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Brüsseler Bürgermeister: Warum die Anti-Islamisierungs-Demo verboten werden muss

 

Bei den Kollegen des „Watchblog Islamophobie“ finde ich diese Übersetzung eines Textes von Freddy Thielemans aus „de Standaard“. Der Brüsseler Bürgermeister begründet hier sein Verbot einer Demo am 11. September.
Die Islamophobie-Mahner halten Thielemans Gründe für überzeugend. Sie liegen falsch! Ich finde im Gegenteil, dass die ganze Fragwürdigkeit des Verbotes hier noch einmal richtig deutlich wird.
Thielemans schliesst schon aus dem Datum, an dem die Demonstration stattfinden soll, dass eine Vermengung von Islamismuskritik mit einer Ablehnung des Islams als Ganzes und der Muslime als solche gegeben sei.
Erstens: Islamismuskritik und Ablehnung des Islams als Ganzes müssen erlaubt sein, und sehr wohl auch ihre „Vermengung“. Man kann das kritisieren, aber selbstverständlich darf jedermann den Islam ablehnen, weil er etwa meint, dieser sei von Islamismus nicht zu unterscheiden. Wo leben wir denn?

Zweitens: Es gibt kein sinnvolleres Datum für eine solche Demo als den 11.9.

Drittens: Wenn bei dieser Demo xenophob oder rassistisch gegen unbescholtene Muslime agitiert würde, müsste die Polizei eben mit voller Härte zuschlagen. Bürgermeister Thielemans stünde als dann korrekter Law-and-order-Mann da. Wo ist das Problem? Kann er wirklich derart viel Gefahr im Verzug geltend machen, dass man es darauf nicht ankommen lassen kann?

Ich sehe es einfach nicht, und Thielemans‘ Text belegt es auch nicht. Stattdessen flüchtet er sich in merkwürdige Islam-Exegese und behauptet, es gebe seines Wissens „im Islam keine einzige religiöse Regel, die sich in gleicher Weise aufdrängt“ wie die frühere katholische Einflussnahme auf die öffentliche Ordnung.
Da fragt man sich denn doch, wo dieser Mann eigentlich lebt.
Fatal auch die Schwäche seiner Vorwürfe an die Organisatoren: Sie würden behaupten, dass „Islam und Demokratie“ nicht zusammengehen. Ist das etwa eine vollkommen absurde Behauptung? Es ist bisher eine Tatsache in weiten Teilen der islamischen Welt. Darf man das in Brüssel nicht mehr thematisieren?
thielemans.jpg
Freddy Thielemans, Brüsseler Bürgermeister

Auch scheint es Herrn Thielemans verwerflich, dass die Organisatoren „nicht an einen gemässigten Islam glauben“. Ist das etwa die Voraussetzung für die Genehmigung einer Demo? Haarsträubend. Die Überzeugung, der gemäßigte Islam sei möglich, läßt sich doch nicht zum Kriterium für die Ausübung eines Grundrechts machen!

Hier Thielemans Text – ein Tiefpunkt für die liberale Demokratie in Europa:

„Ich habe mich entschlossen, die Demonstration am 11. September “gegen die Islamisierung Europas” zu verbieten. Das Verbot einer Demonstration ist eine Verwaltungshandlung, die zu den Befugnisssen des Bürgermeisters gehört. Genauso ist es meine Aufgabe, Sicherheit und öffentliche Ordnung im Gebiet der Gemeinde sicherzustellen. Falls Entscheidungen, die ich fälle, nachteilige Folgen haben,

Seit 2001 habe ich ungefähr 3.500 Demonstrationen genehmigt und diese ist erst die sechste, die ich verbiete. Es ist eine solche Ausnahme für mich, eine Demonstration zu verbieten, dass dies ein Grund ist, meine Entscheidung öffentlich zu erläutern, umsomehr, als sie aus den unterschiedlichsten Gründen kritisiert wurde.

