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Grüne Infrastruktur: Philadelphia prescht vor

 

Grüne Infrastruktur, das klingt nach Expertenvokabular, nach viel Theorie, aber wenig Praxis, oder? Die Ostküstenmetropole Philadelphia in den USA setzt nun radikal den Begriff um. Zwei Milliarden US-Dollar will „Philly“ in den kommenden 25 Jahren investieren, um eine Art geschlossenen Wasserkreislauf aufzubauen. So will die Stadt grüner im wörtlichen Sinne werden: mehr Grünflächen, mehr Parks, mehr Bäume. Als ein landesweites Vorbild lobt die Umweltorganisation National Resources Defence Council die Pläne (nun gut, sie war bei der Ausarbeitung der Pläne auch beteiligt).

Philadelphia will vor allem Regenwasser sammeln, um die teure Abwasseraufbereitung zu entlasten. Denn Regenwasser, das nicht in den Abwasserkanälen landet, muss nicht gesäubert werden. Das spart Energie und Chemikalien. Ein Drittel der asphaltierten Fläche in der Stadt soll zurückgebaut werden und in grüne Flächen verwandelt werden. Bäume, Bäume, Bäume – her damit. Wo sich sonst auf unebenen Bürgersteigen nach einem Schauer die Pfuetzen sammelten und dann das Wasser in die Kanalisation lief, bewässert es nun einen kleinen Park. Die so genannte Regengärten, gleich an einer Regenrinne gelegen, werden ebenfalls mit Regenwasser bewässert. Neue Brunnen sammeln das Wasser, genauso wie neue Dachgärten.

Das Besondere des Projekts ist wohl, dass erstmals eine Stadt mehr Geld für den Ausbau der grünen Infrastruktur in die Hand nimmt als für die graue (sprich: Kanalisationssysteme). Unterm Strich kommt Philadelphia die Aufforstung und Begrünung der Stadt günstiger als in den Ausbau der Kanalisation zu investieren. Die Bewohner werden sich über mehr Parks und mehr Grün in ihrer Stadt freuen. Und der Investitionsplan enthält sogar Ziele, die Philadelphia in 25 Jahren erfüllt haben soll – so kann man die Stadt an ihren eigenen Ansprüchen messen.

3 Kommentare

  1.   Eduard Peplau

    Warum in die Ferne schweifen, wo da Gute doch so nah!
    Was in Philadelphia möglich ist, sollte doch auch in Deutschland möglich sein. Oder ist hier das Sammeln von Regenwasser noch zu teuer, um damit die Umwelt zu schonen, sie grüner werden zu lassen und dabei auch noch zu sparen?
    Doch auch hierzu gilt der Spruch „Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande.Als nunmehr 69-Jähriger werde ich noch in diesem Monat nach 22 Jahren Forschen und Entwickeln von Regenwasser-Sammelanlagen mit 1000-l-IBC Tanks zum 1/10-tel des üblichen Preises meine Firma aufgeben, da kein Nachfolger in Sicht ist.

    Gerne würde ich meine Dienste einer interessierten Einrichtung – z.B.
    Lebenshilfe – einer Stadt oder Region anbieten. Dass ich keine
    „Sprichbeutel“ bin zeigt meine Präsenz im Internet: Bie GOOGLE finden
    sie mich mit dem Suchbegriff „Regenwassertanks“ auf der 1. Zehnerseite
    auf Position 1, 2 oder 3. Meine von mir entwickelten Zubehörteile für IBC-Tanks sind Europa-weit einmalig und erlauben auch eine Groß-Anlage
    von bis zu 50 000 Litern durch geeignete Tankverbindungen, Be- und Entlüftungen, Filtern, Befüllvorrichtungen und Regenwasser-Sammlern sogar für 150er KG-Rohre.

    Liebe Grüße aus Kaiserslautern, der Stadt der Technik.
    Zwar im größten zusammenhänden Wald Europas, dem Pfälzer Wald
    gelegen, aber doch nicht als GRÜN zu bezeichnen.

    Eduard Peplau

  2.   c-r-u-x

    Klingt großartig und sehr vorbildlich. Man darf Philadelphia dabei besten Erfolg und möglichst viele Nachahmer wünschen.


  3. […] ist, dass erstmals eine Stadt mehr Geld in den Ausbau der grünen Infrastruktur investiert als für die graue, d.h. in die Kanalisationssysteme.Ein großartiges Konzept, dass nach […]

 

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