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Freiheit für Kareem Amer!

 

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Der ägyptische Blogger Abdel Karim Nabil Suleiman, bekannt als Kareem Amer, ist in Ägypten zu vier Jahren Haft verurteilt worden.
In seinem Blog hatte er Mubaraks Ägypten als eine „Diktatur“ bezeichnet. Ausserdem hatte er die Al-Azhar-Universität, an der er selbst Student war, beschuldigt, „die Hirne der Studenten zu verstopfen und sie in menschliche Bestien zu verwandeln, indem sie ihnen beibringt, es gebe keinen Platz für Unterschiede im Leben“.
kareem.jpg
Kareem Amer

Er hatte die Al-Azhar, höchste Autorität im sunnitischen Islam, auch die „Schule des Terrors“ genannt. Im letzten Jahr war er zwangsweise exmatrikuliert worden.
Das Urteil setzt sich aus drei Jahren für die „Beschimpfung des Islams“ und einem Jahr für die „Beleidigung des Präsidenten“ zusammen.
Daran sieht man, wie weit Ägypten schon auf dem Weg in die Theokratie ist. Wenn das Regime erst einmal gefallen ist, werden die Muslimbrüder gar nicht mehr viel verändern müssen.
Doch nun formiert sich auch eine Protestbewegung unter jungen Leuten und Mitbloggern, die die Tyrannei nicht hinnehmen wollen. Auf der Website Free Kareem! kann man sich über den Stand der Dinge und Möglichkeiten des Protests auf dem laufenden halten.
Wir werden weiter berichten. Einen früheren Post siehe hier.

33 Kommentare

  1.   lebowski

    Das Schockierende an diesem Vorgang ist ja, wie Länder, die vor einigen Jahrzehnten noch als halbwegs liberal galten (Pakistan, Ägypten) inzwischen wieder auf dem Weg in den Islamismus sind oder bereits dort angekommen sind. Mit der Türkei könnte etwas Ähnliches passieren. Nur die Armee verhindert das noch.
    Der Islam setzt ein Abwärtsspirale in Gang, die alles mit nach unten zieht. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Europa in einen ähnlichen Abwärtsstrudel gerät.

  2.   Wachtmeister

    Frauen tragen nicht zuletzt auch zu ihrer eigenen Sicherheit wieder Kopftuch. Die Praxis war noch in den 60ern praktisch ausgestorben. Ich war mal auf einer Konferenz von Frauenrechtlerinnen in Kairo, auf der 100% der Teilnehmerinnen Kopftuch trugen. Einer verkopftuchten Frauenrechtlerin kann man schwerer vorwerfen, daß sie im Auftrag des Zionismus die islamische und arabische Moral zersetzen wolle. Solche Vorwürfe sind in Ägypten üblich.
    Islamisten erzeugen mehr oder weniger subtilen Druck, um die Anreize zum Tragen des Kopftuchs zu erhöhen. Die Unterstellung, Frauen mit freiem Kopf seien von niedrigerer Moral, ist eine Seite dieses Anreizes. Die andere Seite ist, daß quasi ein Freibrief für sexuelle Belästigung ausgestellt wird. An der ist ja die unverschleierte Frau schuld.
    Liberalismus existiert in Ägypten nur in vertraulichen Gesprächen im engsten Kreise. Liberale werden praktisch zwischen der nationalistisch-sozialistischen Regierung und den Islamisten zerrieben. Islamisten sind so stark, daß die Regierung seit Jahrzehnten versucht, ihre Unterstützung in der Bevölkerung dadurch zu reduzieren, daß sie selbst islamistische Politik betreibt. Sie kann dabei nicht so konsequent sein wie die Islamisten in ihrer Rhetorik, was die Islamisten nutzen um der Regierung mangelnde Nähe zum Islam vorzuwerfen. So ist eine Spirale der langsamen, aber stetigen Islamisierung in Gang gekommen.
    Diese wurde beschleunigt, als die Regierung nach islamischen Partnern zur Terrorismusbekämpfung suchte. Al-Azhar verurteilten Terrorismus und erhielten als Ausgleich das Recht, Bücher und Filme zu zensieren etc.
    So schafften es die Terroristen indirekt, die Islamisierung Ägyptens voranzutreiben. Ähnliches versuchen Muslimbrüder wie der ZMD auch in Deutschland: Man bietet sich den Behörden als Partner gegen Terrorismus an und will dafür Privilegien und Teilschritte zur Islamisierung des öffentlichen Lebens. Militante Islamisten erzeugen politischen Druck, den aktivistische Islamisten dann politisch nutzen. Die Differenzierung zwischen „moderaten“ und „radikalen“ Islamisten ist daher hinfällig.
    Das Beispiel Ägyptens zeigt: Wo man Islamisten Raum gewährt, verlieren Liberalismus und Demokratie, und Dunkelheit macht sich breit.
    In spätestens 20 Jahren werden große Teile des Nahen Ostens von diesen Leuten regiert werden. Sie werden vermutlich das immer teurer werdende Öl kontrollieren, somit über beträchtliche Ressourcen verfügen, und in den Großstädten Europas 30% der Einwohner auf ihrer Seite haben. Ein Karikaturenstreit wird unter diesen Bedingungen noch ganz andere Dimensionen annehmen, wenn es sowas dann überhaupt noch geben wird.