Die zuständigen Abteilungen der Polizei haben den Antrag auf Genehmigung der Demonstration geprüft und empfingen dazu unter anderem die Organisatoren. So konnten sie sich einen deutlicheren Eindruck verschaffen von den Absichten der Organisatoren, den Absichten und Rahmenbedingungen, die zu erwartenden Demonstrationsteilnehmer und die Reaktionen, zu denen eine solche Demonstration führen kann…

Aus dieser Prüfung wurde deutlich, daß diese Demonstration drohte, die öffentliche Ordnung zu stören und die Sicherheit von Sachen und Personen in Gefahr bringen konnte. Meine Entscheidung stützt sich auf den Bericht der Polizei.

Einige erstaunt das. Man beruft sich auf die Meinungsfreiheit und auf das Recht seine Überzeugung zu äussern. Lassen Sie mich dazu anmerken, dass es um die Meinungsfreiheit überhaupt nicht geht. Die Betroffenen sind hierin übrigens sehr geschickt und finden hierfür bei einer großen Anzahl von Medien Gehör.
Das Demonstrationsrecht findet da seine Grenze, wo Ruhe und Ordnung gestört werden. Hier sind für mich drei Punkte wichtig:

Zuerst und vor allem die Entscheidung, eine solche Demonstration auf einem symbolträchtigen Datum wie dem 11. September stattfinden zu lassen. Die Bedeutung hiervon ist natürlich, die terroristischen Aktivitäten von Islamisten einerseits zu vermengen mit dem Islam als Ganzes und allen Muslimen andererseits.

Darüberhinaus pflegen die wichtigsten Führer bestimmter Organisationen, die zu dieser Demonstration aufrufen, einen Diskurs – auch schriftlich – der diese ungerechtfertigte Vermischung bestätigt. Sie behaupten unter anderem, daß

“Islam und Demokratie nicht zusammengehen”,

und daß sie

“nicht an einen gemäßigten Islam glauben. Die Muslime werden temporär so tun als ob, aber das ist der schöne Schein. Sie schaffen eine Nebelwand um uns in die Irre zu führen.“

Mitglieder und Sympatisanten dieser Organisationen sind im Allgemeinen für ihr wenig friedliebendes Verhalten während solcher Veranstaltungen bekannt.

Was für meine Entscheidung keine Rolle gespielt hat, aber was ich doch in Erinnerung bringen will, ist, daß die gefährliche Mischung, mit der die Organisatoren der Demonstration uns konfrontieren, von der Art ist, daß sie zu Diskriminierung und Hass aufruft in Bezug auf Muslime, und dass sich das mittlerweile ausbreitet auf jeden, der kulturelle Bindungen an den Islam hat.

Diese Anstiftung zu Diskriminierung und Hass, die wir durchgehend als Rassismus und Fremdenhass bezeichnen, wird verboten durch eine große Anzahl internationale Verträge und wird sowohl durch unsere Gesetze als auch durch die europäische Gesetzgebung strafrechtlich verfolgt. Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat wiederholt Taten wie diese verurteilt.

In einem Urteil vom 21. April 2004, das später durch das Hohe Kassationsgericht bestätigt wurde, stellt das Berufungsgericht in Gent auf der Basis eines gleichartigen Amalgams in einem Urteil gegen eine politische Partei (Vlaams Blok), dass diese

wissentlich und willentlich zum Hass auf bestimmte Bevölkerungsgruppen anstiftet, nicht alleine wegen ihrer Nationalität, sondern zugleich wegen ihrer Abstammung (Lokalisation ihres Herkunftslandes, gegenseitige kulturelle Verbundenheit, die kriminogen sein soll, wegen ihrer Religion, ihrer Sitten, ja sogar Aussehen und Kleidung. Dies ist eine gesetzlich verbotene Form von Diskriminierung.

