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Dortmund: Naziangriff endet im Polizeigewahrsam

 
Dortmund gilt als Hochburg der rechstextreme Szene Nordrhein-Westfalens  © Christian Martischius

Das ging daneben: Neonazis haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Dortmund eine Gruppe türkischer Jugendlicher attackiert, doch die wehrten sich erfolgreich. Wie die Polizei Dortmund berichtet, provozierten fünf Neonazis auf der Rheinischen Straße die Gruppe. Aus dem verbalen Schlagabtausch entwickelte sich dann eine körperliche Auseinandersetzung, bei der auch Ketten und Holzlatten eingesetzt wurden.

Rund zehn weitere Neonazis eilten ihren „Kameraden“ zu Hilfe und beteiligten sich im weiteren Verlauf an dem Angriff. Die eintreffende Polizei wurde ebenfalls von den Neonazis attackiert, die daraufhin Pfefferspray und Schlagstock einsetzen musste. Mehrere Rechstextreme wurden die Nacht über in Polizeigewahrsam genommen.

Auf den Kontext des Geschehens gab die Polizei keinen Hinweis. Auf einer rechtsextremen Internetseite schreiben jedoch Dortmunder Neonazis, dass sie zu dem Zeitpunkt Plakate geklebt haben. Offenbar handelt es sich hierbei um Werbeplakate der Partei „Die Rechte“, welche zu der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai antritt. Der Dortmunder Kreisverband „Die Rechte“ ist als Nachfolgeorganisation des verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“ einzustufen und besteht aus stadtbekannten und größtenteils gewalttätigen Dortmunder Neonazis. So ist die jüngste Auseinandersetzung kein Novum, bereits in der Vergangenheit kam es während nächtlichen Aktionen der Neonazis zu Angriffen auf vermeintliche politische Gegner oder Migranten.

Pikant an dem Vorfall ist allerdings, dass sich die Schlägerei in der Nähe des Ortskern des Stadtteil Dorstfeld zugetragen hat, also jener Teil von Dortmund, den die Neonazis für sich beanspruchen wollen und als „Nazikiez“ bewerben. Scheinbar konnte dieser Anspruch zumindest in der letzten Nacht nicht durchgesetzt werden.

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