  3.   tati

    @wachtmeister

    Betrachte die Entwicklung im „ex“-Land der Pharaonen ebenfalls
    mit Sorge.
    Wenn man den link von Herrn Lau zur Website FREEKAREEM
    verfolgt, findet man noch weitere bedenkliche Zusammenhänge.
    Dort tummeln sich auch Leute, die die Verhaftung begrüssen.
    Genau für jene soll dann sogar eine extra Plattform geschaffen
    werden.
    Zitat:
    We are preparing a new section on the site to address Muslims who think that Kareem deserves imprisonment merely because of his stance against Islam. That is not the right mentality to have. We should not fear criticism, we should welcome and refute it respectfully. We love our religion and we do not like what Kareem had to say about it, and we also dislike the manner in which he said it in. But as Muslims, it is our duty to make sure that others understand that this isn’t Islam. Islam did not put Kareem behind bars, the Egyptian government did. And Muslims should not approve of the fact that the Egyptian government, and a lot of Arab governments for that matter, are using Islam to hide behind their own faults.

    Die Behauptung „die Ägyptische Regierung habe Kareem ins Gef
    ängnis gesteckt und NICHT der Islam“ ist der pure Hohn!!
    Die Leute in der Regierung machen das AUSSCHLIESSLICH
    wegen des Islam(ismus) in ihrem Land um ihre Macht zu
    erhalten.
    Wann werden AUCH Leute wie die Initiatoren der website
    freekareem erkennen woher der „wind weht“????

    P.S.:
    Stellen Sie sich mal einen deutschen blog zum thema kernenergie
    vor, in dem sich auch AKW-befürworter zu wort melden.
    daraufhin verkündet der blogbetreiber:
    FÜR ALLE BEFÜRWORTER DER KERNKRAFT ERÖFFNE ICH JETZT
    EINEN NEUEN BLOG, IN DEM SIE SICH AUSTAUSCHEN KÖNNEN.

  4.   N. Neumann

    @ Wachtmeister

    „In spätestens 20 Jahren werden große Teile des Nahen Ostens von diesen Leuten regiert werden.“

    Das mag im ungünstigen Fall so sein.

    „Sie werden vermutlich das immer teurer werdende Öl kontrollieren,“

    Aber selbst dann kann die zuletzt zitierte These als fragwürdig gelten.

    Ägypten, Jordanien und/oder Syrien werden wohl kaum Öl kontrollieren.

    Darüber hinaus existiert z.B. in den VAE oder im Oman ein Pragmatismus, von dem doch beträchtliche Teile der Bevölkerung profitieren. Insofern spricht einiges dafür, dass hier islamistische Heilsversprechungen und rigides Antiwestlertum vergleichsweise wenig verfangen und es zu revolutionären Verschiebungen kommt.

    Einmal ganz abgesehen vom in gewisser Weise ohnehin schon islamistischen großen Golf-Sonderfall Saudi-Arabien, der sich zumindest bislang als stabiler erwiesen hat als nach dem 11. September angenommen wurde und seine Politik gegenüber 150%en islamistischen Eigengewächsen wenigstens etwas geändert hat.

    „somit über beträchtliche Ressourcen verfügen,“

    Hinzu kommt die gerade am Golf existente Friktion zwischen Sunnis und Schiiten.

    Dass z.B. schiitische Islamisten, die möglicherweise das Öl von Irakisch-Schiitistan kontrollieren mit irgendwelchen sunnitisch-islamistischen Ölkontrolleuren eine konzertierte, direkt gegen den Westen gerichtete Politik betreiben, klingt ein wenig zu negativ-utopisch.