Persönlich stört es mich nicht, daß man an einer Religion Kritik übt. Das Recht auf Gotteslästerung ist in einer nichtkonfessionellen Demokratie ein Zeichen von Freiheit und Toleranz. Doch darf das nicht so weit gehen, daß Männer und Frauen um ihrer Überzeugungen und ihres Engagements willen der schlimmsten Verbrechen verdächtigt werden.

In unserer Gesellschaft haben wir uns einen langen Kampf geliefert, um zu erreichen, daß bestimmte Verhaltensregeln, die mit dem katholischen Glauben verbunden waren, nicht mehr als bürgerliches Gesetz jedem aufgezwungen werden konnten. Meines Wissens gibt es im Islam keine einzige religiöse Regel, die sich in gleicher Weise aufdrängt. Und nichts wird mich dazu bringen, zu beschließen, daß eine breite Mehrheit unserer muslimischen Bevölkerung hiernach fragen könnte.
Lassen wir zum Schluss nicht vergessen, daß Brüssel immer ein Beispiel für Toleranz und Offenheit gegeben hat für jeden, der hier lebt oder hier Zuflucht gefunden hat. Verschiedenheit, Kompromiss, Toleranz und das Abweisen der Extreme sind immer noch die Fundamente der Brüsseler Identität. Ich kenne meine Mitbürger: sie werden nicht wollen, daß ihre Stadt sich zur Haupststadt des Hasses auswächst.
Ich überlasse es jedem selber, hierüber weiter nachzudenken und sich auf der Basis dieser kurzen Reflexion eine eigene Meinung zu bilden. Für die Organisation der am 11. September geplanten Demonstration “gegen die Islamisierung von Europa” steht meine Meinung fest: sie findet nicht statt.

0 Kommentare

  1.   mc

    Gut gemacht, Herr Thielemans.

  2.   Molinocampo

    Zitat Thielemanns: „Persönlich stört es mich nicht, daß man an einer Religion Kritik übt. Das Recht auf Gotteslästerung ist in einer nichtkonfessionellen Demokratie ein Zeichen von Freiheit und Toleranz.“

    Was für ein hirnloser SCHWACHKOPF – Kritik an einer Religion mit Gotteslästerung gleichzusetzen – das die Linke schon lange an intellektueller Durchseichtigung leidet wissen wir schon lange.

    Und wie hatte Thielemanns auf die Mohamed-Karrikaturen in Dänemark reagiert? Das wäre doch das, was im Islam einer „Gotteslästerung“ am nächsten käme (obwohl die dänischen Karrikaturen nur in den wenigsten Fällen tatsächlich den Propheten zum Ziel hatten).

  3.   Molinocampo

    Thielemanns ist wirklich nur ein feiger Volltrottel….

    überhaupt nicht würdig, sich mit ihm inhaltlich auseinanderzusetzen…..

  4.   Christoph Leusch

    Lieber Herr Lau,

    Das Blog nennt sich ja „die Freunde und Feinde des Islams“. Sie , Herr Lau, mühen sich um Differenzierung. Aber vielleicht stellen auch Sie fest, einige Mitblogger bevorzugen eher das im Titel angebotene Schema der Dezision.

    Aber viel wirksamer als alle dezidierten „Feinde“ des Islams, die haben ja immer im Kopf was auch Islamisten umtreibt, nämlich allgemein ausmerzen, vertreiben, in die Schranken weisen und eine grundsätzliche Feststellung des Oben und Unten, des Besser und Schlechter, des Wahren und Falschen, handeln eben jene, die glauben, sie müssten „naiv“ oder mit Kalkül grundsätzliche Fragen stellen. Die erreichen den Teil der Gesellschaft, der sich zu radikalen Äußerungen und Taten (noch) nicht hinreißen lässt, sondern abwartend zuschaut und verharrt, bis man mit den eigenen Vorurteilen freimütig aus der Deckung kommen kann, ohne noch von „Gutmenschen“, „Multi-Kulti-Weicheieren“ und „Islamfreunden“ aufgehalten zu werden.

