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18. November 2021 – Ausgabe 47

Leserbriefe zu „»Ich würde Kinder sowieso niemals impfen« Warum haben Sie das gesagt, Herr Precht?“ Gespräch mit Richard David Precht geführt von Cathrin Gilbert und Martin Machowecz

 

Precht Interview – danke – es stimmt – statt 50 Graustufen gilt derzeit nur noch schwarz weiss. Vielen Dank für das Interview. Precht ist sehr reflektiert. – H. Heiss

 

Herr Precht nennt einerseits als sein Argument für eine besondere Langsamkeit des Vorgehens beim Impfen von Kindern die „Angst, dass wir das zu schnell tun“. Andererseits findet er zwei Dinge wichtig: Aus „der Debatte die starken, angstgetriebenen Emotionen herauszuziehen“ und „emotionale und moralische Abrüstung“; ebenso sei die „totale Sicherheit […] immer nur um um den Preis der Einschränkung der Freiheit zu haben“.

Man suche den Widerspruch. Mit Wissenschaft bezeichnen wir allgemein den gemeinsamen Nenner, den alle weltweit, unabhängig von Religion, Herkunft, politischer Einstellung mit den gleichen technischen und mathematischen Mitteln und aufbauend auf Vorwissen gleichermaßen nachvollziehen können, natürlich immer mit einem gewissen Grad der Restunsicherheit. Insofern ist Wissenschaft stets dafür geeignet, als unemotionale Brücke zwischen verschiedenen persönlichen Positionen zu dienen, sofern man gewillt und mutig genug ist, diese zu gehen. Dabei kann es durchaus passieren, dass man sich ein Stück weit von sich selbst lösen und wegbewegen muss.

Es sind meist zu wenige Menschen, die diesen Schritt um des abstrakteren Grades des Wissens willen tun wollen, und Precht gehört offensichtlich selbst auch nicht dazu. Dies mag ihm zwar „street credibility“ in manchen Kreisen verschaffen, disqualifiziert ihn jedoch ziemlich klar als „unabhängigen“ Berater für die Mehrheit der Bevölkerung, als der er sich, gemessen an seinen bisherigen Veröffentlichungen, vielleicht gerne sehen würde. So wird er zum Nischen-Precht für Liebhaber. – Aleksandar Ćirković

 

Bei dem Interview erinnert man sich an den Spruch „Si tacuisses, philosophus mansisses“. – Dr. Walter Engel

 

Ein freier Denker muss frei denken dürfen, zumindest bis zu den Grenzen der Vernunft. In dem Interview tut er genau dies. Im Podcast, wo die notwendige Differenzierung fehlte, war er außerhalb dieser Grenzen. Aus „Ich würde Kinder sowieso niemals Impfen“ ist geworden „Wenn die ständige Impfkommission die Impfung von Kindern empfehlen sollte, ist das für mich okay“. In einer Phase, in der es darum geht, die Gesellschaft zur Impfung zu mobilisieren, erwarten die Unterstützer der Impfkampagne von Herrn Precht unterstützende Argumente. Diese Erwartung ist auf der Handlungsebene rational, auf der Diskursebene nicht.

Beide Ebenen prallen zurzeit hart aufeinander. Richtig ist: Wo es keine absolute Sicherheit gibt, müssen Befürchtungen artikuliert werden dürfen. Richtig ist auch: Wo absolute Sicherheit unmöglich ist, dürfen Befürchtungen nicht verabsolutiert werden. Aus seiner Fürsprache für Kinder und für Eltern in Entscheidungsnot geht Richard David Precht als gebranntes Kind hervor. Glückwunsch, wenn es ihm gelingt, sich in der Gelassenheit im Ertragen zu üben. Glückwunsch an die Gesellschaft, wenn Richard David Precht nicht den Mut verliert, sich mit klugen Gedanken zu exponieren. – Reinhard Koine

 

,Si tacuisses, philosophus mansisses‘, treffender könnte man Herrn Precht nicht zurufen nach diesem Interview in der aktuellen Zeit. – Peter Krieger

 

Wenn ein Intellektuell restpubertierender Habitus wie Precht – allein deswegen zum Liebling der Talkmaster mutiert, um dort seine philosophischen Beliebigkeiten zu verkünden – nun die Aufgabe von Talkshows anzweifelt, „jedermanns Krankheitsrisiko“ „zu verunmöglichen“, dann verweist er selbst auf seinen fragwürdigen, verstandesgemässen Zustand. Es erregt nicht seine Sinnleere die Gemüter, sondern die Hervorhebung dieses Herrn in der Presse. Deshalb rate ich ihm, seiner eigenen Empfehlung auf Selbstbeherrschbarkeit zu folgen, damit der Öffentlichkeit sein Bla-Bla-Bla wie in diesem Interview erspart bleibt. – Jürgen Dressler

 

Eigentlich ist es ganz einfach: der Mensch ist als Einzelwesen nicht überlebensfähig; er braucht den Schutz und die Fürsorge einer Gemeinschaft! Der Kitt, der sie zusam-menhält, ist die Solidarität – ein leicht angestaubtes Fremdwort, das im langen Schat-ten von Egoismus und Selbstverwirklichung ein kümmerliches Dasein fristet. Nur noch bei Kriegen, Krisen und Katastrophen tritt sie zaghaft ans Licht. Die derzeitige Pan-demie ist eine Katastrophe! Sie zwingt uns alle, eine Maske zu tragen und unsere Hände zu desinfizieren, um uns selbst und unsere Mitbürger zu schützen!

Egoistische Attitüden wie: „dauernd beschlägt meine Brille!“ oder „ich hasse nasse Hände!“ haben jetzt keine Geltung mehr! Da wir zudem über spezifische, hochwirksame Impfstoffe verfügen, sollte es selbstverständlich sein, sich pieksen zu lassen! Das sind wir aus Solidarität schon denen schuldig, die sich aus triftigen medizinischen Gründen nicht impfen lassen können! Den Tüftlern und Forschern, die inmitten einer Notlage uner-wartet schnell diese Impfstoffe entwickelt haben, sollte unser ungeteilter Dank gelten!

Einer ständig mäkelnden, medienpräsenten Minderheit jedoch, mit einem Brett der Borniertheit vor der Stirn, mit ideologischen oder identitätspolitischen Scheuklappen vor den Augen, könnte es einen Tages gelingen, nicht nur unsere geistes-, son-dern auch unsere naturwissenschaftliche Elite aus dem Land zu ekeln! – Dr. med. Ulrich Pietsch

 

Nachdem ich Ende Oktober den Lanz-Precht-Podcast zum Umgang mit der Corona-Impfung zur Kenntnis nehmen musste (mit Interesse hatte ich Prechts argumentativ klares und nachvollziehbares Buch zur Pflicht gelesen, dessen Grundlinien mir allerdings im Podcast nach offenbar persönlichen Erfahrungen mit der an sich selbst erlebten Impfung, der berichteten Impfnebenwirkung bei einem 90-jährigen Bekannten sowie in bezug auf die Impfung von Kindern sehr verwässert wurden), hatte ich die Hoffnung, dass Sie dem mit guter Reputation anerkannten Philosophen in Ihrer Zeitung die Gelegenheit geben würden, mit etwas Zeitabstand selbstkritisch zu seinen Statements zur Impfung gegen Corona Stellung zu nehmen. Insofern bin ich dankbar, dass Sie ihm das ermöglicht haben.

Leider hat Richard David Precht diese Chance nicht genutzt, sondern im Gegenteil noch abwertende Urteile abgegeben, z.B. in Richtung eine Spiegel-on-line Journalisten. Damit leistet er sich, aber auch seinem Fach einen Bärendienst. Von einem Philosophen erwartet man zu Recht einen sachlichen Beitrag zum öffentlichen Diskurs zu den drängenden Fragen der Gegenwart. Nun hat auch ein Philosoph seine persönlichen Empfindlichkeiten. Doch nach- wie hier gegeben- genügender Überlegungszeit sollte er in der Lage sein, abseits von Emotionen in einem Podcast seine argumentative Position so zu reflektieren, dass er Fehler eingesteht. Dass er diese Chance vertan hat, ist außerordentlich bedauerlich. – Dr. Gerald Eggers-Stroeder

 

Wieviel bornierte Ignoranz passt in ein Paisley-Hemd? Ein Philosoph bespricht Medizin. Das kommt vor und ist nicht neu. Befremdlich ist, dass die inhaltliche Sub-stanz bei Herrn Precht fehlt. Impfungen für Kinder sind unerläßlich, wir tun das seit Jahrzehnten mit Erfolg. Ich kann Herrn Precht hierbei beruhigen, die kindlichen Orga-ne sind voll entwickelt (mit Ausnahme der Wachstumsfugen für das Längenwachs-tum). Im letzten Jahrhundert gab es zwei dramatische Einbrüche der Sterblichkeit. Zum Einen durch die Impfungen (Pocken, Diphterie, Polio, Masern…) und danach durch die Einführung der Medizinischen Intensivstationen.

Um Beides wird nun aktuell in der öffentlichen Diskussion wieder gerungen. Herr Precht behauptet, er wüßte das. Weiß er aber ganz offensichtlich nicht, sonst würde er nicht „allen, die so argumentie-ren, die Daumen drücken“. Daumen drücken hilft nicht, wissenschaftliche Daten dage-gen helfen schon. Die Anwendung von m-RNA-basierten Impfstoffen ist hinreichend (jahrelang auch vor der Pandemie) erforscht und nach strengen Kriterien u.a. durch das Paul-Ehrlich-Institut geprüft. Es gibt lange Erfahrungen mit diesen Impfstoffen und eine „absolute Sicherheit“ hat es in der Medizin nie gegeben.

Die Impfung ist nicht die „eigene, freie Entscheidung“ wie Herr Precht am Beispiel des Fußballers J. Kimmich anführt, auch verlassen wir mit einer Impfpflicht keinesfalls unsere Grundwerte. Arti-kel 1 unserer Verfassung schützt die Würde des Menschen, da stimme ich Herrn Precht zu. Diese Würde darf aber nicht von einigen Menschen unserer Gesellschaft verletzt werden, indem sie sich nicht impfen lassen. Denn dadurch verletzen sie die körperliche oder gesundheitliche Würde anderer Menschen, wenn unser Gesundheitssystem durch explodierende Inzidenzen mit Covid-19 kollabiert.

Herrn Kimmichs Problem schildert Herr Precht dergestalt, dass Herr Kimmich „nicht über die richtigen medizinischen Begriffe verfügt“. Herr Precht sollte diese Essenz als Selbsterkenntnis begreifen. Verfassungsrechtler stellen dies sehr anschaulich dar, zuletzt auch in der ZEIT. Wenn nun nichts mehr hilft in der zeitgenössischen Philosophie, rückt man sich in die Nähe der Aura der antiken Philosophen. Herr Precht macht das auch so.

Herr Precht beschwört die „Gelassenheit im Ertragen“ der alten Griechen. Wieviel Gelassenheit hätte Herr Precht, wenn ein geliebter Mensch aus seiner unittelbaren Nähe nicht mit einer le-benserhaltenden Herz- oder Krebsoperation versorgt werden kann, weil kein Intensiv-bett frei ist. Zuviele Covid-19-Fälle, zuwenig Pflegepersonal (von dem ohnehin 20% zuhause ist, um die eigenen corona-infizierten Kinder zu versorgen – was wiederum für die Impfung von Kindern spricht).

Ich habe die ersten Absätze des Interviews mit Schrecken und Sprachlosigkeit gelesen, bis mir klar wurde, dass die sehr subtile und elegante journalistische Arbeit in diesem Interview Herrn Precht als das offenbart, was er ist: Ein Philosoph, der Dinge bespricht und – noch schlimmer – bewertet, von denen ihm das hierfür notwendige Wissen fehlt. Und genau hier klafft die enorme Lücke zwischen Herrn Precht und den großen Philosophen der Antike. – Dr. med. Rubens Cardoso

 

Der Beitrag Streit mit dem Interview mit Herrn Precht in der Zeit Nr. 47 wirft bei mir mehr Fragen auf. Zum einen stimme ich Herrn Precht zu, dass es gut ist wenn die Gesellschaft sensibler wird bei dem was gesagt wird. Andererseits erscheint es mir, dass Herr Precht hier den Kontakt zu einigen Schichten der Gesellschaft leider verloren hat. In einigen Schichten der Gesellschaft ist es weiterhin wie eh und je mit den Dingen die gesagt werden. Beim Thema Impfen meine ich, dass Herr Precht zu unsensibel war, wenn man es als Diskussionsbeitrag meint, sollte man das auch dazu sagen.

(Ich wäre froh wenn ich meine 9-jährige Tochter impfen lassen könnte. Und ich tendiere derzeit eher zur Impfpflicht, da die Situation mittlerweile unverantwortlich ist, Menschen mit z. B. Krebs können nicht operiert werden, Leute mit z. B. Herzinfarkt müssen unnötig warten bis eine Aufnahme erweitert Klinik gefunden wird, was bei beiden Beispielen die Wahrscheinlichkeit das gestorben wird stark erhöht.)

Warum ich den Leserbrief schreibe ist jedoch eine andere Aussage von Herrn Precht am Ende des Interviews: das wir den Tod quasi aus unserem Leben verdrängt haben und dass dies eine positive Entwicklung wäre. Hier bin ich ebenfalls konträrer Meinung. Ich sehe es eher als Problem für die Gesellschaft (bzw. den Einzelnen) das wir dem Tod keinen Raum in unserem Leben mehr einräumen, obwohl er doch wie die Geburt und auch das Leiden, genauso wie die schönen Dinge, das Glück, die Freude, die Erfüllung usw. zu unserem Leben gehört.

Zum einem fallen viele Leute z. B. beim Tod eines geliebten Angehörigen oder Freunds ins Leere, eben weil sie den Umgang mit dem Tod und der Trauer immer weit von sich geschoben haben, zum anderen sind sie selbst wenig auf das Ende ihres Lebens vorbereitet und verzweifeln/hadern daher stark wenn es soweit ist. Generell sehe ich es als vorteilhaft an, wenn man sich mit allen Facetten des Lebens beschäftigt und das positive darin sucht. Und vielleicht haben wir ja auch deshalb so viele Impfgegner, weil sie den Tod aus ihrem Leben verdrängt haben und ihnen daher der Ernst der Lage gar nicht mehr bewusst ist. – Stefan Thurner

 

Ich möchte Herrn Precht danken; sein Eintreten für das Recht von Kindern und Jugendlichen auf körperliche Unversehrtheit sowie die Unverhältnismäßigkeit einer flächendeckenden Impfung dieser Altersgruppen bei gleichzeitig minimalem schweren Erkrankungs-Risiko gesunder (!) Individuen wird – dem inquisitorischen Zeitgeist entsprechend – massiv gebrandmarkt. Dabei besteht ein grundlegendes Missverständnis, was die Aussagekraft der experimentellen Wissenschaft betrifft: bei allem Erkenntnisgewinn über die Vorgänge im menschlichen Körper (und der ist riesengroß) kann sie doch den Menschen in seiner körperlich-seelisch-geistigen Ganzheit nicht in vollem Umfang erfassen und erklären.

Dazu braucht es Psycholo-gie, Soziologie, Philosophie und viele weitere Disziplinen. Beispiel: Dass sich der m-RNA-Impfstoff nach kurzer Zeit „nicht mehr im Körper befindet“ (wie die Intervie-wer bemerken), sagt nichts über mögliche spätere Wirkungen aus; allein der (auch wiederholte) Impuls des Einbringens eines Impfstoffs in den Körper kann das kom-plexe Immunsystem aus seinem Gleichgewicht bringen und zu vielfältigen allergischen oder anderen Reaktionen führen – entweder sofort (wie bei dem 90-jährigen Mann, den David Precht anführt) oder später. Insbesondere autoimmun-allergische Erkrankungen sind bei vielen Impfungen bekannt und dokumentiert; das Problem dabei: deutlich später auftretende Reaktionen werden nicht mehr auf die Impfung bezogen und auch nicht als Impfschaden anerkannt.

Dieses „mechanisti-sche“ Modell des Menschen ist jedoch in der Psychologie längst überwunden: hier wird z.B. ein Trauma in der Kindheit und eine psycho-somatische Erkrankung des Körpers viele Jahre später selbstverständlich als Ursache-Wirkungs–Reaktion an-erkannt. – Ich bin sehr für das Impfen von Risikogruppen, Erwachsenen und chro-nisch kranken Kindern (jeweils nach individueller Beratung und soweit es keine Kontraindikationen gibt); gesunde Kinder und Jugendliche aber für das Erreichen einer (ohnehin fraglichen) Herdenimmunität zu missbrauchen, ist tatsächlich (und nicht nur juristisch) eine Körperverletzung. – Dr. med. Günther Gunzelmann

 

Ich bin dankbar, das es solche Beiträge wie den von Precht noch in der ZEIT gibt. Andernfalls hätte ich sie, wie schon die SZ, auch abbestellen müssen. Was mich am Tenor der Fragen nur immer stört, ist diese ungeheure Selbstgerechtigkeit. Sie geben vor, absolute Experten in Sachen Corona zu sein – vor allem beim Impfen. Ich erlaube mir, Ihnen ein Zitat von Prof. Ludwig anzuführen, dem Vorsitzenden der dt. Arzneimittelkommission:

“Man wird erst in einigen Jahren wissen, wie sich die Impfstoffe auf den menschlichen Organismus auswirken.” Nun werden Sie den sicher auch als “Querdenker” verunglimpfen, aber immerhin ist der seit 2007 Vorsitzender und hat einen untadeligen Ruf. Da glaube ich doch eher solchen echten Fachleuten als dem deutschen Mainstream-Journalismus! Vielleicht halten Sie sich mit “absoluten Aussagen” zurück. Lesen Sie doch mal Precht!! – Dr. Peter Michel

 

Es hat mich gefreut, dass Herr Precht von seiner Äußerung „ich würde Kinder sowieso niemals impfen“ nicht abrückt. Das zeugt in Anbetracht der heutigen cancel culture von Mut. Mir persönlich ist seine Verteidigung der Interessen der Kinder sogar noch zu zahm. De facto beuten wir Älteren die Kinder durch verschiedene Coronamaßnahmen zu unserem Nutzen aus. Kinder sind selbst kaum von Corona betroffen. Alles, zu dem sie gezwungen werden, nützt anderen, nicht ihnen selbst.

Wäre das, zu dem die Kinder gezwungen werden oder was sie nicht tun dürfen, nur unbequem, wäre dieses Opfer vielleicht noch zu rechtfertigen. Zwingt man jedoch Kinder zum Tragen einer Maske und dem Verzicht auf die Mehrzahl ihrer sozialen Kontakte, verwehrt man ihnen das tägliche Bad in der Bakterien- und Virensuppe, das sie für den Aufbau ihres Immunsystems brauchen. Später im Leben werden die in dieser Weise großgezogenen Menschen eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen aufweisen. – Jörg Neubauer

 

Eine Menge Geschwurbel gab unser oberster Pop-Philosoph von sich, ohne zu verdeutlichen, welche 50 Schattierungen von Grau er in der Impfdebatte vermisst. Wozu eigentlich? In einer Pandemie ist das Risiko, zu erkranken, allgegenwärtig. Einfache Lage: wen erwischt es, wen nicht? Spielertypen und Fatalisten bleiben cool. „Schau‘n wir mal“. Wer etwas tun will, hat Alternativen: Robinsonurlaub, Wadenwickel, Kopfschutz aus Alu-Frischhaltefolie etc. pp. Wen es dann immer noch erwischt, dem bleibt ja die Intensivstation. Nicht ohne vorher der Umwelt seinen Virus zu verehren.

Was die Bekämpfung von durch Viren hervorgerufene Krankheiten betrifft, hat die Menschheit sehr gute Erfahrungen gemacht: breit angelegte Impfkampagnen (selbst Impfpflicht gab es schon). Wer erinnert sich bei uns heute noch an Kinderlähmung, Masern, Pocken? Alles im Übrigen Krankheiten, die insbesondere Kinder gefährden. – Werner Warmbier

 

Ich stimme nicht mit allen Aussagen von Herrn Precht überein, aber seine Haltung und seine Antworten auf Ihre Fragen zeugen von einer intellektuellen, ethischen und humanistischen Einstellung, an der es den meisten Menschen sehr mangelt! Nicht nur in der Bevölkerung, sondern leider auch innerhalb der Eliten, welche Meinungen beeinflussen, also Politik, Wissenschaft und Medien. Ich möchte nur eine Frage von Ihnen beispielhaft aufgreifen: Es ist erschütternd, dass eine sog. „Wissenschaftsjournalistin“ Mai Thi Nguyen-Kim mit Vergleichen zwischen Gurt- und Impfpflicht die Bevölkerung „aufklären“ darf und dafür auch noch ausgezeichnet wird. Das medizinische und ethische Niveau hat damit einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Der knappen und treffenden Antwort von Herrn Precht ist nichts hinzuzufügen. – Dr. med. Martin Krivacek

 

„Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten.“ (Jean-Jacques Rousseau, 1712-1776, Genfer Schriftsteller, Philosoph & Naturforscher) Herr Precht hat das gesagt, weil er sprechen kann! Wäre er stumm, oder auch nur stumm geblieben, so würde eine Seite der ZEIT weiß und unbefleckt geblieben sein, oder vielleicht auch doch nicht, aber wer weiß das schon so genau! „Alle sind Irre, aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt.“ (Amnrose Bierce, 1842-1914, US-amerikanischer Schriftsteller & Journalist) – Klaus P. Jaworek

 

Herr Precht schreibt völlig richtig: Wir leben heute in der freiesten Gesellschaft, die es je auf deutschem Boden gab. Aber Äußerungen in der Öffentlichkeit werden hundert mal mehr auf die Goldwaage gelegt, und die moralische Empörung verliert jedes Maß. Daraus folgen zwei Konsequenzen. Zum einen sollten wir versuchen präziser zu formulieren wenn wir öffentlich etwas zu sagen haben und zum anderen die durch die Aussage hervorgerufene sogenannte „moralische Empörung“ einfach auch einmal ignorieren. Heisst den Shitstorm dahin weiterleiten wo er hingehört, ins Klo. – Willi Krebser

 

Es ist einiges nicht schlüssig in der Argumentation von Precht, der es nie versäumt sich als Philosoph zu bezeichnen. Precht meint, es sei nicht die Aufgabe des Staates jedermanns Krankheitsrisiko auszuschließen. Das ist richtig und falsch zugleich da ein Staat mit seinen Organen Regierung und Behörden keine Wunder vollbringen kann aber andererseits dazu verpflichtet ist für die Gesundheit seiner Bürger Sorge zu tragen. Precht sagt nämlich an anderer Stelle dazu, dass der Staat die Würde und damit auch die Gesundheit seiner Bürger zu schützen habe. Also ist die Würde des Menschen kein Bremsklotz mehr für eine allge-meine Impfpflicht.

Es fällt dann aber wieder schwer seinen Gedankengängen zu folgen, wenn er gleichzeitig die Befugnisse des Staates eingeschränkt sehen will um die persönliche Freiheit und Selbstbestimmtheit der Menschen nicht zu gefährden. Er baut da einen Wider-spruch auf zwischen der persönlichen Freiheit und der Würde, bzw. Gesundheit der Men-schen die mit einer Impfpflicht geschützt werden kann. Impfgegner und „Querdenker“ haben damit leider meistens keine Probleme. Die sehen die Impfpflicht als Eingriff in die Unver-sehrtheit des Körpers, müssten aber gerechterweise Operationen oder Therapien gegen Krankheiten doch genauso verteufeln – oder ?

Ein Philosoph muss sich die Mühe machen, Denkrichtungen zu verknüpfen und sich bemühen, Sackgassen der Unlogik in Denkgebäuden aufspüren die als Fehler dort nichts zu suchen haben. Nur so kann es ihm gelingen ein in sich schlüssiges Bild des mittlerweile politischen und gesellschaftlichen und nicht nur pan-demischen Problems zu skizzieren. Impfgegner zu verteufeln, genauso wie Impfbefürworter zu bekämpfen mit fragwürdigen Argumenten von „Querdenkern“ zeigt nur die gravierenden Versäumnisse einer Politik der es nicht gelang, die Öffentlichkeit objektiv zu informieren. Stattdessen peinliche Rücksichtnahme auf Wähler die offensichtlich schlecht und falsch in-formiert waren, deren Stimme bei der Bundestagswahl aber lockte.

Precht verheddert sich in diesem Irrgarten von öffentlichen Reaktionen, wissenschaftlichen Informationen für Öf-fentlichkeit und Politik und dem unvermeidlichen Aufplustern von Fernsehprominenz (Sarah Wagenknecht, Kimmich) die Uninformierte dann auch noch falsch informiert. Wieso be-müht Precht nicht einmal den kategorischen Imperativ von Kant um den schwer erträglichen Unfug in der Argumentation der Impfgegner als unmoralisch zu entlarven ? – Klaus Reisdorf

 

Ihre Überschrift „Warum haben Sie das gesagt , Herr Precht?“ löst in mir unangenehme Gefühle aus. Warum jetzt auch noch der Precht, nachdem schon Kimmich, Wagenknecht, Liefers , Tukur und viele andere der herrschenden Meinung widersprochen hatten? Warum nur? Vielleicht hatten sich die Politik und die Medien zu tief in ihren eigenen Widersprüchen, Fehlern und Lügen verfangen, sodass stures Nachbeten der Meinung der Herrschenden für einen Philosophen beinah schon eine Schande wäre. Leider knickt R.D. Precht dann doch ein, setzt sich wie erwartet von der Querdenkerszene ab, die er natürlich – wie es der Mainstream verlangt- in einem Atemzug mit der Neuen Rechten nennt. Ihre Zeitung kann das Interview so beruhigt fortsetzen.

Dann kommt viel Gutes von Deutschlands populärsten Philosophen. Abwägende Worte zur Impfdebatte, zu wenig allerdings zum Totalversagen in der Gesundheitspolitik. Am Schluss jedoch hätte ich von einem Philosophen mehr erwartet. Wenn Precht sagt: “ Dass wir in einem Land leben, in dem wir den Tod quasi aus unserem Leben verdrängt haben, ist eine positive Entwicklung“. Aber genau das ist die ganz grosse Frage in der Coronapolitik. Ist das wirklich so positiv? Kann die Politik uns vor Krankheit und Tod schützen? Ist es ihre primäre Aufgabe uns ein Gefühl der Sicherheit vorzugaukeln? Es gibt entgegen Precht auch keine totale Sicherheit bei Einschränkung der Freiheit. Das ist der Nonsens der herrschenden Meinung und nicht die Meinung eines selbst denkenden Philosophen.

Der Mentalitätshistoriker Philippe Ariès hat in seiner „Geschichte des Todes“ auf die Verdrängung des Todes in der Moderne hingewiesen. Dass jedoch eine Gesellschaft denkt, den Tod könne man endlos aufschieben oder gar mit Hilfe der Politik besiegen , hätte sich auch Ariès nicht vorstellen können. Precht müsste natürlich Ariès aus unseren gemeinsamen Seminaren bei Professor Wilhelm Vosskamp (Köln)noch kennen. Und nicht nur die Tugenden der „Sebstberrschtheit“ und der Gelassenheit der Griechen täten der heutigen Gesellschaft gut, sondern auch die antiken Sentenzen: Mors certa, hora incerta oder Media vita in morte sumus. memento mori – Thomas J. Birgel

 


 

 

Leserbriefe zu „Warum ist die Politik so zögerlich?“ von Mark Schieritz

 

Herr Spahn hat Recht, eine Impfpflicht würde noch mehr Chaos erzeugen und ist verfassungswidrig. Aber, es geht doch gar nicht darum, ob jemand geimpft ist oder nicht, sondern darum, die Ausbreitung von Corona zu verhindern. Und dazu ist Impfen nur eine Lösung unter vielen. Letztlich müssen infizierte Personen entdeckt und isoliert werden. Das ist entscheidend. Infizierte dürfen nicht frei herumlaufen. Und das widerspricht nicht dem Grundgesetz oder einer höheren Moral und Ethik. Und für eine Testpflicht gibt es eine sehr einfache Lösung, die zudem niemanden irgendwie outet.