    „und in den Großstädten Europas 30% der Einwohner auf ihrer Seite haben.“

    Warnungen vor zunehmenden Konflikten in europäischen Großstädten in Ehren.

    Wie kann man sich dergleichen jedoch in Verbindung mit der von Ihnen angedeuteten „Öl-Waffe“ vorstellen?

    Unzufriedene Berliner Türken (die sich in der Summe relativ wenig um dänische Karrikaturen geschert haben) auf breiter Front solidarisch mit Golf-Arabern?

    Das maghrebinische Lumpenproletariat Frankreichs organisiert sich und bildet zusammen mit einem islamistischen Ölscheich eine Internationale?

  5.   Wachtmeister

    @N. Neumann:
    Danke für die fundierte Kritik! Natürlich gibt es auch andere Szenarien. Aber man sollte immer den Worst-Case im Blick haben. Für den Fall das nicht passiert muss man ja keine Vorkehrungen treffen.

    Zu Muslimen in Europa: Die Umfragen sind hier eindeutig. In Frankreich und Großbritannien unterstützt unter muslimischen Jugendlichen nur noch eine kleine Minderheit die liberale Demokratie. Diese Generation stellt in 15 Jahren die Mehrheit der politisch aktiven Bevölkerung in zahlreichen Großstädten Europas und ist sehr wütend. Diese Wut wird zunehmend islamisch artikuliert. In Diskussionforen bieten z.B. islamische Geistliche Rechtfertigungen für kriminelles Verhalten an: Das Eigentum der Kuffar ist im Jihad legitime Kriegsbeute, die Frauen auch. Der unmoralische Westen ist Schuld, daß Schulabschlüsse nicht geschafft werden, Karikaturen sind ein „Angriff auf den Islam“ etc. Erstere Position wird vielleicht von 5% geteilt, letztere von 60%. Die Übergänge sind fließend, und das Spektrum verschiebt sich hin zum Radikalen.

    Die Unruhen in Frankreich waren noch nicht islamistisch motiviert, aber sie zeigen was für ein Potential vorhanden ist. In Großbritannien nutzen Islamverbände den jugendlichen Mob bereits als politisches Druckmittel, nach dem Motto: „Wir können nicht dafür garantieren das sie Situation ruhig bleibt, wenn die Beleidigung des Islam durch …. nicht eingestellt wird.“

    Das Demütigungsgefühl von Muslimen wird sich verstärken, je weniger eine Mehrheit in dieser Gruppe sich konstruktiv verhält. Kulturelle Praktiken und religiöse Ansichten, die nicht in Frage gestellt und durch multikulturalistische Politik noch bestätigt und verstärkt werden, verhindern daß eine größere Zahl von Muslimen in den modernen Gesellschaften Europas erfolgreich sein kann.

    Islamistische Weltanschauung deutet die Schwäche der Muslime in eine Stärke um und macht die anderen für eigene Probleme verantwortlich. Inhaftierte französische Islamisten gaben Motive an wie „Ich entdeckte, daß ich als Islamist von den Europäern gefürchtet und respektiert werde“. Islamistische Erfolge im Nahen Osten würden die Anziehungskraft der Weltanschauung auch für viele europäische Muslime verstärken.

    In 15 Jahren sind Kampagnen vorstellbar, bei denen z.B. eine Massendemonstration ein Ende der deutschen Unterstützung für Israel fordert. Schon heute muß die französische Politik Rücksicht darauf nehmen, das es eine aggressive Minderheit im Lande gibt die in den 90ern ihre Kritik an der französischen Außenpolitik durch Terroranschläge ausdrückte.
    In Stadtvierten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit gibt es bereits heute enormen Druck, den Verkauf von Schweinefleisch und Alkohol einzustellen. Wird ein Buchladen in Berlin in 20 Jahren noch Salman Rushdie und Ayaan Hirsi Ali verkaufen können? Werden Schulen den Holokaust thematisieren können? In Frankreich tun es einige bereits nicht mehr, Stichwort: „Obin-Bericht“. Der „moderate“ britische MCB forderte gestern, den Musikunterricht islamischen Bedürfnissen anzupassen. Gesang und Trommeln seien doch auch sehr schön und unmoralische Musik doch eher schädlich.

