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Spaß mit Google Translate: „Regler (Entfremdaz Mix)“

Songs durch den Google Translator zu jagen ist nun wirklich nichts Neues. Das haben etwa die Mädels und Jungs von Collective Cadenza auch längst gemacht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass bei den richtigen Liedern sehr sehr witzige Ergebnisse dabei herauskommen. Etwa bei Warren G und Nate Doggs Neunziger Jahre Hit Regulate, den die Entfremdaz übersetzt haben. Schöner Kommentar auch auf Vimeo dazu: „Klingt für mich wie ein Text von Haftbefehl.“ Reeegler! Berg Hoch!

(via)

 

Skifahren in der Innenstadt von Reims

Skifahren in der Stadt, da könnte man dieser Tage in Berlin auch draufkommen. Léo Ginailhac hat 15 Zentimeter Neuschnee jedenfalls zum Anlass genommen, um seine Freunde dabei zu filmen, wie sie sich auf Ski durch die Innenstadt von Reims ziehen lassen. Das ist bestimmt nicht erlaubt und sicherlich nicht ungefährlich, aber dennoch beeindruckend, da mal was anderes.

 

Do the Harlem Shake!

Kennt noch jemand Gangnam Style? Das Lied mit den Milliarden Abrufen und dem seltsamen Tanz? Macht nix, ist ohnehin Schnee aus dem Vorjahr. In diesem Jahr tanzt man den Harlem Shake. So nämlich heißt der basslastige Song des New Yorker Produzenten Baauer, der sich gerade zum nächsten großen Internet-Hit mausert. Den hatte er zwar schon im vergangenen Sommer veröffentlicht, aber erst vor einigen Tagen ist er so richtig bekannt geworden – dank YouTube.

Die Geschichte des ursprünglichen Harlem Shakes, einem Tanz mit reichlich Schulterwackeln, geht sogar bis in die frühen Achtziger Jahre zurück. Unter dem Namen „Albee“ ist er der Überlieferung zufolge in den Clubs von Harlem entstanden, und hat sich über die Jahre immer mal wieder in einigen Hip-Hop-Videos gezeigt, ohne dadurch wirklich bekannt zu werden.

Ende Januar diesen Jahres machten sowohl der Song als auch der Tanz ein überraschendes Comeback im Netz. Der YouTuber Filthy Frank stellte ein 30-sekündiges Video online, in dem er und seine Freunde in Latex Ganzkörperanzügen zu Baauers Harlem Shake tanzen. Harmlos genug, aber in seiner Absurdität natürlich wie gemacht für den viralen Erfolg.

Das Internet ließ nicht lange mit Reaktionen auf sich warten. Innerhalb weniger Tage sind Dutzende Parodien entstanden, die stets nach dem gleichen Muster ablaufen: Alles beginnt mit einer scheinbar langweiligen Situation, etwa in einem Büro. Dann beginnt eine Person plötzlich zu tanzen und nach circa 15 Sekunden, gemeinsam mit dem Bass-Drop des Songs, wird kollektiv ausgeflippt – je kreativer und beknackter, desto besser.

Inzwischen hat das Phänomen die großen YouTube-Studios erreicht, was ihm noch einmal einen zusätzlichen Schub verpasste. Sowohl Buzzfeed als auch Maker Studios und College Humor sind inzwischen mit eigenen Versionen unterwegs, ebenso Feuerwehrleute, Schneidereien, die norwegische Armee und viele mehr.

Und damit ist noch lange nicht Schluss. Für den morgigen Dienstag ist in New York auf dem Times Square eine große Harlem-Shake-Inszenierung geplant. Da fehlt, passend zur Nachricht des Tages, eigentlich nur noch eine Version aus dem Vatikan, oder?

 

Collective Cadenza: Die Kunst des schönen Medleys

Als „musikalische Videoexperimente“ bezeichnen Collective Cadenza ihr Projekt. Collective Cadenza, kurz CDZA, das sind eigentlich drei junge Herren aus New York: Joe Sabia, der „Video-Typ“, bringt jahrelange Erfahrung in der Erstellung von Online-Inhalten mit. Michael Thurber ist ein Absolvent der renommierten Julliard School und professioneller Musiker. Matt McCorkle, der Mann für den Sound, ist von Haus aus Musikproduzent. Rein zufällig haben sie sich vor einigen Jahren kennengelernt. Nach einigen gemeinsamen geschäftlichen Projekten hatten sie im Herbst 2011 schließlich die Idee, auch mal etwas zum Spaß zu machen, das ihre Liebe zu Musik und Webvideo verbindet.

Herausgekommen ist dabei ihr Opus No. 1: „Die Geschichte von Liedtexten, die gar keine sind“. Eine Auswahl der bekanntesten „Ahh Ahh Ahhs“ und „Na Na Nas“ von den Beatles bis zu Blink 182, exklusiv vorgesungen:

Nach dem Erfolg des Videos überlegten die drei Macher, wie sie diese Idee noch weiter und besser ausführen können. Und sie wurden schnell fündig. Seit Frühjahr vergangenen Jahres veröffentlichen CDZA in regelmäßigeren Abständen Videos mit professionellen Musikern und Sängern, die vor allem, aber nicht ausschließlich, Medleys sind und nicht selten eine kreative Choreografie und zusätzliche Requisiten enthalten, wie etwa in der „Geschichte der missverstandenen Songtexte“.

Die Videos von CDZA sind viral gerade deshalb so erfolgreich, weil sie die alte Idee des Medleys in einer Weise darstellen, die gleichermaßen kreativ wie einnehmend ist. Der Zuschauer merkt, dass sich die Leute Gedanken gemacht haben und darüberhinaus talentiert sind. Gepaart mit genügend Witz kommt das offenbar an: Über 7 Millionen Abrufe zählt der Kanal inzwischen.

Längst haben CDZA aber nicht nur Medleys im Repertoire, sondern auch eigene Kompositionen wie das Mark Zuckerberg Musical. Und für ihr neustes Opus No. 16 haben sie sich einen Klassiker der Sitcom-Geschichte geschnappt: Den Titelsong von Der Prinz von Bel-Air, einmal durch sämtlich Sprachen des Google-Translators gejagt und anschließend gerappt. Quasi eine neue Form der stillen Post.

 

Das Beste aus der Tube: YouTube Rewind 2012

Nach dem Google Zeitgeist Video kommt nun auch der offizielle YouTube-Jahresrückblick. Der Soundtrack ist, wie könnte es auch anders sein, eine Mischung aus Call me Maybe und Gangnam Style, das hiermit nun aber auch offiziell erledigt sein sollte (auch wenn die Parodie der Nasa letzte Woche noch einmal ein richtiger Kracher war).

Für den YouTube-Rewind hat sich die Plattform so manche Webvideo-Stars (z.B. iJustine, Felica Day, Ryan Higa, Annoying Orange) ins Boot geholt und greift die größten viralen Hits des Jahres auf (z.B. Shit Girls Say, Kony 2012, Walk Off the Earth). Interessant ist, dass das Video trotz Gema-lizenzierter Musik auch in Deutschland verfügbar ist.

Hier jedenfalls die Liste der zehn erfolgreichsten YouTube-Videos des Jahres, ausgewählt nach Abrufen, Remixen und Diskussionen in sozialen Netzwerken:

Gangnam Style – Der Koreaner PSY hat das wohl erfolgreichste Musikvideo aller Zeiten gedreht und erstmals die Milliarden-Marke an Abrufen geknackt. In deinem, also unserem, Land leider immer noch nicht verfügbar (außer auf Vimeo).

Walk Off the Earth – Fünf Menschen spielen an einer Gitarre. Geht nicht? Geht doch.

KONY 2012 – Die im Netz unglaublich erfolgreiche und in Wirklichkeit unglaublich erfolglose „Hilfskampagne“ sorgte für große Diskussionen, und das auch in traditionellen Medien.

Call me Maybe – Der zweite große Hit des Jahres kam von der Kanadierin Carly Ray Jespen. Die Playback-Version mit den Teenie-Stars Justin Bieber und Selena Gomez war nicht ganz überraschend die erfolgreichste. In unserem Land leider nicht verfügbar (außer auf Vimeo).

Lindsey Stirling’s Dubstep Violine: Die Geigerin Lindsey Stirling spielt in einer Eishöhle zu wobbelnden Dubstep-Bässen. Unerwartet, aber kann man machen.

Epic Rap Battles – Obama vs. Romney: Die US-Präsidentschaftswahl hat den humorvollen Prominenten-Raps noch einmal einen großen Schub gegeben.

Dramatic Surprise – Was passiert, wenn man einen großen roten Knopf auf einen öffentlichen Platz in Belgien postiert? Das hat der Fernsehkanal TNT für dieses virale Video getestet.

Why You Asking All Them Questions? – Der kurze Clip war offenbar vor allem in den US-Südstaaten ein großer Hit. Ich kannte ihn bis eben nicht, aber er ist in unserem Land auch leider nicht verfügbar (außer auf Vimeo).

Facebook Parenting – Ein Vater liest einen geschützten Facebook-Eintrag seiner Tochter vor. Der Lohn? 35 Millionen Abrufe und jede Menge böser Reaktionen.

Stratos Highlights – Ein sportliches Jahrhundertereignis oder milliardenschwerer PR-Gag? Felix Baumgartner landete mit seinem Sprung aus der Stratosphäre vermutlich irgendwo in der Mitte.

 

Zocken mit YouTube: Der Viral Video eXchange

So sieht der Viral Video eXchange aus

Virale Videos sind kein Zufallsprodukt. Egal ob sie von professionellen Agenturen (wie beim gerade verliehenen Viral Video Award) oder von unbekannten Hobbyfilmern stammen, der Weg zum Internet-Erfolg ist immer ähnlich. Virale Videos müssen eine emotionale Reaktion bei den Zuschauern hervorrufen, zum richtigen Zeitpunkt veröffentlicht werden und eine ganz bestimmte Länge haben. Die Erfolgsformel lässt sich, getreu des Namens, an die Verbreitung einer Grippe anlehnen:

   Häufigkeit x Verbreitung x Ansteckungsrisiko x Ansteckungszeitraum

Ähnlich äußerte sich auch Kevin Allocca von YouTube in seinem TED-Talk. Doch was in der Theorie einfach klingt, ist natürlich in der Praxis nicht so leicht umzusetzen. Zwar kann man abschätzen, was viele Leute witzig finden könnten und welche Themen gerade aktuell sind, doch ein hundertprozentiger Garant für millionenfache Abrufe eines Videos ist das noch nicht. Die Wege des Internets sind eben doch unergründlich. Zumindest teilweise.

(klick für Groß)

Wer trotzdem glaubt, genau zu wissen, welche Videos auf YouTube und Co. demnächst durch die Decke gehen und zudem noch gerne zockt, kann sich am Viral Video eXchange versuchen. Das Browser- und Mobile-Game (als Web-App) ermöglicht es, wie an einer Börse Anteile an einzelnen YouTube-Videos zu erwerben. Steigen die Klickzahlen und Kommentare der Videos, steigen auch ihre Aktien, der Spieler gewinnt. Jeder Spieler kann zudem selbst Videos an die Börse bringen. Das kostet zwar, kann sich aber bei Erfolg später rechnen.

Aber keine Angst, tatsächliches Geld lässt sich mit den Spekulationen weder verdienen noch verlieren. Das Spiel ist kostenlos und alle Transaktionen laufen über eine virtuelle Währung namens „Vloins“. Und anders als der Markt im echten Leben, gibt es ein Limit: Wer eine Million Vloins gewonnen hat, darf wieder bei 0 anfangen, damit er den Markt nicht zu sehr beeinflusst.

Die Idee des Spiels stammt vom Briten Dave Ganly und ist an eine frühere Spielshow der BBC angelehnt, bei der Zuschauer in die Popularität von Prominenten investieren konnten. Zudem ist der Viral Video eXchange auch ein Experiment, das zeigen soll, ob sich er Erfolg von Videos auf YouTube tatsächlich in irgendeiner Form voraussagen lässt. Im Idealfall, so Ganly, entdecken die Spieler Videos, bevor sie durch die Blogs und sozialen Netzwerke getrieben werden.

(gefunden bei Neatorama und Nerdcore)

 

Dicke Kamera und keinen Plan

Ich gebe es zu. Auch ich spiele mit dem Gedanken, mir nach Jahren wieder eine Kamera zu kaufen, die nicht am anderen Ende meines Telefons befestigt ist. Ich gebe auch zu, dass ich von Fotografie nicht viel verstehe, nur mit Mühe erklären kann, was ein Weißabgleich oder der ISO-Wert ist und noch immer nicht genau weiß, was mir die Zahlen bei Objektiven eigentlich genau sagen möchten. Hätte ich nun eine schicke Spiegelreflexkamera, würde ich deshalb vielleicht genau so aussehen wie die Damen und Herren aus den Virals von DSLR Gear, No Idea.

Hinweis: Die gezeigten Videos sind im Auftrag von Sony entstanden. Dieser Beitrag ist dagegen nicht gesponsort und der Autor würde sich nach den Erfahrungen in der Vergangenheit auch keine Sony-Kamera mehr kaufen.