Man kann sehr leicht per Gesetz oder Verordnung jeden dazu zwingen, nachzuweisen, nicht infiziert zu sein. Wer das nicht nachweisen kann, darf sich draußen nicht aufhalten. Oder nur zu bestimmten Uhrzeiten, um ein Testzentrum zu erreichen. Jeder bekommt ein Dokument, dass in Verbindung mit dem Personalausweis gilt. Dadurch ist das Dokument personalisiert. Auf dem Dokument befindet sich ein QR-Code mit dem Testergebnis und dem Ablaufdatum. Lesegeräte zeigen an, ob jemand frei herumlaufen darf oder nicht. Man könnte fordern, dass sich Ungeimpfte täglich oder alle zwei Tage und vollständig Geimpfte wöchentlich testen lassen müssen. Dann hätten Geimpfte einen Vorteil. Wer ohne gültigen „Fahrschein“ erwischt wird, muss ein hohes Bußgeld zeigen.

Lesegerät könnten überall zum Einsatz kommen, beim Betreten von Supermärkten oder beim Kontrollieren in Parks, eben überall. Als Lesegeräte reichen Apps und Handys. Das ist in wenigen Stunden programmiert. Das Testzertifikat zu erstellen, ist noch einfacher programmiert. Dieses Prinzip ist machbar, effektiv und nicht grundgesetzwidrig. Und da das Lesegerät nur „frei“ oder „unfrei“ anzeigt, wird niemand geoutet, niemand muss sich öffentlich erklären. So könnte man sicher mehr erreichen als mit einer fragwürdigen Impfpflicht. Und zudem würde jeder Infizierte entdeckt. Die Privatsphäre würde nicht angetastet, außer bei Infizierten.

Statt Impfpflicht also Testpflicht. Was spricht dagegen? Wir haben alles, was dazu notwendig ist. Im Übrigen bin ich nicht der Meinung, dass eine demokratische Mehrheit automatisch alles rechtfertigt. Es wurde vor langer Zeit nicht selten darüber abgestimmt, ob jemand am nächsten Ast hängen soll. Diese Zeiten sind hoffentlich für immer vorbei. Ich weiß, dass Sie das so nicht meinten, aber wo soll eine moralische Grenze verlaufen, um Gewalt gegen Personen zu rechtfertigen? – Christian Fahn

 

Als Liebhaber logischen Denkens habe ich den Text von Mark Schieritz nach schmerzenden Denkschwächen in der Politik wie eine befreiende Wohltat empfunden. Zwar erkennen wir selbstverständlich an, dass mathematisch eine Quadratur des Kreises unmöglich ist, politisch aber werkeln wir immer wieder, nicht nur beim Komplex Corona und Impfen, an einer solchen Quadratur herum, wenn wir uns der zeitraubenden Illusion hingeben, einen gesamtgesellschaftlichen Konsens herstellen zu können. Dabei liegt es doch auf der Hand und ist in der Realität zu überprüfen, dass eine solche gedankliche Konstruktion viel eher zu einer Diktatur als zu einer pluralen, freiheitlichen Demokratie passt, wo Dissens normal, erwartbar und rechtlich geschützt ist. Ganz im Gegensatz zu diktatorischen Regimen, wo Dissens unerwünscht und Konsens eine ideologische Unterstellung zur Begründung von manipulierter Alleinherrschaft ist. Es mag menschlich sympathisch sein, es jedem recht zu machen und niemandem weh zu tun. In Demokratien brauchen wir uns jedoch des Mehrheitsprinzips nicht zu schämen. Auch die EU kann manch Klagelied davon singen, welch bedenkliche Konsequenzen das wohlmeinende Prinzip der Einstimmigkeit und das Fehlen von Mehrheitsentscheidungen mit sich bringen kann. – Dr. Manfred Rowold

 

Der o.g. Bericht trifft meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf. Er sollte jedem, der in Deutschland lesen kann, zur Verfügung gestellt werden. Vielleicht wären es danach nur noch etwa zwei Prozent der Bundesbürger und nicht sieben, die sich auf keinen Umständen impfen lassen. Das wäre für alle Beteiligten zu verkraften. Für die Kinder in den Kitas und Schulen, aber ganz besonders für die vielen Pflegekräfte und Ärzte, die an ihre mentalen Grenzen kommen. – Uli Müller

 

Sie gehen in Ihrem Artikel einer sehr interessanten Frage nach, über die man sich tatsächlich den Kopf zerbrechen kann. Hier sehe hier aber auch Probleme, die Sie nicht angesprochen haben oder, die sich meiner Meinung nach anders darstellen. Die Gewaltenteilung in Deutschland scheint nur eine rein theoretische zu sein. Es fehlt die Distanz zwischen Kanzleramt und Bundesferfassungsgericht, es fehlt auch die Distanz zwischen den Medienvertretern und dem Kanzleramt, welches eigentlich von diesen kritisch beobachtet werden sollte. Es werden wichtige Institutionen massiv unter Druck gesetzt: EMA, STIKO, Ethikräte.

Eine wirkliche Aufklärung über Nebenwirkungen und Komplikationen der neuen Impfstoffe findet kaum statt. Unbequeme Meldungen wie der Sicherheitsbericht des PEI vom September 2021 werden einfach totgeschwiegen. Der wesentliche Unterschied zwischen den bisherigen Impfstoffen und den mRNA-Impfstoffen verwischt immer mehr. Es wird nur noch von „der Impfung“ gesprochen, die wir ja schon „problemlos“ seit 200 Jahren anwenden. Eine wirklich objektive und transparente Aufklärung würde mehr Menschen verunsichern und die Impfkampagne zu nichte machen. Die derzeitige Situation auf den Intensivstationen hat viele Ursachen.

Die „Impflücke“ ist nur eine davon. Die Impfung hat im Kampf gegen die Pandemie große Schwächen gezeigt. Sie ist nicht der Heilsbringer. Es sind wohl in erster Linie fatale Fehler der Politik, die uns das Ausmaß der jetzigen Infektionswelle beschert haben. Hier fehlt es weiterhin und trotz der fatalen Situation an Einsicht. Die einzige Einsicht scheint zu sein, dass „die Impfung“ medizinisch sehr problematisch ist. Vielleicht ist das der Grund für die Zögerlichkeit der Politik? – Dr. med. Martin Krivacek

 

Schützt die Grundrechte! Christian Lindner und seine Juristenmitstreiter gehen über Leichen. Mutwillig Ungeimpfte greifen die Leistungsfähigkeit unse-res Gesundheitssystems an und blockieren die lebensrettende Behandlung von Er-krankten und Verletzten. Sie verhindern eine schnelle Eindämmung der Pandemie, vernichten so Existenzen und verursachen astronomische Kosten. Die Exekutive unse-rer Demokratie ist verpflichtet, die bestmögliche oder zumindest eine angemessene Behandlung von Menschen, die in Lebensgefahr schweben, zu gewährleisten.

Dazu muss sie in der aktuellen und auch noch selbst verschuldeten Notlage mit aller Ent-schiedenheit vorgehen – mit den stärksten und effektivsten Maßnahmen, die ihr zur Verfügung stehen. Und nicht mit schwächeren, von denen man nur hofft, dass sie die Welle brechen. Mutwillig Ungeimpfte, die in der aktuellen Corona-Situation am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, sind aktive Gefährder der Leben und der phy-sischen und psychischen Gesundheit anderer Menschen. Gegen diese Bedrohung muss der Staat entschieden vorgehen.

Mit einer befristeten Impfpflicht für alle. Oder dadurch, dass in jedem Krankenhaus mit Intensivbetten und Beatmungsgeräten z.B. die Hälfte davon NICHT mit mutwillig umgeimpften Coronakranken belegt wird. Hotel- und Gaststättengewerbe und die Veranstaltungsbranche befürchten gut begründet Einkommenseinbrüche durch 2G und 2 G+. Auch für sie und für die Wirtschaft insge-samt wäre die allgemeine Impfpflicht die beste Lösung. Kommt zur Vernunft und han-delt nach ihr! – Sebastian Koerner

 

Die Politik hat völlig versagt in der Corona-Krise und das nicht zum ersten Male! Die Inzidenzen steigen und steigen und die Merkel-Regierung agiert nur zögerlich und viel zu spät. Aber auch die Ampel-Koalition, wenn sie denn zustande kommt, hat mit der Ausrufung vom Ende der pandemischen Notlage in Deutschland völlig falsche Prioritäten gesetzt. Langsam habe ich es auch satt, dass die Ungeimpften den anderen Teil der Gesellschaft tyrannisieren und den Geimpften die Perspektiven für ein normales Leben in naher Zukunft so gut wie verbauen. Da es für ein solidarisches Verhalten scheinbar wenig Einsicht bei einigen Menschen gibt, sollte nun endlich eine allgemeine Impfpflicht kommen, damit diese Pandemie endlich überwunden werden kann und wir alle wieder ein ganz normales Leben mit all unseren Freiheiten führen können! – Thomas Henschke

 

in Zeiten wie diesen auf den guten, alten Jean-Jacques Rousseau zu kommen, das liegt nahe. Wenn das die Toten Hosen, bei Ihrem Song gewusst hätten?. „Er ging davon aus, dass ich in einer Staatsgemeinschaft, so etwas wie ein gemeinsamer Volkswille herausbildet“. In einer kritischen Reflektion über die Lage im Land anno domini Ende November 2021 komme ich zu einem anderen Ergebnis. In der deutschen Politik wird zu viel „herumgemichelt“.Die Kleinstaaterei in der Biedermeierzeit im Vormärz ist wieder da. Schulmeisterlich, belehrend und von oben herab. „Es ist halt Pandemie“ klingt es im Chor. Diese Krise könnte auch ein Lehr- meister für die ganze Bevölkerung sein. In harten Zei-ten kann auch etwas wachsen.

Aber die täglichen „Zählemeister “ der Pandemie vergessen die Men-schen, die Kinder, die Jungen, die Kranken, die Obdachlosen, die Mütter und Väter. Zuversicht und Hoffnung wird dem Land nicht vermittelt. Bürokratenwillkür hat Hochkonjunktur. Schwachher-zige Politiker üben sich in Schönwetterparolen. Politische und wissen- schaftliche Führung findet nicht statt. Die Expertise ist da, wird aber nicht genutzt und grenzenlos in unendlichen Statements verschleudert. Der Arbeitsplatz des Forschers ist das Labor, aber nicht in der Talkshow. Ein Forscher braucht keine Quote. In ganz Deutschland ist derzeit Bodennebel, obwohl jedes Kind weiß, dass der November die klassische Nebelszeit ist.

Barmherzigkeit ist heutzutage zu einer Outdoor-Veranstaltung verkommen. Der Virus feiert Karneval und wettet darauf, dass er auch dem Silbereisen locker vom Hocker zeigt, wo der Bartl den Most holt. Süffisant ließe sich sagen, dass wir bis 3 zäh-len können und auch den Buchstaben G im Alphabet kennen. Doch das reicht nicht. Uns hilft auch nicht der friderizianische Ausspruch aus dem Siebenjährigen Krieg: “ Wir werden uns solange her-umschlagen, bis unsere verfluchten Feinde sich zu einem Frieden bequemen werden“. Wir werden wieder Vertrauen finden müssen, zu unserem Tun und Nichttun. Wir werden wieder mehr Verantwor-tung in unserem eigenen Leben übernehmen müssen. Eine Solidargemeinschaft ist keine Vollkasko-versicherung. Auch Trost und Hoffnung müssen wieder mehr einkehren. – Dr. Detlef Rilling

 

Eine fabelhafte Betrachtung von Mark Schieritz! Seit Wochen dreht sich die Impfdebatte nur noch im Kreis. Seit Wochen folgt ein Appell nach dem anderen an Ungeimpfte, sich doch endlich impfen zu lassen. Seit Wochen wird über die Impfung aufgeklärt, flexible Impfmöglichkeiten sind geschaffen worden. Ohne durchgreifenden Erfolg, die Impfquote bleibt zu niedrig. Trotzdem sind die Impfzentren geschlossen und es ist über einen „Freedom-Day“ diskutiert worden. Völlig falsche Signale an alle Impfunwilligen und Impfgegner, vielleicht sogar bei manchen von ihnen die Bestätigung für die eigene Impfunwilligkeit.

Fast 70 % der Gesamtbevölkerung ist jetzt durchgeimpft und zwei Drittel der Bevölkerung ist mittlerweile für die Einführung der Impfpflicht. Aktuell schießen die Infektionszahlen in die Höhe. Ja, auf was wartet die Politik da noch oder auf was hat sie denn gewartet? Auf das völlige Chaos? Bis die ersten Intensivpatienten, egal ob an Covid 19 oder etwas anderem erkrankt, nicht mehr von den Intensivstationen aufgenommen werden können? Warnungen vor einem solchen Szenario gib es ja schon länger.

Das Vertrauen der Bevölkerung in das staatliche Handeln ist ein hohes Gut, ganz besonders in einer solchen Ausnahmesituation wie der Corona Pandemie. Das sollte jede Politikerin , jeder Politiker stets vor Augen haben und den meisten von ihnen traue ich dies auch zu. Nur wie schafft man sich Vertrauen? Die Gesellschaft mag in vielerlei Hinsicht gespalten sein, sie spaltet sich sicherlich immer mehr durch radikale, lautstarke Minderheiten. Deren Anliegen müssen nicht allein schon dadurch immer richtig und begründet sein, weil sie den Status der Minderheit besitzen und von ihnen vorgebracht werden. Die überproportionale Aufmerksamkeit, die manchen Minderheiten zuteil wird, das überproportionale Gehör in Politik und Medien gleichermaßen, wirken wie ein Katalysator und verzerren das Gesamtbild der Gesellschaft.

Der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung in Deutschland ist rechtstreu, je weniger sie und ihre Anliegen aber wahrgenommen und angehört werden, umso mehr leidet die Rechtstreue und das Vertrauen in den Staat schwindet auch hier. Das kann fatale Folgen haben. Natürlich ist es löblich, politische Entscheidungen von Tragweite auf einen möglichst großen gesellschaftlichen Konsens zu stellen, um Vertrauen zu schaffen und zu erhalten. Wie sehr das aber auch scheitern kann, zeigt sich jetzt bei der Impfdebatte. Wohl kaum jemand ist fröhlich pfeifend und mit fliegenden Fahnen zu der Corona Impfung gegangen, sondern aus Vernunft und im Vertrauen auf Wissenschaft und Politik.

Wie will die Politik jetzt den geimpften Bürgerinnen und Bürgern, die sich an alle Regeln gehalten, sich persönlich eingeschränkt und die Lockdowns mit ertragen haben (einschließlich der Schulschließungen für die Kinder etc.) dann bitte noch Verständnis für die drohenden (neuen) Corona Maßnahmen abringen, während weiterhin unbelehrbare und unverbesserliche Impfunwillige und Impfgegner umgarnt werden wollen und mit ihrem lauten Lamenti um ihre Freiheitsrechte alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Die Freiheitsrechte gelten ja doch wohl immer noch für alle, nicht nur für Ungeimpfte. die kommenden Einschränkungen und neue Corona Regeln, die jetzt aufgrund der hohen Infektionszahlen eingeführt werden müssen (sogar vom Teil-Lockdown ist ja schon wieder die Rede), beschneiden immer auch die Freiheitsrechte der Geimpften. Das muss deutlich sein und sich in den politischen Entscheidungen zur Bekämpfung von Corona gerecht und konsequent widerspiegeln. – Regina Stock

 

Vielen Dank für den sehr ausführlichen Bericht, den ich mit großer Begeisterung gelesen habe. Ich kann Ihnen in allen Punkten zu 100% zustimmen. Jeder Mensch hat für sich und seine Mitmenschen eine Führsorgepflicht. Und ich hoffe, dass unsere Politiker endlich mehr Mut beweisen, und nicht an die nächste Wahl denken. Wir sollten neben der CORONA-Impfung auch an die Impfungen gegen Lungenentzündung und Grippe denken. Eine Impfpflicht halte ich auch für denkbar, damit wir aus dieser Spirale endlich herauskommen. Auf die nächste Superwelle kann ich gut verzichten. Wir sind, wie Sie schon sehr richtig schreiben, eine Schicksalsgemeinschaft, und da muss jeder mitziehen. – Ute Koch

 

Unglaubwürdige Doppelmoral. In der beständig panischer werdenden Debatte über die richtige Strategie gegen die Pandemie wird als stärkstes Argument immer auf die Todeszahlen verwiesen. Mit einem scheinbaren Höchstmaß an Empathie wird dieser Verweis zum „Pour le merit“ des Lebensschutzes. Und ja, hinter jedem der seit Januar 2020 an bzw. mit Corona verstorbenen 99169 Menschen (Quelle: „Statista“ Stand 18.11.21) steht ein ausgelöschtes Leben – eine enttäuschte Hoffnung. All diese 99169 Corona-Tote aus den letzten 23 Pandemie-Monaten hinterlassen Lücken und um sie wird geweint und getrauert.

Parallel hierzu starben in den 12 Monaten des Jahres 2020 ebenfalls 99948 Menschen. Sie starben in den Absauganlagen der Abtreibungskliniken. Geschreddert, ohne das Lebenslicht überhaupt erleben zu dürfen, wurde ihnen der Weg zum Leben erst garnicht erlaubt. Ihr leidvoller Tod findet keinen Zugang in die täglichen Nachrichten und Inzidenzwerte. Diese nur wenige Wochen alten Menschen konnten erst keine Hoffnung ausbilden – sie scheinen weniger Wert zu sein. Anders kann ich mir diese orientierungslose Doppelmoral unserer Gesellschaft nicht erklären. All die Politiker, Wissenschaftler, Ärzte und Medienschaffende, die sich dieser Tage so gern als „Lebensschützer“ gerieren, sollten ihre Ambitionen im Lichte ihrer Haltung zur Tötung ungeborener Kinder überdenken. Andernfalls verliert ihr Wort weiter an Glaubwürdigkeit. – Martin Hartmann

 

Leben in Zeiten der Pandemie! Was hat die Pandemie mit uns gemacht? Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass eine Pandemie Auswirkungen auf das gesamte öf-fentliche und private Leben haben kann, wie wir dies zurzeit erleben. In der Geschichte der Menschheit haben Kriege, Unterdrückung durch Diktatur Glaubensfragen, Machtmissbrauch uns auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben begleitet. Geprüft werde ich nun, wie weit ich in der Lage bin, als Mensch Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen.

Mit Sorge betrachte ich die Auswirkungen der gesetzlichen Verordnungen. Fassungslos sehe ich die Ausprägungen einer einseitigen, globalen Berichterstattung. Fassungslos bin ich, wie Bürger-rechte willkürlich entzogen und wieder gewährt werden. Erschütterung ergreift mich, wenn ich sehe, wie Angst und Schrecken verbreitet werden. Fassungslos betrachte ich, wie Verunsiche-rung und Ohnmacht immer mehr um sich greifen. Fassungslos macht mich der Umgang mit kritischen und anders lautenden Meinungen.

Fassungslos macht mich das Abnehmen von Toleranz und Wertschätzung. Fassungslos macht mich, dass Kinder, alte Menschen, Behinderte, diejeni-gen, die wir meinen schützen zu müssen, am meisten unter den Einschränkungen zu leiden ha-ben. Der Umgang und die Einschränkungen für Kinder, Alte und Behinderte macht mich nicht nur fassungslos: es macht mich unendlich traurig. Traurig macht es mich deshalb, weil ich weiß, dass menschliche Begegnung das ist, was wir als Menschen brauchen, wonach wir als Menschen streben. Weggesperrt über Monate in das häusliche Umfeld, z.T. in kleinste Wohnungen, keine Möglichkeit, sich mit Freunden oder Verwandten zu treffen, ins Schwimmbad zu gehen, Sport zu betreiben, auf Klassenfahrt zu gehen. Alles Dinge, die nicht nur den Körper gesund erhalten, sondern auch die Seele.

Welche Folgeerscheinungen die getroffenen Maßnahmen auf die körperliche und seelische Entwicklung jedes Einzelnen haben, erleben wir im zunehmenden Maße. Depressionen und Mutlosigkeit sind die häufigsten Auffälligkeiten. Suizide bei Schülerinnen und Schülern, bei Stu-dentinnen und Studenten haben in einem erschreckenden Maße zugenommen. Alte und kranke Menschen sterben allein und verlassen ohne Beistand und Nähe von Angehörigen und Freun-den. „Was ist das für eine Gesellschaft?“ Wenn alles Bemühen, die Pandemie in den Griff zu bekommen darauf reduziert wird, dass der Körper gesund bleibt, wird eine entscheidende Ver-bindung außer Acht gelassen: Die Seele.

Nach dem ersten Lockdown hat schon nach 14 Tagen ein Autogipfel stattgefunden, damit die Autoindustrie auch in Pandemiezeiten weiter funktionieren kann. Es wurden Lösungen gefunden und umgesetzt. Für Kinder und Jugendliche hat erst nach 4 Monaten der erste Versuch stattge-funden, sich mit der Situation und der Not dieser Menschengruppe zu beschäftigen. Aber mit was für einem Ergebnis: Schulschließung, Schwimmbäder geschlossen, Begegnung, Sport und Bewegung untersagt… Jeder kennt die Maßnahmen zur Genüge! Für Behinderte gab es bisher noch keinen Gipfel! Für die alten Menschen, meint man die beste Lösung gefunden zu haben: Keinen Kontakt zu irgendwem!

„Nur wenn wir gesund oder geimpft sind, sind wir ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft!“ (ist die mittlerweile einzige Terminologie im Umgang mit der Pandemie). Aber dass zum Gesund werden und gesund bleiben auch noch andere Dinge wichtig sind, wird ausgeblendet. Zu einer gesunden Körperlichkeit gehört ein gesundes seelisches Umfeld. Wenn unserer weiteres Lebens darin besteht, dass ich gesund bin und gesund bleibe, aber auf alles andere verzichten muss, was zum Menschsein ebenso dazu gehört, wo bleibt da die Sinnhaftigkeit? Wo bleibt die Mensch-lichkeit? Wo bleibt die Zuversicht?

Eins möchte klar stellen: ich bin kein Corona Leugner! Ich kenne die Risiken, die mit dieser Krankheit verbunden sind und ich weiß von der hohen Ansteckungsmöglichkeit, die ich auch persönlich im meinem Umfeld erlebt habe. Aber, zum Leben dazugehört der Tod, zur Gesundheit gehört Krankheit. Ohne Tod gibt es kein Leben. Ohne Krankheit keine Gesundheit. Zwischen diesen Polaritäten bewegen wir uns. Aber wie bleiben wir gesund? Sind Maske tragen und sich impfen lassen die einzigen Maßnah-men (und Themen), die zur Gesunderhaltung beitragen. Was ist mit den anderen Dingen, die zum Leben dazugehören, wie ich sie oben beschrieben habe? – Reiner von Kamen

 

Vielen Dank für den tollen Artikel. Mir mehr aus der Seele sprechen , geht nicht. – Hartwig Block

 

Wie ich lese, sind nach Ihren Ausführungen ca. 20% der Deutschen nicht gegen Corona geimpft. Wobei es sich, wie Sie schreiben, nicht nur um “Querdenker“, sondern auch um Paare mit Kinderwunsch, Menschen mit niedriger Bildung, Personen mit Mig-rationshintergrund und Menschen, die einfach niemand kennen, der schon Covid-19 hatte, handelt. Da wundert es mich schon, daß ich da nichts lese von Menschen wie mich, der ich als Betriebsprüfer der Bayerischen Finanzverwaltung tätig war und be-stimmt kein niedriges Bildungsniveau aufweise und trotzdem die gesamten bisherigen Corona-Maßnahmen genauso wie den Wahnsinn zu glauben, den Klimawandel und Naturkatastrophen mit Elektroautos, Ausstieg aus der Kohle sowie Windkrafträdern sowie Photovoltaikanlagen bekämpfen zu können, aus Glaubensgründenablehne. (Vgl. Wehrdienstverweigerung!!!)

Und warum wohl? Weil dies ein aussichtloser Kampf ge-gen unsern Schöpfer ist. Es ist traurig erleben zu müssen, daß in einem Land, das ei-nen Gottesbezug in der Verfassung festgeschrieben hat, weder die Aufsichtsräte in den Kirchen, noch christliche Politiker wie z.B. Herr Markus Söder noch solche Mediziner auf das hören, was der Allmächtige Gott, von dem alles ist, was ist, uns durch sein Wort, offenbart in der Heiligen Schrift, verkündet. Denn dort ist nachzulesen, daß die Naturkatastrophen und Seuchen, welche bisher über die Welt hereingebrochen sind, noch harmlos sind gegenüber dem, was auf diese gottlose Welt noch zukommen wird (s. 5.Mos.28,15-28; Jer.16,10-12; Luk.21,10-11 u. 25-26; Offb.9,15-23; Offb.16,8-12 u. 18-21).

Sollten doch die Menschen durch diese von Gott verordneten Plagen wach-gerüttelt werden, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Aber für die Klugen dieser Welt sind Gottes Warnungen ja nur Fake-News bzw. Erzählungen (Narrative). Schon jetzt höre ich die Rechtfertigung all der Politiker, Medien und Mediziner, die dafür ver-antwortlich zeichnen, die Bevölkerung mit unbewiesenen Thesen und Angstmache in den Impfwahnsinn und die Lockdowns getrieben zu haben, was außer Spaltung der Gesellschaft sowie Kaputtmachen der Volkswirtschaft nichts gebracht haben wird, wie diese lapidar verkünden werden, wir haben die Lage halt falsch eingeschätzt, wie dies erst vor kurzem von Politikern nach dem Afghanistan Desaster zu hören war. – Rolf Belzner

 

Der Titel der Zeit 47/2021 gibt sich verunsichert und ratlos. Und das zu recht. Denn die getroffenen Covid-Maßnahmen greifen nicht wie geplant. Als Ursache werden immer wieder zu niedrige Impfquoten genannt. Daß ist jedoch einseitig gesehen. Denn eine Impfung stärkt zwar das Immunsystem, d.h. erst eine deutlich höhere Viren-Dosis als im ungeimpften Fall führt zur Erkrankung. Solche erhöhten Dosen lassen sich aber im Alltag ‚problemlos‘ herstellen in schlecht gelüfteten kleinen Räumen (Wohnzimmer, kleines Büro, oder besonders: PKW), denn ohne Luftaustausch steigt die übertragene Dosis quadratisch mit der Aufenthalts-Dauer an, also mit fortschreitender Zeit immer schneller.