    Das Szenario „Das maghrebinische Lumpenproletariat Frankreichs organisiert sich und bildet zusammen mit einem islamistischen Ölscheich eine Internationale?“ ist in Ansätzen bereits vorhanden. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

  6.   Arthur

    Religiosity does seem to be quite a significant problem in the modern world in the way that it can become a massive regulative mechanism, affecting the daily lives of large masses of people. What is the root of the problem though? I cannot answer that, but I can offer an explanation: Every person is forced to develop a system of thought that will guide him/her throughout life and achieve two targets: make that person survive, and allow it to be in harmony with itself. Reasoning has the plus quality that it can offer quite useful predictions about what the future will look like given a present set of conditions, but it relies heavily on the personal responsibility of the people. Really: it does not offer a clear moral cut and when taken to the extremes it can compromise ethics and beatify survival ethics even when the condition of the species would not neccesitate that. Exterminating the sick in the darkest period of German history is a frightful example of absolute beatification of reason. On the other hand, religion can offer harmony with one’s self and will try to offer some moral indication. However, different cultures are only expected to have different attitudes towards what is right and wrong. The confrontation of two clashing cultures and their subsequent co-existence is impossible without reasoning and compromise. Under purely religious grounds, people will stick to their religions, as unlike reasoning, they never, ever admit failure and never tolerate discrepancies from their line.

    What we are seeing now in most of the world is that after a relatively long period of reason dominance, with some frightful amoralist peaks including chimney-cleaning children here in the UK, there is a tendency for religiosity to return. At the same time, the capabilities of modern transport intensify friction between cultures and encourage migration, which forces cultures to live together.

    I can’t stress this enough: Reason has proven itself to mankind by bringing about technology, but its great gift and undoing at the same time is that it does not impose a moral standard. We, as humans receive the gift of freedom, in exchange to responsibility that we often lack. On the other hand, religiosity inserts the divine element in the equation and imposes a moral standard, already described in holy scriptures and brings about harmony with ones self. However, the fact that most religions, and certainly the main ones, are by nature hostile to abatements from a certain line and to one another. The undoing of religion is fanaticism.

    If religion has this X-factor that traps people’s minds in it, then how did the renainscance occur? I can only speculate that at those times political leaders has substantial influence over the flow of information among the people and that they forced reason over religion to gain better control of their territories and gain an edge over competitors. This is no longer the case. We now live in societies where the flow of information can by nature no longer be constrained. The undoing of democracy and any system with free flow of information is that it breeds the elements that will overthrow it. What can be done about this? I haven’t the slightest clue.

    So who is responsible for the imprisonment of Kareem? It is the whole mentality that religion is the unique way and cannot be challenged in any way, form or shape. Here, in the UK I am very amazed to see fellow students, who are supposed to be open minded, jump at my -admittedly a tiny little bit provocative- sense of humour whenever I mention races. The typical ‚German discipline‘ stereotype joke will spark rows over political correctness even though it is just innocent fun. Of course, much as I’d like to, I don’t even touch matters of religion. Effective freedom of expression has been constrained by this rigid mindset that secludes any challenges to its mastery.

    What will the future look like? With unrestricted access to information, and the fact that religion can offer a very good and relatiely thought-free way around life as opposed to reason that admits its own limitations and required effort, it is quite likely that religiosity will return dashing. The inevitable mixing of people and citizenships, and the inevitable mixing of cultures -people who want the sharia above the Grundgesetz and those who’d rather tick with the Grundgesetz for example-, combined with the reluctance to compromise will lead to a point where either a solution will be found, or a truly spectacular clash of civilisations will begin, whose outcome will be defined by demography.

    Sorry for writing in English, but my German is good enough for me to read, but absolutely pathetic for me to write.

