der rassistisch motivierten Bürgerwehren bereits in vielen Orten angekommen. Die Stadt Freital hat mit ihrer Selbstjustiz-Truppe bisher das größte Aufsehen erregt. Doch auch Düsseldorf soll nun bald in den Genuss einer Bürgerwehr kommen.

Maßgeblich verantwortlich dafür ist ein gewisser Nicolas. Nicolas ist eine fragwürdige Persönlichkeit. Ausgewandert in die Niederlande, genauer gesagt nach Amsterdam. Dort ist er jedoch gescheitert. Man könnte auch sagen, er musste aus wirtschaftlichen Gründen Amsterdam verlassen um wieder zurück in die Eifel zu fliehen. Auch seine politische Einstellung ist mehr als interessant. Er fürchtet vor allem “die Flut”. Wenn er von “der Flut” spricht, meint er damit Menschen die nach Deutschland kommen um hier Schutz zu suchen. Nicht aus Angst davor, sich kein schönes Auto leisten zu können, sondern vor exentenziellen Bedrohungen.

Nicolas fühlt sich nun berufen in NRW und ganz besonders in Düsseldorf eine Bürgerwehr zu gründen. Er sieht es als eine Pflicht, als Notwendigkeit. Der Bürgerkrieg ist für ihn unausweichlich und steht kurz vor der Tür. In aller Konsequenz gründet er dann die passenden Facebook-Gruppen. In der Gruppe “Bürgerwehr Düsseldorf” wird es ziemlich schnell, ziemlich konkret. Es wird über Bewaffnung und Strategie diskutiert. Zu beginn war die Gruppe sogar noch öffentlich. Niemand macht einen Hehl aus ihren Absichten. Sie möchten gerne bewaffnete Patrouillen organisieren, am liebsten in migrantisch geprägten Vierteln oder in der Nähe von Sammelunterkünften für Flüchtlinge. Sie reden über Kampfsport und Selbst-Verteidigung. Ein gewisser Rainer prahlt sogar damit, dass sein Trainer ein Polizist sei und ihm Ratschläge gegen habe, welche Waffen im Alltag in Ordnung seien.

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Rainer heißt mit Nachnamen Händelkes und ist der Kreisvorsitzende der NPD Krefeld. Doch nicht nur bei der NPD ist er tätig. Außerdem ist er Teil des Orga-Teams von DügIdA und im unmittelbaren Kontakt zu Melanie Dittmer. Mehr sogar: Die Frau von Rainer Händelkes, Melanie Händelkes, ist selber NPD-Politikerin und kennt Melanie Dittmer noch von Zeltlagern der Jungen Nationalisten (JN), die Jugendorganisation der NPD.

Rainer Händelkes ist auch der Wehrsporttrainer von Melanie Dittmer. Auf Indymedia lässt sich entsprechendes Video-Material finden, auf dem eindeutig zu sehen ist, dass die beiden den bewaffneten Kampf tranieren. Dittmer bekommt gezeigt, wie man mit einem Messer jemanden in den Hals sticht. Sie führt auf dem Video-Material eindeutig das Messer an die Kehle von Händelkes. Auf Facebook und gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger distanziert sie sich von ihrem eigenen Video und behauptet, bei dem Training gehe es nur um Entwaffnung und Verteidigung. Auf einem Video von französichen Autonomen Nationalisten ist sie bei ähnlichen Wehrsportübungen zu sehen. In Frankreich war sie vor kurzem auch noch auf einem Schießstand um sich an verschiedensten Schusswaffen auszuprobieren. Begleitet wurde sie dabei von Katrin K., eine engagierte Fahnenträgerin bei DügIdA aus Mönchengladbach. Unter anderem schossen sie mit einer Uzi, eine Maschinenpistole aus dem von ihr so sehr verhassten Staat Israel. Entsprechende Fotos hat sie auf Instagram hochgeladen. Diese Fotos löschte sie jedoch kurz nach dem Attentat auf die Politikerin Reker in Köln. Mittlerweile hatten nämlich sowohl die Polizei und als auch die Staatsanwalt eine Auge auf das Foto – und Video-Material geworfen. Nach ersten Überprüfungen hatte die Polizei eine Verbindung zum Kölner Attentäter nicht feststellen können.

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In Frankreich tauchte sie außerdem auch bei einer Kundgebung in Paris auf. Dort rief sie dazu auf Merkel den Kopf abzuschneiden. Da passt es gut ins Bild, dass auf DügIdA-Demonstrationen neuerdings die Parole “Düsseldorf erwache!” gerufen wird. Eine direkte Anlehnung an den NS-Leitspruch “Deutschland erwache!”. Rechte Strukturen in Düsseldorf radikalisieren sich und propagieren die offene Gewalt, während in Köln eine Politikerin in einem rechten Terror-Akt mit einem Messer angegriffen wird.

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