    Da kommen dann solche pauschalen Fragen, wie: „Ist der Islam überhaupt mit unserer Verfassung vereinbar, ist er kompatibel mit den europäischen, den westlichen Werten? – Was wäre denn, wenn die Antwort der Mehrheit „Nein“ lautete und nach dem Schema Freund-Feind entscheiden würde? Diese Frageform, derzeit auch medial sehr beliebt, rhetorisch offen häufig nur noch pro forma und de jure, impliziert, es dürfe das „Nein“ in dieser Frage legitim geben.

    Ganz geschickt versuchen ja auch hier im Blog einige Kommentatoren den Begriff der „Kritik“ auf den Kopf zu stellen. – Wie will man etwas ernsthaft kritisieren, eine Religion, einen Glauben, eine Haltung, wenn man sie für prinzipiell reformunfähig hält, als grundsätzlich verfassungsfeindlich und kulturell unterlegen abqualifiziert und ihr einen eingeborenen Hang zur Gewalt unterstellt? Wie will man 3,2 Millionen Menschen als Bürger annehmen, wenn, wie hier im Blog die Rede geht, man davon überzeugt ist, das „Hauptproblem“ sei, sich überhaupte mit einer größeren Gruppe von muslimischen Migranten als Bürgern dieser Gesellschaft beschäftigen zu müssen.

    Wie soll eine und kritischen Diskussion aussehen, wenn alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, aus dem Verhalten radikaler Minderheiten unter den deutschen Muslimen die Regel abzuleiten und aus einer größeren Anzahl aufgegebener und perspektivloser türkischer Jugendlicher eine Einschätzung der großen Mehrheit der hier lebenden Türken vorgenommen wird.

    Beispiel „gh“, wider alle Tatsachen: „Zuzug, Nachzug, Vermehrung“ als „Kriegserklärung“ des Islams, obwohl der Trend für alle drei Vokabeln genau entgegen gesetzt verläuft. Die Muslime in Deutschland werden nicht als gleichberechtigte Bürger sondern als „ (noch) friedliche Invasoren“ betrachtet.

    Beispiel „verquer“, der sich gerne auf die Haiderschen Formulierung „Störung des Ortsbildes“, geklaut aus den einschlägigen städtebaulichen Kriterien, die ganz anders gemeint sind, bezieht. – „Störung des Ortsbildes“ und der offenen Gesellschaft wäre nämlich, wenn es weiterhin bei den Garagenlandschaften und Fabriken als Moscheeersatz bliebe, wenn die Bauvolumina im Vergleich zur stadtbildprägenden Umgebung unscheinbar klein sein müssten, nur weil die aufgeregte „Mehrheit“ das beschließen dürfe . – Bei ihrem Beispiel aus unserem Nachbarland fällt ja auf, dass auch der SPÖ- Bürgermeister seine persönliche, diskriminierende Ansicht, Muslime sollten auf ihre Beträume beschränkt sein, nicht kaschiert. – Die „funktionieren“. – In die gleiche Richtung zielte jüngst ein Zeitungsbeitrag des Schriftstellers D. Wellershof in der FAZ, dem die beschaulichen und menschlich engen Hinterhofmoscheen „persönlich“ so viel besser gefallen. In die Richtung zielt Girodanos „Pinguin“-Vergleich, mit der besonders bösartigen Wendung, sein ästhetisches Empfinden sei gestört.

    Und „verquer“ kennt ja schon sein „persönliches Endziel: „Meine Kurzformel dazu: Alles, was dem (im Prinzip und Grundsatz) demokratiefeindlichen Islam schadet, nutzt Europa und seinen ihm anvertrauten Menschen.“

    Die Beispiele „Rafael“ und „Sebastian Ryll“ und „Lebowski“, die sich als Anhänger der „Islamkritik“ , gar der „konstruktiven Islamkritik“ sehen, aber mit der unkritischen Methode der Dezision argumentieren. Da sollen die kulturellen Beiträge der Muslime in Deutschland bewertet werden, da gibt es Mehrheits- und Minderheitsgesellschaft, da wird letzterer der Verbleib im Hinterhof anempfohlen.

