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Kinderleben auf dem Klavier

 
Robert Schmann mit 29 Jahren/ Lithografie von Joseph Kriehuber

Spielt Ihr ein Instrument? Vielleicht Klavier? Dann habt Ihr sicher schon einmal etwas von den „Kinderszenen“ gehört, kleine Stücke, die Robert Schumann (1810-1956) vor über 150 Jahren geschrieben hat. Sie tragen so bildhafte Namen wie „Ritter vom Steckenpferd“, „Am Kamin“ oder auch „Hasche-Mann“. Über Robert Schumann sagte seine Frau Clara einmal, alles, was er sah, las und erlebte, verwandelte sich in seinem Kopf in Musik.

Das bekannteste Stück aus den Kinderszenen ist die „Träumerei“, eine ganz berühmte Melodie. Generationen von Klavierschülern haben schon vor den Notenblättern gesessen und sich bemüht, die Finger ganz leicht über die Tasten gleiten zu lasten. So, wie Schumann es sich beim Komponieren vorgestellt hatte. Er versuchte in Noten zu packen, was er im Kopf hatte, wenn er Kinder auf ihren Steckenpferden traben oder kreischend voreinander wegjagen sah.

Später erklärte Schumann, seine Kinderszenen seien gar nicht für Kinder gedacht gewesen, sondern eher von Eltern für Eltern. Kleine Klavierhäppchen über Kinder. Für Kinder komponierte Schumann extra noch das Album für die Jugend, das auch viel leichter zu spielen ist. Das hindert aber Klavierlehrer nicht daran, seit Jahrzehnten mit Kindern die Kinderszenen zu üben.

Auch Schumann übte wie besessen am Klavier. Nachdem er den weltberühmten Geiger Paganini spielen sah, nahm er sich vor, genauso ein guter und bekannter Klavierspieler zu werden. Ein Pianist, der vor restlos ausverkauften Konzertsälen spielt. Doch der Plan ging schief, durch falsches Training blieb sein Mittelfinger steif. So verlagerte sich Schumann doch auf die Komposition neuer Musikstücke.

Wenn Ihr mehr über Robert Schumann und seine Klavierstücke erfahren möchtet, hört Euch doch mal die CD „Von wilden Reitern und Träumereien“ an. In dieser Musikgeschichte wird erzählt, wie die beiden jüngsten Kinder von Schumann, Felix und Eugenie, ihre Mutter immer wieder bitten, ihnen mehr über den verstorbenen Vater zu erzählen. Und so auch erfahren, wie die „Kinderszenen“ und „Geistervariationen“ entstanden.

CD-Cover: Igel Genius

Cornelia Ferstl
Musikgeschichten
Robert Schumann
„Von wilden Reitern und Träumereien“
ab 7 Jahren
CD, 48 Min, 14.95 Euro
Verlag Igel-Genius

 

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