‹ Alle Einträge

Wie der Islam demokratisch werden kann…

 

… erklärt Daniel Pipes in der Jerusalem Post:

Put differently, Islam, like all pre-modern religions is undemocratic in spirit. No less than the others, however, it has the potential to evolve in a democratic direction.

Such evolution is not easy for any religion. In the Christian case, the battle to limit the Catholic Church’s political role lasted painfully long. If the transition began when Marsiglio of Padua published Defensor pacis in the year 1324, it took another six centuries for the Church fully to reconcile itself to democracy. Why should Islam’s transition be smoother or easier?
pipes.jpg
Daniel Pipes      Foto: DanielPipes.org

To render Islam consistent with democratic ways will require profound changes in its interpretation. For example, the anti-democratic law of Islam, the Shari’a, lies at the core of the problem. Developed over a millennium ago, it presumes autocratic rulers and submissive subjects, emphasizes God’s will over popular sovereignty, and encourages violent jihad to expand Islam’s borders. Further, it anti-democratically privileges Muslims over non-Muslims, males over females, and free persons over slaves.

For Muslims to build fully functioning democracies, they basically must reject the Shari’a’s public aspects. Atatürk frontally did just that in Turkey, but others have offered more subtle approaches. Mahmud Muhammad Taha, a Sudanese thinker, dispatched the public Islamic laws by fundamentally reinterpreting the Koran….

Mehr hier.

340 Kommentare

  1.   Rafael

    Why should Islam’s transition be smoother or easier?

    Weil man das Rad nicht immer wieder neu erfinden muss.

  2.   Rafael

    Dem Artikel kann ich voll und ganz zustimmen. Besonders diesem Satz: A jihadist like Osama bin Laden may spell out this goal more explicitly than an establishment politician like Turkey’s Prime Minister Recep Tayyip Erdogan, but both seek to create a thoroughly anti-democratic, if not totalitarian, order.

    Die unbeantwortete Frage bleibt weiterhin: Was kann der Westen tun, um den Prozess der Demokratisierung des Islam zu unterstützen und zu beschleunigen? Und welche Maßnahmen sind ehr kontraproduktiv?

  3.   tati

    Den Artikel von Pipes habe ich gestern schon gelesen. Das ist Klartext.
    Nun, wie kann der Islam demokratisch werden:

    Nur dadurch, das man ihn abschafft – jedenfalls so wie er heutzutage nach 1400 Jahren IMMER noch ist.

    Was dann allerdings übrig bleiben würde wäre reine Folklore, weil auch sämtliche weltlichen Aspekte wie die Sharia und ganze Staatsverfassungen abgetragen werden müssten.

    Deshalb wird zur Beseitigung des Islam keine Diskussion ausreichen. Eine totalitäre Ideologie ergibt sich nur der Gewalt.
    Wie weit diese Gewalt eskaliert, hängt vom Willen der Menschen ab, bereits erkämpfte Freiheitswerte präventiv zu verteidigen.
    Solange wir hier in Deutschland Bastionen der Unfreiheit wie das VIKZ lediglich BEOBACHTEN, erweisen wir der Demokratie keinen Gefallen.
    Solange hier ein Erdogan seine Assimilierungsphobien auskotzen kann, erweisen wir der Demokratie keinen Gefallen.
    Die Liste der Fehler im Umgang mit dem Islam ist ellenlang.


  4. @ tati: Sie sind ein Hetzer. „Beseitigung des Islam“ – „ergibt sich nur der Gewalt“! Das ist präpotentes Getue, dem Pipes, der ja nun auch kein Islam-Schmuser ist, nicht verfällt. Wir führen eine Debatte über VIKZ, wir lassen sie beobachten (damit sind bereits rechtliche Folgen für die Mitglieder verbunden, was etwa den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit betrifft), und vielleicht werden sie sogar irgendwann verboten. Aber dazu braucht es Beweise. Was wollen Sie denn, dass wir tun?
    Und Erdogan: Er ist massiv kritisiert worden für seine Kommentare. Soll er etwa nicht reden dürfen? Als Ministerpräsident eines Landes, das seit 1953 in der Nato ist, als Regierungschef unseres wichtigsten Partners in der Region nach Israel? Er hat nur Kritik geerntet, und zwar zu Recht. Unsere Öffentlichtkeit funktioniert manchmal besser, als Sie wahrhaben wollen.

  5.   Rafael

    @tati

    Die implementierte gewattätige Auseinandersetzung ist ein Kernproblem des Islam (für Nicht-Muslime). Der Islam ist der Profi in der Disziplin der gewattätigen Ausbreitung, Erlangung und Erhaltung von Macht. Der Westen ist auf diesem Gebiet ein Amateur, oder ehr ein Ex-Profi in der Seniorenliga. Wenn man gegen den Islam streiten will, dann sollte man das nicht unbedingt auf seinem Spielfeld und in seiner Lieblingsdisziplin tun.

  6.   Rafael

    Vernunft, Freiheit, Individualismus, Flexibilität, Dialog und Spiritualität. Das sind die Schwachpunkte des Islam. Da könnte es sich lohnen anzusetzen. Ein bisschen Gewalt und Nötigung, damit sich der Islam darauf auch einlässt, mag dabei durchaus geboten sein.

  7.   lebowski

    Pipes macht zwei Probleme für einen demokratischen Islam aus:
    1. den Tribalismus
    2. den Islamismus

    Der Islamismus ist per se undemokratisch, da er „göttliche“ Gesetze über die demokratische Ordnung stellt.

