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0 Kommentare

  1.   Wachtmeister

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem Artikel. Etwas ähnlich fundiertes, sachliches, unaufgeregten und gleichzeitig konsequent kontroverses und kritisches bekommen Herr Ulfkotte, Raddatz, Giodano und die PI-Fraktion nicht hin. Ich hoffe nur, daß diese Leute mit ihrem Getöse nicht verhindern, daß solche Texte wahrgenommen werden.


  2. @ Wachtmeister: Danke! Bin hoch gespannt auf die taz-Leser-Reaktionen. Mein Tip: Die Leser sind da vernünftiger als manche Autoren. Ich werde berichten.

  3.   lebowski

    @Jörg Lau
    „Sie bezieht das Integrationsproblem immer auf Versäumnisse der Mehrheit und weigert sich, die islamische Kulturkritik am Westen und den ihr zugrunde liegenden Wunsch nach Differenz ernst zu nehmen.“

    So weit, so gut. Ich nehme also ernst. Und nun? Was sind die persönlichen Konsequenzen für die Kritisierten?
    Was gibt es für Möglichkeiten? Sollen die Kritisierten sagen: ok, Ihr wollt nichts mit uns zu tun, das sehen wir ein, macht also, was ihr wollt. Oder sollen sie sagen: ok, wie ihr wollt. Ihr wollt nichts mit uns zu tun haben und wir deswegen nichts mit euch. Gute Heimreise!

    Das Problem lässt sich anscheinend gesellschaftlich nicht lösen, denn die Spaltung zwischen Muslimen und den Rest wird immer größer. Also muß anscheinend politisch gelöst werden!

    Im übrigen: vom Westen wird doch immer verlangt, er möge zwischen den Muslimen differenzieren. Nicht alle seien Terroristen.
    Aber diese Geistesleistung hat man offensichtlich den Muslimen noch nie abverlangt, denn es ist ja wohl so, dass nicht alle hier im Westen das promiskuitive, permissive Leben gut finden, das hier um sich greift.
    Ich persönlich bin angenervt von A..geweihen, Tättowierungen, Talkshows und ähnlichen Erscheinungen des modernen Lebens.
    Ich muss aber nicht Muslim werden, um das schlecht zu finden.

  4.   J.S.

    Prima Artikel! Allerdings ist der Vergleich zu PI und Co. nicht fair, denn die wollen etwas verändern und nicht nur beschreiben.

  5.   milko

    Ja Glückwunsch sehr gut aufgebaut und auch sehr gut geschrieben
    mein nicht sehr gutes deutsch kann den einen oder anderen begriff noch nicht ganz einordnen, aber dafür können sie ja nichts.
    eine kleine bescheidene kritik hätte ich aber,
    meines erachtens fehlt in ihrem text der motor, das anfachende feuer hinter all den bewegungen: nämlich Gott
    (ganz abgesehen von solch philosophischen fragen
    ob „Gott“ die dinge in bewegung setzt oder
    Menschen es nur wollen dass „Gott“ es sein sollte zu bewegen)
    und damit auch das oft von ihnen verwendete beispiel Kopftuch
    dass von gläubigen wirklich in erster linie als Gottesdienst verstanden wird.
    ein mit Niqab auftrettene Frau zeigt auch
    „Was auch immer ihr dienen möget, Ich diene Gott.“

    das thema dekadenz ist ja schön und gut, aber es braucht auch die erklörung „Gott“ der einen anderen weg vorgibt, der dekadenz verabscheut vor den verbennungen des weltlichen warnt und den gläubigen den weg des verzichtens lehrt.

    Gott, die propheten, die religionen,… hätten auch das motto ausgeben können freibier für alle, kostet so viel ihr wollt
    es geht alles auf meine rechnung,
    komischerweise lehrt Gott, alle religionen auch der buddhismus genau das gegenteil.
    Im Koran kommt der satz vor „in euch liegt das streben nach immer mehr“ und Gott lehrt deshalb auf die bremse zu drücken und nicht gas zu geben, den der mensch ist quasi genetisch schon so veranlagt gas zu geben und bekommt von Gott also eher den rat das tempo zu senken.

    um es kurz zu machen es fehlt mir einfach wie in dem konvertiten thema eine erklärung, ein wort: „Gott“
    als treibender faktor dass menschen überhaupt auf die idee kommen eine dekadenz abzulehnen, den was sollte den schlecht sein an dekadenz ? und wo liegt der motor, die kraft denoch nein sagen zu wollen und auf was berufen und auf was erhoffen sich solche menschen ?

  6.   Riccardo

    Chapeau, lieber Jörg Lau, das ist erste Liga.

  7.   pluckerwanck

    Ein guter Artikel Herr Lau und eine klare Stellungnahme. Der Westen ist dabei, den Wert der, in meinen Augen, kostbarsten Errungenschaft am Ende einer langen Entwicklung zu vergessen oder sogar gering zu achten: die Freiheit zu wählen, wer man sein will: Asket oder Genießer, Suchender oder Verlorener, Hure oder Heilige, Helfer oder Narziss …

    Diese Freiheit blieb vor allem Frauen lange verwehrt, für sie sind Frauen Anfang des 19. Jahrhunderts gestorben – das was manche Mädels heute daraus machen ist ein Graus und eine Travestie, aber kein Grund, die Wahlmöglichkeit an sich nicht mit heißem Herzen zu verteidigen.

    Die Wahl, sich selbst zu definieren ist übrigens etwas, das dem Islam völlig fremd ist, der Unterwerfung unter Allahs Willen entgegengesetzt.

  8.   J.S.

    al-Qaidas Wurzeln liegen nicht in Greeley sondern in „Mekka“. So gut der Artikel sonst ist, aber in der Beziehung liegt er einfach daneben.
    Greeley ist schlicht der Ort an dem Qutb und Westen aufeinander geprallt sind. Der Ort ist aber ziemlich beliebig. Man stelle sich Qutb bei der Love Parade vor.

  9.   J.S.

    “Mekka” in Anführungsstrichen weil damit eigentlich nicht so sehr die Religion gemeint ist. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, das al-Qaida sehr profane Ziele verfolgt und Leute wie Qutb dafür nur einen religiösen Mantel liefern.
    Der Mantel ist natürlich sehr wichtig, denn darauf fällt das Fußvolk herein. Aber im Kern geht es wohl eher darum sich das arabische Erdöl anzueignen.

  10.   Rafael

    Ganz große Klasse!

    @J.S., Milko

    Natürlich spielen beide Aspekte noch eine Rolle. Ohne Öl würde die Islamisten niemand ernst nehmen, ohne das tiefe Bedürfnis der Menschen nach absolutem Gott und sicherer Unsterblichkeit, ohne die Todesangst im Sinne von „Was geschieht nach dem Tod“ wäre es nicht so leicht, die Masse der weniger radikalisierten Muslime von Differenzierungen und Kritik an ihrer Gemeinschaft und ihrem Glauben abzuhalten.

 

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