2. Dezember – Ausgabe 50 (Spezial: Jahresrückblick)

 

Leserbriefe zum Titelthema „Spezial – der große Jahresrückblick“ von Karin Ceballos Betancur et al.

 

In das Sonderheft haben Sie all Ihre Kreativität gesteckt. Vielen Dank. Herzliche Grüße und Glückauf. –Dipl.-Ing. Arnd Hallemeier

 

Es ist für mich immer wieder erstaunlich, dass das Jahr, nicht nur in den Printmedien, nur 11 Monate hat. Warum gibt es nie einen Jahresrückblick nach Vollendung des Jahres. Wie die Vergangenheit es nachweist, geschehen im Dezember oft auch noch richtungsweisende Ereignisse. Vielleicht mal ein Grund den stets vergessenen Monat Dezember zu recherchieren. – Joachim Nietupski

 

Warum erscheint der Jahresrückblick schon Anfang Dezember und nicht erst im Folgejahr 2020? Für einen „echten“ Jahresrückblick muss aus meiner Sicht das laufende Jahr noch bis Silvester abgewartet werden. – Christoph Schürmann

 

Danke für den Jahresrückblick 2019. Da merkt man mal, was schon alles gewesen ist, und was man inzwischen vergessen, bzw. verdrängt hat. Ich habe den Eindruck, dass das Jahr wie im Flug vergangen ist. Und was alles passiert ist an teils schrecklichen Dingen. Wie viel Leid Menschen erleiden mussten. Man schämt sich beinah, wenn man darüber nachdenkt, wie gut es einem doch geht. Aber, es war ja auch nicht alles schlimm in 2019. So wünsche ich Ihnen bei der ZEIT alles Gute für 2020 und eine schöne Advent- und Weihnachtszeit. Machen Sie auch im neuen Jahr weiter so wie bisher. – Ute Koch

 

Eine Wochenzeitung, die bereits am 2. Dezember einen Jahresrückblick in die Briefkästen legen lässt, hat sich m.E. aus dem Kreis der seriösen Zeitungen verabschiedet. Mein Exemplar landet auf jeden Fall ungelesen im Altpapier. Schade! – Ralf Laubert

 

Gibt es keinen Dezember mehr? Warum erscheint der Jahresrückblick nicht erst Anfang Januar? Dann wäre es auch ein Jahresrückblick und nicht ein Rückblick auf die ersten 11 Monate des Jahres. – Lars Bode

 

Offensichtlich hat sich die Generation Pisa jetzt auch schon Zugang in die Zeitredaktion verschafft. Meine Damen und Herren, das Jahr hat immer noch zwölf, nicht elf Monate! Zwölf!! – Jörg Wendolsky

 

Nachdem ich letztes Jahr dies für einen Ausrutscher hielt, ist es dieses Jahr also schon wieder so: Der Jahresrückblick kommt in den ersten Tagen des Dezembers so selbstverständlich wie Spekulatius im Supermarkt am Ende der Schulsommerferien. Ein ganzer Monat wird von vorne herein als irrelevant betrachtet. Ist dies Qualitätsjournalismus? Könnte nicht im Dezember noch etwas Relevantes geschehen? Im Dezember 711 wurde Karl der Große König, im Dezember 1808 nahm Napoleon Madrid ein, im Dezember 63 v. Chr. wurden Catilinas Mitverschwörer hingerichtet… um nur wenige Beispiele zu nennen. – Olaf Koch

 


 

 

Leserbrief zu „David gegen Goliath“ von Georg Blume

 

Wenn „… alle Finger auf den privaten Dienstleister Elytis“ zeigen, soll wohl von den Versäumnissen der eigentlichen Verantwortlichen abgelenkt werden. Für jede größere Baustelle und insbesondere für die permanenten Dombaustellen des Kulturellen Welterbes verlangen auch die französischen Baubehörden (und deren Versicherer) neben einem Plan de prévention et sécurité du chantier(in Deutschland SIGE- = Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan), auch ein ausführliches Brandschutzgutachten (Expertise en protection incendie). Hier werden auf Basis einer Risikoanalyse u. a. Anzahl und Dauer der Brandwachen sowie die Standorte der Feuerlöscher geregelt, wenn, wie üblich, in Dachstühlen keine Brandmelder installiert sind und beispielsweise mit Flexschneidern gearbeitet wird. Es liegt daher nicht im Ermessen einer Sicherheitsfirma zu entscheiden, wieviel Wachpersonal sie bereitzustellen hat („statt zwei Wachmännern nur noch einen“), sondern ist Teil des Pflichtenheftes, dessen Umsetzung vom zuständigen Bauleiter überwacht werden muss. Leider greifen selbst solche Sicherheitmaßnahmen nicht, wo Rauchverbote missachtet oder unzureichende Maßnahmen gegen Kabelbrände getroffen werden. – Hanns Michael Küpper