    Bleibt noch der Tribalismus. Den hatten wir schon letztens, aber da hieß es: nicht der Islam ist das Problem sondern der Tribalismus, so als ob die beiden im Grunde nichts miteinander zu tun haben.
    Hier wird der Tribalismus als Teil des Islams gesehen, was der Sache erheblich näher kommt.
    Die Einzigen, die meiner Ansicht nach den Tribalismus halbwegs hinter sich gelassen haben, sind die Türken.

    Gegen eine schöne Stammeswirtschaft ist per se ja auch nichts einzuwenden, blöderweise funktioniert sie bestenfalls in dünn besiedelten Ländern, wo man sich gegenseitig aus dem Weg gehen kann, in Ländern mit millionenstarken Bevölkerungen, wo sich die Stämme quasi gegenseitig auf den Füßen stehen und wo man sich ein Kampf um Resourcen und Macht liefert, funktioniert es eben nicht mehr. Wenn man die eine Bevölkerungsgruppe gegenüber der anderen bevorzugt, dann gibt es dauerhaft Spannungen und man ist immer nahe am Rande des Bürgerkriegs.
    Den Tribalismus kriegt man gerade aus den arabischen Ländern nicht weg und je stärker das Bevölkerungswachstum desto stärker der Hang zum Tribalismus.
    Ein Teufelskreis, der eine Demokratisierung des Islams dauerhaft verhindert.


  8. @ Rafael: Na klar, wir haben ja auch exzellente Erfahrungen mit Gewalt in diesem Zusammenhang. Durch Gewalt und Nötigung zu Vernunft und Freiheit! Da kann ich nur sagen: Leinen los und volle Fahrt voraus!

  9.   Serdar

    @Jörg Lau
    Ja sie haben recht Herr Lau, Rafael muss sich dann nicht wundern, wenn die Gegenseite auch Gewalt als Gegenargument einsetzt. Mal sehen ob er sich davon „überzeugen“ lässt.

  10.   marcos

    “In the Christian case, the battle to limit the Catholic Church’s political role lasted painfully long.”

    Im Islam gibt es keine Institution wie die Kirche, die aufgrund der bewussten Machtpolitik der Päpste über Jahrhunderte mehr und mehr politischen Einfluss bekam. Man vergleiche das mit den ersten Jahrhunderten der Christenverfolgung. Vielmehr ist es im Gegensatz zum Christentum die islamische Lehre selbst, die machtpolitische Elemente beinhaltet und als unabänderliches Wort Gottes deklariert wird.

    “Mahmud Muhammad Taha, a Sudanese thinker, dispatched the public Islamic laws by fundamentally reinterpreting the Koran.”

    ‘Interpretieren’ ist für die Neo-Muslime der Euphemismus für ‚ignorieren und verwerfen’. Darum werden sie auch keine mehrheitsfähigen Positionen erarbeiten können.

    “Or, in the lively metaphor of Hassan Hanafi, professor of philosophy at the University of Cairo, the Koran ‘is a supermarket, where one takes what one wants and leaves what one doesn’t want.’“

    Genau das ist der Koran eben nicht. Das ist auch keine Interpretation, sondern relativistischer Etikettenschwindel. Ab wann ist man noch Moslem: Ist man noch Moslem, wenn man 80% des Korans verwirft? Ist man noch Moslem, wenn man 98% des Korans verwirft? Ist man einfach Moslem wenn man sich so fühlt?
    Muslimischer Relativist: „Es gibt keinen Gott außer Allah, aber seine Botschaft ist egal!“ Muslimischer Atheist: „Es gibt keinen Gott, aber Mohammed ist sein Prophet!“

    „Muslimisch“ ist also nur noch ein traditioneller, kultureller Begriff. Wenn man aber danach fragt auf welchen Werten diese Kultur basiert dreht man sich doch im Kreis, oder?

    “Not until this archaic social system based on the family is dispatched can democracy make real headway in the Middle East.”

    Es müsste zur gleichen Zeit vielen Leuten klar werden, dass ausgerechnet das, was ihre Identität ausmacht und worauf sie so furchtbar stolz sind, der Grund für ihre Probleme ist. So eine Erkenntnis tut weh und wird nur in Ausnahmefällen alle paar Jahrhunderte passieren. Es braucht so etwas wie eine Kulturrevolution. Eine schleichende Demokratisierung im Nahen Osten kann ich leider nicht ausmachen.

    “Hard work can one day make Islam democratic.”

    Das ist Kaffeesatzleserei. Ich behalte mir vor sehr skeptisch zu bleiben. Die europäischen Muslime stehen nicht unbedingt für eine islamische Reform. Genauso gut könnte man argumentieren, dass doch viele Herrscher aus Afrika, Asien und sonst wo im Westen studiert haben und dadurch eine demokratische Gesinnung erworben hätten. Der Anschauungsunterricht im Westen bestätigt oftmals nur die Vorurteile von Dekadenz und Unmoral.

    @ Rafael

    „Was kann der Westen tun, um den Prozess der Demokratisierung des Islam zu unterstützen und zu beschleunigen?“

    Ich würde nicht der Illusion erliegen man könnte etwas „beschleunigen“, ich würde lieber von „begleiten“ sprechen. Man sollte den Neo-Muslimen eine Plattform bieten, um den Wohlmeinenden, Orientierungslosen und Zweiflern zu zeigen: So geht’s auch. Den Dschihadisten ist eh nicht mehr zu helfen.
    Man sollte weiterhin ganz pragmatisch versuchen die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den islamischen Ländern aufrechtzuerhalten bzw. bei Bedarf zu normalisieren. Weitere Einmischungen jedweder Art bringen überhaupt nichts.
    Eine Einmischung in innereuropäische Angelegenheiten verbitten wir uns dafür auch.

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren