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Obama kann im Nahen Osten nichts erreichen

 

Das befürchtet Abdul Rahman Al-Rashed, der Generaldirektor des TV-Senders Al-Arabiya. Diesem Sender hat Obama übrigens gestern sein erstes Interview gegeben – ein starkes Zeichen.

Aber werden solche Zeichen etwas bewirken? Al-Rashed ist skeptisch, was die Erfolgsaussichten des neuen Präsidenten angeht, und zwar wegen der Araber und ihrer inneren Zerstrittenheit, und ihres mangelnden politischen Mutes seit dem Tod von Anwar Al-Sadat:

„In my opinion, the problem lies in the [Middle East] region itself, not across the ocean. History has witnessed a number of opportunities that have been lost and there are no indications that the Arab mindset is changing. Since the 1960s, the ideology of the Arab regime itself has not changed. It is haunted by uncertainty, fear, regional conflicts and the inability to take decisive decisions. What has changed since the defeat of 1967? The answer is nothing practically, with the exception of the era of late Egyptian President Anwar Sadat who engaged in peace and war and changed history in the interest of his nation. Had it not been for Sadat, Egypt today would be like Palestine, Syria and Lebanon; its territories would be occupied by Israel and its movement suspended.

Obama will spend a year sending his envoys to wander around the Arab capitals and he will not discover the truth until his second year in power; there will be many promises but a lack of political seriousness and Obama will get bored and devote himself to another part of the world. This is what happened to the Russians during the era of Kennedy, then Johnson, Nixon, Ford, Carter, Reagan, Bush Senior, Clinton and Bush Junior. It began in the days of US President Eisenhower in the fifties when he presented a political project to deal with the issue of [Palestinian] refugees, water and territories, until Bush Junior who announced his recognition of an independent Palestinian state.

As for Israel, it has been the permanent beneficiary of the Arab situation without having to make much effort. Through their states, quarrels and lies, the Arabs are working in Israel’s favor and Israel knows this. The Arabs today are preoccupied with Iran which is a more of a source of concern for the Europeans than it is for the Americans. The Arabs are overburdened with terrorism which has caused them to lose all the sympathy that they once had and they are overburdened with internal conflict at its worst.

However, we stand before a new American president; from his demeanor, language and early action, Obama seems to be a good president, who is ready to carry out great work in our region. But he will fail as long as we, as Arabs, do not work hard. Obama deserves to be given a chance because this is our chance also.“

12 Kommentare

  1.   J.S.

    Eine kluge Anhalyse, aber am Ende wird man doch wieder den US-.Präsidenten beschuldigen sich nicht genügend Mühe gegeben zu haben.
    Es ist einfach zu bequem und wesentlich ungefährlicher die Schuld auf die Amerikaner zu schieben. Jedenfalls bis zu dem Punkt, an dem junge Muslime unter der konstanten Gebetsmühle vom angeblichen „Satan USA“ zu Terroristen werden. Ab da besteht die Gefahr das die USA zurück schlagen.

  2.   PBUH

    Ein kluger Mann, dieser Al-Rashed.

    Die Araber haben sich selbst in eine fast aussichtlose Lage gebracht. Ohne mutige politische Führer kommen sie da nicht mehr raus.


  3. Der Anfang tönt gescheit, dann aber kommt das Wir-sind-Opfer-Lamento

    As for Israel, it has been the permanent beneficiary of the Arab situation without having to make much effort.

    Gegen die Raketen haben sich die Israeli aus lauter Langeweile gewehrt?

    The Arabs are overburdened with terrorism which has caused them to lose all the sympathy that they once had and they are overburdened with internal conflict at its worst.

    Hat gar nix mit dem Islam zu tun.


  4. @ Freespeech: Steht so da nicht. Wir sind unser eigenes Opfer, sagt er. Und natürlich hat Israel insofern profitiert, als es niemals unter ernsthaften Druck geraten ist, mehr zu tun, weil die Araber ihre Sache selbst delegitimiert haben…

  5.   Mattes

    @4 JL

    Niemals unter Druck geraten?
    Das ist, mit Verlaub, Schwachsinn.

    Im Jom Kippur Krieg stand Israel am Rand der militärischen Niederlage mit allen Konsequenzen.

    Während der zweiten Intifada gab es 1000 Tote Zivilisten und ca. 7000 Verletzte. Auf deutsche Bevölkerungszahlen hochgerechnet entspricht das weit über 10 000 Toten und 70 000 Verletzten.

  6.   J.S.

    Ich verstehe auch nicht in welcher Weise Israel profitiert haben sollte.
    Die Vorstellung vom „profitierenden Israel“ gehört zu den typischen Irrationalismen
    Wenn man sich alleine schon mal ansieht was Israel gezwungen ist für die Landesverteidigung aufzubringen. Wehrpflicht usw.
    Israel könnte ein weitaus erfolgreicheres Land sein, wenn es sich nicht ständig nur um Verteidigung kümmern müsste.


  7. Jörg Lau

    Bin ich beruhigt, wenn wir wieder unterschiedlicher Meinung sind.

    Aber item, wenn Obama das kann, dann kann er alles:

    YouTube – Barack Obama schwäbisch Eigentümervollversammlung Wilhelmstr.48


  8. @Mattes
    Jom-Kippur war ein Unentschieden und das auch nur, weil die Amerikaner das Spiel abgepfiffen haben bevor sich das Blatt richtig wenden konnten.


  9. Interview-Zusammenfassung Obama bei al Arabiya:
    http://www.nzz.ch/nachrichten/international/obama_tv-interview_1.1800406.html

    Exzellenter Satz:
    zu: Terroristenführer

    Ihre Ideen sind bankrott. Keine ihrer Aktivitäten hat bewirkt, dass Kinder in der muslimischen Welt bessere Ausbildungen erhalten oder dass die Krankenversorgung verbessert worden ist. „

  10.   kayvan

    jl

    der sender heisst nicht al- arabiea sondern al- hebriea

 

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