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Christianismus

 

Dieser populäre Spot von der christlich-fundamentalistischen Videoplattform Godtube.com erlaubt einen Einblick in den Seelenzustand von Teilen der christlichen Rechten. Unterzeile:
„This video depicts the attitude that the body of Christ needs to embrace for these days that we are living. To be offensive in the advance of the Kingdom of God.“

0 Kommentare

  1.   Rafael

    Ja, schlimm, diese Protestanten. Schön, dass Sie sich als Protestant davon distanzieren, Herr Lau. Wird so ein Schwachsinn noch durch Religionsfreiheit gedeckt? Wie stehen diese Leute zu den christianistischen Gäueltaten und Selbstmordattentaten, die zur Zeit überall im Westen und sogar im nahen Osten geschehen? Gibt es Umfragen dazu, wie viele hier in Deutschland lebende Protestanten solchen Positionen unkritisch gegenüberstehen? Sind Sie der Meinung, dass, wenn im Westen die Demokratie eingeführt würde, die meisten Staaten bald von fundamentalistisch-christianistischen Gruppen beherrscht würden, wie das im Falle der USA schon geschehen ist?

    Könnte man nicht vielleicht sowas wie eine kritische Theologie auch für das Christentum erfinden, oder gibt es sowas vielleicht sogar schon? Wäre es vielleicht sogar möglich, die Ansichten dieser Leute anhand von Bibelstellen in Frage zu stellen?

    Ich halte diese Leute für eine echte Gefahr. Wenn die versuchen sollten, ein repräsentatives Missionierungszentrum im katholischen Köln zu bauen, würde ich wohl dagegen demonstrieren wollen. Wer noch?

  2.   Christoph Leusch

    ad Kommentar von Rafael | 23.08.2007 | 12:38
    Werter Rafael,

    Dieser Gedanke zur „kritischen Theologie“ ist mittagspäuslich schön zu lesen. Er hat auch kulturgeschichtlich bedeutsame deutsche Befürworter.
    So z.B. Lessing in seiner Auseinandersetzung mit dem orthodoxen Hamburger Hauptpastor Goetze.
    Die Reformatoren, allen voran Melanchthon, glaubten, es läge an einer bis zu Ihnen fehlenden „theologisch“ genauen Praxis der Übersetzung und Auslegung der Heiligen Schrift. Luther ist ein etwas anderer Fall. Wenn Sie nach Anregung für unsere Zeit suchen, so werden Sie vielleicht bei Dorothee Sölle und Johann Baptist Metz in ihrem Sinne fündig.

    Grüße

    C. Leusch

  3.   Rafael

    @Leusch

    Ich meinte es ehr ironisch. Was Sie anführen ist fernste Vergangenheit und in unserer Gesellschaft zum Glück aber auch gar nicht mehr relevant. Dass Sie trotzdem darauf eingehen (können) zeugt von Ihrer profunden Bildung, die ich bewundere; allerdings auch davon, dass Ihre generelle Argumentationslinie, wie sie in vielen Ihrer Kommentare aufgezogen wird, sich an Erkenntinissen und Einstellungen entlangwindet, die spätestens seit dem letzen Jahrhundert obsolet sind.

  4.   maynard

    Soll das jetzt ein Hinweis darauf sein das es im Westen ebenfalls genug religiös Verwirrte gibt?
    Ich denke das ist bekannt und die werden auch zurecht thematisiert, kritisiert und in die nötigen Schranken verwiesen.

    Gerade deswegen gibt es auch gar keinen Grund verzweifelt positives in kaum weniger sektenhaften importierten Religionen zu suchen und sich Diskussionen über Selbstverständliches aufzwingen zu lassen.

    Beweggrund dazu ist ja leider nur der Erhalt des lieben Friedens, und wohl kaum spirituelle Erkenntnis und Zugewinn.
    Hat ja dann eigentlich auch schon was von Erpressung.

  5.   Molinocampo

    @ Rafael

    das ist genau der Kern des Problems – daß es allen Ernstes Leute gibt, die glauben sich ganz individuell und persönlich von „der Vergangenheit“ trennen zu können. Und völlig autonom über die eigenen kulturellen und sozialen Werte verfügen zu können – das ist im Kern die Dummheit unserer Zeit.

