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24 Kommentare

  1.   N. Neumann

    Dieser Artikel von Andrea Böhm und Ulrich Ladurner zum selben Thema aus der Zeit ist peinlich und naiv zynisch:

    Zum anderen haben die Behörden Sufi Mohammed, den historischen Führer der TNSM, freigelassen. Er vertritt eine – jedenfalls nach der Einigung mit der Regierung in Islamabad – mildere Variante der Scharia als sein Schwiegersohn. Sie sieht keine Enthauptungen vor, keine abgehackten Hände, kein Arbeitsverbot für Frauen und auch nicht das Verbot zu studieren. Alles in allem ist Sufi Mohammeds Scharia vom Paschthunwali, dem Stammesrecht der Paschtunen, durchwirkt. Dabei handelt es sich gewiss nicht um ein rechtsstaatliches System im westlichen Sinne, doch gibt es den Menschen zumindest eine Form von nachvollziehbarer, akzeptierter und wirksamer Rechtsprechung.

    http://www.zeit.de/2009/11/Scharia?page=all


  2. @ N. Neumann: Nein, was Sie in der Doku sehen, ist nicht identisch mit Sufi Mohammeds Scharia-Begriff. Die Regierung will ihn ja gerade ermächtigen, um diese Barbarei abzumildern.
    Aber ob das funktioniert? Ich glaubs nicht.

  3.   N. Neumann

    Aber ob das funktioniert?

    @ Jörg Lau

    Der Artikel lässt es noch nicht mal offen, sondern suggeriert, dass es funktioniert.

    Alles in allem ist Sufi Mohammeds Scharia vom Paschthunwali, dem Stammesrecht der Paschtunen, durchwirkt.

    Abgesehen davon ist auch die Scharia der Taliban vom Paschtunwali durchwirkt. Und wenn ich mich nicht täusche, haben Frauen im Rahmen des Paschtunwali weniger Rechte als im Rahmen einer vergleichsweise gemäßigten Scharia.

    Ihr über Pakistan und Afghanistan umfassend informierter Kollege Ulrich Ladurner müsste das eigentlich wissen. Insofern bleibt zu seinen Gunsten anzunehmen, dass die von mir weiter oben zitierte Passage auf Andrea Böhms Mist gewachsen ist.

  4.   Milko

    Um auch hier einer zu einseitigen berichterstattung die nötige ausgewogenheit zu geben dass hilfreich sein kann um ein besseres gesamtbild zu bekommen will ich mal die erklärungen der gegenseite zu diesem Thema verlinken:

    Dazu gibt es diese statements der sogenannten Taliban:

    Let’s take a look at what the Taliban have said. In an interview with Syed Saleem Shazad of Asia Times, Haji Muslim Khan (spokesman for Maulana Fazlullah and one of the senior commanders in the Swat Valley) was asked whether the movement is “against both men’s and women’s education” to which he replied,
    “this is sad, that we are slaves in all sections of our society… Nobody is ready to sit with the Taliban and ask what they want from all this. The education system and the curriculum are both remnants of the British.”

    http://revolution.thabaat.net/?p=878

    und auch diese darstellung :

    „In the Ministry of Education, they closed the girls‘ schools because they said: ‚We need time in order to prepare righteous female teachers that we can trust to raise the daughters of the Muslims'“

    Quelle: „The Exposition Regarding the Disbelief of the one that Assists the Americans“ von Shaykh Nasir al-Fahd

    Es scheint wohl eher so, dass sie nicht gegen Schulen an sich sind, ob nun für mädchen oder jungen, sondern gegen die dortigen lerninhalte die den kindern vermittelt werden, die sie auch als manipulative indoktrination verstehen, wie wohl nicht wenige eine „islam oder quran schule“ verstehen würden oder wie die ahnungen eines JL über die kindermalbilder aus berlin…. .