Dieser Aspekt wird nach wie vor extrem vernachlässigt, obwohl er vermutlich eine entscheidende Rolle bei der gesamten Verbreitung von Covid-19 spielt. Es müßte daher dringend vor dem gemeinsamen Aufenthalt in kleinen Räumen (ohne sehr gutes Lüften) gewarnt werden, und das gilt auch für Geimpfte. Ich schreibe das als Naturwissenschaftler, in dessen Dissertation es um Aerosole ging und der sich beruflich mit der Luftqualität in Innenräumen befaßt hat. – Dr. Detlef Hennings

 

Eine Frage hat mir gefehlt: Warum wurden Gehalt und Arbeitsbedingungen der Intensivpflegerinnen nicht drastisch verbessert? – Martin Lewit

 

Herr Schiritz beschreibt und analysiert sehr gut, warum wir jetzt so ein Schlamassel haben. Demokratie bedeutet auch Streit, sagte Helmut Schmidt. In normalen Zeiten gilt: These vs Antithese , Ergebnis: Synthese. In Zeiten mit wichtigen Wahlen und einer Pandemie im Kreuz, Ergebnis: Prothesen (Krücken). – Gerhard Knaak

 


 

 

Leserbriefe zu „Generation Selbsthass“ von Florian Eichel

 

Wir legen Ihnen ans Herz, Ihren 24jährigen Hospitant Florian Eichel, in Ihr Team aufzunehmen und vertraglich so zu binden, dass er nicht mehr abwandern kann. Er ist ein unglaubliches Talent. Wir waren sehr beeindruckt von seinem Stil und seiner Reflektiertheit und werden den Artikel unseren Kindern und Freunden zum lesen geben. – Elisabeth und Nikolaus Prediger

 

Sehr, sehr lesenswert, was der 24jährige Autor da über seine Generation schreibt. Dass man Eigennutz in einer gefallenen Schöpfung zum Allgemeinwohl ummünzen muss, ist ja übrigens auch die geniale Idee von Adam Smith. Um den Bogen noch weiter zu spannen: Auch Heilsgeschichte funktioniert so, und Gott kommt mit den korrupten Motiven seiner Geschöpfe zu seinem Ziel! So sagt Joseph in der dramatischen Aussprache mit seinen Brüdern nach dem Tod Jakobs:

„Ihr zwar hattet Böses gegen mich im Sinn; Gott aber hatte im Sinn, es gut zu machen.“ Das Prinzip kulminiert auf Golgatha: Während der Widersacher und seine Handlanger alles daran setzen, Jesus mittels des Kreuzestodes aus der Welt zu schaffen, erfüllt sich gleichzeitig Gottes Heilsplan und stirbt Jesus für deine und meine Sünden!

Wer vergisst, dass Gott auf dem Thron ist, muss mit dem Unheil in dieser Welt selbst zurechtkommen und kann allein darauf vertrauen, was menschliches Können noch zum Guten zu wenden vermag. Aber Dorothee Sölle irrt, wenn sie behauptet, Christus habe keine anderen Hände als die unsrigen. Es ist schlicht Hybris zu glauben, die Unbilden der Welt ließen sich mit Moral beseitigen. Der Bibelleser hingegen weiß: „Mein Ratschluss soll zustande kommen!” (Jes 46,10). Oder mit Paul Gerhard: „Gott sitzt im Regimente und lenket alles wohl.“

Dieses Wissen um die Souveränität Gottes suspendiert nicht von unserer Verantwortung, auch nicht von der für die Schöpfung. Es bewahrt aber vor einem Machbarkeitswahn, weil wir uns selbst weder erlösen können noch müssen und weil uns Gott gebraucht, aber nicht braucht. Diese heiteres Gelassenheit des Glaubenden wünsche ich auch der nach meinem Eindruck oft recht gottvergessenen Generation der Millennials. – Marcel Haldenwang

 

Hier wird die gegenwärtige Situation in unserer Gesellschaft zutreffend beschrieben. Eine Debatte darüber ist sehr wünschenswert. Sie wird leider nicht öffentlich stattfinden, denn das hieße Fortsetzung des Prozesses der Aufklärung, wie sie Michael Hampe, Prof. an der ETH Zürich, in „Die dritte Aufklärung“ beschreibt. Das hieße weiterhin wirkliche Bildung statt „Bulimie-Lernen von Wissen.

Politische Korrektheit einerseits, Verleumdungen, Krawalle, Bedrohungen und Rufmord andererseits werden die Gedankenfreiheit in der Öffentlichkeit weiterhin einschränken. Daher Dank der Redaktion und dem Autor für den Mut zum offenen Wort. – R. Renaux

 

Respekt, Respekt! Wohl weil es nicht erwartbar ist, solch eine ebenso tief- wie scharfsinnige Analyse, dazu noch gut formuliert, von einem jungen Hospitanten geliefert zu bekommen, haben Sie anders als üblich, Alter und Funktion des Autors unter dem Text angegeben. Als Leser teile ich Ihre Einschätzung. Man darf gespannt sein, was dieser kluge Kopf künftig noch hervorbringt. Meine Empfehlung: stellen Sie den Mann ein, bevor es andere tun. – Michael Weyand

 

Ein spontaner Begeisterungsausruf auf den Hospitanten Florian Eichel! Was für ein reflektierter, smarter Text – welch‘ ein Talent! Haltet ihn fest, ich freu‘ mich schon jetzt auf das, was noch von ihm kommen wird! Um es mit Jochen Wegner zu sagen: Grüße gehen raus – Dorothea Meyer

 

Wer über die eigene Generation schreibt, muss mit ihrem Widerspruch rechnen. Hier ist meiner: Sie machen Klimakrise und soziale Ungerechtigkeit als epochale Herausforderungen aus, ohne sie jedoch aufeinander zu beziehen. Daran leidet Ihre Prämisse, der zufolge wir mit unseren technischen Mitteln die Schlüssel zur Lösung dieser globalen Probleme selbst in der Hand halten. Denn wie sich durch technologisch vermittelte globale Umverteilung die Klimakrise lösen ließe, verraten Sie nicht. Dass wir nicht ins Utopia segeln, liege jedenfalls allein an unserem Eigennutz.

Geschenkt! Natürlich leiden wir an unserem Eigennutz wie jede Generation vor uns, wenn auch bewusster. Aber mehr noch als an unserem Eigennutz leiden wir an der Hypothek, die uns der Eigennutz der vorigen Generationen hinterlassen hat. Da sind keine Phantomschmerzen der 68er, sondern nur deren phantomhaften, aber messbaren Abgase. Ängstlich und wütend schauen wir nun in eine Zukunft mit weiteren Pandemien und Fluten, mit Waldbränden, Artensterben und Wasserknappheit.

Dass wir bei dieser Aussicht wiederholt den Untergang beschwören, hat also nichts Lustvolles, nichts Autoerotisches. Die rhetorische Apokalypse ist unser politisches Mittel, um für den Erhalt unseres Planeten zu kämpfen. Denn um nicht weniger geht es. Politischer Aktivismus mag bei einigen Pose sein (auch das übrigens nichts Generationenspezifisches). Aber es wäre viel zu einfach, ihn nur als Pose gelten zu lassen. Fridays for Future ist nicht unsere Werther-Bewegung.

Sie ist der Anti-Werther: Statt uns selbst weinerlich ans Messer zu liefern, kämpfen wir entschlossen gegen den kollektiven Unterlassenssuizid an, auf den wir zusteuern. Wir wollen nicht sterben, um frei zu sein – wir wollen weniger frei sein, um nicht sterben zu müssen. Wie schön wäre es, gäbe es daran mehr Opiumhaftes! Aber leider ist die freitägliche Demo nur das mühsame demokratische Tagesgeschäft einer – endlich wieder – politisierten „Generation“. Wollen wir hoffen, dass ihr daran nicht so schnell die Lust vergeht. – Eva Maria Bredler

 

Florian Eichel vertritt in seinem Artikel Generation Selbsthass die These, die Generation der um die Jahrtausendwende Geborenen hasse sich selbst wegen ihres relativen Wohlstands, ihres Raubbaus an der Umwelt und der ungerechten Verteilung der Güter dieser Erde. Auch wenn sich Eichels Artikel durch brillante Formulierungen auszeichnet, kann ich seinen Ausführungen nur sehr bedingt zustimmen. Die große Mehrzahl unserer Zeitgenossen, nicht nur der jüngeren, ignoriert ihre eigene Schuld, verdrängt sie bzw. überträgt sie auf die Regierungen, die großen Konzerne, den Kapitalismus und befreit sich selbst von Vorwürfen. Von Selbsthass kann da keine Rede sein. Die vielen Demonstrationen bezeugen dies zur Genüge.

Außerdem versucht ein nicht unerheblicher Teil gerade der jüngeren Generation, sich in verschiedenen Bereichen unseres Lebens umweltschonender zu verhalten. Man beteiligt sich an der Mülltrennung, geht in den Bioladen zum Einkaufen oder leistet sich ein Elektroauto. Selbst wenn es sich dabei um ernstgemeinte Anstrengungen handelt, unsere Umwelt zu schonen, dienen sie in aller Regel auch dazu, sich reinzuwaschen und so etwas wie Selbsthass gar nicht erst aufkommen zu lassen. – Dr. Johannes Klemenz

 

Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen, und er hat bei mir mannigfaltige Gedanken angeregt. Einige davon gingen dann aber doch in ganz andere Richtungen als Ihre. Vielleicht haben Sie Interesse daran. Sie schreiben, dass Ihre Generation (nebenbei bemerkt, bin ich mehr als doppelt so alt wie Sie) dem Selbsthass verfallen sei; dabei bleibt es aber unklar, ob Sie in Ihrem Text die Rolle eines subjektiven Bekenners oder eines objektiven Beobachters einnehmen wollen. Anscheinend versuchen Sie, beides gleichzeitig zu sein – das funktioniert aber nicht.

Ihr eigener Selbsthass wird spätestens dann spürbar, wenn Sie einfach mal so die Behauptung raushauen, Eigennutz habe schon immer hinter jeglichem gesellschaftlichen Fortschritt gestanden. Sie wissen bestimmt selbst, dass Sie diese steile These nie und nimmer belegen können (wie sollten Sie denn die Motive hinter jeder Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der Menschheitsgeschichte kennen?), vor allem entgeht Ihnen aber, dass es sich bei dieser Verabsolutierung des Eigennutzes um eine Ideologie des 19. Jahrhunderts handelt, die schon längst durch psychologische und biologische Forschungen (lesen Sie Carl Safina) widerlegt wurde.

Des weiteren schreiben Sie, dass wir die Welt in einen Garten Eden verwandeln könnten, und stellen die Frage: „Warum also verharren wir auf der Schwelle des Vorutopischen?“ – Am Ende kommen Sie zu der Antwort, dass es wieder der Eigennutz ist, der uns scheitern lässt. Aber wer ist „wir“? Glauben Sie im Ernst, „wir“ könnten einfach so in die Utopie übergehen, nur durch unseren Willen und demokratischen Beschluss? An anderer Stelle erwähnen Sie selbst, leider nur flüchtig, die „ungerechte Wohlstandsverteilung“, Sie lassen unerwähnt, dass mit Wohlstand immer auch Macht einhergeht, und dass die Wohlhabenden sehr viel mehr Einfluss haben als andere. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich glaube nicht an eine geheime Elite, die hinter den Kulissen alles steuert.

Aber mindestens genauso naiv wäre der Glaube, „wir“ seien alle gleich einflussreich und müssten nur etwas wollen, dann würde es schon Realität, selbst wenn es mächtigen Gruppierungen zum Nachteil gereichte. In Wirklichkeit zeigt die Geschichte, dass jedesmal, wenn irgendwo auf der Welt ein Schritt Richtung Utopie unternommen wird, früher oder später durch einen Putsch die alten Verhältnisse wieder hergestellt werden. Nein, es ist nicht unser aller Eigennutz, der uns scheitern lässt – es ist der Eigennutz einiger weniger, aber leider sehr einflussreicher Kräfte.

Deshalb glaube ich, der Selbsthass, den Sie Ihrer Generation zuschreiben, ist nur ein Symptom. Wichtiger ist die dahinter stehende übertriebene Vorstellung von der eigenen Wichtigkeit, im Positiven wie im Negativen. Mit ersterem meine ich den eben genannten Glauben, „wir“ müssten nur etwas wollen, um es Realität werden zu lassen, und mit letzterem die Überzeugung, „wir“ seien allein Schuld am Artensterben und am Klimawandel, weil wir Fleisch essen und Plastikstrohhalme benutzen.

Aber damit blenden wir die Verantwortung großer Konzerne aus und reden nur noch über Kleinigkeiten, die George Monbiot als „mikro-konsumistischen Schwachsinn“ bezeichnet. Das heißt nicht, dass ich mich für Plastikstrohhalme aussprechen würde – ich benutze selbst keine, mache aber kein Aufhebens darum. Und auch wer ab und zu ein Schnitzel ist, sollte deswegen nicht in Selbsthass verfallen, sondern lieber überlegen, wie der Druck auf die „big player“ erhöht werden kann.

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf Ihren etwas rätselhaften Satz eingehen: „Panisch sieht man schon kommen, wie auch die nächste Krise, der zweifellos bedrohliche Klimawandel, bloß als pragmatisches Projekt des Überlebens und nicht als große ethische Herkulesaufgabe des Verzichts und der Uneigennützigkeit bewältigt werden könnte.“ – Ich verstehe nicht ganz, was Sie eigentlich meinen: Wer ist panisch, Sie, „wir“? Und die Uneigennützigkeit, die Sie kurz zuvor noch geleugnet haben, erscheint jetzt plötzlich als positiv besetzte Utopie?

Da komme ich nicht ganz mit. Aber vor allem stört mich Ihre Betonung des „Verzichts“ in diesem Kontext (hängt der auch mit Ihrem Selbsthass zusammen?). Verzicht ist negativ besetzt und höchst unattraktiv, damit können Sie niemanden überzeugen (oder höchstens Leute, die sich selbst hassen). Aber vor allem ist es nur eine Frage der Perspektive: Ein Drogensüchtiger auf Entzug wird auch jammern, dass er auf seinen Stoff verzichten muss, aber wenn er etwas mehr Weisheit entwickelt, wird er ein drogenfreies Leben als Gewinn erkennen. In einer vergleichbaren Situation sind wir auch. Wenn man uns fragt: „Wollt ihr etwa zurück ins Mittelalter?!“, antworten wir: „Wir werden leben wie Adelige im 18. Jahrhundert (und können uns sogar öfter waschen)!“

Was wir gewinnen können, z.B. eine intakte Natur, ist weitaus erstrebenswerter als unsere vermeintlichen Verluste. Wir werden im Urlaub nicht mehr auf die Kanaren oder nach Thailand fliegen, stattdessen werden wir ein lebenswertes Leben haben und der Wechsel zwischen selbstausbeuterischem Beruf und Urlaub wird uns im Rückblick als sehr bedauernswert erscheinen. – Mehr und bessere Beispiele können Sie bei Harald Welzer nachlesen. Soviel dazu – bitte nehmen Sie mir meine Kritteleien nicht übel, eigentlich liegen wir mit unseren Ansichten sehr nah beieinander. – Kolja Mendler

 

Man könnte meinen Friedrich August von Hayek sei wieder aus dem Grab gekrochen und habe seine FAZ Serie von 1977 in der ZEIT fortgesetzt. Hayek besuchte seinerzeit Pinochet. Immerhin belässt es Florian Eichel bei der Behauptung, dass demokratischer Protest die Verachtung des Eigenen sei. Ist er daher illegitim? – Simon Meding

 

Florian Eichel äußert in seinem Artikel „Generation Selbsthass“ in der Ausgabe vom 18.11.2021, dass sich die junge Generation der Wohlstandskinder für ihre Privilegien schämt. Dadurch verfällt sie in Selbsthass, den sie als moralische Erhöhung anpreisen. Meiner Meinung nach ist das Bewusstsein über die eigenen Privilegien und die Anerkennung derer als hinderlich für gesellschaftliche Gerechtigkeit keineswegs Selbstmitleid einer verwöhnten Generation, sondern zeugt von starker Selbstreflektion. Das Gefühl junger Menschen, dass jegliches erfahrenen Leid ihre gerechte Strafe darstellt verdeutlicht nur den Findungsprozess des eigenen Standpunkts.

Die Frage, was ist meine eigene Verantwortung als privilegierte Person in der Veränderung der Verhältnisse, ist durchaus nicht einfach zu beantworten und beginnt damit, die eigene privilegierte Ausgangssituation zu kritisieren. Dabei zeugt der Selbsthass nur davon, dass sie sich nicht mit dem Gegebenen zufriedengeben. Der Wille zu Veränderung endet auch nicht im Verkriechen im Leid, sondern zeigt sich in einer Generation, die noch nie so politisch engagiert war wie momentan. Um hier das allbekannte Beispiel von Fridays for Future zu bringen, welche mittlerweile seit zwei Jahren andauert. Für mich zeigt das eine Generation, die trotz der eigenen Privilegien bereit ist, die eigenen Verhältnisse in Frage zu stellen. – Kim Lea Buss

 

Danke für Ihren Artikel. Ich bin rund 50 Jahre älter als Sie und habe versucht, mich in Ihr Alter zurückzuversetzen. Die Suche nach Selbstvergewisserung oder das Erleben der Selbstverungewisserung dürfte jedem denkenden Menschen nicht unbekannt sein. Angst zu sterben durch von Menschen inszenierten Krieg hatten wir 1961, Mauerbau, und noch mehr 1962, Kubakriese. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass zu der Zeit irgendjemand von „Hass“ wegen des Verhaltens der damals aktuellen Akteure sprach. Da scheint irgendein Anglizismus zu wörtlich in unsere Sprache übernommen worden zu sein.

Wir hatten Angst, klar, auch Wut, weil wir um unsere Zukunft bangten. Alte Glatzköpfe schlugen mit den Schuhen auf Pulte. Wie peinlich ist das denn? Aber es war ernst gemeint. Wenn wir heute feststellen, dass wir uns in den letzten 50 Jahren nicht massakriert haben, sondern noch nie eine so friedliche Welt erlebt haben vorher, kommt uns die Klimakriese wie eine Bedrohung vor, die wir als ungerecht und nicht angemessen erachten. Wir können damit nicht umgehen. Technisch vielleicht, aber nicht mental. Sie schämen sich. Sie sind moralisch betroffen. Lobenswert. Hilft aber nicht. Irgendjemand muss zur Schüppe greifen und den Stall sauber machen.

Müssen Sie als Individuum nicht sein. Aber irgendjemand aus Ihrer Generation muss es machen. Wir alten Männer können es nicht. Wir fühlen uns auch nicht schuldig. Der Eigennutz ist allen Lebewesen das Wichtigste. Dafür braucht sich kein Mensch zu schämen. Auch Sie und Ihre Generation nicht. Auch wenn ich alter Mann nicht alles nachvollziehen kann, was Sie geschrieben haben, hat mir Ihr Artikel gefallen. Ich habe ihn mehrfach gelesen. Chapeau! Ihr Hartmut van Meegen aus Saarbrücken. – Hartmut van Meegen

 

Ich bin berührt von der Einsicht des Autoren und sie als Stimme seiner Generation zu lesen. Die philosophischen Überlegungen und Erkenntnisse, die ihr zu Grunde liegen, scheinen offensichtlich tief empfunden. Als Fan der Analyse weiß ich um die Kostbarkeit der Einsicht, der Artikel stimmt mich optimistisch. – Dina Neumaier

 

Vielen Dank für diesen Beitrag auf einem Niveau, das selbst der Zeit vor vierzig Jahren Ehre gemacht hätte. Ein kritischer Blick, verbunden mit großer Kenntnis und einer leider nicht nur in der heutigen Zeit, sonder selbst in „Der Zeit“ eher seltenen Reflexionsfähigkeit. Ein solcher Text von einem – ich erwähne es bewußt – 24jährigem Autor. Großartig. Herr di Lorenzo, verpflichten Sie Herrn Eichler als festen Autor. Er kann die Zeit besser machen. – Peter Carels

 


 

 

Leserbriefe zu „Du lieber Himmel“ von Christiane Grefe et al.

 

Mit keinem Wort wird erwähnt, dass Windräder nur eine bescheidene Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren haben. Das heißt nach heutigem Stand: Ab 2040 bis in alle Ewigkeit müssen alljährlich zigtausende neu gebaut werden, nur um die Stromerzeugung zu erhalten. Und ganz am Ende steht der tröstliche Satz: „Windräder lassen sich abbbauen, sie werden verschwinden, in 20-30 Jahren, sobald es andere bessere Energiequellen gibt“. Das kann man durchgehen lassen, wenn der Autor unter 20 Jahre alt sein sollte. Ansonsten völlig weltfremd, in Technik und Lebenserfahrung eine Sechs. Übrigens, mit der Photovoltaik sieht es kaum besser aus. – Ernst-Peter Nawothnig

 

Im Artikel von Christiane Grefe und Henning Sussebach wird im letzten Abschnitt über den Nutzen der Windräder berichtet. Es werden Berechnungen von Experten des Fraunhofer Institus für Energiewirtschaft und Eneriesystemtechnik vorgestellt. Ich glaube es wäre im Sinne dieser Experten, technisches Vokabular auch richtig wieder-zugeben. Vielleicht wären dann 180.000 Megawattstunden pro Jahr (MWh/a) die richtige Aussage. So steht es zumindest in meiner Stromrechnung. – Reiner Naujoks

 

Vielen Dank für Ihren ausführlichen, sachlichen Artikel. Ein sehr wichtiger Beitrag für den notwendigen Diskurs. Eine Bitte: Nehmen Sie sich bitte Zeit für Qualität und ach-ten auf korrekte Inhalte. „180.000 Megawatt“ (Leistung) ist etwas anderes als „180.000 Megawattstunden“ (Energie). WEA habe typischerweise einen Rotor mit 3 Rotorblättern. Usw. usf. (Sorry, mag für Sie kleinlich klingen, war aber in zu vielen Dis-kussion mit Politkern , die nicht zwischen Leistung und Energie unterscheiden kön-nen….) – Stephan Wachtel

 

Es wäre großartig, wenn sie ihre Texte mal von jemandem gegenlesen lassen würden, der sich mit dem Thema auch auskennt. „Eine Energiemenge von 180.000 Megawatt pro Jahr“ ist grober Unfug. Die Einheit Watt steht für die LEISTUNG – also umgewandelte Energie pro Zeiteinheit. MegawattSTUNDEN wäre eine Einheit der Energie. Um Ihnen das mal klarer zu machen: Wenn das ein Artikel übers Auto gewesen wäre, hätten sie da „Einen Treibstoffverbrauch von 200 PS pro Jahr“ geschrieben. Sie sollten daran erkennen können, dass das Unsinn ist. – Johannes Hass

 

Wenn schlampig gschrieben wird, vermute ich, dass auch schlampig gedacht wird. Leistung wird in Watt gemessen und ist definiert als Energie pro Zeit. Eine Strommenge ist reine elektrische Ladung und ergibt keine Aussage über die übertragene Menge an Energie. „Eine Strommenge von 180.000 Megawatt“ passt genau so wenig wie eine Aussage „Ein Auto fuhr eine Strecke von 50km/h weit und wurde danach mit 5,3 L/100km betankt. Wie soll ich nun eure numerischen Fakten für gesichert halten, wenn die Autoren und Autorinnen nicht ganz genau über das Bescheid wissen, worüber sie schreiben? – Richard Hesse

 

Der letzte Satz kann nicht stimmen „Leistung pro Zeit“ ist eine absolut sinnlose Einheit. Energie ist bekanntlich Leistung x Zeit ….. – Manfred Uttenthaler

 

Gottseidank haben die ZEIT-Redakteur*innen mit dem Dazulernen von hunderten Problemen der Energiewende begonnen: In dieser Phase kommt i.d.R. ein interessanter Mix aus guten Er-kenntnissen, Halbwahrheiten und glatten Fehlern zustande: a)       Zu den guten Erkenntnissen zählt, dass man nicht nur Strom erzeugen, sondern auch über Netze transportieren und verteilen muss; aber auch, dass Planer, Ingenieure und Handwerker dafür nötig sind und dass somit Nutzungskonkurrenzen entstehen wie Bau von Wohnungen oder Infrastruktur. b)      Zu den Halbwahrheiten gehört bspw. die Frage der Stromspeicherung :

Mangels Kenntnis der Wirkungsgrade (etwa bei H2) landet man hier real bei eher riesigen Größenordnungen deutlich über 2.000 Mrd. kWh nötiger Stromerzeugung. c)            Und ein glatter Fehler ist die Benennung „180.000 MW/Jahr“. Dies wären 245 Millionen PS jährlich. Kennen Sie jemanden, dessen Auto 136 PS pro Woche hat? d)    „Wärmewende“ (Seite 39) wirft die Frage auf: Wieviel Strom benötigt eine Luftwärmepumpe bei 3 Tagen klirrender Kälte , oder auch: „Woher kommt die äußere Wärmequelle“ in größeren Städten? MVAs stehen oft aus guten Gründen weiter entfernt von der Stadt. – Prof. Emeritus Dr. Wolfgang Ströbele

 

Im Internet findet man unter den Stichworten „Timbertower“ und „modvion“ bereits recht weit entwickelte weiterführende Technik. Meine Bitte: Fragen Sie im Umweltministerium an, warum es für diese zukunftsweisende Technik keine massive öffentliche Förderung gibt. Beton- und Stahl-Lobby? – Dr. Helmuth Freist

 

Danke Ihnen und Ihrem Team für die Darstellung der tiefgreifenden Veränderungen hinzu einer klimaneutralen Gesellschaft. Die Industrie fordert seit jeher niedrige Preise für Strom und Gas. Demnächst also auch für grünen Strom und grünen Wasserstoff. Als Ingenieur der chemischen Industrie weiß ich, dass Investitionen in energiesparende Prozesse nur getätigt werden, wenn sie sich bereits nach 3-4 Jahren amortisieren. Thermische Isolierung für Kälte und Wärme, Rückgewinnung und Nutzung von Prozesswärme, effiziente elektrische Antriebe sind nur einiges Bespiele, welche Energieeinsparungen in der Industrie zwischen 20 bis 40 Prozent schon heute ermöglichen. Aber nur, wenn empfindlich hohe Energiekosten dazu auch Anreize schaffen.

Die realen Kosten für grünem Wasserstoff werden viel höher sein (schätze 15Cent/kWh Wärme), als die für Erdgas (5Cent/kWh Wärme). Das wäre dann der Anreiz zur Energieeinsparung. Würde der Wirtschaft grüner Strom für weniger als 12Ct/kWh angeboten, würden ihre Gebäude einfach mit Strom (ohne Wärmepumpe) beheizt. Die dann zusätzlich benötigten Windrädern, Solarpanels und Stromnetze wären nicht realisierbar. Ein CO2-Preis (EU-weit) – kombiniert mit Klimazöllen – muss den Transformationsprozess begleiten, damit er gelingen kann. Einfach wird es nicht, aber notwendig für den Fortbestand der Zivilisation in der uns bekannten Form. Ich würde es begrüßen, wenn sie vermehrt zum Energieeinsatz von Unternehmen recherchieren berichten und das in Mode gekommene Green-Washing aufdecken. – Wolfgang Reisdorf

 

Vielen Dank für ihren og, informativen Beitrag. Sie schreiben im 2. Absatz: „…Erst knapp die Hälfte des heute verbrauchten Stroms kommt aus diesen Quellen…“, und zwar Sonne, Wind und Biomasse.Im letzten Absatz schreiben Sie jedoch: Heute importiert das Land (Deutschland) 70% des gesamten Energiebedarfs in Form von Öl, Gas und Steinkohle. Wenn ich 70% Energie nicht klimaneutral produziere bzw. importiere, dann dürfte die Produktion aus klimaneutraler Energie doch max. bei 30% liegen, oder wie ist das zu verstehen? – Meinrad Weskamp

 

Der Verzicht auf Kohle, Erdgas und Verbrennung überhaupt und die Umstellung auf Wasserstoff zur Stahlgewinnung ist ja nicht zu Ende gedacht! Abgesehen vom fehlenden grünen Strom für die Wasserstoffherstellung und die Direktreduktion anstatt des Hochofens. Aufhören und alles ist gut? Bei der Herstellung von Stahl und der Verbrennung in Kraftwerken eigentlich unverzichtbare Wertstoffe an, die weitgehend in Stoffkreisläufe münden. Bei drastisch reduzierten Umweltbelastungen über die Jahre in Deutschland! Aber offensichtlich hat man dies den lauthals protestierenden Kindern in der Schule nicht beigebracht. Vermutlich wissen wohl selbst Lehrer nicht, wie ein modernes Hüttenwerk funktioniert und naturwissenschaftliche Kenntnisse sind Mangelware querbeet. Daher die Eindimensionalität.

