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Neuer BBC-Chef führt Social Media-Pflicht ein

 

BBC Journalisten sollen Social Media als primäre Informationsquelle nutzen, sagt Peter Horrocks. In der Hauszeitung Ariel lässt sich der neue BBC-Direktor mit den Worten zitieren: „Das ist nicht irgendeine Marotte von einem Technik-Enthusiasten. Ich fürchte, man kann den Job nicht mehr machen, wenn man sich damit nicht auskennt.“ Das wäre nicht „discretionary“, fügt er hinzu,  läge also nicht im eigenen Ermessen der Journalisten. Für einen Briten relativ starke Worte.

Früher hieß es immer: Ein Schüler ohne Bleistift, ist kein Schüler. Heute ließe sich sagen, ein Journalist ohne RSS-Feed, ist kein Journalist mehr. Fest steht zumindest, dass sich der Blick von Journalisten auf Informationen, die sie aus Quellen wie Twitter, Blogs oder Sozialen Netzwerken erreichen, grundlegend gewandelt hat. Anstatt aus Angst vor unsicheren Quellen die Finger davon zu lassen, versuchen sie Regeln zu entwickeln, um deren Mehrwert für sich nutzen zu können.

Der Medienblog Mashable verweist in seinem Artikel zum Thema auch auf Medienunternehmen wie Sky News, die ihren Newsroom bereits stark auf Twitter umgestellt hätten. Und der Guardian schreibt, dass für den Nachrichtensender CNN die Integration von Social Media ein wichtiger Schritt gewesen sei, um die eigenen Reportagen zu verbessern und näher an die Quellen zu kommen, wie man bei der jüngsten Berichterstattung aus Haiti gesehen habe.

2 Kommentare


  1. Social Media ist sicherlich kein Hype der schnell wieder verschwinden wird, aber man sollte sich schon fragen, ob das manche Medien etwas überschätzen, was sie lange unterschätzt haben. Auch bei Twitter & Co. wird doch i.d.R. über etwas berichtet, was man selbst aus den Medien erfährt – sei es live vor dem Fernsehen. Da die wirklichen Informationsperlen ausfindig zu machen ist nicht ganz unaufwendig und damit stellt sich auch die Frage nach einer Kosten-Nutzen-Relation.


  2. Ich habe den chefredakteur der konservativen schwedischen tageszeitung SvD, martin jönsson, genau diese frage der kosten-nutzen-rechnung gestellt: Ob twittern nicht sehr viel zeit in anspruch nehme… er meinte, jede investigative recherche nehme zeit in anspruch – warum solle da twittern eine ausnahme sein? und trotzdem sei beim twittern der nutzen unermässlich viel höher als die kosten. man muss halt wissen wie man es macht. – Kann mich dem nur anschließen. Man muss twitter intelligent nutzen um ein intelligentes ergebnis zu bekommen.

 

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