    Wer „konstruktive Kritik“ üben will, der muss erst einmal den Partner für eine Konstruktion anerkennen. Aber nein, immer wenn jemand in der Öffentlichkeit als Vertretung auftritt, signalisiert die so konstruktive Kritik sofort, sie könne ihn nur unter dem Vorbehalt akzeptieren, dass grundsätzlich bei ihm mit „Täuschung“ zu rechnen sei. – So legte es sich Ralph Giordano für seinen Gesprächspartner Alboga zurecht. – Keine Chance für den „Partner“!

    Besonders niederschmetternd in dieser Hinsicht, der gestrige Beitrag H.U. Wehlers im Deutschlandfunk. Der Historiker hatte kein Faktum seines Beitrags recherchiert. So fiel sein nicht nur im höchsten Grade polemischer, sondern ganz absichtlich mit falschen Zahlen angereicherter Vortrag, entgegen alle intellektuelle Zunftregeln aus. So dichtete er dem Moscheebau in Köln an, er sei für 5000, statt wie geplant für 2000 Gläubige ausgelegt. Unerwähnt blieb, dass, wie bei anderen Kirchengemeinden auch, hohe Besucherzahlen nur an besonderen Feiertagen und Festen erwartet werden. Da wurde behauptet, es stünden nur 130 Parkplätze zur Verfügung , obwohl allein auf dem Gelände zunächst ~175, nun ~300 Parkplätze geplant werden und diese Zahlen nicht etwa von der Ditip festgelegt werden können, sondern sich aus den Vorschriften der sog. Stellplatzverordnung, RGV- „Reichsgaragenordnung“, die sicher nicht muslimisch oder türkisch geprägt wurde herleiten. Da wurde von ihm erklärt, die Ditip verweigere sich der Anpassung der Moschee, obwohl der Planungsbeirat für den Bau, in dem die Ditip eine einzige Stimme hat, ohne Gegenstimme Böhms Entwurf absegnete, und ausdrücklich gegen die Verringerung der Minarette und der Kuppel votierte.

    Im nächsten Abschnitt dann eine faustdicke Lüge. 94% aller in Berlin jüngst eingeschulten türkischen Kinder hätten, so der einer angeblich mit Zahlen und Fakten pingeligen Zunft angehörende Wehler, kein Wort Deutsch gekannt. – Die Fakten: Seit 2003 ist in Berlin eine Einschulung ohne Nachweis von Deutschkenntnisssen nicht mehr möglich. Jählich werden 6 Monate vor dem Schuljahrtesbeginn sämtliche Kinder der Schullreifjahrgangs getestet. 96% der Kinder in den Kindergärten (hohe KIGA-Quote in Berlin!), beim Deutschtest/Sprachstandsfeststellungstest „Bärenstark“ für das Schuljahr 2005/2006 hatten 56,5 % aller zukünftigen Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache Förderbedarf. Fast alle erhielten Förderunterricht noch in der Vorschul- bzw. KIGA-Phase, 2/3 dann an weiter an ihrer Grundschule. Was im Umkehrschluß natürlich nicht heißt, es gebe kein Sprachproblem. Das gibt es mittlerweile auch bei 12-15% der deutschen Schüler.