  7.   iceman

    To Arthur

    The western dilemma lies in the fact, that moral and ethic standards – formerly directed by and grounded on religional and national beliefs – haven´t been transformed successfully into what we call „liberal“ or „social system“.
    It´s anonymous, it´s often indifferent, and wrapped no more into something bigger, more universal (leave alone methaphysics).
    A liberal system is a system of exclusiveness, not of inclusiveness.
    That´s the point!
    „All inclusive“ has become a word for four-stars-hotels on Jamaica.
    All surrounding spheres destroyed – destroyed by interpreted as „irrational“ – many people suffer a lack of satisfying compensation by something else.
    In liberal societies you got free choice, you got unnumberous varieties of codices, styles, voices, sounds, classes, living-standards and political meanings.
    Courts are speaking truth, armies defending values, books spending wisdom, and little mongolian independent-films are replacing natural experiences.
    But it ain´t real.
    It´s all second hand life.
    Does it need a new programme?
    No, and it´s a blessing that most Germans (and others) got no sense no more to what the „movement“ meant, a collective inflamed passion flattening everything crossing the path.
    „Death march“ is a word that shouldn´t kept reserved for Jews moving barfoot through the snow.
    My grandpa started fighting at belgium ardennes, left some toes in Russia and an eye by grenade splinter at the „Endkampf“ near Essen/ Ruhr, afterwards speaking no word no more for the rest of his life.
    The half-blinded dog came back to a wife that had left half of her hearing by an air raide in Paderborn/ North Rhine Westfalia.
    Later, both got four children, life goes on.
    We don´t need that no more.
    The main task – to all of us – is creating more spaces worth living to all feeling species, at any all time, in every situation, being and staying generous, and throwing out tiny tentacles softly penetrating others in a friendly and uninsistent way.
    On this plastic planet, all we have is ours.
    It´s going that way, things run good, ´cause nobody likes to suffer on a longtermed run.
    People always find right answer to mean situation.
    Singularized and seperated by scalpels, we may find deeper inner routes leading us through life.
    It´s a chance!

  8.   tati

    @iceman und arthur

    Vielen Dank für Ihren philosophischen Ansatz.

    Der Sinngehalt vieler unserer westlichen Lebensweisen ist fragwürdig.
    Im Gegensatz zu der zum Dogma erhobenen Orientierung an materielle und ökonomische Werte wird dem Bedürfnis nach Spiritualität keine Rechnung getragen. Die etablierten Amtskirchen erfüllen diese Aufgabe ebensowenig und verwalten lediglich ihren Untergang. In der Konsequenz entstehen mannigfaltige Sinnsucher-Gemeinschaften, welche unsere abendländische Religionskultur mit zunehmender Tendenz diversifizieren. Genau in diese Tendenz zur Zerstreuung dringt nun seit einigen Jahren, vor allem aus demographischen Gründen, die Religion des Islam.
    Eine Religion mit grosser Vitalität, und von wenigen Zeitabschnitten abgesehen, bis zum heutigen Tag immer expansiv.
    Die abendländischen Religionsgemeinschaften haben nicht die Kraft, dem Islam etwas entgegenzusetzen. Erstens schon deshalb nicht, weil sie das Mittelalter überwunden haben und zweitens weil sie schon genug damit zu tun haben, sich nicht von alleine aufzulösen.
    Die Reibung entsteht vielmehr durch den Zusammenprall unserer säkulären, individuell ausgerichteten und emanzipierten Lebensweise mit der einer feudalen, patriarchalen und für uns obsoleten Weltanschauung.

  9.   Jakob

    Egal was dieser Mann geäußert hat, es ist von dem Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt.

    Sein Verbrechen war, daß seine Aussagen nicht mit den herrschenden Ansichten zu vereinbaren waren und er wohl die öffentliche Ordnung gestört hat. Dementsprechend wurde ein Exempel statuiert das möglichen Nachahmern eine Warnung sein soll was passiert, wenn sie auch ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen.

    Aber sind die Zustände denn in Deutschland besser? Mir sitzt immer noch das Urteil gegen den Holocaust Leugner Zündel im Hinterkopf. Hier ging es auch um eine Meinungsäußerung, die aber auch nicht mit der herrschenden Meinung vereinbar war. Dementsprechend wurde ein Exempel statuiert das möglichen Nachahmern eine Warnung sein soll was passiert, wenn sie auch ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen.

    Wo waren Sie denn da Herr Lau? Sie müssen sich leider den Vorwurf gefallen lassen womöglich ein schönwetter Demokrat zu sein. Redefreiheit wider den herrschenden Ansichten fordern Sie in Arabien, während wir sie in Deutschland nicht haben wollen!? Meinungsfreiheit ist eben vor allem dann notwendig, wenn es um unpopuläre Ansichten geht. Für Meinungen die ohnehin populär und common sense sind braucht man sie dagegen nicht.

  10.   tati

    @Jakob

    In diesem Fall der Leugnung des Holocaust geht es NICHT
    um herrschende Ansichten sondern schlicht und einfach
    um die NEGIERUNG der Wahrheit. Das wird bei uns je nach
    Brisanz eben auch zurecht bestraft.
    Genauso wie Üble Nachrede, Rufmord etc.

 

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