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Kurz und klein (4): Assange-Chat, Open Channel und Wikileaks-Teetassen

 

+++Assange-Chat+++

Die Entscheidung des britischen Gerichts war noch ganz frisch. Julian Assanges Auslieferung nach Schweden wurde für zulässig erklärt. Da chattete der Wikileaks-Gründer bereits live mit der schwedischen Tageszeitung Aftonbladet. Das englische Transkript des Chats gibt es bei WLCentral. Unter anderem wurde er gefragt, wie er mit der Gerichtsentscheidung umgehen wird, ob er sich als Freiheitskämpfer definiert, welche weiteren Veröffentlichungen bevorstehen, inwieweit er sich und Wikileaks in die arabischen Aufstände involviert sieht. Assange beteuerte seine Sorge vor einer Auslieferung an die USA und wiederholt: Wikileaks wird weiter existieren, auch wenn er persönlich an seiner Arbeit gehindert werden sollte.

Assange hat sich aber natürlich nicht nur in Chats, sondern auch vor den Kameras der Weltöffentlichkeit geäußert und klar gestellt, dass er die Entscheidung nicht akzeptieren werde:


Unterdessen hat der britische Telegraph noch eine ganz praktische Timeline der Vorwürfe zusammengestellt. Wann Assange was wo und wie verbrochen haben soll. Angeblich jedenfalls.

Auch empfehlenswert in diesem Kontext: Der Blogger und Rechtsanwalt Glenn Greenwald von Salon.com äußerte sich bei Democracy Now! zur Gerichtsentscheidung. Democracy Now! ist das US-Politmagazin im nicht kommerziellen Rundfunk.  Der Talk mit Greenwald beginnt etwa ab Minute 14. Es geht allerdings nicht nur um die Entscheidung zur Auslieferung, sondern auch um den HBGary-Skandal, den wir hier schon unter dem Titel Guerillakrieg im Netz diskutiert haben.

+++Open Channel+++

Die Zahl der Whistleblowing-Portale wächst weiter. New York Times und Spiegel denken über eigene Angebote nach. WAZ und Al Jazeera haben unlängst eigene Seiten gestartet. Jetzt hat auch der amerikanische Fernsehsender MSNBC nachgelegt.

Mit Open Channel auf msnbc.com ist eine weitere Whistleblowingstruktur eines großen Medienhauses am Markt. Unser Whistleblowing-Index der letzten Woche, mit einer aktuellen Übersicht aller verfügbaren Angebote, wird es hier in Kürze als Update geben.

+++Wikileaks-Teetassen+++

Vor wenigen Tagen ging die Tabelle mit den erfolgreichsten europäischen Fußballclubs rum. Vorne lagen erwartungsgemäß der FC Barcelona, Real Madrid, Manchester United und der FC Bayern München. Es ging allerdings nicht um Tore und Punkte, sondern um Merchandising, also den Verkauf von Clubdevotionalien wie Trikots, Schals, Bettwäsche mit Vereinslogo oder Wimpeln für den Autospiegel. Die Vereine verkaufen ihre Stangenware mittlerweile von Ecuador bis Iserlohn, von Bangkok bis Bernau. Und machen damit jede Menge Geld.

Auch Wikileaks ist jetzt in das Merchandising Business eingestiegen. Nachdem es ja bereits wiederholt Mutmaßungen über eine finanzielle Misere bei Wikileaks gab, scheint man sich neue Ertragsfelder erschließen zu wollen. Ab sofort gibt es die Revolution also hautnah. Der Subversive von Welt kann im Wikileaks-T-Shirts joggen gehen oder aus Teetassen mit Assange-Konterfei Tee Marke Umsturz Second Flash oder Earl Grey als Top Secret Mischung trinken.

3 Kommentare


  1. […] am Ende über …Ausland: Assange darf an Schweden ausgeliefert werdenWELT ONLINEKurz und klein (4): Assange-Chat, Open Channel und Wikileaks-TeetassenZEIT ONLINE (Blog)Wikileaks-Gründer darf an Schweden ausgeliefert werdenRP ONLINESpiegel […]

  2.   Tim

    Alles in allem sorgt Wikileaks für Transparenz. Je mehr Licht wir auf solche Geheimakten richten, desto besser. Ob die nun Tassen auf ihrer Website verkaufen oder nicht, ist mir ziemlich wurscht.


  3. Warum sollte Julien Assange ausgeliefert werden?
    Denn: die schwedische Justiz hat verlauten lassen, daß sie ihre Ermittlung einstellen würde, wenn die Amerikaner ihrerseits Ermittlungen anstellten wegen Veröffentlichung von Dokumenten. D.h. nichts anderes, als wenn man J. Assange der schwedischen Justiz überstellt, ihm die Auslieferung an Amerika droht.(Die ganze schwedische Ermittlung ist unglaubwürdig).
    Und dort wird er, jedenfalls in bestimmten Kreisen, auf Terroristen-Niveau abgehandelt, u.a. wegen der Videos aus dem Irak.
    So ist es nicht rechtens, einen auszuliefern, wenn u.U. sein Leben in Gefahr ist.
    Der Gründer von Wikileaks hat mit Zivilcourage gehandelt – für Pressefreiheit und Menschenrechte. Nun braucht er selber Schutz.
    (Zumal ihm auch noch ein ehemaliger Mitarbeiter in den Rücken gefallen ist, die Software entwendet hat und eine neue Plattform gründet).

 

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