    Wehler wagt es, von einer „erdrückenden“ Mehrheit der türkischen Muslime zu sprechen. Dann folgt ein offen vorurteilsbehaftetes Argument: „ Wegen vermeintlicher Berufsunfähigkeit wurde die Rente durchweg vom 50. Lebensjahr ab in Anspruch genommen, so dass jedes vernünftige Verhältnis zwischen Einzahlung und Auszahlung zerstört wird.“, so der Orginalton unseres Vorzeigehistorikers.
    Und so die Realität: z.B. Ärzte Zeitung, 05.08.2002, „„Gastarbeiter von Berufskrankheiten stark betroffen“, KÖLN (jcs). Türkische Arbeitnehmer sind im Schnitt fünf Jahre jünger als ihre deutschen Kollege, wenn bei ihnen eine Berufskrankheit anerkannt wird. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung, die der Hauptverband der Berufsgenossenschaften (HVBG) veröffentlicht hat.
    (…)Als Erklärung für die frühere Berufsunfähigkeit als Folge einer Berufskrankheit führt Erdogan den oft schlechteren Ausbildungsstand, das mangelnde Sprachverständnis und das höhere Gefährdungspotential an. „Die erste Generation türkischer Arbeitnehmer nahm Arbeitsstellen an, die mit Deutschen nicht mehr zu besetzen waren“, erläutert Woitowitz. „Das Gesundheitsrisiko war bei diesen Stellen wesentlich höher“, vermutet er. (…) Erdogans Untersuchung zeigt auch, daß 37 Prozent der türkischen Arbeitnehmer – im Vergleich zu 23 Prozent deutscher Arbeitnehmer – trotz festgestellter Berufskrankheit ihre Tätigkeit zunächst fortsetzen. Auch das Feststellungsverfahren dauert im Schnitt ein halbes Jahr länger. „Komplexe arbeitstechnische Details, die für die juristische Kausalität von Arbeitsplatz und Erkrankung von Bedeutung sind, können wegen der Sprachbarriere oft nicht direkt vermittelt werden“, erläutert Woitowitz die Probleme bei der Anamnese.““
    Wehler ignoriert auch, oder er weiß es einfach nicht, dass seit 2001 die alte Berufunfähigkeitsrente, abgeschafft und die neue Erwerbsunfähigkeitrente sukzessiv gekürzt wurde und nun selbstverständlich mit Eintritt des Rentenalters (65J.) nicht mehr weiter gezahlt wird, sondern dann die ganz normale, an den Einzahlungen und Zahljahren orientierte Altersrente fließt. – Von „vermeintlich“ und „durchweg“ mit 50 Jahren kann weder nach den Statistiken der Berufsgenossenschaften, noch nach den Fakten des statistischen Bundesamtes gesprochen werden.

    Noch ein anderer Zusammenhang fällt bei der geselschaftlich und sozial sicher teuren Frühverentung deutlich auf, es sind durchweg die Angestellten der Verwaltungen und die besserverdienenden Mitarbeiter sehr großer Firmen die die früher existierenden staatlichen Angebote und finanziellen Transfers nutzten. Türkischstämmige Deutsche dürften sich unter diesen Gruppen eher selten finden. Das „Verhältnis von Einzahlung und Auszahlung“ haben diese wenigen glücklichen türkischen Arbeitnehmer sicher nicht maßgeblich verändert.

    Wenn schon Hochschulprofessoren und bekannte Publizisten zu solchen Methoden der Verdrehung und Falschmeldung neigen, wie soll ein ZEITungsleser
    noch sachlich mitreden? Welche Fraktion der dezidierten „Islamkritik“ gewinnt dann die Oberhand?

    Mit freundlichen Grüßen
    und guten Mittag

    Christoph Leusch

  5.   Molinocampo

    Und ach übrigens, Herr Lau,

    danke für Ihre klare Stellungnahme gegen Thielemanns inhaltlichen wie politischen Zumutungen….

    vielleicht ist Ihr Blogg doch noch nicht verloren….

  6.   Tuotrams

    >Sie liegen falsch!

    Ach was? Ist die übergewichtige und offenbar an Augenkrebs erkrankte Dame nicht blogbekannt dafür, noch nie einen vernünftigen Beitrag verfasst zu haben?

  7.   Martin

    Wer nimmt BigBerta ernst?

  8.   NestorBurma

    Der springende Punkt ist doch der, dass Thielemans in seiner Fraktion ca. zu 50% Muslime sitzen hat. Ohne die wäre er nicht Bürgermeister. Was tut er? Das ist reine Prostitution in meinen Augen, das Ganze auch noch in ein ziemlich lausiges moralisches Mäntelchen gehüllt, das so dreist daher kommt, das einem fast die Tasse aus der Hand fällt.

