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Wie sandfarbener Samt

 

Ein wenig Folk, ein wenig Blues, ein wenig Soul – mit seinen Gitarrenklängen und dem sanften Gesang auf „Biscuits For Breakfast“ erobert Fink (UK) auch erwachsene Hörer

Cover Fink

Sie geht vorbei, damit man ihr folgt. Mit geschmeidiger Nonchalance macht sie die Jungs verrückt. Die stolpern von Soforthabenwollen zu Lieberseinlassen, denn sie ist ein heißes, kleines Ding, an dem man sich leicht verbrennen kann. „Don’t suppose it would be cool if we hung out“, singt Fin Greenall wehmütig. Und so seelenvoll und schön, wie er diese Göttin des Bürgersteigs entwirft, sind viele seiner Lieder.

Als Fink (UK) macht der Mann aus Brighton eine Musik, die elegant zwischen den Stilen changiert und sich nicht festlegen lässt. Auf seinem zweiten Album Biscuits For Breakfast mischt er Straßenlyrik mit Poesie und Gitarrenromantik mit urbaner Musikkultur.

Die ersten Töne der Single Pretty Little Thing blubbert eine Elektro-Orgel. Dazu gesellt sich eine rhythmisch gezupfte Akustikgitarre, ein unregelmäßiger Beat ploppt wie ein Flummi. Über all das legt Greenall wie beiläufig seine sanfte Stimme. Das durchsichtige Klanggeflecht verdichtet sich mal zu typischen Blues-Harmonien, dann wieder dominiert luftiger Soul. Und immer ist da auch eine Spur von Liedermacheridylle.

Fin Greenall suchte den ehrlichen, direkten Ausdruck. Als DJ ist er um die Welt geflogen, hat Platten für andere Musiker produziert und ein TripHop-Album veröffentlicht. Mit seinem vielschichtigen Gitarren-Purismus fand er nun einen Stil, der das britische HipHop-Label Ninja Tune überzeugte: Zum ersten Mal nahm man dort einen Singer/Songwriter unter Vertrag.

Wie sandfarbener Samt klingt der Gesang. Greenall knattert und nuschelt uns ins Ohr, als verriete er private Geheimnisse. Ein wenig melancholisch und wolkenverhangen, aber durchaus mit Lichtblicken. Den Klassiker All Cried Out von Alison Moyet bringt er in unerhörter Schlichtheit zum Leuchten.

Biscuits For Breakfast lässt den Blick in die Ferne schweifen. Überall, wo Sehnsucht und Traurigkeit die Gemüter beherrschen, spielt diese Musik den Traumfänger. Auf dem Balkon unterm Sonnensegel, im Schnellzug übers Land oder am knisternden Strandfeuer. Und wen interessiert da, ob das nun Folk, Blues oder Soul ist?

„Biscuits For Breakfast“ von Fink (UK) ist als LP und CD erschienen bei Ninja Tune. Um nicht mit der Hamburger Band Fink verwechselt zu werden, steht in Deutschland das UK für United Kingdom hinter seinem Namen.

Hören Sie hier „Pretty Little Thing“ und „All Cried Out“

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1 Kommentar

  1.   canela_pura

    eigentlich bin ich eine mininmaltech-anhängerin. doch dieser fink ist einer meiner nichttechnoiden perlen in meinem cd-schatzkästchen.

    luftig, davontragend, schwebend eingehüllt in die gitarrenklänge; geniesse ich ihn gerade, während ich hier schreibe. seine stimme mich glücklichmelancholisch stimmt. danke fin greenall für deine authentizität!