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Warum ich blogge…

 

…hat jemand anders aufgeschrieben, einer der Pioniere und bis heute besten (politischen) Blogger, Andrew Sullivan (siehe Blogroll):

It was obvious from the start that it was revolutionary. Every writer since the printing press has longed for a means to publish himself and reach—instantly—any reader on Earth. Every professional writer has paid some dues waiting for an editor’s nod, or enduring a publisher’s incompetence, or being ground to literary dust by a legion of fact-checkers and copy editors. If you added up the time a writer once had to spend finding an outlet, impressing editors, sucking up to proprietors, and proofreading edits, you’d find another lifetime buried in the interstices. But with one click of the Publish Now button, all these troubles evaporated.

Alas, as I soon discovered, this sudden freedom from above was immediately replaced by insurrection from below. Within minutes of my posting something, even in the earliest days, readers responded. E-mail seemed to unleash their inner beast. They were more brutal than any editor, more persnickety than any copy editor, and more emotionally unstable than any colleague. (gut gegeben! JL)

Again, it’s hard to overrate how different this is. Writers can be sensitive, vain souls, requiring gentle nurturing from editors, and oddly susceptible to the blows delivered by reviewers. They survive, for the most part, but the thinness of their skins is legendary. Moreover, before the blogosphere, reporters and columnists were largely shielded from this kind of direct hazing. Yes, letters to the editor would arrive in due course and subscriptions would be canceled. But reporters and columnists tended to operate in a relative sanctuary, answerable mainly to their editors, not readers. For a long time, columns were essentially monologues published to applause, muffled murmurs, silence, or a distant heckle. I’d gotten blowback from pieces before—but in an amorphous, time-delayed, distant way. Now the feedback was instant, personal, and brutal.

And so blogging found its own answer to the defensive counterblast from the journalistic establishment. To the charges of inaccuracy and unprofessionalism, bloggers could point to the fierce, immediate scrutiny of their readers. Unlike newspapers, which would eventually publish corrections in a box of printed spinach far from the original error, bloggers had to walk the walk of self-correction in the same space and in the same format as the original screwup. The form was more accountable, not less, because there is nothing more conducive to professionalism than being publicly humiliated for sloppiness. Of course, a blogger could ignore an error or simply refuse to acknowledge mistakes. But if he persisted, he would be razzed by competitors and assailed by commenters and abandoned by readers. In an era when the traditional media found itself beset by scandals as disparate as Stephen Glass, Jayson Blair, and Dan Rather, bloggers survived the first assault on their worth. In time, in fact, the high standards expected of well-trafficked bloggers spilled over into greater accountability, transparency, and punctiliousness among the media powers that were. Even New York Times columnists were forced to admit when they had been wrong.

The blog remained a superficial medium, of course. By superficial, I mean simply that blogging rewards brevity and immediacy. No one wants to read a 9,000-word treatise online. On the Web, one-sentence links are as legitimate as thousand-word diatribes—in fact, they are often valued more. And, as Matt Drudge told me when I sought advice from the master in 2001, the key to understanding a blog is to realize that it’s a broadcast, not a publication. If it stops moving, it dies. If it stops paddling, it sinks.

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79 Kommentare

  1.   Miriam

    Sullivan bringt es auf den Punkt. Klasse!

    Häufig werde ich gefragt, wie ich es als Referentin schaffe freundlich, höflich und gelassen zu bleiben, wenn Teilnehmer versuchen, mich in eine Ecke zu drängen oder mich gar verbal angreifen. Meine Antwort: Ich übe, indem ich bei Jörg Laus Blog – und nur dort – poste. Da lernt man, Kritik einzustecken und sich beleidigen oder gar beschimpfen zu lassen, ohne wütend zurückzuschlagen. Man wird schonungslos auf die Schwächen der eigenen Argumente hingewiesen, was einen zwingt, noch genauer zu formulieren und zu recherchieren.

    Dass mich nichts mehr aus der Ruhe bringen kann, wenn ich mich einem kritischen Publikum von Angesicht zu Angesicht stellen muss, verdanke ich auch den emotional weniger stabilen Mitbloggern, die wild um sich schlagen, wenn man etwas postet, was ihnen nicht in den Kram passt. Denn ich weiß: Schlimmer kann es vor Publikum nie werden.

  2.   PBUH

    Ein „Hoch“ auf das Internet!

    Und nochmal ein Lob an den Blogmeister, auch wenn es manchmal nicht so rüber kommt, sie haben sich hier viel Respekt erworben, u.a. auch weil sie den Eindruck machen nicht immer kritikresistent zu sein und weil sie die direkte Ansprache und Ausseinandersetzung nicht scheuen.

    Sie müssen sie sich vor der Zeitungskrise und ihrer Zukunft jedenfalls nicht fürchten – und das können heute nicht viele in ihrem Fach behaupten.


  3. […] Vote Warum ich blogge… […]

  4.   tati

    OT

    Wie die Mehrheit im blog sicher schon weiss, gibt es wieder Zoff um die Deutsche Sprache – sie soll im Grundgesetz verankert werden.

    Am intensivsten regen sich, wie sollte es anders sein, die türkischen Verbände darüber auf.
    Es sollte uns alle nachdenklich stimmen, wenn wir einen kleinen Blick in die türkische Verfassung werfen:

    #Artikel 3. Der Staat Türkei ist ein in seinem Staatsgebiet und Staatsvolk unteilbares Ganzes. Seine Sprache ist Türkisch.
    ff.#

    http://www.verfassungen.de/tr/tuerkei82.htm

    nec erit in domo tua modius major et minor

  5.   PBUH

    @tati

    Die kopflose SPD und die dämlichen Grünen auch wieder ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht pure Selbstverständlichkeiten zu geisseln.

    Die deutsche Politik ist ein Irrenhaus.

  6.   tati

    @PBUH

    Mensch Meier, vielleicht macht einer von den türkischen Verbandsfritzen äh Verbandsachmeds noch eine Eingabe beim Menschenrechtsrat der UNO – nach dem Motto.
    Wir fühlen uns von der Verankerung der Deutschen Sprache im Deutschen Grundgesetz diskriminiert.
    Bei der derzeitigen Personalausstattung im UNO Menschenrechtsrat könnte der Antrag glatt durchgehen…

  7.   Joachim S.

    Die Aufregung der türkischen Verbände und einiger Rot-Grüner um das Thema „Deutsche Sprache in die Verfassung“ ist in der Tat lächerlich.

    Andererseits ist eine GG-Verankerung einer Selbstverständlichkeit überflüssig. Ich schätze, die CDU ist auf der Suche nach einem Wahlkampfthema und ist damit zumindest im Eckenverhältnis in Führung gegangen, nachdem sich das Thema „Wirtschaft“ auf dem Parteitag als Flop erwiesen hat.

  8.   FreeSpeech

    Wenn’s eine Selbstverständlichkeit ist, dann kann man es auch reinschreiben. Andere Staaten haben das auch in der Verfassung.

    Und gegen die Zweisprachigkeit der Bürger ist ja nichts einzuwenden. Jeder, der hier mitschreibt, ist ja mindestens zweisprachig. Aber das ist Privatsache.

  9.   Vergil

    @Miriam

    100% Zustimmung. In diesem Blog werden die Nerven wirklich vor eine Belastungsprobe gestellt.
    Was definitiv nichts negatives ist, wenn man damit lernt umzugehen.

  10.   Joachim S.

    „Jeder, der hier mitschreibt, ist ja mindestens zweisprachig“

    Wie kommen Sie darauf?
    Ich würde mich nicht als „zweisprachig“ bezeichnen.

 

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