    In afghanistan sind auch die nicht-taliban sehr misstrauisch über neue schuleinrichtungen die aus dem ausland finanziert werden …

    Alte Koloniale Befindlichkeiten spielen wohl auch eine nicht zu unterschätzende rolle, weshalb in dem ersten „islamisten“ Link das folgende zitat mit in die argumentationskette eingebaut wurde:

    This is why Thomas Babington Macaulay, a British Minister of Parliament who was serving on the Supreme Council of India, (a British Colonial Institution), stated in 1835 in his infamous Minute on Indian Education:

    “It is impossible for us, with our limited means, to attempt to educate the body of the people. We must at present do our best to form a class who may be interpreters between us and the millions whom we govern; a class of persons, Indian in blood and color, but English in taste, in opinions, in morals, and in intellect. To that class we may leave it to refine the vernacular dialects of the country, to enrich those dialects with terms of science borrowed from the Western nomenclature, and to render them by degrees fit vehicles for conveying knowledge to the great mass of the population.”

    Quelle: Thomas Babington Macaulay. “Minute of 2 February 1835 on Indian Education.” Macaulay, Prose and Poetry, selected by G. M. Young (Cambridge MA: Harvard University Press, 1957), pp729

  5.   N. Neumann

    @ Milko

    Gucken wir doch mal, was eine Ihrer Quellen, Shaykh Nasir al-Fahd, sonst noch sagt:

    Die Kuffar in In den heutigen islamischen Ländern:

    Was ist jetzt mit den Kuffar die in den sogenannten islamischen Ländern sind die von Murtadun regiert werden? Die Sicherheit welche die Murtadherscher diesen kuffar zugestimmt haben ist für uns nicht gültig und batil, da die Murtadherrscher keinerlei Autorität für die Muslime darstellen deshalb haben auch ihre Vertrage für uns keine Gültigkeit.
    Shaykh Abdul Qadir ibn Abdul Aziz sagt: Die Kuffar die islamische Länder betreten welche aber heutzutage kufr und riddah sind, betreten es mit einem Dokument von derjeweiligen Autorität dieses Landes. Doch dies gilt nicht als Aman für ihn welches sein Blut und Besitz schützt, da dies von einem Kafir-Murtad ausgestellt wurde der dieses Recht nicht hat und keine Autorität für die Muslime ist. Ein Vertrag von einem Kafir mit einem anderen Kafir ist für den Muslim nicht gültig.

    Der Muharib und der Muahad

    Der Unterschied zwischen diesen beiden ist das der Kafir der einen Sicherheitsvertrag mit den Muslimen hat ein Muahad ist während der kafir der keinen Sicherheitsvertrag mit den Muslimen hat ein Muharib oder Harbi ist.
    Selbst wenn der Muharib nicht wirklich im Krieg mit den Muslimen steht so ist trotzdem sein Blut und Besitz halal da er keinen Vertrag hat was es schützt.
    Die Einteilung Zivilist oder nicht-Zivilist gibt es in der Shariah nicht. Der Shaykh Nasir ibn Hamad al-Fahd sagt (diese Worte muss man mit Gold schreiben),” Es gibt in der Sharia keine Einteilung in Zivilist oder nicht-Zivilist. Sondern Muharib oder Muahad. Und die Muharibun von den Kuffar darf man uneingeschränkt töten auser den alten Mann und die Frauen und Kinder. Einen männlichen Kafir Muharib darf man töten selbst wenn er von den Leuten als sogenannter Zivilist eingestuft wird.
    Und Shaykh Abdul Qadir ibn Abdul Aziz erklärt wer ein Muharib ist und sagt,” Der Muharib mit anderen Worten, der keinen Vertrag hat…

    http://attibyaan.wordpress.com/2008/08/31/das-hukm-uber-blut-besitz-und-ehre-der-kuffar/

    An wen müsste ich mich wenden, um einen Sicherheitsvertrag für ein sogenanntes islamisches Land wie z.B. Saudi-Arabien zu bekommen?

  6.   Wachtmeister

    @N. Neumann:
    „Die Einteilung Zivilist oder nicht-Zivilist gibt es in der Shariah nicht.“

    Diese Leute sollten sehr vorsichtig sein, am Ende behandelt sie jemand nach ihrer eigenen Werteordnung und nicht nach den moralisch höherwertigen Maßstäben des Völkerrechts.

