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Wählt „den da“!

 

Gestern hat John McCain seinen Gegner in einem verbitterten Moment als „den da“ bezeichnet (that one). Dabei sah er Obama nicht einmal an, sondern zeigte nur wegwerfend mit dem Finger auf ihn. Solche Momente sind bei Debatten oft entscheidend – sie verraten etwas über die innere Dynamik der Konkurrenz, über die Haltung der Kandidaten. (So wie etwa Reagans „There you go again“ gegenüber Jimmy Carter oder Dan Quayles beleidigtes Gesicht gegenüber Lloyd Bentsen.)

John McCains „That one“-Moment wird bleiben. Im Internet entsteht schon eine kleine Bewegung, die aus einer Beleidigung ein fröhliches Markenzeichen macht: That One 08!

Hier das Video mit McCains Äusserung:

Und hier das Logo:

obama-is-that-one-logo.jpg

83 Kommentare

  1.   AM

    Wäre schön, wenn Sie noch ein paar Details zu der Abstimmung im Senat hätten, bei der Obama für die Halunken um Bush, Cheney und die Ölindustrie stimmte und der wackere McCain dagegen. Ist doch lustig, wie normal es für Amerikaner und sogar Republikaner geworden ist, diese Namen mit Naserümpfen zu nennen, um den Gegner anzuschwärzen.
    Dabei sind das doch die Leute, die als einzige den Mumm in den Knochen hatten für das Wahre und Gute und die Ideale alter Linksliberaler überall in der Welt in den Krieg zu ziehen. Wir sind es, die den größten Mummenschanz aller Zeiten erleben durften und weiter dürfen, während das morsche Narrenschiff immer zügiger im Finanztsunami versinkt.

  2.   tati

    Gestern hat John McCain seinen Gegner in einem verbitterten Moment als “den da” bezeichnet (that one). Dabei sah er Obama nicht einmal an, sondern zeigte nur wegwerfend mit dem Finger auf ihn.

    Werter Herr Lau, jetzt fehlen nur noch tiefenpsychologisch fundierte Aufsätze als Leitartikel zu McCains seelischer Verfassung – am besten auf Seite 1 in den 10 Top Printmedien der Welt.
    Was für ein journalistisches Kasperletheater – na ja, ich würde vielleicht auch mitmachen, wenn man mich dafür bezahlt (-:)

  3.   docaffi

    @tati
    Was glauben Sie, was alles „tiefenpsychologisch“ bei so einer Debatte abläuft?
    Bei Nixon vs Kennedy haben paar Schweißtropfen auf der Stirn von Nixon gereicht, um als Schwächling gesehen zu werden und später die Wahlen zu verlieren.

  4.   Rafael

    Und das da quaifiziert oder disqualifiziert nun für die Präsidentschaft?


  5. Die linken (gelle Her Lau) hätten natürlich gerne, das diese (eigentlich triviale) Sache entscheidend gegen McCain wäre.

    Ich finde, es gibt wesentlich wichtigere Kriterien, warum McCain der bessere Präsident wäre:

    – Ayers
    – Wright
    – Sub-Prime Mortgage Krise (http://minx.cc/?post=275005)
    – Surge Erfolg nicht erkannt oder Anerkannt
    – Anti-Semitische Berater (http://hotair.com/archives/2008/10/05/video-former-obama-adviser-on-invading-israel/)

    PS. Von den 28 politischen Blogs, die ich täglich lese, ist Ihrer der, den ich am ehesten aus meiner Liste entfernen will.

  6.   tati

    @Peter Reaper

    Von den 28 politischen Blogs, die ich täglich lese…

    Machen Sie auch noch was anderes (:-)

    Ich dachte eigentlich, bei mir selbst wärs schon schlimm.
    Aber wenn ich sowas lese, bin ich beruhigt….

  7.   tati

    @docaffi

    Da muss ich doch glatt das nächste mal den Achmachmirdendschihad beobachten, ob er schwitzt, wenn er den Holocaust leugnet…

  8.   Vanfontheweg

    @Peter Reaper
    Hinzuzufuegen waere noch, dass McCain an der Seite Israels zu finden waere, sich nicht von Ahmadinejad an der Nase rumfuehren lassen wuerde und den UN keine Milliarden in den Rachen schmeissen wuerde.

    Bei Townhall.com schreibt Thomas Sowell zur Zeit ueber Obama, unaufgeregt und fundiert. In Part III erfaehrt man etwas ueber die „Erfolge“ der Schulpolitik in Chicago, am Geld liegt es nicht…

    Larry Elder beschreibt dort, welche Bevoelkerungsschichten wieviel Steuern bezahlen, auch sehr aufschlussreich. 30% naemlich gar keine.

    Ich haette auch nicht gedacht, dass die boesen Republikaner erheblich mehr spenden als die compassionate Demokraten. Bush z.B. 18% seines Einkommens, Biden 0,8%. Obamas Appell an die ’neighborliness‘ war dann wohl eher an seine demokratischen Kollegen und Waehler gerichtet.

    Er selbst hat ja schon von der ’neighborliness‘ Rezkos profitiert.

    Allerdings war McCains abfaellige Adressierung „that one“ eine ueble Entgleisung, die er sich haette sparen sollen.


  9. @ tati, alle: Was ich „inhaltlich“, wie man so häßlich sagt, an Obamas Perfomance besser fand, habe ich ja schon dargelegt.
    Aber in McCains Gereiztheit zeigt sich ja die Hilflosigkeit seiner ganzen Kampagne, Gründe zu nennen, warum man ihn wählen soll und „den da“ auf keinen Fall.
    Und dann der durchschaubare Versuch sich von den bösen Kerlen Bush und Cheney abzusetzen. Ist doch peinlich, sowas. Wirkt schwach, und das merken die Leut‘.
    Israel und Iran: Da wird McCain gegen Obama keine Schnitte gewinnen. Obama ist entschieden an der Seite Israels und gegen einen atomar gerüsteten Iran. Man kann sich da nicht gegen ihn profilieren. (Spielt im Moment eh keine herausragende Rolle gegenüber der Wirtschaftsthematik).
    Und die ganze Sache mit den bösen Bekannten Obamas: Hoffnungslos! Interessiert hier kein Aas, ausser die so genannte republikanische Basis, die einfach kein anderes Aufregerthema hat. Damit kann man nicht 4 Wochen lang die Emotionen aufpeitschen, während den Leuten die Rente flöten geht.

  10.   Driss

    @ Herr Lau,

    wie schätzen Sie diesen Kommentar ein:

    „Watching the second Obama-McCain debate in Carbondale, Illinois.

    I think it was a crushing defeat for McCain, and the CNN snap poll seems to agree. Yet, I’m afraid no matter how far ahead in the polls Obama is, McCain might still win the election, and the reason is race. Someone on the CNN pundit panel brought this up, and James Carville (who believes it’s game over for McCain) said something like “If that happens, it’s gonna be dramatic.” Indeed. I’ve just spent ten days traveling through the coal towns of Eastern Kentucky to the Mississippi river communities of Southern Illinois, and people in these places will not vote for Obama, no matter which party they support.“

    http://stupidest.wordpress.com/2008/10/08/election-08-reality-check/

 

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