‹ Alle Einträge

Dummer Stein, die Zweite

 

Heute wird in Berlin die vorübergehend geschlossene Ausstellung der dänischen Gruppe Surrend  wieder eröffnet. Grund der Schließung waren Drohungen einiger junger Männer offenbar muslimischer Prägung, die sich an einem Exponat namens „Dummer Stein“ gestossen hatten. Es zeigt ein Bild der Kaaba.

Hoch erfreut nehme ich zur Kenntnis, dass der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschlands, Kenan Kolat, demonstrativ an der Wiedereröffnung teilnimmt.

Kenan Kolat: „Ich stehe für die Freiheit der Kunst. Jeder auch nur halbwegs liberal denkende Mensch wird die Freiheit der Kunst hochhalten, wie übrigens die Freiheit der Meinungsäußerung und die Freiheit der Lehre in der Wissenschaft. Wie Anton Tschechow sagt, ‚ich teile alle Werke in zwei Gruppen: In die, die mir gefallen, in die, die mir nicht gefallen. Ein anderes Kriterium habe ich nicht‘. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich fordere die Muslime auf, mehr Gelassenheit zu zeigen!“

15 Kommentare


  1. Ich will nicht das Haar in der Suppe suchen.
    Ich fang allerdings erst an, mich über so etwas zu freuen, wenn Islamfunktionäre an solchen Veranstaltungen teilnehmen.
    Kolat ist Vertreter der türkischen Gemeinde in Deutschland und kein Islamfunktionär.
    Und schließlich ging es ja um ein speziell islamisches Problem.

    Aber immerhin: man ist ja inzwischen für die kleinste symbolische Geste dankbar. Man ist eben bescheiden geworden.

    Was mich an dem ganzen Vorfall aber doch ein wenig schockiert, ist, wie leicht man in diesem Land die Freiheiten außer Kraft setzen kann.
    Zwei muslimische Mädels fotografieren die inkriminierten Bilder mit den Handys, gehen in die nächste Dönerschmiede, zeigen sie den Leuten dort, die schauen kurz bei der Galerie vorbei und teilen dem Besitzer mit, dass, wenn die Bilder nicht abgehängt werden, Steine fliegen. Und der Besitzer hängt die Bilder ab, was bleibt ihm auch übrig, schließlich hat er was zu verlieren.
    Das wars.

  2.   Erol Bulut

    @J.Lau

    Ja, vorbildliches eintreten für die Pressefreiheit. Ich warte auf den Tag, an dem Söder dafür eintritt, dass „Popetown“ verbreitet wird, um die Pressefreiheit zu stützen.

    Wer was wirklich Kritisches zu dem Thema Lesen möchte, und nicht nur scheinheilige Empörung los werden möchte, sollte das dazu lesen:

    http://www.jurblog.de/2008/02/28/wolfgang-schaeuble-haette-gern-mohammed-karikaturen-in-allen-europaeischen-zeitungen/

  3.   Rafael

    @Erol Bulut

    Kenan Kolat ist der Söder der Deutschtürken?


  4. @Erol Bulut
    Kommen Sie Bulut, Sie sind doch ein cleveres Osmanenkerlchen.

    Aus Ihrem Link:

    „(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.“

    Wie nennt man das?
    Aufforderung zur Zusammenrottung!
    Der religiöse Mob bestimmt selber, was Gotteslästerung ist und was nicht. Der Paragraf ist fast so gut wie euer „Türkentumschutzparagraf“.
    Was haben Sie übrigens mit Ihrem blöden „popetown“ und „Tal der Wölfe“. Die sind doch im Kino bzw. Fernsehen gezeigt worden.

  5.   Ulrich Stauf

    Es zeigt sich leider einmal mehr, dass ein nicht zu unterschätzender Teil von Migranten nicht in unserer Gesellschaft angekommen sind und offensichtlich auch nicht ankommen wollen, denn sonst hätte es die Auseinandersetzungen um den „Dummen Stein“ nicht gegeben. Kenan Kolat scheint hier eine Ausnahme zu sein und akzeptiert die bei uns herrschende Freiheit von Kunst und Lehre, die wir in diesem Land im letzten Jahrhundert nicht immer genießen konnten. Wenn nun islamgläubige Jugendliche (!) meinen, sie müßten hier mittels Gewalt bzw. Drohung mit Gewalt diese Freiheit beeinträchtigen, so sollten sie – und ebenfalls diejenigen, die sie so erzogen haben – allen Ernstes überlegen, ob sie nicht ganz schnell dieses für sie doch so unerträgliche Land verlassen sollten… Aber nur bei uns gibt es Sozialhilfe und ALG 2…

  6.   Erol Bulut

    @Rafael

    Eben nicht. Kolat tritt anscheinend wirklich für die Meinungsfreiheit ein. Söder eben nur für die, die seine Meinung widerspiegelt.

    @lebowski

    Sie tun sich echt schwer im Verstehen. Das hängt mit dem einseitigen Blickwinkel zusammen. Wer Bomben auf Mohammeds Kopf sehen will, sollte auch Schweine am Kreuz ertragen können, oder? Und woran bemisst man man, ob jemand wirklich nur die Meinungsfreiheit im Sinn hat? Schlicht daran, ob die vor sich her getragenen Prinzipien eingehalten werden. Das Sie ihre Probleme damit haben, habe ich in einem anderen Thread erklärt.

  7.   Rafael

    @Erol Bulut

    Gab es denn gar keine deutschen katholischen Politiker, die sich für die Ausstrahlung von Popetown stark gemacht haben? Hat irgendjemand in diesem Land StOIber und Söder für ihre Idee, Popetown verbieten zu lassen, kritisiert?

    Haben aufgebrachte katholische Jugentliche Steine in die MTV-Zentrale in Köln (dem katholischen Köln) geschmissen?

  8.   Faber

    Und weil der Herr Kolat so schön mitarbeitet, darf er selbstverständlich ein paar Forderungen stellen. Integration, äh, Partizipation ist schließlich keine Einbahnstraße.

    „Berlin – Die Türkische Gemeinde in Deutschland fordert nach mehreren Brandanschlägen auf Ausländer eine Neuausrichtung der Integrationspolitik. Dazu zählten mehr Migranten in der Polizei sowie mehr Beteiligung von Zuwanderern in Politik, Bildung und am Arbeitsmarkt, wie der Verband in Berlin erklärte. Vor allem die Sicherheitskräfte müssten stärker für Zuwanderer geöffnet werden. „In diesem Zusammenhang müssen mehr Menschen mit Migrationshintergrund ausgebildet und eine Zehn-Prozent-Einstellungsquote umgehend eingeführt werden“, verlangte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Kenan Kolat. Bereits 2006 hatte die Türkische Gemeinde eine Zehn-Prozent-Quote für Migranten in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes gefordert. Nun forderte Kolat auch für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eine derartige Quotenregelung.
    Kolat sprach sich dafür aus, dass alle Migranten das kommunale Wahlrecht erhielten. Außerdem müsse die doppelte Staatsangehörigkeit allgemein ermöglicht werden. Zusätzlich verlangte die Türkische Gemeinde einen politischen Ehrenkodex gegen die Instrumentalisierung von Ausländerthemen im Wahlkampf. Für Programme zur Bekämpfung von Rassismus sollte mehr Geld zur Verfügung stehen. In der Schule müsse „Interkulturelles Leben“ ein Pflichtfach werden, erklärte Kolat. AFP“

    http://www.welt.de/welt_print/article1743050/Trkische_Gemeinde_fr_interkulturelles_Leben_als_Schulfach.html


  9. @Erol Bulut
    „Wer Bomben auf Mohammeds Kopf sehen will, sollte auch Schweine am Kreuz ertragen können, oder? “

    Bulut, es ist immer wieder anstrengend mit Ihnen zu diskutieren. Sie kapieren nichts und das täglich neu. So gut wie niemand hat hier Probleme mit Schweinen am Kreuz und denjenigen, die das haben, steht natürlich der Klageweg offen oder sie dürfen friedlich protestieren.
    So wie die Alewiten gegen den Tatort protestieren durften.
    Wenn Edmund Stoiber mit der türkischen Version von „Die nackte Kanone“ („Tal der Wölfe“) Probleme hat, ist das seine Sache. Er darf das sogar kundtun. Bloß die Ausstrahlung verbieten kann er nicht und zwar zu recht.
    Aber zu einer Galerie hingehen und den Galeristen bedrohen, ist schlichte Kriminlität. Kommen Sie Bulut, das müssen Sie doch begreifen! Kann es denn wirklich sein, dass Sie ganz umsonst studiert haben?

    „Und woran bemisst man man, ob jemand wirklich nur die Meinungsfreiheit im Sinn hat?“

    Was spielt das für eine Rolle, ob jemand die Meinungsfreiheit im Sinn hat? Man darf hier seine Meinung sagen , egal ob man die Meinungsfreiheit im Sinn hat oder nur provozieren will. Was für eine blödsinnige Motivforschung wollen Sie denn betreiben?

  10.   Erol Bulut

    @Rafael

    Sie sind Intelligent genug um zu wissen, dass nicht mal ansatzweise so gegen die Versuche der CSU, Popetown zu verhindern, Kritik ausgeübt wurde, wie gegen die Versuche von Moslems, die Karikaturen zu verhindern.

    Gab es irgendwelche islamisch bedingten Steinewürfe in Deutschland, auf die Sie sich beziehen wollen?

    .

    @lebowski

    Ich finde es doch gut, was Kolat gemacht hat! Einige Deutsche Politiker können sich ein Beispiel daran nehmen. Ich habe ja nichts anderes geschrieben!

    Außerdem ist es nicht für alle ganz unwichtig, wenn jemand mit der Meinungsfreiheit schwadroniert, selbst aber Meinungsfreiheit für bestimmte Meinungen einschränkt.

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren