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Macht die Straßen smarter

 

Die N329 ist, so zeigt es zumindest Google Maps, eine 0815-Landstraße durch die wunderbare Pampa der Niederlande. Bislang. Denn seit einigen Tagen könnte diese Langeweile-Landstraße das Verkehrswesen revolutionieren: Auf einer Strecke von zwei Mal 500 Metern hat das niederländische Designbüro Studio Roosegaarde zusammen mit der Firma Heijmans die Randstreifen neu präpariert. Von der Straße der Zukunft schwärmt bereits das Designbüro.

Die Straße ist nun am Rand mit einer fluoreszierenden, grünen Farbe bemalt, die sich über Tag auflädt und dann in der Nacht leuchtet. So macht sie Straßenlaternen überflüssig, das spart Energie und damit Kosten. Die Idee ist schon länger in der Welt, aber nun sind tatsächlich die ersten Straßenkilometer bepinselt. Selbst die niederländische Umweltministerin kam zur Einweihung des smarten Highways vorbei. Weitere Projekte sind schon in der Pipeline. Markierungen auf der Straße könnten etwa nur auf Temperaturen reagieren. Wenn es friert, leuchten bemalte Schneeflocken als Warnzeichen auf.

© Studio Roosegaarde
© Studio Roosegaarde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was mich an der N329 fasziniert, ist die große Frage dahinter: Wer profitiert eigentlich von Innovation? Der Designer Dan Roosegaard hat dazu ganz eigene Vorstellungen. Bislang sei es so, dass nur Autos optimiert beziehungsweise nachhaltiger werden: Tesla baut HighEnd-Wagen, BMW bringt schicke Elektrowagen auf den Markt. An Autos würden wir herumschrauben, weltweit würden sich die Konzerne Gedanken über die Autos der Zukunft machen – aber die Straßen verharren designmäßig im Mittelalter. „Innovation darf nicht nur für die Elite sein, für die happy few„, sagt Roosegarde. Es gehe darum, kollektive Güter besser zu machen, also das, was wir gemeinsam nutzen oder nutzen könnten: eben Straßen, erneuerbare Energien. Mal schauen, wie das in der Realität klappt. Die N329 wird wertvolle Hinweise liefern.

18 Kommentare

  1.   Hans62

    Es würde in Deutschland reichen, wenn wenigstens die Autobahnen wieder in einem erträglichen Zustand gebracht würden. Was da momentan für Zustände herrschen, ist unglaublich. Da werden Strecken mit Geschwindigkeits-begrenzungen versehen, welche nicht notwendig wären, wenn die Straßen in einen ordentlich Zustand gebracht würden. Sieht man sich beispielsweise die Strecke zwischen Osnabrück und Dortmund an fragt man sich, wer hier eigentlich Straßen repariert. Wenn ich kilometerweise bei Tempo 130 in einem neuen Fahrzeug fahre und mir vorkomme, als wäre ich auf einer Kirmesschaukel, dann sollte mal über den Sachverstand der Straßenplaner sowie der ausführenden Firmen nachgedacht werden. Wie hier Steuergelder verbraten werden, ist unerträglich.

  2.   i.riedl

    Es gibt so coole Straßenkonzepte. Hier zum Beispiel Solar Roadways: http://blog.wernerlampert.com/2013/06/solar-roadways/ Eine Straße als riesige Photovoltaikanlage, die mit LEDs verbunden ist, die nachts den Weg leuchten, vor Staus warnen und Heizungsanlagen, die im Winter Glatteis verhindern.

  3.   Gwerke

    Dieser inflationär sich entwickelnde Reflektorkram macht die Straßen keineswegs sicherer. Schon Bello hat heutzutage ein reflektierendes Halsband. Kein Fußgänger mehr ohne Bergmannslampe. Und mit dem Fahrrad darf man sich schon gar nicht mehr ohne Jacke vom Bau auf die Straße trauen.

    Die Blendwirkung hierdurch ist für alle erheblich. Dies lenkt nur ab. Und der nach Standard nur mit klassischem hellem Anorak bekleidete Fußgänger wird gnadenlos ungesehen und unbeachtet nieder gemacht.

    Offenbar selber Schuld weil ohne Karbid unterwegs.

  4.   gee ar

    Wie wärs mit Strassen aus Solarzellen? ;)

    http://www.solarroadways.com/intro.shtml


  5. Man soll die Strasse nachts sehen?

    Die Reflektoren an den ganz normalen Strassenpfosten machen den Job seit Jahrzehnten gut. Und man sieht sie auch noch, wenn’s 10cm geschneit hat. Klar, mir gefällt das „Umdenken“ auch, aber das konkrete Beispiel gibt keine sinnvolle Neuerung her.

  6.   pauleck

    design konzepte ist so toll, dass sie in sehr vielen fällen einfach an der machbarkeit scheitern. was kostet der spaß überhaupt und wie verhält es sich mit dem abrieb? träume sind toll weil sie keine grenzen kennen


  7. Strassenpfosten, gibt es kaum in UK, France, Spanien, Niederlande, runter vom Sofa und hinfahren. Der Artikel beschreibt etwas was in den Niederlanden gemacht wurde, das kann der deutsche Pfosten mal hinnehmen.

  8.   smojoe

    Und mit dem Fahrrad darf man sich schon gar nicht mehr ohne Jacke vom Bau auf die Straße trauen.

    Das würde ich mir wünschen!


  9. Angesichts der Erkenntnis, das wir ein massives Problem mit Lichtverschmutzung haben, dem Milliarden Tiere, vor allem Insekten zu Opfer fallen, interessiert mich vor allem, ob die Tiere eben nicht durch solche Streifen in die Irre geführt werden.
    Es geht inzwischen nicht nur um Energieeinsparung, auch um generell Umweltverträglichkeit.

 

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