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Muslimische Intellektuelle gegen Kulturrelativismus

 

Wer sagt, dass die UN nichts taugen? Zum Gedenken an 60 Jahre Erklärung der Menschenrechte fand in Genf ein Forum statt, an dem auch Wole Soyinka aus Nigeria und Shirin Ebadi aus Iran teilnahmen. Der Schriftsteller und die Anwältin sind beide Nobelpreisträger (er 1986 für Literatur, sie bekam 2003 den Friedensnobelpreis). Und beide nahmen kein Blatt vor den Mund über den Status der Menschenrechte in islamischen Ländern:

Nobel laureates from Iran and Nigeria used a United Nations forum on Wednesday to condemn hardliners in power in some Muslim countries, and rulers of the world’s last communist states, as gross abusers of human rights.

The two, Iranian lawyer Shirin Ebadi and Nigerian writer Wole Soyinka, also insisted that human rights as set out in the 1948 U.N. Declaration, were universal and could not be limited on the basis of culture or religion.

„Some people believe that the Declaration’s principles are based on Western standards and are not compatible with national or religious culture. Most non-democratic Islamic governments use this reasoning,“ declared Ebadi.

In the Muslim world today, said Soyinka, „the fanatical, absolutist truth enforcers of our time“ were responsible for bloodshed among different Islamic groups and suppression of ideas not in line with their own.

Ebadi and Soyinka also criticised the United States‘ reaction to the September 2001 attacks in New York and Washington, saying the Bush administration had used them to violate rights by invoking national security.

But — to a degree that surprised many diplomats and rights activists used to more cautious and bland speeches from U.N. platforms — they each focused separately on Islamic countries and on practices in some Muslim communities elsewhere.

„I was flabbergasted. I never expected to hear such forthright talk here,“ said one representative of a non- governmental organisation who has been active at the U.N. in Geneva for 30 years.

Soyinka, Nobel Literature laureate in 1986, said the „cultural relativism“ many argue has become dominant in the U.N. meant that non-Muslims „are asked to accept such barbarities as honour killings as justified by tradition.“

This stance — which critics say many governments in the West are adopting to avoid upsetting vocal religious and especially Muslim minorities — is evoked „to undermine or dismiss the universal nature of human rights,“ he said.

Ebadi, who won the Nobel Peace Prize in 2003 for promoting the rights of women and children in Iran and is at odds with its government, said Muslim dictatorships used religion to underpin their own power.

The views of „enlightened Muslims“ were dismissed, and any criticism of human rights violations and oppression of the people „is treated as criticism of religion itself and human rights defenders are accused of heresy,“ she said.

„They say: ‚Our culture does not permit the exercise of dissent, or of other views — end of discussion,“ said Soyinka. „‚Our culture, they tell the world, is different and our traditions sacrosanct‘.“

Und darum müssen wir solche mutigen Menschen unterstützen, die ihr Leben riskieren um universale Werte zu verteidigen.

Ein Reuters-Bericht hier.

(Dank an Freespeech)

146 Kommentare

  1.   word

    http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video420420_bcId-tt1026_ply-internal_res-ms256_vChoice-video420420.html

    Kritik am Menschenrechtsrat gab es gestern sogar in den Tagesthemen, ab ca. 19:00.


  2. Solche Stimmen sind unschätzbar viel wert, stellen sie sich doch dem Märchen entgegen, dass nur Menschen im Westen auf die Vorstellung kommen könnten, dass alle Menschen gleich viel wert sind und dass ihnen gleiche grundsätzliche Rechte zukommen.

    In der NZZ gestern las ich übrigens auch von einer Erklärung der Menschenrechte von 300 chinesichen Intellektuellen.
    Dass die Regierung gleich ein paar der Unterzeichner verhaftet war zu erwarten, ändert aber nichts an der Erklärung:
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,595821,00.html

    Die Stimmen freuen mich.

    (Den Finder-Dank gebe ich an Soldat Schweik weiter, der mich auf diesen Bericht hinwies)

  3.   Palmolive aka Bergpalme

    Most non-democratic Islamic governments use this reasoning,“ declared Ebadi.

    So sehr man beim ersten Lesen die Sichtweise teilt, so komisch wirkt der o.g. Satz im zweiten Durchgang. Meint Ebadi, dass es demokratische islamische Regierungen gibt, oder ist es nur missverständlich ausgedrückt?


  4. @ Bergpalme: Das ist ein Hinweis auf die Türkei. Islamische Partei regiert in einer Demokratie. Sie wissen ja, wie ängstlich man in Iran auf das türkische Modell guckt.

  5.   PBUH

    @Jörg Lau

    Wenn ihre Zeitung gute Beiträge bringt könnten sie hier ruhig mal Werbung machen.

    ->

    Die nuller Jahre

    „Moscheen symbolisieren den Wunsch zu dominieren“

    Die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali über das Jahrzehnt, in dem sich der Westen vor Muslimen zu fürchten begann

    http://www.zeit.de/2008/51/Symbole-Ali-51


  6. @Jörg Lau
    Hoffentlich gibt die türkische Politik den ängstlichen Mullahs keine Beruhigungpille. Etwa nach dem Motto: guckt mal wir sind genauso islamisch wie ihr.

  7.   Joachim S.

    Mal ’ne dumme Frage: Ist Soyinka Moslem?

  8.   Miriam

    O.T. und auch wieder nicht.
    Wahre Größe zeigt sich darin, Fehler einzugestehen:

    http://www.zeit.de/online/2008/51/rumsfeld-ruege

  9.   Palmolive aka Bergpalme

    JL, ja, so hatte ich es dann letztlich auch verstanden, als Hinweis auf die Türkei. Also eine zwei Ebenen tiefere Aussage. Auf der dritten Ebene sollte man dann noch fragen, ist die Türkei überhaupt eine Demokratie und kein Papyrusgewand? Ist aber ein gänzlich anderes Thema.

  10.   Oda Dridi-Dörffel

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wole_Soyinka

    Wole Soyinka ist natürlich KEIN Muslim. Er ist Kind cvhristlicher Eltern und hat keinen msulimischen Namen angenommen, was man als Muslim muss.

    JL versucht uns mal wieder einzureden, es gäbe eine irgendwie relevante Bewegung Intellektueller im Islam, die sich vom Islam und seiner Verachtung der UNO-Menschenrechte distanziert.

    Die gibt es nicht und wenn, sit6zen sie im Exil und werden in der Regel verfolgt. Total islamgemäß als Murthad.

    JL serviert seit Tagen politische Nichtigkeiten, während er uns monatelang seine Propagandaschlacht PRO OBAMA zumutete.

    Jetzt, wo Obama mit dem Korruktionssumpf in Chicago durch die Weltpresse geht, kommt er mit Unwichtigkeiten wie einer Rede Obamas in einem isl. Land!
    Geht noch tiefer im Journalistenniveau?

    Meint man ernsthaft, wenn ein Politiker aus einer der korruptesten Städte der USA, Chicago kommt, aus diesem Dreck mit weisser Weste als Messias entsteigt?

 

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