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Mmaso und das Virus

 

Viele Kinder in Südafrika tragen ein Virus in sich, das tödlich sein kann. Mit Hilfe und Medikamenten können sie trotzdem ein fröhliches Leben führen.

»Spielt nicht mit der!«, sagten Mmasos Nachbarn zu ihren Kindern, »sie wird Euch anstecken.« Mmaso ist 14 Jahre alt, sie lebt in Südafrika, und sie ist HIV-positiv. Das bedeutet, dass sie ein Virus hat, das eine Krankheit auslösen kann, vor der viele Menschen Angst haben: Aids. Das Virus kann einen so schwächen, dass schon eine Erkältung tödlich sein kann. Mmasos Mutter ist vor zwei Jahren gestorben, weil sie Aids hatte. Schon bei ihrer Geburt war Mmaso mit dem HI-Virus in. ziert, ihre eigene Mutter hatte sie angesteckt.

Aids wurde erst vor ungefähr 30 Jahren zum ersten Mal erkannt, seitdem sind auf der ganzen Welt schon über 25 Millionen Menschen an der Krankheit gestorben. Das sind ungefähr so viele, wie in den Niederlanden und Belgien zusammen wohnen. In Südafrika tragen besonders viele Menschen das HI-Virus in sich, im Moment mehr als fünf Millionen. Darunter auch viele Kinder. Aids ist also eine der gefährlichsten Krankheiten unserer Zeit. Darum wollen viele Menschen, so wie Mmasos Nachbarn, nichts mit Leuten zu tun haben, die in. ziert sind. Sie haben Angst vor dem Virus, auch weil sie oft zu wenig darüber wissen, wie es übertragen wird. Wenn Kinder miteinander spielen und sich etwa an den Händen fassen, kann nichts passieren.

Um sich mit HIV anzustecken, muss zum Beispiel das Blut eines anderen Menschen in den eigenen Blutkreislauf gelangen – bei Mmaso war das schon bei ihrer Geburt passiert. Die Kinder können also nichts dafür, dass sie HIV-positiv sind. Sie müssen aber trotzdem damit zurechtkommen, dass andere Menschen häufig schlecht über sie sprechen.

In Südafrika gibt es Heime für Kinder mit HIV und Orte, an denen sie sich ohne Angst treffen können. Mmaso besucht das Morning-Star-Kinderzentrum in der Stadt Welkom. Hier hat sie gelernt, dass sie sich nicht verstecken muss, nur weil sie HIV hat. »Morning Star« heißt übersetzt Morgenstern, es soll ein Symbol für Hoffnung sein.

500 Kinder kommen regelmäßig in das Zentrum, alle sind HIV-in. ziert. Es gibt Babys, jüngere und ältere Kinder. Einige besuchen die kleine Schule auf dem Gelände. Die Kinder bei Morning Star spielen zusammen, sie essen frisch gekochte Mahlzeiten, nach dem Essen schlafen die Kleineren im Ruheraum. Im Zentrum werden die Kinder außerdem regelmäßig von Ärzten untersucht und bekommen Medikamente.

Viele Forscher auf der ganzen Welt arbeiten daran, die Medikamente gegen Aids und HIV zu verbessern. Bislang gibt es welche, die das Virus zurückdrängen und den Ausbruch der Krankheit hinauszögern. Aids heilen kann man nicht. Und besonders für Menschen in armen Ländern sind die Medikamente oft zu teuer oder schwierig zu bekommen. Genauso wichtig wie die richtigen Medikamente ist es für die Kinder aber, dass sie einen Ort wie das Morning-Star-Zentrum haben, an dem sie o. en über ihre Krankheit reden können. »Die Kinder können stolz auf sich sein«, sagt die Leiterin des Zentrums, »sie sind unglaublich stark.« Mmaso sagt, dass sie hier einfach akzeptiert wurde und dass sie immer herkommen kann, wenn sie ein Problem hat. Toll war für sie, als eine Freundin von zu Hause, die das Virus nicht hat, unbedingt mitkommen wollte, weil sie schön fand, was Mmaso von Morning Star erzählte.

Mmaso ist selbstbewusst, sie redet auch mit Freunden in der Schule oder mit Lehrern über ihr Leben mit dem Virus. Sie erzählt anderen, wie HIV übertragen wird, und zeigt ihnen ihre Medizin. Ihrem großen Bruder hat sie gesagt, dass er unbedingt einen Test machen muss, um herauszufinden, ob er auch in. ziert ist. Heute weiß der Bruder, dass er kein HIV hat. »Ich finde es toll, wenn Menschen auf meinen Rat hören«, sagt Mmaso. Sie möchte später einmal als Forscherin in einem großen Labor arbeiten. »Ich werde Professorin«, sagt sie. Zuerst möchte sie ein Heilmittel gegen das Virus erfinden. »Und wenn ich damit fertig bin, mache ich mit Krebs weiter.«

 

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