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Strommasten neu gedacht (und vor allem schöner)

 
Copyright: Choi+Shine Architects

Da sag noch jemand, dass Strommasten immer als stählerne Ungeheuer daherkommen müssen. Jin Choi und Thomas Shine, Inhaber des Architekturbüros „Choi + Shine“ aus Massachustetts/USA, haben die Herausforderung des isländischen Versorgers Landsnet angenommen und die Stahlmasten neu gedacht. Bedingung des Architekturwettbewerbs: Die neuen 220-kv-Leitungen dürfen sich nicht stark von der aktuellen Bauweise unterscheiden.

Herausgekommen sind wundersame Stahlgiganten, die über die isländischen Fjorde stampfen. Sie haben sogar den Preis für „Ungebaute Architektur“ der Bostoner Society of Architekts gewonnen.

Wär das nicht auch was für Deutschland? Filigrane Stahlkolosse, die durch´s Emsland Richtung Ruhrpott stolzieren? Schließlich ist der Netzausbau gerade eine der energiepolitischen Herausforderungen für die kommenden Jahre in Deutschland: Windstrom vom Flachland muss in die Verbrauchszentren nach Süddeutschland. Und mit solchen kunstvollen Figuren ließe sich sicherlich auch der eine oder andere Grundbesitzer von der Notwendigkeit einer neuen Trasse überzeugen…

Copyright: Choi+Shine Architects
Copyright: Choi+Shine Architects

5 Kommentare

  1.   Laoyafo

    Vielleicht könnten auch Windräder neu konzipiert werden. Nicht ganz so riesig, massiv, weiß, sondern vielleicht ein grüner Wald aus kleineren, leichteren, leichter drehenden Geräten? Sind die denn wirklich unbedingt unwirtschaftlich? Und wenn Windkraftwerke wirklich nur häßlich sein müßten, würden Touristen Holland weiträumig umgehen.

  2.   Thomas EDDV

    Massachustetts? Schwieriges Wort, sicher, aber wo liegt der Ort? Etwa neben Massachusetts? ;-)

  3.   volker

    Man muss das Ganze wohl aus der Sicht der absolut unabänderlichen Notwendigkeit betrachten, um die „Schönheit“ anerkennen zu können. Grundsätzlich ist diese Form der Gestaltung – ästhetisch gesehen – ein riesiger (haha) Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem empfinde ich jede Stromkabeltrasse, egal ob diese von abstrakten oder eher konkreten Stahlgiganten gehalten wird, als eine bittere Beeinträchtigung der natürlichen Gegebenheiten der jeweiligen Landschaft. Ja ja, ich weiss, darum geht es hier nicht – aber das Grundproblem wird durch die filegranen Riesen halt auch nicht wirklich gelöst. Die andere Frage, die man sich meiner Meinung nach stellt ist, ob die menschliche (wenn auch riesige) Figur/Form tatsächlich das Kreativste ist, auf das man bei der Lösung kommen kann. Zugegeben, die erforderliche Ähnlichkeit zur bisherigen Bauweise schränkt stark ein, aber es ist halt auch kein „riesiger“ Schritt. Oder? Außerdem erscheint mir der Platzbedarf der neuen Riesen ziemlich stark zu wachsen, da die auf den Bildern erkennbare „Verspannung“ am Boden bei den bisherigen Masten in dieser Form nicht erforderlich war. Man gestaltet die Stromtrassen von morgen somit zu einem durchaus skurrilen und interessanten Skulpturenpark, aber irgendwie hatte ich unter „Stahlmasten neu gedacht“ etwas anderes erwartet.

 

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