Zu den Fakten: Die in der Kokskohlebasierten Eisen/Stahl-Herstellung anfallenden Schlacken sind ja kein Abfall, sondern werden zu sog. Hüttensand verarbeitet. Dieser ist wiederum ein wesentlicher Bestandteil zur Herstellung hochwertigen Zements und damit Betons. Beton ist neben Wasser die meistgenutzte Resource der Welt! Hüttensand ersetzt Material, das ansonsten durch Abbau und Eingriffe in die Natur hierzulande oder anderswo mit Energieaufwand und Umweltbelastung gewonnen und transportiert werden muss. Oder man bezieht ihn von dort, wo man noch mit Kohle produziert für teures Geld. Da auch die Zementherstellung energieaufwendig ist, wird ja auch sie in Frage gestellt – obwohl es nicht wirklich Alternativen gibt, die dem Bedarf entsprechen oder unter dem Strich umweltfreundlicher sind. Auch andere Stoffe aus der Verhüttung werden in nachhaltige Kreisläufe integriert und würden dann wegfallen. Der Ersatz durch Schlacken aus der Direktreduktion ist bislang fraglich und Gegenstand von Forschungsvorhaben.

Neben Zement/Beton zählen Gips und Sand zu den wichtigsten Baustoffen. Die deutsche Industrie benötigt alleine jährlich zehn Millionen Tonnen Gips, wovon 60 Prozent aus Kohlekraftwerken stammen, die bald geschlossen werden sollen. Durch Recycling von altem Baumaterial lassen sich mit hohem Aufwand allenfalls 500.000 Tonnen Gips gewinnen. Hinzu kommt der Mangel an Sand, da ja auch Auskiesungen massiv bekämpft werden! Das aufwendige Recycling von Sand aus Beton funktioniert (noch) nicht und würde den Bedarf nicht decken. Dinge bis zum Ende bilanziert durchdenken, um Himmels Willen! – Carlheinz Swaczyna

 

Schön, dass Sie die „deutsche“ Stromproblematik mal wieder aufdröseln. Bereits vor 7 Jahren hat Prof. Dr. Hans-Werner Sinn in seinem 1,8 Mio. mal geklickten Vortrag: „Energiewende ins Nichts“ ausführlich (scheinbar erfolglos) erklärt, wo unsere deutsche Energiewende hinführt (s. oben). Keines der seit langem bekannten Probleme, die sowohl von ihm als auch von Ihnen angeprangert wurden, konnte bisher m E. auch nur ansatzweise gelöst werden. Auch in Ihrem „Artikel“ fehlt mir ein Fazit, ein Ausblick, ein Appell, wie die neuen „Klimaschutzparteien“ diese Problemchen lösen könnten. – Klaus Kümmel

 


 

 

Leserbriefe zu „Kommt die Impfpflicht, Herr Spahn?“ Gespräch mit Jens Spahn geführt von Marc Brost

 

Man kann es fast nicht mehr hören und lesen, wie die Politik sich um eine Impfpflicht herumlaviert. Seit Erfindung von Impfungen wurden Millionen von Menschen vor dem sicheren Tod bewahrt. Und auch bei verhältnismäßig niedrigen Todeszahlen war der Staat der „Kümmerer“. Nehmen wir die Gurtpflicht, die auf dem Höhepunkt der Toten im Straßenverkehr eingeführt wurde, nämlich ca. 15000. Wer sich nicht anschnallte musste ab den 80 er Jahren 40,00 DM bezahlen. Und was war die Ordnungswidrigkeit und ist sie bis heute? Wer sich nicht anschnallt, gefährdet nur sich selbst.

2020 starben ca. 30.000 Menschen an (nicht mit) Corona. Wenn man den neuesten glaubhaften Erhebungen folgt ist die Zahl auch 2021 wieder gestiegen) Man kann also davon ausgehen, dass Impfgegner nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das anderer Menschen gefährden, z. B. der Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können oder auch Impfdurchbrüche, die teilweise auch schon lebensbedrohend sind. Und was die Impfgegner unseren Kindern antun, ist noch wenig erforscht. Liebe Politiker, setzt euch für die Schwachen und Kranken in unserem Land ein!

Und wenn die Impfpflicht noch nicht kommt, setzt 2G oder 3 G+ durch. In einem öffentlichen Verkehrsmittel kann sicher nicht jeder nach seinem Fahrschein kontrolliert werden, aber alleine die Tatsache, dass kontrolliert wird, schreckt die meisten ab, schwarz zu fahren. Und allen Veranstaltern und Wirten muss doch auch daran gelegen sein. Oder sollen die bis jetzt 65 % durch die Impfverweigerer wieder mit einen lockdown bestraft werden? – Rudolf Schmitt

 

Jens Spahn argumentiert gegen die Impfpflicht und sagt: „An Freiheit in Verantwortung festzuhalten ist gerade dann wichtig, wenn es nicht am populärsten ist.“ So wertet Jens Spahn die Impfgegnerschaft pauschal zum Gebrauch von Freiheit in Verantwortung auf. Und aus seinem Kniefall vor den Impfgegnern macht er eine Attitüde von Standhaftigkeit und Prinzipienfestigkeit. Dabei meint doch Freiheit in Verantwortung nach dem CDU-Grundsatzprogramm von 1994 (Seite 7): Die Verwirklichung der Freiheit des einzelnen ist ohne die Übernahme von Verantwortung für sich und die Gemeinschaft ethisch nicht möglich.

Wir wenden uns gegen einen falsch verstandenen Individualismus auf Kosten anderer. Eine respektable Haltung wäre, gegen die Respektlosigkeit einer Freiheit in Verantwortungslosigkeit sich zu positionieren und die verliehenen Abgeordnetenmandate und Ministerämter verantwortungsvoll zu nutzen, um die Gefahren der Pandemie in den Griff zu bekommen (wie z.B. in Italien, Frankreich oder Spanien). – Reinhard Koine

 

Herr Spahn hat immer noch nicht versanden, dass wir in eine Kriesensituation sind in der man temporär das Demokratieverständnis Minderheiten zu schützen (hier meinte er nicht die Alten und Schwachen sondern Diejenigen die sich nicht impfen lassen) an zweite Stelle rücken sollte. Ich empfehle erstmal mal in Ruhe die eigenen Fehler zu analysieren statt schon jetzt die künftige Ampelkoalition zu kritisieren. Die berechtige Frage nach Plakaten der sogenannten „Impfkampagne“ kann ich unterstreichen. Obwohl ich mich täglich in ARD/ZDF/DLF/Zeitungen informieren habe ich keine Anzeige/Spot einer Impfkampagne in Erinnerung. – Oliver Wedlich

 

Die Aussagen des (leider) noch amtierenden Gesundheitsministers haben mich wechselweise wütend gemacht und in die Resignation getrieben. Ja, in einer Demokratie müssen Minderheiten geschützt werden, aber wenn eine Minderheit von 15 Mio. Ungeimpften dafür sorgt, dass die große Mehrheit der Geimpften nicht nur in ihren Grundrechten beeinträchtigt (der nächste Lockdown für alle wird kommen) sondern auch gesundheitlich gefährdet wird, ist Minderheitenschutz ein wirklich verrücktes Argument.

Nein, Herr Spahn, nicht ihre Aufklärungskampagne läuft auf allen Kanälen (ist das wirklich Ihr Ernst? Mehr geht nicht??), Sie und ihre Mitverantwortlichen laufen seit Monaten vor Ihrer Verantwortung weg und zwar aus Angst vor einer Minderheit, deren Beweggründe sich nicht impfen zu lassen, mir ehrlich gesagt schon lange komplett egal sind. – Priv.-Doz. Dr.-Ing. Dipl.-Inform. Andreas Zabel

 

Die Impflicht wird irgendwann kommen, die unbelehrbaren spielen mit ihren Tod. Das steht für mich außer Frage. Die Dämlichkeit vieler Menschen in unserem Land hat mich schon seit 20 Jahren aufgeregt. Jetzt, während das Virus uns quält, kommt dies besonders zur Wirkung. – Gunter Knauer

 

„Haste heute schon geboostert?“, dann wäre die nächste Frage, „Mit was willste denn boos-tern?“ Auf der Boosterkarte sind heute im Angebot: „Moderna oder Biontech“, wobei, bei Mo-derna gibts heute sogar einen Sonderabatt, da das Modernaserum bald abläuft, Moderna müsste ganz rasch verboostert werden! Das dürfte zur Zeit die Frage aller Fragen an den Jens Spahn sein, denn das Gesundheitsministerium will beim „Wett-Boostern“ verstärkt auf das Moderna-Präparat und weniger auf das von Biontech setzen.

Jetzt droht ihm dafür Kritik aus allen Himmelsrichtungen, alle gegen einen, aber Spahn verteidigt sein Vorhaben. Würde diese Ampelkoalition endlich den Ampelanknipser finden,und zu Potte kommen, dann könnten diese den „Booster-Verkehr“ regeln. „Rot-Gelb-Grün“ wollen vorsichtshalber noch etwas ab-warten, um zu hören und sehen, ob sie der Heilige Nikolaus loben oder tadeln dürfte. Mein Gott ist das spannend! In welcher Rolle Jens Spahn die Impfpflicht mitbekommen wird, das dürfte zum jetzigen Zeitpunkt eher zweitrangig sein! – Klaus P. Jaworek

 

Als Zeit-Abonnent ist mir natürlich nicht entgangen, wie sie das Thema einer Allgemeinen Impfpflicht innerhalb und außerhalb der Redaktion umtreibt – daher wollte ich nachfragen, ob sie mit einem/r ihrer vielen verfassungsrechtlichen und/oder epidemiologischen Experten nicht auch mal die Idee einer Impfpflicht für die vom Virus tatsächlich betroffenen Gruppen besprechen könnten. Ich will in keinsterweise Leugnen, dass gewisse Risikopatienten auch in jungen Jahren einen schweren Verlauf der Infektion haben können. Allerdings ist meines Wissens – korrigieren sie mich gerne – das überschreiten einer gewissen Altersschwelle rein statistisch größter Faktor für einen schweren Verlauf. Folglich sind diese (ungeimpften) Bevölkerungsgruppen auch hauptsächlich „betroffen“ als Intensivpatienten, die zur Überlastung des Gesundheitswesens führen.

Wäre daher nicht, wenn es eben nicht um den Schutz jeden einzelnen gehen würde, sondern um das funktionieren des Gesamtsystems, eine Impfpflicht für entsprechende Gruppen (beispielsweise alle über 50 Jährige) die pragmatischste Lösung? Mein Bruder, der als Arzt in einer bayerischen Universitätsklinik arbeitet, verdeutlichte den Punkt letztens als er – selbstverständlich überspitzt, da über erneute Bar/Diskothekschließungen verärgert – sagte: „kein ungeimpfter Intensivpflichtiger hat sich auf seiner Station Corona in einer Diskothek oder Bar eingefangen! Unser Problem sind schwurbelnde Boomer!“ – M. Wolf

 

So gute Fragen und so erschütternde Antworten. Natürlich ist unser noch Gesundheitsminister nicht allein Schuld am Coronachaos, aber er stellt sich auch mitten in der vierten (!) Welle entspannt hin und meint, eine allgemeine Impfpflicht wäre ein zu autoritärer Eingriff, somit ist er auch heute noch g e g e n eine Impfpflicht, wohl wissend, dass ohne diese Tausende und Abertausende mehr sterben werden. Ja wovor hat ein Minister so viel Angst, wütende Demonstrationen der Impfgegner, einer weiteren Spaltung der Gesellschafft? Hallo, diese IST gespalten. Ich für meinen Teil sehe jedenfalls nicht ein warum sich zwei Drittel der vernünftigen Erwachsenen von einem Drittel der Uneinsichtigen länger ihren Wunsch nach einem ganz normalen Leben ohne Pandemie torpedieren lassen sollten.

Schluss mit den unendlichen Debatten, führt die Impfpflicht ein, je eher desto besser. Die erwartbaren Demonstrationen sind hinzunehmen und allemal leichter zu „bekämpfen“ als das Virus mit Millionen Ungeimpfter. Auch glaube ich nicht, dass sich überhaupt die Farge stellt, ob eine Impfpflicht als autoritär empfunden würde, das wird sie ganz sicher, aber wer will dann die Abertausenden von vermeidbaren Toten und Abermilliarden Aufwendungen für die Linderung der Folgeschäden verantworten, unsere handelnden Politiker? Sicher nicht. An diesen unvorhersehbaren Folgen wird unsere schöne Demokratie viel eher zerbrechen als an einer Impfpflicht. – Thomas Harnisch

 

Ich denke, es sollte einen „Impf-Beratungszwang“ geben mit der anschließenden (freiwillig wahrzunehmenden) Möglichkeit, sich (gleich) impfen zu lassen. (Auch bei Schwangerschaftsunterbrechungen gibt es ja einen Beratungszwang.) Und zwar, weil so viele Impfgegner keine Ahnung haben, was die Impfung tatsächlich bedeutet, sondern sich verlassen auf krude Theorien im Netz. Viele der Impfgegner wird man immer noch nicht überzeugen können, aber manche vielleicht doch. Und manche sagen sich: Jetzt bin ich ohnehin schon mal da… – Dr. Karin Strauß

 

Das letzte Mittel: Gesetzliche Impfpflicht gegen Covid-19. Mit täglich Zehntausenden neuer Covid-Infektionen und Hunderten von Covid-Toten werden bis Weihnachten voraussichtlich zweieinhalb Millionen Menschen neu infiziert und zehntausende Tote zu beklagen sein. Hinter jedem Toten steht das unsägliche Leid dieser Krankheit und die Sorge und Angst seiner Familie, seiner Freunde und Kollegen, im Studium oder in der Schule und der unermessliche Verlust an Lebensqualität all jener, die der Lockdown härter als die Krankheit trifft. Jene 26 Millionen ungeimpfter Menschen sind ein ständiges Angebot an das Virus, sich massiv zu verbreiten und neue Mutanten zu entwickeln. Die Regierungen, auch die „Ampel in spe“, der Bundestag und der Bundesrat spielen das „hohe G“ aus, ein Konvolut unübersichtlicher, nicht wirkungsvoll kontrollierbarer Maßnahmen: ein G, zwei G, drei G, zwei G-plus oder Doppel-Plus mit Maske.

Unter offensichtlichem Gedächtnisverlust sind die K-Fehler vom November 2020 und von Ostern 2021 wiederholt worden: Karneval, Konfusion, Konzeptlosigkeit, Kontrollverlust und Fußball-Kicken, gepaart mit Leichtfertigkeit, Ignoranz und Polemik: insgesamt ein Unterlassen der ganzen Gesellschaft, nicht nur der Politik, in der destruktive Fixationen unbelehrbarer Ideologen oder böswilliger Systemveränderer angesichts der Unentschlossenheit des Staates zwielichtig taktieren, agieren und sich austoben. Seit langem stand fest, sich auf den Winter vorbereiten zu müssen, um Menschenleben zu retten, zehntausende sind von uns gegangen sind und zehntausende werden wir noch verlieren, wenn nicht unverzüglich gehandelt wird, um dem Leichtsinn und der Skrupellosigkeit endlich einen Riegel vorzuschieben.

Die „G-Regeln“ reichen längst nicht mehr aus. Jetzt wäre die Stunde der Politik, sie muss Courage zeigen und Verantwortung übernehmen, wo nicht, handelt sie verantwortungslos. Verfassungsrechtler und Ärzte haben die Impfpflicht angemahnt und rufen zur Entschlossenheit auf. Einzig und allein die allgemeine gesetzliche Impfpflicht wäre geeignet, in der jetzigen Lage das ewige Hin und Her zu beenden und die verheerenden Auswirkungen der Pandemie auf die Gesellschaft zu beenden. Wer immer noch behauptet, die G-Regeln oder der Lockdown (statt der gesetzlichen Impfpflicht) seien das probatere Mittel gegen die Pandemie, der hat keinen Bezug zur Realität.

Die allgemeine gesetzliche Impfpflicht ist nach allen vergeblichen Versuchen nunmehr rechtlich zwingend das einzige geeignete Mittel, das bei geringstmöglicher Beeinträchtigung volle Wirkung zeigen wird: ein kleiner Picks für ein sicheres Leben! Wir müssen dankbar für diesen Impfstoff sein und Dank beweisen, indem wir dieses „Geschenk“ der Wissenschaft annehmen und anwenden: lückenlos, außer wenn im Einzelfall medizinische Gründe entgegenstehen. Aber auch solche Personen wären durch die gesetzliche Impfpflicht besser geschützt. Die oberste Pflicht des Staates heißt: Schütze das Leben deiner Bürger!

Lässt er sich jedoch von Partikularinteressen gängeln – der Eindruck ist leider entstanden – verliert er seine Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Bürger: Wenn die Kontrolle über essentielle Maßnahmen des Gesundheitswesens auf Türsteher, Pförtner, Kellner, Kassierer, Schaffner und Busfahrer übertragen wird, kapituliert er vor seinen eigenen Aufgaben. – Wer die Notwendigkeit der allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht bestreitet, handelt verantwortungslos und setzt das Leben auch jener Menschen einer besonderen Gefährdung aus – wie bei jenem Mord an der Ladenkasse wegen einer nicht getragenen Maske. Ohne Impfpflicht scheitert das Infektionsschutzgesetz. Das Ausmaß der Katastrophe liegt vor aller Augen, die Bilder der Toten schweigen nicht.

Um mit dem Virus überleben zu können, muss nicht nur jetzt sondern auch im nächsten Sommer für den nächsten Herbst und Winter 2022 lückenlos geimpft werden: das alles setzt eine hocheffiziente staatliche Organisation und demokratisch legitimierte Handlungs- und Rechtsgrundlage voraus, die da heißt: allgemeine gesetzliche Impfpflicht. Lang genug hat sich gezeigt, dass die nötigen Impfquoten mit Überzeugungsarbeit allein nicht erreicht werden. Eine überwältigende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger hat aber die Impfung als persönliche Schutzmaßnahme und als moralische Verpflichtung gegenüber den Mitbürgern angenommen und Vernunft bewiesen, – was will man eigentlich mehr, um den Rest der Unbelehrbaren ins sichere Boot der Impfung aufzunehmen?

Böswillige, Überängstliche, Unerreichbare, (aus welchen Gründen auch immer) – sie müssen geimpft werden, damit sie nicht arglose Menschen gefährden. Es war schon immer so: wo der Staat der Uneinsichtigkeit Einzelner zum Wohle der Gesellschaft entgegentreten muss, handelt er mit seiner Anordnungsbefugnis: im Straßenverkehr, bei der Steuerpflicht, beim Infektionsschutz usw.! Die wehrhafte Demokratie und die überwältigende Mehrheit einsichtiger Menschen muss sich nicht von hartgesottener, vielleicht sogar böswilliger Uneinsichtigkeit, in eine Rechtfertigungskrise drängen lassen.

Die gesetzliche Impfpflicht schließt weitere Überzeugungsarbeit auch nicht aus, sie ist sogar weiter wünschenswert: denn sie hilft den Lernfähigen und Überängstlichen beim Verständnis pflichtgemäßen Verhaltens und ruft dort zur Ordnung, notfalls mit den Mitteln des Ordnungs- und Bußgeldrechts, wo Böswilligkeit im Chaos der Unentschlossenheit ihr trübes Süppchen kocht. Menschen haben einen Anspruch darauf, dass alles geschieht, um jene Tausenden zu retten, die sterben und unser Gewissen belasten würden, denn die Weihnachtsbotschaft sagt uns: Liebe deinen Nächsten und rette sein Leben! – Dr. jur. Ulrich von Petersdorff

 


 

 

Leserbriefe zu „Merz und Mythos“ von Tina Hildebrandt

 

Sie irren, wenn Sie glauben, dass Merz alt ist und nichts Neues bringt. Der Mann steht im Leben, hat ziemliche Erfahrung, ist körperlich fit wie ein Turnschuh und v.a. hat er Familie, was viele Politiker im Umkreis von Merkel nicht haben. Merz muss gar nichts Neues bringen. Denn Merkel hat die CDU mit einem anderen Staatsbürgerschaftsrecht, Einwanderung in Sozialsysteme, Abkehr der Bundeswehr, Atom Ausstieg ja auch nicht wirklich entwickelt. Sie hat einfach alles gewähren lassen Die Sogwirkung, die Deutschland ausstrahlt, alle und jeden aufzunehmen und finanziell zu unterstützen, tat dies alleine. Nur können wir uns auf Dauer das nicht mehr leisten. Dass die Infrastruktur diese moralische Denkweise nicht leisten kann, wissen all jene, die in diesen Systemen arbeiten.

Die in den Krankenhäusern, Schulen, Sozialeinrichtungen. Ja. Friedrich Merz ist der Richtige, der die Kraft hat, die CDU wieder dahin aufzustellen, wofür sie steht. Für eine konservative Wählerschaft. Die andere Wählerschaft hat mit Grün und Links genug Auswählmöglichkeiten. Merz als Mann von Gestern zu bezeichnen, ist ziemlich frech. Steht er doch für Werte, die vielleicht Ihnen liebe Frau Hildebrandt nichts bedeuten, aber doch ganz vielen Menschen im Land, die durchaus Merz wählen würden. Warum elektrisiert Merz so viele Menschen? Und das kann man von Helge Braun (müde, abgekämpft, adipös) nicht wirklich behaupten.

Er steht für Leistung derjenigen Menschen, die arbeiten. Für Absicherung derjenigen, die unverschuldet in Not gerieten. Für die Neuordnung eines Rentensystems, das mittlerweile so reformierungsbedürftig ist, dass sich all diejenigen Sorgen machen, die heute jünger als 60 sind. Merz ist der Kandidat der Herzen. Und nur weil ihn Merkels Establishment so lange verhindert hat, heißt das nicht, dass er gut ist. Sehr gut sogar. – Alexandra Lachner

 

Hier geht es um den Kanzlerposten Das kann nur der Merz,denn der hat einen Mythos.Nämlich den Mythos,eine Steuererklärung auf einen Bierdeckel zu machen.Darum, Merz muss Kanzler werden. basta. – Hans-Emil Schuster

 

Ihre Sicht auf Friedrich Merz, zudem auf der Titelseite der Zeit, empfinde ich als armselige journalistische Stimmungs- Mache. Vier minus auf der herkömmlichen Zensuren-Skala. Sie können die sozialökonomische Notwendigkeit sowie das statistisch belegte Bedürfnis der umfänglichen CDU-Wählerschaft nach einer konservativen Volkspartei mit einem ebensolchen Vorsitzenden nicht erkennen. Politik und Volkswirtschaft einer Industrie-Nation wie Deutschland bedürfen aber der zuverlässigen politischen Heimat versus links blinkendem Merkel-Mehltau mit den katastrophalen Weichenstellungen 2011 und 2015 und dem symptomatischen Desaster der Merkelschen Nachfolge-Politik.

Als Journalistin hätten Sie wahrscheinlich lieber „Weimarer Verhältnisse“ resp. die damals als „Weihnachtmänner“ verschrienen Politikertypen a la Armin Laschet, Helge Braun oder Norbert Rötgen? Und eben deshalb wird Friedrich Merz – so Gott und die Parteibasis es wollen – genau der richtige zukünftige CDU- Vorsitzende und Kanzlerkandidat werden. – Dr. agr. Gernot Henseler

 

„Mutti Merkel“ ist ein Narrativ das nun zu Ende erzählt ist. Friedrich Merz ist als Kandidat für den CDU-Vorsitz, auch bei seinem dritten Versuch an die Macht zu kommen, kein adäquater Ersatz um den Mühseligen und Beladenen Mitgliedern der CDU-Trost und Zukunft- zu spenden. Dazu wird sicherlich auch Norbert Röttgen und Helge Braun nicht in der Lage sein. Es ist ein Mythos, dass Bürsten gut für die Ecken sind, dass eine Sedierung Linderung verschafft oder, dass eine Charm Offensive den Wahlschmerz vergessen macht. Wieder drei „alte weiße Männer“, wieder keine Frau um dann voraussichtlich zu erzählen: Die CDU ist die Partei der Mitte, die CDU erstarkt in der Opposition und ähnliches.

Gerade Friedrich Merz steht nicht für einen notwendigen Neuanfang. Er „verkauft“ sich als gehobenen Mittelstand mit mindestens einem Privatflugzeug. Aber, hier haben die rund 400.000 Mitglieder eine schwierige Wahl, sind denn Norbert Röttgen und Helge Braun die Ritter in schimmernder Rüstung, sprich: Alternativen? Das ist bei dieser erstmaligen Mitgliederbefragung für den CDU-Parteivorsitz der Versuch der Quadratur des Kreises. Eigentlich unmöglich = Also die Qual der Wahl. Der noch Vorsitzende Armin Laschet hat, unter tätiger Mithilfe von Markus Söder, die CDU/CSU bei der letzten Bundestagswahl, sehenden Auges, vor die Wand gefahren. Nun wird ein Vorsitzender gesucht der weiß wo der Rückwärtsgang ist. Um dann eine Kehrtwende vorzunehmen die das Licht am Ende des Tunnels erkennen lässt. – Felix Bicker

 

Ein ganz und gar enttäuschender Leitartikel dieser Wochenzeitung. Was um alles in der Welt veranlasst die Autorin, die 16 quälenden Merkel- CDU- Jahre mit dem Prädikat „erfolgreich“ zu schmücken? Epochale Fehler, lähmende Entscheidungsschwäche, Mangel an Gestaltungswillen und das Abräumen von vermeintlich politischen Konkurrenten haben das Land eingeschläfert und der nachfolgenden Regierung, egal wie sie aussehen wird, ein Gebirge an Herkulesaufgaben hinterlassen. Das Wahlergebnis vom 26.09.2021 ist wohl ein überzeugender Beweis dafür, dass Deutschland dieser blutleeren Politik endgültig den Rücken gekehrt hat.

Um so erstaunlicher, dass nun das bekannte „Merz- Bashing“ einsetzt: „Mann von gestern“, „einer der spaltet“, „ungebrochenes Verhältnis zu sich selbst“, usw., nur das verschlissene „alter weißer Mann“ fehlt diesmal noch. Was soll das? Ist es die Wut darüber, dass sich diesmal keine CDU- Frau für den Höllenjob interessiert hat, nachdem AKK es vergeigt hat? Friedrich Merz wird die Wahl gewinnen, denn die Befürworter eines „weiter so“, garniert mit rheinischer Fröhlichkeit, sind diesmal bedeutungslos. Lassen Sie ihn seinen Job machen; er kann es, weil er Führung beherrscht und führen will. Dabei ist seine von der Autorin bemängelte zwanzigjährige Politikabstinenz eher von Vorteil. – Michael Deil

 

Schon während des gesamten Bundestagswahlkampfes und jetzt wieder im Zusammenhang mit der Wahl des CDU-Vorsitzenden (der …in kann man sich ja bei dem Verein sparen) wundert es mich sehr, dass hier ein Begriff nicht auftaucht und nicht verwendet wird, den vor nicht allzu langer Zeit Franz Müntefering in nicht zu überbietender Präzision geprägt hat: HEUSCHRECKE. Wer Aufsichtsrat bei BlackRock war, ist nämlich genau eine solche, auch wenn er es natürlich selbst bestreitet.

Und Heuschrecken haben in der deutschen Politik nichts zu suchen. Auf diese Art von „Wirtschaftskompetenz“ können wir hier gut verzichten. Es ist erstaunlich, dass dies insbesondere in Ostdeutschland nicht erkannt wird. Herr M. soll sich in einen seiner Privatflieger setzen und dorthin verschwinden, wo er sich den (Finanz)Speck „angefressen“ hat. Das Konrad-Adenauer-Haus kann das nicht sein. – Dr. Rudolf Spiegel

 

Man darf als zukünftige Regierungsampel der CDU dankbar, ihre nächste Kür um den Parteivorsitz selbst nicht ernst zu nehmen. Wenn die Kandidaten das Ergebnis einer ernsthaften Analyse des Wahlergebnisses sein sollten, verharrt diese Partei in ihrer schon historisch gültigen Ignoranz für gesellschaftliche Veränderungen und ihre politischen Folgen.

Selbst die bis dato verlässlichen Altersgruppen erkennen neben der Inneren Zerrissenheit die fatale Substanzlosigkeit. Die Bescheidenheit an Politik erzeugt lediglich Kandidaten mit einem ausgeprägten Hang, das in der CDU eh und je vorherrschende Prinzip des eigenen Fortkommen weiterhin gelten zu lassen. Und Merz selber ist wegen seiner plakativen Sinnleere dafür ein herausragendes Beispiel. – Jürgen Dressler

 

„Aller guten Dinge sind drei, der schlechten allerdings auch.“ (Elmar Schenkel, *1953, deutscher Autor, Übersetzer & Maler) Das ist mein Zitat für Friedrich Merz. Er kann es einfach nicht lassen, er wetzt bereits schon wieder an seinen abgelaufenen Hufen herum! „Kritiker haben wir genug. Was unsere Zeit braucht, sind Menschen, die ermutigen.“ (Konrad Adenauer, 1876-1967, ehemaliger Bundeskanzler und CDU-Parteivorsitzender)

Mein Zitat für Norbert Röttgen, auch er startet erneut. Mit diesem Zitat des „Alten“ im Rücken, da könnte er den nötigen Rückenwind erhalten, der ihn auch erfolgreich ins CDU-Ziel vorwärtspuscht! „Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ (Hermann Hesse, 1877-1962, deutsch-Schweiz. Schriftsteller, Dichter & Maler) Das Zitat gebe ich an Helge Braun weiter, der zwar gestern bei BILD-TV, auch nichts neues zu berichten hatten, aber Platz Eins ist für mich bereits vergeben und besetzt! – Klaus P. Jaworek

 

Stimmt, ein Merz macht noch keinen Frühling, auch für die CDU nicht. Zumal sich der egostarke Sauerländer (es kann nur einen geben) objektiv allenfalls als Strohmann für einen freilich unzeitgemäßen politischen Konservativruck in der Union eignen würde. Gleichwohl steht zu befürchten, dass Friedrich Merz das Ringen um den CDU- und Fraktionssitz für sich entscheiden wird. Weil die CDU immer noch nicht verstanden und offensichtlich nicht lange genug bewusst erlitten hat, dass die qualitative Gestaltung von dringend notwendiger Zukunftspolitik aus einen personell und inhaltlichen Guss erfolgen muss. Die integrativ-progressive Ausrichtung eines Norbert Röttgen wäre perspektivisch die deutlich sinnvollere Option. – Matthias Bartsch

 


 

 

Leserbriefe zu „Wärmewende, hausgemacht“ von Dirk Asendorpf

 

Herr Asendorpf spricht in seinem Beitrag ein Thema an, das bei den Diskussionen zur Verminderung der Treibhausgas-Emissionen derzeit eher vernachlässigt wird. Sein Beispiel verdeutlicht die Herausforderungen, die die nachhaltige Umstellung des Wärmemarktes mit sich bringt. Während mit sehr viel Aufwand und hohen Förderungen bis zum übernächsten Jahrzehnt die vollständige Umstellung auf einen CO2-freien Straßenverkehr mit batterieelektrischen- und ggf. mit Wasserstoff versorgten Brennstoffzellen-Fahrzeugen gelingen kann, wird es mit der Wärmeversorgung unserer Gebäude nicht ganz so „einfach“ seien. Anders als im Verkehrssektor, wo z. B. der PKW-Bestand etwa 10 Jahre alt ist, beträgt das Durchschnittsalter der Wohngebäude ca. 50 Jahre.

Viele dieser Gebäude sind bisher nicht oder nur unzureichend wärmegedämmt. Eine gute Wärmedämmung ist aber die Voraussetzung dafür, dass Wärmepumpen, die mit grüner Elektrizität versorgt werden, effizient arbeiten können. Die im Beitrag genannte Leistungszahl (Verhältnis von erzeugter Wärmeenergie und elektrischer Energie) in der Höhe von bis zu fünf, lässt sich eben nur dann erreichen, wenn z. B. Erdwärme und nicht die Umgebungsluft als Wärmequelle genutzt werden kann und wenn ein gut gedämmtes Haus mit einer Niedrigtemperaturheizung auskommt. Dies ist aber bei Bestandsgebäuden im Allgemeinen leider nicht der Fall. Dort wird es oftmals nicht möglich seien über das Jahr gemittelte Leistungszahlen von auch nur drei zu erreichen.

Wenn also eine saubere Gebäudeheizung mit elektrischer Energie realisiert werden soll, dann müsste die energetische Sanierung der Bestandsgebäude mit viel höherer Priorität umgesetzt werden. Aber hier liegt das Dilemma: Während es sich demnächst nicht mehr lohnen wird, bei der Neuanschaffung eines Fahrzeugs ein solches mit Verbrennungsmotor zu erwerben, so gibt es eine ähnliche Motivation für die Besitzer von Immobilien in die Umstellung des Wärmeerzeugers und die bessere Dämmung ihrer Gebäude zu investieren, nicht im gleichen Umfang.

Dies deutet Herr Asendorpf ja auch in seinem Resümee an. Es ist also eine deutlich erhöhte Förderung der energetischen Verbesserung der Bestandsgebäude als Voraussetzung für die saubere Wärmeversorgung mit grünem Strom erforderlich. In welchem Umfang dieser zusätzliche grüne Strom dann rechtzeitig zur Verfügung steht, ist noch ein anderes Thema. – Horst Schulte

 

Was im Artikel unerwähnt bleibt: Für Pellets brauchen Sie einen Lagerraum, mind. doppelt so groß wie ein entsprechender Heizöltank. Fernwärme ist nicht einmal annähernd klimaneutral, sondern basiert zum größten Teil auf Öl/Gas. Müllverbrennung bedeutet entsprechend viel Einsatz von Öl/Gas, weil Müll feucht ist und von selbst nicht brennt. Gerade deswegen soll man Plastikflaschen auch besser in den Müll werfen, dort verringern sie den Primärenergieaufwand und verbrauchen nicht zusätzlich Energie fürs Recycling.

Auch wenn es nur ein bisschen was beiträgt. Außerdem besteht Müll aus vielerlei Kohlenwasserstoffen und verbrennt zu einem nicht unerheblichen Teil zu: CO2 Der Transportverlust von Fernwärme ist auch nicht ohne: In Wien mit einem stark ausgebauten Fernwärmenetz (aus Basis Gas) machen die Netzverluste ca. 10% aus. Das ist mehr, als erneuerbare Energieträger (ausgenommen Wasserkraft) in Wien beitragen.

Auch KWK (Kraft Wärme Kopplungen) benötigen zuerst einmal Kraft = Energie, und wenn die aus Industrieabwärme kommt, ist das gut, aber nicht grün, denn die Industrie verbrennt Öl/Gas. Mit Solarkollektoren können Sie nicht heizen, höchstens das Licht am Brennen halten und gelegentlich mal waschen oder bügeln – wenn Sie BATTERIEN haben. Und viel Sonne scheint, was Nachts, bei Regen und Wolken eher weniger der Fall ist, wie ich an meiner eigenen Solaranlage betrüblicherweise feststellen muss. Derzeit kriegen wir noch mehr Mythen als Fakten …. – Norbert Eigl

 

Das „schuhschrankgroße Außengerät“ ist aus thermodynamischen Gründen ein Verdampfer,der Kondensator macht das Wasser warm. – Hans Stegemann

 

Mit Erfahrungsberichten wie diesen leistet DIE ZEIT einen wertvollen Beitrag zur Wende fürs Klima. Bitte mehr davon. Ganz besonders, sobald die neue Regierung ihre Förderprogramme anbietet! – Heike Dülfer

 

Das Außengerät der Wärmepumpe, in dem der Umgebungsluft Wärme entzogen wird, ist nicht der Kondensator, sondern der Verdampfer, also das Gegenteil. Der Kondensator steht im inneren des Hauses und gibt Wärme ab. – Klaus Schödel

 

Was an diesem Artikel gut zu sehen ist, ist wie wenig gesamtheitlich Energieberater (um 30 Euro?) manchmal beraten. Grundsätzlich ist es unmöglich, dass ein thermisch saniertes Haus, noch dazu ein geometrisch vorteilhaftes Reihenhaus (vorteilhaftes Verhältnis Wohnfläche zu Oberfläche gegen Außenluft) 150kWh/m²/Jahr verbraucht. Dies kann nur der Fall sein, wenn das Haus vor mehr als dreißig Jahren und völlig unzureichend saniert wurde. Oder was wahrscheinlicher ist, der Energieausweis falsch ist.

Der Beginn jeder klimaneutralen Zukunft beginnt jedenfalls mit einer richtigen thermischen Sanierung. Der Vorteil ist dann, dass eine Wärmepumpe tatsächlich mit den vorhanden Heizkörpern wunderbar funktioniert, weil mit geringer benötigter Leistung und gleicher Heizfläche auch geringere Heizungswassertemperaturen möglich sind. Wärmepumpen können natürlich auch weit mehr als 50°C Heizwassertemperatur, darunter leidet lediglich die Effizienz – an den drei Tagen im Jahr wo es wirklich kalt ist.

Ob laut Gesetz in Deutschland wirklich 5m Abstand bei Tiefenbohrungen notwendig sind, weiß ich nicht, technisch gesehen sind 6m zwischen zwei Bohrungen notwendig, weil die Einwirkung des Wärmeentzuges etwa 3m weit reicht und der Nachbar ja vielleicht auch eine Tiefenbohrung haben möchte. Das hieße einen technisch notwendigen Abstand zur Grundgrenze von 3m wenn dort auch ein Haus steht oder in Zukunft stehen könnte.

Eine wasserführende Solaranlage ist heutzutage auch nicht mehr erste Wahl. Da lohnt sich eher eine PV Anlage (solare Stromerzeugung), da der Strom immer verwendet werden kann, auch wenn kein Warmwasser benötigt wird. Und für Heizzwecke selbst ist eine wasserführende Solaranlage sowieso eine wirtschaftliche Fehlinvestition weil man dazu sehr teure Vakuumkollektoren benötigt. Alles in allem ist also zu sagen, dass ein Gebäude immer gesamtheitlich zu betrachten ist und der Energieberater möglichweise nicht 30€ gekostet und 10.000 € gespart hat sondern nur ein gutes Gewissen, und einen Grund nichts zu tun, geliefert hat. – Markus Colle

 

Sehr geehrter Herr Krieger, Sie werden in dem im Betreff genannten Artikel der aktuellen ZEIT-Ausgabe mit mehreren Aussagen (unten kursiv markiert) zitiert, die mich in Erstaunen versetzen, weshalb ich dazu um Erläuterung bitte. Der Mindestabstand zwischen Solarkollektoren und ei-nem Nachbardach solle grundsätzlich 1,25 m betragen.Nach meinem Kenntnisstand trifft das lediglich auf Kollektoren aus brennbarem Material zu (v. a. Holzrahmenkollektoren, die heute praktisch kaum noch verbaut werden). Dass dies auch für Standardkollektoren aus nichtbrennba-rem Material mit einem Aluminiumrahmen gelten soll, ist mir neu, ich bitte deshalb um Mittei-lung, wo diese Vorschrift zu finden ist. Solarleitungen dürften nicht in ungenutzten Schornstein-zügen verlegt werden.

Da Schornsteinzüge per se F90-Anforderungen erfüllen müssen, da sie für Rauchgase mit über 1.000° C ausgelegt sind, erstaunt mich diese Aussage sehr. Auch hierzu bitte ich um eine Angabe, woher diese Vorgabe stammt. Der Einbau einer solarthermischen Anlage brächte eine CO2-Minderung von 10%. Es ist trivial, dass diese Zahl nicht unabhängig von der installierten Anlagegröße konstatiert werden kann und einfach so wie im Artikel geschrieben schlicht falsch ist. Ohne eine Simulation, die man übrigens für maximal eine geringe Aufwand-serstattung von Handwerkern und Herstellern erhalten kann, ist eine Aussage dazu nicht zu tref-fen.

Diese Simulationen enthalten im Übrigen auch ökonomische Amortisationsrechnungen. Nach unseren Erfahrungs- und Messwerten bestehender Anlagen kann aber festgestellt werden, dass schon einfache Anlagen mit Heizungsunterstützung problemlos Werte von weit über 20% erreichen können. Ich möchte Sie bitten, mich dazu aufzuklären. Sollte es sich um Irrtümer oder missverständliche Darstellungen in dem Artikel handeln, würde ich mich freuen, wenn die ZEIT in einer folgenden Ausgabe die notwendigen Korrekturen vornimmt. Die Umsetzung der Wärmewende ist ein komplexes und schwieriges Projekt, welches ohne den Einsatz aller verfüg-barer Formen der erneuerbaren Energien nicht erfolgreich umgesetzt werden kann.

Ohne fun-dierte Informationen wird sie nicht gelingen. Und auch nicht ohne Engagement derer, die es sich leisten können, langfristig zu denken. Die ZEIT ist ein Medium gerade auch für eine sicher eher mit Eigenheimen und soliden Einkommensverhältnissen ausgestattete Leserschaft. Auch gerade unter diesem Aspekt finde ich die Quintessenz des Artikels, dass der beratene Redakteur sich entscheidet, weiter mit einem Verbrauch von 150 kWh/qm und einem knapp 28 Jahre al-ten Gaskessel zu leben, höchst bedauerlich. – Raoul von der Heydt

 


 

 

Leserbriefe zu „Wissenschaftsfreiheit, die wir meinen“ von Robin Celikates et al.

 

Die AutorInnen wollen nicht offen sagen, wie sie die von ihnen selbst sogenannte „aggressive Social-Media-Kampagne beurteilen, daher flüchten sie in die unangreifbare, da selbstverständliche Aussage, dass sie nicht „leugnen, dass sich Stock durch Reaktionen auf ihre Äußerungen bedroht gefühlt hat“. Selbstverständlich können sie nicht leugnen, dass Stock ein solches Gefühl hat, dann müssten sie ja besser über ihre Gefühle informiert sein als sie selbst. Ob Stock aber Grund für dieses Gefühl der Bedrohung hat und ob es zulässig ist, eine solche Bedrohung zu erzeugen, darüber schweigen die VerfasserInnen sich aus. Man muss befürchten, dass man von ihnen nicht unterstützt würde, wenn man so bedroht würde. – Robert Müller

 

Es ist eine Tatsache, dass die Universität traditionell ein von Ausschlüssen und Hierarchien geprägter Ort ist?? Dass mit einer derart dumpf-arroganten Ausgangsthese eine neue Wissenschaftsfreiheit definiert werden soll, hätte ich eher auf der anderen Seite des politischen Spektrums verortet. – Gerhard Reinelt

 

Getroffene Hunde bellen, vorher haben sie Kreide gefressen! Die Wirklichkeit sieht ein wenig anders aus; der Ton ist schriller, die (Vor)Verurteilung schneller! Wer nicht harmonisch im antirassistischen Chor mitsingt, wer „Genderstudies“ skeptisch betrachtet, wird als Person ausgegrenzt, es wird nicht etwa nur ihre „Position“ kritisiert, wie die Autoren dem Leser weismachen wollen! Die angeblichen „alten Ausschlußmechanismen“ weichen aggressiven neuen!

Die Universität ist das Forum für die Vielfalt der Meinungen, die im offenen Disput, mit offenen Ohren und leisem Mundwerk, ausgetragen werden sollen! Wo alle, die sich daran beteiligen, allein um die Wahrheit ringen! Wie soll die Spaltung unserer Gesellschaft überwunden werden, wenn sie von unseren akademischen „Vorbildern“ tagtäglich vorgeführt und vertieft wird? – Dr. med. Ulrich Pietsch

 

Frau kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Seit der Gründung des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit im Februar diesen Jahres machen nicht wenige KollegInnen eine symbolische Schlachtordnung aus, die in etwa so aussieht: hier die arrivierten alten weißen Männer auf Lehrstühlen, die immer und überall ihre überholte Meinung sagen und schreiben dürfen, dort die in der Wissenschaft lange übersehenen, überhörten und institutionell marginalisierten jüngeren WissenschaftlerInnen, die sich mit den zentralen Themen unserer Zeit – Sexismus, Rassismus, Kolonialismus etc. – engagiert und kritisch befassen.

Während erstere an ihren überkommenen Machtpositionen kleben und möglichst niemand außer ihresgleichen in die Universitäten herein lassen wollen, kämpfen die anderen im Namen aller Unterdrückten und Beleidigten gegen Exklusionen an. Diese heroische Erzählung über den Zustand der Wissenschaft(sfreiheit) hier und heute hält der Realität nicht stand. Dass das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit in seiner großen Mehrheit aus Nicht-GeschlechterforscherInnen besteht, lässt sich an der fachwissenschaftlichen Herkunft seiner Mitglieder unschwer ablesen, dass es deshalb dem Ideal der Geschlechtergerechtigkeit feindlich gesonnen sei, kann ich aus eigener Erfahrung mit den internen und externen Kommunikationen nicht bestätigen.

Was ich hingegen in den vergangenen Jahren in der Realität meines Faches, der sozialwissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung, bestätigen kann, ist eine anders gelagerte diskursive Schlachtordnung, die der seit den 1970er Jahren gewachsenen feministischen scientific community ohne alle Belege unterstellt, sich weder mit Fragen des Rassismus und Kolonialismus zu befassen noch mit den Rechten Andersliebender, Andersfühlender, sich anders geschlechtlich identifizierender Menschen zu solidarisieren. Wer sich nicht wissenschaftlich hauptberuflich damit befasst, gerät schnell in Verdacht, sich politisch nicht zu solidarisieren.

Diese merkwürdige Vermischung von Wissenschaft und Politik durchzieht die Argumentation derjenigen, die im Namen der Wissenschaftsfreiheit das Engagement für Wissenschaftsfreiheit angreifen. Im von Robin Celikates et al. verfassten Text wird dieser Topos wieder einmal bedient, in dem zwischen der formalen und der substanziellen, also gleichsam echten und emanzipatorischen Wissenschaftsfreiheit unterschieden wird.

Gehe ich zurück auf die großen Kontroversen in diesen Fragen, insbesondere auf den berühmten Positivismusstreit, kann ich jenen, die hier argumentieren, nur entgegnen, dass „emanzipatorisch“ u.a. ein leeres Argument darstellt, von dem offen bleibt, warum die Positionen der KritikerInnen des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit progressiv sind, während alle klassischen Formen feministischer Theorie und Forschung das nun gerade nicht sein sollten. Welche Maßstäbe werden ungesagt angelegt? Wer maßt sich an, die traditionelle Geschlechterforschung aus dem emanzipatorischen Kanon auszugliedern!? Wo werden Kriterien solch rigider Unterscheidungen formuliert?

Angesichts einer über zweihundertjährigen Geschichte feministisch engagierter Frauen und einzelner Männer, die vehement und nicht selten unter Einsatz ihres Lebens gegen jegliche Diskriminierung Stellung bezogen haben, ist ein Habitus, der für sich allein die kritisch-theoretische Haltung reklamiert, ausdrücklich in Frage zu stellen. Offenbar ergibt sich das Progressive irgendwie automatisch aus einer Sicht auf Gesellschaft, die eine Kritik der patriarchalen Geschlechterherrschaft nur dann für angemessen hält, wenn sie sozial konstruktivistisch beschrieben wird. Material somatische Geschlechterdifferenzen, auf denen u.a. auch Kathleen Stock beharrt, gelten als reaktionär und transphob. Aus der aktivistischen Perspektive wird der traditionellen Forschung vorgeworfen, nicht mit den Marginalisierten zu sein, sondern sie zu diskriminieren, ja zu diskreditieren.

Selbst wenn unterstellt werden dürfte, dass die Verhältnisse so uneindeutig wären, wie die Kritik an den biologischen Fundamenten der patriarchalen Geschlechterordnung behauptet, wäre doch erstens zu fragen, ob diese Debatte innerhalb des Gender-Paradigmas in den vergangenen drei Jahrzehnten jemals so sorgfältig ausgefochten wurde, um die heute dominante sozial konstruktivistische Sicht der Realität für ausreichend konsensuell zu halten.

Zweitens wäre zu fragen, ob es im Sinne einer emanzipatorischer Haltung zur patriarchalen Welt wirklich der radikalere Gedanke ist, die Biologie in Frage zu stellen, statt die auf kruden Biologismen beruhenden Herrschaftsanmaßungen (geschlechtshierarchische Arbeitsteilungen, politische Repräsentationen etc. etc.) scharf anzugehen. Eine grundlegende Entnaturalisierung des Skandals patriarchaler Herrschaft erfolgt keineswegs durch eine diskursive Denaturalisierung, sondern durch den mühsamen wissenschaftlichen Gang durch das entsprechende Denken und die realgeschichtlich aufreibenden Kämpfe für Geschlechtergerechtigkeit.

Als Politikwisenschaftlerin, die einer radikal transformativen Bewegung entstammt und sich seit Jahrzehnten bemüht, mit wissenschaftlicher Sorgfalt und unbestechlichem Blick auch auf die eigenen Begrenzungen einer sozial weiblichen Existenz in einer patriarchalen Gesellschaft zu blicken, möchte ich die gängigen Unterstellungen ein für alle Mal zurückweisen, mich mit Positionen gemein zu machen, die nur an ihren privilegierten (Lehr-)Stühlen kleben. Engagement für Wissenschaftsfreiheit ist immer ein Engagement gegen Machtanmaßungen in der Wissenschaft gewesen. Nach meinen eigenen Jahrzehnte langen Erfahrungen in der Wissenschaftspolitik sind übrigens jene, die sich besonders kritisch geben, nicht frei von den Versuchungen der Macht. – Prof. Dr. Barbara Holland-Cunz

 

Die Autoren lassen ein erschütterndes Selbstverständnis erkennen. Ihr „emanzipatorisches Verständnis von Wissenschaftsfreiheit“ ist keines, oder anders gesagt es ist a priori einengend, weil es sich in einer ideologischen Grundjustierung fixiert. Im Artikel kann man das überdeutlich erkennen. Auf Frau Stocks Forschung wird nicht eingegangen, stattdessen wird sie als Ignorantin an die akademische Wand gestellt. Es wird pauschal unterstellt, das kritische Rassismusforschung und Genderstudies von etablierten Feuilletonisten und Wissenschaftlern diffamiert wird, ohne hinzunehmen, dass Kritik das Salz in der akademischen Suppe ist. Die Genderstudies sind nebenbei bis heute den Nachweis schuldig geblieben, dass sie als selbstständige wissenschaftliche Disziplin eine Berechtigung haben.

Und dann wird zum Schluss gesagt, man wolle für eine „Öffnung der Wissenschaften“ zu kämpfen. Man kann sich vorstellen, wie das endet: Nicht mit Offenheit, sondern dem Ausschluss aller Positionen, die, rein willkürlich, als Herrschaftssicherung deklariert werden. Willkommen in der schönen neuen Welt, in der dann Befindlichkeiten, Gefühle und Moden akademische Standards ersetzen. Willkommen in der Welt der Transwissenschaften! – Eckhard Hooge

 

Vom römischen Statthalter Pilatus ist die Frage überliefert: „Was ist Wahrheit?“ Ähnlich schwierig zu beantworten ist die Frage: „Was ist Wissenschaftsfreiheit?“ Was die Wahrheit betrifft, so sollte jeder sagen können, was er für wahr hält und das gilt auch für die Freiheit wissenschaftliche Erkenntnisse zu verbreiten. Wenn Problemen absehbar sind, muss eben vorsichtig formuliert werden.

Problematischer aber auch irgendwie verständlich ist, dass die Bewertung dessen was gesagt wird, von der Stellung der Person abhängt, die die Aussage macht. Das ist ähnlich wie in der Kunst, wo das Gemälde eines bekannten Malers, das für den Banausen wie eine Kinderzeichnung aussieht doch einen höheren Wert hat als eben eine Kinderzeichnung. Wo kämen wir hin, wenn’s anders wäre?

Nun kann man es als wichtige Aufgabe der Wissenschaft ansehen, die Frage zu beantworten «Was ist nötig, damit die Menschheit noch lange gut fortbestehen kann?». Bei dieser Frage ist die beschriebene Haltung problematisch. Denn vielleicht ist diese Haltung ja dafür verantwortlich, dass sich noch keine erfolgversprechende Antwort auf die Frage durchsetzen könnte.

Es müsste doch der Fall sein, dass unter den bald 8 Milliarden Menschen jemand ist, der eine solche Antwort hätte. Vermutlich gibt es so eine Antwort, nur ist die so trivial, dass sie keinen wissenschaftlichen Anspruch bekommt und daher nicht mal ignoriert wird. Dies im Gegensatz zu den vielen Büchern, dies sich ebenfalls dem Thema widmen, was nicht verhindert, dass eine Antwort, die zum Erfolg führt, noch immer fehlt. Damit ist die Frage offen, was geschehen müsste, damit sich eine solche Antwort durchsetzen kann.

In meinem Buch «die Technik reicht nicht» (BoD 2016) lasse ich die griechischen Götter über dieses Thema diskutieren. Untertitel des Buches – man kann es erraten – ist «Was ist nötig, damit die Menschheit noch lange gut fortbestehen kann?» Die Götter kommen zu folgendem Resultat: Für einfache Probleme genügt gesunder Menschenverstand, für komplexeres braucht man Werkzeug und für Aufgaben, die einen längeren Atem brauchen und an denen viele Menschen beteiligt sind, braucht man eine Technologie.

Wie jede Technologie benötigt auch diese eine Struktur, in die alle Beiträge eingeordnet und aufeinander abgestimmt werden können. Im Buch wird eine Struktur vorgeschlagen, die sich aus dem Satz ableitet: «Die Menschheit muss sich der Realität anpassen, um zu überleben.» Aus jedem der fünf Schlüsselworte im Satz ergibt sich eine Unter-Struktur, für die entsprechende Methoden vorgeschlagen werden.

Weitere Vorteile einer Technologie sind, dass es keinen allzu grossen Einfluss hat, wer Vorschläge macht, wenn sie nur weiter bringen. Oder dass man, wenn man einen Vorschlag zu einem Aspekt macht, ihn trotzdem mit alle anderen Aspekten abstimmt. Eine solche Struktur sollte allen Gruppen – also auch den nach Meinung der Autoren des Artikels benachteiligten – ermöglichen, zu Wort zu kommen und ihre Vorschläge in die Diskussion einzubringen. – Dr. Gernot Gwehenberger

 


 

 

Leserbriefe zu „Neue Robustheit“ von Jörg Lau

 

Danke für diesen ausgezeichneten Artikel. Heute missbraucht Lukaschenko den Wunsch derjenigen, die ein besseres, abgesicherteres Leben in Wohlstand suchen. Ziel Deutschland. Lukaschenko bedient sich dabei derjenigen, die den lukrativsten Job der Welt haben: Menschenhandel. Verwandte schicken die Message per Facebook nach Syrien: „Ich lebe seit 10 Jahren in Deutschland, habe ein Haus und ein Auto und noch nie gearbeitet.“ Menschenhändler bedienen dann die geweckten Wünsche und Träume und verdienen daran AUSGEZEICHNET. Dieses Geschäft blüht seit Menschengedenken. So kamen chinesische Kulis nach Peru. In den 1990er Jahren warben in Peru Büros junge Frauen an – ob für die Prostition oder als Kindermädchen, dass wussten bzw. ahnten die Auswanderungs- und Zahlungswilligen nicht. Sie strandeten irgendwo, wohin sie nicht wollten, arbeiteten isoliert in Haushalten, vergossen sie Tränen und hielten durch, um Geld an ihre Familie in der Heimat zu schicken.

