Das Musik-Blog zwischen Disko und Diskurs

Kritik an Amazons Cloud Player

Von 31. März 2011 um 11:23 Uhr

Google und Apple arbeiten dran, doch Amazon brachte zuerst einen netzbasierten Musikspeicher auf den Markt. Das ging nur so schnell, weil Lizenzrechte ungeklärt sind.

© Screenshot Amazon.com

Am Montag hat der amerikanische Onlinebuchhändler Amazon seinen neuen netzbasierten Datenspeicher Cloud Drive und das dazugehörige Interface namens Cloud Player vorgestellt. In den USA können die Kunden nun bis zu fünf Gigabyte ihrer Musikdateien kostenlos online abspeichern und mittels einer App auf allen gewünschten Geräten abspielen.

Schon länger hielt sich das Gerücht, Google und Apple würden ebenfalls an einem solchen Angebot arbeiten. Was da so lang gedauert hat und warum Amazon vorpreschen konnte, zeigt sich nun: In alter Google-Books-Manier hat Amazon sein Angebot auf den Markt gebracht, offenbar ohne vorher mit den Rechteinhabern zu sprechen.

Die großen Plattenfirmen sind folglich beleidigt und wollen nun nachträglich verhandeln: Sie verstehen Cloud Drive und Cloud Player als lizenzpflichtige Streamingangebote, obwohl der Hörer zuvor beim Kauf der Dateien für die private Nutzung bezahlt hat. Amazon hingegen betrachtet das Angebot als eine virtuelle, externe Festplatte für den privaten Gebrauch der Kunden.

Wie der neue Dienst im Detail funktioniert, hat die New York Times ausführlich beschrieben.

Wie lang sich allerdings ein Gerichtsprozess zwischen Amazon auf der einen und EMI, Universal und Warner auf der anderen Seite hinziehen würde, lässt sich erahnen. Nur für den Hinterkopf: EMI streitet seit mehr als drei Jahren mit dem kleineren Cloud-Service MP3tunes.

Kategorien: Musikbranche
Leser-Kommentare
  1. 1.

    > Amazon hingegen betrachtet das Angebot als eine
    > virtuelle, externe Festplatte für den privaten Gebrauch
    > der Kunden.

    Solange niemand sonst als der Kunde auf dieses Cloud-Laufwerk Zugriff hat, finde ich diese Sichtweise von Amazon absolut nachvollziehbar. Scheint so, als bekämen die “beleidigten” Labels mal wieder den Hals nicht voll.

    • 31. März 2011 um 14:41 Uhr
    • Velvia Blue
  2. 2.

    Diese ganzen Diskussionen sind doch in Zeiten von Simfy.de und Plug-ins für last.fm mehr als müßig.
    Der gewiefte User kann sich heute schon vollkommen legal, unkompliziert und gratis (!) jegliche Musik auf allen seinen Geräten streamen. Das zeigt doch nur, dass die ‘Großen’ schon wieder viel zu spät dran sind, um die Kuh noch zu melken.

    • 31. März 2011 um 18:19 Uhr
    • Mihael Svitek
  3. 3.

    Selbst wenn andere Nutzer auf den Speicher zugreifen können, ist es nichts anderes als Webspace. – Dafür Lizenzgebühren zu verlangen wäre eine absolute Unverschämtheit… .

    • 31. März 2011 um 19:06 Uhr
    • David
  4. 4.

    Die NYT-Seite liegt hinter der Paywall. Leider.

    • 31. März 2011 um 19:49 Uhr
    • paneion
  5. 5.

    Ich verstehe die Musikindustrie nicht so ganz ich soll also nochmal bezahlen, obwohl ich gekaufte MP3s von “meinen” Cloudspeicher streamen lassen will? Ja alles klar, lächerlich zu mal Cloud-player (bzw. Speicher) es nun nicht erst seit gestern gibt. Mich wundert es wieso, dass die “Großen” es mal wieder total verpennt haben und erst jetzt einsteigen werden/wollen.

    • 2. April 2011 um 11:29 Uhr
    • Dossy86
  6. Kommentar zum Thema

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