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Spaghetti Carbonara – die Köhlersfrau lässt grüßen

 

REZEPTOR präsentiert eins der schnellsten Nudelgerichte für Fortgeschrittene in der original Originalversion

Zutaten für Carbonieri
300 g Spaghetti 0,39
150 g geräucherter Bauchspeck 0,78
150 g Parmesan (den Echten bitte, keinen geriebenen Müll) 1,75
1 Ei 0,25

3,17 = 1,59 pro Nase

Es gibt einfach zu viele schlimme Versionen des Pasta-Klassikers, und um gleich mit dem größten Vorurteil aufzuräumen: Da kommt keine Sahne rein! Echt jetzt, das ist dann nur irgendein Abklatsch, der bestimmt auch gut schmeckt; Aber ich vermute, weil Spaghetti Carbonara (übersetzt: »nach Art der Köhlersfrau«) nur aus Spaghetti, Speck, Parmesan und fast rohem Ei besteht, finden das viele zu eklig und nehmen statt dem Ei einfach Sahne oder Schmand.

Okee, das mit dem fast rohen Ei muss erklärt werden: Es kommt erst ganz zum Schluss dazu und wird durch die siedend heissen Nudeln natürlich dann schon noch durchgegart? vergleichbar mit einem wachsweichen Frühstücksei.

Aber einfach mal ausprobieren: Die Spaghetti wie auf der Packung (REZEPTOR empfiehlt: in super salzigem Wasser) beschrieben zubereiten.

Währenddessen den Parmesankäse reiben und den Bauchspeck in streichholzgroße Stückchen schneiden.
Eine große Pfanne mit einem kleinen Stück Butter bestücken und den Speck auslassen, das heißt wir wollen das weiße Speckfett (der pure Geschmack) verflüssigen und von dem roten Fleisch trennen. Das geht ganz automatisch wenn man auf mittlerer Hitze 3 bis 4 Minuten den Speck einfach anbrät. Ab und zu umrühren. Er darf hierbei etwas braun werden, aber nicht zu dunkel, sonst entstehen Bitterstoffe. Gold- bzw. Hellbraun wäre hier das Optimum. Die Pfanne dann vom Herd nehmen.

Die al dentigen Spaghetti in einem Durchschlagsieb abgießen, unter dem im Spülbecken die Teller drunter stehen. So werden sie automatisch vorgewärmt und nur müssen nur noch senkrecht gestellt trocknen.
Bitte niemals die Nudeln jetzt mit kaltem Wasser abschrecken, das wäscht die an der Nudel klebende Stärke ab, die charakteristisch und wichtig für jede Pasta-Sorte ist. Außerdem klebt dann die Sauce später nicht so gut an der einzelnen Nudel.
Sobald das Wasser einigermaßen abgetropft ist, die Spaghetti in die Speckpfanne geben, die Hälfte des Parmesans drübergeben, das ganze Ei dazu und richtig gut pfeffern aber wenig salzen, der Speck ist ja schon salzig. Alles ordentlich durchmischen.
Wie vorher schon gesagt, wird das rohe Ei durch die Hitze der Spaghetti gegart, es sollte aber nicht ausflocken, das heißt zu so festen Stückchen werden, sondern die Nudeln wie eine Sauce verbinden.

Dann auf den vorgewärmten Tellern anrichten, den Rest Parmesan drüberstreuen und schnell servieren.

9 Kommentare

  1.   Gioia

    Genau so macht meine calabresische Tante Spaghetti Cabonara.
    Ich gebe allerdings zu den geschlagenen Eiern einen Schuß Milch hinzu.

  2.   wachumhalbdrei

    Endlich das echte Rezept und nicht diese Hausfrauen-Varianten.

  3.   wachumhalbdrei

    Entführt man dieses Rezept aus der ‚Gerichte unter 2 Euro‘ Kategorie und verwendet echten Pancetta, wird es einen zum Dank in den Aroma-Himmel katapultieren.

  4.   Steffen Franke

    2 Tipps noch:

    1. es sollte original ital. Guanciale verwendet werden
    2. nur das Eigelb verwenden und mit der heißen Pasta verrühren

  5.   lionel scheffer

    wenn schon, dann ein wenig rahm in homöpatischen dosen. und nur das eigelb.

  6.   FZ

    Mit dem Eigelb schließe ich mich an. Ist einfach nochmal eine Spur feiner…

    Hörensagen zufolge seien die einzig adäquaten Nudeln für die Original-Carbonara italienischer Hausfrauen die guten alten Penne. Binden die Sauce auch viel schöner als Spaghetti, da ja hohl.

    Noch eine kleine Variation, die das Ganze nicht viel teurer macht: Zuchhini (für 2 Personen dürfte eine nicht ganz kleine reichen, schöner sind eine kleine grüne und eine kleine gelbe) in Stücke schneiden, die in Größe und Form den Penne entsprechen, zum beschriebenen Rezept (mit Penne statt Spaghetti, und nur mit Eigelb) dazu, also mit dem Speck anbrutzeln.

    Es lohnt sich auch, vor dem Abgießen ein paar Kellen Nudelwasser zu retten, mit dem man dann nach Bedarf die Sauce auf eine seidige Konsistenz einstellen zu können.

  7.   sabiene

    einfach legger…:-) habs gerade ausprobiert, aber ohne speck. einfach klasse!

  8.   Markus

    Danke für den wertvollen Tipp. Ich habe Spaghetti Carbona öfters mit Sahne gekocht und mich immer gefragt was es mit der Zubereitung „nach Art der Köhlersfrau“ auf sich hat.
    Dieses Rezept werde ich demnächst gerne mal ausprobieren.

    Als kleine Verfeinerung für Spaghetti Carbonara kann ich auch eine geriebene Muskatnuss sehr empfehlen. Durch das Gewürz bekommt das Gericht eine ganz individuelle Geschmacksnote.

    ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren.

  9.   Michael

    Das mit dem rohen Ei kann auch echt „in die Hose“ gehen. Meine Schwester hat das genau so gemacht, am gleichen Tag tierische Bauchschmerzen, dann ab zum Arzt, dann ins Krankenhaus und Behandlung mit Antibiotika und Co.
    Schon mal was von Salmonellen gehört?

 

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