In spanischen Kneipen konnte man Frauen und auch Männer abends weinen sehen: ihre Familien hatten keine Ahnung davon, wie hart sie für das Geld schuften mussten. DAS PRINZIPG IST DASSELBE. Heute habe ich das beigefügte Foto vom Kölner Hauptbahnhof aus gemacht. Einer der Männer saß während der eineinhalbstündigen Bahnfahrt vor mir und hat die ganze Zeit geschnarcht. So übermüdet muss er gewesen sein. Steht er hier mit anderen Zuwanderern an einem Treffpunkt für Tagelöhner? Genauso funktionierte es bei Zuwanderern in Japan. Lateinamerikaner und Iraker fanden sich täglich an Treffpunkten für Tagelöhner ein in der Hoffnung, engagiert zu werden. Und so funktioniert es bei illegalen Latinos in den USA. DAS PRINZIP IST DASSELBE. Hier ist noch eine neue Modalität aus DEUTSCHLAND, über die mich kürzlich eine Freundin aus Osteuropa informiert hat und zu der sich eine Recherche sicherlich lohnen würde.

Eine deutsche Zeitarbeitsfirma beschafft für eine deutsche Fabrik die Arbeiter aus der Ukraine und Belarus, die hier gar nicht arbeiten dürfen. Es wird folgendermaßen abgewickelt: Eine polnische Firma schickt Ukrainer und Weißrussen auf Dienstreise nach Deutschland für drei Monate ( länger dürfen sie sich in der EU nicht aufhalten ). Diese Menschen wohnen hier in Deutschland zu sechst in einem Zimmer, erhalten einen Arbeitslohn von unter acht Euro von der Leihfirma und sind glücklich. Der deutsche Unternehmer, bei dem diese Arbeiter drei Monate in der Produktion tätig sind, ist höchst erfreut angesichts des niedrigen Stundenlohns. Nach drei Montaten werden sie dann ausgetauscht, zurückgeschickt und an ihrer Stelle werden andere Arbeiter aus der Ukraine und Belarus geholt. Alle drei Monate findet ein neuer Wechsel statt. – Annette Holzapfel

 

Beide Leitartikel der aktuellen ZEIT missfallen mir, der linke total, der Ihrige partiell. Und ich (80) habe immer noch den mehr oder weniger jugendlichen Ehrgeiz, dagegen dialektisch anzuschreiben. Was mir an Ihrem Beitrag ganz und gar nicht gefällt: Ihre subjektive Bewertung des Standes und der Weiterführung der Pipeline Nord Stream 2 resp. die Verwechselung von Ursache und Wirkung deutscher resp. europäischer Außen- und Sicherheitspolitik.

Für Sie „eine Meldung, die Hoffnung macht.“ Für mich ein selbstzerstörerischer Gedankengang, zudem auf Seite 1 der ZEIT. Nicht Putin oder „der Kreml“ sind ursächliche Treiber der russischen Machtausdehnung, sondern hier der unsägliche Abriss der energetischen Versorgungssicherheit unserer Volkswirtschaft; ein Symptom von mehreren unsäglichen Symptomen des sechzehnjährigen Merkel-Spaltpilzes in Deutschland und in der EU. – Dr. Gernot Henseler

 

Da haben wir es “ Transportflugzeuge bringen tonnenweise amerikanische Munition nach Kiew.“ Wird die EU darauf reagieren ? Wahrscheinlich nicht,genau so wenig wie auf die Meldung vor einigen Jahren,dass bei einer Militärparade in Kiew amerikanische Soldaten mit marschierten.Was wäre wohl passiert, wenn z.B. bei einer Parade in Caracas oder Mexico-Stadt eine Abteilung russischer Soldaten mit marschiert wären?Die USA und ihre Verbündeten würden mindestens protestieren. Der Publizist Peter Scholl-Latour hatte Recht, als er sagte, dass der Weltfrieden primär von den USA bedroht wäre. – Hans Ernst

 

Ich wünsch mir auch in der Presse Fairness ohne Einseitigkeit, ohne Doppelmoral und ohne gefährliche Polarisierung. Zum sicherlich zu kritisierenden Truppenaufmarsch der Russen enthalten Sie dem Leser vor, dass die Russen jetzt (lediglich) reagieren auf die „jährlichen“ Truppenübungen von USA und Nato im Schwarzen Meer, letztmalig im Sommer d.J.. „Die Zeit“ selbst berichtete im Sommer darüber, dass Putin den Westen dazu deutlich gewarnt und moniert habe, dass einzelne Schiffe Grenzverletzungen provoziert hätten. Und Russland mag sicher auch nicht die Planungen des „Westens“ für massive vorgelagerte Raketenstützpunkte an der Nato-Ostgrenze zu Russland (eine potenzielle Schlachtfeldverlagerung der USA nach Europa). Die russische Krim-Besetzung allein kann dafür nicht Hauptanlass sein.

Russland ist kein Waisenknabe, der Westen aber auch nicht. Die Presse berichtet da über gefährliche und immens teure Muskelspiele mächtiger Staatsmänner in einer Zeit, in der die Welt wahrhaft andere Probleme zu bewältigen hat. Ich höre unter den Menschen sehr viele Stimmen, die sich wünschen, nicht mehr so extensiv von zunehmenden beängstigenden Problemen zu lesen, sondern mehr positive Berichte, die sie spüren und vertrauen lassen, dass Staatsführungen besonnen für sie handeln. Dazu kann auch die Presse wesentlich beitragen durch weniger aufheizende Polarisierung und mehr über diplomatische Bestrebungen, die am Ende Ihres Artikels etwas zu kurz geraten sind.

Die Rolle des „Ostens“ zu Flüchtlingen an der polnischen Grenze ist zweifelsfrei zu verurteilen. Die Rolle des „Westens“ zu Flüchtlingen in Moria mit 50% Frauen und Kindern mit aktuell weiterhin uneingelösten EU-Versprechen und großem menschlichen Elend ist nicht minder zu verurteilen. Also bitte keine Blindheit auf einem Auge. – Rainer Gritzan

 

Warum sei eine Analogie zum Eisernen Vorhang „Unfug“? Amnesty International berichtet von mindestens zwölf Toten. Ist es „Unfug“ weil die Toten an der polnischen Grenze nicht ‚unsere Toten‘ sind? Weil diejenigen die sterben rein wollen und nicht raus? Polen und somit auch die EU begehen Menschenrechtsverletzungen. Wer wie Lau hierüber schweigt und Pushbacks als illegalen Grenzschutz verharmlost trägt eine medienethische Mitschuld. – Simon Meding

 

Von einer Qualitätszeitung wie der ZEIT erwarte ich journalistische Genauigkeit und genaue Recherche. Der Artikel von Jörg Lau lässt beides vermissen: „Das Recht der polnischen Regierung auf Sicherung ihrer Grenze wurde anerkannt, ohne dabei die illegalen Pushbacks der Migranten zu rechtfertiegen“, behauptet Lau. In dieser Aussage stecken gleich zwei Fehler: Erstens hat die polnische Regierung die Pushbacks inzwischen durch ein eigenes Gesetz „legalisiert“, was diese Pushbacks – anders als die in Griechenland und Kroatien, welche von den dortigen Regierungen bestritten werden – zu offiziellen Instrumenten der Politik eines EU-Mitglieds macht.

Und zweitens hat Innenminister Horst Seehofer nach Verabschiedung dieses Gesetzes ganz offiziell bei einem Besuch Warschaus diese Maßnahmen unterstützt. Die von Lau beschworene Robustheit geht somit mit einer klaren Abkehr von einer humanitären und rechtsstaatlich fundierten Flüchtlingspolitik einher. Sollte die EU in dem Konflikt mit den östlichen Autokratien den „Sieg“ davontragen, wird sich meine Freude – und die vieler werteorientierten Europäer – daher in Grenzen halten.

Es wird dadurch Putin, Orban und Co. noch leichter, das Beharren der EU auf Rechtsstaatlichkeit als verlogen hinzustellen und die EU vor sich her zu treiben. Von der ZEIT würde ich hierzu auch mal einen kritischen Artikel erwarten, statt immer nur in verschiedenen Variationen die Politiker-Phrasen von den Flüchtlingen als Waffen zu kolportieren. – Dr. Dirk Kerber

 


 

 

Leserbriefe zu „Im Reich der Träume“ protokolliert von Peter Dausend et al.

 

Ich träume davon, daß die Bildung endlich von den Politikern wahr genommen wird, damit nicht soviel Quatsch geredet wird. Ich lebe auch in Singapur, dort kommt die Bildung an erster Stelle. Ergebnis: In Singapur ist der Wohlstand am höchsten aller Länder. Selbst höher als in Monaco. – Gunter Knauer

 

Ich hoffe, dass ich mit meinem Anliegen bei Ihnen richtig bin. In Ihrem Artikel „Im Reich der Träume“ (Seite 8) in der ZEIT Nr. 47 ist Ihnen im zweiten Absatz von Natalie Wörner ein Fehler unterlaufen. Die Istanbul Konvention ist bereits 2014 in Kraft getreten und nicht erst 2018. Deutschland hat diese 2017 ratifiziert. – Louisa Utschakowski

 

Ich stimme Ihnen voll und ganz zu, allerdings frage ich mich, wie es sich mit der Gewalt gegen Männer verhält, also die von Männern gegen Männer, die in aller Regel subtilere von Frauen gegen Männer, die hierarchisch „legitimierte“ von Chefs oder Chefinnen gegenüber ihren Angestellten usw. Wir alle sind mitunter verletzlich und schutzbedürftig, egal ob Mann oder Frau, behindert oder LGBTQ-Person. Jeder kann Opfer oder Täter sein bzw. werden, unendlich viele Konstellationen sind denkbar. Das dürfen wir nicht vergessen. – Volker Kaufmann

 

Schon vor vier Wochen fing ich an zu träumen, als ich in der ZEIT Nr. 43 von dem neuen Ro-binson-Buch „Das Ministerium für die Zukunft“ las. Urplötzlich entstand der Wunsch nach einem solchen allen anderen Ministerien übergeordnetes Zukunfts-Ministerium. Alles Ge-rangel um das Finanzministerium hätte ein Ende, wenn R. Habeck in Funktion eines Vize-kanzlers dieses wichtigste Ministerium übernehmen würde. Ich war ganz besessen von dieser Idee und hätte sie zu gerne den Damen und Herren der geheimen Koalitionsverhandlungen in Berlin übermittelt.

Und nun das: Ihre Traum- Artikel: allesamt aus meinem Reich der Träume: K.Gümüsays Wunsch nach einem Ministerium, das die Bevölkerung regelmäßig an den Tod, an die End-lichkeit und an die planetaren Grenzen erinnert. Oder E.v.Hirschhausen, dessen Bun-desministerium der Zukunft (BMZ) das Leben immer höher bewertet als Geld , dem Fi-nanzministerium übergeordnet ist. Jedes neue Gesetz, jede neue Investition oder Subvention müssen darauf geprüft werden, ob sie unsere Chancen auf ein Leben mit frischer Luft, sau-berem Wasser oder erträglichen Temperaturen usw. erhöht. Auch K. Witt träumt von einem neuen übergeordneten Superministerium, das mehr die Vorschläge, Ideen und Hoffnungen der Bürger und Bürgerinnen berücksichtigt und sich einen beigeordneten Krisenstab wünscht, der einem repräsentativen Querschnitt des Volkes entsprechen und regelmäßig neu besetzt werden sollte.

Und auch E. Menasse möchte ein Superministerium, das die untergeordneten Fachministerien bei der Lösung der schwierigen Detailfragen unterstützt. Als Beispiel nennt sie die brennenden Fragen von Bauen, Wohnen und Verkehr. Als Bauin-genieur denke ich auch an die oft schwierige Umsetzung und dabei z.B. an den enormen Energieverbrauch der vielen denkmalgeschützten Bestandsbauten und deren notwendige Dämmung oder überhaupt an das CO2-intensive Bauen mit Beton, Stahl und auch mit Holz, das nur in dem Maße der Natur entnommen werden darf, indem z.B. neue Bäume Ihre Funktion bei der CO2-Vertilgung und Sauerstoff-Produktion übernehmen. Um eine 150-jährige Buche zu fällen, müssten wir etwa 40 Jahre warten, bis eine heute gepflanzte Buche mannbar wäre und ihre Funktion übernehmen könnte. – Michael Cowalsky

 


 

 

Leserbriefe zu „Warum geht da niemand ran?“ von Roman Pletter und Claas Tatje

 

Ihre Autoren greifen ein Thema auf, was mich schon seit Jahren ärgert. Und das zieht sich durch alle Firmen. Dieser Zustand bringt einen zur Verzweiflung. Was ist das für eine Gesellschaft geworden. Selbst wenn man um Rückruf bittet, was manche Firmen anbieten, kommt bei den allermeisten kein Rückruf. Wir leben in einer verwahrlosten Gesellschaft. – Gunter Knauer

 

Es ist schon länger her, dass ich noch gern mit der Lufthansa flog. Billigfluglinien kommen für mich nicht in Frage, weil deren Arbeits- und Transportbedingungen die Menschenwürde verletzen. Ihnen scheint die Lufthansa in der Economy Class nacheifern zu wollen. Deshalb buche ich inzwischen lieber Business Class, was aber vor Demütigung, Erpressung und Service-Verweigerung offenbar auch nicht mehr schützt. Ihre Beobachtungen kann ich jedenfalls bestätigen und (exemplarisch) um die folgende Erfahrung bereichern.

Nachdem ich es nach zahllosen vergeblichen Versuchen und vielen Stunden in Warteschleifen gelungen war, bei dem LH-Mitarbeiter eines Call-Centers irgendwo im fernen Ausland mein Business-Ticket umzubuchen und dafür ein Drittel des Flugpreises als Umbuchungsgebühr zusätzlich zu bezahlen, erhielt ich Zahlungs- und Buchungsbestätigung plus e-Ticket inkl. Sitzplatzreservierung, was mir beim Einchecken jedoch alles nichts nützte.

Ich hatte nämlich vorher eine mail mit der Aufforderung zum Rückruf erhalten, weil ich angeblich telefonisch nicht erreichbar sei. Das war nachweislich (!) gelogen. Dennoch verbrachte ich erneut viele Stunden vergeblich in Warteschleifen. Ich vermutete die übliche Benachrichtigung über eine Änderung der Abflugzeit und gab auf, denn für eine wichtige Mitteilung wäre ich ja jederzeit per mail oder Telefon oder Handy erreichbar (alle Angaben in meinen LH- und m&m-Profilen).

Beim Check-in wurden meine Buchungsbestätigungen und vorab (anderthalbfach) bezahlten Business-Tickets nicht akzeptiert. Ultimativ wurde ich vor die Alternative gestellt: Nochmal das Doppelte obendrauf zahlen oder am Boden bleiben. Stornierung sei aber auch ausgeschlossen. Solche Methoden der Nötigung kannte ich bislang nur aus Mafia-Filmen. Da ich die Konferenz am Zielort eröffnen musste, habe ich notgedrungen bezahlt.

Anschließende Beschwerden wurden anhaltend ignoriert. Selbst die Annahme eines Briefes wurde verweigert, er kam ungeöffnet zurück. Die Firma reagiert offensichtlich nur, wenn sie durch Gerichte dazu gezwungen wird und spekuliert ansonsten auf die Resignation der frustrierten Kunden. Ob das ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist? Mein Enthusiasmus, sie mit unser aller Steuergeld zu unterstützen, hat jedenfalls deutlich gelitten. – Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. Dr. Dr. h.c. Ernest W. B. Hess-Lüttich

 

Endlich, endlich berichtet jemand über diesen Missstand. Irgendwelche profitgierigen Manager , die keine Ahnung davon haben was Sie mit Ihren „Sparkursen“für eine Wel-le der Antipathie gegenüber Lufthansa auslösen!! Hat die Lufthansa den Schuss nicht gehört ? Corona hin oder her. Man wird rausgeschmissen aus der Leitung. Irgendwann schmeißen wir die Lufthansa mal vom Markt, einfach weil kein Kunde mehr mit ihr fliegen will. Liebe Lufthansa, der Kunde bezahlt Euch !!!!!!! Schon gemerkt? Das Ni-veau muss nach oben geschraubt werden , nicht nach unten. Je kompetenter und freundlicher , umso schneller und effektiver !! – Susanne Wohlfromm

 


 

 

Leserbriefe zu „Gegen die Wand“ von Hannah Knuth und Anna Mayr

 

Klimaaktivisten im Widerstand. Impfgegner im Widerstand. Populisten im Widerstand. Man kann sich fast wünschen, Deutschland wäre eine Diktatur, es müsste einem nicht Bange sein bei so viel (Selbst-)Gerechten. Doch bleibt der Verdacht: ginge es darum, die Demokratie zu verteidigen, wäre der Anteil derer, die für ihre Freiheit die Konsequenzen zu tragen bereit wären erbärmlich klein. – Jörg Schimmel

 

Wenn die junge Generation – ähnlich der Menschen zur Zeit der Wende89 – ein neues Wirtschaftssystem anstreben, wird es spannend. Immerhin gibt es genügend Gründe unsere bestehende Wirtschaftsordnung als „Unrechtsregime“ zu identifizieren. Noch sind die Jungen von einer „konsequenten“ Machtfrage entfernt. Wie lange noch? Wie werden die Regierenden reagieren? Lassen Sie, wie E. Honnecker, ihr Volk ziehen? – Matthias Losert

 

Es geht zwar um ein sehr ernstes Thema, dennoch kann folgender Witz hilfreich sein, die Situation zu illustrieren: Medizinprofessor zu ein paar neuen Student:innen: „Ein guter Arzt braucht Überwindung und Beobachten. Hier ein Glas mit Urin. Ich tauche einen Finger ein und lecke ihn ab. Bitte nachmachen.“ Medizinprofessor nach dem Experiment: „In Selbstüberwindung seid ihr ganz gross. Beim Beobachten gibt’s Nachholbedarf. Keiner hat gesehen, dass ich den Zeigefinger eingetunkt und den Mittelfinger abgeleckt habe.“

Nun auch in der Politik geht’s um Einsatz und Analysen. Der Einsatz der Klimaaktivisten Jeschke und Bonasera ist bewundernswert. Beim Beobachten und Analysieren besteht Nachholbedarf. Es ist richtig, Intervention bei einem wichtigen Politiker kann nützen, etwa beim Retten eines Naturschutzgebiets oder von Arbeitsplätzen. Beim Klimawandel geht’s hingegen um globales Rationieren. Das Verhalten vieler Politiker ähnelt dabei allerdings dem Verhalten des genannten Medizinprofessors. Ein Beispiel dazu liefert Jair Bolsonaro. Massnahmen werden versprochen, doch wo Selbstüberwindung und Einschränkung gefordert sind, ist Vortäuschen an der Tagesordnung.

Ganz allgemein irritiert der Mangel an guter Beobachtungsgabe bezüglich des Klimawandels. Schliesslich gibt’s ja Gesellschaften, denen es gelang, während vieler Jahrhunderte mit begrenzten Ressourcen auszukommen. Jared Diamond hat solche im Buch «Kollaps» beschrieben. Z.B. die Geschichte der Insel Tikopia. Dort, weit entlegen in der fernen Südsee ist es gelungen, die Zahl der Einwohner über Jahrhunderte praktisch konstant zu halten und so an die beschränkten Ressourcen anzupassen. Dafür waren zwei Massnahmen nötig: Nur der älteste Sohn durfte Nachkommen haben und die Schweinehaltung wurde verboten.

Auch beim Klimawandel geht’s ums Anpassen an beschränkte Ressourcen, es geht ums Rationieren. Da es allerdings nicht um eine kleine Insel sondern um die ganze Erde geht, ist ein breites Spektrum von miteinander abzustimmenden Massnahmen nötig. Aber grundsätzlich geht es genau wie auf Tikopia um Kopfzahl und Konsum. Es geht da auch um demographische und ökonomische Gräben. Es ist kontraproduktiv vom Norden zu erwarten, er könne den Klimawandel im Alleingang stoppen.

Die genannten Gräben sind keine Entschuldigung für ein einseitiges Verteilen der Verantwortung. Zum Beispiel: Migranten überweisen pro Jahr ca. 600 Milliarden Dollar an ihre Verwandten in den Herkunftsländern. In besonders in armen Ländern wie z.B. Kirgisistan, Nepal und Haiti machen die Rücküberweisungen rund ein Drittel des BIP aus. Das Aufbringen dieser Mittel ebenso wie das Konsumverhalten der Migranten tragen genauso zum Öko-Fussabdruck des Nordens bei, wie das Konsumverhalten der ärmeren Einwohner des Nordens. Das Konsumverhalten der Eliten im Süden unterscheidet sich hingegen im Wesentlichen nicht von dem der Eliten des Nordens. Zur entsprechenden Bilanz kommt erst noch, dass die tieferen Geburtenraten des Nordens langfristig wesentlich helfen, den Klimawandel zu reduzieren.

Notwendig wäre ein Weltbild, das den Zielkonflikt zwischen den Menschenrechten auf Lebensunterhalt und dem Menschenrecht auf Eigentum zugunsten eines höheren Ziels (gute Fortbestehen der Menschheit) thematisiert und bereinigt wird. Letzten Endes beruht z.B. die Klimakrise auf Plündern, was man mit den Worten «Tragik der Allmend» charakterisieren kann. Ein notwendiges Mittel dagegen ist auch das Einfordern von demographischer Eigenverantwortung, unter Hinweis auf eine faire Formulierung des Menschenrechts auf Eigentum. – Dr. Gernot Gwehenberger

 


 

 

Leserbriefe zu „»Ein Herz aus Stein«“ von Slawomir Sierakowski

 

Auf systematisches Handeln in der internationalen Politik, kann staatliches Handeln nicht allein von moralischen Gesichtspunkten bestimmt werden. Sie sollte Entwicklungen bis zu Ende denken und strategisch handeln. Zu einer Strategie gehört meines Erachtens die Betrachtung der notwendigen Schritte zur Erreichung eines Zieles. Dabei sind alle betroffenen Bereiche des Lebens und der Gesellschaft einzubeziehen. Politik sollte m. E. niemals auf Sicht fahren, sondern die Folgen ihrer Entscheidungen im Voraus bedenken.

Wer kennt die Illusionen und die dogmatischen Missdeutungen des Korans über die Unreinheit der „Ungläubigen“, ihren bösen Charakter? Wie reagieren die Migranten, wenn ihre Erwartungen nicht in Erfüllung gehen, sie einen Kulturschock erleben angesichts der Stellung der Frau in den europäischen Gesellschaften? Leider begeben sich zu Wenige vor der Begehung von Gewalttaten in psychiatrische Behandlung. Wenn die Migranten in Belarus als Flüchtlinge bezeichnet werden, entspricht das wohl weniger einer sachlichen Beschreibung der Wirklichkeit, sondern eher der Beschreibung, wie sie dem Betrachter gefällt. Erbil ist eine aufstrebende Stadt im Kurdischen Norden des Irak. Die dortigen sozialen Probleme entsprechen dene in Warschau, Berlin und anderen Großstädten. – R. Renaux

 

Es ist befremdlich zu verfolgen, wie die polnische Nation, die sich immer noch als die katholischste Europas sieht und den Papst aus ihren Reihen als Nationalhelden feiert, sich zum xenophoben Euro-Parasitismus bekennt. Sie würde wohl auch Maria und Josef den Unterschlupf in der ärmlichen Hütte verweigern, in der dann der Sohn Gottes geboren würde. Als Katholik fremdschäme ich mich für dieses Land, das selbst so viel Unrecht erlitten hat. Frohe Weihnachten, liebe Polen! – Dr. Michael Rohe

 


 

 

Leserbriefe zu „Dausend Prozent“ von Peter Dausend

 

jedes Mal, wenn ich Ihre Kolumne lese, freue ich mich, dass ich die ZEIT gekauft habe, wie seit vielen vielen Jahren. Auch wenn ich mich immer öfter über zunehmende Emotionalität der Sprache und Mangel an analytischer Tiefe bei etlichen Artikeln ärgere oder über die manchmal sehr flachen Themen des Dossiers nur den Kopf schütteln kann, ist mir allein schon Ihre Kolumne das Geld für die Zeitung wert. Ich hoffe, Sie bleiben uns mit dieser Kolumne (und auch mit anderen Artikeln) noch ganz lange erhalten. Vielen Dank, dass Sie mir immer so einen freundlichen, oft in wiederholtes herzhaftes Lachen ausartenden Donnerstagvormittag bescheren! – Hildegard von Walther

 

Keine Angst! Wie intransparent die Koalitionsverhandlungen auch sein mögen, es bleibt zu hoffen, dass die Gelbphase selbst bei vierjähriger Ampeldauer die kürzeste sein wird. – Manfred Wagener

 


 

 

Leserbriefe zu „Der letzte Haudegen“ von Lisa Nienhaus

 

Nach der Ermordung Alfred Herrhausens tat Hilmar Kopper der Deutschen Bank und dem öffentli-chen Erscheinungsbild als oberster Vertreter dieses Aushängeschild der deutschen Finanzwirtschaft gut. Der ehrtenwerte Vorgänger, der dafür stand, zu sagen, was man tut, und zu tun, was man sagt, hatte unrichtigerweise in der Öffentlichkeit das Bild als „Herr des Geldes“ bekommen. Hilnar Kopper bekam dann später im Zuge der Schneider-Affäre mit den Peanuts einen auf die Nuss. Doch auch dieses Wort wurde dem harten Arbeiter Kopper nicht gerecht. Er war in seiner verstandenen Berufs-ausübung ein Verantwortungsethiker. Er übernahm Verantwortung. Er kümmerte sich um Anliegen von Menschen. Er scherte sich einen Teufel um Zuständigkeiten, er hakte nach und rollte die Dinge auf, die ihm nicht gefielen. Seine Art zu führen, die fehlt heute mehr denn je. – Dr. Detlef Rilling

 

Als ehemaliger Banker kannte ich Herrn Kopper ganz gut. Er war der letzte, der geklotzt und fast immer richtige Entscheidungen getroffen hat. Nach Abs war er es, der die Deutsche Bank noch größer gemacht hat. Der Mann kannte keine Berührungsängste. Der hat, wie sie auch schreiben, die DB international gemacht, vorher kannte man die DB in Amerika kaum. In London war es nicht viel anders. Seine vielen Aufsichtsratsposten sprechen für sich. Eine Banklehre kann oft mehr helfen als ein Studium, um in die obere Etage einzuziehen. – Gunter Knauer

 


 

 

Leserbriefe zu „Christian Lindner, gib endlich zu, dass du ein Gangsta bist!“ von Artur Weigandt

 

Klischees sind praktisch. Und platt. So platt, dass die jungen FDP-Wählerinnen und Wähler jetzt schon als Abziehbild der Gangsta Rapper herhalten müssen. Aber bitte, man kann es sich so einfach machen: Die Grünen-Wählerinnen und Wähler haben als Kinder nur Benjamin Blümchen gehört oder – wenn sie schon älter sind – Joan Baez. Wer zur CDU tendiert, schwärmt vermutlich für Helene Fischer. Die SPD-Klientel wird mit Biermann, Wader und Westernhagen manipuliert.