 


 

 

Leserbrief zu „Die Mauer“ von Thomas Demand

 

Zum ersten Mal in meinem 22 Jahre langen Leben schreibe ich einen Leserbrief. Meist bin ich stumme, aber begeisterte Zeitleserin, aber die 50. Ausgabe 2019 hat in mir so viel Unmut ausgelöst, dass ich mich persönlich zu Wort melden muss: Ecke der Intoleranz- Oder auch „Kann weg“ laut der Zeit. Mich bestürzt, dass die Zeit sich neuerdings auf das Niveau der Boulevardpresse begibt und Beiträge veröffentlicht, die nicht mehr zu sein scheinen als „Last-minute“-Lückenfüller. Wäre das einzige Problem dieser Veröffentlichung die offen gestanden minderwertige Qualität, könnte ich meine Meinung vielleicht noch zurückhalten, aber der Fauxpas ist deutlich gravierender: Wir leben in einer Zeit, in der populistische Stimmen immer lauter werden, immer häufiger propagiert wird, dass man Menschen nach Äußerlichkeiten beurteilen darf und soll, einer Zeit in der bewertet, abgestempelt und ausgegrenzt wird.

Möchte die Zeit dieser Bewegung wirklich Platz einräumen in ihrem eigenen Jahresrückblick? Möchte die Zeit Teil einer Bewegung sein, die verurteilt, statt Toleranz und Vielfalt zu propagieren? Ich bin überzeugt, die Zeit sollte ihre Reichweite besser nutzen, als weiße Sneaker zu verurteilen. Ich bin mir sicher, die Mehrheit der Zeitleser*innen ist durchaus im Stande neben weißen Turnschuhen, Quinoa-Bowls etc. sogar Sandalenträger*innen mit Tennissocken kommentarlos zu akzeptieren. Deshalb meine Bitte an die Zeit: Seht ab von Formaten, die sich das predigen von Intoleranz zum Inhalt machen und damit einzig und allein dem Zweck dienen, die engstirnigen und intoleranten Bewertungen einer Einzelperson widerzuspiegeln. Abschließend möchte ich dennoch etwas versöhnlicher, indem ich diese Chance nicht ungenutzt lassen, ein großes Kompliment aussprechen. Wie schon Eingangs erwähnt, bin ich begeisterte Zeitleserin und schätze Ihre Arbeit sehr. – Florentine Günter

 


 

 

Leserbrief zu „Nastrovje!“ von Gerhart Baum

 

Bisher hatte ich wahrscheinlich eine viel zu gute Meinung von Ihnen. Vielleicht auch, weil ich mich nicht zu viel mit Ihnen beschäftigt habe. Mit Ihrem Beitrag „Nastrovje!“ im Jahresrückblick 2019 rücken Sie sich jedoch in eine recht eigenartige politische Ecke, um es mal so auszudrücken. Schon die Überschrift hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Wenn Sie damit „Prost“ oder „Zum Wohle“ oder „Auf die Gesundheit“ gemeint haben, dann wäre wohl „na zdorov’ye“angebracht. Aber das nur am Rande. Auch ich war im September um den Tag der Feierlichkeiten zum 872.Stadtjubiläum herum mit Freunden in Moskau und danach noch in St. Petersburg und Karelien. Wir sind auch in Moskau viel herumgelaufen und haben uns viel angesehen. Allerdings sind wir dann wohl aus Ihrer Sicht nicht an den richtigen Plätzen gewesen, denn wir haben nirgendwo wütende Demonstrationen, sondern überall durchweg freundliche und feiernde Menschen gesehen. Und nein, auf den Plätzen, wo gefeiert wurde, ist man nicht über Fressbuden gestolpert wie hier bei uns. Musik wurde überall dargeboten, von viel Klassik bis hin zu Rock und Pop. Klassikkonzerte für jedermann openair. Und das war etwas, wo sich Rußland von uns hier deutlich unterscheidet. Sehr wohltuend unterscheidet. Aber das sei hier auch nur am Rande erwähnt. Viel wichtiger ist jedoch, dass Sie sich aktiv und offensiv in den russischen Wahlkampf eingemischt haben und das auch noch so darstellen, als wäre das das Normalste der Welt! Und Sie feiern das auch noch: „Welche Freude! Welcher Jubel! Daran hatte ich nun hautnah Anteil.“ Ist es nicht das, was Sie und die meisten Meinungsmacher unseres Landes Rußland vorwerfen? Und damit den Völkerhaß immer weiter schüren? Sie sollten sich schämen! Mehr habe ich nicht zu sagen. – Ulrich Fischer

