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Rechte Angriffsserie in Berlin-Neukölln

 
Rechte Angriffsserie in Berlin-Neukölln
Mehrere Hausfassaden wurden von Neonazis mit solchen Beschimpfungen beschmiert. © Theo Schneider

In der Nacht zu Dienstag haben Neonazis erneut politische Gegner in Berlin-Neukölln angegriffen. In mindestens sieben Fällen, einer davon im benachbarten Stadtteil Kreuzberg, haben die Täter mit roter Sprühfarbe bei den Betroffenen an die Hausfassade oder in den Eingangsbereich die Namen und Beleidigungen geschmiert. Die Handschrift ist bei allen Vorfällen die gleiche. Mit diesen Aktionen sollen die Betroffenen eingeschüchtert werden, die mutmaßlich durch ihr Engagement gegen rechts oder andere Aktivitäten ins Visier der Neonazis gerieten.

Damit setzt sich eine Serie von rechten Anschlägen im Bezirk fort. Bereits am Freitagabend war in Neukölln eine Wohnung attackiert worden, in der laut Neonazis der Aktivist Tim H. wohnen soll. Mit Farbe gefüllte Flaschen wurden durch die Fensterscheiben geschleudert. Erst zwei Wochen zuvor gab es im Bezirk mehrere Attacken auf Privatwohnungen nach demselben Tatmuster sowie einen Brandanschlag auf das Café K-Fetisch. Das Lokal ist im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses, nur durch Glück kamen keine Menschen zu Schaden.

Als Reaktion protestierten rund 1.200 Menschen bei einer Solidaritätsdemonstration in Neukölln.

Immer wieder geraten Einzelpersonen, Parteien sowie linke Läden aber auch Jugendeinrichtungen und Moscheen ins Visier der Rechten. Obwohl die Berliner Neonaziszene seit Jahren mit solchen Taten agiert, ist es der Polizei bislang erst in einem Fall gelungen, einen Täter solcher Anschläge zu ermitteln.

Der Neonazi Harald B., der auch im diesjährigen Wahlkampf die Neuköllner NPD unterstützt hatte, war 2014 zu einer Geldstrafe verurteilt worden, nachdem er mit einem Mittäter einen Schweinekopf-Anschlag auf die Neuköllner Şehitlik-Moschee am Columbiadamm verübt hatte. Die Berliner Zeitung B.Z. betonte nach den jüngsten Vorfällen eine auffällige Zunahme solcher Taten in diesem Jahr seit der Haftentlassung des früheren Neuköllner NPD-Vorsitzenden Sebastian Thom. Er ist laut der Zeitung erst seit Mai wieder auf freiem Fuß.

Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus bietet Betroffenen solcher Attacken Unterstützung an und rät, sich an die Beratungsstelle zu wenden.

33 Kommentare

  1.   Kai_Denker

    Die Nazi-Brut dreht komplett frei. Man denke nur an die Hetze, die sie bis zur Besinnungslosigkeit im Netz verbreiten. Und es bleibt ja nun auch nicht bei Schmierereien und Hetze, sondern sie gehen Menschen an Leib und Leben. Es wird Zeit, dass der Staat hier endlich hart durchgreift und den mittlerweile blaubrauen Sumpf komplett trocken legt.

  2.   Gaucho Honorario

    Einfach die gesetzlichen Möglichkeiten ausschöpfen und Nazi-Spinner in den Knast schicken.

  3.   Gengoe

    @Kai Denker

    Brut, Sumpf, etc. Nennt man so etwas nicht hatespeech ? Sollte dies auf ZON nicht verpönt sein ?

  4.   tsitsinotis08

    Nazis kennen nur EIN Gefühl: Hass.

    Erreichbar sind sie nur durch direkte Konfrontation mit ihren Opfern.

  5.   Florian Meyer

    Da haben die Berliner „Rechten“ sich wohl die Leipziger „Linken“ zum Vorbild genommen… Oh Verzeihung, es muß natürlich „Linksradikale“ heißen! Das Wörtchen „radikal“ vergißt man ja nur bei der anderen Seite ganz gerne…

    Wenn nun „Neonazis“ die Berliner Anschläge verursacht haben sollen, müßte man die „Antifa“, die Anschläge auf Politiker und Büroräume der AfD verübt, nicht korrekterweise als „linke“ bzw. „rotgefärbte Faschisten“ bezeichnen?

  6.   rechtundfreiheit

    Wenn immer der Staat seine Richtung verliehrt,
    melden sich jene zu Menschen zu Wort,
    die vorher keine Stimme hatten.
    Aber nun in der Hetze und Gewalt ihren „Selbsthass“,
    bei anders denkenden gewaltsam ausdruecken.

  7.   GMsecondbest

    Vielleicht läßt sich mit Rot-Rot-Grün ja über die Ausdehnung der Videoüberwachung vor gefährdeten Objekten der linken Szene reden. Es würde evtl.die allgemeine Blockadehaltung des Rot-Rot-Grünen Senats hinsichtlich der Erweiterung der Videoüberwachung aufweichen und man könnte evtl. ein paar von diesen Deppen zur Strecke bringen.

  8.   d353rt

    Also bitte, dass soll mir hier einer der rechten Wortführer erklären: als Zeichen des „Widerstands“ setzt man Gemeindeeigentum in Brand, in der eigenen Gemeinde, wohl bemerkt, und beschmiert Immobilien von Privatpersonen. Nochmal: in der eigenen Gegend. Und das nennt sich dann „Nationaler Widerstand“. Entschuldigung, wirklich, es tut mir wirklich Leid, aber wie kann man diese rechten Täter nicht als Idioten bezeichnen?

  9.   Martin Rémy

    @Kai_Denker:

    Ganz ehrlich, als differenzierter Denker profilieren Sie sich leider nicht.

    Natürlich muss die Polizei das alles aufklären, damit ein Gericht Recht sprechen kann. Rechtsextremismus muss staatlicherseits und gesellschaftlicherseits bekämpft werden.

    Aber was:
    „den mittlerweile blaubrauen Sumpf“

    hat die AfD damit zu tun? Einfach aus Prinzip?

    Der Artikel macht sehr deutlich, dass man Zusammenhänge zum NPD Millieu vermutet.

    Ich bin kein AfD Anhänger. Aber sie mir nichts dir nichts rechtsextremer Straftaten zu bezichtigen, ist kontraproduktiv, wenn nicht sogar falsch.

    Es ist diese, von Ihnen benutzte, Methodik, die Menschen einfach nur noch abwinken und abstumpfen lassen.

    Und das ist ziemlich gefährlich.