    Im Grunde zeigt das, dass die Demo eigentlich zu spät kommt. Die Brüsseler Regierung IST bereits islamisiert, wenn der Rest nach muslimischer Pfeife tanzen muss. Vielleicht ist es aber auch vorauseilender Gehorsam von ihm, was im Ergebnis auf das gleiche hinausläuft.

    An Brüssel können wir sehen, wie es auch bei uns in einigen Jahren in den Parlamenten zugehen wird. Menschenrechte werden dann nur noch eine Art vergilbter Liebesbrief aus früheren Zeiten sein. Die Welt in der wir dann bzw. unsere Kinder leben werden, wird definitiv eine andere sein.

    Hier mal was zum Lachen, auch wenn es traurig ist:

    http://wiedenroth-karikatur.de/02_PolitKari070820.html

  9.   NestorBurma

    Der springende Punkt ist doch der, dass Thielemans in seiner Fraktion ca. zu 50% Muslime sitzen hat. Ohne die wäre er nicht Bürgermeister. Was tut er? Das ist reine Prostitution in meinen Augen, das Ganze auch noch in ein ziemlich lausiges moralisches Mäntelchen gehüllt, das so dreist daher kommt, das einem fast die Tasse aus der Hand fällt.

    Im Grunde zeigt das, dass die Demo eigentlich zu spät kommt. Die Brüsseler Regierung IST bereits islamisiert, wenn der Rest nach muslimischer Pfeife tanzen muss. Vielleicht ist es aber auch vorauseilender Gehorsam von ihm, was im Ergebnis auf das gleiche hinausläuft.

    An Brüssel können wir sehen, wie es auch bei uns in einigen Jahren in den Parlamenten zugehen wird. Menschenrechte werden dann nur noch eine Art vergilbter Liebesbrief aus früheren Zeiten sein. Die Welt in der wir dann bzw. unsere Kinder leben werden, wird definitiv eine andere sein.

  10.   Milko

    Ich finde es vollkommen berechtigt, gerechtfertigt diesen
    politicall incorrect, akte islam, grüne pest,…. propagandisten
    einhalt zu gebieten.

    Es ist sehr wohl ein schutz von demokratie, menschenrechte,…
    solchen leuten einhalt zu gebieten mit ihrer sprache über den Musel dönerschneidenden stickenden kulturbereicher
    mit seiner Müllsack Burqa Gebärmaschine !

    es wundert mich doch sehr Herr Lau
    dass sie die tatsachen derart verdreht haben
    und diesem neuartigen in ihren illusionen aufgelösten kreuzritter das anliegen abnehmen etwas für demokratie, menschenrechte,… mit ihrem immer hektischeren aktivismus tun zu wollen.

    Es ist eine sache des anstandes, der sicherheit, der weitsicht
    einem anti-menschenrechte anti-demokratischen
    Atmosphären vergiften wollenden Pöpel
    das Stop Schild kar und deutlich zu zeigen
    und das hat der Herr Thielmann, ob nun die demonstration stattfindet oder nicht eindrucksvoll getan.

    Der virtuelle Hass der neuen abendländischen Pc kreuzritter auf
    Herrn Thielmann hätten sie sich nicht anschlissen müssen
    mit deren rethorik über demokratie, werte, menschenrechte,..etc

    den Wahrlich,
    diese Leute sind bereit alles aufzulösen für was sie angeblich stehen wollen. Diese Leute stehen FÜR rein gar Nichts mehr ein,
    Sie wissen nur noch GEGEN Was sie sind.

    Wer wirklich FÜR
    Demokratie, Werte, Menschenrechte,.. einsteht
    wird auch wissen welchen angreifern
    egal von welcher seite sie auch kommen mögen
    contra zu geben und einhalt zu gebieten gilt.

 

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