‹ Alle Einträge

Haider: Moscheen und Minarette verbieten

 

Der Landeshauptmann von Kärnten, Jörg Haider, hat am Sonntag angekündigt, er werde ein Bauverbot für Moscheen und Minarette erlassen.
Kann er das denn?
Ja, er kann, und zwar über das Baurecht.
Haider will im Gemeindeplanungsgesetz festlegen, dass solche Bauten eine „Störung des Ortsbildes“ seien. So solle einem „Krieg der Kulturen“ vorgebeugt und „radikalislamischen Tendenzen“ gewehrt werden.
Natürlich will Haider das Gesetz dann gerne auf ganz Österreich ausgeweitet sehen.
Kärnten soll „zum europäischen Vorreiter im Kampf gegen den radikalen Islamismus und dem Schutz unserer westlich geprägten Leitkultur“ werden.
Na klar!
Und natürlich ist es super sinnvoll, diesen Kampf in Kärnten zu beginnen, im Süden der Alpenrepublik, in einem Bundesland mit ca 11.000 Muslimen (etwa so viel wie in einer einzigen Kreuzberger Strasse also, weniger als 2 % der Kärntner Bevölkerung, allerdings verteilt auf 9 Tausend Quadratkilometer), in einer Provinz, die mit radikalen Muslimen bisher überhaupt keine Probleme hat.
Es gibt zwar auch überhaupt keine Bauanträge für Moscheen mit Minarett. Aber das ist ja das Tolle, das Visionäre an der Haider-Inititative: Wehret den Anfängen, noch bevor sie anfangen!

In Spittal, wird berichtet, haben Muslime ein bestehendes Gebäude gekauft, in dem sie einen Gebetsraum errichten wollen. Der Bürgermeister sieht es gelassen: Es gebe bereits Gebetsräume in Spittal, sagt der Gerhard Köfer (SPÖ), die „gut funktionieren“. „Gut funktionieren“! Es wäre doch gelacht, wenn sich daraus nicht ein zünftiger kleiner Kulturkampf machen liesse!

0 Kommentare

  1.   Birgit Butcher

    liebe/r Autor/in! es ehrt es ehrt, dass Sie aus Österreich solch Größe machen: Österreich misst stolze 83.871 km2, darauf leben 8.316.000 Mio ÖsterreicherInnen, viele sympathische und auch weniger sympathische, den Hernn Landeshauptmann von Kärnten inklusive.
    Und bitte geben Sie genau diesen Herrn und seinen Post-Sommerloch-Absurditäten nicht so viele Aufmerksamkeit, wie er es eben gerne möchte, genau das machten die österreichischen Medien viel zu lange.
    herzlichst, b


  2. @ BB: Danke für den Hinweis.

  3.   verquer

    „Haider will im Gemeindeplanungsgesetz festlegen, dass solche Bauten eine “Störung des Ortsbildes” seien.“

    Das ist m.E. ein interessanter Ansatz, das Bild der (europäischen) Kulturlandschaft zu erhalten. Und zu den Kulturlandschaften gehört auch das Erscheinungsbild unserer Orte und Städte, die sich ja (noch) merklich von Vergleichbarem – z.B. im Orient – unterscheiden. Und das ist gut so.

    Die Macht zu solchem Handeln hat jedes deutsche, österreichische Bundesland, jeder Kanton der Schweiz und fast jede verglichbare Region EU-Europas. Wer also so handelt, handelt keinesfalls gegen die Interessen der absoluten Mehrheit des Volkes.

  4.   mc

    Der Standard
    27. August 2007

    „Die Forderung, die Errichtung von Moscheen mit Kuppeln und Minaretten zu untersagen, sei eine „typische Aktion des Kärntner Landeshauptmanns“, meinte Hlavac. Er nütze offensichtlich den Sommer, um sich „in gewissen Kreisen populär zu machen“, sagte die Integrationssprecherin.“
    (APA)

  5.   Sebastian Ryll

    Och verquer, die Islamkritik sollte auf Leute wie Haider nicht unnötigerweise eingehen…wir brauchen solche wie den nicht wirklich.

    Die Konservativen für den Diskus, die Populisten fürs Handeln??? Nein Danke.

  6.   verquer

    @S.R.,
    ich seh‘ das ganz pragmatisch: Nicht der Weg, sondern das Ergebnis ist das Ziel. Meines jedenfalls. Meine Kurzformel dazu: Alles, was dem (im Prinzip und Grundsatz) demokratiefeindlichen Islam schadet, nutzt Europa und seinen ihm anvertrauten Menschen.

  7.   Erol Bulut

    Tja, den Intelligenzfreien wird wieder mal entgehen, dass ein Verbot einer freien Religionsausübung nicht nur Migranten trifft, sondern auch eigene Landsleute, die zum Islam finden. Ethisch gesehen ist das Vorgehen von Haider beispielsweise gleichwertig, Homosexuellen öffentliche Feste oder Vereinsräume zu verbieten, da diese auch nicht in Landschaftsbild passen.

    Haiders und sonstige Volksverhetzer gibt es überall. Sinn und Zweck deren Handelns sind stets gleich. Die Unfähigkeit der Menschen, Selbstwertgefühl wegen der eigenen Fähigkeiten aufzubauen, soll mit dem Hass auf Fremdes verschleiert werden.

  8.   Rafael

    @verquer
    Das ist so ziemlich das dümmste, was ich hier seit langem gelesen habe. Gehn Sie doch nach Nordkorea, da wird der Islam zur Zeit am meisten unterdrückt. Da können Sie sich frei und sicher fühlen.


  9. Ach, ich sehe es so: wenn es mal wirklich an der Zeit ist, den Moscheebau zu verbieten, wird sich kein Politiker mehr trauen.
    Deswegen rafft Haider schon jetzt seinen ganzen Gratismut zusammen.
    Andererseits: natürlich ist es eine ärgerliche Sache, wenn Rechtspopulisten die Islamkritik in Verruf bringen, um ein paar schnelle Stimmen abzugreifen. Aber Arzu Toker hat Recht, wenn sie darauf hinweist, dass den Leuten in ihrer Verzweiflung nichts anderes übrig bleibt als sich an solche Leute zu wenden. Islamkritik in demokratischen Parteien findet nicht statt.

  10.   Rafael

    Neben Homosexuellen, Muslimen, Linken, Ausländern im Allgemeinen und dunkelhäutigen im Besonderen fühlt der Jörg sein Landschaftsbild auch durch slovenische Ortsschilder gestört. Aber fleissig iSSa. Und fesch auch.

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren