Lesezeichen
‹ Alle Einträge

Gegen die Verpöbelung des Internet

 

Dank an den Kollegen Christian Geyer von der FAZ:

„Was Jens Jessen, dem Kulturchef der „Zeit“, derzeit im Internet entgegenbrandet, ist widerlich und totalitär. Die Welle von Schlamm, die sich über ihn ergießt, ist in ihrer Monstrosität kaum zu beschreiben. Sie überschwemmt alles, was man an öffentlicher Wortkultur für gesichert hielt…“

Um das klar zu stellen: Es geht hier nicht darum, Jens Jessen Recht zu geben. Die Reaktionen auf seinen Blog-Kommentar aber sind wahrhaft erschreckend, wie Geyer richtig schreibt –

„verheerend für alle, die das Ungeschützte, Leidenschaftliche seiner Einlassungen schätzen. Verheerend aber auch für jene, denen daran liegt, ihm mit guten Gründen widersprechen zu können.“

Mehr unter obigem Link.


88 Kommentare

  1.   Robert Peters-Gehrke

    In der Süddeutschen ist auch schon ein Artikel darüber erschienen mit dem gleichen Tenor: Jessens Aussage ist sehr unglücklich formuliert, die Kritik im Internet, aber auch in FAZ und Bild war maßlos.

  2.   Rafael

    „Wer würde nicht lieber krank wie Jessen sein als gesund wie der Pöbel?“ – Ernest Renan (leicht abgewandelt)

  3.   Robert Peters-Gehrke

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/559/153169/

    Das ist der Link zum Artikel der SZ.

  4.   Eipott

    Widerlich. Eine empfindliche Niederlage für all diejenigen, die die überlegenheit des Blogjournalismus gegenüber den alten Formen der Berichterstattung preisen.
    Die in diesem Forum zahlreich vertretenen Fans der „Kollektivintelligenz“ dürfen sich ebenfalls angesprochen fühlen.

    Den Satz „das Volk ist mir zum Kotzen“ von Willi IV kann ich nun besser nachvollziehen.
    Klingt elitär und ist es auch. Aber manchmal muss man der Realität ins Auge sehen.
    Und ja- Jessen hat Recht. Es gibt immer mehr Spiesser, Ordnungsfanatiker und Gesundheitsaposteln. Die Blockwartmentalität ist wieder en vogue. Das sage ich als Jahrgang ’81 und Angehöriger einer Generation, die angeblich etwas gegen die 68er hat (zumindest wenn man dem Spiegel glaubt).

  5.   Molinocampo

    Entschuldigung – ohne die Reaktionen auf Jessen gelesen zu haben (aber ich kann mir schon denkenk, was und wie da was drinsteht!), und ganz sicher nicht einverstanden mit den wüstesten Reaktionen –

    aber kann man einfach so darüber hinweggehen, daß es Jessen war, der in einem öffentlichen Medium wahrhaft zuerst herumgepöbelt hat??????

    Sorry, da fehlt mir jedes Verständnis…..

  6.   Robert Peters-Gehrke

    Mir fehlt jedes Verständnis dafür, Jessens Beitrag „Herumpöbeln“ zu nennen.

  7.   moonwalker

    @Eipott:
    Warum ist das eine Niederlage für den Blogg’journalismus‘ (Bloggs sind ohnehin eher Diskussionsplattform als Informationsquelle)? Wer zwei gehirnzellen übrig hat lässt sich auf diese Pöbelmasse erst gar nicht ein.

    Ich würde gerne wissen ob es sich bei den Autoren dieser miserablen Kommentare, bzw Hass-Ansagen, um regelmäßige blogger handelt die ansonsten unter zivieler Flagge schreiben (was bedrückend wäre) oder ob es sich um aus-dem-Bauch sofort Schimpfer handelt die sich persönlich angemacht fühlten.

    Was die Reaktionen in den Medien angeht muss ich sagen das dass Gesamtbild doch recht gesund aussieht, und jede Partei ihre vorhersehbare Rolle übernommen hat… die SZ, FAZ, BILD.

  8.   Molinocampo

    @RPG

    „Mir fehlt jedes Verständnis dafür, Jessens Beitrag “Herumpöbeln” zu nennen.“

    Is mir schon klar – ist ja für Sie normales Verhalten…..

  9.   Robert Peters-Gehrke

    Ach, vergessen Sie es. Mit Ihnen zu kommunizieren ist sinnlos. Noch viel Spaß beim Windmühlenkampf.

  10.   Krischan

    Zugegeben, es gibt eine (zu) große Zahl von pöbelnden und unsachlichen Postings zu dem Jessen-Blog.

    Allerdings würde ich mindestens ein Drittel der Postings, die Jessens Verdrehtheiten kritisieren, nicht dazu rechnen.

    Sie sind oft sehr klug, witzig und pointiert formuliert.

    Jeder, der hier seine Empörung über die Empörung kundtut, sollte doch einmal selber nachschauen, ob der Pöbelfaktor in diesen Postings tatsächlich so hoch ist.

    Christian Geyer unterschlägt diese Postings völlig, so daß ich mich frage, was er uns eigentlich sagen will.

    Was wäre beispielsweise gegen den Kommentar-Poster

    http://kommentare.zeit.de/user/gospodin-gogol/beitrag/2008/01/22/werden-stellungnahmen-gegen-rechtsextremismus-zunehmend-infla#comment-98271

    einzuwenden?

    Auf diesem Niveau wird auch gegen Herrn Jensen diskutiert. Warum fällt das hier unter den Tisch?

    Interessant auch die Diskussion im FAZ.net (registrierter User mit Echt-Namen), bei der Christian Geyer überhaupt kein Verständnis für seine abenteuerlichen Thesen entgegengebracht wird.

 

Kommentare sind geschlossen.