‹ Alle Einträge

Was Musharraf wirklich gesagt hat…

 

… als er den Notstand erklärte, findet sich hier in englischer Übersetzung. Eine erstaunliche Rede, die tiefe Einblicke gewährt – offensichtlich ohne amerikanische Einwirkung, ja offenbar sogar gegen Amerikas Einmischung gerichtet. Der General betrachtet das Land als eine Art Erweiterung seines Selbst.

Auszug:

„And I also want to say, as I am sitting in front of television cameras, I want to say that the media – certain channels, and certain programs on certain channels – has also contributed to this downslide, this negative thinking, this negative projection. And I am saddened by this too. Saddened because this is the same media, in 1999, that there was only PTV in Pakistan and independent media did not exist. I gave that independence. Because I believed that media should be independent – that is the only path to progress for a civilized society. That is why I am saddened and I have said many times that negativism should be curtailed and positivism encouraged. That doesn’t mean that we hinder the media. It should be independent, of course. But with responsibility towards the State and for the sake of the nation. And so, I am saddened by the situation in some channels.

I would like to ask the whole nation. Why? Why this state of affairs? In my opinion, it is the judicial activism – which is a pillar of states in clash with the other two pillars, the executive and the legislative. The judiciary has interfered with the other two. And now every one is suffering and is paralyzed in every manner and in every department.“

0 Kommentare

  1.   Rafael

    „My buddy“ – Bush über Musharraf

  2.   lebeding

    Wer Gerichte ausschaltet, die die Rechtmäßigkeit einer Wahl und deren Ergebnisse feststellen könnte und sollte, der will mit Sicherheit an der Macht bleiben und mit noch mehr Sicherheit will solch ein Mächtiger keine Demokratie! Der mächtigste Mann der Welt hatte sich auch vom Gericht zum obersten Chef ernennen lassen …. Musharraf ist schon ein Schrittchen weiter und schafft die Gerichte gleich ganz ab.

  3.   Wachtmeister

    Das Problem ist, dass Musharraf nicht die Islamisten verhaftet, sondern die säkulare Opposition, während er den den Islamisten Waffenstillstände und umfangreiche Konzessionen anbietet. Die Provinzregierung im Nordwesten hat gestern erklärt, sie sei bereit, über die Einführung der Scharia zu verhandeln.
    Offenbar versucht Musharraf, sich gegenüber den Islamisten Zeit zu kaufen und die sonstige Opposition auszuschalten, so dass es nur noch die Wahl zwischen ihm als kleinerem Übel und talibanartigen Extremisten gibt.

  4.   AM

    Keine Frage: es läuft derzeit an vielen Ecken auf einen Zusammenbruch der vertrauten Strukturen hinaus.

  5.   Rafael

    Doch eine Frage: Welche vertrauten Strukturen meinen Sie? Ich sehe lediglich, dass Musharraf alles tut, um die vertrauten Strukturen aufrecht zu erhalten. Das scheint ihm ganz gut zu gelingen. In einen Jahr wird Pakistan genau die gleichen vertrauten Strukturen aufweisen, wie ein Jahr zuvor.

  6.   lebeding

    für Musharraf sind sicherlich nicht demokratische Strukturen vertraut. Somit bleibt alles beim alten: Militärdiktatur! Und ob eine Frau Buttho das Land demokratisch verzaubern könnte? Das glaube wer will – ich nicht.

  7.   J.S.

    @Wachtmeister
    Vielleicht hat Muscharaf auch nur aus dem Schicksal des Schah gelernt und will die „säkulare“ Opposition ausschalten, bevor diese sich mit den Islamisten verbündet?
    Ich glaube schon das Muscharaf das kleinere Übel ist.

  8.   Wachtmeister

    @J.S.
    Die säkulare Opposition hat sich in der Vergangenheit schon kaum mit den Islamisten angelegt und sich eher gegen Musharraf gerichtet. Jetzt hat Musharraf m.E. eine Situation geschaffen, in der er Säkulare und Islamisten auf jeden Fall gemeinsam gegen sich hat. Die USA fangen an, sich von ihm abzuwenden. Ich glaube nicht, dass er noch lange durchhält. Es ist fast dieselbe Konstellation wie im Iran 1979.

    Ich halte Musharraf auch für das kleinere Übel. Es gibt aber kaum noch einen Grund, ihn zu unterstützen. Gegen die Islamisten ist er nie wirklich vorgegangen, und jetzt erledigt er anstatt der Islamisten die Säkularen und stärkt weltweit die Glaubwürdigkeit der Islamisten, die immer schon behauptet haben, daß die USA nur Diktatoren unterstützen. Die Unterstützung von Diktatoren ist ja OK, solange diese effektiv sind. Musharraf ist nicht effektiv.

    Vielleicht findet sich ja ein General in den Streitkräften, der stark genug wäre, dem Westen glaubwürdige Versprechungen über ein Vorgehen gegen Islamisten zu machen, und der ehrgeizig genug ist, um Musharrafs Rolle einzunehmen?

  9.   maloXP

    @ Wachtmeister:
    „Die Unterstützung von Diktatoren ist ja OK, solange diese effektiv sind. Musharraf ist nicht effektiv.“

    Würg.

  10.   AM

    „Die Unterstützung von Diktatoren ist ja OK, solange diese effektiv sind.“
    Es ist noch nicht so lange her, da hieß es, die Unterstützung von Diktatoren sei auf Dauer nie effektiv. Es findet jetzt also das Umschalten in den kurzfristigen Modus statt.

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren