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Die 20 schlimmsten Gotteslästerungen

 

Die Londoner Times hat eine sehr hilfreiche Liste erstellt: Die 20 wichtigsten Blasphemie-Skandale der jüngsten Zeit. Bewertet wurden die Ereignisse nach Vulgarität, kriminellem Charakter (entsprechend der jeweils geltenden Gesetze), nach politischer und religiöser Wirkung und nach der Zahl der Toten im Gefolge der Blasphemie.

20. Jesus Christ Superstar
19. Popetown (TV-Serie)
18. Chocolate Christ
17. Ecce Homo (Jesus auf Fotos mit Transsexuellen)
16. Hl. Maria mit Ratte (Cover der slowenischen Band Strelnikoff)strelnikoff_display.jpg
15. Jerry-Springer-Oper (in London, mit einem inkontinenten Jesus)
14. Das Leben des Brian
13. Rude Buddha
12. Gilbert & George – Ausstellung „Sonofagod“ („God loves fxxxing“)
11. Der Jack Hobbs-Fall (Muslime in Indien waren empört über Cartoons – im Jahr 1925)
10. „The Profit“ (Film über Scientology, verboten in USA)
9. Bezhti (ein Stück über Sikhs und Gewalt)
8. Der Koran auf Klopapier
7. Die Jungfrau Maria von Chris Ofili (mit pornographischen Bildern von Vaginen)
6. Penis am Kreuz von Danuta Nieznalska
5. Videospiel The Fall of Man (Ballern in der Manchester-Kathedrale)
4. Submission von Theo van Gogh
3. Piss Christ
2. Die satanischen Verse
1. Mohammed-Cartoons in Jyllands-Posten

Diese Liste ist natürlich nur eine Möglichkeit. Aus deutscher Perspektive würde natürlich Achternbuschs „Gespenst“ unbedingt hineingehören. Und noch viel dringender natürlich George Grosz mit seiner Zeichnung von 1928.
Deutlich ist jedoch, dass es sehr viel leichter ist, grob beleidigende, extrem vulgäre und pornographische Akte gegen das Christentum und seine Symbole zu finden, als im Fall aller anderen Weltreligionen.
Und übrigens: Was die Todesopfer durch die Beleidigten betrifft, führt der Islam mit 140:0, wenn man die obige Liste zugrunde legt.

117 Kommentare

  1.   iceman

    @ Jörg Lau

    Feigling!

  2.   Molinocampo

    Uuuhhhh, jaaaah,

    ich erinnere mich noch gut an die hunderten Toten die die Uraufführung von „Jesus Christ Superstar“ gekostet hatte – ganz Amerika war damals aus dem Häuschen, und fast wäre die Brooklyn Bridge von fundamentalistischen Evangelikalen gesprengt worden!!!

    Aber alles das war nichts gegen den internationalen Aufschrei beim Release von „Leben des Brian“!!!

    Bekanntlich hatten die europäischen Kirchen sich damals zu dem gemeinsamen Verdammungsurteil – Tod den Regisseuren und Produzenten dieses jüdisch-muslimischen Machwerks zur Verunglimpfung des Christentums – vereinigt, und monatelang von den Kanzeln hetzen lassen, daß niemand, der an der Entstehung des Films beteiligt gewesen sei, noch das Ende des Jahres lebendig erleben sollte!!!

    TAUSENDE sollen damals bei den wochenlangen Straßenaufmärschen in Europa totgetrampelt, oder von fanatisierten Christen erschlagen und abgestochen worden sein, weil man sie irrtümlich für Mitglieder Filmcrew, oder einfach für Juden oder Moslems hielt –

    bis endlich die Nato-Truppen wieder für Ruhe sorgten…..

    bis heute hat der Kontinent diese filmische Demütigung – die in den arabischen Kinos seither ein Dauerbrenner ist – nicht wirklich verwunden.
    Da konnte auch die flächendeckende Zensur nicht helfen – aber es soll ja Dissidenten und Abtrünnige geben, die nicht zuletzt deshalb in den Urlaub nach Tunesien oder Ägypten fliegen, um dort „Leben des Brian“ (mit englischen Untertiteln) anzugucken.

    Der Fall der polnischen Künstlerin Danuta Nieznalska war da immerhin diskreter „zu lösen“ –

    nachdem der Erzprimas von Polen die Künstlerin an das Bistum Köln ausgeliefert hatte, weil die Bundesrepublik dieses praktische Auslieferungsabkommen mit der befreundeten Türkei besitzt, konnte diese Hure des Orients an Vertreter eben desselben ausgeliefert werden, um nach dortiger Sitte eine weibliche Genitalbeschneidung zu erfahren – wer Penisse an Kreuze nagelt, darf schließlich ruhig nach selbigen Maßstab ein Stückchen Vulva an ein Holzbrett „spendieren“… seitdem hat der Westen von dieser „Künstlerin“ nichts mehr gehört…. Gott sei´s gelobt!

    Immerhin haben die westlichen Kirchen von diesem Fall gelernt: der Künstler von „Piss Christ“ wurde gleich ganz diskret in ebenselbiger ertränkt…..ein Aufschrei der europäischen Öffentlichkeit erübrigte sich damit …..zum Glück für unsere Volkswirtschaften und die Fenster so mancher Synagoge und Moschee….

    Bei Gilbert&George mussten nicht einmal die Behörden tätig werden – bekanntlich erledigten das beherzte Mitglieder der britischen Pentecostal Church (Ihnen sei ewiger Dank und Lobpreis im Himmel!), die den beiden in ihrem Lieblings-Inder in Whitechapel den Tandoori so wirkungsvoll in ihre Schwuchtel-Gurgeln stopfte, daß die beiden nicht einmal mehr das Wort „Blasphemy“ gurgeln konnten…..

    Verglichen mit dieser Entschlossenheit und Wirkung ist das nachlässige Treiben in Glaubensdingen bei unseren muslimischen Nachbarstaaten wirklich als Gipfel der Verlotterung und der religiösen Indifferenz zu bezeichnen…. kaum hielt es die türksiche Diplomatie für geboten, wegen der Karikaturen in Jyllands-Posten auch nur einen förmlichen Protest bei den EU-Staaten einzulegen – und in Arabien winkten die Potentaten und Mullahs in typisch orientalischer Schlaffheit sogar nur gelangweilt ab, ob dieser „Provokation“……

    naja, Ölreichtum macht halt dekadent….

  3.   iceman

    Zu Kommentar # 1:

    Meine Absicht war´s natürlich nicht, Herrn Lau zu beleidigen, sondern auf ein Dilemma hinzuweisen.
    Es stellt sich die Frage, wie es zusammenpasst, dass man einerseits (und zurecht) die Unausgewogenheit bei der Religionskritik anmahnt, dabei aber gleich selber diesen Fehler zu machen, indem man ein Foto einstellt, dass dem Fundus der gängigen (der Hund gähnt neben dem Ofen), angestrengt aufgeklärt- antichristlichen Tradition entnommen wurde?

    Mir scheint, hier schnappt die Falle der selbstauferlegten (besser: anerzogenen) Hemm- und Beissschwelle gegenüber dem Kult der „Minderheit“ zu!
    Oder handelt es sich um schnödes Sicherheitsdenken?
    Steckt dahinter die Sorge, man könne beim Einstellen einer antiislamischen Karikatur selber zum Ziel von Fanatikern werden?

    Egal, wo die Motivation – hier bei Herrn Lau – nun liegt, eines ist sicher:
    Einen solchen Kurs werden wir auf Dauer nicht fahren können, ohne damit schwere Verwerfungen zu produzieren, denn auf lange Sicht lässt es sich nicht durchhalten, sein „Mütchen“ immer nur an der „eigenen“ Religion zu kühlen.

    Das hätte nämlich sehr unangenehme Folgen:

    Erstens die, dass die Forderung nach einer ECHTEN Akzeptanz von Migranten (als Bestandteil unserer Gesellschaft) durch jede Form von übertriebener Rücksichtnahme konterkariert wird.
    Diskriminieren kann man jemanden nämlich nicht nur mit dem Jesseschen „scheelen Blick“, sondern auch durch eine Art kultur-chauvinistische zur Schau gestellte Erhaben- oder Überlegenheit.
    Eine solche zeigt sich auch dann, wenn man den Islam unter künstlicher Quarantäne vor Kritik schützt (in welcher Form auch immer diese daher kommen mag).

    Zweite Negativfolge: Umgekehrt gibt es dadurch einen Gewöhnungseffekt bei den hier lebenden Muslimen, die es irgendwann für „normal“ halten, dass man ihre Religion oder ihren Profeten nicht kritisiert oder satirisch durch den Kakao zieht.

    Drittens, und damit zusammenhängend, wird die Logik des elitären Djihadismus gestärkt, weil sich das Mittel der Einschüchterung von Kritikern durch einige wenige religiöse Fanatiker als erfolgreich erweist (der Mechanismus des vorauseilenden Gehorsams aus Angst vor Repression).

    Einen glaubwürdigen Ausweg aus diesem Dilemma der Ungleichbehandlung gäbe es, wenn man JEDE Form von harter oder satirischer Religionskritik unterlassen würde.
    Das kann man so haben, wenn man das will.
    Allerdings wäre das ein ganz klarer Rückschritt hinter die Errungenschaften der Aufklärung, ein sichtbarer Riss im demokratischen Gefüge, dessen substanzieller Kern die Meinungsfreiheit ist, vor allem auch die künstlerische Freiheit.
    Will man diesen Verlust wirklich riskieren?

  4.   Joerg Lau

    @ iceman: Hallo, was Sie mir vorwerfen ist eben das, was ich mit diesem Post zeigen wollte: Ätzende antichristliche Blasphemie hat kaum Folgen, antiislamische ist lebensgefährlich.
    Das scheint doch diese Liste nahezulegen. Und wenn ich dies exponiere, mache ich mich der vorauseilenden Anpassung schuldig? Wo ist die Logik?
    Und die ZEIT hat damals übrigens die Karikaturen gezeigt, jedenfalls einige.

  5.   tati

    @J.Lau vs. @iceman

    Ich bin enttäuscht mit welcher Selbstverständlichkeit die christlichen Karikaturen und Bilder gezeigt und verlinkt – die islamischen Karikaturen jedoch zurückgehalten werden.

    Auch im Original-Artikel der Londoner Times wird fast identisch publiziert.

    Kein einziger Cartoon aus Jyllands-Posten?!

    Stellen Sie sich vor, ein neuer unbedarfter Besucher dieses blogs bekommt keine Bildinformation zum wichtigsten Fall. Das TOP-Event OHNE Bilder.
    Der greift sich doch an den Kopf und fragt sich – was geht den hier ab?

    Journalismus in Deutschland 2008 !?!

    Steht es denn wirklich schon so schlimm um Ihre Sicherheit, Herr Lau?
    Wenn dem so ist, könnte ich Ihre Entscheidung verstehen und nachvollziehen.
    Nur, dann stellt sich die Frage, ob man das Thema überhaupt noch in den blog stellen soll.
    Dann ist „Der Käs´ eh gegessen“

  6.   nrq

    Herr Campo, Sie sind ja hysterisch!

    Keine Ahnung, ob das Schwein am Kreuz aus Deutscher Perspektive dazugehören würde, interessant ist es in dem Zusammenhang allemal.

  7.   iceman

    @ Jörg Lau

    „… was ich mit diesem Post zeigen wollte: Ätzende antichristliche Blasphemie hat kaum Folgen, antiislamische ist lebensgefährlich.“

    Ihre Absicht ist mir schon klar, Herr Lau, und aller Ehren wert.
    Aber ich halte Ihren Einwand trotzdem nicht für ganz überzeugend.
    Ein antichristliches Foto stellt man nämlich ein, um über eine Unsitte (entartete Kunst o.ä.) aufmerksam zu machen, oder aber, um eine sehr kritische Haltung zu bezeugen (eben, um blasphemisch zu sein).

    In Ihrem Beitrag verurteilen Sie aber nicht JEDE Form von Blasphemie, sondern – wenn ich es richtig verstanden habe – eher das vorhandene Ungleichgewicht bezüglich Islam und Christentum.
    Und ich halte es für wenig hilfreich, wenn man dieses Ungleichgewicht, ob gewollt oder ungewollt, in der Präsentation noch verstärkt.

    Was die Mohammed-Karikaturen angeht:
    Ihr Gehirn scheint sich die Ereignisse zurechtgebogen zu haben.
    Ja, die Karikaturen sind erschienen in der ZEIT, aber nur für ganz kurze Zeit (ich meine, es war nur ein Tag), dann wurden sie sehr schnell zurückgezogen.
    Und Helmut Schmidts Aufruf zu mehr religiösem Respekt – gemeinsam verfasst mit sieben anderen ehemaligen
    europäischen Regierungschefs – kam zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

    Wenn sich an dem weiter oben beschriebenen Missverhältnis etwas ändern soll, dann müssen die Medien das Thema Islamismus (oder orthodoxer Islam) auch mal unkonventioneller angehen, eben in Form von Satire (teilweise machen Sie das ja sogar, Herr Lau), oder auch durch die Abbildung einer übersteigerten Karikatur, der Polemik, oder der Aktionskunst.
    Nicht als Regelfall zwar (um Stigmatisierungen zu vermeiden), sehr wohl aber als legitimierte Ausnahme.

    Vulgäre Religionskritik kann man eigentlich IMMER als eine Form von geistiger Unreife ansehen.
    Dennoch ist die künstlerische Verarbeitung blasphemischer Ansichten eine notwendige Zwischenstufe beim zivilisatorischen „Erwachsenwerden“.
    Angehörige von Völkern, Kulturen oder Religionen brauchen solche Phasen der Abnabelung, der Neujustierung und Wiederfindung, um geistig flexibel zu bleiben und sich zu entwickeln.
    Wir im Westen haben diese Phase bereits hinter
    uns.
    Brennende oder von Nikoläusen behangene Kreuze sind kein gängiges Stilmittel von Schock- oder Grungerockern mehr, seit den MTV-Videoclips von Nirvana oder den Cranberries hat sich das überlebt.
    Die neue Sanftheit oder Entspanntheit, die man diesbezüglich im Westen beobachten kann, beruht wie fast alle Erkenntnisprozesse auf einem schichten Gewöhnungs- und Abnutzungseffekt.
    Freie Gesellschaften, und diesen Grundoptimismus darf man haben ohne als naiv zu gelten, formieren sich immer wieder neu, und stets so, dass sie hinterher humaner und lebenswerter sind.
    Ein evolutionärer Erkenntnisprozess also, und keiner, bei dem, wie im Islam, das Wohlverhalten auf Angst vor Repression, und damit auf reiner Fremdzensur beruht.

  8.   tati

    Ein kleiner Beitrag zum Blasphemie Verständnis in der islamischen Welt.

    http://www.digitalvoodoo.de/blog/archives/bilder/islam-comic.jpg


  9. @ all: Meine Güte, die Verdächtigungsmaschine läuft aber wieder auf Hochtouren. Das ist letztlich alles, was manche hier interessiert – wie man irgendjemand überführen kann, sich vorbeugend unterzuordnen. Ist mir ziemlich egal, wenn das so gelesen wird.
    Ich habe hier nur Dinge verlinkt, die nicht schon alle kennen. Der Koran auf Klopapier ist übrigens dabei – obwohl ich das kreuzdämlich finde. Aber was solls. Interessiert ja eh nicht. Man weiss immer schon, wo der Hase läuft.

    Als Unverschämtheit empfinde ich diese anonyme Unterstellerei allerdings. Ich trete für die Redefreiheit nicht nur mit anonymen Posts ein. Ich habe schon vor 14 Jahren in der taz (ja,ja) eine Kampagne für Taslima Nasrin organisiert, die damals in Bangladesh bedroht wurde, weil sie den „Koran revidieren“ wollte. Ich habe den damaligen Aussenminister Kinkel dazu gebracht, den Botschafter einzubestellen. Muss ich noch mehr Heldentaten aufweisen, um mich des Appeasement-Verdachts zu erwehren? Ätzend.

  10.   Gelincek

    @JL

    Ich denke nicht, dass Sie sich vorbeugend unterordnen! Aber in letzter Zeit bringen Sie arg viel „Curiosa“ und Peripheres.
    Warum nicht mal darüber dabattieren, was man mit der Erkenntnis anfängt, dass der Islam niemals eine Religion sein wird, in der beispielsweise Freiheit irgendeinen Wert haben wird? Oder über andere, unangenehme Offensichtlichkeiten?

 

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