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Was mir so richtig auf die Nerven geht?

 

Das sind Weine aus Deutschland, die 13% bis 14% Alkohol haben. Wenn man bedenkt, dass Portwein 16% hat, dann greift man sich an den Kopf. Nichts gegen Barolos und diverse Côtes du Rhone. Diese Weine sind trotzdem bekömmlich, weil sie über genügend Tannine und Extrakte verfügen. Bordeauxweine, die mit 12,5 % Kraft und Finesse haben, werden jedoch auch immer seltener.

Ich kann mir einen Reim darauf machen, woher das alles kommt. Alle Welt trinkt glasweise den Wein im Fingerhutbereich. Da muss der erste Schluck schon voll und angenehm den Mund erobern, da beim zweiten Schluck das Glas bereits leer ist. Wirklich guter Wein ist selten anschmeißerisch, sondern bietet Widerstand. Schluck für Schluck erschließt er sich. Deshalb bestelle ich nie glasweise, sondern eine Flasche. Mache ich das mit einem Deutschen Vierzehnprozenter Spätburgunder oder Lemberger etc., so ist mir nach dem zweiten Glas schlecht. Mit den von Idioten gekelterten, auf den Ami-Markt schielenden Cabernet-Toskanern geht es mir genauso.

6 Kommentare

  1.   christoph fink

    ganz ihrer meinung!
    leider ist das mit vielen österreichischen weinen auch so.
    schon beim ersten leichten hineinschnuppern fährt einem der volle „duft“ (wie eine faust) mitten ins gesicht.
    glas für glas nimmt dann die lust am wein ab.
    hingegen bei großen, charmanten nicht so vordergründigen weinen steigt die lust schluck für schluck.

    ob wir da allerdings was ausrichten können, wage ich zu bezweifeln..

  2.   Matze

    soll ich Ihnen einen Tip geben. Kaufen Sie doch einfach Weine die nicht so viel Alkohol haben, denn davon gibt es auch genügend im Spitzenbereich. Und BITTE nicht die Deutschen Weine immer so schlecht machen. Die Franzosen produzieren auch solche Wuchtbrummen.

  3.   vincent

    Ganz klar, es gibt in Deutschland jede Menge wunderbare Weine. Was ich meine sind die „Säfte“ ohne allzuviel Extrakt und Substanz, die hauptsächlich durch den Alkohol gestützt werden. Keine Frage, die Glyzerine des Alkohols sorgen für Rundung. Häufig ist dann bei deutschen Rotweinen nicht mehr viel dahinter. Mir geht es darum, dass man dem Deutschen Rotwein seinen Charakter erhalten sollte und nicht ungenügend Napa Valley (als Beispiel) nachzuäffen.

  4.   Klaus

    Man muss es vielleicht noch deutlicher sagen:
    Ein guter Wein kostet Geld. Das ist auch völlig normal. Wenn ein Winzer sich nicht nur Mühe macht, sondern seine Arbeit und das Produkt liebt, sind sie eigentlich unbezahlbar.
    (Mit dem Olivenöl ist es übrigens ähnlich).
    In Supermärkten wird ja hier durchaus „Chianti“ für € 2,39 angeboten – ein hochgespritetes, geschmackloses Gesöff, das nur Alkoholdunst abgibt, sonst nichts. Das wird en masse auf den Markt geworfen, die Kunden finden es dann – ist ja „Chianti – ganz famos. Zudem erinnert es an den letzten Italien-Urlaub. Machen wir uns aber nichts vor. Ein handwerklich einwandfreier Chianti kostet in Italien und auch hier ab EUR 15,– aufwärts.
    Geschmacksprägend war für das hiesige Supermarktpublikum zunächst die Plörre aus Kalifornien, gefolgt von den Australiern und Südafrikanern. Das schmeckte ja ganz toll nach Brombeeren, Haselnuss, Vanille und was weiss ich. Da stürzte man sich drauf. Hier wird auch eine Preisspannbreite von 0,99 – 8,00 EUR geboten, wobei die EUR 8,00 ein Verbrechen am Kunden, die 0,99 EUR ein Verbrechen am Erzeuger sind.
    Dennoch: Ich betone ausdrücklich, dass es auch Weine aus Kalifornien, Australien und Südafrika sind, die erstklassig sind. Aber nicht für diese Preise im Supermarkt.
    Ich nenne sie eigentlich immer „Tankstellen-Cuvée“.

    Wer glaubt, einen 3/4-Liter chilenischen Rotwein (Glasflasche m. Kork!) für 0,99 EUR kaufen zu müssen, der soll es halt tun. Man überlege: Flasche, Kork, Etikett, Kelterung und Lagerung, Kosten des Weinguts, Transport, Vermarktung – ja, was soll denn da noch beim Erzeuger bleiben? Und was hat ein solcher Wein an „Wert“?

    Aber es ist wie mit allem. Fleisch, Wurst, Käse, Obst, Gemüse – und eben auch Wein.
    Es wird mehr und mehr Sache der Verbraucher und Kunden, sich nicht weiter verarschen zu lassen. Solange eine Flasche Mineralwasser mehr kostet als eine Flasche Wein, da fühle ICH mich verarscht.


  5. Lieber Vincent Klink,

    meine Freundin kommt aus München und dort hat der Wein aus Deutschland nur wenige Anhänger. In den Lokalen findet der Gast meistens Wein aus Österreich, Italien, Chilie, Südafrika auf der Karte. Seit sie den Kraichgau kennen und Schätzen gelernt hat, findet sie Weine aus Baden und Württemberg sehr bekömmlich !!!

    Wir kaufen Weine bevorzugt beim Winzer, im Getränkehandel oder bei einer Winzergenossenschaft. Und diese Weine haben ihren Preis – einen berechtigten Preis….

    Schöne Grüßle nach Stuttgart
    Helmut Lang

  6.   vincent

    Guten Wein gibt es in vielen Ländern und Regionen der Welt. Es ist wie mit allem Guten, man muss es finden. Zuvor muss man aber lernen was Gut ist. Dazu gehört ein solides Gedächtnis. Ich kenne ehemalige Banausen, die ein solches haben. Einmal einen guten Wein getrunken und es gab kein Zurück mehr, jedenfalls nicht freiwillig.

    Leider ist es auch so im Leben, dass man viel schlechtes essen und trinken muss bis man seinen Geschmack justiert hat. Ich habe auch mal mit Gummibärchen, und Chemiebrause begonnen. Wichtig ist der Wunsch, den man auch auf seine Arbeit ausdehnen könnte: „Das nächste mal will ich es besser haben.“
    Herzlich Vincent Klink

 

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