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Muslime und Evolution

 

Wir kennen alle die Berichte über die Wissenschaftsfeindlichkeit der Evangelikalen in den USA. Wie bizarr auch immer deren Gefechte wider die Evolutionstheorie, die wahr Herausforderung für die wissenschaftliche Weltsicht liegt nicht im „Bible Belt“ der Vereinigten Staaten, sondern in der Breite der öffentlichen Meinung in der islamischen Welt.

Eine Erhebung aus den Jahren 1996-2003 zeigt die wachsende Popularität des Kreationismus in der islamischen Welt. Das Sample für die Türkei scheint mir mit etwas über 700 Befragten ein wenig zu klein, um wirklich zuverlässig zu sein. Aber immerhin bekommt man hier einen Einblick. Schockierend sind die Zahlen für Indonesien und Malaysia, und auch die für Ägypten.

Warum ist Kasachstan relativ wissenschaftsfreundlich? ich vermute, das ist ein Erbe der Sowjet-Zeit.

Ansonsten: finster, finster.

Quelle.


24 Kommentare

  1.   Miriam

    @ J.L.
    „Warum ist Kasachstan relativ wissenschaftsfreundlich?“

    Hier, für den Fall, dass Sie ihn noch nicht gelesen haben, ein Qantara-Artikel über Islam in Kasachstan.

    http://de.qantara.de/webcom/show_article.php?wc_c=469&wc_id=960

  2.   Weltbuerger

    Die Evolutionstheorie kommt aus dem imperialistischen Grossbritannien … 😉

    Interessante Erhebung. Interessant wäre auch, welche Komponenten an der ET speziell Widerspruch erregen (Geschaffenheit des Menschen?) und wieviel die befragten Leute überhaupt darüber wissen. Was sagen eigentlich die ganzen islamischen Apologetiker dazu, die jede neue wissenschaftliche Entdeckung gleich im Koran verorten?


  3. @ Weltbürger

    etwas mehr dazu hier:

    http://www.digitalislam.eu/article.do?articleId=1980

    (Eigenwerb, hüstel)

    Die Apologetiker selektieren entsprechend ihrer theologischen Position, was sein darf und was nicht. Was darf, wird dann durch Hinbiegen von Koranversen integriert. Die Evolutionstheorie darf eher nicht.

    > Welche Komponenten

    Genau die richtige Frage. Darwin hat ja eigentlich eher die Selektionstheorie erfunden, von der Evolution sprachen ja bereits Lamarck und sei Opa Erasmus.
    Die Selektionstheorie und die Abstammung des Menschen sind in der Tat die größten Probleme, während der Artwwandel, so der Mensch nicht einbezogen wird, zum Teil akzeptiert wird.


  4. Nachtrag:

    In der Türkei hat es auch etwas damit zu tun, wie die Evolutionstheorie zuerst rezipiert wurde:

    http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2667/vulgaermaterialismus-tuerkei/

  5.   word

    GEO-Umfrage: Gehört die Bibel in den Biologieunterricht?

    Insgesamt wurden 4683 Stimmen abgegeben – so haben Sie abgestimmt:

    73 % (3396 Stimmen)

    Die Schöpfungsgeschichte gehört in den Religionsunterricht.

    24 % (1129 Stimmen)

    Ja, denn es gibt überraschende Parallelen.

    3 % (158 Stimmen)

    Bin mir nicht sicher.

    Interview mit Prof. Kutschera:

    http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/54556.html

    Antwort von Prof. Scherer:

    http://www.geo.de/GEO/natur/54757.html?p=1&pageview=2&pageview=2


  6. @ word

    Internetumfragen sind unseriös…

  7.   Weltbuerger

    @ Martin Riexinger

    Danke!

  8.   word

    @ Martin Riexinger

    „Internetumfragen sind unseriös…“

    Das stimmt natürlich. Allerdings scheinen die Zahlen das Verhältnis in seriösen Umfragen widerzuspiegeln:

    „Alle Umfragen der letzten Jahre zeigen, dass die Zahl der Evolutionsgegner in Deutschland von rund 20 auf bis zu 30 Prozent angestiegen ist.“

    http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/54556.html?p=1&pageview=&pageview=

    „In Island und Japan beträgt die Zustimmung dagegen 90%, in Frankreich, Dänemark, Schweden, Spanien und Grossbritannien sind es 80%, in Deutschland liegt der Wert etwas darunter.“

    http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2006/850/evolutionslehre/

    Wird gut bewertet:

    http://www.amazon.de/Evolution-kritisches-Lehrbuch-Reinhard-Junker/dp/3921046106/ref=cm_cr_pr_product_top

  9.   word

    http://www.dieeinzigwahrewissenschaft.de (kein link):

    „Zu wissenschaftspolitischen Auseinandersetzungen führten seine Aussagen, die Geisteswissenschaft sollte sich „aus den inneren Angelegenheiten und Fragestellungen der einzig wahren, der Naturwissenschaft“ herauszuhalten und anerkennen: „Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn außer im Lichte der Biologie.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Kutschera
    http://hpd.de/node/4916

    Das ist die Weiterführung von Theodosius Dobzhanskys Spruch:

    „Nothing in Biology makes sense, except in the light of evolution.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dobzhansky

 

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