 


 

 

Leserbrief zu „Entschuldigung“ von DIE ZEIT

 

1) zu S 17, linke Spalte, 3. Abs. von unten: Ihr korrigierter Planetenmerksatz „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere Nachbarschaft“ hat nur im weitesten Sinn einen astronomischen Bezug. Viel näher astronomisch ist daher, wenn „Nachbarschaft“ durch „NACHTHIMMEL“ ersetzt ist, also: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere“N NACHTHIMMEL.“ 2) zu S. 20, Kasten „Die Ernte und der Regen – Niederschlag“: Die benutzte Einheit „mm pro qm“ ist definitorischer Unsinn. Sie vermengt die von manchen Meteorologen heute immer noch benutzte Falsch-Einheit für gefallene Regenmengen/-volumina (falsch, da die Dimension Länge nur sich selbst, aber nicht die Dimension Volumen = Länge³ wiedergibt) mit der korrekten Einheit „l/qm“ (Liter auf den Quadratm.). Übrigens, wenn man diesen Quotienten sinnlos-schematisch ausdividiert, ergibt sich das falsche mm: Man hat unzulässigerweise zwei Dimensionen hinausdividiert. – Volker Morstadt

 


 

 

Leserbrief zu „Musik? Hier?“ von Dimitrij Kapitelmann

 

Was für ein wunderbarer, einfühlsamer und humoriger Beitrag! Ihr Text hebt sich wohltuend vom journalistischen Einerlei (bei der ZEIT freilich auf äußerst hohem Niveau, soviel sei hier zugestanden) ab. So lebendig-heiter schreibt sonst nur noch Bernd Ulrich. Chapeau! Bitte mehr davon. – Stefan Martin

 


 

 

Leserbrief zu „WAS WURDE AUS …?“. Mit Gedicht von Nico Bleutge

 

Nur abgesehen davon, dass Hummeln nicht über eine Lunge verfügen: Die sprachliche Qualität dieses „Gedichtes“ sagt eindeutig aus, warum viele Menschen Schiller, Rilke und Benn kennen – aber Bleutge nicht. Schade um die für diese Seite aufgewendeten Rohstoffe. – Prof. Dr. Peter Henning Weingarten

 


 

 

Leserbriefe zum Titelthema „2020“ von Christoph Amend et al. im ZEIT Magazin

 

Die Nr. 50 ist für mein Empfinden voll in die Hose gegangen, nicht vom Inhalt her, der ist selten gut!

Aber von der Aufmachung her. Die Skizzen sind das letzte, primitiv und häßlich. Die Schriftgröße entspricht der eines Lesebuches für das 1.Schuljahr und ist anstrengend zu lesen. Den vollen Text habe ich meinen Augen nicht zugemutet, obwohl er wirklich gut ist. Den Graphiker sollten Sie in die Wüste schicken, den Autor sollten Sie versuchen, für eine ständige Mitarbeit zu gewinnen. – Immo Richter

 

Der diesem Heft zugrundeliegende Gedanke ist ja ganz hübsch, die Fragen gut gestellt und die antworten erhellend. 2020 betrachtet im fernen Spiegel. Wer auch immer für das Layout verantwortlich ist, der hat wahrlich keinen horror vacui. Freie, weitgehend ungenutzte Flächen, na ja, warum nicht. Angesichts der vorhandenen Weite auf Absätze zu verzichten, das gibt dem Text eine Klotzigkeit, die dem Inhalt nicht entspricht. Die filigrane Serifenschrift mit einem weiten Durchschuss zu versehen, wirkt als wären die Buchstaben freischwebend. Das bringt eine gewisse Zusammenhanglosigkeit in den Lesevorgang, der ermüdet und Lustlosigkeit bewirkt. In meinen Augen ein eher misslungenes Experiment. – Dieter Schöneborn

 


 

 

Leserbrief zu „Viel Natur, viel Gewalt“ von Achatz von Müller im ZEIT Magazin

 

Mit großem Interesse habe ich das Zeit-Magazin „VIEL NATUR, VIEL GEWALT Im Jahr 1010 …“ gelesen, vergeblich habe ich aber gesucht, wer sich hinter „Illustration Dogboy“ verbirgt. Könnten Sie mir dabei weiterhelfen? – Eberhard Zillessen