Die Lieblings-Lieder der AFD-Anhänger möchte ich hier lieber nicht zitieren. Ach ja, wenn ich schon dabei bin, ich hätte nie erwartet in einem ZEIT-Artikel zu lesen: „Die FDP ist die Partei der Reichen“. Platter geht’s nicht mehr. Siehe oben. Und zum Schluss: Was ist eigentlich verwerflich an selbst erarbeiteter Erfüllung von Lebensträumen? – Thomas Meichle

 

Hier ein der Song zu deinem Text! Danke dafür! Erklärt so einiges. https://www.youtube.com/watch?v=3DOE8b21NcAA. Grünberg

 


 

 

Leserbriefe zu „Lieber arbeitslos als zwangsgeimpft“ von Heike Buchter

 

Es ist einfach nur erbärmlich, abscheulich, schmierig, infam, hasserfüllt, verabscheuenswert, hundsgemein, perfide, niederträchtig, ekelhaft gefühllos, schäbig, charakterlos, fies, schändlich, kaltschnäuzig, abstoßend, unsittlich, despektierlich, böswillig,…. und sehr, sehr traurig, all das, was da in dieser Pandemie weltweit so abgeht. Der Mensch zählt nicht mehr als Mensch, er bekommt nur noch einen Stempel aufgedrückt, den als Geimpfter oder den als Ungeimpfter! – Riggi Schwarz

 

Es gibt Menschen da fällt einem nicht mehr viel ein. Dazu gehört Theresa Malek. Und dann noch als Krankenschwester. Warum kämpft sie nicht um ihr Leben. Die Frau muß totessüchtig sein. – Gunter Knauer

 


 

 

Leserbriefe zu „Ihr Erlöser. Oder ihr Untergang“ von Hannah Knuth

 

Vielen Dank für den spannenden, informativen Artikel über den Niedergang der ,Berliner Zeitung´ von Hannah Knuth. Gravierender Höhepunkt: Der Weggang der renommierten Journalistin Sabine Rennefanz … Die Restleserschaft der ,Berliner´ erfährt nichts zu den Hintergründen. Auch Hannah Knuth schweigt. Weiß man mehr bei der „Die Zeit“? – Wolfgang Hopp

 

Wir sind seit vielen Jahren Leser der Berliner Zeitung und finden, dass sie seit Holger Friedrich die Zeitung übernommen hat sehr gewonnen hat. Gerade die Wochenend-ausgabe finden wir spannend und interessant, weil dort auch Autoren zu Wort kom-men, die in der bundesrepublikanischen Presse sonst unterrepräsentiert sind. Es ge-fällt uns, dass z.B. über Russland viel differenzierter berichtet wird als in der bundes-republikanischen Presse üblich.

Wir schätzen auch die Zeit und lesen sie seit vielen Jahren, auch wenn mir persönlich vieles an der Zeit nicht gefällt z.B. dass die Berichter-stattung über Russland häufig sehr undifferenziert und tendenziös ist und hauptsäch-lich das berichtet was die Transatlantiker verbreitet wissen wollen. Wir denken uns unseren Teil und werden die Zeit trotzdem weiter lesen. Auf die Vielfalt kommt es an! Was mich an dem Artikel von Frau Knuth wirklich gestört ist der Subtext: Holger Friedrich ein exzentrischer Egomaniac – der typisch Ossi – sein Geltungsbedürfnis mit dem ruinieren einer Zeitung aufpeppen muss?

Müssen wir die Berliner Zeitung jetzt sankionieren, damit dort die Menschenrechte wieder respektiert werden? Falls Frau Knuth, vielleicht ja zu Recht, ein Problem mit Holger Friedrichs hat, warum klärt sie das nicht mit ihm selbst? Dann könnten sie sachliche Artikel ohne Subtext schreiben und ich denke, die Leser würden es ihr danken. – birgit moeller

 


 

 

Leserbriefe zu „Torten der Wahrheit“ von Katja Berlin

 

Kann man diese Rubrik von Frau Berlin nicht langsam mal einstellen? Bitte! Es ist mittlerweile einfach nur noch plump und populistisch, eher so ne Art woke Stammtischparolen. Schenkelklopfer für Beinamputierte. Auf jeden Fall nicht witzig. Auf 25 Quadratzentimetern z.B. mal kurz die gesamte Homöopathie abwatschen und behaupten sie hätte keine positive Wirkung – schön, die Pharmalobby freuts, aber es ist einfach nur empirischer Blödsinn, wie vieles andere auch von ihr.

Okay, es ist eine Überspitzung ohne Ausgewogenheitsgarantie – aber warum immer nur auf die gleichen Leute eindreschen? Wie wäre es mal, wenn die Torten der Wahrheit auch mal von anderen Leuten gestaltet würden? Es finden sich bestimmt genug Leute, die gerne die Chance ergreifen würden ihre Meinung ohne Begründung rausposaunen zu dürfen. Also ich wäre dabei! – Achim Hauck

 

Ich kenne DIE ZEIT als eine Zeitung, die für offene vorurteilsfreie Diskussionen und differenziertes Denken steht. Die Torte der Wahrheit zum Thema Homöopathie war das absolute Gegenteil – komplett undifferenziert und das Bedienen aktuell in Mode geratener Vorurteile. Bitte macht so nicht weiter. – Florian Stephenson

 


 

 

Leserbrief zu „Aktion Schrumpfkur“ von Heike Buchter

 

Der Absturz von GE war vorhersehbar, denn der legendäre Jack Welch hat seinen Nachfolgern nicht nur ein schweres, sondern auch ein schlechtes, in Teilen miserables Erbe hinterlassen. Es war Hybris zu glauben, dass „the most admired company in the world“ mit den überlege-nen Management-Techniken von GE automatisch weltweit in jeder Branche reüssieren würde. So kam es z. B. zu dem dramatischen Versagen von GE Capital mit den besonders markanten Fehlern in der Erst- und Rückversicherung (Employers Re) und im Retail Banking (GE Money Bank).

Das hochgelobte und von Welch mit brutaler Konsequenz exekutierte „Quality“-Konzept von GE, bei dem man Konzepte (Six Sigma) aus der Massenproduktion (Glühbirnen, Haushaltsgeräte) auch allen anderen Geschäftszweigen aufzwang, war im Finanzdienstleis-tungssektor und in Branchen mit einer B-to-B-Struktur geradezu destruktiv. Die vermeintlich unaufhaltsame Erfolgsgeschichte von GE (und Jack Welch) muss neu geschrieben werden. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann

 


 

 

Leserbrief zu „Quengeln, drohen, schweigen“. Gespräch mit Louis Lewitan geführt von Tina Hildebrandt

 

Freunde der Zeit, schaut auf diese Stadt (Düsseldorf), die gerade recht lautlos einen neuen Ministerpräsidenten gekürt hat. Hendrik Wüst ist ein atypischer Politiker, der geht eher als Bankkaufmann in die Geschichte ein. – Gunter Knauer

 


 

 

Leserbrief zu „Welche Rolle spielt die FDP?“ von Paul Middelhoff

 

Vielen Dank für diese Klarstellung zum Wesenskern der Feudalen Demokratischen Partei (FDP). Niemandem in der Feudalen Demokratischen Partei geht es um Menschen und Gesundheit. Der Wesenskern der Feudalen Demokratischen Partei ist kalte Technokratie. Dieses Denken kreist um Regeln, Mechaniken, Instrumente. Menschen, Tiere, Natur und Planet sind in diesem Denken subsidär. Im Mittelpunkt der Feudalen Demokratischen Partei stehen: Markt, Wettbewerb, Innovationen, Individualismus. Gesundheit, Solidarität, Sicherheit, Einschränkungen von Individual-Egoismen 2nd. Alles eloquent vertreten durch den Vorsitzenden der Feudalen Demokratischen Partei (FDP).

Von diesem fragwürdigen Freiheitsindividualismus sind zuletzt auch noch viel zu viele unerfahrene Jungwähler geblendet worden. Die FDP hat am wenigsten zur Lösung der pandemischen Probleme für die Mehrheitsgesellschaft beigetragen und davon bei den Bundestags-Wahlen auch noch am stärksten profitiert. Eine erschreckende Diagnose. Und der Ausblick kann auch nicht wirklich ermutigen. Die Politik der nächsten Legislaturperiode wird sich unter dem Druck der FDP noch weiter von der Mehrheit der Menschen entfernen. Wir werden nun schlecht regiert werden – nicht einmal das Versprechen, dann lieber gar nicht zu regieren, löst die FDP noch ein – Hans-Jörg Glaß

 


 

 

Leserbrief zu „Der Friedenskämpfer“ von Andrea Backhaus

 

Misrata ist nicht nur eine Stadt der Geschäftsleute. Ein Teil ist auch sehr konservativ und sehr religiös. Der Mann z.B. der den Flughafen in Tripolis im August 2014 abgefackelt hat, Saladin Badi, kommt auch aus Misrata. Der Flughafen Tripolis sollte nicht den Milizen aus Zintan als Geldquelle und zum Waffenschmuggel dienen. Das Geld das die Geschäftsleute in Misrata verdienen, kommt direkt oder indirekt (über Handel) aus dem Ölreichtum des Landes. Insofern ist Misrata etwas cleverer als Tripolis im Abschöpfen des Ölreichtums. Ich war Ende der 80er/ Anfang der 90er in Libyen und dann von 2006 über 2011 bis 2014 als es wegen IS nicht mehr vertretbar war.

Auch ich war nach 2011 zunächst optimistisch. Ich hatte erlebt wie die drei Oasendörfer im Zentrum der Ölfelder Ostlibyens sich immer wieder zusammengerauft hatten, trotz Ihrer unterschiedlichen Stammes- und Volkszugehörigkeiten. Ich dachte das können die Libyer als ganzes auch schaffen. Allein der übergroße Reichtum des Landes hat ins Verderben geführt. Alle Pläne, die ich von unterschiedlichster Seite für eine Zukunft Libyens hörte hatten eins gemeinsam (einfach ausgedrückt): Wer in Tripolis an der Macht ist, hat das Geld, kann es verteilen und damit Gefolgschaft kaufen. Bis heute hat sich daran M.E. nichts geändert. Es wird immer wieder versucht eine politische oder militärische Lösung herbeizuführen, die das Zentrum ermächtigt das Geld zu verteilen. Bis heute gehen alle Öleinnahmen an die Zentralbank in Tripolis.

Die Regionen wo das Öl gefördert wird sind darauf angewiesen von Tripolis mit etwas von diesem Segen „bedacht“ zu werden. Das gleiche gilt übrigens für die Süßwasserversorgung der Küstenstädte, auch Misrata, die über den Great Man Made River aus fossilen Wasserlagerstätten im Süden des Landes erfolgt. Bevor nicht irgendeine Lösung gefunden wird die Öleinnahmen einigermaßen „gerecht“ oder sinnvoll über die Regionen zu verteilen, ohne dass die, wie auch immmer zustandegekommene, Zentralregierung eingreifen kann, wird es keinen Frieden geben. Das können sich die Menschen in den Öl und Wasserfördergebieten schlicht nicht leisten. Die werden von der Zentrale glatt „vergessen“.

In der ganzen Zeit von Oktober 2011 bis Mitte 2014 gab es nicht einen Versuch aus der Zentralregierung oder Verwaltung herauszufinden, was in unserer Region benötigt würde (Es gibt dort nur eine rudimentäre Gesundheitsversorgung, keinen zivilen Flugplatz und die Straße zur Küste, als einzige Lebenslinie, ist streckenweise noch nicht mal mehr eine Schotterpiste). Ja die Libyer wollen einen Neuanfang, aber ich glaube da gibt es durchaus, nicht 6 Millionen, aber doch eine nicht unerhebliche Anzahl an verschiedenen Neuanfängen in den Köpfen der Libyer. – Otto Wilhelm

 


 

 

Leserbrief zu „Mehr Wissenschaftsdiplomatie!“ von Katja Becker

 

Als begeistertes Mitglied der wissenschaftlichen Community habe ich den Beitrag von Katja Becker zur wachsenden Bedeutung der Wissenschaftsdiplomatie mit großem Interesse und durchaus auch Freude gelesen. (Natur-)Wissenschaftler hatten Jahrzehnte lang das berechtigte Gefühl im gesellschaftlichen Diskurs nicht genügend angehört zu werden. Man haderte damit, dass die Bemerkung eines eloquenten Talkshow-Gastes, er/sie sei „schon immer schlecht in Mathematik und Physik gewesen“, mit allgemeinen Gelächter quittiert wurde. Was wäre passiert, wenn das Bekenntnis „schlecht in Deutsch“ gelautet hätte?

Und so weiter und so fort… Da ist es natürlich verlockend, wenn bestimmte Umstände (so unsäglich und katastrophal sie auch sein mögen) dafür sorgen, dass die Ansichten und Erklärungen „der Wissenschaft“ gefragter denn je sind, oder zumindest zu sein scheinen. Ich unterstelle mal, dass die in Frau Beckers Artikel zitierten Planungen des Auswärtigen Amtes zur Entwicklungen der internationalen Wissenschaftspolitik in Absicht und Perspektive über das dramatische Tagesgeschäft hinaus gehen. Daher treibt mich zur Zeit auch ein anderer Gedanke um, der um den Leim kreist, den „die Politik“ offenbar zur Zeit „der Wissenschaft“ und auch „der Kunst“ ausstreicht. Auf diesen sollte sich niemand locken lassen zu gehen.

Gewisse vereinnahmende Tendenz in den Einlassungen von Olaf Scholz zu einer neuen Allianz von Politik und Kunst vor wenigen Wochen in dieser Zeitung haben mich bereits irritiert und blieben zum Glück nicht unwidersprochen. Nun mache ich mir Sorgen um einen ähnlichen Twist in der Debatte um eine neue Wissenschaftspolitik. Einen intensiven, offenen und respektvollen Austausch auf Augenhöhe zwischen Politik, Wissenschaft und Kunst kann im Grunde kein vernünftiger Mensch ablehnen. Allerdings muss hier das „auf Augenhöhe“ betont werden. Die drei genannten Felder des menschlichen Strebens haben letztlich unterschiedliche Aufgaben, Vorgehensweisen und Ziele. Die Wissenschaft sucht nach Erkenntnis und Wahrheit, die Kunst sucht nach Schönheit und Ausdruck.

Politik muss da zwangsläufig pragmatischer sein, den Rahmen und die Bedingungen für unser aller Leben und Wirken gestalten. Im Spannungsfeld dieses Dreiecks kann durchaus ein Mehrwert für den globalen Diskurs über die Frage, was denn ein gutes Leben sei, entstehen. Wenn eben das mit der Augenhöhe nicht vergessen wird. Die Wissenschaft kann sich nicht den Spielregeln und Gepflogenheiten der Politik beugen. Sie kann sich nicht von der Politik für deren Zwecke und Ziele instrumentalisieren lassen.

Sie kann aber eine wertvolle Ergänzung bieten zur Politik, und das nicht nur mit Hilfe ihrer Ergebnisse und Erkenntnisse, sondern auch mit dem Einbringen einer eigenen, an weniger Bedingungen geknüpften und offeneren Kommunikationskultur. Tatsächlich kann der Fall eintreten, dass der Wissenschaft in schwierigen Situationen internationale Kommunikationswege offen bleiben, die der Politik verbaut sind, und sei es aufgrund von Fallen, die diese sich selbst gebaut hat. Trotz all dem muss der wissenschaftliche Austausch, der offene und freie Dialog über die großen Fragen der Gegenwart und Zukunft, seine Autonomie bewahren um seine schöpferischen Kräfte freisetzen zu können.

Nur so bewahrt die Wissenschaft ihre Integrität und Unbestechlichkeit und nur so hat ihre Stimme, insbesondere in schwierigen Zeiten wie diesen, das nötige Gewicht. Fakten-basierte wissenschaftliche Erkenntnisse und Modelle mit all ihren notwendigen Weiterentwicklungen und Korrekturen sind in ihrem Wesen und Wert unabhängig davon, ob die daraus abzuleitenden praktischen Konsequenzen politisch nützlich und/oder durchsetzbar sind. – Prof. Dr. Martin van der Laan

 


 

 

Leserbrief zu „Aus dem Weltkuddelmuddel“ von Jens Balzer

 

Der Beitrag von Jens Balzer in der neuesten Ausgabe ist durchaus lesenswert, enthaelt aber einen nicht ungewichtigen Fehler: „Auch die weltweit erfolg­reichste Popgruppe der Gegenwart kommt aus Seoul: Die Boyband BTS stand in der Statis­ik des internationalen Tonträgerverbands IFPI für das Jahr 2020 auf dem ersten Platz. In den Top Ten der weltweit meistverkauften und -gestreamten Alben waren BTS mit gleich drei Titeln vertreten, neben zwei weiteren südkoreanischen Bands, Blackpink und Arashi.“ Arashi kommt jedoch aus Japan und auch das Wort ist Japanisch (嵐), es bedeutet „Sturm“ oder „Gewitter“. – Carsten Waychert

 


 

 

Leserbrief zu „Hat der Brexit auch sein Gutes?“ von Thomas Fischermann et al.

 

Überhaupt keine Frage.Was brauchen wir die Engländer? Schlechtes Wetter,schlechtes Essen und die Angewohnheit,sich in kontinentale Dinge einzumischen.Vorteile mitnehmen,aber sich selbst vornehm zurückhalten.Und dann wiederkommen, um doch lieber mitzumachen.Auf keinen Fall.Good bye,Britannia. – hans-Emil Schuster

 


 

 

Leserbrief zu „Schaffen die Hausärzte das?“ von Hanna Grabbe

 

Mein Gott hält sich da aber mein Mitleid sehr in Grenzen! Wurde der nadelige Stich erst mit 20 € vergütet, so sind es nun schon 28 €. Reist der Hausarzt zum Impftermin zu seinem Patienten nach Hause, was man auch einen Hausbesuch nennt, so kann er nochmals 35 € dazu verrechnen, pro impfwillige Person i diesem Haushalt, kann er nochmals 15 € draufschlagen. Ja, die hausärztlichen Mediziner impfen sich um Kopf und Kragen, behalten aber weiterhin die Übersicht. Alles andere muss warten und darf sich flott in die Warteschlage einreihen. – Klaus P. Jaworek

 


 

 

Leserbrief zu „Stimmt’s? Elektroautos werden sehr selten gestohlen“ von Christoph Drösser

 

Das wird wohl stimmen. Wer klaut denn einen solchen Elektroschnorrer? Zu wenig Säulen,um das Stromgierige Vehikel aufzuladen. Hat das Gefährt nicht auch Akkus? Verkaufen geht auch nicht, das wäre Hehlerei.Und wird bestraft. – Hans-Emil Schuster

 


 

 

Leserbrief zu „Durchschaut: Spinnseide“

 

Meiner laienhaften Meinung nach kann die Spinn(en)seide von dem Tier gemäß dem Foto nicht verdrillt (verdreht), sondern höchstens miteinander verklebt werden, sonst müsste es sich bei feststehenden Spinndrüsen um die eigene Achse drehen. Oder die Spinne müsste in gewissen Abständen die Seide abbeißen (?) und dann mit den Beinen verdrillen. Wie denn nun? – Ulrich Maas

 


 

 

Leserbrief zu „Und wieder nur Mama umarmen“ von Nina Pauer

 

Nobles Gefängnis, in das der junge Mann der Penny-Weihnachtswerbung „pandemisch eingekerkert“ wurde – nun muss er tragischerweise zwischen Fischgrätenparkett, Desig-nerlampen und einer liebevollen Mutter ein „verpasstes Leben“ führen. Was tun gegen das „Lockdown-Leid“? Erstmal zu Penny! Die Supermarktkette verspricht uns Jugendlichen „Wir wollen euch ein Stück eurer Jugend zurückgeben …“ und verlost Erlebnisse wie folgende: „Mit Schildkröten in Ägypten schnorcheln, die Nacht zum Tag machen auf Ibiza oder vielleicht doch lieber mit einem Hundeschlitten durch Alaska flitzen? Was bei deiner Traumreise passiert, entscheidest du!“

„Was ist daran erschütternd?“, so fragt sich Autorin Nina Pauer. Indem man dieses „verpasste Leben“ durch solche Clips geradezu zelebriert, wird uns Ju-gendlichen suggeriert, dass es unser gutes Recht ist, sich in unserer Wohlstandsblase im eigenen Selbstmitleid zu suhlen. Für Jugendliche in meinem Alter, die in dem Clip angesprochen werden, sind viele schöne und wichtige Erlebnisse nicht möglich gewesen, das stimmt. Ich will meinen Altersgenos-sen nicht absprechen, darüber enttäuscht und traurig zu sein. Allerdings geht durch Clips wie diese der Blick über den Cornflakesschüsselrand hinaus verloren:

Dass Nina Pauer „statt endloser Monate voller Finsternis und Quarantäne lieber Erlebnis-se“ fordert, finde ich zynisch, während unsere Krankenhäuser samt überarbeitetem Kli-nikpersonal kurz vor dem Kollaps stehen. Spots wie diese treffen mich im Gegensatz zur Autorin nicht „direkt ins Herz“, sondern stoßen mich ab. Denn sie befeuern die gefährliche Haltung, dass die aktuellen Maßnahmen nicht zumutbar und überzogen seien: „Vielleicht rüttelt dieses Video endlich all diejenigen wach, die immer noch glauben, alles was pas-siert, sei zum Wohl der Menschen“ – so ein Kommentar unter dem Video. Daher wünscht sich also auch die schick gekleidete Mutter sehnlichst, dass ihr Sohn endlich wieder be-kommt, was ihm in einer als normal deklarierten Jugend zusteht:

Bitte ein paar Gehirnzellen beim Komasaufen verlieren, Porzellan vom Esstisch pfeffern und unbedingt zum Schulversager werden! Würde man sein scheiß Leben nicht in einem Alkopop ertränken und sich im „Lockdown-Leid“ verkriechen, so könnte man ja eventuell mit der unange-nehmen Realität konfrontiert werden: Ist das eigene Leben im Hinblick auf die Situation an der polnisch-belarussischen Grenze, in Afghanistan oder im Jemen vielleicht doch nicht so verloren? Ist es denn wirklich My Life, um das sich alles dreht? – Johanna Kosak

 


 

 

Leserbrief zu „Chefinnensache“ von Evelyn Finger et al.

 

Ein informativer, aufschlussreicher Artikel mit dem etwas reißerischen Titel „Chefinnensache“. Warum aber drei unerschiedlich große Fotos der drei Frauen an der Spitze der EKD? Gerade sie stehen dafür, dass keine oder keiner größer ist als eine andere oder ein anderer. Und dass Anna-Nicole Heinrichs Bild am kleinsten geraten ist, verdunkelt ihre Position als Präses der EKD-Synode. Dieser sind der Rat mit seinen Vorsitzenden Rechenschaft schuldig. Als Chefinnen im landläufigen Sinne wollen und können sie sich nicht verstehen. – Karl-Christoph Flick

 


 

 

Leserbrief zu „Die Unterwerfung der Welt“ von Adam Soboczynski

 

Sie finden wunderbare Worte für den neuen Roman Álvaro Enrigues, erwähnen in Ihrer langen Rezension den Übersetzer Carsten Regling hingegen noch nicht einmal mit Namen. Warum? Es ist den Übersetzer:innen zu verdanken, dass fremdsprachliche Werke hierzulande überhaupt erst erschlossen, verstanden und genossen werden können. Ohne sie wären Ihre Arbeit als Rezensent und mein Vergnügen als Lesende schlicht nicht möglich. – Dr. Heike Muranyi

 


 

 

Leserbrief zu „Auf den Spuren der Väter“ von Thomas E. Schmidt

 

Hier sind es die Chinesen,welche abrechnen mit den Vätern und der Familie. Genau gesagt ist es nur ein Chinese,der Globalkünstler Ai Weiwei. Globalkünstler klingt toll,was auch immer das ist.Global ist sie schon die Methode. In anderen Kulturkreisen abgucken,wie da Schriftsteller abrechnen.Mit dem Vater und der Familie.Na denn. – Hans-Emil Schuster

 


 

 

Leserbrief zu „Mehr als ein Talent“ von Christine Brinck

 

Die Malerin Maria Anna Angelika Kauffmann wurde bereits nach der zweiten Woche des Novembers 1786 des Goethe-Aufenthaltes in Rom (29. Oktober 1786 – Rückkehr nach Weimar im Mai 1788), von ihm aufgesucht: und in der Folgezeit mochte dies zur regelmäßigen Gewohnheit seiner Rom-Euphorie sich einspielen – in dem Salon der populären Malerin waren die bedeutendsten-aktuellen Persönlichkeiten der Stadt sowie der ausländischen Rom-Visiteure, zugegen – auch las Goethe im Jahre 1787 aus seiner eben beendeten „Iphigenie“ dort vor Publikum im Salon der Angelika Kauffmann…

Weimar war (in ihm) endlos weit entfernt und sein Herz für die römische Damenwelt schien sicherlich nicht aus Stein – wenn auch die „verlassene“ Freifrau Charlotte (von und zu Stein) sich durch den heimlichen Weggang Goethes weniger frei fühlte zu diesem (insgesamten) Fluchtverhalten ihres eigenartig anhänglichen Verehrers. Sexuell aber schien sich nie etwas zwischen den Beiden in ihrer vorgespielten (?) „Innigkeit“ in Weimar abgespielt zu haben – könnte man somit hinzufügend (zu seiner besichtigbaren (?) asexuellen Vergangenheit) behaupten wollen: dass Goethe mit seinen 37 Lebensjahren durchaus „jungmännlich“ mit seinen Genitalien gen Italien für längere Zeit entschwunden war…? Sein befreiender Ausruf, als er an der Porta del Popolo aus der Kutsche stieg: „Endlich in Rom:

Ja, ich bin in der Hauptstadt der Welt angelangt!“ Bereits nach einer Hotelübernachtung: konnte er in einer Wohngemeinschaft/Künstlerkommune von deutschen Malern (in der Via del Corso Nr. 18) einen freundschaftlichen-harmonischen Verbleib auffinden. Goethe hatte sich stets vom allgemeinen Volk weit abgewandt, war in seinem „Weimar-Athen“ und darin in seiner höfischen Umgebung derart abgehoben allem Massenhaften entbunden, dass er selbst zu des Herzogs Auffassung gegen die Todesstrafe an der ledigen Magd Johanna Catharina Höhn (15. April 1759 in Kottendorf – geköpft durch das Beil des Henkers am 28. November 1783), dennoch seine maßgebliche Unterschrift im Konsilium (zur Enthauptung der Dienstmagd) im November 1783, einbrachte…

Herzog Carl August legte kein Veto ein – verschwand an diesem Köpfungstag aus Weimar, um nicht ortsnah anwesend sein zu müssen zu dieser blutigen Abschlachtung… Goethe war hierbei zuvor weder ein sozial bedenkenswürdiger Jurist, noch christlicher oder menschlicher Mitfühlender, noch ein ethisch-humaner Dichter und Künstler – und wie schon verdeutlicht, hatte sein Herzog den dringenden Wunsch gegen das Todesurteil auch schriftlich geäußert: „…daß die Verbrecherin (Anm.: „Kindstöterin kurz nach der Geburt…“), durch Abschneidung des Haupthaars, für immer, als eine Mißethäterin, zur Schande ausgezeichnet, sodann an den Pranger gestellet und öffentlich gegeißelt, auch, wenn dieses geschehen, auf Lebenszeit in das Zuchthauß gebracht und darinnen zu beständiger harter Arbeit angehalten, wie nicht weniger die Stellung an den Pranger und deren öffentliche Geißelung, solange sie lebet… jährlich ein oder ein paarmahle, besonders an dem Jahres-Tag, an welche sie den Kindermord verübet, wiederhohlet werde“.

Doch Goethe war hierbei nicht zugänglicher geworden – zu seiner Unterschrift für das Todesurteil in der unterschiedlichen Einstellung des Konsiliums, war hinzugefügt: „Auch ich.“ Und damit überstimmte Goethe mit seinem ausschlaggebenden Votum für das Todesurteil: die bis dahin vorgefundene Patt-Situation. Jahrzehnte waren seither vergangen, und dennoch rückschauend: Somit liest sich der von Johann Peter Eckermann (21. September 1792 in Winsen a. d. Luhe – 3. Dezember 1854 in Weimar) aufgeschriebene Wortetext Goethes aus dem Jahre 1830 sehr ambivalent – wenn man im übertragenen Sinne rückerinnernd bedeuten wollte: … was interessiert mich meine Todesurteils-Unterschrift von damals…

Denn war das nicht persönliche Barbarei, ohne zwanghaften Hintergrund – da doch der regierende Herzog ausdrücklich sich gegen dieses Todesurteil ausgesprochen hatte… Wolfgang von Goethe aber scheint hierbei seine Macht über Leben und Tod geradezu sich majestätisch verfügt zu haben – war dies dann vielleicht die erbringbarste „Krönung“ seiner erkennbarsten aufgestiegenen Herrschaftlichkeit?