    Was den Sicherheitsvertrag angeht: Diesen braucht man nicht, solange man einfach stärker ist und den Feind entsprechend einschüchtert. Islamistische Doktrin erlaubt in solchen Situationen Waffenstillstände.

  7.   Mattes

    Und wie lange funktioniert die Einschüchterung wenn man nicht wirklich willens ist das Drohpotential auch einzusetzen?

    Der Beweis des Willens gehört zur Einschüchterung dazu!

    Das und nichts anderes haben die Israelis in Gaza getan. Sie haben gezeigt das der israelische Staat gewillt ist seine Mittel auch einzusetzen.

    Wir sind doch nicht einmal in der Lage uns eine wirkliche Drohkulisse vorzustellen.

    Außer natürlich die Verurteilung zur Teilnahme an einem Anti-Agressions-Seminar, wirklich grauenerregend!

  8.   Mattes

    @Wachtmeister

    Ich finde das mit der Tatsache das die Leute die eine solche Ethik vertreten im Moment nicht die Mittel haben sich und ihre Ethik durchzusetzen das Problem nicht erschöpfend behandelt ist.

  9.   Weltbuerger

    @ M.Neumann

    „An wen müsste ich mich wenden, um einen Sicherheitsvertrag für ein sogenanntes islamisches Land wie z.B. Saudi-Arabien zu bekommen?“

    Das würde Ihnen auch nichts nützen, wenn ein Taliban Lust und Laune verspürt, sich eben mal neben Ihnen in die Luft zu jagen. Oder Ihr Hotel zu stürmen.

    Insofern ist dieses Gesülze von der Wahrung des islamischen Rechts durch die Islamisten selbst auch nicht wichtig – denn sie halten sich selber nicht daran, wenn es Ihnen nicht passt. Gerade die Geschehnisse um das Swatteil zeigen, das hier nur Machtpolitik und Lynchjustiz betrieben wird. Im Zweifel können die die Auslassungen der alten islamischen Juristen über Zivilistenschutz oder geregelte Rechtsprechung nämlich über Bord werfen.

  10.   Erol Bulut

    @Milko

    was soll denn an der Berichterstattung einseitig sein. Bidungsmäßige und moralisch degenererierte lokale Islamisten haben Angst vor gebildeten Frauen (und Männern).

    Es gibt zwei wesentliche Mittel, mit denen man solcher Erbärmlichkeit erfolgreich entgegen treten kann. Entweder baut man ein verbrecherisches Überwachungsregime auf, wie das von Saddam, oder man bildet Geistliche aus, die den Auslegungen von degenerierten Imamen argumentativ den Boden entreißen.

    Eine „Gegendarstellung“ durch solch degenerierte ist deswegen nur in der Hinsicht erwähnenswert, dass sich darin das Ausmaß derer Absichten widerspiegelt. Eine Gegendarstellung wird es dadurch dennoch nicht, weil eine Gegendarstellung Bildung für Mädchen, gegen die praktizierte/angestrebte Unterbindung derer Bildung, implizieren müsste. Die von Ihnen genannte „Gegendarstellung“ zeigt nur, dass Bildung nicht mal für Jungs vorgesehen ist.

    .

    .

    @Wachtmeister
    >>>
    Diese Leute sollten sehr vorsichtig sein, am Ende behandelt sie jemand nach ihrer eigenen Werteordnung und nicht nach den moralisch höherwertigen Maßstäben des Völkerrechts.
    >>>

    man sollte vorsichtig sein, wenn man sich auf ein Völkerrecht beruft, welches man offensichtlich selber nicht ernst nimmt, und fast ausschließlich heuchlerisch berücksichtigt, so wie Sie in Ihren Kommentaren hier, wenn Sie stets für das Recht des Stärkeren plädieren. Von der Gedankenstruktur ist es der gleiche Weg, den die Taliban vertreten. Wenn Sie sich also als „besser“ abgrenzen wollen, sollten Sie weniger heuchlerisch zu argumentieren versuchen.

 

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