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Ausnahmezustand in Leipzig

 
Ausnahmezustand in Leipzig
Bereits 2014 kam es im Stadtteil Lindenau bei einem Naziaufmarsch zu schweren Ausschreitungen © Daniel Lima/visual.change

Es wird unruhig in Leipzig: Für den 18. März haben sich rechtsextreme Parteikader samt Anhängerschaft im Süden der Messestadt angekündigt. Anmelder ist Christian Worch – Neonazi und Bundesvorstand der Kleinstpartei Die Rechte. Er hatte Leipzig schon Anfang der 2000er Jahre zur „Frontstadt“ erklärt. Es werden mehrere tausend Gegendemonstranten erwartet, die angekündigt haben den Aufmarsch zu blockieren.

Die angemeldete Marschroute durch das linksalternative Zentrum Connewitz wurde zwar von der Stadtverwaltung verlegt, einer ungewohnten Aufmerksamtkeit können sich die Funktionäre der Kleinstpartei Die Rechte jedoch sicher sein. Nach einem ersten Aufmarsch Ende 2015 zeigen sie erneut Präsenz in Leipzig. Seit Wochen mobilisieren Landesverbände und rechtsextreme Gruppierungen teils martialisch mit Flyern, T-Shirts und online für die Demonstration am 18. März.

Warum Connewitz?

Wie schon 2015 hatte Christian Worch, Bundesvorsitzender der Partei, für das kommende Wochenende eine Demonstration durch Leipzig-Connewitz angemeldet. Vielen Anwohnern und Sympathisanten gilt das Viertel als Gegenentwurf zu den „Sächsischen Verhältnissen“. Gemeint sind etablierte rechtsextreme Strukturen, in Verruf geratene Behörden und vermeintliche Bürgerbewegungen. Kurzum: Dunkeldeutschland. Stimmen aus den Sicherheitsbehörden sehen in den alternativen Wohnprojekten, besetzten Häusern und Clubs jedoch ein Zentrum des Linksextremismus in Mitteldeutschland.

Anfang der 2000er Jahre prägte Worch den Aufbau sogenannter Freier Kameradschaften neben Thorsten Heise entscheidend mit und erklärte Leipzig zur „Frontstadt„: „Wenn wir uns aus den Städten mit kritischem Antifa-Potential verdrängen lassen, wird die Antifa uns bald auch in die eher ruhigen Städte nachrücken, dann auch in die Kleinstädte, bis hin in die Dörfer“. Dem Prinzip folgend sollte nun auch der Aufmarsch durch Connewitz führen.

Auf Anfrage spricht das Leipziger Ordnungsamt von einer gezielten Provokation der Rechtsextremen und erinnert an den 12.12.2015. Damals gerieten am Rande des weiträumig abgeschirmten Aufmarsches Gegendemonstranten und Polizei heftig aneinander. Zur „Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ würden im Laufe der Woche Beschränkungen der Demonstrationen und Routenänderungen folgen. Am Montag bestätigte die Behörde nun Meldungen der Leipziger Internet Zeitung, wonach die Rechtsextremen nicht in Connewitz, sondern im Bereich um den Bayrischen Bahnhof im Südosten Leipzigs marschieren. Der Grund: Die Ausschreitungen Ende 2015. Laut dem Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz sind derzeit neun Gegenveranstaltungen angemeldet.

4 Kommentare

  1.   graf hugo-otto von bloedheim-dummschuett

    liebe störungsmelder-redaktion,
    das bild ist falsch beschriftet. es stammt zwar tatsächlich aus dem Jahr 2014, allerdings fanden die Ausschreitungen um einen Nazi-Aufmarsch in Connewitz am 12.12.2015 statt, wie ihr selber schreibt. Das von Ihnen verwendete Bild stammt aus dem Sommer 2014 und zeigt den Stadtteil Lindenau (der Schriftzug „Demmeringstraße“ lässt sich sogar lesen) im Westen von Leipzig. Auch da kam es zu Konfrontationen zwischen Demonstranten und Polizeikräften. Sorry für das Kluggescheiße 🙂

  2.   Johannes Radke

    Danke für den Hinweis. Haben wir korrigiert: Bereits 2014 kam es im Stadtteil Lindenau bei einem Naziaufmarsch zu schweren Ausschreitungen © Daniel Lima/visual.change

  3.   Jens

    Also ich bin gerade 3 Stunden durch Leipzig gelaufen und könnte keinerlei Ausnahmezustände feststellen. Bitte formuliert doch euere Überschriften anders, damit niemand in Panik verfällt!


  4. […] Zeit Online/Störungsmelder: Ausnahmezustand in Leipzig (via […]