„Wie hätte ich, dem nur Kultur und Barbarei Dinge von Bedeutung sind, eine Nation hassen können, die zu den kultiviertesten der Erde gehört und der ich einen so großen Teil meiner eigenen Bildung verdankte! Überhaupt ist es mit dem Nationalhass ein eigenes Ding. Auf der untersten Stufe der Kultur werden sie ihn immer am stärksten und heftigsten finden. Es gibt aber eine Stufe, wo er ganz verschwindet und wo man gewissermaßen über den Nationen steht und man Glück oder ein Wehe seines Nachbarvolkes empfindet, als wäre es dem eigenen begegnet. Diese Kulturstufe war meiner Natur gemäß, und ich hatte mich darin lange befestigt, ehe ich mein sechzigstes Jahr erreicht hatte.“

Wir sollten dieses Goethe-Be-Denkmal durchaus noch neuzeitlicher kritischer hinterfragen – und auch seine angebliche Vielseitigkeit genauer beleuchten dürfen… Einerseits ist das Interesse an den Bildungsmöglichkeiten doch eine Selbstverständlichkeit für einen Hochbegabten als Dichter und Schriftsteller, diesen (letztlich von ihm verehrten) Goethe, der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe (11. Dezember 1801 – 12. September 1836 in Detmold): als das „Trojanische Pferd der deutschen

Literatur“, bezeichnete! Und hinter dieser persönlichen Ausdeutung steckte jede Menge gleichzeitiger Respekt vor dem Großdichter aus Weimar… Andererseits mögen wir Heutigen doch nicht übersehen, dass jener suchende und nicht allwissende Goethe auf anderen Gebieten außerhalb der Literatur, eben doch nur ein übervoreingenommener Dilettant geblieben war – ob nun im Naturwissenschaftlichen, wie auch auf seiner ewigen Suche nach der Urpflanze: Goethe lag heftig daneben, war auch seine Farbenlehre nichts als vergebliche verfärbte Farbenliebesmühe!

Und Goethe ließ sich auch durch profunde Gegenmeinungen, geistig- wissenschaftlich sowie farblich nicht beirren. Schade um seine kostbare Lebenszeit hierfür – manche weiteren Gedichte/Balladen wären (zeitgleich anstatt) auf uns zugekommen… Dann aber in „DIE ZEIT“ (vom 18. November 2021 durch Christine Brink) über die Sängerin und Malerin Angelika Kauffmann (1741-1807) „Mehr als ein Talent“ – u.a. auch noch lesen zu müssen: „Goethe das Universalgenie, war ein brillanter Zeichner und systematischer Naturforscher.“

Da würden die damaligen exzellenten Maler und Zeichner sowie die Naturforschenden (jeweils unsterblich), gerne selbst die ZEIT-Redaktion anrufen oder anschreiben und etliche Mär darüber klarstellen wollen… Solch einer doch erkennbaren Überhöhung Goethes „als Universalgenie“ beizustimmen – mag man auch mit noch so viel verbleibendem Goethe-Enthusiasmus, nicht zustimmen können. Nein: dessen Zeichentalent war mittel(st)mäßig – und das hat er zudem höchstselbst sich eingestanden, und auch sein Freund und Maler Heinrich Wilhelm Tischbein (15. Februar 1751 in Haina – 26. Juni 1829 in Eutin) durfte ihm das mitten in Rom mitten ins Gesicht sagen: denn Goethe hatte bei ihm Zeichnen-Unterricht genommen!

Und es kam eigentlich nie bis zum Malen mit Ölfarben: das hat dann der Malschüler (sein Pseudonym: Pittore Filippo Miller/Maler Müller) Goethe gänzlich wohlweislich unterlassen – denn dieses „Bemalen“ ist eben nicht nur Schwarz auf Weiß verdeutlichend zu besichtigen, sondern bringt die Ungekonntheit oder das Nichtkönnen auch farblich heftig zu Tage! Verbliebe Goethe als großer Schriftsteller und Dichter: doch lieber bei seiner Feder! Goethe läßt sich dieserhalb seine persönlichen Zeichnungen auch von wahren Malern aquarellieren – das soll dann wohl für spätere Besichtigbarkeiten vor Publikum, mehr als selbstbemalt: was hermachen durch dieses fremdbepinselte „hinzumachen“…

Lassen wir es ohne „Trojanischen Pferdefußkuss“ dabei bewandt sein – feststeht allemal: bei seinem Geschriebenen und Gedichteten kann man niemanden zu dessen derartiger Qualität täuschen, nur enttäuscht sein über die eigene Möglichkeit nicht mit Goethe und seinem privaten Pegasus vollkommen abzuheben … Sollte Goethe aber gewusst haben, dass es späterhin den Abstraktismus in der Malerei geben würde – hätte er sich entsprechend damit tarnen können, und wäre vielleicht ein großer Abstrakter geworden… Hic Rhodos – hic salta!

Ob das Abstrakte nicht doch oft Tarnungen der Moderne vor der unhandwerklichen eigenen Malerpotenz zu Sein vermögen im eigenen Unvermögen? Andererseits – wenn ein anfänglich so nettmalender Naturalist Hans Emil Hansen (1867-1956): nicht der phänomenale Emil Nolde geworden wäre durch seine dann eigenwillige Malerei – würden naturnahest abgebildete Hirsche und Rehe und anderes Getier treudeutsch an den Wohnzimmerwänden über den Sofas zur Dekoration hängen… Welch eine bedeutende Metamorphose für die Kunst und unsere heutigen Nolde ́schen Besichtigbarkeiten. Und auch wenn die herumirrende Kanzlerin diesen Nolde aus ihrem Kanzleramt merkelte, weil über ihn aus früheren braunen Zeiten, gemunkelt wurde – sollten wir abwägen, ob drei einstige Nolde- Bilder im Kanzlerbau schwerer wiegen oder wogen, als die massenhafte Migrationspolitik aus dieser Befehlszentrale gegen die Meinungs-Mehrheit des deutschen Volkes und seiner gefährdeten Zukunft…

Frau (dann) Ex-Kanzlerin zieht sich in ihr bestens dotiertes Privatissimum zurück und läßt die Masse des Volkes weiterhin sich gegenseitig kompliziert integrieren und distanzieren… „Wir schaffen das“ (auch ohne diese orakelhaften Merkelei-Sprüche) – wenn wir alle schon längst geschafft sind vor Befremdlichkeiten! Angela in ehemaliger früher DDR-Stimmung hätte doch aus ihrer sozialistisch-kommunistischen Zeitphase lernen können, dass man am Volk vorbei langfristig keine verfälschende Wirklichkeit erzwingen kann – oder sind wir in einer unaufhaltsamen Völkerwanderung: die über alles Grenzen hinweg, in die „reichen“ Industrie-Länder einströmt, und keine friedliche Politik der Menschenwelt dies aufhalten kann durch die hemmungslose Bevölkerungsvermehrung auf diesem Planeten…

Und dann wäre Angela Merkel nurmehr die verzweifelte Grenzenöffnerin gewesen für das, was später auch mit allen (noch) unvorstellbaren unkontrollierbaren Eindringungen nach Europa unaufhaltsam kommen wird… Wohin auch in der persönlichen Armut, wenn es in den eigenen Ländern keine Hoffnungen in der Gegenwart und für die Zukunft gibt… Das ist die Realität und die Conditio sine qua non einer Unabwendbarkeit zu jener anderen Menschen-Mitwelt: wo die dortige Armut sich aufmacht – um dann insgesamt eine allgemeine Ärmlichkeit in den okkupierten Ländern zu bewirken… Da ist es dann aus mit dem erwünschten Gewinnen beim Monopoly-Spielen: Wir alle werden hierbei verlieren und gemeinsam abstürzen in die Ausweglosigkeit dieser vorhandenen Wirklichkeiten…

Goethe hat es erlebt, als die napoleonischen Franzosen Weimar besetzten und anteilig plünderten – und nur seine Christiane Vulpius ihn aus einer fast lebensgefährlichen Situation errettete, als französische Soldaten auch in seinem Haus ihn ausplündern wollten… Und danach – zu diesem gefährlichen Ereignis: hat er die Christiane Vulpius dann geheiratet und somit auch seinen Sohn August öffentlich legitimiert…War es nun noch Liebe oder vertraute Anhänglichkeit oder doch nur jene Christiane die mütterliche Hausfrau fürs häusliche Eingemachte und die sexuellen Hinzuforderungen? Ach, und wie er seine Christiane (auch als Malender) portraitiert hat – da war keine äußere oder innere wärmende Lebendigkeit zu erhaschen oder zu erfühlen in der Besichtigung als außenstehende/r Betrachtende/r…

Gefühle sind kein malerisches Nebenbei! Und Tischbein schreibt über den Pittore Filippo Miller: „Goethe bleibt auch noch hier – der ist ein halber Maler geworden: ich höre, daß er in Rom fleißig zeichnet, Köpfe und Landschaften…“ Dass mit dem „halben Maler“ muss einem erstmal in den „Kopp nei“ – und wat denn nu: der Goethe machte halbe Sachen…?! Doch bleiben wir gerne mitbewirkend und zudem bei einer anderen Besichtigbarkeit: Goethes Zeichnungen und Malereien seien auch durchaus anders zu besichtigen: Hierzu das hohe Lob!

„Dass Goethe eine Landschaft „erfunden und gezeichnet“ hat, weist darauf hin, dass die Studien nach der Natur Voraussetzungen bilden, um „ideale“ Landschaften zu komponieren. Goethes bildnerisches Ideal ist das einer schöpferischen Abstraktion – nie soll es letztlich um Deskription und Kleinteiligkeit gehen. Goethes Landschaften sind durchaus auch Seelenlandschaften, Resonanzböden differenzierter Stimmungen…“ (Goethe als Zeichner – von Hermann Mildenberger im Juni 2018 zur Ausstellung Klassik-Stiftung-Weimar).

Man will hierbei geneigt sein, doch die eloquenten Sprachbilder zu den italienischen Reise-Bildern und Zeichnungen aus solcher devoten Mildenberger-Kritiker-Feder zu bewundern – und es ist immer spannend, sich vorzustellen: wenn der Name Goethe bzw. Pittore Filippo Miller nicht erkennbar wäre – was dann dabei andersartig (oder eher unartig) hierzu besichtigen belassen würde… Das Diktat zur Kunst ist nicht die Diktatur des Subjektiven im Kotau einer denkmalgeschützten sakrosankten Namensgröße in der deutschen Kulturversessenheit…

Dass Angelika Kauffmann eine damals gefragte Malerin (besonders auch in Rom) als Porträtistin für die europäischen Kunstreisenden war, und Goethe ihre Malerei ebenfalls bewunderte – zeigt aber ebenso auf, wie unkritisch deren Bilder betrachtet wurden und diese Hofierung ihrer Malkunst letztlich das Spiegelbild der dekadenten Selbstbeglänzung jenes absolutistischen Systems war und die Malerin in diesem Sinne doch nur schön-verkäuflich malen konnte und es pekuniär (man zahlte horrende Summen für ein Kauffmann-Bild) zum hohen Lebensaufwand tun musste… Goethe erkennt in seinem von Angelika Kaufmann gemalten Portrait diesen Zwiespalt, wenn nicht gar die Schizophrenie der Verfälschung zu seiner gegenübergestellten lebensechten Natur mit sich selbst: Goethes Selbstbetrachtung in diesem unbeseelten gemalten Vis a vis läßt ihn kritisch äußern: „Es ist immer ein hübscher Bursche, aber keine Spur von mir.“

Hingegen die Portraits von Francisco José de Goya y Lucientes (1746-1828), weltbekannt als Maler Goya – sind so tiefengründig mit der Psyche der von ihm gemalten Menschen verfangen, dass dem Betrachter deren eingefangenen Charaktere zeitlos erkennbar erscheinen… Das ist die wahrhaftige Kunst eines Porträtisten (ob als Malerin oder Maler in und zu denjenigen unterschiedlichen Besichtigbarkeiten): das Innere des porträtierten Menschen mit erfasst zu haben – alles andere ist doch oberflächliche Maskerade: Kleider und Perücken sind handwerkliche Malarbeit: aber die Haltung und die Aura und Psyche des Menschen mit zu dokumentieren: welch eine Einfühlbarkeit hinzukommend zur persönlichen meisterlichen-malerischen Verfügbarkeit…

Diese beiden Malenden, Angelika Kauffmann und Goya – obwohl kaum 6 Jahre im Altersunterschied und in der Epoche ähnlich zeitgleich: verdeutlichen mit jedem beweisbaren Portrait: wie unterschiedlich das Erkennen und Können von der Kunst getrennt werden kann: und wo der oberflächliche Mensch oder das innere Menschsein im Vordergrund und Hintergrund sich darstellt oder verstellt wird: durch oder weniger durch die künstlerischen Einfühlsamkeiten. Spieglein, Spieglein an der Wand… – nur so wirst Du deutlich durch Dich selbst erkannt! Alle Kunst aber versagt vor der Verstellung zur Verdrängung zum und im Bild der eigenen Maskenhaftigkeit. – Axel Manfred Rumpf von Mansfeld

 


 

 

Leserbrief zu „Haltloses Geplauder“ von Ulrich Greiner

 

Hier wird erzählt, wie die Welt aus der Perspektive eines Kater aussieht.Sehr lang, Katzen sind nun mal eigenwillig. Irgendwie hatten wir das doch schon mal.Aus dem Tagebuch eines Hundes (oder so ähnlich) war der Titel.Was kommt als Nächstes? Ein Huhn,eine Ratte oder ein Lurch? Die Fauna rottet sich zusammen und will berichten. – Hans-Emil Schuster

 


 

 

Leserbrief zu „Was ist Schönheit, Shirin David?“ von Florentin Schumacher

 

Shirin David? Nie gehört (Pardon für den Dinosaurier). Dank Ihres einfühlsamen Artikels begegne ich einer warmherzigen, ehrlichen jungen Frau, deren Aussagen mich zum Nachdenken bringen. Zum Nachdenken darüber, dass Menschen nicht aus „einem Guss“ sind und wir jeden einzelnen in seiner ganzen Widersprüchlichkeit akzeptieren müssen (schon Baudelaire beklagte, dass das Recht, sich zu widersprechen, in der Charta der Menschenrechte fehlt). Was ist schön? „Alles, war bei mir ein Gefühl auslöst“. Und Leidenschaft, sagt Shirin David. Ja, ja, das ist lebendige Schönheit, da bin ganz bei der Rapper-Queen und freue mich über die neue Bekanntschaft über mehrere Generationen hinweg. – Ludwig Engstler-Barocco

 


 

 

Leserbrief zu „FRANK SCHIRRMACHER“ von Stephan Lebert

 

Die erste Folge der neuen Serie „Am Grab von …“ über Frank Schirrmacher ist ein großartiger Einstieg und weckt Erwartung auf reichlichen Nachschub. Stephan Lebert erweist sich einmal mehr als ein Meister lebendigen, fesselnden Journalismus; einen Artikel von ihm zu lesen, steigert die Temperatur der Daseinsfreude. – Ludwig Engstler-Barocco

 


 

 

Leserbrief zum Titelthema „DIE VIERTE WELLE. Wer schützt uns jetzt?“ von Mark Schieritz et al.

 

Zu Ihrem Titelbild am 18. November: Ja, unser Gesundheitswesen ist an einem Endpunkt angelangt; viele leisten bis zur Erschöpfung Unglaubliches. Dennoch sei daran erinnert, dass uns namhafte Persönlichkeiten ein entspanntes Weihnachtsfest versprochen haben – wenn wir uns für kurze Zeit einschränken würden. Sollten sich nicht alle Wortgewandten gut überlegen, was sie so von sich geben? Jeder konnte ahnen, dass es sich analog zu Winterreifen verhält: In dunklen Monaten Krise, in hellen Monaten Lebensfreude. Das wird die Realität in unserem Land für viele Jahre bleiben. Wir sollten lieber Ostern als Familienfest (und „Freedom Day“, weil alle Symbole wie Osterfeuer, Osterkerze, Taufwasser gut passen) neu entdecken. – Anni Weilandt

 


 

 

Leserbrief zu „»Guten Morgen, Leute. Ich will am Montag los«“ zusammengestellt von Lea Frehse und übersetzt von Alicia Kleer

 

Die Situation an der Grenze zu Belarus zeigt auf, dass die Handhabung des Asylrechts problematisch ist. Die aktuelle Regelung sieht vor, dass jeder, der das Gebiet der EU erreicht hat, dort ein Anrecht auf Überprüfung seiner Asylgründe hat. Eine entsprechende Regelung war ursprünglich sinnvoll. Dies auf Grund der Annahme, dass dadurch die Asylsuchenden auf die Nachbarländer der Ausgangsländer verteilt würden. Dies wäre insofern sinnvoll, weil dort die kulturellen Unterschiede überschaubar sind, und auch weil die Nachbarländern und die dort aufgenommenen Asylanten noch eher die Möglichkeit haben, die Situation in den Ausgangsländer zu verbessern.

Die Vertiefungen der ökonomischen und demographischen Gräben (und neue technische Möglichkeiten wie facebook) haben nun aber bewirkt, dass eine relativ kleine Zahl von Ländern als Fluchtziel bevorzugt wird. Das bewirkt eine Art Perversion des Asylprinzips in mehrfacher Hinsicht. Einerseits überwiegt die wirtschaftliche Motivation der Asylsuchenden, was die Zahl der möglichen Asylsuchen gewaltig ansteigen lässt. Zugleich ist die Motivation gering, die Ursache für die Fluchtgründe in den Bereichen der Politik, der Weltanschauungen und der Demographie zu suchen. Im Gegenteil, manche Migranten, die in den Zielländern erfolgreich Fuss fassen konnten und oft sogar studieren konnten, bevorzugen es, die Gesellschaft der Zielländer zu kritisieren und Opferrollen zu konstruieren. Oft ist dies sogar eine Ursache ihres publizistischen Erfolgs.

Die andere Seite ist, dass die Zielländer unter Druck geraten, denn das Schleppergeschäft ist ein Milliardengeschäft. Angefangen von Alibaba, das Schlauchboote verkauft bis zu lokalen Transport-Unternehmen. Dazu kommt noch, dass die Zielländer politisch erpresst werden oder zumindest der Versuch dazu unternommen wird. Die Antwort der Zielländer ist, dass künstliche und natürliche Barrieren erbaut und genutzt werden, die mit den Menschenrechten nicht vereinbar sind. Mit den Menschenrechten vereinbare Lösungen würden aber eine nicht zu bewältigende Vergrösserung des erwähnten Milliardengeschäfts und der Erpressbarkeit bewirken.

Diese Situation macht den Zielkonflikt zwischen den Menschenrechten auf Lebensunterhalt und dem Menschenrecht auf Eigentum sichtbar. Die sozialen Netze der Zielländer sind das Eigentum der dortigen Bürger und sie müssen diesen auch vor allem zu Gute kommen. Konkret könnte sich die Frage stellen, ob die Finanzen einer Gemeinde auch ausreichen für ein Schwimmbad, um zu verhindern, dass Kinder ertrinken oder ob die Finanzen eingesetzt werden sollen, um mehr Migranten aufzunehmen, um so die Gefahr zu verringern, dass Migranten auf der Flucht sterben.

Notwendig wäre ein Weltbild, das den erwähnten Zielkonflikt beseitigt. Die Menschenrechte wären geeignet als Grundlage. Und zwar indem der Zielkonflikt zwischen den Menschenrechten auf Lebensunterhalt und dem Menschenrecht auf Eigentum zugunsten eines höheren Ziels (gute Fortbestehen der Menschheit) thematisiert und bereinigt wird. Letzten Endes beruht z.B. die Klimakrise auf Plündern, was man mit den Worten «Tragik der Allmend» charakterisieren kann. Ein notwendiges Mittel dagegen ist auch das Einfordern von demographischer Eigenverantwortung, unter Hinweis auf eine faire Formulierung des Menschenrechts auf Eigentum. – Dr. Gernot Gwehenberger

 


 

 

Leserbrief zu „»Komm, wir fahren dahin«“ von Michael Thumann

 

Wann hört/liest man was von/über Karelien. Im Wk II gab es ein Nazi-Buch Kreuze in Karelien. Das nur nebenbei. Wir haben in den Medien ausführliche Berichte über die Brände im Mittelmeerraum und natürlich immer wieder vom Amazonas mit Erschrecken gesehen. Über eben auch verheerende Brände in einer Landschaft nicht so weit von Mitteleuropa nichts gehört/gelesen/ gesehen. Und das Engagement der dort lebenden Menschen, ohne große staatl. Unterstützung. Und Präsident Putin,obwohl in St. Petersburg zu Hause, ist nicht in dem Katastrophengebiet gewesen ? Ist DIE ZEIT die erste die aus Karelien berichtet ? Es hat sicher Berichte in finnischen Medien gegeben (?) Und von Moskau aus wurde auch nicht berichtet ? – Hartmut Wagener

 


 

 

Leserbrief zu „Warum ergeht es anderen Ländern besser?“ von Ulrich Bahnsen

 

Ja, einem stolzen Spanier (Portugiesen oder Italiener) würde es nicht einfallen sich aus Schiß oder Wurstigkeit gegen seine Mitmenschen nicht impfen zu lassen. Die tiefe Verbundenheit zu ihren Mitmenschen ( Familie, Mutterland) verbietet jene „Die-Anderen-sind -mir -scheißegal-Freiheit“, die in Deutschland von so manchen propagiert wird. Und „Verrückt-Denker“werden verspottet, verachtet und isoliert. Was bei uns als „sozialer Druck“ verpönt ist hat eben auch seine Vorteile. – Dieter Herrmann

 


 

 

Leserbrief zu „Im Naturheilverfahren“ von Carolin Wahnbaeck

 

Mit großem Interesse habe ich Ihren Bericht in der Zeit Nr. 47-2021 gelesen. Folgendes möchte ich anmerken: – Die positive Wirkung von Dachbegrünungen, Fassadenbegrünungen und Bäumen auf das städtische Mikroklima ist seit Jahrzehnten bekannt. Sie braucht auch nicht bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma vorausberechnet zu werden. – Mein Buch „GRÜNER WOHNEN – Gebäudebegrünung eine Notwendigkeit“ ist bereits 1984 erschienen (siehe Anhang). – Der offizielle Sprachgebrauch lautet: Wir haben kein Wissensproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem.

– Ich wohne seit 30 Jahren in einem Haus mit einem begrünten Dach, mit passiver Sonnenenergienutzung und mit Regenwasserbewirtschaftung. Das alles funktioniert seit 30 Jahren (siehe Anhang). – Man muß es WOLLEN und dann auch MACHEN. – Wenn Städte heute noch nicht über ein Begrünungskonzept verfügen, dann haben sie etwas verschlafen und bekommen zur Strafe die privaten Freiflächen mit Basaltschotter zugeworfen. – Klaus Ohlwein

 


 

 

Leserbriefe zu „Stefan Kleins Wissenschaftsgespräche (39) »Die Mathematik zog mich an, denn bei ihr spielt Herkunft keine Rolle«“ von Stefan Klein im ZEIT Magazin

 

An Herrn Stefan Klein, Interviewer mit der Mathematikerin Esnault: Müsste es in der obersten Zeile in; „..Die Gleichung definiert einen Kreis mit dem Durchmesser 1.“ nicht „Radius“ heißen? – Alois Lienhard

 

Mit großem Interesse habe ich das Wissenschaftsgespräch Stefan Kleins mit der bewundernswerten Helene Esnault gelesen und darin auch viel wiedergefunden, was meine Liebe zur Mathematik begründet hat. Einen Fehler glaube ich auf Seite 23 erkannt zu haben. Die Gleichung x² + y² = 1, stellt doch wohl einen Kreis mit Radius 1 dar ? – Reinhard Brüger

 

Frau Esnault wird uns im Vorspann des Interviews als Mathematikerin vorgestellt, die sowohl zu den bedeutendsten Mathematikerinnen als auch zu den bedeutendsten Mathematikern zählt. Bitte verraten Sie mir doch, wie sie das macht. Vielleicht schaffe ich es dann endlich, der Anweisung der Münchner S-Bahn, doch an allen Türen zuzusteigen, Folge zu leisten. Denn trotz größter Mühe meinerseits: Ehe ich die zweite Tür erreiche, wird sie geschlossen, und die S-Bahn fährt ohne mich ab. – Bernhard Huber

 

Mit großem Interesse habe ich das Interview zweier aus meiner Sicht hochbegabter Naturwissenschaftler in Physik (Stefan Klein) und Mathematik (Hélène Esnault) gelesen. Mein Lesefluss wurde durch die Frage zur Kreisgleichung (x² + y² = 1) auf Seite 31 und deren Antwort auf Seite 33 (Seite 32 war bebildert!) jäh unterbrochen. Das lag daran, dass in der Frage, die eigentlich eine Feststellung ist, Stefan Klein erwähnt, dass die Gleichung x² + y² = 1 einen Kreis mit dem Durchmesser 1 definiert. Die Antwort der Mathematik-Leibniz-Preisträgerin darauf lautet „Genau, wir studieren algebraische Varietäten über verschiedenen Körpern“. Beide sind sich also einig, das es sich um den Durchmesser gleich 1 handelt.

Nun habe ich alle meine Erinnerungen an Mathematik wieder hervorgerufen (ich bin kein Mathematiker, habe das Fach aber gemocht !) und bin mir sicher, dass nicht der Durchmesser sondern der Radius gemeint ist (also nur der halbe Durchmesser). Man kann diesen (Einheits)-Kreis in ein x/y-Koordinatensystem einzeichnen und kommt, unter Bemühung des Satzes von Pythagoras stets auf den Radius (genauer: Radius zum Quadrat) bei Anwendung von x² + y². Sollte ich irgendetwas übersehen haben oder mich falsch erinnern, so würde es mich freuen, von Madame Esnault und Herrn Klein die Herleitung, dass es sich doch um den Durchmesser handelt, zu erfahren. – Dr.-Ing. Rainer Ortmann

 


 

 

Leserbrief zu „»Als ich 30 wurde, hatte ich keine Ahnung, wer ich war«“ von Christoph Amend im ZEIT Magazin

 

Danke für das wunderbare Interview mit Adele. Ich fühlte mich beim Lesen, als ob ich dabei sitzen würde! Großes Lob! Und wenn ich schon dabei bin, „Heiter bis glücklich“, das mein Leben reicher macht! So eine Freude, wie Claire Beermann die Seite gestaltet, kreativ, witzig, und immer was zum Nachdenken. Danke!!! – Karin Wieland

 


 

 

Leserbrief zu „Die Muster meiner Mama“ von Anne Jeschke im ZEIT Magazin

 

Gerührt las ich Ihren Bericht über Ihre strickende Mutter…. im Laufe meines Lebens wurden mir viele handgestrickte Wollpullover geschenkt….sie liegen jetzt zusammengenäht als Tagesdecke auf meinem Bett…. – Marie von Jan

 


 

 

Leserbrief zu „Prüfers Töchter“ von Tillmann Prüfer im ZEIT Magazin

 

Lotta kommt doch gar nicht zu spät, sie verspätet sich nur. „Zu“ spät ist, wenn niemand mehr da ist. – Marita Kruckewitt

 


 

 

Leserbrief zu „Heiter bis glücklich“ von Claire Beermann im ZEIT Magazin

 

Wieso empfehlen Sie Bücher hier: Die Unzertrennlichen und Nur Toren urteilen nicht… (Zeitmagazin Nr 47), die weder bei rebuy, Zvab noch Kindle erhältlich sind? – Petra Alex