  6.   Molinocampo

    Was kommt als nächstes, Herr Lau, Mitglied eines Gemeindvorstandes??

    Die Behauptung, das das nationalsozialistische „deutsche Christentum“ eine Hauptströmung der Geschichte des Christentums repräsentierte???

    Wikipedia:

    Die Deutschen Christen (DC) waren eine rassistische, antisemitische und am Führerprinzip orientierte Strömung im deutschen Protestantismus, die diesen von 1932 bis 1945 an die Ideologie des Nationalsozialismus angleichen wollte.

    Sie wurden 1932 gegründet und gewannen seit Juni 1933 die Leitung einiger Landeskirchen in der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK). Mit ihrer Gleichschaltungspolitik und dem Versuch, durch die Übernahme des Arierparagraphen in die Kirchenverfassung Christen jüdischer Herkunft auszuschließen, lösten sie den Kirchenkampf mit anderen evangelischen Christen aus. Diese gründeten daraufhin 1934 die Bekennende Kirche, die die Deutschen Christen als Häretiker betrachtete und aus der Kirchengemeinschaft ausschloss.

  7.   Sebastian Ryll

    Sexy!


  8. @ Molinocampo: Wie kommen Sie darauf? Dazu ist in Barmen alles gesagt worden. Was der Clip zeigt, ist der verrückte Rand der religious right in Amerika. Bei uns hat so etwas zum Glück keine Chance. Im Amerika wird sich im nächsten Wahlkampf zeigen, wie viele Bataillone dieser Rand noch hat. Auch da gibt es intern Kritik, man habe durch die Einmischung in die Politik „das Schwert gewonnen und das Kreuz verloren“. Ein Hoffnungszeichen.

  9.   Erol Bulut

    @Rafael

    Wenn Sie Ihren quasiironischen Beitrag missverstanden sehen, so liegt es einfach daran, dass Ihr Beitrag gemessen an tatsächlichen Gegebenheiten der US-Kriegsführung und deren kirchlicher Unterstützung gar nicht ironisch ist. Vielleicht können Sie dann auch verstehen, dass die Antwort von Hr. Leusch sich eben nicht an dem vergangenen Jahrhundert orientiert, auch wenn es dieses als Inhalt präsentiert.

  10.   Molinocampo

    noch´n kurzer Nachtrag zu den „Evangelikalen“

    Es dürfte aus meinen bisherigen postings genugsam hervorgegangen sein, daß ich von diesen tatsächlich im Wortsinne „fundamentalistischen“ Strömungen des Christentums nicht viel halte —

    ABER: ist es eigentlich einer europäisch-deutschen Öffentlichkeit nicht zu vermitteln, daß es gerade diese oftmals fundamentalistischen Strömungen, Freikirchen und Sekten waren und sind, die die amerikanische Demokratie erkämpft und getragen haben?
    Daß die amerikanischen Gründerväter in ihren politischen Überzeugungen von der Freiheit des Menschen, der Gleichheit der Menschen, ihrer Gewissens- und Glaubensfreiheit von solchen religiösen Strömungen beeinflusst waren?

    Schon im England des 17. Jahrhunderts waren es die „fundamentalistischen“ Roundheads unter Cromwell, die die Grundlagen der modernen Parlamentarisierung gelegt haben…

    es waren „fundamentalistische“ Christen, die wiederum von England ausgehend Anfang des 19. Jahrhunderts den Kampf gegen die Sklaverei aufgenommen hatten (Methodisten).

    Und der Kampf um die Beendigung der Rassentrennung in den Südstaaten der USA in den 60er Jahren wurde wieder von solchen kirchlichen Gruppen und Strömungen getragen und vorangebracht (wieder Methodisten und Baptisten).

    Zeigen Sie mir Herr Lau, ein einziges, aber auch nur ein einziges Beispiel in der gesamten islamischen Welt, wo unter Berufung auf den Propheten und den Koran, oder die islamische Tradition, auch nur irgend EINE soziale Neuerung, sei es mit Ziel auf mehr Freiheit des Einzelnen, Gleichheit der Menschen, Redefreiheit und Mitbestimmung erkämpft worden wäre! Ein EINZIGES Beispiel…..

 

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